Die Psychologie des auslaufenden Vertrages

Dietmar Beiersdorfer bezeichnete die Situation als „zweischneidiges Schwert“ und er meinte damit den Umstand, dass nach der laufenden Saison beim HSV ingesamt 9 Verträge (Milan Badelj wurde bekanntermaßen auf den letzten Drücker nach Florenz verkauft) von größtenteils Stammspielern auslaufen und diese den Verein dann ablösefrei verlassen können.

Drobny (34), Westermann (31), Rajkovic (25), Jansen (28), Kacar (27), Arslan (24), van der Vaart (31), Ilicevic (27) und Nafiu (20) haben nach Ende der Saison 2014/15 keinen gültigen Arbeitsvertrag beim HSV und ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass ein Großteil dieser Spieler den Verein nach Ende der Saison verlassen werden.

„Zweischneidig“ deshalb, weil diese Situation auf der einen Seite die offenkundige Chance bietet, die bereits vor dieser Saison begonnene Neuausrichtung innerhalb des Teams zu vollenend, auf der anderen birgt sie natürlich auch diverse Gefahren und diese sind nicht nur monetäre Natur, weil der HSV Spieler, für die er einmal eine Ablösesumme bezahlen musste, kostenlos gehen lassen muss.

Die vielleicht entscheidende Frage, die sich der Trainer im Grunde im gesamten Verlauf der neuen Saison stellen muss:

Was geht in den Köpfen der Spieler vor, deren Verträge am Saisonende auslaufen?

Sind Spieler, denen eventuell bereits direkt oder indirekt mitgeteilt wurde, dass ihr Vertrag beim HSV nicht verlängert werden wird, noch bereit, alles in die Waagschale zu werfen? Wie wirkt sich eine mögliche „Ihr-mich-auch-Haltung“ auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft aus?

Um eines grundsätzliche anzumerken: Jeder Fußballer möchte jedes Spiel gewinnen und ich möchte nicht einem Profi unterstellen, dass er es aufgrund seiner Vertragssituation darauf anlegt, Ziele seines Arbeitsgebers zu sabotieren.

Dennoch, wir reden wie immer von Menschen und Menschen denken.

Der Unterschied liegt im Detail

Da ist der Spieler, der sich erhofft, sich aufgrund starker Leistungen in dieser Saison doch noch für einen Anschluss-Vertrag beim HSV oder aber für ein Engagement bei einem anderen Club empfehlen zu können. Er wird im Training Vollgas geben, wird versuchen, in die Mannschaft zu drängen. Gelingt ihm das nicht, besteht die Gefahr, das er resigniert und seine Situation als ausweglos erkennt. Möglicherweise wird er seinen Berater losschicken, damit dieser ihm einen neuen Verein ab Saison 2015/16 sucht. Sollte dieser Spieler beim HSV zu lange ignoriert werden, hat man ihn selbst in dieser Situation „verloren“. Wie sein persönliches Empfinden auf die Stimmung der Mannschaft wirkt, ist unklar, aber die Spieler reden miteinander.

Ein andere Spielertyp weiß um seine Vertragssituation und er weiß auch, dass er nach der aktuellen Situation ablösefrei ist. Für einen begehrten Spieler (und seinen Berater)  bedeutet dies: Handgeld! Ein Teil, der Ablösesumme, die der neue Verein für ihn hätte bezahlen müssen, wäre er nicht vertragslos, wandert in die Tasche des Spielers. Ganz sicher sind unter den 9 Kandidaten einige Akteure, die mit dieser Situation liebäugeln und bereits jetzt wissen, wo sie ab August 2015 spielen werden. Diese Spieler sehen diese Saison als ihre letzte in Hamburg und wie sie mit Drucksituationen, Mißerfolgen etc umgehen, wenn sie wissen, dass sie eh bald weggehen, kann jeder für sich überlegen.

Vielleicht gibt es auch Spieler, die sich im Herbst ihrer Karriere befinden, die finanziell ausgesorgt haben und sich in Hamburg einen guten Abgang verschaffen möchten. Sie werden nochmal alles geben, sich reinhängen und sich für die Mannschaft zerreißen. Was aber passiert, wenn sie trotz ihres Engagements, welches sie sich selbst verordnet haben, auf Bank oder Tribüne landen, darüber kann trefflich spekuliert werden. Sagt sich dann ein solcher Spieler vielleicht :“Ach, leckt mich doch?“

Eine ebenfalls spannende Frage wird sein, wie sich diese unterschiedlichen Herangehensweisen auf die Spieler auswirken, die noch längerfristige Verträge haben. Entsteht vielleicht innerhalb der Mannschaft eine Gruppenbildung? Die „Geher“ und die „Bleiber“?

Tatsache ist – Abgänge wird es immer geben, da unterscheidet sich der HSV nicht von anderen Clubs. Ungewöhnlich ist in diesem Fall nur der Umstand, dass drei Dinge zusammenkommen:

– 9, zum Teil hochdotierte Verträge von größtenteils Stammspielern laufen zeitgleich aus

– der HSV befindet sich, was die Struktur des Vereins und der Mannschaft betrifft, in einer radikalen Umbauphase

– der HSV hat nach wie vor die letzte Saison in den Köpfen und das man dies nicht einfach löschen kann, hat der Saison-Auftakt gezeigt.

Die Verantwortlichen müssen also das Kunststück vollbringen, während einer nervösen und aufgeheizten Stimmung einen Umbruch mit extrem vielen Unbekannten zu vollziehen.

Dem Trainer wird die Aufgabe zukommen, jeden einzelnen Spieler genauestens zu beobachten und auf jeden einzelnen Spieler individuell einzugehen. Wer lässt den Kopf hängen? Wer zieht andere mit runter? Wem ist alles nur noch egal? Dies alles vor dem sportlichen Hintergrund und einem erneut bevorstehenden Abstiegskampf. Der Mann muss ein verdammt guter Psychologe sein und ist um seinen Job nicht zu beneiden.

 

 

 

Von | 2014-09-04T07:47:56+02:00 4. September 2014|Allgemein|18 Kommentare

18 Comments

  1. Foppaxl 4. September 2014 um 09:56 Uhr

    …oder man fühlt sich in Hamburg so wohl, dass man 2-3 gute bis sehr gute Spiele macht, dann via Bild/Mopo Druck generiert, den Vertrag vorzeitig zu verlängern und anschließend wieder 2-3 Jahre Dienst nach Vorschrift verrichtet – ganz wie Weiland Lumpi Spörl…

  2. Marzl 4. September 2014 um 11:04 Uhr

    Ja, ein ganz großes Problem, was ich auch mal angemerkt hatte.
    Sind die Leute gedanklich wirklich schon auf Abwegen?
    Bei dem ganzen neuen Personal was kommt und die entsprechende Neuausrichtung dank DB und Peters müsste einem Janssen und vor allem Westermann (der spielte ja nur, weil Kavcar verletzt ist) klar sein, dass der Zug abgelaufen ist, egal, wie sie sich im Training reinhängen.
    Die Aussagen (Übergangssaison), dazu diverse neue Spieler und junge Spieler, die verliehen wurden, damit sie mit viel Spielpraxis den „neuen“ HSV für die nächsten Jahre aufbauen, sprechen doch eine eindeutige Sprache.

    Ich mein, DB und MS werden ja mit den Spielern gesprochen haben und ihnen die Marschroute erklärt haben.
    DB hat ja auch mit VdV gesprochen, bevor er da ein vorschnelles Urteil sich gebildet hat und eine klare Aussage getroffen für diese Saison getroffen: Er bleibt und ihn öffentlich gestärkt, was bei anderen Protagonisten nicht der Fall war.

    @Herr Hetsch:
    Könnten Sie evtl. Thema Vertragsgespräche aufnehmen?
    Mich persönlich würde es wirklich brennend interessieren, wie da so die Abläufe sind.
    DB ruft bei Augsburg an, ich hätte gerne den Osyy, lt. Transfermarkt 4 Mios, ich zahl aber nur 2, usw. …
    Wie werden da die Berater mit eingebunden und die Spieler?
    Ich mein, VdV sagt, das er sich in HH wohl fühlt, aber es kann auch alles ganz schnell gehen.
    Manche sagen, das klären meine Berater, werden die nur noch per SMS informiert („Verein X will dir das im Monat zahlen, keine Ahnung ob du da spielst, ich unterschreib für dich mal, hab ja ne Vollmacht!“)

    Als Spieler hab ich doch immer noch die Möglichkeit zu sagen „Nein“.
    Beispiel auch Angel deMaria. Der wäre gerne bei Real geblieben, aber anscheinend hieß es wohl“geh, oder du sitzt auf der Bank“.
    Finde das Thema sehr interessant, wie da so die Verknüpfungen, Abläufe, usw. sind.

    Des Weiteren auch die Gehaltsstrukturen, wenn das möglich ist.
    Hatte ja schon mal geschrieben, wie man die Spieler einschätzt, dass sie das und das verdienen sollen/können.
    Macienne angeblich 2 Mio.
    Westermann, Janssen und VdV auch „Großverdiener“, was bekommt dann ein Cleber und die anderen, bzw. was ist er quasi „Wert“?
    Klar ist jeder sein eigenes glückes Schmied, aber am Beispiel Toni Kroos z.B., der sich nicht wertgeschätzt fühlt oder Lewandowski, der bei Dortmund ja zuerst „wenig“ verdient hatte, bis die Bayern kamen und sagten, dass er das 2-3 fache dort verdienen kann.

    Wäre klasse, wenn das möglich wäre.

    Danke 😉

    • Gravesen 4. September 2014 um 13:10 Uhr

      Ich vemute jetzt mal, dass das ungeheuer witzig gewesen sein soll. Nun denn, auf die Art und Weise werde ich mich garantiert nicht um irgendwelche Themen bemühen, Herr Aimaq

      • Marzl 4. September 2014 um 14:12 Uhr

        Ähm, wieso witzig gemeint, verstehe ich nicht.
        Thema Vetragsverhandlungen und Gehaltsstrukturen finde ich persönlich sehr interessant.
        Was war denn daran jetzt auszusetzen?

  3. ausgegliedert 4. September 2014 um 11:08 Uhr

    Hoffen wir, das Knäbel bald da ist und mit DB und BP die nötigen Gespräche zum kommenden Jahr führt.

    Für den (die) Trainer ist die Sitatution in der aktuellen Gemengelage eigentlich ein Vatermörderjob. Sollten die neuen den alten Mief der letzten Jahre nicht verscheuchen können, wird das wohl wieder eine nervenaufreibende Saison.

    • Marzl 4. September 2014 um 11:40 Uhr

      Stimmt, was ist eigentlich mit Knäbel, war nicht zu lesen, dass er zum 01.09. kommen sollte?
      Man ist ja im Kontakt lt. DB.
      Hoffe, das für ihn noch Geld da ist und man sich nicht intern Gedanken machen muss, eine mögliche Abfindung von MS würde das Geld „auffressen“!

  4. BerndH60 4. September 2014 um 11:45 Uhr

    Ich möchte die genannte Gruppe mal sauber aufteilen, in meinen Teil der Spieler mit mehr Aussicht, Rajkovic (25), Arslan (24), van der Vaart (31), Ilicevic (27) und (20), der Spieler mit weniger Aussicht auf Vertragsverlängerung Drobny (34), Westermann (31), Jansen (28), Kacar (27) und den mir nur dem Namen nach bekannten Nafiu, zudem ich deshalb nix zu sagen weiß.

    Zuerst das mögliche Überraschungsei:
    Drobny hat man schon im Vorjahr versucht zu verkaufen, ist aber an seinem hohen Gehalt gescheitert. Der HSV steht im Jahr 2015 vor der Frage ob man es sich leisten kann hinter Adler eine Nr. 2 aufzubauen, oder ob man lieber einen gestandenen Drobny zu deutlich reduzierten Bezügen vorhalten möchte, um den anfälligen Adler sofort zu 100% ersetzen zu können.
    Die Überraschung: Adler wird verkauft, ein sehr guter Perspektivtorhüter wird zusammen mit Tom Starke , der keine Lust hat die Nr. 3 in München zu sein, verpflichtet. Drobny erhält einen Zweijahresvertrag als Backup in dem schon klar geregelt ist, daß Starke die Nummer eins ist. Erhält im ersten Jahr z.B. noch 75% seines aktuellen Gehaltes und im zweiten Jahr noch 50%.

    Spieler mit weniger Aussicht:
    Westermann hat null Standing bei Hamburger Medien und fast allen Fans. Er neigt auch bei allem Wohlwollen zu seinen berüchtigten Klöpsen. Obwohl ein Vorbild als Kämpfer und HSVer halte ich ihn für den am ungeeignetsten Spieler für eines schnelles Umschaltspiel. Fazit: Verbleiben 0 %
    Jansen und Kacar kann ich in einem Aufwasch bedienen. Ich halte beide für technisch exzellente Ausnahmespieler, deren Körper jedoch dem modernen Hochgeschwindigkeitsfußball einen brutalen Zoll entrichten müssen. Einfach beide viel zu verletzungsanfällig. Fazit: Verbleiben 5 %

    Spieler mit mehr Aussicht:
    Da ich verständlicherweise noch kein Pflichtspiel von Cleber beim HSV sehen konnte halte ich Rajkovic mit Djourou für Hamburgs beste Innenverteidiger. Hätte es seinerzeit nicht die, durch einen Gossenreporter ausgelöste Suspendierung und die aktuelle Verletzung gegeben stünde eine Vertragsverlängerung überhaupt nicht zur Debatte. Mal angenommen Cleber ist mindestens genauso gut wie Djourou
    sähe meine Wunschdreierkette so aus: Cleber, Raijkovic, Djourou. Dreierkette in der Vorwärtsbewegung, Viererkette in der Rückwärtsbewegung ergänzt um Ostrzolek oder Diekmeier. Wenn Rajkovic endlich sein Können zeigen könnte ist mein Fazit: Verbleiben 90 %.
    Arslan steht am Trochowski-Scheidepunkt. Mit 24 ist Ende-Gelände des Talentgeschwafels. Entweder er mutiert jetzt ganz schnell zum richtigen Spieler oder er ist weg. Da sich aber tatsächlich aktuell die Waage weder in die eine noch in die andere Richtung neigt ist mein Fazit: Verbleiben 50 %.
    Raffael van der Vaart. Noch heute höre ich jedesmal, wenn der Name fällt, die Stimme des Sky-Reporters vom 02.10.2005, in der Trefferwiederholung, als vdV in der zweiten Halbzeit Barbarez mit einem Traumpass auf die Reise schickte: „Das Bällchen, das Päßchen, das Törchen.“
    vdV hat mit Sicherheit etliche läuferische Defizite, die ihn eigentlich vom schnellen Umschaltspiel moderner Prägung ausschließen, aber er ist für mich einer der spielintelligentesten Fußballer, die ich je gesehen habe. Er ist aktuell der einzige Spieler beim HSV, der das ganze Gerenne durch kluges Paßspiel ersetzen könnte.
    Aufgrund vieler persönlicher Krisen hat vdV viel seines Selbstbewusstseins eingebüßt und er nimmt aktuell ja einen neuen Anlauf. Was vdV braucht ist mal wieder ein Geniestreich alter Schule. Er sollte sich ein Beispiel am Kaiser nehmen. Wer alt genug ist weiß, das der Glorienschein des Kaisers in den 1970ern immer mit einem Zwinkern umgeben war, denn Beckenbauer galt als ausgesprochen lauffaul. Der ersetzte jede körperliche Anstrengung kurzerhand durch Mitdenken und tolle Pässe.
    Findet vdV zurück zu alter Stärke kann er mit Sicherheit noch einen guten Vertrag erzielen und sich doch noch das ersehnte Denkmal setzten. Zwar nicht bei der „Großmutter in Spanien“ 😉 sondern „nur“ beim HSV, aber der hat auch eine sehenswerte Hall of Fame.
    Das wäre vdV mehr Wert als einen nochmals gutdotierten Vertrag einfach auszusitzen. Fazit: Verbleiben 50 % – 75 %.

    • BerndH60 4. September 2014 um 11:56 Uhr

      LOL, Ilicevic vergessen. Geht aber ganz kurz. Technisch brlliant, läuferisch top, aber viel zu ineffizient, muß in dieser Saison zu Kaisreslauterner Stärke zurück finden. Aktuell denke ich wie bei Arslan, daß die Waage weder in die eine noch in die andere Richtung neigt. Mein Fazit: Verbleiben 50 %.

  5. Heiliger Bimbam 4. September 2014 um 12:13 Uhr

    Wenn man davon ausgeht, dass wirklich rund der halbe Kader am Ende der Saison gehen wird, dann wird Didi, bzw dann der neue SpoDi, zur neuen Saison sein Meisterstück ablegen müssen – ohne (Ablöse-)Knete eine neue Mannschaft aufstellen…

  6. Michael 4. September 2014 um 13:34 Uhr

    Was passieren kann, hat man doch letzte Saison bei Nürnberg erlebt. Da wurde fast die komplette Mannschaft ausgetauscht und die wussten das zum teil frühzeitig. Das Ergbenis kennt jeder…zum Glück hinter dem HSV

  7. Buttje 4. September 2014 um 13:52 Uhr

    Irgendwie erinnern mich die bisher zu diesem Thema abgegebenen Kommentare an den einzig wahren „Qualitätsblog“………………

    • Gravesen 4. September 2014 um 15:22 Uhr

      Ich muss zugeben, dass ich auch ein wenig enttäuscht bin. Ein Thema, dessen sich ansonsten niemand annimmt und das für die nahe Zukunft des Vereins von außerordentlicher Bedeutung sein wird. Aber okay..

      http://www.transfermarkt.de/hsv-stoppt-vertragsverhandlungen-mit-van-der-vaart-und-co-/view/news/172138
      (Natürlich wieder einmal mit einem Zitat von Mediendirektor Jansen)

      • BerndH60 4. September 2014 um 19:38 Uhr

        Ich habe deinen aktuellen Blog so aufgefasst, daß dich die Meinung deiner Leser zu den auslaufenden Verträgen interessiert. Selbstverständlich ist es möglich das ich, wie mein Deutschlehrer vor über 40 Jahren formuliert hätte, am „Thema vorbei“ fabuliert habe.
        Mein Posting enthält keinerlei beleidigende oder auch nur herabsetzende Formulierung, ich habe das ganze nur in Form eines persönlichen Rankings gebracht um die Aufmerksamkeit der Leser zu erreichen.
        Von @Buttje mit allen Anderen in die Nähe des „Pöbelblogs“ gestellt zu werden empfinde ich schon als Tiefschlag, daß du @Grave dies auch noch bestätigst, ist deprimierend.

        • Gravesen 5. September 2014 um 06:37 Uhr

          Das hast du mißverstanden. Ich war nicht der Auffassung, dass sich die Kommentare in diesem Blog in Richtung Matz Ab-Niveau bewegen. Dennoch mache ich die Erfahrung, dass, je komplizierter und tiefgreifender ein Blog bzw. ein Blogthema angelegt ist, desto weniger Leute fühlen sich aufgefordert, sich zu beteiligen.

  8. Jorgo 4. September 2014 um 15:14 Uhr

    Was geht in den Köpfen der Spieler vor, die von den „Fans“ verbal angegangen werden. Enke, wir erinnern uns und Gomez gestern.
    https://de.eurosport.yahoo.com/blogs/abgeblogged/mario-gomez–nationales-mobbing-opfer-095753306.html
    bitte mein OT zu entschuldigen.

  9. Heinn 4. September 2014 um 16:12 Uhr

    Ich finde, es ist gar nicht so einfach sich dieses Themas anzunehmen. Was letztlich in den Spielerköpfen (bzw. den ihrer Berater) vorgeht, kann man nur schwer sagen.
    Alle genannten Spieler haben einen äusserst gut dotierten Vertrag beim HSV. Vermutlich wissen sie selber, dass sie in ihrer Karriere nach dem Sommer 2015 nie wieder so gut bezahlt werden. Mit Ausnahme von VdV (zu bekannt, zu guter Name) und Drobny (zu alt/Karriereende) müssen sich alle Anderen wohl Sorgen machen, nach einer so langen sportlichen Wenigleistung überhaupt einen neuen Vertrag zu einigermassen vernünftigen Konditionen zu erhalten. Und dann liegt es im Ermessen der Spieler, wieviel Wert sie noch auf einen gut dotierten Vertrag legen, oder ob sie sich mit einem 6stelligen Betrag zufriedengeben, ergo ob sie sich noch einmal anstrengen oder den Vertrag „absitzen“ werden.
    Aus Sicht des HSV, finde ich, hat DB doch schon ein paar Alternativen verpflichten können, um eventuellen Abgängen im nächsten Sommer entgegenzuwirken. Nichtsdestotrotz bleibt natürlich das Risiko, in diesem Jahr auf Spieler setzen zu müssen, deren Zukunft im Verein ungewiss ist. Da sind gute Führung und gute Gespräche wichtig, um das entsprechend moderieren und lenken zu können. Bleibt dann die Charakterfrage, wie reagiert jeder einzelne Spieler darauf? Ich kann es aus der Entfernung nicht beurteilen und erspare mir dazu einen Kommentar.
    Es kommt ja auch noch die Wintertransferperiode in der sich die Weichen weiter stellen lassen (sowohl aus Spieler- und Vereinssicht). Ich glaube , dass die Spieler in der schlechteren Situation sind, hoffe aber, dass beide Seiten an einer win-win Situation interessiert sind und nicht im „Gefangenen-Dilemma“ verharren…

  10. Hardy Erdmann 4. September 2014 um 17:46 Uhr

    Hallo Grave, das ist in der Tat eine ganz schwierige Kiste.
    Für diese Aufgabe ist Psychologie aus dem oberen Regal von Nöten.
    Als Trainer kannst du dir nicht erlauben das von den 9 Protagonisten
    Zu viele wegbrechen in Ihrem Willen und die Lust an Ihrem Beruf. Sie müssen bis zum letzten Tag ein wertvoller Teil des Kaders bleiben.
    Das heißt ,der Trainer muss den Spagat hinbekommen den Spielern, die durch Neuzugänge aus der ersten 11 verdrängt wurden ,es erklären zu können ,ohne Ihnen die Hoffnung zu nehmen das es endgültig beim HSV zu Ende ist mit der Spielzeit. Im Gegenteil, er muss Ihnen erklären wie Sie sich verbessern können, trotz des Verlustes eines Stammplatzes, Ihnen einen Weg zeigen das auch die Nummer 20 wichtig ist für die Mannschaft und den Erfolg.
    Und damit auch dem gesamten Kader demonstrieren das es einzig nach Leistung geht und der Nasenfaktor weitestgehend ausgeschaltet ist und es keine persönliche Sache vom Trainer ist.
    Zudem muss er bei Interviews noch mehr aufpassen das er nicht aufs Glatteis geführt wird und somit den sicherlich unzufriedenen Spieler vor laufender Kamera die Fähigkeiten abspricht eine Chance in der ersten Elf zu erhalten.
    Insgesamt muss der Trainer mit gutem Beispiel vorangehen und sich nicht zu den Themen äußern die einen Spieler betreffen der seinen Stammplatz verloren hat und es vorleben das er Rücksicht auf diese Spieler nimmt und er sie nicht bloßstellt.
    Wie Du schon sagtest wir reden über Menschen und ich kenne niemanden dem es gut dabei geht wenn er innerhalb einer Gruppe eine Position verliert und sicherlich noch weniger wenn es eine Person des öffentlichen Lebens ist.
    Das sind für mich die Pfeiler die es am ehesten vermeiden könnten das es zu einem Leistungsabfall bei den betroffenen Spielern kommt oder sich ein Grüppchen der Unzufriedenen bildet.

  11. uh17 5. September 2014 um 07:31 Uhr

    moin moin,
    also ich finde nicht, daß das eine schwierige Kiste ist.
    Nach der letzten Saison stellt sich für mich die Frage, ob auch nur ein Einziger dieser Verträge verlängert werden soll, überhaupt nicht.
    Weg mit denen, egal wie.
    Da muß auch nicht mit den Spielern großartig gequatscht werden.
    Deshalb verstehe ich auch nicht, warum Slomka mit den gleichen Versagern in Köln und gegen Paderborn angetreten ist.
    Jeder von den Spielern, die sich da in Köln „plötzlich“ auf der Bank/Tribüne wiedergefunden hätten, wäre wohl spätestens dann selber aktiv geworden und hätte seinen Berater entsprechent beauftragt.
    Klar kostet das den HSV Geld, aber wir haben ja gesehen, daß es auch nicht anders ist wenn die jetzt wieder Stammspieler sind. Und Geld kosten die auch so, macht also keinen Unterschied.
    Slomka hat m. E. eine riesige Chance verpasst. Er hätte mit frischen Gesichtern ein unübersehbares Signal an alle senden können, nein sogar müßen, finde ich. Wenn Slomka wußte, daß Didi noch etwas machen wird, dann wäre es m.M.n. unbedingt notwendig gewesen, junge Leute spielen zu lassen, Jung, Steinmann, Tah sowieso usw.
    Wir haben doch ein paar sehr gute Jungspunde dabei, und wenn die dann eine Fehler gemacht hätten, auch einen spielentscheidenden, das hätte ich verstanden und auch akzeptiert.
    Tah und Demirbay sind jedenfalls jetzt erstmal weg.
    Als ich die Aufstellung in Köln gesehen habe wurde mir bewußt, daß es genau so weitergehen wird wie letzte Saison.
    Daß dann im Spielverlauf die Defensive einigermassen gut funktionierte war allein dem einzigen Neuen, Behrami, geschuldet.
    Allerdings gegen unsichere Kölner, die als Buli-Neuling sich selbst noch gar nicht einorden konnten.
    Die haben allerdings gegen uns gesehen, daß sie mithalten können und es in Stuttgart dann besser gemacht.
    Es ist auch meine jehrelange berufliche Erfahrung in diversen IT-Projekten: Halbschwanger geht nicht, wenn etwas geändert werden soll, dann ist der Weg über BigBang immer der Bessere. Es gibt 10 – 14 Tage Stress und Chaos, das war es dann aber auch. Nach weiteren 14 Tagen läuft das Ding dann reibungslos.
    Ich bin seit Köln, die man hätte schlagen MÜßEN, sehr entäuscht von Slomka und traue ihm nicht mehr zu, daß er den Abstiegskampf vermeiden können wird. Paderborn hat mich dabei dann voll bestätigt.
    Slomka hat die Hosen voll, und genau so spielt das alte Versagerteam eben auch. Von nix kommt nix.

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