„Retter“ oder Konzept?

Sie sind die Männer, die immer dann geholt werden, wenn die Panik im Verein bereits ausgebrochen und das rationale Denken in den Hintergrund geraten ist. Die Rede ist von den sogenannten „Rettern“. Trainer, die immer dann einspringen, wenn die Not am größten ist, wenn scheinbar nichts mehr geht und wenn der vorherige Trainer mit seinem Latein am Ende ist.

Spontan fallen einem beim Thema Retter die Namen Stevens, Lorant, Schafstall, Rausch und Magath ein, für Jörg Berger wurde eigens der Begriff des „Feuerwehrmanns“ kreiert, weil er in der Lage war, Mannschaften aus scheinbar ausweglosen Situationen herauszuhelfen und Wunder zu bewirken.

Dabei sind es nicht nur die trainingsmethodischen Ansätze dieser Retter, die es einem Verein ab einem gewissen Zeitpunkt leicht machen, sie zu installieren, es ist häufig auch der Ruf von Presse und Fans, den verwöhnten und leistungsunwilligen Jung-Millionären endlich einmal Beine zu machen.

Dabei ist dies mit Sicherheit nicht einmal die halbe, höchstwahrscheinlich nur die Viertel-Wahrheit, denn ausschließlich mit Druck kann kein Trainer der Welt eine Leistungssteigerung erwirken. Vielmehr liegt das Geheimnis der Retter in ihrer Fähigkeit, einer verängstigten und verunsicherten Truppe neues Selbstvertrauen einzuhauchen und die verborgenen Prozente freizulegen.

Das aber möchte das geifernde Volk nicht wissen. Es will hören und lesen, dass dort endlich der ersehnte „harte Hund“ mit Trillerpfeife und Medizinball das Zepter schwingt und die Söldner für ihr Versagen bluten lässt. Albern, aber Tatsache.

Leider ist die Stärke der Retter auch gleichzeitig ihre Schwäche und dies macht sich an ihrer geringen Halbwertzeit bemerkbar. Viele von ihnen sind in der Lage, eine kurzfristige und signifikante Leistungsverbesserung zu erwirken, aber dieser Rausch ist nur von kurzfristiger Natur. Das erhoffte Konzept zum systematischen Aufbau einer leistungsbereiten Mannschaft haben die Herren zumeist nicht bzw. ihnen wird so gut wie nie die Zeit gegeben, es nachzuweisen.

Und so heißt es bei einer Entscheidungsfindung im Falle der Paniksituation:

Retter oder Konzepttrainer. Beides zusammen geht so gut wie nie.

Nach dem erfolglosen und teuren Kurztrip von Bert van Marwijk standen die Verantwortlichen des HSV um den damaligen Sportchef Oliver Kreuzer vor genau dieser Frage und sie entschieden sich für Variante 2. Mirko Slomka sollte es retten, obwohl dieser bei seinen vorherigen Stationen Schalke und Hannover eher durch systematische Arbeit aufgefallen und nicht als Retter in der Not geglänzt hatte. Von Slomka erhoffte man sich beim HSV zwei Effekte auf einmal. Zuerst einmal die Rettung verbunden mit dem Klassenerhalt. Hierbei war die Rechnung eine einfache – schlimmer als unter van Marwijk konnte es eigentlich nicht mehr werden. Wenn dann aber der HSV gerettet wäre, hatte man zur nächsten Saison gleich den Trainer verpflichtet, der nach einem Umbruch der Mannschaft das so dringend benötigte System und Konzept verabreichen konnte. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen.

Dass dieses Konzept am Ende aufging, lag dann allerdings weniger an Slomka, als vielmehr an den Mannschaften aus Braunschweig und Nürnberg und dem Fürther Stürmer Azemi, die schlichtweg zu dämlich waren, ihre Chancen zu nutzen.

Slomka machte in seiner ersten Saison beim HSV eigentlich alles falsch, was man falsch machen kann. Wahrscheinlich angetrieben von der Vermutung, dass man von einem Retter beinhartes Training erwarten würde, begann er mitten in der Saison ein Training, welches normalerweise während der Saison-Vorbereitung absolviert wird. Das Volk und die Presse jubelten, das Resultat waren jedoch eine Vielzahl von Muskelverletzungen, die die Mannschaft zusätzlich schwächten, von einem gesteigerten Selbstbewusstsein konnte man ebenfalls nicht viel erkennen.

Eine Sache machte Slomka jedoch richtig: Er heftete sich den Klassenerhalt nicht an die eigene Brust, weil er wusste, dass es nicht an ihm lag. Wie auch? 8 Punkte aus 12 Spielen (Schnitt 0,66 Punkte pro Spiel) hätte auch van Marwijk geholt.

Wenn man aber nun gedacht (oder gehofft) hatte, dass sich in der neuen Saison nach dem „Retter Slomka“ der „Konzeptrainer Slomka“ zeigen würde, wurde man enttäuscht. Vielmehr beging Slomka im Spiel gegen Paderborn einen entscheidenden Fehler, der ihm höchstwahrscheinlich den Kopf kosten wird. Slomka hätte es sich leicht machen können, er hätte alle neu verpflichteten und zur Verfügung stehenden Spieler einsetzen können. Wäre das Spiel dann verloren gegangen, hätte er ein Alibi gehabt, welches ihm wahrscheinlich jeder abgekauft hätte.

Aber Slomka wollte etwas beweisen. Slomka wollte beweisen, dass er mit der „alten“ Mannschaft mit verbesserter Fitness und neuem System erfolgreich sein kann. Slomka wollte demonstrieren, dass er es schaffen könnte, mit vorhandenem Material mehr rauszuholen als seine Vorgänger. Nun, konnte er nicht, wie man bestaunen konnte.

Jetzt hat er den Salat, denn die Geier kreisen. Und wenn sie erst kreisen, helfen irgendwann auch keine Home-Stories („Ich fahre mit meinem Motorrad durch Hamburg“) in der BILD mehr. Eigentlich, so hat die Geschichte gezeigt, sind diese lancierten Verbundenheitsgeschichten ohnehin mehr die letzte Zuckung vor dem Abgesang.

Nun steckt aber nicht nur Mirko Slomka im Dilemma, sondern der HSV. Was will man denn machen, wenn Slomka in Hannover und anschließend gegen die Bayern verliert?

Denn eines ist zu 100% sicher: Thomas Tuchel kommt in dieser Saison nicht nach Hamburg. Und ob er in der Saison 2015/16 nach Hamburg kommt ist so wahrscheinlich wie die Chance, dass Hamburg die Olympischen Spiele bekommt. Der Ex-Mainzer kann sich zurzeit jeden Verein aussuchen und wenn ich meine jeden, dann heißt das jeden. Sollte am Ende der Saison Pep Guardiola in München keine Lust mehr haben, ist das gesteigerte Interesse der Münchner hinterlegt. Wenn Jürgen Klopp 2015 mit dem BVB deutscher Meister geworden ist und nach Manchester geht (was übrigens bereits vor dieser Saison möglich war), heißt der logische Nachfolger Thomas Tuchel.

Hätte Jogi Löw nach der gewonnenen WM das Handtuch geworfen,  Thomas Tuchel, der lächelnde Trainingsanzug mit Matchplan und Megafon (Der Tagesspiegel), wäre heute Bundestrainer. Das ist keine Spinnerei, das sind Fakten.

Interessante Projekt im In-und Ausland gibt es zuhauf und alle eint eine Tatsache – sie haben alle viel mehr Geld als der HSV. Red Bull Leipzig z.B., der Verein, der innerhalb der nächsten 5 Jahre der größte Konkurrent der Bayern sein wird. Fußballerisch ein weißer Fleck, ohne Geschichte, dafür Geld wie Heu. Für einen Ehrgeizling wie Tuchel wie gemalt, zumal er mit Ralf Rangnick befreundet ist.

Dietmar Beiersdorfer findet Slomka ok, aber er findet Tuchel besser. Kein Wunder, denn wenn sich im Grunde eine gesamte Branche in einen Trainer verguckt, kann ja nicht die gesamte Branche danebenliegen. Aufgrund der potenten Konkurrenz wäre Beiersdorfer jedoch gut beraten, sich einen Plan B zurechtzulegen und dies am besten recht schnell. Denn das ursprünglich Vorhaben, mit Slomka eine halbwegs ruhige Übergangssaison spielen zu können, könnte sich zwei Wochen erledigt haben.

By the way: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Mirko Slomka

P.S. Ich möchte es nicht versäumen, an dieser Stelle auf eine gute Sache aufmerksam zu machen.

https://www.thunderclap.it/projects/15805-clickstart-hiv-and-end-aids

Von | 2014-09-12T09:05:52+02:00 12. September 2014|Allgemein|27 Kommentare

27 Comments

  1. Col. Kurtz 12. September 2014 um 09:04 Uhr

    Vielleicht sollte DB sich auch mal ein bisschen mit Breitenreiter austauschen. Könnte auch ins Beuteschema passen um was aufzubauen…

    • FSC_Keeper 12. September 2014 um 09:37 Uhr

      Was der Breitenreiter da in Paderborn angestellt bzw. auf die Beine gestellt hat, verdient den höchsten Respekt.
      Aber an z.B. Robin Dutt kann man erkennen, dass man solche Erfolge bei kleineren Vereinen (wie dieser in Freiburg) leider nicht zwingend bei einem größeren Klub umsetzen kann (siehe seine Stationen danach in Leverkusen – und jetzt in Bremen reißt er auch keine Bäume aus).
      Beim HSV bekommt kein Trainer vom Umfeld wirklich Zeit, um eine Mannschaft zu entwickeln. Von den Verantwortlichen hoffentlich zukünftig etwas mehr. Wie ich gestern schon schrieb: es ist der zweite Spieltag. Wichtig wäre mE, wie der HSV gegen Hannover und Bayern spielt, nicht zwingend wie die Spiele am Ende ausgehen. Wenn die in den beiden Spielen kampflos untergehen, dann wird es wahrscheinlich wirklich eng für Slomka. Verliert die Mannschaft in beiden Spielen unglücklich, aber es ist ein Aufwärtstrend zu erkennen, dann wird er auch nach dem 4. Spieltag noch Trainer sein. Ich wünsche es ihm und dem HSV.

  2. BerndH60 12. September 2014 um 09:59 Uhr

    Ein wirklich gelunger und aussagekräftiger Blog.
    Obwohl man als Kenner und Beobachter der Fußballbundesliga um all diese Fakten weiß, so ist man als Fan des HSV immer geneigt die Augen zu verschließen.
    Schön, daß du hier an Ort und Stelle auf die Tatsache hinweißt, wie weit unten der HSV bei einer eventuellen Verpflichtung von Tuchel in der Nahrungskette steht.
    Vielleicht wäre es für alle das Beste würde sich Slomka endlich zu einem „kompletten“ Trainer entwickeln und das Ruder herumreißen. Ich hoffe auf Sonntag.

  3. Nils 12. September 2014 um 10:15 Uhr

    Tuchel kam in Mainz ja auch aus der zweiten Reihe, aus der A-Jugend. Wie wären – falls Slomka die Kurve nicht kriegt – die Alternativen einzuschätzen, die es im Verein schon gibt. Zinnbauer? Addo?

  4. Oberberger 12. September 2014 um 10:32 Uhr

    Wenn man es positiv sieht sind wir, was den Punktestand angeht, endlich auf Augenhöhe mit Schalke und Wolfsburg.
    Aber Ironie beiseite.

    Was mich erschreckt ist die Lawine, die gerade bezüglich Mirko Slomka losgetreten wird. Was ist denn so Schlimmes passiert, dass sein Kopf bereits jetzt in der Schlinge steckt ?
    Ein Punkt aus zwei Spielen. Okay, das ist kein Traumstart, aber auch kein totales Fiasko.
    Die Neuen sind entweder verletzt, noch nicht richtig fit oder sind erst kurz vor Ultimo zur Mannschaft gestoßen. Was hätte er denn anders machen sollen in den Augen der ewigen Nörgler und Hobby-Trainer ?
    Was hätte (rein hypothetisch) ein Thomas Tuchel in dieser Situation gemacht ?
    Ich finde es einfach nur noch lächerlich, dass man in Hamburg der Meinung ist das Beste sei für den HSV gerade gut genug. Die Besten (sowohl Spieler als auch Trainer) sind für den HSV gar nicht finanzierbar. Mal ganz abgesehen davon, dass die Lust in ein Haifischbecken zu springen äußerst begrenzt sein dürfte.
    Wo ist die geforderte Demut ? Wo ist die Geduld geblieben, die ein Neuaufbau benötigt ? Schon alles vergessen nach zwei Spieltagen, weil der HSV nur einen Punkt geholt hat ?
    Der HSV hat einen durchschnittlich begabten Kader und einen durchschnittlich begabten Trainer, dass man damit nicht ins obere Tabellendrittel stürmt müsste jedem klar sein, der jemals auch nur in der Kreisklasse gekickt hat.
    Aber sägt mal alle schön am Trainerstuhl und träumt von TT. Die Realität wird dann so aussehen, dass Slomka nach dem 4. Spieltag entlassen wird, weil „der Druck von außen“ zu groß war. Hurra, der HSV kann die erste Trainerentlassung der Saison vermelden.
    Diesbezüglich sind wir dann nicht nur auf Augenhöhe mit Schalke, sondern sogar davor.
    Und dann ? Wer oder was kommt dann ?
    Ein Thomas Tuchel nach meiner Einschätzung jedenfalls ganz bestimmt nicht.
    Was bleiben wird ist der 3. Trainer innerhalb eines Jahres, der eine Abfindung im sechs- bis siebenstelligen Bereich bekommt und eine katastrophale Außendarstellung des Vereins.
    Darüber sollten sich alle mal Gedanken machen, die Mirko Slomka lieber heute als morgen vom Hof jagen würden.

    • ausgegliedert 12. September 2014 um 12:16 Uhr

      „Ein Punkt aus zwei Spielen. Okay, das ist kein Traumstart, aber auch kein totales Fiasko.“

      Das sehen diejenigen genauso, die verinnerlicht haben, daß eben nicht nur ein Schalter umgelegt werden muss, damit einiges besser wird. Andere verweisen kurz, knapp und voller Überzeugung darauf, daß es „nur“ Aufsteiger zum Auftakt waren. Diejenigen gab es schon immer und wird es auch weiter geben, wenn wir altersbedingt schon nicht mehr Kommentare schreiben können.

      Wobei sich auch ein Huub in Stuttgart alles andere als leicht getan hat. Warum unsere Truppe dort nach dem Sieg gegen den Club so verkrampft war, habe ich nicht verstanden. Hätten wir dort etwas geholt, wer weiß, wie die restlichen Spiele beider Teams gelaufen wären.

      • Oberberger 12. September 2014 um 12:42 Uhr

        Das Problem ist, dass sowohl im Stadion als auch in der Presse und den sozialen Medien die Brüllaffen die Deutungshoheit für sich beanspruchen.
        Der Erfolg muss her, und zwar jetzt und sofort, sonst schießen wir aus allen Rohren.

  5. Hajo 12. September 2014 um 10:54 Uhr

    Mir faellt auf, das Retter irgentwie nicht mehr so funktionieren wie vor 15 Jahren. Damals konnte ein noch Retter wirklich was bewirken. Heute scheint mir der Trainer mehr ein Rad im Ganzen zu sein, und damit kann ein Trainer wirklich nur strukturell arbeiten um was zu aendern den er muss sein ganzes Trainerteam mitziehen.
    Slomka’s Problem scheint mir vor allem, das man ihn nicht mag. Das ist jetzt etwas unqualifiziert, aber er ist die Sorte von Trainer die man duldet, solange Sie Erfolg haben. Zu Tuchel faellt mir ein, das er sich den Verein vielleicht aussuchen kann, aber so viele Positionen gibt es auch nicht. Den HSV nach dem Tiefpunkt nach oben zu fuehren scheint mir die ideale Position, um dann auf den ganz grossen Job zu warten.

  6. Gravesen 12. September 2014 um 10:56 Uhr

    Erste Mannschaft beim Training; Drobny, Diekmeier, Djourou, Cleber, Ostrzolek, Holtby, Behrami, Müller, Stieber, Ilicevic, Lasogga

  7. Gravesen 12. September 2014 um 11:07 Uhr

    Und SKY-Jurek interviewt Lord Helmchen

    • Jottkah1887 12. September 2014 um 13:05 Uhr

      Puuuh, das dürfte inhaltsschwer werden…

  8. Mike Brodersen 12. September 2014 um 12:36 Uhr

    Hi,
    es war leider abzusehen, dass sie alle aus ihren Löchern gekrochen kommen wenn es nicht von Anfang an gut läuft. Aber um ehrlich zu sein, ich bin sehr enttäuscht darüber, dass von der, so viel kolportierten, Demut nichts aber auch gar nichts mehr zu spüren ist. Wenn sie denn überhaupt jemals da gewesen sein sollte. Ich hatte wirklich darauf gesetzt, dass mit der Ausgliederung und speziell der Verpflichtung von DB endlich mal wieder Ruhe bzw. auch ein Stück professionelles Verhalten in unseren Verein zurückkehrt. Meine Erwartungen waren diesbezüglich wohl zu hoch und vllt. bin ich deshalb auch so enttäuscht. Ich habe es vor 1-2 Tagen schon geschrieben und wiederhole mich gerne aber für mich ist es nicht nachvollziehbar warum der Trainer nach 2 Spieltagen so kritisiert wird bzw. in Frage gestellt wird. Auch die ganze Diskussion um einen Tuchel geht mir viel zu weit. So wie du geschrieben hast, er wird sich den HSV nicht antun.
    Und selbstverständlich darf unser „Gönner“ bei dieser unsäglich Debatte um unseren Trainer auch nicht fehlen wie heute geschehen.
    Aber eine Frage stellt sich mir doch trotzdem noch; wenn DB Slomka ok findet und er der Meinung ist, dass er mit ihm die Saison bestreiten will, warum bereitet er dieser unsäglichen Diskussion nicht ein Ende? Urlaub hin oder her. Vllt. ist es zu blauäugig gedacht aber in meinen Augen wäre das jetzt mehr als angebracht. Es kann doch nicht in seinem Interesse bzw. das Interesse des Verein sein, dass der Trainer öffentlich so beschädigt wird, selbst wenn er einen Fehler gemacht haben sollte wie z.B. im Paderborn-Spiel.
    Und eine weitere Frage drängt sich mir gerade noch auf. Wenn Tuchel ausscheidet; wer käme dann in Frage für den evtl. frei werdenden Trainerposten? (obwohl ich es eigentlich nicht für richtig halte)
    Einige Namen einfach mal in den Raum gestellt – Marco Pezzaiuoli, Holger Stanislawski (wobei er wahrscheinlich nie zu uns kommen würde), Markus Babbel, Sami Hyypiä, Karsten Baumann oder doch eher die ältere Generation wie Friedhelm Funkel, Bernd Schuster oder Christoph Daum.

    LG

    • neuer 12. September 2014 um 12:56 Uhr

      siehst du und genau wegen der von dir genannten Optionen verbietet sich eine trainerdiskussion ja schon zwangsläufig 😉

      • David 12. September 2014 um 13:20 Uhr

        Ganz genau, sehe ich auch so 🙂

      • Mike Brodersen 12. September 2014 um 14:05 Uhr

        Das stimmt. Ich hätte es liebsten wenn die Debatte um den Trainer gar nicht entstanden wäre und man ihn einfach seinem Job nachgehen lassen würde. Aber dieses gegenseitige Hochschaukeln von unterschiedlichsten Seiten scheint einfach ein Problem zu sein, dass gerne verdrängt bzw. für nicht Ernst genug befunden zu werden. In diesem Zusammenhang hab ich mich daran erinnert:
        http://www.youtube.com/watch?v=q4-Qg_CvMtw
        Da geht es zwar in erster Linie um die Zukunft der digitalen Gesellschaft aber der Prof erklärt ziemlich gut das Phänomen des „Hochschaukelns“.

    • Neustart 12. September 2014 um 18:08 Uhr

      Der weitere Verbleib von Slomka ist nicht nur ergebnisabhängig. Es kommt auch darauf an, ob in den nächsten drei (sehr schweren) Spielen zumindest eine Trendwende zu erkennen sein wird. Sollte das der Fall sein, wird Didi auch bei weiteren Niederlagen an Slomka festhalten. Und das ist auch gut so. Entscheidend wird auch sein, wie sich das Verhältnis Mannschaft/Trainer auf und neben dem Platz darstellt. Wie am Beispiel Thomas Doll gesehen, neigt Didi nicht zu schnellen Trainerentlassungen .Auch das ist gut so. Jetzt allerdings Treueerklärungen von ihm zu verlangen, ist unrealistisch. Er kennt das Geschäft und weiß, dass ein Trainer irgendwann nicht mehr zu halten ist.

  9. Thomas S. 12. September 2014 um 13:33 Uhr

    Vielen Dank für die Fakten bzgl. Herrn Tuchel, die mir so nicht bekannt waren. Ansosten lauter Gründe, der Mannschaft am So. diesmal ganz besonders die Daumen zu drücken. Man muss jetzt zur Not auch mal gewinnen, ohne die bessere Mannschaft gewesen zu sein. Mit 3 Punkten mehr würde man wertvolle Zeit gewinnen.

    Im Übrigen ist Drobny im Tor m.E. die richtige Entscheidung. Wenn man intern René Adler vermitteln kann, dass man weiterhin auf ihn setzt, sollte das auch für einen Sportsmann wie ihn kein Problem sein. Er ist einfach noch nicht bei 100%.

  10. Lusankya 12. September 2014 um 15:56 Uhr

    Guten Tag.

    Den heutigen Blog finde ich doch eher nicht so gut. Wenn man mal genau wüsste welches Spielermaterial Slomka zum Padabornspiel hatte würde man schnell erkennen, dass er gar keine so große Wahl hatte.

    Zu Tuchel, auch wenn ich die ständige Hetze gegen Slomka grauenhaft finde, so hat er in einem Interview mal erklärt, dass ein Verein wie der HSV interessant sei. Finde es leider nicht mehr, aber so seine Aussage dazu.

  11. Goldfather 12. September 2014 um 17:45 Uhr

    Anstatt Namen zu nennen und zu bewerten sollte man sich vielleicht Gedanken machen über die Parameter einer erneuten Trainersuche.
    .
    1. Lizens für das traineren einer deutschen Profimannschaft.
    .
    2. Erfahrung als Erstligatrainer in einer europäischen Liga.
    .
    3. Zeitliche Kapazität, um bis zu zehn Jahre als Trainer beim HSV arbeiten zu können.
    .
    4. Überdurchschnittliches Verständnis mehrerer moderner Spielsysteme.
    .
    5. Überdurchschnittliches Verständnis moderner Trainingsmethoden in Verbindung mit einem Verständnis der Grundzüge neurologischer Forschungsergebnisse im Bereich der Sportwissenschaft der letzten 10 Jahre.
    .
    6. Eindeutiger Unterschied zum Durchschnitt der Trainerkollegen gemessen in PPS (Punkte pro Spiel) bei Begegnungen mit sportlich und wirtschaftlich überlegenen Clubs. Das können Begegnungen innerhalb einer europäischen Topliga oder im europäischen Wettbewerb gewesen sein.
    .
    7. Erfolgreiche Tätigkeit als Jugendcoach.
    .
    8. Grundlegendes Verständnis bezüglich der Ausbildungskonzepte des FC Barcelona sowie von Ajax Amsterdam.
    .
    9. Titelträger
    .
    10. Aufstiegstrainer
    .
    Und viele andere Parameter mehr dürften diskutiert werden. Zudem sollte der HSV keine Angst vor Namen haben, da die Clubgeschichte im Falle Ernst Happels, der bereits schon vor dem Engagement beim HSV als Trainergott verehrt wurde, gezeigt hat, dass die Zugkraft der Raute nicht zu unterschätzen ist.
    .
    Der HSV ist im internationalen Clubfußball immer noch eine Weltmarke und als solche kann er auf sämtlichen relevanten Märkten agieren, um sich einen Toptrainer zu suchen.
    .
    Deutschland, Spanien, England, Frankreich, Italien, Schottland, Schweden, Portugal, Niederlande, Belgien, Dänemark, Polen, Österreich, Schweiz sowie Brasilien und Argentinien und vielleicht sogar das eine oder andere fußballerische Schwellenland sofern der Trainer in einer großen Liga gearbeitet hat.
    .
    Es gibt Clubs wie den FC Barcelona, Real Madrid oder Ajax Amsterdam wo es sich vielleicht sogar lohnen könnte einen Blick in den Bereich der Co-Trainer und Assistenzen zu werfen.
    .
    Desweiteren bin ich persönlich immer wieder positiv überrascht über das Abschneiden portugiesischer Clubs auf der europäischen Ebene, was nicht nur mit den guten Transferbeziehungen zu Brasilien erklärbar ist.
    .
    Möglichkeiten bieten sich dem HSV zahlreiche doch entscheidend ist für mich das strukturierte Vorgehen, welches ich bei den Sportdirektoren Peters und Knäbel eigentlich in guten Händen sehe.
    .
    Tuchel ist bei weitem nicht die einzige Option um an einen potenziellen Toptrainer heranzukommen.
    .
    Innerhalb der Liga sehe ich neben Christian Streich vom SC Freiburg einen Trainer wie Markus Weinzierl durchaus mit dem entsprechenden Potenzial. Gespannt darf man in dieser Saison vor allem darauf sein ob es Weinzierl trotz des „brutalen“ Aderlaßes gelingen wird Augsburg in der ersten Liga zu halten.
    .
    Sollte Weinzierl gar ein ähnliches Ergebnis erreichen wie in der letzten Saison wäre dies angesichts der wirtschaftlichen Möglichkeiten in Augsburg ein fantastisches Ergebnis. Spätestens danach dürften die ersten Großclubs vor der Tür stehen in Augsburg.

  12. Oberberger 12. September 2014 um 18:47 Uhr

    Matz mal wieder das Fähnlein im Winde, Prophet, Trainerversteher, Brutus und Stimme des wütenden Pöbels in Personalunion.
    Der Mann ist nicht mal mehr besoffen zu ertragen.

  13. menke 12. September 2014 um 20:10 Uhr

    Sooooo geil….In welcher Fußballwelt leben wir eigentlich dass wir uns nach dem 2. Spieltag Gedanken über einen möglichen Retter oder wie es jemand ausdrückte:“Parameter einer erneuten Trainersuche“ machen sollten?..Leute, den perfekten Trainer für unseren Club gibt es seit Happel nicht, Tuchel und Konsorten tun sich HH nicht an… Jeder kommt mit einer Vita zu uns und klatscht hoffnungslos gegen die Wand….Warum?… Weil wir keine Ruhe in unseren Verein reinkriegen:Presselandschaft, Anspruchsdenken,Strukturen,etc…
    Anstatt Slomka, den ich im übrigen auch nicht für den Messias halte aber mein Gott: Jeder darf mal…, eine Chance zu geben, wird gnadenlos gebasht…
    Ich war auch nicht zufrieden wie die letzte Saison gelaufen ist…3 Trainer durften mal…aber liegt es am Trainer?…Meiner Meinung nach an den Spielern…Ich find es toll an welche Autos Sie fahren (kein Neid, nur Kopfschütteln, aber das Geld muß ja unter die Leute-noch nix erreicht im Bundesligaleben aber hupen wie nen Großer) oder dass Sie an einer Pokerpartie auf Sport1 teilnehmen und mir meinen Sonntag versauen…Respekt, ich kann das ab…
    Wer gibt einem Trainer mal die Chance in HH etwas aufzubauen? Keiner, oder doch Didi????…Wir selber sehen uns selber irgendwo auf einem tabellarischen Niveau von Leverkusen, Schlacke oder Gladbach…Dabei haben wir mit Ach und Krach die Klasse gehalten,27 Punkte sind peinlich genug, ich möchte mir nicht vorstellen wie es in mir ausgesehen hätte wenn wir Montagsabends das Topspiel der 2. Liga gegen Ingolstadt oder sonstwelche Honks spielen müssten…Großes Kopfkino, Menke guckt sich aufm Sofa 2. Liga an….nee, scheiße…..
    Es wurde im Vorfeld dieser Saison viel von Demut geredet…dass man mal nen Gang runterschalten möge, auch hinsichtlich des Anspruchdenkens….tun wir das gerade?…
    Jeder der hier ein Trainerbashing betreibt, sollte sich die Frage mal gründlich überlegen….Also haltet den Ball flach, abwarten was noch passiert….
    Menke..HSV..alles andere ist nur Fußball

    • ausgegliedert 12. September 2014 um 20:22 Uhr

      Ganz stimmig ist das bei dir allerdings nicht: Spielermillionarios und Zweitliga-Honks vs. Demut?

      Zumal wir gerade gegen 2 (ehemalige) Zweitligisten nicht gewonnen haben.

  14. menke 12. September 2014 um 20:24 Uhr

    P.S…damit es nochmal deutlicher wird..es ist mit Latte ob Sie eine geile Kiste unterm Popo haben oder ob Sie medienwirksam an einer Pokerrunde teilnehmen…können Sie jeden Tag machen…solange Sie am Samstag alles für meine Farben geben und mich nicht jede Woche von der Vergangenheit träumen lassen…
    Menke…HSV….alles andere ist nur Fußball

  15. menke 12. September 2014 um 20:42 Uhr

    @ ausgegliedert: stimme Dir Zu….beim Schreiben hab ich mir öfters am Kopf gekratzt…von möglichen 6 Punkten gegen ehemalige 2.-Ligamannschaften haben wir nur 1, such a shame…
    Aber ändert das etwas daran dass wir gefühlt ja eigentlich immer oben spielen müssten…also Kopfmässig…?? Wir sind im unteren Mittelmaß und keiner will es wahrhaben…
    Mir geht es nicht darum hier irgendwelche Nachfolger für Slomka ins Spiel zu bringen, dass können andere viel besser als ich.
    Mir geht es darum dass eine Mannschaft auf dem Platz steht die jung ist, dynamisch nach vorne spielt und die Fans begeistert…

  16. Goldfather 13. September 2014 um 00:11 Uhr

    Slomka war von dem Tag an Geschichte als HSVplus von den Mitgliedern gewählt wurde. Die Ergebnisse, die er noch abliefern wird, halte ich im positiven wie im negativen für irrelevant.
    .
    Ein erstklassig geführtes Unternehmen sucht sich seine Mitarbeiter unabhängig von äußeren Umständen selbst. Die Zeiten, als der HSV sich durch Ergebnisse treiben ließ, sollten vorbei sein.
    .
    Anders ausgedrückt:
    .

    Szenario 1: Performt Slomka oder erfolgreich sitzt er solange im Sattel bis ein Trainer mit dem Potenzial Tuchels zusagt, falls Tuchel selbst anderweitig gebunden sein sollte.
    .
    Szenario 2: Gewinnt Slomka auch in den nächsten 6 – 8 Auswärtsspielen keines wird er in der Winterpause die Höhe seiner Abfindung verhandeln und es übernimmt ein Interimstrainer, solange bis Szenario 1 in Kraft tritt.
    .
    Weder Gernandt noch der Rest des AR werden sich mit Durchschnitt und reinem reaktiven Verhalten zufrieden geben, da eine AG aggressiv nach vorne ausgerichtet sein muß und die Regeln des Handelns soweit wie möglich selbst bestimmt.
    .
    Für zukünftige strategische Partner wird es wichtig sein, dass der HSV aktiv daran arbeitet in die nationale und internationale Spitze vorzustoßen. Wachstumsphantasie, wie es an der Börse heißt, ist beste Mittel um potentielle Investoren davon zu überzeugen Anteile zu zeichnen.
    .
    Da Slomka selbst als Investor tätig ist weiß er um diese Zusammenhänge, weshalb er auf Teufel komm raus in der Zeit die ihm zur Verfügung steht beim HSV beweisen will, dass er ein Spitzentrainer ist.
    .
    Und genau deshalb ist es meiner Meinung nach genauso gelaufen wie Gravesen es im Blog beschrieben hat, als er erwähnte, dass Slomka auf die Neuen deshalb verzichtete, weil er zeigen wollte das seine Trainingsmethoden greifen.
    .
    Leider ging der Schuß nach hinten los und Slomka wird nun früher als erwartet angezählt. Der Druck unter den er sich selbst setzt dürfte bis zum Spiel in Hannover gewaltige Züge annehmen, worunter die Kommunikation mit den Spielern sowie die Analysefähigkeit im taktischen Bereich leiden könnten.
    .
    H96 Trainer Tayfun Korkut geht wesentlich gelöster in die Begegnung und dürfte mehr Ruhe für die analytische Ausarbeitung eines Matchplanes haben.
    .
    Vielleicht wäre es das Beste für Slomka, wenn Beiersdorfer ihm offiziell erklären würde, dass er bis zum Ende der Saison Trainer bleibt und danach auf Abruf steht, sofern er positiv performt und die Mannschaft nicht in Abstiegsnöte gelangt.

    • Oberberger 13. September 2014 um 08:48 Uhr

      Hallo Goldfather,

      ich bin der Meinung, dass Deine Ausführungen bzgl. AG (noch) zu weit gehen.
      Der HSV ist kein börsennotiertes Unternehmen und unterliegt keiner kurzfristigen Bewertung durch Analysten.
      Die Anteile die zum Kauf stehen sind derzeit eher eine Option darauf sich im (hoffentlich !!) zukünftigen Glanz des HSV als Sponsor zu sonnen.
      Diese Anteile werden nicht frei an der Börse gehandelt. Es gibt also weder von Seiten der Investoren, noch seitens der AG-Führung ein Interesse an KURZFRISTIGEM Erfolg.
      Eine aggressiv ausgerichtete AG-Strategie halte ich daher für eher unwahrscheinlich, weil sie für die langfristigen sportlichen Zielen eher kontraproduktiv wäre und somit den Erfolg des AG Modells beschädigen würde.
      Unabhängig von AG, e.V., dem Namen oder Ansehen des Trainers ist einzig und alleine der Erfolg der Gradmesser dafür ob die gesteckten Ziele erreicht wurden.
      Hier greifen letztendlich die gleichen Mechanismen im Falle des Mißerfolges wie bei anderen Vereinen auch. Und dies unabhängig von der Rechtsform.
      Darüberhinaus fehlt auch einfach das notwendige Geld um kurzfristigen sportlichen Erfolg zu finanzieren.

  17. Goldfather 14. September 2014 um 02:35 Uhr

    Dass der Druck der AG bereits jetzt schon gegeben ist zeigt die Tatsache, dass Kühne den Club auffordert neben ihm noch weitere Investoren für den Club zu gewinnen.
    .
    Weder Gernandt noch der Rest des AR wird abwarten ob sich Erfolg einstellt unter Slomka, da er bereits schon vor Wochen gewogen und für zu leicht befunden wurde.
    .
    Kühne pflegt seine Geschäfte wasserdicht durchzusetzen, was bedeutet, dass seine Investitionen den bestmöglichen Schutz erfahren, was du an der „Ausleihe“ seines Kronprinzen Karl Gernandt an den HSV ablesen kannst.
    .
    Solange kein Trainer auf der Bank sitzt, der den Respekt des AR´s sowie Kühnes besitzt, solange wird die Position als vakant gelten.
    .
    Eine AG, die nicht aggressiv auf Wachstum ausgerichtet ist, ist eine sterbende AG, die nicht einen müden Cent von größeren Investoren bekommt.
    .
    Das Gegenteil von Wachstumsphantasie ist ein Trainer der seit über einem Jahr kein Auswärtsspiel gewonnen hat.
    .
    Der HSV ist kein börsennotiertes Unternehmen, aber dennoch wirbt er um Investoren, damit notwendige Investitionen in die Mannschaft und die Infrastruktur möglich werden.
    .
    Ohne einen Trainer, der das Team über sein wirtschaftlich