Über die „Sinnhaftigkeit“ einer Pressekonferenz

Meine Meinung zu den Pressekonferenzen, besonders vor einem Saisonspiel, dürfte im Grunde hinlänglich bekannt sein, trotzdem habe ich mich nach dem gestrigen Training wieder einmal aufgemacht, um den Worten von Spieler, Trainer, Mediendirektor und besonders den Journalisten zu lauschen, vielleicht kann man ja noch etwas lernen.

Kann man tatsächlich, denn man kann lernen, wie man es nicht macht.

Grundsätzlich muss ich nach jeder PK gestehen, dass ich die Contenance derjenigen bewundere, die sich in der unklimatisierten Dunkelkammer den uninspirierten Fragen, wenn sie denn überhaupt kommen, der Journaille stellen. Als Spieler „traf“ es gestern nun Matthias Ostrzolek zum ersten Mal und dieser berichtet aufgeräumt von den zurückliegenden Trainingswochen, davon, dass man vieles wird besser machen müssen etc. Im Grunde Standard und garantiert im Vorfeld mit der Presseabteilung abgestimmt.

Von den ca. 20 anwesenden Pressevertretern kamen im Anschluss an seine Ausführungen zwei inhaltsfreie Fragen und der Linksverteidiger zog von dannen.

Wäre ich Spieler, ich hätte nach einer solchen Aktion Schleudertrauma vom Kopfschütteln und ich würde mich wahrscheinlich bis zum Anpfiff fragen, was ich da eigentlich sollte.

Danach allerdings hätte es spannend werden können, denn Mediendirektor Wolf holte Trainer Slomka „von dessen Geburtstagsfeier“, wie er selbst meinte.

Zu Beginn referiert der Trainer über die Verletzungssituation der Mannschaft und man kann bei Slomka schon genau erkennen, dass er sich mit der medizinischen Abteilung genauestens auseinandersetzt. Er sagt beispielsweise nie „van der Vaart“ hat’s in der Wade“, sondern er beschreibt die Art der Verletzung und die wahrscheinliche Ausfallzeit des Spielers schon sehr genau. Außerdem wirkt der Trainer auf mich wie eine wandelnde Datenbank. Auf bestimmte Spieler (in diesem Fall war es Nicolai Müller) angesprochen, weiß er die Minuten, in der Müller seine letzten Tore gegen welchen Gegner geschossen hat. Er weiß, wieviele Gegentore der 1. FC Köln in der letzten Zweiliga-Saison bekommen hat und er hatte sich nach eigener Aussage am Vortag eine Stunde lang eine DVD von den Toren Müller’s angeschaut, um noch einmal zu analysieren, aus welchen Positionen diese erzielt wurden.

An dieser Stelle kommen wir zum größten Problem, was den fachlichen Austausch zwischen Presse und Trainer/Spieler betrifft. Der Trainer ist top vorbereitet, er weiß, wovon er spricht. Die Fragensteller sind es nicht. Teilweise kommt es einem vor, als wenn Slomka zu Besuch im Kindergarten „Villa Kunterbunt“ sei und sich dort den Fragen der 3-6-Jährigen stellen muss.

So lautete die erste Frage des Chefreporters einer großen Hamburger Tageszeitung, nachdem Slomka seine Ausführungen zum Bild der Mannschaft abgegeben hatte:

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Haben sie denn auch Kuchen oder Torte von der Mannschaft bekommen?“

Hut ab, Herr S., das war kreativ. Slomka behielt die Ruhe und antwortete freundlich. Anschließend die Frage, ob van der Vaarts erneute Verletzung nicht zu verhindern gewesen wäre, weil es sich um die gleiche Verletzung wie schon vor Wochen in der gleichen Wade handeln würde. Die Antwort von Slomka war an dieser Stelle schon leicht gereizt, was ich absolut nachvollziehen kann. Er klärte den Journalisten darüber auf, dass es die gleiche Wade, aber eine andere Verletzung sein. „Woher wissen sie, dass es die gleiche Verletzung ist, ist es nämlich nicht“ .

Diese Peinlichkeit hätte sich der Pulitzer-Preisträger sparen können, hätte er einmal die medizinische Abteilung kontaktiert. Aber das macht keiner der Damen und Herren, das kostet Arbeit. Stattdessen klatscht man sich als Reporter von SKY, Sport1 oder Hamburg1 lieber mit Brechmittel Lord Helmchen („Edel-Fan Helm-Peter) ab und geilt sich an den letzten Hass-Triaden eines Proleten auf.

Als dann die dritte Frage lautete:“Herr Slomka, ihr Vater wird gegen Hannover wohl nicht im Stadion sein“, rollte der Trainer das erste Mal erkennbar mit den Augen. Aber er blieb freundlich und höflich.

Die Dame von RTL, ein seltener Gast, stellte dann noch die offenbar unvermeidliche Frage, ob das Spiel gegen Hannover ein besonderes für den Trainer sei.

Auch hier antwortet der Medienprofi Slomka höflich und nett, ich hätte spätestens an dieser Stelle mit dem Mikrofon geworfen.

Insgesamt betrachtet macht Slomka weder einen nervösen noch einen unsicheren Eindruck, dafür ist er viel zu sehr Profi. Man merkt ihm schon an, dass er die Medienkasper allesamt gern zum Mond schießen würde, aber er sagt es nicht. Denn eine Frage sollte sich doch ein jeder stellen:

Man ist Experte auf seinem Gebiet und stellt sich Woche für Woche den Fragen von Menschen, die nicht 5% von dem verstehen (und auch gar nicht verstehen wollen), was man tut. Diese Ahnungslosen aber urteilen über meine Arbeit, wobei sie nicht einmal ansatzweise in der Lage sind, fachlich mit mir auf Augenhöhe zu diskutieren. Insgesamt betrachtet gibt es dort einen Kollegen, bei dem man das Gefühl hat, er macht sich bereits vor der PK Gedanken darüber, was er warum fragen möchte. Und diese Fragen haben im Normalfall auch immer Hand und Fuss.

Wie würden wir reagieren?

Stattdessen titelt ein besonders kreativ-witziger Vogel „Slomka spendierte Steaks aus Uruguay“ und will im anschließenden Text bemerkt haben, dass der Trainer „angefressen“ und „dünnhäutig“ gewesen sei.

Ich möchte nicht wissen, wie oft ein Bundesliga-Trainer den Presseraum verlässt, mit dem Kopf gegen die Wand schlägt und in seinem Büro brüllt: „Das mache ich nicht mehr mit“. Ich würde es tun.

Von | 2014-09-13T13:14:27+02:00 13. September 2014|Allgemein|17 Kommentare

17 Comments

  1. Holger Diederichsen 13. September 2014 um 08:57 Uhr

    Als ich mir gestern die PK anschaute und später einen Blick in den „offiziellen“ Blick warf, war ich dann doch schon erstaunt. Hat der Schreiberling dort dieselbe PK verfolgt? Oder wurden dort Dinge hineininterpretiert, die sich der Autor schon im Vorwege bereitgelegt hat und die wenn auch minimalsten Anzeichen für deren Richtigkeit dazu nahm diese zu manifestieren (dünnhäutig & angefressen)?

    An sich war Mirko Slomka hervorragend informiert, hat fachlich sauber geantwortet und hat selbst die inhaltsleersten Fragen ausführlich zu beantworten versucht, innerlich wohl denkend, was der ganze Mist hier soll. Im Großen und Ganzen verschenkte 20 Minuten für Slomka, aber diese gehören nun mal leider zu seinem Job. Er muss sich leider diesen oftmals völlig unsinnigen Fragen stellen. Wäre er in einer besseren (gesicherten) Situation, könnte er einigen Menschen dieser Journaille Kontra geben ohne öffentlich angezählt zu werden. So beließ er es gestern bei einigen wenigen „Spitzen“ und einer Nachfrage woher der Journalist denn wissen wolle, dass es die selbe Verletzung von Van der Vaart sei.

  2. Oberberger 13. September 2014 um 09:23 Uhr

    Das Traurige bei der ganzen Sache ist, dass in der PK so gut wie keine fachlich fundierten Fragen gestellt werden, weil es die sogenannten Journalisten entweder nicht können oder nicht wollen.
    Anstatt anschließend den dünnen Inhalt sachlich wiederzugeben wird dann aber in die Niederungen der Spekulation und Mutmaßung hinabgestiegen.
    Dünnhäutig und angefressen sei der Trainer gewesen. Also aus Sicht des geneigten Schmierfinks und seines Lesers ein klares Indiz dafür dass Slomka wohl schon ahnt, dass seine Tage gezählt sind.
    Es sind genau diese subtilen Behauptungen der Journaille die mich regelmäßig auf die Palme bringen.
    Fachlich nichts drauf aber hinter dem Rücken bereits das gewetzte Messer in der Hand.

  3. Ligature 13. September 2014 um 09:55 Uhr

    Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Bestürzend, wie fachfremd die Fragen waren. Vergebene Chancen. Hier spürt man, dass Journalisten ihre Neugier verloren haben. Bequemlichkeit regiert und der bloße Wunsch, dem Publikum das Erwartete zu liefern.

  4. Kai Arne 13. September 2014 um 11:57 Uhr

    Mich hat ja gestern vor allem enttäuscht, dass ich trotz Ankündigung in der Überschrift dann überhaupt keine Einzelheiten über die uruguayanischen Steaks bekommen habe. Da will der Kochsendungskonsument von heute schon etwas mehr Fleisch am Artikelgerippe sehen. Die Kräuterbutterproblematik war nicht einmal angerissen, die Stärkebeilage ungewiß. Und der pädagogische Auftrag der Presse, im Interesse der Volksgesundheit das Gemüse besonders hervorzuheben wurde sträflich vernachlässigt.
    Seichte Fragen gibt es leider bis hin zu wissenschaftlichen Konferenzen. Und selbst bei politisch nicht ganz unwichtigen PK gibt es oft gar keine. Neugier? Forscherdrang? Spürhundmentalität? Fehlanzeige.
    Am Ende bleibt von solchen Veranstaltungen vor allem die Symbolik. Nicht was gesagt wurde zählt, sondern wie dabei geguckt wurde.
    Allerdings: auch das ist Kommunikation. Irgendwie. Für mich unvergessen Merkels Art als Generalsekretärin, immer im richtigen Moment Spezi Wonka aufzurufen: der fragte immer was, war sogar leidlich kritisch und die Stimmung steuerte wie im Film aufs Happy-End zu: Wir müssen nicht alle einer Meinung sein, aber wir verlassen den Raum ohne uns was zu tun. Ich kann darüber irgendwie auch kein Krisengeheul anstimmen. Reicht nur für das bisschen Empörung um die Verdauung (kein Uru Steak zur Hand, wird wohl eher ein Germanen-Kasseler) anzukurbeln.

  5. Gravesen 13. September 2014 um 14:17 Uhr

    Dies schreibt im Übrigen der gleiche Kollege, der die Fragerunde der PK mit der Kuchenfrage eröffnete. Aber am nächsten Tag wird wieder einmal ein hinterhältiger Artikel verfasst. Das meinte ich mit Heckenschützen

    http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article132214008/Mirko-Slomka-ein-Trainer-unter-Beobachtung.html

  6. Oberberger 13. September 2014 um 16:42 Uhr

    Soll….nach Abendblatt-Informationen…..hinter vorgehaltener Hand…..ein Vorwurf aus der Mannschaft….angeblich….so ziemlich jeder den man fragte….

    Wem fällt was auf ?
    Das sind ganz schön viele Unbekannte für einen investigativen Abendblatt-Artikel.
    Aus den gleichen Bausteinen könnte man die Landung Außerirdischer in Uwe Seelers Vorgarten oder die bevorstehende Nominierung von Oliver Kreuzer zum Manager des Jahres basteln.

  7. Sven 13. September 2014 um 20:21 Uhr

    Heckenschützen (Gravesen), gewetzte Messer (Oberberger): Mit meinen kommunalpolitischen Erfahrungen würde ich mal behaupten, den Journalisten ist das Schicksal von Slomka piepegal. Im Guten wie im Schlechten. Es geht um das stets übertreibende Superlativ, wahlweise Jubelarie oder das Skandälchen, nicht um persönliche Animositäten (die es natürlich individuell auch geben kann, aber eben nicht für den gesamten Journalistenpulk). Die Presse ist ein Geschäft. Ich kenne mehr als 1 Interview, bei dem der Interviewer nur kurz gesmalltalkt hat, aber ein Alibi für’s Interview hatte und dann den bereits fertigen Artikel auf die Reise geschickt hat. Da ist der Fusball ebenso ein auflagenförderndes Vehikel wie Politik, Wirtschaft und andere menschliche Tragödien.

    Insofern macht Slomka es PK-technisch richtig: nett und geduldig die Fragen beantworten und mit dem Verlassen der PK keinen einzigen Gedanken mehr an die zu verschwenden. Sich zur Brust nehmen muss der Vorstand sich die Journaille ggf. hinterher.

  8. Gravesen 14. September 2014 um 09:58 Uhr

    DE-FI-NI-TIV der Beitrag des Jahres 😀 😀
    In der Psychologie nennt man es „fehlerhafte Eigenwahrnehmung“. Schade, dass Curry-Blödel nicht merkt, dass er gemeint ist….

    Dylan1941 sagt:
    14. September 2014 um 09:51

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html
    …..
    Der mann scheint krank und am Ende und das nicht nur körperlich.

  9. Ute Wedding 14. September 2014 um 20:21 Uhr

    Moin,
    Ich sehe das ähnlich. Es wäre schön gewesen, wenn es gleich beim ersten Mal geklappt hätte. Aber mit 9 (mit Djourou und Lasogga) neuen Spielern konnte man es nicht zwingend erwarten, dass es einen Sieg gibt. Ich habe heute viele gute Ansätze gesehen, die es jetzt auszubauen gilt.

    Gerade würde auf Sky gesagt, dass man zurzeit nicht handeln will, was den Trainer angeht (CW). Ich hoffe, der Trainer bekommt die Chance, aus vielen guten Einzelspielern eine Mannschaft zu formen. Die nächsten Spiele werden auch sehr schwer. Das heißt, wir werden noch mehr leiden müssen. Da müssen wir durch!

    • Ute Wedding 14. September 2014 um 20:25 Uhr

      Statt CW sollte es eigentlich KG heißen (Karl Gernandt).

  10. Goldfather 14. September 2014 um 20:24 Uhr

    Boot fällt – scheinbar noch hoffnungsloser, mittelloser als in der letzten Saison bewegt der HSV sich in Richtung zweite Liga. Slomkas Auswärtsbilanz ist in der Liga längst zu einem „Running Gag“ mutiert und kein Ligatrainer möchte derjenige werden, der diese unglaubliche Serie beendet.
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    Das Bittere an der Niederlage gegen H96 ist zudem, dass die personelle Qualität der HSV-Mannschaft höher einzuschätzen ist als die von H96.
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    Doch ein Trainer, der vor so einem Spiel 11 gegen 11 über insgesamt 50 Minuten im Training spielen lässt, ist immer noch viel zu optimistisch bezüglich der Fähigkeiten seines eigenen Teams.
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    Beide Tore für H96 wären zu verteidigen gewesen, vorrausgesetzt die Defensive des HSV würde enger am Mann arbeiten und sich präziser abstimmen. Zu lernen ist so etwas nur in intensiven Kleinfeldspielformen mit unterschiedlichen Unter- und Überzahlsituationen.
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    11 gegen 11 spielen zu lassen im Training bedeutet für mich, dass Slomka kein Gefühl für die Präzision und die Geschwindigkeit hat die heutzutage in der Liga erforderlich ist. Die meisten Teams sind dem HSV diesbezüglich mehr als einen Schritt vorraus.
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    Dass in der Folge die Offensive kaum Durchschlagskraft entwickelt, wenn sie auf verdichtete Strukturen in des Gegners Hälfte stößt, ist die logische Folge aus dem zu lockeren Defensivverbund, da die Offensive sich im Trainingsbetrieb nicht an die Gegebenheiten anpassen kann. Hierzu wäre permanentes Unterzahlspiel auf engstem Raum mit der Betonung auf Passpräzision in der Vertikalen die entsprechende Antwort.
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    Die einzige Lücke die Slomka bislang schließén konnte ist die der Physis, da das Team über mehr als 90 Minuten gehen kann, aber das hätte ich von einem guten Konditionscoach ebenfalls erwartet.
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    Option 1: Sofortige Entlassung. Zinnbauer übernimmt bis auf weiteres.
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    Option 2: Slomka bekommt das Vertrauen bis zur Winterpause ausgesprochen und man stellt zusätzlich einen Defensivcoach ein, der intensive Trainingseinheiten mit der Defensive durchführt und die Rückwärtsbewegung des gesamten Teams analysiert.
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    Ein solcher Defensivcoach sollte sich mit modernem Pressingspiel auskennen und selbst auf internationalem Niveau in der zentralen Defensive gespielt haben. Zudem sollte es sich um einen kommunikativen Menschen handeln der Spaß am vermitteln von Grundlagen besitzt.
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    In Frage kommen sämtliche IV Größen der letzten 5 Jahre die nicht mehr spielen oder Co-Trainer von Topclubs wie dem FC Barcelona, Chelsea, Manchester City, Juventus Turin. Eine Erstligalizens dürfte zunächst nicht notwendig sein.
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    Option 3: Slomka mach weiter wie bisher und man lässt das Spiel gegen die Bayern außer Konkurrenz über sich ergehen. Danach bekommt Slomka eine Deadline gesetzt die irgendwo im Bereich der kommenden 3 – 5 Spiele liegt.
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    Dass Slomka mit dem Druck umgehen kann, der meiner Meinung nach auch auf der Pressekonferenz vor dem H96 Spiel deutlich wurde, wage ich zu bezweifeln, da ich keine methodische Idee geschweige denn eine Spielphilosophie erkenne die der Mannschaft helfen könnte das Überleben in der Liga zu gewährleisten.
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    „Boot fällt weiter!“ …“Alles rein was drin ist…

    • BerndH60 14. September 2014 um 21:12 Uhr

      Hallo Moritz,
      eigentlich wollte ich genau das machen, abwarten und Klappe halten.
      Doch was Godfather da über die Trainingsformen berichtet ist doch eine sehr gut vorgebrachte und sachlich belegte Kritik.
      Ich bin was modernes Training angeht nur ein „glotzender“ Laie, der aber wachen Auges die raren guten Interviews oder auch Homestories über angesagte Trainer wie Klopp oder Guardiola verfolgt.
      Mag der Name Tuchel aktuell hier auch nur noch nerven, so hatte Grave vor etlicher Zeit einen Youtube-Link eingestellt, in dem Tuchel auf einem Managerseminar seine Trainings- und Motivationsmethoden vorstellte. Ich habe mir den ellenlangen Vortrag komplett angehört. In aller Deutlichkeit wurde dort mehrmals darauf hingewiesen, daß im Training auf dem großen 11 vs 11 kein aktueller Spitzentrainer arbeiten läßt. 11 gegen 11, das ist das Spiel. Das Spiel selbst, also den Wettkampftag kann man nicht trainieren, weil es im Wettkampf echte Gegner mit einem eigenen Plan gibt. Im modernen Training wird in kleinen Gruppen auf kleinem Feld trainiert. Fertig.
      Wenn also Slomka tatsächlich so tranieren läßt wie von Godfather beschrieben, so ist das mehr als bedenklich.

    • Goldfather 14. September 2014 um 21:43 Uhr

      U-Boote, also Wasserfahrzeuge die sich in der Regel unterhalb der Wasseroberfläche bewegen, pflegen umgangssprachlich zu fallen, sowie Bundesligamannschaften, die sich in der Regel unterhalb des fußballerischen Durchnitts der Liga bewegen, abzusteigen pflegen.
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      Option 4 wird kaum durchzusetzen sein, wenn der Trainer und seine „Experten“ es nicht schaffen demnächst ausreichend für den Klassenerhalt zu punkten.
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      Jenseits des kommenden Bayernspiels, in dem die Mannschaft, ebenso wie im Pokalspiel, keine Chance haben dürfte, wird es äußerst schwer sich vom Tabellenende lösen zu können innerhalb der nächsten vier Partien.
      .
      Bayern, Gladbach, Frankfurt und Dortmund heißen die kommenden Gegner in der Liga, was im Klartext bedeutet, dass die Truppe gegen Frankfurt daheim einen Dreier einfahren muß, damit Slomka den Oktober übersteht.
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      Wieweit „das Boot“ fallen darf dürfte innerhalb des AR´s und des Vorstandes bereits feststehen.
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      Ein Trainer, der angesichts einer solchen Strecke an Niederlagen auf des Gegners Platz keinen Druck verspürt und stattdessen tiefenentspannt ist, kann für mich keine Option für den HSV sein.
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      Im nächsten Spiel gegen die Bayern würde ich es als Erfolg werten, wenn das Team in den ersten fünfzehn Minuten ohne Gegentor bleibt und das Spiel nicht mit mehr als zwei Toren Differenz verliert.
      .
      Zur Expertendiskussion möchte ich anmerken, dass gerade der Spitzenfußball in den letzten Jahren enorm viel von fachfremden Experten gelernt hat.
      .
      Es gab Basketballexperten, Hockeyexperten, Psychologen, Mathematiker, Statistiker und viele andere mehr die wichtige Bestandteile geliefert haben für das was heutzutage als moderner Fußball gilt.
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      Nicht zuletzt deswegen ist jetzt ein ehemaliger Hockeytrainer Sportdirektor beim HSV und ich bin davon überzeugt, dass Peters der nackte Horror auf der Tribüne in Hannover überkommen ist angesichts der grottenschlechten Flachpässe und des fehlenden Vertikalspiels.
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      Slomka wird seine Philosophie vom Fußball sowie seine Methodik radikal verändern müssen, um überhgaupt noch eine Chance auf eine Trainerstelle in der ersten Liga zu bekommen.
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      Folgt er den Leitlinien von Bernhard Peters und schafft es zu punkten mit dem Team besitzt er für mich eine Jobchance von 20% über diese Saison hinaus beim HSV.
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      Ziert er sich und lässt Peters nicht korrektiv eingreifen liegen seine Jobchancen beim HSV unterhalb von 0% – „DIE BOLZEN! SIE … SIE PLATZEN WEG!“

  11. menke 14. September 2014 um 21:19 Uhr

    Guter Kommentar @ Moritz…
    Eigentlich wollte ich meinen Post mit der Überschrift: „…aber leider blieb seine letzte Patrone im Lauf stecken…“ titulieren, aber was sollte Slomka denn anders machen?…Er hatte keine andere Wahl als frisches Blut zu bringen denn der mediale und auch interne Druck war vor dem Hannoi-spiel zu groß..Auch ich habe uns besser als gegenüber dem PB-Spiel gesehen, dass die Abstimmung noch nicht klappte war im Vorfeld klar..Nur der erhoffte Hallo-Wach-Effekt hinsichtlich der Nichtberücksichtigung etablierter „Führungsspieler“ verpuffte nach den 2 frühen Toren…
    Einzelkritik verkneif ich mir, dafür ist der Qualitäts-Pöbel-Blog zuständig (wenn ich mir die Posts dieses Vollpatienten durchlese, der abwechselnd in der MOPO und jetzt auch im Matz-drunter-Blog schreibt, frage ich mich in wie weit Presse-Deutschland medial unten ist um so einen Quatsch überhaupt freizuschalten)…
    Schauen wir nach vorne….Ist Slomka noch nächste Woche unser Trainer?Für mich gibt es, falls es zur Trennung kommen sollte, nur einen Kandidaten (sorry Goldfather): und der heißt nicht Tuchel…Zwar steht Tuchel bestimmt ganz weit oben auf Didi`s und auch Goldfathers persönlicher Favorit-liste, aber ich sehe Ihn weder bei Schalke noch bei uns als kommenden Trainer…sondern eher bei seinem Buddy Ralf „The Prof.himself“ Rangnick in Leipzig, you know: the Brause-club…nur leider spielt Leipzig nicht Trainerwechsel-förderlich….Also müssen die Hamburger Presseleute nochmal ne Matzscholle..ähhh…Schüppe drauflegen…:Slomka schön lächerlich schreiben(„gab es ne Torte zum Geburtstag?“),Auswechslungen anzuzweifeln,Spielernoten a la Kicker oder SpoBi verfassen,19-jährige Heilbringer vom FC B. (Green) gleich wieder klein zu machen oder einen Behrami nach einem Spiel auf „gewohntes HSV-Niveau“ runter zu drücken, großes Tennis, spricht für eine scheiß Kindheit…
    Sollte es wirklich zur Trennung mit Slomka kommen, hoffe ich dass Didi mal in den eigenen Reihen guckt und einen Trainer hochholt, der momentan in unserem Verein für Furore sorgt ( Jugend….!!!!) anstatt einen etablierten wie T.T als Cheftrainer verpflichtet….kann er ja immer noch machen, dann aber zur neuen Saison und ohne die übliche Hamburger Ablöse an Mainz…
    Menke…HSV…alles andere ist nur Fußball

  12. BerndH60 14. September 2014 um 21:28 Uhr

    ACHTUNG! ACHTUNG!

    Höflicher Apell an alle Foristen.

    Ich bin ein eifriger Leser dieses Blogs weil seit über einem Jahr der liebe Grave mich hier mit sachlichen, sauber recherchierten und auch kritischen Beiträgen über den HSV versorgt.

    Wir alle sind aufgerufen uns dieser Vorgabe angemessen zu verhalten.
    Ich würde mir mehr sachliche Diskussionen wünschen.
    Wenn jemand einen Punkt, der ihm aufgefallen ist, vorbringt, dann fände ich es klasse, wenn darauf ein Gegenargument folgen würde.
    Wir haben aktuell die wirklich gute Gelegenheit Trainingsmethoden zu diskutieren. Warum nutzen wir das nicht?
    Niemand kann ausblenden, daß der HSV Stand heute Tabellenletzter ist. Das heißt, die Trainingsmethoden und die taktische Ausrichtung die der HSV durch Mirko Slomka erfährt, greifen entweder noch nicht oder sie taugen nichts.
    Das bedeutet aber nicht, daß alles immer in „Slomka raus“ Rufen oder „Jetzt müssen wir mal Geduld haben“ Gebeten endet. Slomka und der HSV könnten so erfolgreich wie der FCB und Guardiola sein, trotzdem gäbe es Fehler, genau wie in München. Und eben über solche Fehler muß man dochmal in Argumenten und Gegenargumenten diskutieren können.
    Selbstverständlich ebenso wie über zündende positive Ideen des Trainers.

    Grüße an alle

  13. hamuburgmini 14. September 2014 um 22:54 Uhr

    Danke @Menke und @Moritz,
    fühlte mich schon alleine mit meinen Gedanken…

    Fakt ist doch, wir alle haben keine Trainingskompetenz, da wir nicht ausgebildet sind und faktisch darin keinen Einblick haben. Ich habe mir auch den Beitrag über Tuchel angeschaut, dieser muss jedoch aus der Perspektive eines aufstrebenden Vereins, in ruhiger Arbeitsatmosphäre gesehen werden. Sportliche Rückschläge werden in solch einem Umfeld anders wahrgenommen.
    Nochmal, die Trainingsmethodik einzelner Übungsleiter unterscheiden sich wahrscheinlich extrem. Auch bei etwaigen Trainern von Spitzenclubs im Vergleich…
    Ob nun ein 11 gegen 11 gut oder weniger gut ist, lässt sich daran nicht ausmachen. Gerade der moderne Fußball zeigt doch, daß alle Mannschaftsteile in der defensive gefordert sind und alle 11 Spieler intuitiv die richtigen Schritte zur richtigen Zeit ergreifen müssen um ein Tor zu verhindern.
    Rückblickend finde ich es wieder einmal grotesk, daß der Trainer wieder einmal in den Fokus der Entlassung rückt. Am Ende zählen Ergebnisse, daß ist richtig, jedoch bei den Einsatz der Neuen auf den „Druck“ von oben zu schieben erscheint mir nicht richtig.
    Wenn man die letzten zwei Wochen berücksichtigt bleibt festzustellen daß die bisherige spielerische Achse (offensiv wie defensiv) gegen Hannover nicht vorhanden, quasi neu war.
    Festzuhalten aus den letzten zwei Wochen:
    – Abgang Badelj
    – Verletzung VDV
    – Verletzung Jansen.
    – Genesung Müller
    Der Einsatz des Großteils der Neuen war dahingehend nur konsequent, da alternativlos, die Ersatzbank beim HSV (Steinmann, Kacar, Adler, Rudnevs, Westermann) sagt hierzu alles aus..
    Wer spielerische Klasse und Spielwitz fordert, muss doch ebenso berücksichtigen, daß eine eingespielte Achse hierzu unabdingbar ist und quasi gegen Hannover nicht mit Spielwitz agiert werden konnte.

    Festzuhalten bleibt für mich, daß die Mannschaft trotz der oben genannten Personalsituation, ihre Chancen hatten das Spiel zu drehen, die Möglichkeiten waren doch insgesamt höher einzuschätzen als die der Hannoveraner, leider mit fehlender Effektivität.

    Die Fragen die sich die Führung stellen muss:
    – ist mit den neuen eine sichtbare Verbesserung der Mannschaft eingetreten, zum einen – spielerisch, zum anderen – ist eine Verbesserung der Moral zu erkennen.
    Ersteres wird man mit einem Nein beantworten müssen, zweitgenanntes mit einem eindeutigen Ja.
    Als nächstes wird voraussichtlich eine interne Erörterung ob man Hrn. Slomka den jetzt eingetretenen konzeptionellen Übergang in der Mannschaft zutraut.
    Das ist für mich der entscheidende Punkt, der in den nächsten Wochen eine Antwort finden wird.
    Im Falle einer negativen Entscheidung – wenn die Ergebnisse trotz Vertrauen in den Trainer nach dem Bayern Spiel nicht passen sollte, wird es auch den Trainer treffen (Gesetz der Serie)- fällt die Frage ob der HSV eine kurzfristige Überganslösung braucht, oder Ausschau nach einem anderen „Konzepttrainer“ hält…

  14. Lusankya 15. September 2014 um 00:33 Uhr

    Puh, viel harter Tobak hier. Ich habe so meine Gedanken zu dem Spiel, zu Slomka, der Mannschaft und Teilen davon. Ich habe mir auch das Spiel ein 2x angetan, um mich nochmal auf Einzelheiten zu konzentrieren! Das mag verrückt erscheinen, ist aber so. Desweiteren tat ich mir Sky90 in aller Ruhe im Nachhinein an – Hunke kommentiere ich hierbei nicht weiter, da dafür kein Anlass besteht, oder es mir nur Nerven rauben würde.

    Fakt ist, dass meine Gedanken hierzu morgen wohl nicht gelesen werden und ich entscheide mich dazu es morgen zu veröffentlichen. Ungeachtet dessen, ob Slomka dann noch unser Spielleiter ist, oder eben nicht. Jedenfalls, stand jetzt, würde ich es begrüßen wenn man die nächsten 2 Spiele noch an Slomka festhalten würde, da es in meinen Augen keinen Sinn ergibt, in der inbetrachtnahme von einem neuen Trainer, Slomka freizustellen. Wieso, das werde ich hier morgen Kundtun!

    Ich jedenfalls wünsche allen eine gute Nacht und hoffe dass euch das Spiel heute nicht zu sehr den Schlaf rauben wird. Mir jedenfalls nicht, da es meiner Meinung nach gewisse Erkenntnisse gibt, die anscheint wohl nicht alle sehen wollen, oder können.

    In diesem Sinne, bis morgen liebe Leut!

    PS: Menke, bin echt ein Fan deiner rhetorischen Kommentare und Ausführungen. Bitte mehr davon! 🙂

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