Der Spion, der sich liebte

Wer selbst einmal in einer Mannschaft irgendeinen Sport betrieben hat, der weiß, dass es etwas Schlimmeres als einen Verräter im Team nicht gibt. „Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas“ heißt ein geflügelter Sinnspruch und das Gleiche gilt für das, was innerhalb einer Mannschaftskabine besprochen wird. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz und wer dagegen verstößt, ist ein Geächteter.

Dabei ist die Spezies der Maulwürfe beim Hamburger Sport Verein beinahe schon traurige Gewohnheit, denn das aus der Kabine, aus Aufsichtsratssitzungen oder vergleichbaren Gremien Interna an die Presse gespielt werden, hat im Hamburg Tradition. Dies macht eine vertrauensvolle Arbeit innerhalb des Vereins nicht schwierig, es macht sie unmöglich. Mit wem möchte man als Mitarbeiter oder Spieler denn sprechen, wenn man nicht sicher sein kann, dass kritische Worte eventuell morgen im Boulevard zu bestaunen sind?

Und – hatte man in Hamburg gehofft, durch das Eliminieren des alten, schwatzhaften Aufsichtsrates, bei dem Teile so dreist waren, direkt aus der Sitzung an die Presse (oder den Mittelsmann) zu simsen, hätte man die Baustelle Talpidae (lt. für Maulwurf) für immer geschlossen, so muss man aktuell zur Kenntnis nehmen, dass der/die Spion/e eben auch in den Reihen der Spieler oder Trainer zu suchen sein werden.

Denn gesucht werden muss, das darf keine Frage sein. Wer vertrauliche Informationen aus Verein und noch schlimmer, Mannschaft, an die Presse spielt, ist ein Verräter und gehört gefeuert.

Was genau aber ist passiert? Zuerst war es die SportBild, die darüber berichten durfte, dass sich Teile der Führungsspieler „irritiert“ gezeigt hätten, nachdem Trainer Slomka Herrn Lasogga zweimal die gleiche Frage gestellt hatte („Konntest du nicht entgegenkommen?“) Unzweifelhaft dürfte sein, dass man als Trainer eine solche Frage stellen darf, verbrecherisch ist jedoch, dass dies nach außen gelangt.

Dann wusste der Kollege Lars Wallrodt von der Welt darüber zu berichten, dass sich sowohl Teile der Mannschaft, aber auch die Vereinsspitze über ein Slomka-Interview echauffiert hatten.

Nach der Niederlage gegen Paderborn hatte Slomka der „Bild“ ein krachendes Interview gegeben, in dem er seine Spieler harsch kritisierte, darunter auch Torwart René Adler. Das Interview, das Slomka gegeben hat, ohne die Presseabteilung des Vereins zu informieren, soll weder in der Mannschaft noch in der Vereinsspitze gut angekommen sein. (Die Welt vom 14.09.2014)

Als vorläufig letzten Höhepunkt der neuerlichen Maulwurfs-Affäre muss die Information gewertet werden, die heute in Form der Mannschaftsaufstellung direkt nach der Teambesprechung an die Mopo geliefert wurde. Dies ist keine Erfindung der Morgenpost, diesen Anruf gab es wirklich.

Wenn also gegen 14.30 Uhr diese Information an die Hamburger Tageszeitung gespielt wird (welche dies natürlich sofort verarbeitet) und ein Hanoveraner dies liest, ist der Tatbestand des Geheinmisverrats erfüllt, ein unglaublicher Vorgang.

Was aber hat ein Maulwurf/Informant/Spion/Verräter davon, wenn er Insider-Informationen an die Presse spielt? Nun, zuerst einmal erkauft man sich als Spieler eine gute Presse. Man wird als Informant natürlich besser bewertet, nicht so schnell kritisiert, man hat seine Ruhe. Andererseits spielt man ein gefährliches Spiel, denn wenn man enttarnt wird, hat man in der Branche nur noch wenig Freunde.

Der HSV ist gut beraten, wenn er den/die Maulwurf/Maulwürfe so schnell als möglich enttarnt und mit aller Härte bestraft, denn für diese Art des Vertrauensbruchs gibt es keine Entschuldigung. Solange der Herr oder die Herren noch am Werk ist/sind, wird nicht nur in der Kabine eine Atmosphäre des gegenseitigen Mißtrauens herrschen und das ist garantiert alles andere als leistungsfördernd.

Ein Wort noch zu Jürgen Hunke’s Auftritt gestern bei SKY90, der Fußball-Debatte. Auch, wenn es einigen vielleicht nicht gefallen wird, Hunke sprach viel Wahres aus. Er verzichtete entgegen der Befürchtungen auf Nachtritte und er sagte etwas ganz Entscheidendes bzgl der Pressesprecher-Tätigkeiten des Herrn Gernandt.

„Wenn sich der alte Aufsichtsrat in dieser Form ins Tagesgeschäft eingemischt hätte und ständig zu Personalien (Slomka) Stellung bezogen hätte, hätten wir pausenlos Prügel bezogen“ (sinngemäß)

Das, was der Aufsichtsratsvorsitzende und verlängerte Arm von Klaus-Michael Kühne in den ersten Wochen seiner Herrschaft abzieht, ist genau das, was der Verein nicht gebrauchen kann und wovor die HSVPLUS-Kritiker gewarnt hatte. Offenbar zu recht.

Aufsichtsrats-Vorsitzender Karl Gernandt am Abend zu BILD: „Wir werden nicht in Hektik verfallen, sondern uns in aller Ruhe hinsetzen, alles analysieren und den enttäuschenden Saison-Start besprechen.“

Aufsichtsrat-Chef Karl Gernandt bestätigte „Sky Sport News HD“, dass Slomka zu „120 Prozent“ gegen München und Gladbach auf der HSV-Bank sitzen werde. Einerseits stärkt Gernandt Slomka den Rücken, andererseits ist klar: Gehen die beiden Spiele schief, ist Slomka nicht mehr zu halten.

Von | 2014-09-15T07:39:46+02:00 15. September 2014|Allgemein|48 Kommentare

48 Comments

  1. Erik 15. September 2014 um 07:44 Uhr

    Lach, leider/Gott sei Dank, habe ich nicht die Zeit all die Zitate herauszusuchen, in denen sich dieser Herr und/oder seine Kollegen ins Tagesgeschäft eingemischt haben (das sie im übrigen auch komplett herunter gewirtschaftet haben). Für mich eine echt freche Aussage. Von Facebook-Peinlichkeiten mal ganz abgesehen.

    • Gravesen 15. September 2014 um 07:56 Uhr

      Darum würde ich dich dennoch bitten, denn in meiner Erinnerung haben sich die Herren vielleicht zu Vereins-Interna geäußert, zu Themen, die die Mannschaft betreffen, jedoch weniger.

  2. Col. Kurtz 15. September 2014 um 09:19 Uhr

    Ehrlich gesagt finde ich die beiden Gernandt Statements noch nicht so dramatisch. Das ist ja nun auch das erste Mal seit langem, dass sich jemand vom AR äussert. Und klar ich denke auch hier wieder er wird das nicht ohne Grund / bzw. mit einer gewissen Intention machen (abgesprochen / motiviert durch Kühne oder DB oder beide). Zumindest bin ich mir bei ihm sicher, dass es nicht aus Selbstdarstellung passiert. Damit besteht schon mal ein wohltuender Kontrast zum alten AR (ferner ist er der einzige der kommuniziert und wenigstens in Form eines echten Interviews / Statements…).
    Viel schlimmer finde ich den Team-Maulwurf. Da gehe ich mit Grave vollkommen d’accord. Denkt man natürlich zuerst an diejenigen die Frust habe ie. nicht mehr spielen. Bei Neuzugängen ist zudem davon auszugehen, dass die noch nicht die Telefonnummern der Pressegeier haben…

    • Pascal 15. September 2014 um 11:43 Uhr

      Der Inhalt von Gernandts Statements ist Ansich egal da er als Aufsichtsrat gar nix in der Presse zu suchen hat außer auf einer pk des hsv wenn es was zu veröffentlichen gibt

  3. Berserker 15. September 2014 um 10:12 Uhr

    Aber kann es nicht auch einer aus dem Umfeld der Mannschaft sein ?Einer der ebenfalls immer anwesend ist , muß ja nicht unbedingt ein Spieler sein

  4. Kai Arne 15. September 2014 um 10:17 Uhr

    Der Maulwurf-Teil kommt genau zur richtigen Zeit und hat nur den Fehler, dass er eher noch zu kurz geraten ist.
    Denn Spieler mit kurzem Draht zur Presse gibt es überall und bis zu einem gewissen Punkt kann das auch gerade noch toleriert werden. Beim HSV aber ist die Linie von zwei Seiten aus überschritten worden: Die ausgeplauderten Interna sind längst viel zu präzise, zu sensibel und zu intim. Es geht noch in Ordnung wenn ein Spieler einem Journalisten sagt, wie er die Stimmung allgemein einschätzt. Es geht nicht mehr in Ordnung, wenn er aufzählt wer und wieviele vom Trainer „irritiert“ waren. Ganz zu schweigen davon, dass mit „irritiert“ ganz sicher ein O-Ton wiedergegeben wurde, der durch seine Tonlage nicht mehr bloß Feststellung sondern schon Intrige ist.
    Auch von Seiten der Journalisten ist eine Linie überschritten: mit sorgsamer Feder kann man auch sensible Informationen verantwortungsvoll zugänglich machen und dabei mit einer guten Interpretation glänzen. Aber dort herrscht gerade ein Rechtfertigungsdruck welcher genau in der falschen Richtung wirkt. Leider fehlt den Protagonisten wohl auch die Klasse für mehr. Ich habe immer betont, wie unverzichtbar die Presse trotz allem ist und dass ein HSV so etwas auch aushalten muß. Aber so langsam kriege ich den Satz nicht mehr ohne Probleme niedergeschrieben.
    Das alles bedeutet: Es gibt nicht nur einen „Verräter“, wenn auch einer sich jetzt als besonders „talentiert“ herausgestellt hat. Es rund um den HSV eine ganze Kultur von Verrat und Intrige. Es ist mehr als nur etwas faul im Staate Dänemark.

  5. Jakob Klobutzki 15. September 2014 um 10:56 Uhr

    Wo ist der Mann „mediengeil“? Bitte belege das. Das hat leider Matzab-Niveau.

    • Gravesen 15. September 2014 um 11:05 Uhr

      Nein, hat es nicht. Gernandt hat sich jetzt bereits zum dritten – oder vierten Mal ins operative Geschäft eingemischt und das geht nicht. Schlimm daran ist, dass der Mann offenbar beratungs-resistent ist.

      Und @Daywalker, für „Klicks“ darfst du ab sofort woanders sorgen. Solche Scheiße höre ich mir nicht mehr an.

      • Erikhsv 15. September 2014 um 11:40 Uhr

        Hätte man es Uli Hoeneß auch übel genommen, dass er sich 3x in drei Monaten zu Protagonisten der ihm als Kontrolleur anvertrauten Organisation äußert?

        • Gravesen 15. September 2014 um 14:20 Uhr

          Wollen wir jetzt allen Ernstes einen Mann, der jahrzehntelang erfolgreicher Manager bei einem Verein war, der diverse Male deutscher Meister und einmal Weltmeister war, mit einem Vermögensverwalter vergleichen, der vom Fußball soviel Ahnung hat wie ich von Taubenzucht?

        • Lusankya 15. September 2014 um 14:55 Uhr

          Ich würde das auch nicht so harsch bewerten. Ein Clemens Tönnies meldet sich hier und da auch zu Wort zu Themen des operativen Geschäfts. Das ist mittlerweile gang und gebe! Erik hat da schon nicht so ganz unrecht mit seiner Aussage!

        • Jottkah1887 15. September 2014 um 15:54 Uhr

          …und ich würde die Schalke-Strukturen und das Wirken Herrn Tönnies in seinen vielfältigen Rollen auch nicht unbedingt als Vorbild für good corporate governance und unseren HSV nehmen wollen 😉

  6. ausgegliedert 15. September 2014 um 11:54 Uhr

    “Bis zur Winterpause wird es keinen weiteren Kommentar zur Trainerfrage von HSV-Angestellten mehr geben”

    Der Verweis auf die interne Abwicklung (sofern das aktuell noch geht) wäre eigentlich ausreichend. Jedes zeitl. Statement wird dir ansonsten auch wieder direkt als Lüge von der „Presse“ um die Ohren gehauen.

    Ob MS sechs Spiele Zeit hat, wage ich zu bezweifeln. Wer sollte denn dann die Karre mit einem derartigen Rucksack aus dem Dreck ziehen, wenn zum einen Punkt kaum was dazukommt?

  7. FSC_Keeper 15. September 2014 um 12:28 Uhr

    Was mich dabei wundert: es gab doch so eine „Maulwurfaffäre“ unter den Spielern doch schon mal (ich meine vor zwei Jahren). Seitdem haben ja doch einige Spieler den Verein verlassen. Trotzdem passiert das jetzt wieder. Also entweder ist es wirklich jemand im nahen Umfeld der Mannschaft, der damals auch schon dabei war (Zeugwart oder so) oder vielleicht der gleiche wie damals schon. Das würde den Verdächtigenkreis doch etwas eingrenzen. Vermutlich aber jemand, der kurz davor stand/steht, seinen Stammplatz zu verlieren.
    Mir spuckt da durchaus ein Name durch den Kopf, der „Drüben“ ständig über den grünen Klee gelobt wird, auch wenn viele Fans sich stets die Haare über ihn raufen. Dieser jemand stand nun auch in Hannover nicht mehr in der Startelf.
    Ich weiß, alles nur Spekulation, aber irgendwie zu viele Zufälle auf einmal.

    Könnte natürlich auch einer der neuen sein, aber das erscheint mir doch unrealistisch…

  8. RheinMainJan 15. September 2014 um 13:35 Uhr

    Bezüglich des Ausplauderns von Mannschaftsinterna stimme ich dem Autor dieses Blogs in jeder Hinsicht zu. Es ist ein untragbarer Zustand, dass vertrauliche Informationen auf diesem Wege an die Öffentlichkeit gelangen. Mich besorgt vor allem, dass sich – anders als sonst (Stichwort: schwätziger Kreuzer, etc. …) – die undichte Stelle scheinbar direkt in der Kabine, also im engsten Mannschaftskreis befindet. Vielen Dank für den Hinweis und vor allem für die gute Medienanalyse, denn die Medien selbst werden wohl auf diesen Missstand aus Angst um das Versiegen ihrer Quelle nicht aufmerksam machen!

    Hinsichtlich der Äußerungen des Herrn Gernandt bin ich allerdings einer anderen Meinung. Ich denke, dass die Äußerungen mit dem restlichen Vorstand (insb. DB) abgesprochen sind. Im Übrigen wird damit eine kluge Strategie verfolgt: Irgendjemand muss Slomka direkt nach dem Spiel den Rücken stärken; ein allseitiges Schweigen – zumal in der Trainer-Rauswurf erprobten Hansestadt – würde einem faktischen Rauswurf gleichkommen. Durch Gernandts Äußerungen (120% Slomka die nächsten zwei Spiele) werden die Spekulationen um die Trainerposition zwar nicht abreißen, aber zumindest ist der Brand etwas unter Kontrolle. Sie haben auch zur Folge, dass der eigentliche Entscheidungsträger Beiersdorfer („Kein Kommentar“) in seinem Ansehen nicht beschädigt wird. Stärkt er Slomka nach solch einem Spiel öffentlich den Rücken, wirft ihn dann aber doch unter der Woche raus, macht er sich unglaubwürdig. Zweifelt er öffentlich an Slomka, so läuft er Gefahr den Trainer noch mehr zu schwächen und im Extremfall muss er ihn dann rauswerfen ohne aber einen geeigneten Nachfolger gefunden zu haben. Beide Szenarien haben zur Folge, dass Beiersdorfer sich nur blamieren kann.
    Gernandt ist also quasi für Beiersdorfer in die Bresche gesprungen. Sein Ansehen leidet zwar auch darunter, aber er kann Schaden vom Verein abwenden. Deshalb ist es mir etwas zu plump einfach zu behaupten, der neue Aufsichtsrat macht da weiter, wo der alte aufgehört hat.

    Die Begründung für den eben aufgezeigten Gedankengang stütz sich auf folgende Tatsache: Gernandt ist „die rechte Hand“ von Kühne. Wie dessen Meinung bezüglich Slomka ausfällt ist hinlänglich bekannt. Es gibt deshalb keinen anderen Grund als den eben dargestellten, warum ausgerechnet ein so enger Vertrauter von Kühne Slomka den Rücken stärken würde.
    Das sollte man bei der Analyse auch bedenken!

    • hamuburgmini 15. September 2014 um 14:05 Uhr

      Moin,
      bzgl. der Äußerung von Herrn Gernandt, nehme ich ebenfalls an, daß diese mit DB abgesprochen ist.

      Herr Huhnke fordert Hrn. Beiersdorfer auf, dem Trainer öffentlich den Rücken zu stärken. Falls DB, aufgrund der Ergebnisse, gezwungen ist den Trainer zu entlassen, würde er seine eigene Position beschädigen und den Verein als „Trainerkarrussel“ bestätigen. Insofern war die Nichtäußerung von DB zum Spiel/Trainer und das „vorschicken“ von Hrn. Gernandt (der ja bereits als Adlatus von Hrn. Kühne redseligerweise bekannt ist) eine akute Brandlöschung um die eigentliche Entwicklung der Mannschaft für die nächsten Wochen in „Ruhe“ zu beobachten. Fällt nach den nächsten beiden Spielen die Meinung positiv aus, wird es keinen Grund geben am Trainer öffentlich zu rütteln.

      Schlimm finde ich die so genannte „Maulwurf-Geschichte“, daß wiederum Mannschaftsinterna an die Öffentlichkeit gelangen. Anfangs war ich der Annahme, daß die Zeitungen sich auf Gerüchte berufen, bzw. eher spekulieren. Eine Wiederkehr des Maulwurfes katalpultiert, daß anfangs eher nachrangig zu betrachtende Thema „Öffentlichkeitsarbeit“, an die Spitzenposition Beiersdorfers Arbeitsliste für die kommenden Wochen. Der Umgang mit Medien, Fehläußerungen einzelner AR Mitglieder, Veröffentlichungen von Mannschaftsinterna ist dringend zu behandeln, bevor sich dieses auf die Mannschaftsleistung niederschlägt.
      Ich bin gespannt….

      • Gravesen 15. September 2014 um 14:13 Uhr

        Liebe Leute, jetzt mal im Ernst. Eure Vermutungen („nehme ich ebenfalls an, daß diese mit DB abgesprochen ist“ oder „Ich denke, dass die Äußerungen mit dem restlichen Vorstand (insb. DB) abgesprochen sind“) sind genau das, als was ihr sie beschrieben habt – Vermutungen. Und diese Vermutungen werden in der Hoffnung geäußert, dass es bitte so sein sollte.

        Es gibt nicht einen Anhaltspunkt oder Beweis dafür, dass Gernandt als Auskunftsgeber vorgeschickte wurde, damit sich Beiersdorfer nicht äußern muss.

        Was aber passiert ist, ist eine Situation, in der Beiersdorfer für zumindest die nächsten zwei Wochen die Hände gebunden sind. Was passiert denn, wenn der HSV gegen die Bayern 0:7 verliert und Beiersdorfer Slomka sofort feuern möchte?
        Richtig, er kann nicht. Und kann deshalb nicht, weil sein Oberkontrolleur mal wieder die Klappe nicht halten konnte

        • hamuburgmini 15. September 2014 um 15:00 Uhr

          Das ist wohl wahr,
          jedoch besteht auch bei solch einer Niederlage, sofern sie denn Eintritt, kein Grund den Trainer zu Entlassen. Bayern ist bekanntermaßen daß Maß aller Dinge, welche Veranlassung bestünde, den Trainer selbst nach einem 5 zu 0 zu feuern?
          Ihm sind die Hände gebunden, jedoch bliebe Zeit um sich mit potentiellen Nachfolgern auseinanderzusetzen…
          Es besteht kein akuter Handlungsbedarf, selbst wenn es nicht abgesprochen sein sollte. Herr Gernandt hat sich geäußert, wieder einmal. Aber, die Presse wollte auch eine Äußerung von einem der Chefetage. Hätte sich niemand geäußert wären Spekulationen ausgeartet, so ist, ob gewollt oder nicht (daß müssen Hr. Gernandt und Hr. Beiersdorfer unter sich besprechen), der akute Brand halbwegs gelöscht.
          Zugegeben, Herr Gernandt hätte sich auch um ein vielfaches bereits vorher rausnehmen können und einfach nichts mitteilen können. Dann hätte eine Aussage wie die gestrige noch mehr Gewicht bekommen und der Trainer eine größere Rückendeckung..

        • RheinMainJan 15. September 2014 um 15:00 Uhr

          Ich glaubte bereits eine Begründung geliefert zu haben: Welches Interesse hat Gernandt als Kühnes verlängerter Arm daran, Slomka öffentlich den Rücken zu stärken, außer Beiersdorfer Zeit und Handlungsspielraum zu verschaffen? Richtig, keinen! Für mich ist das ein Beispiel dafür, wie gut Vorstand und Aufsichtsrat harmonieren. Der alte Aufsichtsrat hätte sich nämlich öffentlich gegen den Trainer gestellt mit der Folge, dass der Vorstand dann wirklich keinen Handlungsspielraum mehr gehabt hätte.
          Und jetzt mal ernsthaft. Ich gehe davon aus, dass DB und Gernandt im direkten Kontakt stehen, womöglich sogar im Stadion. Das Szenario, dass der HSV in Hannover verliert, ist doch schon von allen Verantwortlichen weit vor dem Spiel durchgeprobt worden. Gernandt wird DB vertrauen und nicht einfach „ins Blaue hinein“ gegen die Ansichten des Vorstandes dem Trainer eine Job-Garantie aussprechen.

          Ich bin überzeugt, dass sich alle darüber im Klaren sind, dass Slomka nicht mehr zu halten ist. Problem: Es gibt keinen geeigneten Nachfolger zur Zeit. Tuchel wird sich wohl, Stand jetzt, nicht auf den HSV einlassen. Einzige Ausnahme: Der HSV unterbreitet ihm ein unmoralisches Angebot, möglicherweise auch mit der Zusage, seine Assistenten mitzubringen und/oder in der nächsten Transfer-Periode ein/zwei seiner Wunschspieler zu verpflichten. Aber das erfordert finanzielle Mitttel, die der HSV nicht hat. Einziger Ausweg: Eine erneute finanzielle Hilfe von KMK, die aber nur nach zähen Verhandlungen ergehen wird, für die Beiersdorfer viel Zeit braucht. Das wissen alle, deshalb versucht man sich Zeit zu erkaufen.
          Natürlich hat KMK gesagt, dass es vorerst keine weiteren Hilfen gibt, aber da er in der Trainerfrage in der Vergangenheit so eindeutig Position bezogen hat, ist es wahrscheinlich, dass er nochmals aushilft, sollte Tuchel auch seinen Vorstellungen entsprechen.

        • TErxleben 15. September 2014 um 15:15 Uhr

          Was ist denn an der Vermutung so unwahrscheinlich, daß sich AR und DB abgesprochen haben? Vor allem, wenn es um die nächsten zwei Spiele geht, die kaum zu gewinnen sind. Was ist an Deiner pessimistischen Vermutung, die Kommunikation zwischen neuem AR und Vorstand sei genauso beschissen wie in vergangenen Tagen, so viel wahrscheinlicher? Oder hast Du dafür Belege/Beweise? Als Optimist halte ich die Ausführungen deine Vorredner für wahrscheinlicher.

          • Gravesen 15. September 2014 um 15:17 Uhr

            Sagen wir mal so – ich kenne diesen Verein. Und ich weiß, dass alle, die hoffen, dass hier lediglich ausgewiesene Experten am Werk sind, bitter enttäuscht wären, wenn sie mehr wüßten.

        • Lusankya 15. September 2014 um 15:50 Uhr

          Eben das sind aber auch nur Vermutungen deinerseits. Der AR kann und darf nicht bestimmen, was im operativen Geschäft Sport vonstatten geht. Das wiederum erzeugt doch dass man Beiersdorfer nicht die Hände bindet, sodass er weitermachen kann, da die Verantwortung für den Fußballtrainer eben bei ihm liegt! Denke dass die Äußerung von KG nicht die falscheste war.

          Zudem liegt es an Beiersdofer den Trainer freizustellen, oder eben nicht! Dass das natürlich in Absprache geschieht, sollte klar sein. Allerdings liegt die fachliche Kompetenz bei eben genannten Beiersdorfer, der, falls man sich wirklich gegen Slomka entscheiden würde, aus der Schussbahn genommen hat, durch eben oben benannten Daten! Das selbe gilt auch für eine weitere Zeit mit Slomka, in den nächsten Wochen. Ob die Aussage abgesprochen war, oder nicht weiß keiner. Das stimmt. Über den Inhalt muss man aber wirklich nicht diskutieren, da er Beiersdorfer, in welcher Art und Weise auch immer, aus der Schussbahn genommen hat! Da sind doch eher andere Äußerungen zu diskutieren

        • ausgegliedert 15. September 2014 um 21:38 Uhr

          „Richtig, er kann nicht. Und kann deshalb nicht, weil sein Oberkontrolleur mal wieder die Klappe nicht halten konnte“

          Du traust es DB nicht zu, Grave? Obwohl ein HC verkauft wurde, um ohne KMK Lassoga zu finanzieren?
          Ist im Zweifelsfall aber auch weniger von Bedeutung, nach dem Heimspiel war MS verbrannt. Wer sich nun wie dazu äußert, spielt wohl keine Rolle mehr. Es greifen dann eben doch die Mechanismen des Marktes, weil das Gesamtkonstrukt AG noch nicht komplett greift. Leider 🙁

  9. Mortimer Stan Stock 15. September 2014 um 15:57 Uhr

    Angenommen ein Reporter lauert KG auf und fragt ihm nach dem Spiel: Was wird jetzt aus Slomka. Wenn er sagt: „Kein Kommentar“, dann steht Morgen in der Zeitung: Der Aufsichtsrat steht nicht mehr hinter Slomka.

    Wenn er sagt: „Ich stehe 120% hinter Slomka“, ist der Aufschrei da, dass er sich einmische …

    Letzteres scheint mir weniger schlimm als Ersteres.

    • Kai Arne 15. September 2014 um 18:36 Uhr

      Besonders problematisch finde ich, dass mittlerweile die nicht ortsansässigen (aber hoch beleumdeten) Sportredaktionen von SZ, FAZ usw. einfach auf jeden Zug aufspringen, den die lokalen Medien so losfahren lassen.
      Ich habe heute nur einen Artikel gesehen, der Slomka nicht zum Abschuß freigegeben hat. Dabei war angesichts der sporadisch eintrudelnden Verstärkungen eigentlich von vornherein vollkommen klar, dass die ersten Spiele „nur“ eine Chance für die „Bewährung“ der alten Spieler waren – die sie wenig überraschend nicht genutzt haben. Und dass die Neuzugänge hier nicht so nahtlos einschlagen (was für ein Bild) wie Alonso. Auf ein Wunder durfte man hoffen, als Fan sowieso – aber man kann auch nicht den Weihnachtsmann entlassen, wenn an Weihnachten nicht überall Frieden ist, nur weil man das eben unrealistischerweise gern so gehabt hätte.

  10. Lusankya 15. September 2014 um 16:37 Uhr

    Ich schrieb es gestern Abend schon. Was hier in Teilen zu lesen ist, ist schon wirklich harter Tobak!

    Zum gestrigen Spiel:

    Dass man wirklich so hat spielen lassen hatte mich doch recht stark verwundert. Gleich eine Fülle von neuen Spielern, die so eigentlich keine Bindung zu den anderen Mitspielern hat haben können, mit der Gewissheit, dass man auch unter der Woche keine Automatismen von jetzt auf gleich üben kann. Besonders verwundert hat mich die Aufstellung Julian Green und Nicolai Müller. Erstgenannter knapp 1 Woche im Training und Müller die ganze Zeit angeschlagen. Ein Ostrzolek, der, wie gestern auch, noch nicht den Faden findet. Drobny allerdings konnte ich nachvollziehen. Erstens wegen der Äußerung Slomka`s und zweitens weil ich vermute dass man die Wende schaffen musste(!) und er in der Relegation ein Anker für uns war und ich genau deshalb denke dass das der Grund dafür war, wieso Drobny im Kasten stand!

    Wie dem auch sei, das Spiel war so ziemlich das was „ich“ vermutet habe. 2 schnelle Tore, viel zu viele offene Räume, die das durchspielen der Hannoveraner zuließ. Allerdings, und da bin ich bei Slomka, hat sich die Mannschaft ab der 25. Minute stetig mehr gefangen. Dass man nach der HZ. dann so wieder zum Spiel fand, fand ich überraschend. Wenn man anfangs dachte, Slomka würde die Mannschaft nicht erreichen, der muss sich wohl, oder übel, die Frage stellen ob er denn wirklich genau beobachten würde! Dass diese Aufstellung ein Fingerzeig ist, ist auch klar. Auch einer an Rene Adler, der sich auch Kritik gefallen lassen muss, ohne diese zu kritisieren. Er sagt doch selbst über sich dass er reflektieren würde und das glaube ich ihm auch. So auch dass er sich damit sehr wohl derzeit damit auseinander setzt.

    Man muss sicherlich in Rechnung stellen, dass H96 nach dem 2:0 nicht mehr zwingend versucht hat nach vorne zu spielen. Das erklärt sicherlich auch die Angleichung der statistischen Werte in HZ 2 und relativiert die stärkere Präsenz des HSV in der zweiten Spielhälfte schon etwas. Dennoch habe ich eine bessere Bespielung der Räume gesehen beim HSV sowie vor allem ein indisziplinierteres Positionsspiel insbesondere im Defensivverbund. Die Chancen kamen nicht ganz von ungefähr. Man weiß natürlich nicht wie H96 bei einem Anschlusstreffer reagiert hätte. Ganz grundsätzlich hat mich das 4-4-2 Hannovers überzeugt., das 4-2-3-1 des HSV (unabhängig von allen anderen Dingen) eher nicht.

    Zur Personalie Slomka`s,

    ich denke dass man ihm durchaus die Chance geben sollte bis zum Gladbach-Spiel. Denn was würde sonst passieren? Slomka wird nun durch einen anderen Trainer ersetzt, sitzt gegen Bayern auf der Bank und kassiert seine durchaus denkbare Niederlage. Kein wünschenswertes Szenario, für keinen Trainer der Welt. Kommt dann auch noch eine ebenfalls zu erwartende Niederlage gegen Gladbach hinzu hätten wir auf Anhieb den neuen Trainer verschlissen. Kommt er erst nach Gladbach, so denke ich hätte man eine gewiss bessere Situation um mit einem neuen Trainer anzufangen. Egal ob Tuchel, Di Matteo, oder wen auch immer! Zudem kann man in den nächsten 2 Spielen sehen wie sich die Entwicklung der neuen Spieler und der alten macht und wie man sich gegen Bayern und gute Gladbacher gemacht hat. Kommt es widererwarten dazu dass man gegen die Bayern gewinnt und gegen Gladbach, so denke ich dass Slomka seine Rückendeckung bis zur Winterpause bekommen wird. Sollte man nur eines der beiden Spiele gewinnen, denke ich wird man analysieren müssen ob undwie es Sinn macht mit, oder eben ohne Slomka.

    Goldfather, auch wenn ich deine Beiträge gerne lese, so denke ich hattest du gestern mit einer Sache Unrecht. Und zwar mit dem Spiel 11vs11. Das mit den Trainingsmethoden sicherlich nicht, aber ich denke es ging Slomka vorrangig darum dass man ein Mannschaftsgefüge aufbaut und zudem die Jugendspieler damit einbindet. Ich kann mir auch gut vorstellen dass dieses 11vs11 durchaus auch ein teil der Philosophie von Peters ist und in regelmäßigen Abständen beim HSV, mit welchen Trainer auch immer, sehen wird. Das war im übrigen auch oft in Hoffenheim der Fall.

    • Lusankya 15. September 2014 um 17:11 Uhr

      Ich weiß worauf du abzielen willst. Fakt ist dass nicht der AR die Mannschaft aufstellt, sondern eben der Spielleiter Aber im Kern kann ich deren Aussage verstehen. Wieso sollte man die neuen Spieler nicht spielen lassen? Dafür wurden sie ja Verpflichtet.

      Das Hauptproblem was ich gestern wahrgenommen habe, war doch dass, das mit Djourou und Dieckmeier nur 2 Spieler auf dem Platz standen die so schon zusammen gespielt haben! Drobny und Lasogga lasse ich daher außen vor! Oben schrieb ich es schon, dass ich genau diese 3 Leute nicht unbedingt gleich zu Anfang gebracht hätte. Stattdessen wäre ein Jiracek/Westermann(Ostrzolek), Arslan(Müller dafür Holtby auf der 10) und Rudnevs(Green) sinnvoller gewesen. Zudem hätte man das auch begründen können. Einzige vllt Ostrzolek hätte es wohl am ehesten verdient gehabt aufzulaufen, von diesen drei genannten!

      • menke 15. September 2014 um 17:59 Uhr

        (Vorsicht ironie..)
        Heute morgen in der Schweiz…“Guten Morgen, mein Chef, Sie wollten mich sprechen..“ Der ältere Mann an dem großen Schreibtisch faltet seinen Kicker zusammen und schmeißt ihn wütend auf den Stapel MOPO,Abendblatt und BLÖD…“Sach mal,K.G, bist Du vom wilden Affen gebissen worden? wie kommst Du zu der bescheuerten Äußerung dass Slomka zu 120 % die nächsten beiden Spiele auf der Bank meines HSV sitzen wird????“…“Aber Chef….“…“K.G, ich lehne mich vor der Saison weit aus dem Fenster und will nen anderen Trainer und Du redest so nen Scheiß…“…“Aber Chef…“…“Du redest und redest, blablabla….Ich ordne an dass Felix in der 2.englischen Liga alle 5 ersten Spiele verliert um Ihn schnellstmöglich zu uns zu holen und Du gibst diesem Richard Gere-Verschnitt noch 2 zusätzliche Spiele, hast du ne zu enge Unterhose an?….Wenn Du nicht bald den Ball flachhälst und ab sofort jedem Mikrophon aus dem Weg gehst, wäscht Du wieder meine LKW´s…Haben wir uns verstanden?“…“Ja, Chef, aber ich habs doch nur gut gemeint…“…“Fahr zurück nach HH, Didi kommt gleich zum frühstücken, hau ab….“ Ironie vorbei….
        @FSC-Keeper: ich glaube wir beide denken an den gleichen Maulwurf, aber schwer zu beweisen und deshalb unschuldig..Die HH-Presse wird ihn nicht liefern, da wären sie ja schön blöde..
        Das Dämliche an dieser Trainerdiskussion ist ja: keiner weiß ob es nach einem Wechsel (zu Tuchel, Magath,…) besser wird u