Zu 120% peinlich.

Neuer Aufsichtsrat, neuer Vorstand, neue Mannschaft – alte Verhaltensweisen. Jeder, der nach dem 25.05. voller Verzweiflung gehofft hatte, dass dieser HSV auf dem schnellen Weg in eine andere Zukunft ist, blieb auch gestern Abend wieder einmal mit einem Kopfschütteln zurück.

Gegen 21.41 Uhr vermeldeten SKY und BILD nachezu zeitgleich, dass man sich vom glücklosen Mirko Slomka getrennt hätte und hier beginnt der erste Akt der Peinlichkeiten. Hatte ich gestern noch über den „Spion, der sich liebte“ innerhalb der Mannschaft geschrieben, gibt es offentichtlich seinen Cousin irgendwo innerhalb des Aufsichtsrates oder Vorstandes immer noch. Für alle diejnigen, die seit Mai u.a. bei Facebook immer laut und gern propagieren wollten, dass „nichts mehr nach außen dringt“ und sich die „böse Presse etwas ausdenken müsse“ ein Fußtritt in die Fresse.

Denn eines sollten die Träumer endlich einmal realisieren: Die Presse muss sich überhaupt nichts ausdenken, sie wird nach wie vor beliefert. Und sie wird immer dann beliefert, wenn sich irgendeine Kanaille einen Vorteil erhofft, wenn er redet.

„Wir werden nicht in Panik verfallen, werden nicht handeln – das kann ich zu 120 Prozent sagen“.

Der Mann, der dies ohne Not nach dem verlorenen Spiel in Hannover zum Besten gab und der im weiteren Verlauf dieses Blogs ab sofort nur noch auf den Namen „120%-Kuddel“ hört, ist ein Teil des Problems und hier kommen wir zu Peinlichkeit Nr. 2. Mit seiner gegenüber SKY geäußerten Meinung engte er den Handlungsspielraum von Vorstandsboss Beiersdorfer hochgradig ein, der gestrige Befreiungsschlag Beiersdorfers wirkt nun noch grotesker, er wirkt wie ein Akt des Pimmelfechtens

. „Ich zeige jetzt mal, wer im operativen Geschäft die Entscheidungen fällt, selbst wenn sie zu diesem Zeitpunkt falsch sein mögen“

Und es soll doch jetzt bitte kein HSV+-Hooligan um die Ecke kommen und behaupten, dass die Presse den Trainer auf dem Gewissen hätte. Diesen Trainer hat, zumindest zu diesem Zeitpunkt, der Verein selbst auf dem Gewissen. In dem Moment, an dem Gönner-Simulant Kühne vor der Saison die Keule rausholte, in dem Moment, an dem sein Tribun „120%-Kuddel“ wiederholt nachlegte und zum Schluss von den Räten von Heesen und Nogly assistiert wurde, war Slomkas Schicksal beschlossen. Dass die Presse darüber berichtet, darf niemanden verwundern, weil eben das ihr Job ist.

Peinlichkeit Nr.3: Vorstand und Aufsichtsrat tagen an einem „geheimen“ Ort, hieß es. Am Arsch, geheimer Ort. Man tagte in der Zentrale von Kühne&Nagel in der Hafencity und als HSV-Fan muss man sich fragen: Geht’s eigentlich noch dümmer?

Slomka_raus

Teile des Aufsichtsrats und Beiersdorfer am Nachmittag vor der Kühne-Zentrale (Foto: BILD)

Wie deutlich möchte man eigentlich noch demonstrieren, wer beim HSV am Ende des Tages die Entscheidungen fällt, egal, ob sich Beiersdorfer diesmal ein wenig aufgelehnt hat oder ob es so aussehen sollte, als hätte er sich aufgelehnt.

Aber wie geht’s nun weiter? Übergangsretter oder Dauerlösung? Hat man den Überflieger bereits gefunden oder ist man von der eigenen Dynamik überrascht worden?

Die Frage, dass man die Arbeit von Mirko Slomka hinterfragen müsse, stellt sich nicht, 12 Punkte aus saisonübergreifend 16 Spielen ist deutlich zuwenig. Der Zeitpunkt der Demission nach dem dritten!!!! Spieltag ist jedoch dummerhaft ohne Ende. Entweder, man hätte den Trainer in einem Abwasch mit dem alten Sportchef vor Saisonbeginn entsorgen müssen oder man hätte ihm die Chance geben müssen, mit den neuen Spielern eine schlagkräftige Truppe zu formen. So hat man alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte.

Heute steht der HSV wieder einmal so da, wie ihn Fußball-Deutschland kennt. Uneins, nicht vertrauenswürdig, ohne Trainer und ohne Punkte. Welcher Übungsleiter sich diesen Tretmühlenjob in Zukunft auch antun möchte, er tut mir bereits jetzt leid. Denn eines muss er wissen: Im Zweifelsfall hat er nicht nur die Medien als Gegner, er hat den „Feind“ im eigenen Haus. Dies und einige andere Dinge hat uns unser redseliger „120%-Kuddel“ eindrucksvoll demonstriert.

Aber – wer weiß? Vielleicht besitzt „Kuddel“ ja einen Trainerschein und macht den Job gleich selbst. Ganz offensichtlich ist der Mann ja der Meinung, dass er mehr vom Fußball versteht, als ein lizensierter Übungsleiter.

Von | 2014-09-16T07:47:46+02:00 16. September 2014|Allgemein|89 Kommentare

89 Comments

  1. Mario Orlando 16. September 2014 um 08:01 Uhr

    Ich sach jetzt mal nix außer … Es wird alles zu 120% besser.

  2. André 16. September 2014 um 08:21 Uhr

    Toller Blog, den Nagel auf den Kühne getroffen. Also alles wie immer beim HSV…. Bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Das schlimme aus meiner Sicht ist, dass man sich selbst wieder unter Zeitdruck gebracht hat. Man hätte doch in aller Ruhe über die Sommerpause einen neuen – ins Konzept passenden – Kanditaten suchen können. Nun muss wieder mal eine Hau-Ruck-Aktion her. Oder steht der neue Übungsleiter doch schon fest???

  3. Marzl 16. September 2014 um 08:24 Uhr

    Zu 120% auf den Punkt gebracht.

    Außerdem bringt sich Kuddel doch allgemein um seine Glaubwürdigkeit.
    Würde ich bei K&N arbeiten und Kuddel sagt mir, das er zu 120% auf mich zählt, weiß ich, dass ich mir gleich einen neuen Job suchen kann!

    Außerdem, er trifft sich tagsüber in der Firmenzentrale?
    Auch hier ein „tolles“ Signal an die Mitarbeiter, während der Arbeitszeit sich um private Sachen zu kümmern.
    Dann wird jeder Mitarbeiter, der bei K&N nebenher ehrenamtlich arbeitet in Zukunft auch seine Meetings, etc. während der Arbeitszeit erledigen…

    Der Typ wird sowas von unglaubwürdig!

    Frage wäre nur, war das von langer Hand so geplant, das man MS Schritt für Schritt in der Saison demontieren wollte?!?
    Nur der Zeitpunkt ist wirklich ein „Witz“!

    Wer soll denn kommen, wenn man evtl. wirklich mit Tuchel ein Agreement hat, das er eigentlich ab 2015/2016 einsteigen soll(t)e?
    Kommt ja nur eine interne Lösung in Betracht. (Zinnbauer/Cardoso?)

    Und was kostet überhaupt der ganze „Spaß“ MS zu beurlauben? Wird ja nicht nur er sein, sondern auch sein ganzes Team, das er installiert hat.
    Das Geld häte man auch gut in Ausbildung junger Spieler investieren können!

    Oh man…

  4. Pollinho 16. September 2014 um 08:26 Uhr

    Zum Maulwurf in der Vereinsführung:
    Entweder wurde der Maulwurf aus der Ertel-Zeit durch einen neuen Maulwurf ersetzt, oder es engt sich der Kreis der Verdächtigen auf zwei Personen ein, die vor und nach der Mitgliederversammlung dem Vorstand angehörten und (noch) angehören. Es ist so schade !

    • Jan B 16. September 2014 um 08:31 Uhr

      Solange der HSV es nicht schafft, sich in Form eines vernünftigen Medienkonzepts von der Presse zu emanzipieren, bleibt alles beim alten. Denn die Mechanismen im Umgang mit der Öffentlichkeit sind immer noch die gleichen.

  5. Janosch 16. September 2014 um 08:45 Uhr

    Also über den Zeitpunkt bin ich auch mehr als erstaunt! Das hat doch irgendwie weder Hand noch Fuss… Die sportliche Bilanz von MS ist mies, das steht völlig ausser Frage. Und wie vor einiger Zeit geschrieben, fehlte mir bei ihm auch die Spielidee und eine Weiterentwicklung war nicht zu sehen. Aber entweder man entscheidet sich VOR der Saison für diesen Trainer und zieht das durch und stärkt ihm entsprechend den Rücken oder man entscheidet sich dagegen – aber Klartext halt!

    Für meine Brähmer Kumpels im Freundeskreis gerade wieder einmal ein wahres Fest…. Ich hoffe, es werden nun ein paar nachhaltige Entscheidungen getroffen, damit ich diese Häme nicht jede Saison über mich ergehen lassen muss.

    Bin sehr gespannt, was nun passieren wird!?

  6. Ligature 16. September 2014 um 08:48 Uhr

    These 1: Die Entlassung von Mirko Slomka musste sein: Kein Trainer, dessen Team so lange erfolglos bleibt (in welcher Aufstellung auch immer, ob mit oder ohne Vorbereitung), ist nach dieser Zeit imstande, seine Überzeugung in die Leistungsfähigkeit der Spieler noch glaubwürdig nach innen und aussen zu vermitteln. Das gilt ganz unabhängig davon, ob die lange Phase der Erfolglosigkeit lediglich ein Zufall oder Resultat schlechter Teamführung ist. Wer als Trainer ständig Entscheidungen trifft ohne Erfolge zu erzielen, der verliert nun einmal seine Überzeugungskraft. Vor allem bei den Spielern. Gegen diese zwingenden psychologischen Mechanismen helfen aufgesetzte Bekenntnisse („Der Trainer erreicht uns“) nichts.

    These 2: Die Überschrift des Blogs ist sehr gelungen – und ebenso die Analyse des Entscheidungsdilemmas, in das Dietmar Beiersdorfer durch Mr. „120%“- gestürzt wurde.

    Ps. – und wie tröste ich mich selbst ? Vielleicht damit: Besser das Team an den Spieltagen neu einstellen, an denen keine Punkte erwartet werden. Was wieder einmal zeigt: Die Fähigkeit eines HSV-Fans, neue Hoffnungen zu bilden, ist proportional zu seiner Verzweiflung.

    • Janosch 16. September 2014 um 10:14 Uhr

      „Die Fähigkeit eines HSV-Fans, neue Hoffnungen zu bilden, ist proportional zu seiner Verzweiflung.“

      Ja, ich glaube, passender kann man es nicht ausdrücken…

      Ich hoffe nur, es wird zeitnah eine Lösung präsentiert – sonst haben wir wieder wochenlange Spekulationen mit den üblichen Verdächtigen in der Boulevard-Presse…

  7. Col. Kurtz 16. September 2014 um 09:29 Uhr

    Wieso soll das ein Befreiungsschlag von DB sein? Er zeigt alles, was na Harke ist und macht das, was Kühne eh schon forderte?
    Also ich bin nach wie vor Positivist und würde vermuten, dass das schon ein Ssinnhaftes Gespräch bei K&N gewesen ist. Okay KG ist vorgeprescht und hat sich blamiert, mit den 120%, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das DB eine solch fundamentale Entscheidung zu einem vermeintlich denkbar ungünstigen Zeitpunkt (Vor Hammerspielen, Nachfolger vorhanden???, SpoDi noch nicht an Board,…) nur macht, um KG eins auszuwischen. Dafür denke ich – bzw hoffe inständig – sollte DB doch zu professionell sein.
    Ferner Sind für mich alles Personal-Entscheidungen seit Ausgliederung gut getroffen worden. Insofern stimmt nicht das hoffnungsvoll trotz ungelenken Presseumgang des ARV. Also schaun mer mal…

  8. legatfan 16. September 2014 um 09:29 Uhr

    Es geht also doch noch peinlicher. Gernandt ist ein würdiger Ertel-Nachfolger. Wie man sich und andere als eigentlich intelligenter Mensch – wie richtig im Blog geschrieben – ohne Not, dermaßen in die Bredouille bringen kann ist mir rätselhaft. „Kein Kommentar“, Autotür zu und ab vom Hof hätten es auch getan.
    Von der Entlasssung als „Newsticker“ im Fernsehen („wie BILD meldet,…“) zu erfahren, ist nur noch zum Brechen. Warum bekommen die es nicht hin, diese Sachen über Ihr HSV-TV bzw. Internetseite als Erste zu melden?
    Slomkas Bilanz ist katastrophal, daher ist ein Wechsel nachvollziehbar, wenn nicht sogar notwendig. Der Zeitpunkt und die nächsten Gegner (nach dem 3. Spieltag, Bayern und Gladbach auswärts vor der Brust) sprechen für einen Interimstrainer für zwei Spiele, ansonsten wäre der neue Coach bereits nach diesen Spielen angezählt.
    Jetzt stellt sich nur die alljährliche Frage, wer um die Ecke kommt und uns bei seiner Vorstellung wieder erzählen wird, daß der HSV ein großer Verein sei, der unglaublich großes Potential hätte und den er schon immer bewundert hätte, um sich in ein paar Monaten zu fragen, wo er hier gelandet ist.

    • Marzl 16. September 2014 um 12:43 Uhr

      Warum lässt man bitte Slomkanicht gegen Bayern und Bladbach auf der Bank und zieht die Spiele durch, da man sich da wenig (berechtigterweise) Hoffnungen auf jeweils 3 Punkte pro Spiel macht.
      Wer soll denn da auf der Bank sitzen und sich das antun und die Spieler motivieren, die dann wissen, dass in 3 Spielen gleich wieder der nächste kommt, den nimmt doch keiner ernst!
      Gegen Frankfurt hätte man sicherlich größere Chancen (sorry liebe Frankfurter) und mit etwas Rückenwind gegen Dortmund ins Spiel gehen können, die einem ja ganz gut liegen…

      Anscheinend hat Beiersdorfer im Hannoverspiel was gesehen, was alle anderen nicht gesehen haben und zwar keine Tendenz nach oben.
      Wobei man ja 2 riesige Chancen hatte und es auch sicherlich unentschieden ausgegangen wäre.

      Was wäre dann gewesen? Slomka der große Taktiker, schafft aus einem 0:2 ein 2:2.
      Also hält man an ihm fest.

      Daher ist für mich persönlich das ganze von langer Hand geplant gewesen. In der Vorbereitung hieß es Augen zu und durch und wer weiß, evtl. steht Tuchel ja doch in den Startlöchern; Aussagen hin oder her
      Ich sag nur Allofs von Bremen zu Wolfsburg damals 😉

    • klassical 16. September 2014 um 15:05 Uhr

      Es steht am Tag danach immer noch nichts auf der Internetseite des Vereins…nichts zur Entlassung des wichtigsten Mitarbeiters in sportlicher Funktion…wie kann das eigentlich sein? Die Öffentlichkeits- und Pressearbeit des HSV ist einfach nur noch katastrophal…oder haben die auch arbeitsfrei, weil die Mannschaft trainingsfrei hat…in dieser AG läuft aktuell nix!!! Herr Gernandt macht den Ertl…und Didi? Zeigt mit seinem Vorgehen nur die Unentschlossenheit

  9. menke 16. September 2014 um 09:30 Uhr

    Also wieder mal ein Trainer weg…Kennen wir ja nicht anders in Hamburg..Sicherlich, die Punkteausbeute ist zu mager gewesen, aber ich hätte mir mehr Vertrauen in Slomka gewünscht…
    Ich habe vor etwas längerer Zeit mal geschrieben, dass es für jeden Trainer in HH schwer werden wird…Nur dass wir uns jetzt so lächerlich machen, hätte ich beim besten Willen nicht gedacht..Dieser 120-%-Kuddel hat in bester Großkreutz-Manier in unsere Lobby gepisst (sorry die Wortwahl).
    Diese Abhängigkeit des HSV von HSV-„fremden“ Entscheidungsträgern und die Abhängigkeit des HSV von der Hamburger Presselandschaft mit der ganzen Indiskretion kotzt mich nur noch an.
    Wir kommen niemals in ruhiges Fahrwasser, wir werden niemals etwas Sinnvolles aufbauen können, da wir viel zu gläsern sind und uns immer noch an den Erfolgen der 80er-Jahre aufgeilen.
    Jeder HSV-er hat die Ausgliederung befürwortet, jeder war voller Hoffnung als Beiersdorfer zurückkam.
    Ich hoffe inständig der HSV schafft den vereinsinteren Turn-around,allein mir fehlt der Glaube…
    „Die Fähigkeit eines HSV-Fans, neue Hoffnungen zu bilden, ist proportional zu seiner Verzweiflung…“ sehr gut geschrieben @ Ligature…
    Welcher Trainer tut sich seiner Trainerlaufbahn den HSV an? Auf das bestimmt heute beginnende Trainer-Name-Dropping verzichte ich bewusst, mir tut Slomkas Nachfolger jetzt schon leid…
    Menke…HSV

  10. Marco 16. September 2014 um 09:30 Uhr

    Da ich mich zurzeit auf Sardinien im Urlaub befinde, gibt es gerade logischerweise schönere Dinge als sich mit dem HSV zu befassen. Doch als ich die Sätze des Aufsichtsratvorsitzenden gelesen las, blieb nichts als Kopfschütteln.

    Eine Schonfrist für zwei Spiele auszusprechen in denen die Gegner Bayern und BMG heißen, ist von Dummheit nicht übertreffen. Man hätte auch gleich in die laufenden Kameras sagen können, dass man den Trainer gleich entlassen wird….

    Die Entlastung war für mich jedoch alternativlos. Der Klassenerhalt war nicht Slomkas Verdienst, die Punkteausbeute war miserabel und wenn man nach der längsten Vorbereitung aller Clubs nach nur zwei Spielen zu blindem Aktionismus neigt und den Torwart tauscht, keine Handschrift erkennbar ist dann ist der Weg doch klar.

    Spannend wird nun zu sehen wie der Plan der Verantwortlichen aussieht und ob es überhaupt einen Plan gibt.

  11. Heidelberger 16. September 2014 um 09:44 Uhr

    In der Kolumne von Jovanov ist ein Aspekt aufgegriffen worden, der zu 120% ins aktuelle Gesamtbild passt. Ich meine damit den zeitlichen Ablauf über die Eckpunkte eines Engagements seitens Herrn Kühne.

    Soweit ich es in Erinnerung habe, stand relativ früh nach der Wahl im Januar fest, dass sich KMK im Falle eines Wahlsieges im Mai finanziell Beteiligen möchte. Selbst von einer Anschubfinanzierung sei immer die Rede gewesen. Wieso hat man es denn eigentlich seitens der Protagonisten von HSV+ nicht geschafft, die Eckpunkte für den Fall der Fälle bis zum 25.5 zu fixieren? KMK hätte, ohne dass die genauen Modalitäten an die Öffentlichkeit getragen werden (ich weiß – aus heutiger Sicht eigentlich undenkbar), das Geld treuhänderisch hinterlegen können. Es hätte Planungssicherheit bestanden.

    Der sportliche Fehlstart in die Saison ist irgendwie auch hausgemacht. Man hätte in meinen Augen alles daran setzen müssen, dass die Wunschspieler im Trainingslager dabei sind. Aber zu dem Zeitpunkt hat man sich gefühlt noch um die Modalitäten eines Engagements gestritten. Im Nachhinein betrachtet erfüllt diese Tatsache mindestens den Tatbestand der Fahrlässigkeit.

    So wie es gelaufen ist, können die Neuen noch gar nicht integriert sein. Das Spiel gegen Hannover musste folgerichtig im Desaster enden. Zum Heimspiel gegen Paderborn waren ja noch nicht mal alle Neuen da. Unfassbar – aber das soll es dann von meiner Seite aus zu diesem Punkt auch gewesen sein.

    Da auch ich nicht Teil der Beteiligten bin, mag ich zu MS nur folgendes sagen:

    Sollte es stimmen, dass DB von MS zu keiner Zeit wirklich überzeugt gewesen ist, dann hätte er nie im Leben mit ihm in die neue Saison starten dürfen!

    Ich hoffe inständig, dass der überraschende Zeitpunkt der Demission einzig durch die Präsentation von Tuchel oder eines anderen Hochkaräters begründet ist. Für Experimente ist keine Zeit mehr da. Die nächste Patrone muss einfach ein Volltreffer sein.

    PS: Dein Blog trifft den Nagel in diesem Fall sogar zu 120% auf den Kopf 😉 Lass dich nicht verbiegen und mach bitte immer so weiter.

    • Gravesen 16. September 2014 um 09:52 Uhr

      Lies mal den morgigen Blog, der eigentlich heute hätte erscheinen sollen, der aber der Aktualität zum Opfer fiel 😉

      • Heidelberger 16. September 2014 um 10:01 Uhr

        Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich sage, dass ich das zu 1200% tun werde 😉

  12. Col. Kurtz 16. September 2014 um 09:48 Uhr

    Gute These Grave: „Und sie wird immer dann beliefert, wenn sich irgendeine Kanaille einen Vorteil erhofft, wenn er redet“. So weit so trivial.
    Aber was ist deine Folgerung daraus? Qui bono?

  13. Freischwimmer 16. September 2014 um 09:56 Uhr

    Weshalb wurde Slomka eigentlich nicht zum Ende der letzten Saison freigestellt?
    Man scheint ja nicht vollends von ihm überzeugt gewesen zu sein und anhand der spotlichen Bilanz -erfolgreiche Relegation hin oder her- sowie der grundlegen Neuausrichtung des HSV hätte man diesen Schritt auch begründen können.
    Worauf hatte man gewartet? War kein Geld für die Abfindungen vorhanden oder hatte man tatsächlich gehofft, dass Slomka mit einer kompletten Vorbereitung und einigen neuen Spielern kurzfristig eine erfolgreiche Mannschaft formen kann?

  14. Julian 16. September 2014 um 09:57 Uhr

    WIR BRAUCHEN HUNKE!
    Der hat die Raute noch im Herzen.

    • Pascal 16. September 2014 um 17:08 Uhr

      Damit er das vollendet was er im Aufsichtsrat begonnen Hat: den hsv vollständig zu zerstören? Nein danke

  15. MKST 16. September 2014 um 09:57 Uhr

    Moin,
    eigentlich kann bei deinem Blog nur den Kopf schütteln aber dieses mal bin ich hochgradig positiv überrascht. Das ist wirklich gut geschrieben und trifft den Nagel auf den Kopf. Gestern wurde doch allen HSV+ Wählern gezeigt, dass sie nach Strich und Faden von EOR und seiner Bande verarscht wurden. Es hat sich bis auf die Bezeichung AG statt e.V. nichts aber auch gar nichts verändert. Wobei doch ein Kühne entscheidet nun wann der Trainer fliegt.
    Ich sage nur strategische Partner werden kein Mitspracherecht beim HSV bekommen….

  16. Oberberger 16. September 2014 um 10:06 Uhr

    Ich hoffe inständig, dass man den Schritt getan hat, weil ein Top-Trainer zugesagt hat.
    Alles andere wäre eine absolute Katastrophe.

  17. Lonewolf72 16. September 2014 um 10:10 Uhr

    Ich verstehe im Moment dieses ganze blinde draufgehaue auf AR und VV nicht. Warum wird diesen Leuten nicht die Zeit gegeben sich und unseren neuen HSV zu entwickeln? Ich weiß, Zeit gibt es in diesem Geschäft nicht und das sind doch alles gestandene Männer/Kaufleute die das alles besser wissen müssten. Die Aussage von Herrn Gernandt kann man sehen wie hier beschrieben oder auch unter einem völlig anderen Gesichtspunkt.(Wovon ich ausgehe, da ich nicht glauben kann/will, dass solche Kommentare unabgesprochen passieren.) Herr Beiersdorfer hat damit nochmal an Profilschärfe gewonnen und lässt sich von niemanden ins operative Geschäft reinreden. Das er sich zum Thema Trainer nicht in der Geschäftsstelle trifft, sondern die Räume eines AR-Mitgliedes nutzt ist in meinen Augen auch perfekt gelöst. Solange die Herren dort zusammensaßen ist nichts nach außen gedrungen, kaum ist DB wieder in der Geschäftsstelle und redet mit Slomka schon weiß die Presse davon. Merkste was??? Vor der Ausgliederung wurde immer über die Mangelnde Kompetenz im AR und Vorstand gejammert (auch zurecht). Jetzt ist diese Kompetenz (AR: TvH und Nogly; Vorstand: Peters und zukünftig Knäbel) vorhanden, DB nutzt diese auch sofort und alles ist gleich wieder genauso schlecht. Das verstehe ich beim besten Willen nicht mehr.
    Über den Zeitpunkt der Entlassung kann man sicherlich vortrefflich streiten, aber ich glaube dort gibt es sowieso keinen idealen Moment. Man hätte wahrscheinlich vor der Saison Slomka entlassen sollen, aber anscheinend hat DB irgendwas gesehen und gehofft, dass es mit Slomka klappen wird. Nachdem dieses nicht eingetroffen ist, hat er halt schnell eine Entscheidung getroffen und dafür verdient er den größten Respekt. Um auf den Zeitpunkt zurückzukommen gibt es in meinen Augen nur 3 Szenarien und die Reaktionen der Pressefuzzis darauf:
    1.) Es gibt eine interne Lösung für die nächsten 2 Spiele mit folgenden Alternativen:
    a) Die Spiele werden erfolgreich bestritten und der Interimstrainer bleibt bis zur Winterpause oder Saisonende und dann kommt der Wunschtrainer (Tuchel???)
    b) Die Spiele gehen in die in die Hose, man bedankt sich und ein neuer Trainer kommt.
    2.) Es kommt ein Retter/Feuerwehrmann für den Rest der Saison und auch dort wieder die Alternativen für die nächsten 2 Spiele:
    a) Die Spiele werden erfolgreich bestritten, der neue ist der beste Mann und Slomka ein Vollversager.
    b) Die Spiele gehen in die Hose. Der neue kann keine Wunder vollbringen, lasst Ihm Zeit und eigentlich ist Slomka schuld daran.
    3.) Der Konzept-/ Wunschtrainer steht sofort zur Verfügung und auch dort wieder die Alternativen für die kommenden 2 Spiele:
    a) Die Spiele werden erfolgreich bestritten, der neue ist der legitime Nachfolger von Happel und Slomka konnte nie das Potential der Truppe rauskitzeln.
    b) Die Spiele gehen in die Hose. Der neue Trainer hatte einfach noch nicht genug Zeit den Spielern sein Konzept beizubringen. Wenn das bis zur Winterpause nichts wird, kann man Ihn immer noch medial hinrichten.

    Aber das sind alles nur Spekulationen, Wünsche und Hoffnungen meinerseits. Zum Glück kann keiner von uns in die Köpfe von DB, KG oder anderen Verantwortlichen unseres HSV’s schauen. So bleibt es für uns immer wieder spannend was passiert und auf jeden Fall kommt keine Langeweile auf.
    Meine Hoffnung für die Zukunft ist eigentlich nur, dass unser HSV endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt und wir eine entspannte Saison erleben. Und weit, weit in der Zukunft auch wieder mal eine erfolgreiche Zeit erleben dürfen.

    • Gravesen 16. September 2014 um 10:13 Uhr

      ..und im Himmel ist Jahrmarkt. Ich kann ja verstehen, dass man als HSV-Fan geneigt ist, sich die Sachen schön zu reden, aber man sollte auch irgendwann damit beginnen, die Realitäten zu akzeptieren.

    • Heidelberger 16. September 2014 um 10:25 Uhr

      Da du wie du selber sagst, eigentlich nur spekulierst und das Beste hoffst, will ich nur auf eine Sache von deinem Kommentar eingehen.

      Du sagst Beiersdorfer hat an Profilschärfe gewonnen und Entscheidungsfreude bewiesen. Ich hingegen sage, er ist in alte Verhaltensmuster verfallen und hat mal wieder das Unausweichliche vor sich hergeschoben. Somit hat er seinem Spitznamen Didi der Zauderer in der Trainerfrage alle Ehre gemacht.

      Dem Vernehmen nach ist DB zu keiner Zeit von MS überzeugt gewesen. Wenn das so ist, dann gehe ich mit so einem Mann erst gar nicht in die neue Saison. Stuttgart hat Stevens freigesetzt. Mit dem kann er eigentlich ganz gut. Das wäre eine gute Übergangslösung bis zum Wunschkandidaten Tuchel gewesen. Aber auch da sollte man nicht so lange zaudern – auch an der Stelle müssen Nägel mit Köpfe gemacht werden. Ich hoffe als Fan inständig, dass DB sich bereits mit TT einig ist und der HSV bereits einen Vorvertrag geschlossen hat.

  18. Col. Kurtz 16. September 2014 um 10:11 Uhr

    und letzter Punkt – wer sagt denn, dass das ein Geheimtreffen sein sollt? Die haben sich halt bei Kühne getroffen. Und? Sollen die das vorher in der Bild ankündigen? Nur, dass sie das nicht tun, macht es nicht zu einem Geheimtreffen. Dieser Ausdruck klingt aber viel besser. Passt natürlich auch besser zu dem “Observierungs-shot”. Ist mal einer statt in der Nase zu popeln den Tag, an dem es heiss werden könnte hinter DB hergefahren…
    Aber bringt halt alles bessere Dramatik…

    • Col. Kurtz 16. September 2014 um 10:52 Uhr

      Warum nicht? Wäre für mich naheliegen, da Geschäftsstelle ausfällt…

      • Pascal 16. September 2014 um 17:14 Uhr

        Weil du die Verbindung zu Kg ziehst aber es ist ganz einfach die Verbindung zu Kühne selbst gezogen und schon „zieht kühne den hsv am nasenring durch die Gegend“ oder so ähnlich wird die Presse das darstellen

  19. Gravesen 16. September 2014 um 10:25 Uhr

    Beiersdorfer. Der Mann heißt Dietmar Beiersdorfer

  20. BerndH60 16. September 2014 um 10:31 Uhr

    Mal abgesehen von dem unsäglichen Agieren des gesamten Vorstandes bleibt einem nur noch der Zynismus.

    Tuchel hätte schon vor zwei Jahren kommen sollen, dann hätte er nicht um ein „unbezahltes“ Sabbatjahr kämpfen müssen. Der Trainerjob beim HSV ist und bleibt der arbeitnehmerfreundlichste Job der ganzen Bundesliga.
    Regelmäßig mit Zwei- oder Dreijahresverträgen ausgestattet muß man davon maximal 10 Monate arbeiten, dann erfolgt die Ablösung.
    Nein, Trainer die zum HSV kommen sind nicht dumm, ganz im Gegenteil. Zwischen 14 und 26 Monaten bezahlter Urlaub oder eine fette Ablöse, falls ma