Jetzt mal ohne Spaß, Leute

Ehrlich, es geht mir auf den Sack und zwar gewaltig. Deshalb ist es mir heute auch vollkommen egal, ob ich etwas tue, was ein Berichterstatter niemals tun sollte: Seine Leser kritisieren. Ich kann dieses infantile Gejammer nicht mehr ertragen.

„Gibt es eigentlich auch mal positive Beiträge hier? Laufend wird nur kritisiert, alles niedergemacht. Informationen zu unserem HSV sind ja schön und gut, aber das ist mir alles viel zu pessimistisch! Ich verabschiede mich hier wieder…“

 

Ja, verdammt noch, was denkst du denn, was das hier ist? Eine HSV-Propaganda-Seite? Soll ich lieber von Friede, Freude, Eierkuchen schreiben, damit es dir besser geht? Soll ich lieber Märchen erfinden, damit jemand wie du besser schlafen kann?

Sorry, dann musst du dich auf HSV.de tummeln, da gibt’s lustige Hurra-Meldungen und spaßige Homestories, das ist doch niedlich. So lange niedlich, bis am nächsten Spieltag die nächste Klatsche kommt und genau dann ist bei diesen Jammerern das Geheul am lautesten.

Positive Beiträge? Gib mir doch mal einen Tipp für einen positiven Beitrag?

Soll ich es geil finden, dass die mittlerweile wahrscheinlich viert- oder fünfteuerste Mannschaft der Bundesliga wieder gegen den Abstieg spielt? Ist es das?

Du kämpfst ja um jeden, der Dir zuhört. Warum sitzt Dein Frust eigentlich so tief, dass Du so negativ drauf bist?

 

Bullshit. Ich kämpfe um überhaupt niemanden, denn falls es dir Schlaumeier noch nicht aufgefallen ist: dies ist ein unabhängiges Medium. Ich kann schreiben was, wann und über wen ich will. Ich muss keine politischen Zugeständnisse machen, ich muss niemandem nach dem Mund schreiben, solchen Heulsusen wie dir schon gar nicht.

Aber bitte, ich bin ja für Hinweise offen. Was soll ich denn mal Positives schreiben? Dass der HSV pleite ist, sich aber demnächst vier statt den versprochenen zwei Vorständen leistet? Dass die Campus-Kohle mehr als einmal den Bach runter ist? Dass nach wie vor JEDE wichtige Meldung an BILD oder Abendblatt gemeldet wird und zwar inkl. exakter Gehaltsangaben, vorab-Aufstellungen, Rückversetzungen von Torhütern?

Was ist denn nach dem 25.05. eigentlich besser oder nur anders geworden? Okay, die Profi-Abteilung wurde erfolgreich ausgegliedert und Dukaten-Didi wurde zum Vorstandsvorsitzenden überredet, nachdem er sich monatelang geweigert hatte, weil der Mann sehr wohl in der Lage ist, seine Fähigkeiten richtig einzuschätzen.

Dann wurden Peters und Knäbel für viel Geld geholt und Slomka und Kreuzer für noch mehr Geld gefeuert. Geld, das der HSV nicht hat. Aber egal, schreib’s doch mal positiv.

Und dann? Dann wurde Zinnbauer zu „Magic Joe“ befördert, mit Geld zugeschissen, obwohl er den Nachweis seiner Bundesliga-Tauglichkeit bisher schuldig blieb.

Ach verdammt, ich vergaß. Geduld. Man soll ja Geduld haben. Fragt euch doch mal, liebe Jammerlappen, ob ihr den Herren Ertel, Hunke oder Meier die gleiche Geduld entgegengebracht hättet oder habt? Und nein, ich will die Performance dieser Herren wieder gutheißen noch verteidigen, überhaupt nicht. Ich will nur mal deutlich machen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und das akzeptiere ich nicht, weil ich es nicht akzeptieren muss.

„…seine Beiträge waren vorher eigentlich immer lesbar oder hat Hunke seinen Account gehackt..“

 

Wie unfassbar belämmert muss man eigentlich sein, um solche Scheiße zu verzapfen? Die Beiträge waren für den Idioten deshalb lesbar, weil sie das enthielten, was ihm gefiel und was er lesen wollte. Jetzt erscheinen Dinge, die ihm nicht passen und deshalb hat „Hunke den Account geknackt“ Ha ha.

Kommen wir zurück zum Status quo.

Mehr als € 100 Mio. Verbindlichkeiten. Ohne Kühne geht nichts mehr. Keine weiteren Investoren in Sicht. Schon wieder den Trainer gefeuert. Bundesliga-Neuling als neuen Trainer. Maulwürfe nach wie vor. Mannschaft performed immer noch scheiße. Alte Strippenzieher wollen zurück in den Aufsichtsrat. Am Saisonende laufen 10 Verträge aus, aber der HSV hat kein Geld, um neue Spieler zu holen. Die tatsächlichen Macher von HSVPLUS haben dem Ganzen den Rücken gekehrt. Die Versprechungen wurden größtenteils nicht eingehalten. Sportchef redet von Abschlusstraining unter Ausschluß´der Öffentlichkeit und die Presse scheißt drauf.

Und! Und! Und!

Aber natürlich muss man Geduld haben, weil „Didi“ uns ja alle retten wird. Ich verstehe.

Übrigens: Wenn irgendjemand meint, mich dadurch „bestrafen“ zu können, indem er mir die Gefolgschaft auf Facebook aufkündigt – ich lache mich tot.

Frust? Ja. Ich bin gefrustet. Mich frustet soviel unfassbare Dummheit. Mich frustet es, dass es Leute gibt, die das, was offensichtlich ist, nicht erkennen wollen.

Aber wie bereits erwähnt – ich bin hier nicht der Gute-Laune-Onkel, der sich bei seinen Lesern dadurch beliebt macht, dass er sie anlügt.

P.S. Gerade lese die Kacke von „Herrn Scholz“

Zinnbauers U23-Gehalt von 10000 Euro im Monat wurde also mitnichten auf 80000 hochgeschraubt. Und da weder vom Titel noch vom Pokalsieg auszugehen ist, wird Zinnbauer am Ende der günstigste HSV-Trainer der jüngeren Geschichte sein.

Zuerst einmal: „Herr Scholz“ weiß einen Dreck. Aber der de Vrij-Vertraute schreibt das, was seine Spacken lesen wollen, das bringt Applaus. Am Ende des Tages jedoch, wenn „Magic Joe“ der gefühlt 372. gefeuerte HSV-Trainer sein wird, werden es Gestalten wie „Herr Scholz“ sein, die dem Geschassten kübelweise Schmutz hinterherwerfen. Wer das will, muss es machen.

Von | 2014-10-29T08:03:48+01:00 29. Oktober 2014|Allgemein|25 Kommentare

25 Comments

  1. Michael Lang 29. Oktober 2014 um 08:05 Uhr

    Ich finde deinen Blog gerade wegen deiner schonungslosen Offenheit super. Weiter so.

  2. moonpile 29. Oktober 2014 um 08:18 Uhr

    Moin, ich finde das gut, Grave was du hier schreibst

  3. Tobias Hinz 29. Oktober 2014 um 08:29 Uhr

    Oh man, da sind ja scheinbar schon wieder Gestalten unterwegs…
    Wenn man kritisiert, dann bitte auch mit vernünftiger Begründung. Warum kapieren das solche Menschen nicht?!
    Wenn ich dir hier jetzt auf „den Tisch kacke“, muss ich auch damit klar kommen, dass du das selbe mit mir machst. Aber wahrscheinlich bekommst genau jetzt schon Hassmails, dass du sowas sein lassen sollst…
    In diesem Sinne, mach weiter so. Es gibt keinen besseren Blog oder Ähnliches über den HSV!
    Einen schönen Tag euch.

    • Gravesen 29. Oktober 2014 um 08:36 Uhr

      Tobias, diese Mails interessieren mich schon lange nicht mehr. Was mich aber auf die Palme bringt, sind diese Hirne, die irgendwelchen Müll von wegen „Du bist nur noch negativ, findest du jetzt Ertel geil, oder was?“ verzapfen und wenn ich ihnen dann antworte oder sie gleich wegen akuter Dummheit rausschmeißen, meinen:“Du bist nicht kritikfähig“.

      Was für ein unglaublicher Dreck. Was haben diese Hohltexte mit Kritik zu tun? Warum sagt mir nicht mal einer, worüber ich denn bitte „positiv“ berichten soll?

      • Tobias Hinz 29. Oktober 2014 um 08:39 Uhr

        1. Mit Kritik hat das absolut gar nichts zu tun. Das ist einfach nur dämliches, haltloses Pöbeln, mit der sie sich profilieren möchten.
        2. Weil sie selber nicht wissen, was noch wirklich positiv ist 😉
        (Es gibt ja auch, leider, wirklich nichts Nennenswertes)

  4. Sassen 29. Oktober 2014 um 08:53 Uhr

    positiv läuft in der tat schon lange nichts mehr und ich glaube auch erst an eine wende wenn ich hier mal was positives lese.
    in diesem sinne, mach weiter so!

  5. Tobias Hinz 29. Oktober 2014 um 08:55 Uhr

    Haha. 😀
    Wenn wir dabei sind, die Auswärtstrikots finde ich auch ganz „positiv“. 😉

  6. Gravesen 29. Oktober 2014 um 08:56 Uhr

    Moritz, warum überlegen diese „Kritiker“ nicht, warum ich das so mache? Ich könnte mir das Leben doch unendlich leicht machen. Ich schreibe jeden Tag einen Blog, in dem ich zur Geduld auffordere. In dem ich die alten Aufsichtsräte niedermache und „Didi“ einen Lorbeerkranz nach dem anderen verleihe. „Alles geil,der Verein ist auf dem richtigen Weg, das wird schon“. Niederlagen waren unglücklich, Unentschieden waren eigentlich Siege. Lasogga wird garantiert Torschützenkönig und van der Vaart bringt im Winter nochmal € 6 Mio aus Dubai“

    Warum tue ich das nicht und lasse mich pausenlos bejubeln? Weil es Schwachsinn ist, weil es nicht der Realität entspricht und weil es falsch wäre.

    Aber dann würde ich garantiert keine Pöbelmails erhalten, keine persönlichen Drohungen und ähnliches. Das Leben wäre schön.

    Aber für solchen Schwachsinn stehe ich nicht morgens um 5 Uhr auf und schreibe einen Blog.

    • Pascal Jarosch 29. Oktober 2014 um 09:55 Uhr

      und genau deswegen gibt es einiges an Leserschaft, die sich jeden Tag auf deine Beiträge freuen, weil sie ehrlich, schonungslos und nicht beschönigend sind, die Realität eben.

      Du kennst ja deine Leserzahlen sicherlich besser als wir. Wie viele davon schreiben und wie viele davon beschweren sich andauernd?

      dürfte nicht so viel sein oder?

      • Gravesen 29. Oktober 2014 um 11:01 Uhr

        Es sind vorwiegend Facebook-User mit unkenntlichen Namen wie Ba Nane oder Moo Spack oder ähnlichen, die meinen, das Maul aufreißen zu müssen. Interessiert mich am Ende eher null

  7. Hoffmann Meinhard 29. Oktober 2014 um 09:30 Uhr

    Beim HSV ist leider zur Zeit alles sehr pessimistisch.
    Woran dieses liegt, möchte ich schon mit der größtmöglichen Wahrheit wissen.
    Deshalb weiter mit diesem Blog!!!!!!!
    Mit meiner Traurigkeit werde ich schon fertig.

  8. Jürgen Karl 29. Oktober 2014 um 09:53 Uhr

    Hallo Grave,

    deine Blogs sind qualitativ auf sehr hohem Niveau. Du beleuchtest in schöner Regelmäßigkeit die Schwachstellen unseres Vereins und bringst immer wieder gute und interessante neue Überlegungen / Denkansätze. Weiter so und vielen Dank dafür!!!

    Das einzig Positive in den letzten Monaten ist aus meiner Sicht der Nichtabstieg, der dem HSV die Chance ermöglicht hat sich auf dem Niveau der Bundesliga 1 zu konsolidieren. Ob es bei allen dunklen Wolken am Horizont dazu kommt, hängt m.E. sehr von der Qualität der handelnden Personen (vom Balljungen bis zum Aufsichtsratsvorsitzenden) ab. Wir werden es sehen…

    Eine Frage habe ich noch: Hast du genauere Informationen zum Wertgutachten des HSV und welche Auswirkungen dies für die Zukunft haben wird?

    • Gravesen 29. Oktober 2014 um 10:05 Uhr

      Nein, habe ich leider nicht. Angeblich wird der HSV mit € 350 Mio bewertet, dann kann sich jeder ausrechnen, wieviel davon 24,9% sind. Ist aber im Grunde nur eine „Marke“ für Kühne, denn einen anderen „strategischen Partner“ gibt es nicht

  9. Marco 29. Oktober 2014 um 10:09 Uhr

    Yes! Gib’s ihnen. Ich kann es auch nicht mehr lesen, überall geseier und gejammer.
    Schonungslos, brutal, offen & ehrlich!

    …weiter weiter immer weiter…

  10. Hannes Grundmeyer 29. Oktober 2014 um 11:04 Uhr

    Hab den Artikel heute morgen gelesen und gedacht, da hat mal jemand meine Gedanken und Empfindungen zum HSV auf Papier gebracht! Das letzte für den HSV wirklich bedeutende positive Ereignis hat doch am 20. Juni 1987 stattgefunden. Sicher, danach gab es noch den ein oder anderen Sparkassen-Cup-Titel, Ligacup-Gewinn und nicht zu vergessen, dass grandiose Unentschieden (!) gegen einen abgehalfterten italienischen Rekordmeister. Natürlich gab es auch schöne Spiele, in denen gekämpft und gezaubert wurde. Aber was ist nach all diesen wenigen „Erfolgen“ und Siegen passiert? Das nächste Spiel ging garantiert verloren, das Unentschieden gegen die alte Dame aus Turin hat auch nur einen Punkt gebracht und so ist man aus der Champignon-Liga sang- und klanglos rausgeflogen, hat nach den „Titeln“ in der Sommerpause garantiert einen Fehlstart in der Liga hingelegt, oder ist immer dann, wenn es wirklich drauf an kam, grandios gescheitert (Grün-weiße Wochen). All dies immer mit einem Kader, der kostenmäßig auf Championsleague-Niveau war (ist), leistungsmäßig aber nur manchmal für´s obere Drittel in der Liga gereicht hat. Ergebnis dieser fast 30 Jahre ohne wirklichen Erfolg: Ich hab vielleicht die Hoffnung auf Besserung noch nicht verloren, den Glauben daran aber schon lange.

  11. Juschu 29. Oktober 2014 um 11:21 Uhr

    Ich warte ja immer noch auf die Kochrezepte! 😀
    Möchte auch gerne mal wieder was Positives lesen aber ich befürchte, auch heute Abend wird es nichts zum Jubeln geben. Zu den Details der Vertragsanpassung ist doch eigentlich nur eine erhöhte Summe, die an Erfolge geknüpft ist, genannt worden. Bislang haben alle Medien die weiteren Details doch nur geraten. Schlimm genug aber, dass die Summe schon wieder raus gekommen ist.
    Ansonsten teile ich die Meinung, dass ansprechen der unangenehmen Tatsachen eher weiter hilft, als Sachen zu beschönigen. Ist aber andrerseits auch ein wenig menschlich, sich selbst zu verarschen. Und nicht vergessen, zu 50+x% sind im Internet nur die Unzufriedenen unterwegs und ein ebenso großer Teil davon ist intellektuell nicht in der Lage, Sachen zu reflektieren. Damit muss man umgehen…

  12. Sassen 29. Oktober 2014 um 11:28 Uhr

    das sportliche, geschenkt, da hat eh´ jeder seine eigene meinung zu, ist ganz nett, aber auch nicht des pudels kern.
    gerade die hintergründe, das ist doch das interessante und davon gibt´s hier mehr eindrücke als einem lieb ist.
    so müsste doch wirklich jedem halbwegs blitzgescheiten klar sein warum´s nich´ läuft.
    jeder, angefangen bei den spielern hat eine entschuldigung, kann sich hinter mißständen verstecken und das schlimme – man kann viele zum teil auch noch verstehen.

  13. Holger 29. Oktober 2014 um 11:50 Uhr

    Ich habe mich gefreut, als HSV+ durchgesetzt wurde.

    Nein! Ich war nicht in „Jubelstimmung“, aber ich sah und sehe darin wenigstens die Chance Strukturen zu schaffen, die einigermassen kunkurrenzfähig (Nicht mehr, aber auch nicht weniger!) in der Liga sind.

    Auch war ich mit den sportlichen Neuzugängen zufrieden. Mit Müller, Ozscholek, Stieber und Holtby wurden Leute verpflichtet, die nicht von der Nationalmannschaft und Champions- League träumen sondern talentierte und erfahrene hungrige Kicker, die sich voll auf die Bundesliga konzentrieren. Die richtigen Charaktäre für „Abstiegskampf“.

    Auch in der Trainerfrage wurde endlich(!) mal ein Weg beschritten, nicht einen „großen Namen“ zu ziehen, sondern einen „hungrigen jungen Wolf“ zum Chef zu machen.

    Und jetzt?

    Nach der Hälfte der Hinrunde steht der HSV da, wo die letzte Saison geendet ist und hat ein Bundesligaspiel gegen Berlin hingelegt, dass fatal an die Spiele der letzten Saison erinnert.

    Das ist die unschöne Wahrheit.

    Trotzdem möchte ich die Hoffnung nicht aufgeben. Auch wenn mich der Eine oder Andere dafür am liebsten an´s Kreuz nageln oder in den „Blog der Verdammten“ jagen möchte.

    Auch wenn es abgedroschen ist, vielleicht muß man tatsächlich jetzt mal etwas „Geduld“ aufbringen.

  14. Stephan 29. Oktober 2014 um 12:16 Uhr

    Hallo Grave,
    ich äußere mich hier zum ersten Mal, da ich an sich nur stiller Begleiter Deines Blogs bin, aber ich möchte mich an dieser Stelle für Deinen hervorragenden Blog bedanken. Sicher gibt es auch mal Momente wo ich manchmal denke: „Was soll diese Äußerung denn schon wieder?“ Aber da ich weiß, dass Du im Gegensatz zu mir Hintergrundwissen hast bin ich schnell wieder besänftigt.
    Deine Blogs machen mich jedoch wütend, wütend auf den HSV. Ich will und kann es einfach nicht verstehen, dass sich nichts geändert hat. Oft habe ich mir besonders in der vergangenen Saison selbst versucht einzureden, sollen sie doch absteigen, denn mir ist es mittlerweile alles egal und gleichgültig. Aber leider ist dem nicht so, mir liegt dieser Verein (nicht die handelnden Personen) einfach doch zu sehr am Herzen, obwohl ich bewusst nur den letzten Pokalsieg in Erinnerung habe.
    Auch ich habe in den ersten Wochen nach HSV-Plus immer wieder gedacht: Nun wartet doch mal ab und macht nicht schon wieder gleich alles schlecht, gebt den Leuten doch etwas Zeit, denn es gab auch Hoffnungsschimmer (Peters, Knäbel) aber mittlerweile bin ich nur noch enttäuscht. Bei mir raucht es im Kopf, wenn ich Deine Blogs lese und auch wenn ich von Management usw. keine Ahnung habe komme ich mir vor wie in einer Endlos-Satire-Soap.
    Ich denke nur durch nachhaltigen Erfolg wird der HSV es vielleicht schaffen in ruhigere Fahrwasser zu kommen, aber wie soll sich dieser den bei diesen Voraussetzungen einstellen? Und an sich wird der Erfolg sicher auch nur die Probleme des HSVs überdecken. Keiner hat den A… in der Hose dort aufzuräumen und allen die es versuchen wird die Tür vor der Nase zugeschlagen.
    Trotzdem lebt irgendwie immer noch das Prinzip Hoffnung (Traumwelt?) in mir, dass doch noch Wunder geschehen und sich alles radikal ändert, allein mir fehlt der Glaube.
    Du Grave mach auf jeden Fall weiter so, selbst wenn ich vllt nicht immer Deiner Meinung bin, aber darauf kannst Du sicher ja auch gerne verzichten

  15. legatfan 29. Oktober 2014 um 12:27 Uhr

    Der Verein steht am Abgrund und wir alle hier hoffen, daß es ein gutes Ende nehmen wird. Was helfen kann, ist ein schonungsloses Ansprechen der Mißstände. Davon gibt es anscheinend immer noch genug. Alles andere, wie eine Zusammenfassung der Trainingswoche mit anschließender Prognose („Diese Woche war richtig Feuer drin, die Mannschaft weiß, worum es geht…“) oder ein Hochjubeln nach zwei Spielen ohne Niederlage, führen zu nichts.
    Man muß mit Sicherheit nicht jede Meinung teilen oder jedes Thema toll finden, die Unabhängigkeit des Autors, verbunden mit einer sehr guten Themenmischung und Hintergrundwissen machen diesen (oder dieses?) Blog zu einer sehr guten Adresse.
    Kurze Meinung zur Vertragsänderung Zinnbauers:
    Ein Anheben der Bezüge ist in meinen Augen nachvollziehbar, da es hoffentlich bei einigen Akteuren zu mehr Respekt (z. B. Arslans Interview zum Thema Ansprache) führen wird. Und vielleicht ist unser Vorstand ja auch lernfähig und hat eine feste Abfindungssumme vereinbart, wer weiß.

  16. Hajo Wenzel 29. Oktober 2014 um 13:25 Uhr

    Bislang war ich interessierter Leser, muß aber sagen, dass ich speziell den Blogs in den vergangenen Tagen vollends zustimme, denn es ist meines Erachtens nicht abzusehen – trotz Kompetenz (knäbel, Peters) – dass es zeitnah eine positive Entwicklung gibt und hier offen die Kritikpunkte schonungslos angesprochen werden.
    Ein gravierendes Problem ist der Einfluss der schreibenden Zunft (Hesse, Milani, Laux und Konsorten) , die dem Verein durch deren Berichterstattung von Interna extrem schaden und ich Frage mich, warum überhaupt noch Pressekonferenzen abgehalten werden. Würde mich auch nicht wundern, wenn z.B. Aufsichtsratssitzungen im Elysee abgehört würden und Ähnliches geschieht, denn im Grunde sind doch vorrangig Interna interessant und berichtenswert und bringen Quote, egal ob man damit Schaden zufügt.

  17. Micha 29. Oktober 2014 um 14:29 Uhr

    Ne, ich hab seinen Account gehacked.;) Kann doch nicht sein, daß es hier tatsächlich jemanden gibt, der sich noch journalististischen Standards verbunden fühlt und diese mehr als kompromisslos umsetzt.
    Dieses -sich nicht verbiegen lassen- imponiert mir. Wahrscheinlich können sich nur die Wenigsten von uns (mich eingeschlossen) an wirklich guten Journalismus erinnern, weil wir ihn nie erfahren durften.
    Die Frage ist: was möchte ich lesen?
    Trainingsberichte und Scheißhausparolen inkl. niederer Meinungsmache auf Kosten der (momentan) Schwachen?
    Brauche ich es für mein Seelenheil, wenn mir jemand wissentlich einen Haufen Kaka als leckeren Schokopudding präsentiert?
    Nö, also ganz ehrlich. Die Lage kann ja schlimm sein, dann möchte ich sie aber auch aus möglichst vielen Perspektiven beschrieben wissen. Es gibt aber nur eine kritische. Ich nehme das gerne an.
    Allerdings denke ich immer noch positiv, weil ich wohl -zum Glück- nicht so nahe dran bin wie Grave.
    Wir müssen Geduld haben. Joe ist kein Zauberer, aber gewissenhaft und konsequent (meine Eindrücke). Auch ein Herr Tuchel ist noch längst kein Meister und auch ein Herr Klopp hat mal klein angefangen. Es gilt, die negativen Einflüsse (den VIRUS) aus der Mannschaft zu entfernen. Und ganz so schwarz möchte ich auch nicht malen was HSV+ betrifft.
    Stichwort alte Konstellation: wären wir da nicht schon am Arsch?
    So, ich wünsche mir ein gutes Spiel gegen den FCB. Verkauft Euch anständig;)

  18. Observer 29. Oktober 2014 um 16:36 Uhr

    „Stick to the facts“

    Das ist ein Motto, welches dem HSV gut tun würde. Ohne auf Subjekte und deren Meinungen (Printmedien, HSV Blogs, etc.) einzugehen, lohnt sich ein Blick auf das Objekt (den HSV) mit dem o.g. Motto „stick to the facts“. Ein paar Beispiele:

    Sportliche Nachhaltigkeit:

    Man hat mit Berhard Peters und Peter Knäbel zwei exellente kräfte eingestellt, die für sportliche Nachhaltigkeit stehen. Die Arbeitsergebnisse dieser beiden Herren lassen sich nicht jetzt beurteilen, sondern erst dann, wenn die Veränderungen im operativen Geschäft umgesetzt sind und greifen. Bei Bernhard Peters wahrscheinlich erst in 2 bis 3 Jahren. Bei Peter Knäbel in einem halben Jahr.

    Investoren:

    Liegen gesicherte Erkenntnisse vor, dass keine neuen Investoren bis Anfang 2015 vorgestellt werden können. Dies war der Plan. Erfolgslosigkeit können wir den Verantwortlichen in diesem Punkt dann vorwerfen, wenn Anfang 2015 nicht geliefert wird.

    Vorstandsbesetzung:

    Es wurde vor der letzten Mitgliederversammlung gesagt, dass der neue Vorstand aus zwei Personen (Sport und Finanzen) bestehen soll. Momentan oder bald haben wir vier Vorstände. Hier könnte man den handelnden Personen also tatsächlich bereits vorwerfen, dass eine Abweichung vom Plan vorliegt. Aber ist es nicht vielmehr so, dass die beiden alten Vorstände (nur) noch Ihre Verträge aussitzen bzw. in einem Fall noch der einer Vertragsverlängerung mit dem Trikotsponsor gearbeitet wird und der neue Vorstand dann tatsächlich nur aus zwei Personen besteht. Bewertung dieses Punktes also bitte nach Ablauf der Verträge von Jarchow und Hilke.

    Kommunikation:

    Das ist die Überschrift, die mich am meisten nervt. Denn hier macht der HSV genauso viel falsch, wie vor der Mitgliederversammlung. Hier muss dringend eine Verbesserung erzielt werden. Aus meiner Sicht liegt das Problem u.a. auch an den handelnden Personen im Bereich „Kommunikation“. Grave hat das Thema mehrfach hier im Blog aufgegriffen. Ich hoffe, dass sich hier eine Änderung einstellt, wenn der Vertrag von Hilke ausläuft und dieser Bereich neu aufgestellt wird. Aber, wenn man sich an das Motto „Stick to the facts“ hält, darf diese Hoffnung nicht mitbewertet werden und man muss hier ganz deutlich feststellen, dass hier keine Verbesserung zu sehen ist.

    Die Profimannschaft:

    Nicht zuletzt durch die Abgestimmtheit zwischen den sportlichen Verantwortlichen Peter Knäbel, Berhard Peters, Dietmar Beiersdorfer und Josef Zinnbauer haben die Profis bereits jetzt keinerlei Ausreden mehr, nicht Ihre bestmögliche Leistung abzurufen. Hier sehe ich eine deutliche Verbesserung zur Vorsaison, die sich noch nicht in Punkten in der Tabelle wiederspiegelt. Die nächsten Wochen werden ganz deutlich zeigen, wer von den Profis im Leistungsprinzip überlebt und wer nicht. Auch hier bleibt festzustellen, dass das Thema Kommunikation ein Problem beim HSV ist. Man könnte zwar annehmen, dass auch der blödeste Profi nach einer solchen Saison begriffen haben müsste, dass die Zeit für Kampfansagen in der Öffentlichkeit vorbei ist…. „20 Punkte bis Weihnachten“…“Wir gewinnen in Berlin“…etc. Aber das scheint noch nicht bei allen durchgedrungen zu sein. Diese Einstellung gilt es mit den o.g. Personen zu bekämpfen.

    Präsidentschaft im HSV e.V.:

    Auch dbzgl. lohnt sich eine Bewertung erst dann, wenn die Vorschlagsliste verfügbar ist. Aber da ich dieses Thema nur am Rande verfolgt habe, kann es durchaus sein, dass diese Liste von Personen bereits irgendwo veröffentlicht wurde. Weil ich diese Vorschläge zum jetzigen Zeitpunkt nicht kenne, können sie derzeit auch nicht bewertet werden.

    Warum schreibe ich diesen langen Beitrag? Weil ich mir eine objektive Bewertung der Themen rund um den HSV wünsche, die auf Fakten basiert. Naiver Wunsch? Ja klar.

  19. Micha 29. Oktober 2014 um 16:42 Uhr

    @observer
    Sehr interessant. Deshalb lese ich hier. Danke!!

  20. Hessenlöwe 29. Oktober 2014 um 18:09 Uhr

    @Observer: danke! Es brauchte diese Ausführungen. Vielleicht öffnet es ja dem Ein oder Anderen mal die Augen.
    In der Tat aber, wird aber dein zuletzt geäußerter Wunsch ein „naiver“ Wunsch bleiben. „Besserung nicht in Sicht!“

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