HSVPLUS – Aufstellen für Europa?

Hand auf’s Herz, so richtig darüber gestolpert ist eigentlich niemand, auch ich nicht. „HSVPLUS – Aufstellen für Europa“. So lautete der Claim, den sich, nach eigener Aussage, Ernst-Otto Rieckhoff im stillen Kämmerlein ausgedacht hatte, als er schlußendlich zu der Überzeugung kam, dass es an der Zeit wäre, beim Hamburger Sportverein grundlegende Veränderungen herbeizuführen.

Klingt ja auch gut, „Aufstellen für Europa“, schließlich hat der HSV sogar in den letzten 30 Jahren teilweise europäisch gespielt. Nicht oft, aber ab und zu. Was also macht mehr Sinn, als die Sehnsucht der Fans nach Gegnern wie Liverpool, Ajax, Barcelona oder Benfica neu zu entfachen? Im Grunde nichts, wäre es nicht so komplett unrealistisch.

Um eine realistische Einschätzung der Chancen des HSV, in den nächsten Jahren (oder überhaupt) mal wieder in einem europäischen Wettbewerb antreten zu können, bewerten zu können, reicht im Grunde ein kurzer Blick auf die finanziellen Rahmenbedingungen, in denen der Verein gefangen ist.

Aber beginnen wir da, wo man eigentlich zu beginnen hat, am Anfang. Die Initiative HSVPUS (Aufstellen für Europa) sah vor, dass man den Profibereich des Vereins als AG aus dem eingetragenen Verein herauslösen sollte, um eventuellen, sogenannten „strategischen Partnern“ die Möglichkeit zu schaffen, bis zu 24,9% der HSV Fußball AG zu erwerben. Der Hauptanteil an der AG sollte im Besitz des HSV e.V. bleiben, um einen möglichen Ausverkauf zu verhindern.

So weit, so gut. All dies passierte dann durch die Abstimmung während der Mitgliederversammlung am 25.05. 2014. Die Mitglieder stimmten mit großer Mehrheit für die Ausgliederung, während Galeonsfigur Rieckhoff immer noch von „positiven Gesprächen“ mit Weltfirmen berichtete und davon sprach, dass man bis zu € 100 Mio frisches Geld über den Verkauf der 24,9% generieren könne. Mindestens. Denn was hindert einen wahren HSV-Fan daran, für 10% an seinem Verein weit mehr als den nominellen Wert hinzublättern? Nichts, gar nichts. Niente, Null.

Die Hoffnung, dass irgendein börsennotiertes Unternehmen 50 Millionen für Anteile, die eigentlich nur 20 Millionen wert sind, hinlegen würde, wurde gern und immer bedient, heute weiß man, dass sie vollkommen unbegründet war.

Zur augenblicklichen Stunde ist Fakt: Außer Kühne nichts gewesen. Und was noch „lustiger“ ist – der Herr aller Transporter empfindet „seinen“ Verein mit einem errechneten Wert von € 350 Mio als überbewertet und ist mit den jetzt ermittelten 7,14% für seine € 25 Mio. nicht so richtig einverstanden. Nirgendwo ist die Rede davon, dass der Big Gönner überproportional viel für unterproportional wenig geben möchte.

Natürlich wird es immer diejenigen geben, die die Hoffnung, dass Papa Kühne morgen aufwacht und dem HSV € 500 Mio. schenkt oder den Stadionnamen für die nächsten 20 Jahre erwerben wird, nicht begraben wollen, obwohl sie gut daran täten.

Aber weiter – „Aufstellen für Europa“. Gehen wir doch einmal von der durchaus vorhandenen Wahrscheinlichkeit aus, dass die restlichen 17,76% an irgendeinen „strategischen Partner“, der aller Wahrscheinlichkeit nach Klaus-Michael Kühne heißen wird, veräußert werden. Nimmt man die € 25 Mio. mit einer Bewertung von 7,14% als Maßstab, könnten also nochmal ca. €55 Mio. in die AG fließen.

Und dann? Dann winkt Europa? Aber garantiert nicht. Aktuell drücken den HSV Verbindlichkeiten in Höhe von ca. € 100 Mio. und das eigentliche Ziel der Initiative HSVPLUS lautete: Entschuldung. Also schön, entschulden wir. Anschließend hat der HSV (nur) noch € 50 Mio. Verbindlichkeiten, aber nicht einen neuen Spieler. Und die laufenden Kosten sind auch noch nicht gedeckt.

Im Moment belaufen sich die Kosten für den Bundesliga-Kader auf mehr als € 50 Mio, man könnte also ohne weitere Einnahmen ein weiteres Jahr die Gehälter bezahlen, dann ist Schicht. Natürlich ist dies ein irregulärer Vergleich, aber es ging darum, die Verhaltnisse aufzuzeigen.

Also? Die Hälfte der Verbindlichkeiten tilgen, den Kader bezahlen oder für die 10 auslaufenden Verträge Ersatz besorgen. Dann sind die ca. € 50 Mio. weg und die 24,9% AG-Anteile verkauft. Und dann? Winkt dann Europa? Haben wir dann die neu zu schaffenden Nachwuchsstrukturen bezahlt, den Campus gebaut oder die vier Vorstände und zahlreichen Direktoren bezahlt? Eher weniger.

Problem ist nur: Der Topf ist dann leer, aber das angestrebte Ziel „Europa“ ist genauso weit entfernt wie heute.

By the way – was bedeutet eigentlich „Europa“? Damit kann doch garantiert nicht die Europa League gemeint sein, die vor dem Viertelfinale mehr kostet als einbringt. Wir reden doch wohl von der Champions League, oder?

Glaubt eigentlich irgendjemand, dass der HSV bummelige € 50 Mio. von der Champions League entfernt ist? Ich geh mal durch.

Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04, Bayer 04 Leverkusen, TSG 1899 Hoffenheim, VFL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach…

Allein diese 7 Vereine stehen aktuell finanziell und sportlich Lichtjahre vor dem HSV und der Abstand beträgt weit mehr als die erhofften € 50 Mio. Aber das ist noch nicht das Ende. Rasen Ballsport Leipzig, FC Ingolstadt 04 sind das Stichwort. Vereine, die mittels Gönner (Hoffenheim, Schalke), Werk (Leverkusen, Wolfsburg) oder sportlichem Erfolg über Jahre (Bayern, Dortmund, Gladbach) dem HSV voraus sind und der Abstand wird Jahr für Jahr größer.

Nur zwei kleine Beispiele: Der VFL Wolfsburg kaufte in den letzten beiden Jahren u.a. die Herren Luiz Gustavo von Bayern München (€ 16 Mio.) und de Bruyne vom FC Chelsea (€ 22 Mio.) und das war Wolfsburg, nicht Bayern oder Dortmund.

In Hannover will Herr Kind ab 2017 seine „Anstrengungen“ einstellen, ab 2017 ist er allerdings 20 Jahre Sponsor bei den 96ern. Das bedeutet, dass die handelsübliche 50+1-Regelung fallen wird und Herr Kind im Grunde den gesamten Verein kaufen kann. Kann spannend werden.

In drei Jahren könnte Kind dann die Mehrheit der Anteile an Hannover 96 übernehmen, ungeachtet der sogenannten 50+1-Regel. Er hatte vor dem DFB-Schiedsgericht eine Ausnahmeregelung erstritten, derzufolge dieser Sperrpassus nicht für Investoren gilt, die sich mindestens 20 Jahre lang bei einem Verein engagiert haben. Diese Vorgabe hat Kind dann erfüllt. (Quelle: goal.com)

Hinzu kommen Vereine wie Leipzig oder Ingolstadt, hinter denen ein durchdachtes Sponsoring-Konzept steht und die ebenfalls an den etablierten Traditionsvereinen vorbeiziehen werden.

Während man sich in Hamburg noch Gedanken über Einlauf-Lieder macht, ziehen diese Marketing-Maschinen rechts vorbei und der HSV sieht sich einem Überlebenskampf nach dem anderen ausgesetzt.

Das alles mag für Fußball-Romantiker tatsächlich eine Art Reiz haben, mit „Aufstellen für Europa“ hat das alles wenig zu tun.

Halt, stop, ich weiß, was jetzt kommt. Borussia Dortmund. Die Dortmunder waren auch mal pleiten, sportlich am Boden und ohne Hoffnung. Dann holten sie Jürgen Klopp und das Ding fing an zu wandern. Also machen wir es einfach wie der BVB, installieren einen Klopp 2.0 und alles wird schön.

Ach, wenn es doch nur so einfach wäre. Für das positive Beispiel Dortmund könnte man wahrscheinlich mehrere Dutzend negative Beispiele anführen, bei denen es nach einem finanziellen Desaster eben nicht mehr gereicht hat. Man schaue sich nur an, wie viele Traditionsvereine und ehemalige Bundesligisten seit vielen Jahren ihr Dasein in unterem Ligen fristen.

Hansa Rostock, Arminia Bielefeld, Energie Cottbus, SpVgg Unterhaching, Fortuna Köln, Preußen Münster, MSV Duisburg – 3. Liga

1. FC Magdeburg, SG Wattenscheid 09, Alemannia Aachen, KFC Uerdingen 05, FC Homburg, 1. FC Saarbrücken, Hessen Kassel – Regionalliga.

Zusammengefasst: „Aufstellen für Europa“ mit einem Verkaufserlöse von ca.  50 Mio durch AG-Anteile ist kompletter Humbug. „Aufstellen für die nächste Lizenz“ wäre ehrlicher gewesen, aber das will niemand hören. In Hamburg wird weiterhin munter geträumt, während woanders so gearbeitet wird, wie es die Zeit nun einmal erfordert.

Ach ja, natürlich könnte man jetzt einwenden, dass der HSV doch eigentlich nur einen Sack mit hoffnungsvollen Nachwuchstalenten finden und diese dann zu Bundesliga-Stars entwickeln müsste. Leider auch hier – klarer Fall von schade. Auch die wirklich talentierten Jungs zwischen 13 und 16 gehen heute dahin, wo das Geld fließt (z.B. nach Leipzig). Und selbst wenn es dem HSV gelingen sollte, neue Sons, Calhanoglus oder Öztunalis zu finden, sind die Jungs spätestens dann bei einem der oben genannten Vereine, wenn sie sich als fähig erwiesen haben und können dem HSV nicht helfen, Champions League-tauglich zu werden.

Wenn also jemand tatsächlich willens sein sollte und den HSV innerhalb der nächsten 5 Jahre im oberen Drittel der Bundesliga anzusiedeln möchte, sollte er sich darüber im Klaren sein, dass man aus den € 50 Mio eher € 150 Mio machen muss. Mindestens. Und das schnell, denn der Abstand zu den Großen wächst jeden Tag.

Einen hab‘ ich noch. Die zahlreichen Fußball-Romantiker meinen ja bekanntlich, dass man die wegfallenden 10 Plätze (wenn die Verträge nicht verlängert werden) durch die Nachwuchskräfte aus der erfolgreichen U23-Regionalliga auffüllen kann. Unabhängig von der unsicheren sportlichen Qualifikation, empfehle ich einen Blick auf die Vertragslaufzeiten.

Die Verträge von Dehmelt, Otremba, Carolus, Marcos, Adomah, Götz, Masek, Derflinger, Gouaida, Arslan, Kwatu, Charrier, Brüning und Benkarit laufen alle 2015 aus.

Aber – um es noch einmal ganz deutlich zu sagen – die „Idee HSVPLUS“ war richtig und ist es immer noch, weil die eigentliche Idee alternativlos war. Ohne Ausgliederung wäre auch weiterhin nur fachliches Fallobst im HSV-Korb gelandet, ohne Ausgliederung würde nochmehr Altlasten dem HSV auf der Tasche (oder den Nerven) liegen, als es jetzt der Fall ist. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass von der eigentlichen „Idee HSVPLUS“ nur ein Bruchteil dessen übriggeblieben ist, was man den Mitgliedern versprochen und womit man sie geködert hatte, unter anderem auch ich.  

Von | 2014-11-03T07:54:34+01:00 3. November 2014|Allgemein|26 Kommentare

26 Comments

  1. Uffi 3. November 2014 um 08:03 Uhr

    Naja … also 1. die Sache mit den Verbindlichkeiten, weisst Du eigentlich selber ne? Oder musst der normalo Hausbesitzer seine Verbindlichkeiten für sein Eigenheim auch auf Schlag tilgen? Nein, er stottert das monatlich ab und bezahlt das von seinem Gehalt. Das einzige was dabei zu beachten ist, dass die monatliche Rate nicht höher als das Gehalt ist und solange das Gehalt die Rate her gibt, ist die Summe der Gesamtverbindlichkeiten relativ Wumpe!
    Und 2. sportlicher Erfolg hat nicht ausschließlich was mit Millionen zu tun! Schon ne ganze Menge aber nicht ausschließlich!
    Wichtig ist das der Verein Handlungsfähig ist und bleibt, das wurde mit + jedenfalls erstmal erreicht zumindest aber das allerschlimmste wurde abgewendet. Und solange man im Spiel ist, gibt es auch realistische Chancen für Europa.

    • Jottkah1887 3. November 2014 um 11:07 Uhr

      Ja, wären es vollumfänglich Finanzierungen von Anlagen (Stadion, Spielerwerte o.ä.), die zu diesem Schuldenberg geführt hätten, wäre Deine Anmerkung natürlich richtig.
      Leider ist es aber so, dass ein nicht unwesentlicher Bestandteil dieser Verbindlichkeiten aus der Finanzierung des ’nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags‘ – im Klartext: Verlusten – von bummelig 20 Mio. € im Konzern resultiert.

      Tendenz 2013/14 und 2014/15: steigend.
      Wir haben als Ergebnis eine verdammt unangenehme Bilanzrelation, in der die kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten nicht genügend durch entsprechende Vermögenswerte gedeckt sind.

      Ich weise nur auf die Fanleihen i.H.v. 17,5 Mio. € hin, die eigentlich zu wesentlichen Teilen in den Campus investiert werden sollten, tatsächlich aber zum Erhalt der Liquidität in 2012-14 herhalten müssen.

      Von außen betrachtet, sehe ich den Verein derzeit nur stark eingeschränkt handlungsfähig – keine wirklich gute Verhandlungsposition.

      • Jottkah1887 3. November 2014 um 11:35 Uhr

        …übrigens hat das auch bei mir nun ganz gewiss nichts mit Kritik an HSVPLUS zu tun, ganz im Gegenteil.

        Vielmehr möchte ich sagen, wie wichtig in diesem Konzept nicht nur der Ansatz zur Gewinnung frischen Kapitals war, sondern insbesondere auch die personelle/ strukturelle Erneuerung in – möglichst weitgehend nicht von emotionalen Faninteressen ausgewählten – Gremien AR & Vorstand ist.

        Denn wer tatsächlich meint, die Welt sei nun rosig, der irrt. Es wird noch ein gewaltiger Kraftakt sein, den HSV-Tanker wieder in solideres Fahrwasser zu bringen, und da ist Europa noch ein ganzes Stück entfernt.
        Die neue sportliche & finanzielle Kompetenz macht mich vorsichtig-optimistisch, dass es gelingen könnte; eine Portion Glück wird dazu gehören.

      • Mike Brodersen 3. November 2014 um 12:45 Uhr

        Hi,

        wer wirklich wissen möchte wie es momentan um unseren Verein bestellt ist, speziell in finanzieller Hinsicht, dem kann ich nur wärmstens diese Lektüre von April 2014 empfehlen. Hier werden die Jahre 2008 bis 2013 sehr detailliert und gut beschrieben. Gerade die Schlussbetrachtung ist für unsere finanzielle Zukunft nicht ganz unwichtig.

        http://www.sport-und-management.de/index.php?option=com_content&view=article&id=46:ausgabe-nr-4-2014&catid=3&Itemid=100027

        So wie die Macher dieser Studie es sehen, werden wir es sehr schwer haben uns aus einem evtl. Abhängigkeitsverhältnis (z.B. durch Kühne) wieder zu befreien wenn nicht ein grundlegender Paradigmenwechsel innerhalb des Vereins vorangetrieben wird. Was mich aber am meisten erschreckt hat ist, dass die Autoren auf ein explizites Sanierungskonzept ausdrücklich hinweisen. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich von unserem Verein in dieser Richtung noch überhaupt nichts vernommen, z.B. wie unsere 1.) Verbindlichkeiten abgebaut werden sollen; und was immer gerne übersehen wird 2.) wie unser faktisch negatives Eigenkapital (also Verlust) wieder erhöht bzw. ausgeglichen werden soll und zu guter Letzt 3.) wie begegnen wir unseren momentanen Liquiditätsanspannungsrisiken. Ich denke einfach, dass unser Verein momentan ein Sanierungsfall ist und da helfen strategische Partner nur bedingt. Zu erst sollten intern die entsprechenden Hausaufgaben gemacht werden bevor man effizient auf mögliche Partner zugeht. Dies kann ich ,wie schon erwähnt, zur Zeit aber nicht erkennen. Ich hoffe sehr, dass daran im stillen Kämmerlein gearbeitet wird und es bisher nicht an die große Glocke gehängt wurde.
        Nichts desto trotz, war meine Hoffnung in der Tat, dass mit der vollzogenen Ausgliederung, einige, für mich, sehr wichtige Bereiche (z.B. Fachleute an den richtigen Positionen, Aufarbeitung der vergangenen Jahren, Verkleinerung und Neubesetzung des Vorstands, eine wirklich verbesserte Aussendarstellung etc.) überarbeitet und vor allem verbessert werden. Leider ist dies nur zum Teil geschehen. Aber auf der Seite ist auch erst ein halbes Jahr vergangen und ich möchte die Flinte noch nicht gleich ins besagte Korn werfen.

        Gruß
        Mike

  2. Thomas 3. November 2014 um 08:52 Uhr

    Moin zusammen,

    wie immer hast Du einen interessanten Beitrag geschrieben. Aber mal ganz ehrlich.

    Die Mitgliederversammlung zur Ausgliederung war am 25. Mai 2014. Wir haben heute den 3. November 2014. Man kann doch nicht allen Ernstes erwarten, dass sich in nicht einmal 6!!! Monaten so einfach ALLES verändern kann. Es müssen doch die gewissen Grundstrukturen entstehen, um die Veränderungen überhaupt voranzutreiben. Jedes Mitglied, dass seinerzeit für HSVplus gevotet hat, war sich dessen sicherlich im Klaren. Von heute auf morgen kann so etwas nicht umgesetzt werden. Die Mitglieder – so auch ich – wollen bloß eine gewisse positive Entwicklung sehen. Wenn die sportliche Entwicklung zu sehen ist und wir in dieser Saison im gesicherten Mittelfeld abschließen sollten, dann wären die meisten Mitglieder sicherlich zufrieden. Beim sportlichen Erfolg kommen auch die Geldgeber. Niemand möchte einen Abstiegskandidaten sponsern. Man sollte die Verantwortlichen nicht immer nur kritisieren, sondern ihnen erstmal die Zeit geben, die „alten Zöpfe“ abzuschneiden!

    Beste Grüße
    Thomas (nein nicht der) Müller

  3. Thomas S. 3. November 2014 um 09:25 Uhr

    Bei Hertha hat KKR 62 Mio. für knapp 10% der Anteile hingeblättert. Und die haben noch nicht mal ein eigenes Stadion. Also mal ehrlich: Das darf doch alles nicht wahr sein! Lieber sollten der HSV in Liga Zwo gehen, als sich dermaßen unter Wert verscherbeln lassen.

    • Jottkah1887 3. November 2014 um 10:56 Uhr

      Sorry, Thomas, so einfach ist der Deal nicht.
      Richtig ist, dass KKR zunächst einen Anteil von 9,7% erworben hat, die 62 Mio. € entsprechen aber nicht dem Erwerb dieses Anteils, sondern es sind substantielle Fremdkapitalanteile – darlehnsähnliche Finanzierung – enthalten.
      Angeblich soll KKR über dieses Vehikel seinen Anteil bei einer zugrunde gelegten Bewertung der Hertha i.H.v. 220 Mio. e in bis zu 33% aufstocken können.

      http://www.finance-magazin.de/geld-liquiditaet/eigenkapital/pe-investor-kkr-steigt-bei-hertha-bsc-ein/

    • Thomas S. 3. November 2014 um 11:01 Uhr

      Ok, dann stimmen die Relationen doch wieder. Wenn auch zu meinem Bedauern.
      Danke für die Klarstellung!

  4. Kim 3. November 2014 um 09:27 Uhr

    Man ey, es sind schon knapp über VIER (!!!) Monate vergangen und der HSV spielt immer noch keinen Championslegaue-Fußball und ist weit davon entfernt Spitzenreiter zu sein – dabei ist die Hinrunde schon fast vorbei!!! Außerdem wäre es doch gerade jetzt sinnvoll Anteile zu verkaufen, wo der HSV doch so gut wie nichts Wert ist. Versteh einer die Deppen, die das Projekt langfristig angehen wollen. Sonst hat das doch auch immer prima geklappt sich viel Geld zu leihen und dann in Stars bzw. Möchtegern Stars zu investieren. Geld schießt beim HSV doch bekanntlich Tore!

  5. Gravesen 3. November 2014 um 09:29 Uhr

    Es steht natürlich jedem frei, sich seine Welt so hinzubauen, wie er es für richtig hält, aber so ein wenig rechnen sollte man schon können. Übrigens: „Aufstellen für Europa“ und darum geht’s in diesem Blog, hat nichts mit fehlender Geduld oder Kritik an Beiersdorfer, Peters oder Knäbel zu tun, sondern einzig und allein mit den finanziellen Gegebenheiten, die auch dem längsten Geduldsfaden nicht verschlossen bleiben können. Der HSV hat Anfang bis Mitte 2000 den Anschluss verloren und nur um den Anschluss wieder herstellen zu können, ist weit mehr notwendig als € 50 Mio und zwei neue Direktoren.

    • Thomas S. 3. November 2014 um 10:58 Uhr

      Noch 2010 waren wir auf Platz 20 in Europa, allerdings auch schon ordentlich mit Schulden belastet.

  6. Oberberger 3. November 2014 um 09:59 Uhr

    Wenn man sich den Liga-Primus in Sachen Marketing, den FC Bayern München, anschaut fällt folgendes auf:
    – Die strategischen Partner sind alle börsennotierte Top-Unternehmen
    – Keiner der strategischen Partner äußert sich öffentlich über das Tagesgeschäft und fordert den Kauf von Spielern oder den Kopf des Trainers
    – Die Vorstände dieser Unternehmen sind klug genug um zu wissen, dass sie mit jeder unbedachten Äußerung den Wert ihres Investments schmälern würden.
    – Die strategischen Partner sind alle deutlich sichtbar in unterschiedlicher Form im Stadion platziert.

    Ich spare mir die explizite Darstellung des Verhaltens von Herrn Kühne. Wer seine Aktivitäten verfolgt (hat) kann sich selber ein Bild machen wo die Unterschiede zu den strategischen Partnern des FC Bayern liegen.

    Ja, ich gebe zu, dass auch ich an die schöne Geschichte vom reichen Onkel aus der Schweiz geglaubt habe, der sich im Herbst seines Lebens nichts weiter wünscht als seinen Lieblingsverein endlich wieder erfolgreich spielen zu sehen und dafür die Brieftasche ganz uneigennützig weit aufmacht und nicht jeden Groschen dreimal umdreht.
    So haben es sich viele gewünscht und einige haben auch damit geplant.
    Ein gutes halbes Jahr später hat sich aber leider herausgestellt, dass der nette Onkel in Wirklichkeit ein ziemlich ausgebuffter und schwieriger Pfennigfuchser ist, der viel fordert und wenig gibt.
    Sein Verhalten ist auch nicht dazu angetan andere reiche Onkels anzulocken, die vielleicht ein bisschen pflegeleichter wären.

    Was bleibt, wenn ich wenig einnehme und viel ausgebe ? Richtig, den Gürtel enger schnallen und nicht nach teuren Spielzeugen schauen, die ich mir nicht leisten kann.
    Ich muss mich also einschränken, kleinere Brötchen backen und Ideen entwickeln wie ich auch ohne das Geld vom schwierigen Onkel Spaß haben kann.

    Aus den Köpfen muss endlich diese idiotischen Einstellung raus „Wir gehören nach Europa“. Nein, tun wir nicht ! Wir können momentan froh sein wenn wir die Klasse zu halten und die Lizenz von der DFL bekommen.
    Solange vom Vorstand bis zur Kurve immer noch die Denkweise herrscht man sei auf einem unsinkbaren Flaggschiff unterwegs und nicht in einem löchrigen Ruderboot wird auch keiner anfangen endlich mal das Wasser aus dem sinkenden Kahn zu pumpen.

  7. Sassen 3. November 2014 um 10:02 Uhr

    ich denke auch, daß aufstellen für europa ein witz ist, bzw. nicht das nahziel sein kann/wird.
    so etwas wie wattenscheid wird´s auch so schnell nicht mehr geben, ulm und vielleicht auch tebe fehlen noch in deiner auflistung. die summen, die heutzutage in den oberen sphären rumschwirren, sind utopisch, da braucht man in der tat ein sehr ausgeklügeltes konzept, siehe ingolstadt, oder eben einen brauseonkel.
    sicher, eine metropole wie hamburg sollte eigentlich in der lage sein fußballerisch in europa mitzuhalten, aber dafür muß erst wieder der kredit zurückbezahlt werden, der, wie Gravesen so schön schreibt, spätestens ab 2000 so radikal verspielt wurde.

  8. LarsUsKölle 3. November 2014 um 10:09 Uhr

    Ja, Du hast natürlich Recht mit der wirtschaftlichen Situation. Aber: Wurde nicht immer gesagt, der HSV hat keine Visionen? HSV für Europa ist eine Vision. In den nächsten Jahren Jahren werden wir sehen, ob wir Visionäre haben oder Schönfärber. Peters, Knäbel, Beiersdorfer sehe ich schon als Ersteres. Ist die Frage, wieviele und welche alte Kräfte wieder mitmischen werden und alles schönreden. Und: ich dachte Männer in Positionen wie Kühne wären generell visionär. Scheint nicht so zu sein ;o)

  9. Julaxx 3. November 2014 um 10:17 Uhr

    Moin Grave,

    also ich muss schon sagen: Dein Blog ist und bleibt eine Bereicherung, auch wenn ich längst nicht immer mit deiner Sicht der Dinge überein stimme. Letztlich liegt die Wahrheit ja vermutlich immer zwischen zwei Extremen und so ist es vermutlich auch in diesem Fall.

    Alles, was du sagst, stimmt. Und trotzdem gibt es ja eine Komponente, die du (vermutlich mit Absicht) nicht nennst, weil sie nicht zu kalkulieren ist: Fußball eben. Was ist denn, wenn die Direktoren, die Trainer gut arbeiten und eine Mannschaft auf die Beine bekommen, die – obwohl individuell unterlegen – gute Ergebnisse einfährt. Das mag uns in Hamburg unwahrscheinlich erscheinen, aber man muss nur nach Freiburg oder Augsburg schauen (oder sich Gladbach vor 4 oder 5 Jahren vorstellen), dann bekommt man eine Idee davon, dass das eben möglich ist. Sagt ja erstmal nichts über Wahrscheinlichkeiten aus. Denn, so meine Einschätzung, auch der HSV um die Jahrtausendwende war nicht strategisch konkurrenzfähig gemacht worden (sonst stünde er heute nicht so da…) , sondern hatte einfach eine passende Mannschaft und ist dann – für eine Weile – mit dem Geld so umgegangen, dass man kurz- und mittelfristig den Erfolg sichern konnte. Das *kann* wieder passieren. Muss aber natürlich nicht.

    Das Beispiel Dortmund zeigt doch aktuell zweierlei: Man kann sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen – und man kann mit einer guten Mannschaft scheiße spielen und unten drin stehen. Und vielleicht spekuliert man beim HSV ja ein Stück weit darauf, dass harte Arbeit irgendwann mit dem nötigen Glück belohnt wird. Jedenfalls erscheint es mir so.

    Und was deine Positionierung zu HSVplus betrifft: Ist das nicht der Moment, in dem Planung und Ankündigung aufienander treffen – so eine Art Realitycheck? Es wirkt manchmal so, als würden die Menschen hinter HSVplus heute genauso angezickt reagieren wie ihre früheren Gegner. Ich kenne natürlich keine Hintergründe, merke aber immer wieder viel persönliche Enttäuschung, die dann in Werturteile über Arbeit umschlägt, die sie nicht direkt begleiten (dürfen). Spricht für eine ähnliche Motivation wie die der ehemaligen Ausgliederungsgegner. (Oder für beschi….. Kommunikation der aktuell Verantwortlichen). Kannst du dazu mehr sagen? Hintergründe nennen?

    Viele Grüße
    jul

    • Gravesen 3. November 2014 um 11:31 Uhr

      Ich kenne natürlich keine Hintergründe, merke aber immer wieder viel persönliche Enttäuschung, die dann in Werturteile über Arbeit umschlägt, die sie nicht direkt begleiten (dürfen). Spricht für eine ähnliche Motivation wie die der ehemaligen Ausgliederungsgegner. (Oder für beschi….. Kommunikation der aktuell Verantwortlichen). Kannst du dazu mehr sagen? Hintergründe nennen?

      Ich könnte wohl etwas dazu sagen, möchte aber im Moment lieber darauf verzichten bzw. lieber Leuten, die direkt involviert waren/sind, die Gelegenheit geben, sich dazu zu äußern.

      Ich denke nur, dass eventuelle Enttäuschungen nicht mit dem Umstand zusammenhängen, dass ehemalige „Plusser“ keine Posten oder Ämten angenommen haben, sondern vielmehr mit dem, was aus ihren Idee bzw. den Ideen, die sie mitgetragen haben, am Ende gemacht wurde.

      Aber besser, ich halte mich zu dem Thema erstmal zurück, sonst bin ich am Ende nur wieder der kleine xxx, der in der Ecke sitzt und Faxen macht. So eine Scheiße höre ich mir nämlich nur einmal an!

  10. Kai Arne 3. November 2014 um 12:06 Uhr

    Ich finde es hilfreich, wie hier klargemacht wird, dass es echte und vielleicht nicht einmal vollständig unberechtigte Hoffnungen gab, die sich an HSV+ im Allgemeinen und auch an den Einstieg von Investoren im Speziellen geknüpft haben. Kein „wie konntet ihr so dumm sein“, kein billiges Freund-Feind, kein gut-böse. Nur damit kann man das Pendel einfangen, welches sonst ganz schnell wieder in eine andere Richtung ausschlagen könnte und die seriöse Tagesarbeit einleiten. Die Defizite in dem Bereich sind ja hier auch schon Thema gewesen. Aber es ist die einzig rationale Möglichkeit sich in unserem schwierigen Umfeld zu bewegen und wenigstens den maximal möglichen Erfolg aus dem Bestehenden rauszuholen.
    Das bringt mich zum Kritikpunkt an dem Artikel: Am Ende wird die Pointe zu eng auf ein „50 Mio sind nicht genug“ eingegrenzt. Bei allen berechtigten Verweisen auf andere, kleinere Vereine, die zuletzt mit Geld zu Erfolg gekommen sind muß man da einschränken: Im Prinzip können 150 Mio genau so schnell fehlinvestiert werden wie 50 Mio. Es gibt eigentlich nur eine seriöse „Anlage“ in diesem Fall (der Verein ist nicht kein gelddruckender Staat) und das ist der Schuldendienst. Hier ist jede Mark gleich viel wert. Am Ende drehen wir uns im Kreise und hätten uns einfach „mehr“ gewünscht aus Richtung Kühne. Ich selbst hätte aber spätestens da erst einmal den Hahn abgedreht, als Jarchow/Kreuzer kurz vor Amtsübergabe zu ihrer letzten Shoppingtour aufgebrochen sind. Dass Jarchow am Ende auch den Calhanouglu Verkauf forciert hat ist ein Gerücht welches ich sofort glaube. Und dabei ging es nicht mehr um seriöses Wirtschaften, sondern nur noch um symbolisches Handeln, so lange man noch etwas zu sagen hat. Von dieser Art Aktionen sind wir (auch die Lichtgestalt) fürchte ich noch lange nicht gefeit – vielleicht wäre das sogar bei einer vollkapitalisierten AG einfacher. Aber wir müssen nun einmal mit dem arbeiten, was wir haben.
    Noch eine letzte Nachfrage: Welche Altlasten sind wir denn schon großartig losgeworden? Die Co-Trainer?

    • Gravesen 3. November 2014 um 12:21 Uhr

      Den alten AR? 😉

      • Kai Arne 3. November 2014 um 16:21 Uhr

        Naja. Ich dachte an die Exekutive. Aber natürlich kann man einwenden, dass der alte AR durch seinen Dauerwahlkampf und allerlei Grenzüberschreitungen davon nie sauber zu trennen war.
        Was die Kosten angeht dürfte der alte AR allerdings kein Argument sein.

  11. Braveheart 3. November 2014 um 12:18 Uhr

    Hallo Grave,

    du schreibst über viele immer noch -gelinde gesagt- unschöne Zustände beim HSV („alte Seilschaften“ werkeln weiter, Kommunikationsprobleme ua im Vorstand, schwacher Präsident Jarchow läßt sich nur bei Erfolg blicken, KMK unzufrieden mit Anteilshöhe, Finanzielle Lücken auf dem Weg nach Europa, etc.). Auch erwähnst du, dass

    „eventuelle Enttäuschungen nicht mit dem Umstand zusammenhängen, dass ehemalige “Plusser” keine Posten oder Ämten angenommen haben, sondern vielmehr mit dem, was aus ihren Idee bzw. den Ideen, die sie mitgetragen haben, am Ende gemacht wurde.
    Aber besser, ich halte mich zu dem Thema erstmal zurück, sonst bin ich am Ende nur wieder der kleine xxx, der in der Ecke sitzt und Faxen macht.“

    Das du zu so etwas nichts weiter konkretes sagen kannst, kann, ich zwar verstehen.

    Aber vor dem Hintergrund, dass (wie ein User oben schrieb)

    – Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde und
    – das in Zeiten der harten Sanierung, nie alle sofort geradeaus laufen können, sondern auch mal rechts und links „ausgewichen/ umkurvt“ werden muss, um

    letztendlich ans Vereins/ Mitglieder-Ziel zu kommen: Dem Wohle/ Schutz des HSV ! (und nicht dem vorrangigen Macht-Wohle zb einiger ewig-gestriger) :

    Was wären deine kurz-/ mittelfristig (machbaren) Maßnahmen, um diese verworrene Situation schrittweise zu entwirren ?

    Zum Beispiel: Würde deiner Meinung nach ein neuer Wahl-Beirat (SC und Amateur Delegierter) und auch ein neues Präsidium (zur Zeit ist CE Jarchow Präsident und vertritt den eV in der HV der AG), die im Januar zu wählen sind, helfen ?

    Oder reicht das dMn als erste Sofort-Maßnahmen nicht aus, um vor allem auch den Weg von HSVPlus (und den ca. 80% Mitglieder-Votum) zu „schützen“ ?

    PS: Auf der letzten SC Versammlung, wo die neue SC-Leitung gewählt wurde, soll das ausgeschiedene SC AL Mitglied C. Reichert orakelt haben, dass „der Wahlbeirat nur je einen Präsidiums-Kandidaten vorschlagen werde und dass das mit Mitgliedermitbestimmung nichts mehr zu tun habe“ (sinngemäß). Der Ehrenrat Kai E. soll daraufhin gemeint haben, dass „der Wahlbeirat lt. Interpretation der neuen Satzung eV ja auch das Recht dazu habe, nur je ein Kandidaten aufzustellen“ (so wurde es mir berichtet).

    … falls das stimmen sollte und kein hier „Stille Post“ Effekt auftrat: Ich bin mir sehr sicher, HSVPlus wollte -und versprach- hier mehr Mitgliedermitbestimmung.

  12. Goldfather 3. November 2014 um 16:14 Uhr

    http://www.the-klu.org/
    .
    Logistik bedeutet Effizienz, Sparsamkeit im Umgang mit dem was einem zur Verfügung steht. So und nicht anders sollte man Klaus-Michael Kühne verstehen, wenn man sich daran macht seine Investitionsstrategie zu analysieren, die in erster Linie von seiner Leidenschaft als HSV-Fan geprägt sein dürfte und erst in zweiter Linie von seinem Streben nach Profit.
    .
    Beiden Grundmotiven liegt jedoch der brennende Wunsch zugrunde, dass es dem Club sowohl sportlich als auch wirtschaftlich besser gehen möge als in den letzten zwei Jahrzehnten.
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    Logistiker wie Kühne rechnen mit kleinsten Einheiten und hassen es Frachtraum zu verschwenden. Ständig wird über neue und billigere Frachtwege sowie veränderte Verpackungen nachgedacht, um noch mehr transportieren zu können, als dies gegenwärtig der Fall ist,
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    Logistik bedeutet auch Krieg und Politik ohne Glacehandschuhe, man denke nur an die kriegerischen Auseinandersetzungen rund um den Suez-Kanal die mehr oder weniger bis zum heutigen Tag andauern, oder an die Anstrengungen Chinas einen weiteren Kanal neben dem durch die USA kontrollierten Panamakanal durch Mittelamerika zu treiben.
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    Kühne ist sicherlich der Albtraum eines jeden Clubmanagers, der darauf gehofft hat einen wahnsinnigen Milliardär im Halbsuff antreffen zu können, um ihm problemlos ein paar hundert Millionen € aus dem Kreuz zu leiern.
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    Im Zweifelsfall würde Kühne den HSV sogar gnadenlos absaufen lassen d.h. insolvent gehen lassen, wenn er den Eindruck hätte, dass mit seinem Frachtraum (Geld, €, $) schindluder getrieben werden würde. Niemals würde Klaus-Michael einen leeren Container zwischen Hongkong und Hamburg auf die Reise gehen lassen oder Spieler verpflichten, die kaum spielen und deren Gehälter aber trotzdem mehrere Millionen € im Jahr betragen.
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    Kühne $ Nagel steht seit Jahrzehnten für leitende Angestellte die die Hauspost auf ihren Kontrollfahrten mitzunehmen haben damit der Konzern keinesfalls auch nur einen einzigen Cent verschenkt.
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    Es ist die strenge Hand, die Klaus-Michael seinem verwahrlosten Adoptivsohn, dem HSV, reicht und nicht die schwächliche, zitternde Hand eines alternden Mannes der auf die Zuwendung der jüngeren Generation angewiesen ist.
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    Arbeitet der HSV gut wird Kühne investieren, arbeitet der HSV hervorragend wird Kühne hervorragend investieren, doch arbeitet der HSV so wie in den letzten zwanzig Jahren, mit Ausnahme des kurzen Höhepunktes unter Hoffmann/Beiersdorfer/Jol, dann lässt Klaus-Michael den HSV absaufen wie ein unausgelastet