Der HSV ist auf dem richtigen Weg

Endlich möchte man sagen, beim HSV geht’s voran, der Verein ist auf dem richtigen Weg. Spät, aber (hoffentlich) nicht zu spät, werden die richtigen Entscheidungen getroffen. Die fünfteuerste Mannschaft der Fußball-Bundesliga fängt endlich an, den Fußball zu spielen, den man aufgrund der Bezahlung der Profis erwarten kann und auch im administrativen Bereich werden bahnbrechende Entscheidungen getroffen.

Im Rennsport heißt es: „Wer bremst, verliert“ und beim Hamburger Sportverein denkt man scheinbar ähnlich, denn hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Und womit? Mit Recht!

Nicht nur, dass sich ein Verein (entgegen der Absprachen) ab dem 15.11. 2014 endlich ein viertes!!! Vorstandsmitglied leistest, nein, jetzt wird dann doch die längst überfällig Aufstockung auf der Direktoren-Ebene beschleunigt. Ein Glück, möchte man sagen, dass all die Würdenträger ehreamtlich tätig sind und den ohnehin schon klammen Verein nicht mit weiteren Gehältern im mehrstelligen Hundertausender-Bereich belasten.

Aber selbst wenn, ist doch egal. Verwaltung ist nun mal wichtig in einem Verein, der eigentlich ganz woanders hingehört und wie schrieb ein geneigter Leser vor Kurzem?

„Ob nun € 100 Mio. oder € 110 Mio. Verbindlichkeiten, ist doch egal, das macht den Kohl auch nicht mehr fett.“ 

Stimmt zu 100%, obwohl man so eigentlich nur argumentieren kann, wenn es sich nicht um das eigene Geld handelt. Dies wiederum eint die neue Vereinspitze mit vielen vorherigen, denn auch heute noch wird beim HSV mit Geld umgegangen, als würde es auf dem Baum wachsen. Ich finde das gut, ganz ehrlich!

Endlich wird in Hamburg einmal so gehandelt, wie es sich für einen „großen“ Verein mit Ambitionen gehört. Denke groß, dann wirst du groß, sage ich immer. „Didi“ denkt scheinbar ähnlich, denn der Vorstandsvorsitzende, dessen Gehalt das seiner Vorgänger um das Doppelte überragt, kauft und kauft und kauft. Geil!

„Didi“ letzter Streich erfolgte nun gestern, denn zum Glück befindet sich der Weltverein demnächst im Besitz eines „Mitarbeiters für interne Kommunikation“, natürlich im Rang eines Direktors. Hurra, die Direktoren, Knäbel und Peters, beide so teuer wie ein früherer Vorstandsvorsitzender, bekommen Zuwachs, wobei ich die Begrifflichkeit „interne Kommunikation“ noch nicht so richtig einordnen kann.

Bisher dachte ich immer, dass der Mediendirektor, also der Mann, der von 2003 bis 2009 der selbsternannte Shootingstar unter den Pressesprechern war, für jegliche Art der Kommunikation zuständig ist, ob nun intern oder extern, aber da habe ich wohl etwas mißverstanden.

Aber halt, jetzt stolpere ich selbst drüber. Jörni Wolf kann das alles gar nicht wuppen, schließlich hat er neben einer Sekretärin, einem Stellvertreter und einem „Assistent Mediendirektors“ (das sind übrigens die Jungs, die bei den Pressekonferenzen immer so toll die Mikrophone weiterreichen) keine weiteren Helfeshelfer, die ihm die schwere Last der Kommunikation abnehmen können und wie viel Kraft es kostet, einmal pro Wochen „Joe, wie sieht es an der Verletztenfront aus“ auszuformulieren, kann sich ein jeder bestimmt ausmalen, oder? Nein, der zukünftige Vorstand Kommunikation muss dringend entlastet werden und wer kann da besser helfen, als ein ehemaligen Kollege aus dem Bereich der Boulevard-Zeitungen?

Christian Pletz heißt also der neue Zauberkünstler der „internen Kommunikation“ und was er demnächst tun soll, bleibt erstmal abzuwarten. Pletz war mal beim Abendblatt (Wolf bei der Mopo) und er konnte nur mit Engelszungen zum HSV-Job überzeugt werden, damit er sich von seiner „extrem erfolgreichen“ Selbstständigkeit (sehr sehr geil, „Herr Scholz“ 🙂 ) verabschieden mochte. Gott sei Dank für „Didi“.

Wer jetzt aber vermutet, dass aufgrund dieser Personalie den Hamburger Boulevard-Medien ein Wissen-Vorsprung entsteht, der irrt gewaltig. „Pletzi“ ist zu 100000% integer, da dringt nichts mehr nach außen. Das ist sogar beweisbar, denn immerhin war es der Matz Ab-Blog aka „Schmocks Einöde“, der diesen Personalzuwachs als Erstes vermeldete und nicht, wie vielleicht erhofft, der neu Arbeitgeber von Herrn Pletz selbst. Nein, nein und nochmals nein, da dringt nichts mehr nach außen.

Was allerdings bedenklich stimmen muss, ist der Umstand, dass es dem HSV bisher nicht gelungen ist, von jedem Schmierblättchen zumindest einen gescheiterten Pulitzerpreisträger abzuwerben und deshalb wird es, laut gut-unterrichteter Greise, demnächst zu gewaltigem Druck aus der Richtung BILD und WELT kommen. Es kann doch wohl nicht sein, dass Mopo und Abendblatt ihre Jungs platzieren können und die Springer-Bengels gucken in die Röhre.

Ich hätte da, bescheiden wie ich bin, einen Vorschlag. Wir hatten uns ja bereits darauf geeinigt, dass Geld keine Rolle mehr spielt, insofern steht der Schaffung neuer Direktoren-Posten nichts mehr im Wege.

Wie wäre es denn, wenn man Bubak Meloni von der BILD den Posten des „Direktor Außenlinie“ anbieten würde? Hey, nicht lachen, das ist ein verantwortungsvoller Job, so eine Linie sollte schon gerade gezogen sein.

Sebastian Wolf vom „Kicker“ könnte ich mir gut als „Direktor Stadionbeleuchtung“ vorstellen, denn der ehemalige Mopo-Schreiber strahlt ohnehin schon verdächtig.

Und weiter, der Ranger, eine Gondel ist noch frei, die Dame mit dem Liebesapfel…

Wenn wir schon 4 Vorstände (und jeder Vorstand hat eine(n) eigene(n) Assistenten(in)), diverse Direktoren, 2 Teammanager, einen Vereinsmanager und und und haben, warum dann nicht einen „Direktor Rasenheizung“ ? Ich habe da einen Kollegen vom Alsterradio im Auge, der Name fällt mir im Moment nicht ein, aber ich komme noch drauf.

Für die Besetzung der Posten „Direktor Klobürsten“, „Direktor Medienschulung“ und „Direktor Ochsenzoll“ nehme ich gern Vorschläge entgegen.

Haaaaaaaaaaaalt, einen hatte ich noch vergessen. Ungemein wichtig wird es sein, umgehend einen „Direktor Medizin-Check“ zu installieren. So und nur so wird es zukünftig möglich sein, dass Spieler mit einem halbtoten Knie wie Ballon Vehrami für € 3,5 Mio. und ca. € 2,5 Mio Gehalt verpflichtet werden können. Vehrami hat mittlerweile sämtliche Länderspiele abgesagt, weil «Nur mit Hilfe von Schmerztabletten konnte ich überhaupt auflaufen.»

Ich bin der festen Überzeugung, dass ein qualifizierter „Direktor Medizin-Check“ für eine adäquate Untersuchung gesorgt hätte. Oder er hätte einfach mal beim Jetzt-Direktor Peter Knäbel angefragt, denn der hätte als ehemaliger Sportdirektor der schweizer Nati den Zustand von Behramis Knie eigentlich kennen müssen. Meine Idee wäre hier Beate von RTL.

http://www.blick.ch/sport/fussball/nati/es-geht-nur-noch-mit-schmerzmitteln-nati-aus-fuer-behrami-id3242653.html

By the way, gerade überlege ich, was wohl eigentlich der Assistent von Carl-Edgar „the Schweber“ Jarchow so den ganzen Tag macht. Hm, vielleicht schweben lernen beim Meister himself“? Man weiß es nicht.

Wie man sieht, der HSV ist auf dem richtigen Weg. Alles wird gut, „Didi“ macht das schon und am Ende bezahlt ohnehin „KlauMi“ aus der Nähe von Zürich. Auf dessen nächstes Interview bin ich schon gespannt wie ein Flitzebogen.

Und jetzt soll nochmal einer schreiben, dass ich nicht positiv sein kann 🙂

Von | 2014-11-04T08:00:02+01:00 4. November 2014|Allgemein|13 Kommentare

13 Comments

  1. Oberberger 4. November 2014 um 07:56 Uhr

    Sehr gut, Grave. Geht doch 🙂

    Ich denke man hat sich da an nachstehendem Beispiel orientiert:

    http://www.connexin.net/de/humor-witze/projekt-management/wettrudern-deutschland-japan.html

  2. Gravesen 4. November 2014 um 08:07 Uhr

    Man könnte übrigens auch noch zusätzlich über einen „Direktor Stefan de Vrij“ nachdenken, damit sich diese Posse nicht zu einer Peinlickeit in Endlosschleife entwickelt, die beim „Direktor Prozess-Androhung und Facebook-Freundschaftsanfrage“ zu dauerhaften Schlafstörungen führt 🙂

  3. Gravesen 4. November 2014 um 08:22 Uhr

    http://www.goal.com/de/news/1025/kolumne/2014/11/04/5778591/jovanovs-hsv-die-zerst%C3%B6rer-sind-gefragt?ICID=HP_BN_1

    Ich bezweifel, ob „so schön, so schön“ das diesmal gefallen wird 🙂

  4. Thomas S. 4. November 2014 um 09:15 Uhr

    Haarsträubend. Und hier wird wohlgemerkt nicht einmalig Geld vernichtet, sondern für einen permanenten Abfluss von Mitteln in den „Wasserkopf“ gesorgt. Ich fasse es nicht. Die alte Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, an der die HSV Fußball-AG irgendwann noch zu Grunde gehen wird.
    Waren das noch Zeiten, als ein Triumvirat aus B. Hoffmann, K. Kraus und „Didi“ für ein Bruchteil der Kosten den Laden schmiss! (Halt, Thomas, nicht nostalgisch werden, das führt zu nichts.)
    Bzgl. Behrami: Wäre er gesund, wäre er vermutlich auch deutlich teurer gewesen, oder? M.E. ist das Preis/Leistungs-Verhältnis bislang in Ordnung. Allerdings wünsche ich ihm gute Ärzte, die vielleicht auch mal die ein oder andere Pause verordnen, wenn es nottut.

  5. Micha Krämer 4. November 2014 um 09:33 Uhr

    Uli, ich werde dir heute mal für ein paar Sekunden assistieren, du hast Facebook, Twitter und die ganzen Blogs nicht gewürdigt. Da fehlen auch noch ein paar Direktoren die ihre Direktiven im Namen des HSV direkt ins Netz dirigieren können Manni könnte wieder aktiv „Facebooken“ und durch den Trainigsbeobachtungsdirektor wäre unsere Aufstellung schneller beim Gegner bekannt. Dann wäre da noch ein Direktor für Gucklöcher im Zaun, der könnte ein wichtiger Mann werden, weil er durch vorgefertigte Gucklöcher viel Geld sparen kann…

    So.. bin wieder weg

    Micha

  6. Hannes Grundmeyer 4. November 2014 um 09:38 Uhr

    Herrlich! Vielleicht sollte ich mich als Direktor für Schiedsrichterbest… äh .. betreuung bewerben. Mit der entsprechenden Verwöhnpackung für die Schiris könnte man vielleicht mal wieder häufiger einen Dreier einfahren im Volkspark. Vor allem müssen die Jungs dann nicht mehr so viel laufen, das kaputte Ballonknie wird geschont und sie müssen nicht mehr so viel trainieren. Schöne Aussichten…

  7. Sassen 4. November 2014 um 10:00 Uhr

    meine bewerbung für den posten „direktor für vorverkostung der spiritousen in den vip-logen“ müsste heute bei dukaten diddi auf´m schreibtisch landen. rente mit fuffzich kein traum mehr, halleluja.

  8. Marcel Aimaq 4. November 2014 um 10:01 Uhr

    Positiv ist immer gut…
    Aber ich frage nchmal nach, der AR segnet doch alles in letzter Instanz ab oder nicht?
    Und die werden ja kaum Wilder Westen spielen und die Kohle mir nichts dir nichts raushauen und hoffen, dass dann nächstes Jahr irgendjemand Geld gibt, der diese Kosten irgendwie deckelt.
    Also muss es doch an der Sponsorenfront entsprechende (noch nicht offiziell vorgestellte) Fortschritte geben.

    Auch das Peters und Knäbel hier sind, die werden ja nicht hier anfangen ohne das man Ihnen was versprochen hat, bzw. frei nach dem Motto „Die Kasse ist leer, aber du machst das schon“ oder etwas nicht?

    Daher würde es mich sehr interessieren, ob irgendjemand aus der Presse oder Bloger einen von den Beiden diesbezüglich angesporchen hat, wie die sich ihren finanziellen Spielraum in Zukunft vorstellen.
    Gab es dazu evtl. was entsprechendes in den Medien/Blogs?

    Danke und Gruß

    • Gravesen 4. November 2014 um 10:14 Uhr

      Was meinst du jetzt genau? Hätte ich Herrn Knäbel fragen sollen, was ihm als Budget versprochen wurde? Ich nehme mal an, hätte ich das getan (was ich nicht habe), hätte ich maximal ein müdes Grinsen geerntet. Insofern kann man aus dem Off gern die Wünsche nach solchen Fragen formulieren, ihre Beantwortung bleibt jedoch Wunschdenken.

      Nein, wir (ich war ja nicht allein) haben uns mehrere Stunden Gedanken zu Fragen einem roten Faden durch ein Gespräch gemacht, leider konnten/durften wir die überaus interessanten und sympathischen Antworten nicht schreiben, weil der Verein doch „noch nicht so weit ist“.

      Ich nehme mal an, unter dem neuen „Zauberer interne Kommunikation“ wird jetzt alles viel reibungsloser ablaufen, zumindest für die Ex-Kollegen vom Boulevard 😉

      • Marcel Aimaq 4. November 2014 um 13:05 Uhr

        Na ja, evtl. hätte man ihn ja fragen können, wie er sich die Panung mit dem geringen finanziellen Spielraum hier beim HSV vorstellt und welche Ziele er hat und diese dann in dem Umfeld hier umsetzen möchte.
        Einfach mal seine Ideen und Gedanken hören und vor allem nicht nur „Yes, we can“, sondern auch mal nch dem „How?“ fragen…

        Was würde denn passieren, wenn Sie die Fragen & Antworten aus dem Gespräch veröffentlichen würden?
        Was soll der Verein denn genau machen?

        na ja, wünschen darf man sich ja immer, ist ja bald scho Weihnachten 😉

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