Nach 20 Minuten war das Spiel entschieden

“Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt. Tooor. Tooor. Tooooor. Toooor”

Wir schreiben den 16.11.2014 und in der Hamburger Imtech-Arena treffen zwei Teams aufeinander, die noch nie gegeneinander gespielt haben und nie gegeneinander spielen werden.

Die deutsche Nationalmannschaft läuft mit folgender Aufstellung auf:

Turek – Posipal, Kohlmeier, Eckel, Liebrich, Mai – Rahn, Morlock, Walter, Schäfer – Walter

Die U23 des Hamburger Sportvereins startet mit:

Brunst – Jordan, Jung, Adamoah, Marcos – Steinmann, Mende – Gouaida, Müller, Arslan – Brüning

Um exakt 15.30 Uhr stößt Deutschland durch Fritz Walter und Helmut Rahn an, der Ball wird auf Morlock zurückgespielt. Während Morlock noch überlegt, was er mit dem Spielgerät anfangen soll, stehen ihm zwei Hamburger auf den Füßen, der Ball ist weg. Der deutsche Sturm ist noch damit beschäftigt, sich in die gelernten Positionen zu bringen, da bemerkt Bundestrainer Sepp Herberger, dass die im Schnitt 19,7 Jahre alte 2. Mannschaft des HSV mit 6 Spielern bis in den Strafraum der Nationalelf presst.

Herberger, gelernten Trainerfuchs, mutmaßt aufgrund seiner Erfahrung, dass die jungen Hüpfer diese seltsame Art des Fußballspiels nicht lange durchhalten können, das ist ja schierer Selbstmord.

20 Minuten später steht es 4:0 für die Mannschaft der Namenlosen und der amtierende Weltmeister versucht verzweifelt, die in Aussicht stehende zweistellige Niederlage zu verhindern.

Was heute wie “Zurück in die Zukunft” klingen mag und selbstverständlich eine nicht realisierbare Spielerei ist, ist jedoch nicht allzu weit davon entfernt, was tatsächlich passieren würde, wenn die Weltmeister-Elf von 1954 in der exakten Besetzung und dem Alter, das die Spieler zum damaligen Zeitpunkt hatten, gegen eine Regionalliga-Mannschaft aus dem Jahr 2014 treffen würde oder anders ausgedrückt:

Es ist einfach eine andere Sportart geworden.

Schaut man sich alte schwarz/weiß-Aufnahmen der Spiele der WM 54 an, sieht man einen Spielaufbau, ein Zweikampfverhalten, selbst technische Unzulänglichkeiten, die sich heute keine normale B-Jugend leisten kann. Noch dramatischer wird es, wenn man sich das Laufverhalten betrachtet.

Ein Lewis Holtby z.B. läuft in jedem Bundesliga-Spiel um die 12 km. Die Herren um Fritz Walter, Helmut Rahn und Horst Eckel kamen im Schnitt auf unter 4 km pro Spiel! Unter 4 km! In den Zeiten der Datenerfassung läuft selbst ein normaler Torhüter heute mehr.

Während die Spieler der Weltmeisterschaft von 1954 pro Match noch nicht einmal vier Kilometer unterwegs waren, haben die Kicker unserer Tage gut zehn Kilometer auf dem Tacho, wenn sie nach 90 Minuten unter die Dusche gehen.

http://www.pm-magazin.de/a/welcher-sportler-muss-am-meisten-schuften

Selbst die Spieler der Nationalmannschaft von 1974 kamen im Schnitt auf eine Laufleistung von nur 6-7 km.

Ich denke, Fritz Walter und Co. würden ihren Augen nicht trauen, wenn sie die 19 -Jährigen sehen würden, die ihnen 90 Minuten auf den Füßen stehen würden, die ein Zweikampfverhalten an den Tag legen würden, für das jeder Spieler 1954 nach 10 min. duschen gegangen wäre. Völlige Chancenlosigkeit.

Was will ich damit sagen bzw. wo entsteht der HSV-Bezug?

Ich möchte die Spielweise der heutigen Mannschaft des HSV nicht mit der der 54er-Mannschaft vergleichen, aber in Hamburg wurde viele Jahre lang geschlafen, tief und fest geschlafen. Während man in anderen Städten die Zeichen der Zeit erkannt hatte und bemerkte, dass man mit System, Ausdauer und Geschlossenheit Dinge erreichen könnte, die man ansonsten nur mit dem Einsatz von gewaltigen Mitteln erreichen könnte, kaufte man in Hamburg nach Namen und man tut es heute noch.

Lasogga, Müller, Holtby, Behrami, Djourou, selbst Stieber. Sie alle sind im Grunde eine logische Fortsetzung von Jansen, van Nistelrooy, Lauth und Mpenza.

Anstatt Johan Djourou fest von Arsenal zu verpflichten, hätte man Eigengewächs Tah halten und aufbauen können. Anstatt Valon Behrami (29) aus Neapel zu holen, hätte man auf Matti Steinmann oder Kerim Temirbay setzen können. Ob ein Ahmet Arslan schlechter performen würde als ein Zoltan Stieber oder ein Julian Green ist noch die Frage. Anstatt Lasogga für € 8,5 Mio hätte man auch einen Stürmer für die Hälfte verpflichten können.

Aber hätte man auf ein System gesetzt und dieses eingespielt. Hätte man an einem Trainer festgehalten und wäre nicht (wieder einmal) eingeknickt, würde es heute schlechter aussehen als 9 Punkte und 4 Tore aus 11 Spielen?

Ich denke nicht und vor allem wäre man nicht auf einen erneuten Kredit von Herrn Kühne angewiesen gewesen.

Ich bin zu 100% sicher, dass die Fans diesen Weg mitgegangen wären. Konsequent auf die eigenen Leute setzen, die Fans auf harte Zeiten (die ja auch so gekommen sind) vorbereiten, aber klar in seinen Aktionen bleiben. Erkennbar, klar, konsequent.

Das aber möchte man in Hamburg nicht und vielleicht kann man es auch nicht, jedenfalls nicht gegen gewaltige Widerstände.

Vor einigen Tagen habe ich mir, nicht zum ersten Mal, Gedanken darüber gemacht, warum eigentlich nahezu jeder Spieler, den der Hamburger Sportverein mit vielen Hoffnungen in die Hansestadt transferiert, hier im Norden schlechter spielt als bei seinem Ex-Club. Daniel Jovanov und auch das Hamburger Abendblatt sprach von einem “Hamburg-Virus”, das ich bereits vor Wochen ausgemacht haben wollte. Gibt es dieses Virus oder ist es einfach eine weit verbreitete Legende, um eine Sache zu erklären, die man nicht erklären kann?

Beginnen wir doch einmal vor dem Transfer. Ein umworbener Spieler wie z.B. Nicolai Müller hat verschiedene Angebote auf dem Tisch. Wenn er überall ähnlich verdienen kann, warum entscheidet er sich für Hamburg und den HSV? Weil Dukaten-Didi so gut überzeugen kann? Haha.

Was erzählt Didi dem Spieler eigentlich, womit wird er geködert? Hamburg ist eine tolle Stadt, viel Lebensqualität. Der HSV hat ein geiles Stadion mit leidenschaftlichen Fans. Der Verein hat einen großen Namen und große Tradition. Außerdem kann man in Hamburg immer noch sehr gut verdienen, Experten sind sich sicher, dass Pierre-Michel Lasogga bei keinem anderen Verein € 3,5 Mio im Jahr hätte einstreichen können.

Also? Der umworbene Spieler kommt nach Hamburg und denkt sich: Ich hab’s geschafft, ich bin jetzt HSV-Spieler. Wohne in der Hafencity, fahre Bentley, spiele in der Imtech-Arena, trage die Raute, das Leben ist schön. Das Leben ist sogar so schön, dass ab diesem Moment die letzten 5% Konzentration und Leidenschaft verloren gehen, nämlich genau die 5%, die den Spieler zu einem begehrten Spieler gemacht haben.

Geht das nicht nur einem, sondern mehreren Spielern so, haben wir den Salat und diesen Salat haben wir jetzt seit 30 Jahren. Mit einigen Ausnahmen natürlich, aber diese Spieler wollten sich nicht mit dem Etikett HSV-Spieler zufriedengeben, sondern die wollten weiter. Leider sind sie in der Minderheit, was im Übrigen auch für die Trainer gilt. HSV-Trainer zu sein heißt auch heute immer noch etwas anderes als 96-Trainer oder SC Freiburg-Trainer, völlig unabhängig vom sportlichen Erfolg.

Was ich damit sagen will: Ich denke, dass wir uns das Virus selbst machen, indem wir Spieler mit Argumenten locken, die im Anschluss zur Behäbigkeit führt. Wir erklären, wie sagenhaft Stadt und Verein sind und wundern uns dann, wenn es sie Spieler ebenso empfinden, sich im Paradies wähnen und abschlaffen.

Der Druck, etwas erreichen zu müssen, ist weg, weil (fast) alles erreicht ist.

An dieser Stelle vielleicht noch einmal für all diejenigen, die es immer noch nicht begriffen haben:

Dies ist ein Blog!

Ich produziere keine Nachrichten, ich muss keine Nachrichten produzieren. Ich schreibe meine Gedanken zu verschiedenen Geschehnissen, Umständen und Verhaltensweisen auf, aber ich mache keine Zeitung. Insofern sind die Einwände “Dann kann ich gleich Boulevard lesen” vollkommener Blödsinn und zeugen davon, dass die Urheber solcher Sprüche die Wirkungsweise und Bedeutung eines Blogs nicht verstanden haben.

Oder um es noch verständlicher zu machen: Das, was sich “Matz Ab-Blog” nennt, ist zu größten Teilen kein Blog, sondern eine etwas andere Art von Online-Journalismus, also im Prinzip nichts anderes als online-gestellte Print-Artikel.

Der oder das Blog [blɔg] oder auch Weblog [ˈwɛb.lɔg], engl. [ˈwɛblɒg], Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert (‘postet’) oder Gedanken niederschreibt.

(Und immer schön auf die Werbung klicken) 😉

Von | 2014-11-13T07:56:57+01:00 13. November 2014|Allgemein|14 Kommentare

14 Comments

  1. jal1248 13. November 2014 um 09:16 Uhr - Antworten

    Der heutige Blog ist unter der Kategorie “höchstes Niveau” einzustufen. Es ist klar analysiert, was in der Vergangenheit schief gelaufen ist, wie es -vielleicht- besser gelaufen wäre. Aber das Umdenken fängt im Kopf an und daran hapert es.Gute Vereinsarbeit beginnt mit der Jugendarbeit! Warum also jetzt erst der Bau des lange angekündigten Zentrums? Warum hat man die Fan-Anleihe “verpulvert”, statt sie dafür zu verwenden, wofür sie gedacht war. Einfach zu viele wenns und abers. Jetzt muss gehandelt werden (jungen Spielern eine Chance geben), schlechter werden kann es kaum. Tasmania Berlin lässt grüßen! Die ‘Unabsteigbarkeit’ liegt mittlerweile wie ein Fluch auf dem Verein. Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber, Also – endlich Mut, tatsächlich was zu verändern.

    Ein Hinweis: Schön reden kann jeder, aber Kritik war und ist immer wichtig. Ohne sie gäbe keine Veränderungen!

    Ich wünsche einen schönen Tag.

  2. vandermai 13. November 2014 um 09:19 Uhr - Antworten

    Sehr schöner Beitrag und er gibt genau das wieder was ich selber schon seit Jahren denke. Ich würde das Ganze aber noch etwas weiter auf Stammtisch Niveau herunterziehen wollen. Und das Kind ein wenig deutlicher beim Namen nennen. Die Herren Spieler sind zum größtenteils einfach überbezahlt. Nach der letzten Saison war sicherlich die Möglichkeit gegeben einen Neuanfang zu wagen. Viele junge Spieler zu günstigen Konditionen zu integrieren und diese mit leistungsbezogenen Verträgen auszustatten. Das Team hätte zusätzlich noch mit ein paar “alten Hasen” abgerundet werden können.
    Denn wenn man sich, wie Ende der letzten Saison mehrmals geschehen, mit Vereinen wie Mainz, Augsburg etc vergleicht, sollte man auch so konsequent sein und die selbe Transferpolitik fahren. Ich weiss das Wort Demut ist mittlerweile überstrapaziert, aber wäre auch hier angebracht gewesen. In dem man junge hungrige Spieler aufbaut und ihnen ein Sprungbrett ins “größere” Geschäft Fussball bietet. Aber das kann und will der HSV aus welchen Gründen auch immer nicht. Auch hier hängt man den Jahren 1979-1983 hinterher. Anstatt mal für das einzustehen, für das man wirklich am Ende steht. Nämlich Mittelmäßigkeit. Und zwar in allen Bereichen. Die Hoffnung stirb bekanntlich zuletzt.

  3. Thomas S. 13. November 2014 um 09:48 Uhr - Antworten

    Ja, Tradition + Fans schießen eben keine Tore. Frag nach bei Rot-Weiss Essen, 1860 München & Co.
    Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, wie du vermutest. Aber zu allererst sollte es doch immer das sportliche Konzept sein, mit dem man die Spieler zu überzeugen versucht. Dazu kommt die menschliche Komponente. Erfreulicherweise sind wir auf beiden Gebieten einen Schritt weiter als vor einem Jahr. Nur leider läuft uns die Zeit davon.

  4. Flensburger1977 13. November 2014 um 09:55 Uhr - Antworten

    Die Probleme sind bekannt, nicht erst seit gestern.
    Was wären denn Löungsansätze? die Ausgliederung des Vereins, ist der erste Schritt , quasie der Schlüssel für den Neuanfang. Jetzt muss nur der nächste Schritt dahin folgen. Ordnung der Finanzen. Struktur und Konstanz im sportlichen Bereich. Wie kann man das schaffen?
    Was denkt iht muss gemacht werden? Was meine Person angeht, bin ich durchaus mit Klassenerhalt und Mittelmaß zufrieden. Alles Andere ist in meinen Augen auch Wunschdenken. Der HSV lebt von der Vergangenheit. Dass muss aus den Köpfen verschwinden. Es geht um die Zukunft. Die muß gesichert sein. Mit dem jetzigen Bild sind wir alles andere als attraktiv für mögliche Investoren. Wir brauchen Identifikation.
    Das schaffen wir auch nicht mit Panikkäufen oder Verkäufen in der Winterpause.

  5. Rostein 13. November 2014 um 10:28 Uhr - Antworten

    Gravesen, Du beschreibst zutreffend die Fortentwicklung des Fußballs seit den 1950ern bzw. 1970ern, gerade in Bezug auf die athletischen (konditionellen, aber auch motorischen) Fähigkeiten. Könntest Du den Zeitpunkt datieren, wann der HSV den Anschluß auf die beschleunigte Entwicklung verpasst hat? (Ich selbst würde das Jahr 2008 nennen).

    Ich denke, daß die Verpflichtungen vor dieser Saison im großen Ganzen schon sinnvoll waren. Hier sind Bausteine zukünftigen Erfolgs versammelt. Nur: dies war in der Vergangenheit häufig auch der Fall. Die Bausteine waren da, aber es fehlte der von einem Architekten-und-Statiker-Team getragene Bauplan und die Einsicht, daß ohne dies nur nicht zusammenpassende Abschnitte gebaut werden. Dies könnte dieses Mal anders sein. Und wer es vor der Saison nicht wußte, sollte es jetzt wissen: Wunderdinge dürfen nicht erwartet werden und sind nicht zu erwarten.
    Um aus diesem aktuellen Morast herauszukommen, ist vor allem viel Bodenhaftung (“Demut” ist ein überstrapazierter Begriff) erforderlich – in Verein wie Mannschaft.
    Noch kurz zu den Spielern, ohne daß ich jeden Namen durchhecheln will: während ich die Verpflichtung van Nistelrooys (wie auch Zé Robertos) nie verstanden habe, denke ich, daß Behrami und Lasogga mentale Qualitäten mitbringen, die dem HSV-Team lange abgegangen sind: Kampfgeist und Führung und Mitreißen der anderen auf dem Platz, welche athletisch-motorischen Limitierungen sie auch immer haben mögen. Van Nistelrooy und Zé Roberto waren (Super-) Stars in der Abenddämmerung ihrer Karriere. Sie hatten bereits gewonnen, was zu gewinnen war. Woher den Punch nehmen, weiterhin bis an die eigenen Grenzen und darüber hinauszugehen? Sie waren wichtige Bausteine der Erfolge ihrer Vereine, aber nie oder längst nicht mehr von ihrer mentalen Disposition her Führungsspieler. Das sehe ich bei Behrami und Lasogga anders, da beide noch nicht die großen Erfolge hatten und im Falle Lasoggas auch noch Möglichkeiten zur Erweiterung der Fähigkeiten bestehen.
    Dessen ungeachtet hätte ich in der Tat sehr gerne Tah und Demirbay in dieser Saison im HSV-Dress gesehen, die vage Aussicht besteht ja immerhin noch bei Steinmann.
    Neben den Spielern, die nach dem Wechsel zum HSV Leistungseinbrüche zeigten, wären übrigens auch einmal die zu erwähnen, denen von HSV-Fans gern die Bundesligatauglichkeit abgesprochen wurde, die andernorts aber ordentlich durchstarteten, weil man ihre Fähigkeiten erkannte und Geduld mit ihnen hatte. Drei dieser Gattung spielen aktuell bei Schalke 04 (Champions League-Teilnehmer): Aogo, Sam, Choupo-Moting. Und dann gibt es noch den WM-Teilnehmer Muhamad Besic, mittlerweile Everton FC, der beim HSV mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt wurde. Wenn man wissen will, wie €100 Mio. Verbindlichkeiten zusammenkommen, muß man auf solche Abgänge achten.
    Insofern gilt für das aktuelle Team: Fordern und fördern – mit Geduld und Augenmaß, ob nun Neuzugang oder Eigengewächs.
    Auch in diesem Zusammenhang bin ich nach wie vor auf Joe Zinnbauer und seinen Einfluß gespannt. Er soll als U23-Trainer bei der Kaderzusammenstellung vor allem auf die Systemkompatibilität der Spieler geachtet haben und zugunsten dieser sogar auf “individuell bessere” Spieler verzichtet haben.

  6. Gravesen 13. November 2014 um 10:34 Uhr - Antworten

    OT. Wenn jemand Lust hat (und die Möglichkeiten haben sollte), den User mit der IP-Adresse 93.131.187.39 zu ermitteln, werden die Staatsanwaltschaft und ich reichlich Spaß mit dem Geisteskranken haben 🙂

    • Kategorie HSV 13. November 2014 um 12:48 Uhr - Antworten

      Moin Grave
      Hab mal ein bisschen geguckt. den direkten User kann man nicht so ohne weiteres ermitteln.
      Habe herausgefunden , dass die IP von Telefonica Deutschland vergeben wird.
      Über die kannst Du an den User kommen. Aber auch nicht einfach so. Solltest Du allerdings eine Strafanzeige stellen, ist es dann ein einfaches für die Staatsanwaltschaft über Telefonica Deutschland den User zu ermitteln.
      LG

      • mazeman 13. November 2014 um 14:59 Uhr - Antworten

        Via http://www.maxmind.com kann wenigstens noch der Standort der IP-Adresse (nicht Provider) lokalisiert werden.

        Best

        C;)

  7. Bernd Thoenneßen 13. November 2014 um 12:43 Uhr - Antworten

    Moin,
    es kann doch nur 2 Strategien für Didi & Co geben,
    “best case”: Der HSV kommt mit dem Personal so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller. Dabei zeigen besonders die “Vertrags-Auslaufmodelle” im Team besonders tolle Leistungen und wecken Begehrlichkeiten, die zu Wintertransfers und somit Einnahmen für den HSV führen könnten. Dann aber werden Transfers evtl. auch nicht benötigt, da das Team dann stark genug ist. Aussichten: Eher unwahrscheinlich.
    “worst case”: Die Mannschaft quält sich irgendwie durch die Saison und schafft hoffentlich den Klassenerhalt. Dann verlassen die “Auslaufmodelle” den HSV für Null Ablöse, entlasten aber das Gehaltsniveau. Die Jungen aus dem Restkader zusammen mit der U23 starten neu durch.
    Didi & Co greifen notfalls im Winter ein, indem der ein oder andere Spieler verpflichtet wird, der in das Gesamtsystem passt oder eine Sofortlösung ist (unwahrscheinlich).
    Aussichten: Megatrübe und bedarf Kohle und natürlich ein großes Nervenpaket der HSV-Fans.
    Mein Gefühl sagt mir, dass das von Didi & Co so verfolgt wird, alles hängt von der Leistungsbereitschaft der Mannschaft ab. Die Zusammensetzung halte ich nicht für so schlecht, wie der Tabellenplatz es mutmaßen ließe.
    Bei den Finanzen wird nach meiner Einschätzung seitens möglicher strategischer Partner abgewartet, wie sich Herr Kühne verhält. Mit Kühne wollen sicher die wenigsten zusammenarbeiten.
    Schade, schade.

  8. Carsten Pio. 13. November 2014 um 15:38 Uhr - Antworten

    Ich kann bestätigen, daß der hiesige Blogger ernstgemeinte Kritik annimmt. Ich hatte vor wenigen Wochen infragegestellt, warum im Ticker BILD- / HA-News laufen würden. Nur einen Tag später wurde der Ticker verändert und aus Doppelmoral wurde Konsequenz.

    Der heutige Beitrag ist insofern korrekt, als der HSV eines schlecihenden Prozesses unterliegt. Es ist die Summe der späten Entscheidungen gepaart mit dem Standort-NACHTEIL in Hamburg, der stets als Vorteil angepriesen wird.

    Die anderen Millionenstädte haben ähnliche Probleme, aber in München (FCB) wird professionell gearbeitet. In Berlin sind die Erwartungen auf Grund der jahrelangen Zweitligazugehörigkeit nicht so hoch wie in HH. Und in Köln hat man den Umbruch schneller vollzogen als in HH, hat zudem einen Manager, der sich nicht vesrtellt und sein Ding mit den Erfahrungen der Vergangenheit durchzieht. Ein Trauerspiel, daß der Mann schon am Flughafen war, aber von den Medien alsbald verscheucht wurde.

    • Sassen 13. November 2014 um 19:03 Uhr - Antworten

      jau berlin und kölle.
      berlin war geteilt, hertha hatte immer schon konkurrenz, blauweiß90, tebe, mittlerweile union und den bfc, zudem nie die erfolge eines hsv.
      der geißbockclub ist recht jung, erster bundesligameister, dann in den 70ern noch mal ´ne gute phase, das war´s dann.
      hier zeigt sich mittlerweile aber genau das was gravesen in seinem blog anmerkt –

      “Ich bin zu 100% sicher, dass die Fans diesen Weg mitgegangen wären. Konsequent auf die eigenen Leute setzen, die Fans auf harte Zeiten (die ja auch so gekommen sind) vorbereiten, aber klar in seinen Aktionen bleiben. Erkennbar, klar, konsequent.”

      – die hütte war auch zu zweitligazeiten rappelvoll, keine spinner mehr am werk wie zuletzt z.b. overath, man honorierte die ehrlichkeit.

      der hsv, erfolgreich quasi von der ersten stunde an bis in die 80er und hier liegt genau die krux. viele, ob in amt und würden beim verein, oder viele fans, erwarten genau das immer noch und das schlägt sich in den transfers nieder –

      “Also? Der umworbene Spieler kommt nach Hamburg und denkt sich: Ich hab’s geschafft, ich bin jetzt HSV-Spieler. Wohne in der Hafencity, fahre Bentley, spiele in der Imtech-Arena, trage die Raute, das Leben ist schön. Das Leben ist sogar so schön, dass ab diesem Moment die letzten 5% Konzentration und Leidenschaft verloren gehen, nämlich genau die 5%, die den Spieler zu einem begehrten Spieler gemacht haben.”

      in diesem sinne – sehr guter blog.

  9. Buttje 14. November 2014 um 00:23 Uhr - Antworten

    Man kann das auch so zusammenfassen: Das kommt dabei raus, wenn biedere Hamburger Kaufleute einen publicityträchtigen Sportverein dazu missbrauchen, ihre Geltungssucht zu befriedigen und schlagartig ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, von dem. was sie dort machen sollten, gar keine Ahnung haben und sich dann folglich von ausgebufften Profis über den Tisch ziehen lassen. Wer kannte schon einen Jürgen Hunke, Ronny Wulf, Manfred Ertel.oder erst recht CE Jarchow, bevor sie beim HSV ein Amt übernahmen. Ausnahmen wie 2002-09 Didi Beiersdorfer bestätigen da nur die Regel, denn er wurde letztlich durch einen dieser Profilneurotiker aus dem Verein getrieben.
    Ansonsten wieder mal eine knallharte und messerscharfe Analyse, Grave.
    Der Kardinalsfehler ist mMn, dass mann zu lange in den 80ern gelebt und sich auf diesen Lorbeeren ausgeruht hat.

  10. peschinho 14. November 2014 um 06:32 Uhr