Ich habe da mal ne kurze Frage…

Nein, schreiben darf man nicht darüber, am besten nicht mal reden. Alles, was auch nur annähernd nach leiser Kritik an der Entwicklung des „neuen HSV“ klingt, wird gnadenlos niedergebrüllt. Dabei sind die „Kritiker der Kritiker“ in ihren Bezeichnungen für die, nach ihre Maßstäben, Fahnenflüchtigen und Vaterlandsverrätern nicht gerade zimperlich. „Hassprediger“, „Hetzer“, „Nicht-HSVer“ sind noch die eher harmlosen Varianten, in denen die Getreuen ihren Unmut darüber zum Ausdruck bringen, dass es Berichterstatter, Journalisten oder Blogger gibt, die nicht einfach der Herde hinterherlaufen, sondern die (absolut berechtigte) Fragen stellen. Fragen sind aber in diesen Tagen nicht erwünscht, Geduld ist erwünscht. Kritiklosigkeit ist erwünscht und bedingungslose Treue ist erwünscht. Wer das nicht „leisten“ kann oder will ist halt ein Verräter oder noch schlimmer, ein Not-for-saler 2.0, wie mir gestern ein Leser schrieb.

Dabei war es noch genau diese Haltung, diese Fähigkeit, Kritik an den herrschenden Strukturen zu erkennen und zu formulieren, die exakt den gleichen Leuten zu Ruhm und Ehre verholfen hatte, die jetzt als neue Verräter-Gilde identifiziert wird. Wie kann das passieren? Nun, das ist im Grunde ganz einfach. War es bis zum 25.05. die Kritik an den „richtigen“ Personen, die korrekt und notwendig war, so ist es jetzt die Kritik an den „falschen“ Personen, die nicht erwünscht ist. Doppelmoral in Reinkultur.

An dieser Stelle komme ich zu meiner ersten kurzen Frage:

Warum tue ich das? Warum beschäftige ich mich kritisch mit Personen, Entscheidungen, Positionen? Warum mache ich meine Bedenken an der aktuellen Entwicklung kenntlich? Ich könnte mir das Leben doch wesentlich angenehmer, bequemer und lustiger machen. Ich könnte pausenlos von Geduld schreiben, ich könnte die Personal-Entscheidungen loben und die Testspiel-Ergebnisse gegen 5-Ligisten bejubeln. Ich könnte die Transfers verteidigen und Kühne/Gernandt lobpreisen. Eines wäre sicher, der Jubel der Plus-Fanatiker wäre mir gewiss. Ich wäre die journalistische Speerspitze gegen alle Unkenrufe, der Verteidiger des Glaubens. „Grave, gut, dass es zumindest dich noch gibt“.

Also? Warum mache ich das nicht einfach? Ich müsste mich nicht länger bepöbeln oder bedrohen lassen und würde wahrscheinlich täglich 500 Leser und 100 Facebook-Freunde mehr haben. Da ich kein Masochist bin und aus Schmerzen Vergnügen beziehe, muss es einen anderen Grund geben, oder?

Die Antwort ist im Grunde ganz einfach: Weil es, zumindest aus meiner unmaßgeblichen Sicht, nicht richtig wäre. Ich habe irgendwann einmal beschlossen, dass ich in diesem Blog keine Deals mache und keine Gefälligkeiten erweise, aber dafür das schreibe, was meiner Meinung nach richtig ist. Damit macht man sich nicht nur Freunde, aber das ist mir egal. Was mir aber nicht egal ist, ist die Haltung einiger, die meinen, dass für die einen (alter AR und Vorstand) etwas galt, was für die anderen nicht gilt. Das geht nicht und das mache ich nicht mit.

Jörn Wolf sagte vor einiger Zeit zu mir:„Ich bitte dich, das im Sinne des Vereins zu machen, weil ich weiß, dass ich mit dir keinen Deal machen kann“. Darauf bin ich stolz. Ich lasse nicht mit mir handeln und ich lasse mich auch nicht bedrohen, aber dafür schreibe ich das, was ich für richtig halte. Das, was ich schreibe, muss bestimmt nicht jedem gefallen, aber ich erwarte, dass man es respektiert, so wie ich andere Meinungen respektiere, die sachlich begründet vorgetragen werden.  Mentale Halbaffen wie Spam-Feigling und Gummizellen-Insasse HSV63 fliegen schneller raus, als sie „Lachs“ schreiben können oder bleiben von Anfang an vor der Tür. Das ist so und das wird auch in Zukunft so bleiben!

Kommen wir zurück zum Thema, da ich heute einige Dinge einmal ganz unmissverständlich klar stellen möchte. Völlig unabhängig davon, welcher „Glaubensrichtung“ man angehört, muss es erlaubt sein, die Tatsachen und Realitäten abzubilden. Wenn das nicht mehr möglich ist, wenn man nur noch das schreiben bzw. sagen kann oder darf, was eine bestimmte Klientel hören bzw. lesen will, dann sind wir wieder auf dem Baum.

Wenn ich schreibe, dass die Mannschaft, die vor dieser Saison für fast € 30 Mio. !!! verstärkt bzw. ergänzt wurde, aktuell nach 11 Spielen 9 Punkte und 4 Tore auf der Habenseite hat, dann ist das eine Tatsache und die darf man erwähnen. Dem entgegen stehen Äußerungen von wahren Gläubigen, die von Geduld reden, die schreibe, dass sie glauben und denken, dass es in Zukunft besser gehen wird. Also haben wir auf der einen Seite die Realität, auf der anderen Seite die Hoffnungen. Diese Hoffnungen darf man äußern, die Realität aber nicht, weil – sonst ist mein ein Hassprediger. Lustigerweise durfte man gegenüber alten Aufsichtsräten (Hunke, Ertel) einfach mal lustig behaupten, das war seinerzeit völlig ok. Schließlich waren diese Herren der erklärte Feind und dann sind alle Mittel erlaubt. Ich erinnere an Manfred Ertels unsäglichen Facebook-Post zum Thema Hoeness/Haftstrafe. Alle, auch ich, waren empört und haben Ertel dafür abgestraft. Würde sich heute Dukaten-Didi oder Peter Knäbel in ähnlicher Art zu Wort melden, wäre das kein Thema. Ich erinnere ebenfalls an die zu Beginn der Saison mehrfach getätigten Aussagen von Herrn Gernandt zum Thema Mannschaft, Trainer, Aufstellung etc. Kein Problem, Alter, der darf das. Hätte sich Manfred Ertel in vergleichbarer Form geäußert, er wäre skalpiert worden.

Damit hier keiner auf komische Gedanken kommt, ich will weder Ertel noch Hunke in irgendeiner Form verteidigen, ganz sicher nicht. Aber, was bei dem einen gilt, muss bei dem anderen auch gelten, ansonsten macht man sich unglaubwürdig.

Thema Hilke und Vertragsverlängerung. Die Realität, die Wahrheit sieht wie folgt aus: Anhäufung von Verbindlichkeiten, Fan-Anleihe, van der Vaart-Deal gegen die Empfehlung der sportlichen Leitung, Indonesien-Reise gegen Empfehlung der sportlichen Leitung, rückläufige Mitgliederzahlen, schlechte Performance beim Projekt Hamburger Weg, rückläufige Zahlen bei Business Seats, schlechtere Auslastung der Logen, katastrophale Außendarstellung des Vereins, bis heute kein sichtbares Kommunikations-Konzept. Das ist die Darstellung des Status Quo und sie ist unbestritten. Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen, muss man die Frage nach der Begründung für eine Vertragsverlängerung stellen dürfen. Nein, diese Frage muss eigentlich von jedem verantwortungsvollen Medium gestellt werden und die Tatsache, dass dies nicht geschieht, ist erschütternd und bezeichnend genug.

Was steht an „Argumentation“ dagegen? Emirates, SportFive, adidas? Die schlichte Verlängerung von bestehenden Verträgen ist Grund genug für eine erneute Vertragsverlängerung eines Vorstandes? „Vielleicht gibt es ja im Hintergrund bereits erfolgreich eingefädelte Deals, von denen die Presse endlich mal nichts mitbekommen hat und darum ist der Vertrag verlängert.“ Da ist es wieder. „Vielleicht“, „ich glaube“, ich denke..“, „Es könnte doch sein, dass..“ Wir haben auf der einen Seite die unumstößlichen Fakten, auf der anderen Seite die Vermutungen und Hoffnungen. Schlimm nur, dass sich die Erzeuger der Vermutungen mehr im Recht fühlen und denjenigen, die es wagen, die Fakten zu benennen, jegliche Objektivität absprechen.

Thema Vorstand. Herr Gernandt sprach im Anschluss an die Mitgliederversammlung vom 25.05. von „Tabula rasa“. Kein Stein bliebe auf dem anderen, man wolle in Zukunft mit 2 Vorstandsmitgliedern ins Rennen gehen und die Strukturen schlanker gestalten, auch und besonders vor dem Hintergrund der finanziellen Situation. Nun, mittlerweile haben wir 4 Vorstände (wobei Carl-Edgar Jarchow voraussichtlich im Juni 2015 ausscheiden wird), diverse neue Direktoren und einen Sack voller Abfindungs-Verhandlungen. Das muss man nicht schreiben dürfen, dass muss man schreiben, denn es entspricht erneut nicht dem, was dem HSVPLUS-Wähler vor der Wahl zugesagt worden war. Tut man dies aber, so wird man erneut mit dem Hinweis auf Geduld nieder geschrien. Ich erinnere gern daran, was die gleichen Pöbler getan hätten, wenn Manfred Ertel derart weit vom Thema abgekommen wäre.

Stichwort Anschubfinanzierung durch Kühne/“kostenloses“ Geld. Vor der Mitgliederversammlung wurde von Seiten Ernst-Otto Rieckhoffs von einer Anschubfinanzierung, ausgezahlt von Klaus-Michael Kühne gesprochen. Man würde, im Falle eines Wahlsieges und einer Inthronisierung von Dietmar Beiersdorfer eine nicht unwesentliche Summe aus der Schweiz erhalten und zwar als „kostenloses“ Geld. Ich weiß zwar nicht, wie ihr das seht, aber „kostenloses“ Geld bedeutet in meiner Welt eine Schenkung. Nachdem HSVPLUS aber am 25.05. mit großer Mehrheit durch gewunken wurde, musste der Neu-Vorstand bis zum 04.08. warten, bis Kühne sein Darlehn um weitere € 17 Mio. aufstockte, von Schenkung keine Rede. Es gibt Menschen, die würden dies als Wahlbetrug auslegen.

Ich könnte jetzt noch die Ankündigungen erwähnen, dass zahlreiche, sogenannte „strategische Partner“ bereitstünden, von denen man bis heute kein Sterbenswörtchen hören kann, aber was soll’s…

Mir und anderen Kritikern dessen, was letztendlich von HSVPLUS übrigen geblieben ist, werden aus Ermangelung von seriösen Begründungen gern persönliche Motive vorgeworfen bzw. unterstellt. Auch dazu möchte ich heute noch einmal endgültig Stellung beziehen.

Glaubt eigentlich irgendjemand tatsächlich, dass ein Stephan Rebbe, ein Holger Hieronymus, ein Dietmar Jacobs, ein Dr. Wolfgang Klein, dass diese Herren Kritik an etwas üben, weil sie nach der Mitgliederversammlungen „keinen Job bekommen haben“??? Denkt das wirklich jemand mit einem funktionierenden Resthirn, welches ein Überleben ohne fremde Hilfe ermöglicht? In der Tat ist es doch wohl eher so, dass solche Unterstellungen mehr über deren Urheber aussagen, als dass sie irgendeinen Wahrheitsgehalt erfüllen. Und auch hier wieder – Doppelmoral ohne Ende. Während man besonders Hieronymus und Jacobs während der Wahlkampfphase zwischen Januar und Mai jedes Wort glaubte, sind exakt diese Herren in dem Moment nicht mehr glaubwürdig, sobald sie eine Position beziehen, die mit dem, was der gläubige Plusser denkt, nicht vereinbar ist.

So lange du etwas behauptest, was in mein Weltbild passt, kannst du behaupten, was du willst. 

Mir selbst wird unterstellt, ich wäre verbittert :-), weil ich beim HSV keine Akkreditierung erhalten hätte. Wirklich köstlich, aber ich erkläre es gern noch einmal, dann aber das letzte Mal. Ich selbst hatte an eine Akkreditierung nie einen Gedanken verschwendet, ein befreundeter Journalist brachte mich auf die Idee. Also fragte ich den Mediendirektor und der sagte mir selbige in einem Anfall von Großmut zu. Nachdem mehrere Abendblatt-Journalisten davon Wind bekamen, intervenierten sie ganz aufgeregt, wonach der Mediendirektor seine gemachte Zusage zurückzog.

Dieser Vorfall verbittert mich in keinster Weise, ich finde ihn nur bezeichnend. Bezeichnend deshalb, weil es mir selbst im Grunde scheißegal ist, wo ich im Stadion sitze. Ich kenne Hunderte von Menschen mit Dauerkarten, Arbeitskarten, Logen oder Business-Seats und ich könnte jedes Spiel kostenlos sehen, wenn ich es wollte. Meine Anwesenheit auf der Pressetribüne wäre aber für den Verein eine Chance gewesen, den Herren von der Presse zu demonstrieren, wer beim HSV entscheidet und wer nicht. Betrachtet man die Entwicklung, kann jeder, der sich über die manipulativen Medien aufregt, ausrechnen, wer beim HSV bestimmt und wer nicht. Aber, wer weiß? Vielleicht ist man ja einfach noch nicht soweit?

Desweiteren bin ich ja maßlos enttäuscht darüber, dass ich ein mir zugesagtes Interview mit dem Direktor Profi-Fußball zwar führen, aber nicht verwenden durfte (Ironie aus). An dieser Stelle und zum letzten Mal: Ich bin deshalb weder enttäuscht noch verbittert, aber die Art und Weise des Vorgehens finde ich aus kommunikations-technischer Sicht mehr als bedenklich. Ich habe dieses Interview zusammen mit Daniel Jovanov geführt und wir haben uns beide tagelang über die Fragen und den Verlauf des Gesprächs abgestimmt. Da ist viel Zeit und Arbeit eingeflossen, weil wir gern ein Interview gemacht hätten, was über den üblichen Abendblatt- und Mopo-Müll hinausgeht. Letztendlich habe wir ein solches Interview mit Peter Knäbel geführt und die Antworten von Herrn Knäbel wären für viele Leser überaus interessant und informativ gewesen. Darüber ärgere ich mich in der Tat, nämlich, dass dem Leser die Chance auf Information genommen wurde. Desweiteren ärgere ich mich über den Verlauf, denn bei mir gilt: Wenn ich etwas zusage, den halte ich es ein. Das dies beim HSV und ganz besonders in der Medienabteilung anders gehandhabt wird, habe ich jetzt verstanden, aber deshalb führe ich doch keinen Rachefeldzug gegen meinen Verein. Wer sowas denkt oder behauptet, sollte vielleicht anfangen, über sich selbst nachzudenken.

Fazit: Ich werde auch in Zukunft anmerken und kritisieren, aber auch loben, wenn es Anlass dazu gibt. Und das unabhängig von Namen und Rang der Person. So habe ich irgendwann vor langer Zeit Journalismus verstanden und der Umstand, dass es vielfach anders gehandhabt und gelebt wird, ist über alle Maßen bedauerlich.

Einen schönen (Stefan) de Vrijtag für euch.

Von | 2014-11-21T07:55:55+01:00 21. November 2014|Allgemein|32 Kommentare

32 Comments

  1. Holger Jortzik 21. November 2014 um 09:28 Uhr

    Die Kommunikation einiger Kreisligisten ist besser aufgestellt als die des HSV!

    Es drängen sich für mich Fragen auf:

    a) Warum sieht das keine der maßgeblichen Personen?

    b) Warum wird weder der Mediendirektor noch der dafür zuständige Vorstand hinterfragt?

    c) Welches Aufgabenprofil hat eigentlich Jörn Wolf. Wofür brauch ich einen Mediendirektor, wenn eh jeder sabbelt was er will?

    Das Musterbeispiel von Seriösität auf dieser Position ist für mich immer Markus Hörwick. Ruhig, sachlich, klare Ansage, klare Strategie. Verrat mir doch mal einer warum wir das nicht hinkriegen und da weiter „Underperformer“ unterwegs sind? Ich verstehe es nicht….

  2. HSVforever 21. November 2014 um 09:43 Uhr

    Hallo Grave,
    ich hatte schon im Mai bei der MV ein ungutes Gefühl, Gernandt als Aufsichtsratsvorsitzenden zu wählen. Aber die Alternative, Hunke, Ertel & Co. weiterwurschteln zu lassen wäre ja noch schlechter gewesen.

    Was ich nicht verstehe ist, wie es einem Verein wie dem HSV nicht gelingt, in einer boomenden Metropole wie Hamburg Gönner zu finden, die wirklich Gönner sind und den HSV substantiell unterstützen und nicht im letzten Moment wie auf einem türkischen Basar das Feilschen beginnen. Liegt dies an der Positionierung von Gernandt? Dann muss der Mann weg – und zwar jetzt!

    VG
    HSVforever

  3. SvenB 21. November 2014 um 09:50 Uhr

    Moin,

    wie meistens den Nagel auf den Kopf getroffen. Traurig aber wahr. Ich selber stelle von Woche zu Woche fest, dass mir das ganze HSV-Theater mehr und mehr auf den Senkel geht und es mir einfach egal ist, was passiert. Der HSV entfernt sich immer mehr von mir; oder anders herum?
    Es ist traurig, wie der Verein (im Augenblick) mit hohem Tempo Richtung Abgrund gefahren wird. Die Hoffnungen waren einfach zu hoch…
    Das Sportliche könnte man ja noch halbwegs verkraften, wenn die Führung wenigstens auch wirklich umgebaut worden wäre bzw. einen klaren Kurs fahren würde. Stattdessen Hilke, Direktoren, desaströse Pressearbeit und immer noch wird Geld versenkt bzw. auf Kühne gehofft.
    Der alte Mann hatte seine Chance, „seinem“ HSV zu helfen. Stattdessen wurden lediglich Kredite vergeben und sich in Vereinsbelange eingemischt…
    Wie oben beschrieben: ich bin mittlerweile so weit vom HSV entfernt, dass ich mir dieses Trauerspiel ganz entspannt aus der Distanz anschaue. Da ich weder Dauerkarte noch Sky habe, muss ich mich auch nicht über das Geld ärgern, was ich in den Verein investiere…

    • Hannes Grundmeyer 21. November 2014 um 12:54 Uhr

      Geht mir genauso. Ich gucke mittlerweile nur noch auf den Kicker-Alarm und freue mich (selten genug) oder ärgere mich kurz (meistens). Die Niederlagen gucke ich mir schon gar nicht mehr an, weil ich mich doch nur ärgern würde. Mir graut es vor Sonntag. Hab da kein gutes Gefühl.

  4. Flensburger1977 21. November 2014 um 09:52 Uhr

    Ich denke, die genannten Leute haben gefallen an der Macht gefunden . Für mich stellt es sich so dar..
    Wenn man zum Wohle des Vereins Entscheidungen trifft. Müssen sich diese genannten Personen auch eingestehen, dass Sie augenscheinlich für diesen Posten nicht geeignet sind. Es ist Zeit zu hinterfragen, was die Ziele der Personen sind. Ich meine nicht die sportlichen Ziele des Vereins, sondern die Persönlichen Ziele der handelnden Personen. Macht und Gier sind keine guten Triebfedern. wir dürfen auch nicht vergessen, dass der HSV EV. auch noch mit dran hängt.

    Wir hatten die Möglichkeit, einen Neustart zu machen. Das hat der Verein aber nicht genutzt.
    Schade ist es.

  5. FSC_Keeper 21. November 2014 um 10:06 Uhr

    Meine Vermutungen zu Holgers Fragen:
    a) es wird von den maßgeblichen Personen gesehen, jedoch toleriert, weil sie keinen Bock haben, einen Kriegsschauplatz mit der Hamburger Presse zu eröffnen. Ich bezweifle auch, dass sich das in naher Zukunft (wenn überhaupt) ändern wird, solange man sich Personen aus dieser Branche ins Haus holt (so weit ich weiß, war Jörn Wolf vorher bei der MoPo, jetzt kommt noch ein ehemaliger vom HH Abendblatt dazu – kann sich jeder seinen Teil denken)
    b) zum Mediendirektor siehe a) – zum Vorstand: so weit ich weiß, bestellt der Aufsichtsrat die Vorstände. Und da Hilke bei Kühne hoch im Kurs zu stehen scheint, war es nur logisch, das Gernandt & Co. die Vertragsverlängerung beschließen.
    c) Beisitzer bei Pressekonferenzen und dafür Sorge tragen, dass die schreibende Zunft Infos zur Veröffentlichung bekommt… – oder anscheinend auch letzteres zu verhindern.

    Meine Frage an Grave: So wie ich dich verstanden habe, habt ihr das Interview mit Knäbel ja schon geführt. Was hindert euch eigentlich daran, den Inhalt zu veröffentlichen – Verbot hin oder her? Andere Medien scheinen ja auch keine Hemmungen zu haben, „Brisante“ Themen zu veröffentlichenn, solange sie Auflage oder Klicks bringen – egal was der Mediendirektor des HSV sagt…

    • Gravesen 21. November 2014 um 10:09 Uhr

      Zum Knäbel-Interview. So „brisant“ waren die Inhalte gar nicht, eher aufschlussreich. Knäbel selbst und der HSV hätte in dem Interview auch gut ausgesehen. Im Moment überlege ich tatsächlich, ob ich die 50 min. nochmals aufarbeite

      • ausgegliedert 21. November 2014 um 12:03 Uhr

        Ich vermute, das tatsächlich Informationen vorhanden sind. Ja, vermuten. Mehr kann ich aus der Ferne auch gar nicht und deswegen tut es auch nicht weh.
        Schade finde ich nur, daß man hier eigentlich nichts anderes erfährt als das, was man als kritischer Leser bereits weiß (resp. hier wiederholt erschienen ist). Aber solange es für deinen Seelenfrieden wichtig zu sein scheint, nur zu.

  6. Arnold 21. November 2014 um 10:19 Uhr

    Vorab : Danke für Deinen Blog – diesen lese ich stets gerne
    a) weil ich Dich für einen ehrlichen HSV-Fan mit interessanten Backgroundwissen und guten Kontakten halte
    b) wegen der konträren Meinung zu den Boulevardblätter
    Ich bin HSV-Fan, wohlwissend seit dem Tag an dem mich mein Vater 1991 als 10-jähriger Buttscher mit in die Westkurve genommen hat. Dort spielte in der Saison 90/91 der HSV gegen Werder und gewann das Spiel meiner Erinnerung nach dramatischen Schlussminuten mit 3-2. Seitdem wuchs die Fanfreundschaft – ich war langjähriger Dauerkarteninhaber und Auswärtsfahrer bis ich dies familienbedingt vor wenigen Jahren zurückgefahren habe.
    Möglicherweise liegt es auch daran, dass man älter und verantwortungsvoller (Familie) wird aber ich merke wie ich mich immer weiter von diesem HSV distanziere. Früher mitgezittert, gelitten, am Tag nach Niederlagen schlecht gelaunt gewesen, den HSV immer bis auf Letzte verteidigt und und und…….
    Heute geht mir beim diesem HSV nicht mehr viel ab. Übermorgen ist Derby gegen Werder, früher wäre ich heute schon aufgeregt gewesen, die Stimme wäre Montagmorgen weg gewesen, vor einigen Jahren (20.12.2009) standen wir das ganze Spiel bei -20°C auf der Nordkurve und haben die Bremer weggeschrien (2-1 Sieg HSV)
    Heute sage ich, wenn sich etwas anderes anbietet, werde ich kein Veto auf Couch+Sky einlegen (ins Stadion gehe ich mittlerweile nicht mehr, u.a. wegen der aggressiven und asozialen Stimmung in einigen Bereichen der Nordkurve und weil ich die Eintrittspreise für die Leistungen die dort abgeliefert wird, für mich nicht mehr akzeptieren will).
    Das liegt natürlich mitunter an den sportlichen Vorstellungen der letzten Jahre – aber auch dieses ganze Gezerre, diese ganzen peinlichen Verantwortlichen in Selbstdarstellermanier machen diesen Verein immer mehr mehr unsympatisch. Anfang dieser Saison verspürte ich seit langem endlich mal wieder Aufbruchstimmung, war motiviert auch in dem Hinblick, dass DB wieder an Bord ist und unter seiner Leitung nun wirklich jeder Stein umgedreht werden sollte. Mittlerweile habe ich weiterhin den Eindruck, dass dort auf allen Ebenen nicht mehr so professionell gearbeitet wird, wie es vonnöten wäre, einen guten Erstligaverein dauerhaft zu etablieren.
    In Deinem heutigen Blog hätte man es nicht besser beschreiben können, dass sich überhaupt nichts geändert hat. Ich gehe davon aus, dass es Richtung Zweite Liga geht – wenn es dieses Jahr wieder knapp reichen sollte, kratzen die Mannschaften mit den fetten, finanzstarken Konzernen im Rücken bereits an der Klinke der ersten Liga und werden sich gegen diese HSV kurzfristig durchsetzen. Wenn überhaupt dafür dann noch die Lizenz erteilt wird – ich habe den Eindruck, dass der HSV beim DFL nicht gerade das beste Ständig und mit Sicherheit auch kaum Einfluss hat, von daher gehe ich auch davon aus, dass die DFL den HSV „über die Klinge springen“ lassen würde, wo man bei anderen Vereine eher noch ein Auge zugedrückt hätte (Lizenz mit Auflagen). Ich denke auch spätestens dann werden die letzten Ratten in Form der Verantwortlichen, die sich Jahre hinweg im Glanze des großen HSV den Bauch gepinselt haben, das sinkende Schiff verlassen und erst dann dieser Umbruch (im ganzen Verein – nicht nur der Umbruch der Mannschaft), vollzogen werden kann.

  7. Martin 21. November 2014 um 12:22 Uhr

    Ihr habt ein Interview mit Peter Knäbel geführt und ihr dürft es nicht verwenden ? Ich dachte immer, man gibt sein konkludentes Einverständnis zur Veröffentlichung schon deshalb, weil man das Interview führt ?

    Kann ich irgendwo nachlesen, wieso es dann nicht veröffentlicht wurde ?

    • Gravesen 21. November 2014 um 12:28 Uhr

      Nein. Wir wurden darüber informiert, dass uns Herr Knäbel für ein Interview zur Verfügung stehen würde, nachdem ich mich 8 Wochen lang um ein Gespräch mit Herrn Beiersdorfer bemüht hatte. Wir haben uns also auf dieses Interview vorbereitet und waren pünktlich. Auf dem Weg zu Knäbels Büro wurde uns dann mitgeteilt, dass wir das anstehende Gespräch nicht als Interview und schon gar nicht als exklusiv zu bezeichnen hätten. Ich hätte einen lustigen PR-Text draus machen können, aber dafür bin ich mir zu schade.

  8. Buttje 21. November 2014 um 13:42 Uhr

    Also, dazu fallen mir folgende Anmerkungen/Zitate/ ein: 1. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. 2. Zeige mir einen Menschen, der sich nicht von der Macht korrumpieren lässt, denn er muss ein Heiliger sein. 3. Die Revolution entlässt ihre Kinder und die die alten Schergen übernehmen wieder die Macht. 4. Die wahre Macht an der Elbe ist die Hamburger (Boulevard-)Presse. 5. Wo sind die Eier?

    Im Übrigen geht mir das ganze Theater mittlerweile sowieso auf die selbigen. Es macht sich nur noch große Enttäuschung breit und ich frage micht ernsthaft, ob es nicht doch besser gewesen wäre, wenn Lassoga das Tor in Fürth nicht geschossen hätte…………

  9. Juschu 21. November 2014 um 14:07 Uhr

    „deshalb führe ich doch keinen Rachefeldzug gegen meinen Verein“ – ich dachte du bist ausgetreten?! 😉
    Wort zum Sonntag: „Wichtig ist auf dem Platz!“
    In diesem Sinne wünsche ich allen HSVern ein schönes und erfolgreiches Fußball-Wochenende mal fernab der Vereinspolitik…

    • Gravesen 21. November 2014 um 14:18 Uhr

      Ach so. Es kann also nur mein Verein sein, wenn ich Mitglied bin? Und ich dachte, auf solchen Käse könnten nur Spack aus Zack oder Bruno Halbnackt kommen..

  10. SvenB 21. November 2014 um 14:59 Uhr

    http://www.bild.de/video/clip/bundesliga-news/wetterbericht-vor-12-spieltag-38656676.bild.html

    Hab ich mir nicht angeschaut, aber alleine schon die Überschrift lässt mich definitiv von einem Sieg der Bremer ausgehen…
    Manmanman, einfach mal die Schnauze halten…

  11. Thomas S. 21. November 2014 um 15:15 Uhr

    Mal was Anderes: In der aktuellen Ausgabe der „11 Freunde“ finden sich bemerkenswerte Aussagen des niederländischen Fitnessexperten Raymond Verheijden:
    – „Fußball ist ein Sport, in dem es um Intensität und Handlungsschnelligkeit geht, aber nicht um Ausdauer.“
    – „Ich weiß, dass viele Fußballfans glauben, dass die Spieler zu wenig trainieren. Das Problem ist in Wirklichkeit aber zu viel Training.“
    – „90 Minuten am Tag mit höchster Intensität sind genug.“
    Muss man wohl ernst nehmen, denn der Mann ist kein ganz Schlechter.

  12. Fiet 21. November 2014 um 15:35 Uhr

    Moin Grave,
    lese Deinen Blog schon lange und gern, weil Du versuchst, Blicke hinter die Kulissen zu werfen und halt nicht die übliche HSV-Sensationsschreibe – ob positiv oder negativ – bedienst. Mir ist aufgefallen, dass Du in letzter Zeit in Deinen Posts sehr oft Stellung zu Kommentatoren beziehst, die Dir wohl offensichtlich nicht wohlgesonnen sind. Mir kommt es so vor, als ob Dich deren Kritik echt beschäftigt, da Du Dein Handeln immer öfter erklärst. Lass das doch einfach sein, es wird nichts ändern an der Meinung der Kritiker und es kostet Dich nur Energie, die Du in Interessante Themen stecken könntest. Kein Gegner wird deshalb seine Meinung ändern, weil Du die Kritiker kritisierst. Im Gegenteil, könnte mir vorstellen, dass Du dann noch mehr Quatsch zu hören bekommst. Meterweise Rechtfertigungen und Erklärungen dessen was Du schreibst, führen lediglich dazu, dass die Leute, die wirklich an Deinen eigentlichen HSV-Inhalten interessiert sind, irgendwann das Interesse verlieren, weil Du Dich in irgendwelchen Grabenkämpfen verlierst. Freue mich weiter auf spannende Inhalte! Gruß, Fiet

  13. TErxleben 21. November 2014 um 15:40 Uhr

    @Thomas S.
    So prall sind die Aussagen nun nicht. Diese „Erkenntnisse“ gibt es in der Sportwissenschaft seit mindestens 30 Jahren. Hier werden sie zudem verkürzt dargetellt. Man sollte sich fragen, was Voraussetzungen für Handlungsschnelligkeit ist. Dazu gehört u.a. Ausdauer (aka Kondition), Schnellkraft, Maximalkraft, Talent, Erfahrung usw. Bei Intensität frage ich mich, was überhaupt gemeint ist. Übertraining ist auch schon seit Jahrzehnten als mögliches Problem erkannt. 90min pro Tag mit höchste Intensität sind genug, ist auch so eine schwammige Angabe. Intensität worin?

  14. TErxleben 21. November 2014 um 15:45 Uhr

    Hallo Grave,

    „kostenloses“ Geld bedeutet für mich zuallererst ein zinsloses Darlehen. Mit Glück sogar ohne definiertem Rückzahlungstermin. Was KlauMi nun genau ausgehandelt hat, entzieht sich meiner Kenntnis,

  15. Don Slawinde 21. November 2014 um 18:10 Uhr

    „Wenn ich schreibe, dass die Mannschaft, die vor dieser Saison für fast € 30 Mio. !!! verstärkt bzw. ergänzt wurde, aktuell nach 11 Spielen 9 Punkte und 4 Tore auf der Habenseite hat, dann ist das eine Tatsache und die darf man erwähnen.“
    Tatsache ist wohl eher, dass wir keine 30 Mio. sondern, eher gute 6 Mio.€ ausgegeben haben:
    http://www.transfermarkt.de/hamburger-sv/transfers/verein/41/saison_id/2014
    Aber was das hindrehen von Zahlen, so wie es einem passt angeht bist du wahrscheinlich nicht anders als der Rest der Presse auch…
    Wahrscheinlich zählst du auch jeden Interimscoach mit, wenn es darum geht, wie viele Trainer wir in den letzten Jahren hatten. Diese Praxis finde ich genauso verwerflich.

    Im Übrigen finde ich es sehr angenehm, dass die Presse nicht mehr (wie in den vergangenen Jahren) täglich auf alles und jeden beim HSV drauf haut und alles schlecht redet.
    Was uns jetzt im Gegensatz dazu „Hilke-raus“-, „Gernandt-raus“- oder „Zinnbauer-raus“-Rufe bringen sollen kannst du gerne mal erklären.
    Ich denke, dass kein HSVer im Moment zufrieden sein wird und das ist auch gut so. Ob und wie man das aber ständig äußern muss steht auf einem anderen Blatt.
    Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Mannschaft gut genug für einen Mittelfeldplatz und ich hoffe, dass sie das auch bald zeigen wird.

    • mazeman 21. November 2014 um 21:07 Uhr

      Moin Don,

      Du kennst aber schon den Unterschied zwischen Brutto und Netto, oder?

      „Verstärkt“ heisst Wert, für den man was „erwarten“ kann/soll/muss, nicht unter dem Strich „das Konto belastet“.

      Btw, mit Deinem letzen Satz zeigst Du allen, dass Du nix, aber auch gar nix, im heutigen Blog verstanden hast.

      • TErxleben 21. November 2014 um 22:57 Uhr

        moin matzemann,
        30mio gekauft, 25mio verkauft macht eine Differenz von 5mio. Das der HSV sogar diese Summe nicht rumliegen hat, tut erstmal nix zur Sache. Hat aber nichts mit Brutto/Netto zu tun.

        • mazeman 22. November 2014 um 06:51 Uhr

          Moin TErx,

          schon klar – nimm es als Allegorie;)

          LG

      • Don Slawinde 22. November 2014 um 14:25 Uhr

        Aha, also wenn wir bspw. für 50 Mio. Spieler verkauft hätten und für 10 Mio neue geholt hätten, würdest du auch sagen, dass wir uns ja für 10 Mio.€ verstärkt haben?
        Das Transferplus von 40 Mio. würdest du dann auch einfach unter den Tisch fallen lassen?!
        Was für ein Schwachsinn!
        Die Bayern haben sich auch für 50 Mio verstärkt, genauso wie die Dortmunder?! (http://www.transfermarkt.de/jumplist/transfers/verein/27 / http://www.transfermarkt.de/jumplist/transfers/verein/16)
        Verstärken bedeutet für mich ein Zugewinn an Qualität bzw. Wert. Und dabei muss ja wohl berücksichtigt werden, dass auch Qualität/Wert abgegeben wurde, oder nicht?
        Mein letzter Satz sagt aus, dass ich die Hoffnung niemals aufgeben werde. Und er sagt aus, dass uns schlecht reden auch kein bisschen weiterbringen wird.

        • Gravesen 22. November 2014 um 14:29 Uhr

          Ich würde es bevorzuge, wenn du es in Zukunft unterlassen könntest, anderen Leuten „Schwachsinn“ zu unterstellen. Deine Rechnung ist unglücklicherweise ausgesprochen einseitig, aber egal.

          Natürlich soll man die Hoffnung nicht aufgeben, aber niemandem ist damit gedient, die Augen vor den Realitäten zu verschließen.