Die wahre Hoffnung ist die Hoffnung. Wie immer…

Liebe HSV-Fans,

gestern bat ich euch hier im Blog um eure Mithilfe. Ich fragte nach positiven Themen, im Grunde danach, was euch immer noch an diesen Verein glauben lässt. Ich möchte jetzt nicht alle (eigentlich waren es nicht so viele unterschiedliche) Punkte wiederholen oder aufarbeiten, denn im Grunde waren so gut wie alle Argumente von einer Sache genährt – der Hoffnung. Hoffnung auf bessere Zeiten, Hoffnung auf eine positive Entwicklung, auf bessere Spiele, irgendwie auf einen HSV, der endlich wieder Spaß macht.

Und so kann man zu dem vorgezogenen Schluss kommen, dass es eigentlich die Hoffnung ist, die Hoffnung macht. Dies ist in der Tat nicht wirklich neu in diesem Verein, denn diese Hoffnung existiert nun schon seit fast 3o Jahren und sie wird immer wieder dann neu befeuert, wenn neue Personen auf bekannten Posten ihre Ämter beginnen. Mit all diesen Personen waren Hoffnungen auf bessere Zeiten verbunden und sie alle scheiterten an den unterschiedlichsten Problemen.

Scheiterten die Einen an den Vereinsstrukturen, scheiterten die Anderen an der Mitlieder-Mitbestimmung. Einige scheiterten an ihren Kollegen und viele an sich selbst. Es gab Verantwortliche, die scheiterten an ihrer Unfähigkeit und es gab welche, die scheiterten an den zu großen Erwartungen.

Es bleibt zu hoffen, dass die aktuellen „Machthaber“ nicht daran scheitern, dass der Eine endlich aus dem langen Schatten seines Besitzers getreten ist und bemerkt, wie interessant Bekanntheit und Prominenz sein kann. Dass der Andere ein guter Sportchef, aber nur ein durchschnittlicher Chef ist und dass ein Dritter zwar seinen Job nicht beherrscht, aber dafür das Spiel mit der Macht umso besser.

SKY-Reporterin Jessica Kastrop, die ich unter normalen Umstände aufgrund ihres fehlenden Plans nicht ernst nehmen kann,sagte gestern bei SKY90 etwas Richtiges:

Der HSV ist so ein Verein, bei dem glaubt man jedes Jahr: So, diesmal aber. Und dann passiert es doch wieder nicht.

 

Und so ist die Hoffnung des Vereins im Grunde die Geduld und die unverzagte Hoffnung der Fans auf bessere Zeiten, die, ist man einmal ehrlich, faktisch nicht belegt werden kann.

Guckt man sich das an, was gestern im Spiel gegen Bremen abgeliefert wurde und das auf den Eintrittskarten als Bundesliga-Spiel deklariert wurde, ist es mehr als ein Wunder, dass es immer noch mehr als 45.000 Fans, die sich dieses Gebolze jedes 2. Wochenende antun. Die von weither anreisen, Kosten auf sich nehmen, Trikots kaufen, sich in der eiskalten Arena den Arsch abfrieren und sich dann 90. Minuten quälen lassen, gestern gleich von zwei Mannschaften.

War der HSV gestern schlecht, so war Werder Bremen unfassbar schlecht. Das, was beide Mannschaften am Sonntag spielerisch, technisch, taktisch ablieferten, genügte im Prinzip einer unterdurchschnittlichen Zweitliga-Partie, einzig der unermütliche Einsatz der Hamburger war hervor zu heben, wenn das Spiel nicht noch zwei späte Glückstreffer gesehen hätte, wäre es unerträglich gewesen.

So aber regiert in Hamburg wieder die Hoffnung darauf, dass es vielleicht doch irgendwann einmal besser werden könnte und diese Hoffnung wird auch dann noch existieren, selbst wenn in Augsburg am nächsten Wochenende verloren wird. „Dann eben zuhause gegen Mainz“, wird es dann im endlosen Kreislauf im Leben der HSV-Fans heißen. Was sollen sie auch tun? Sie haben sich diesem Verein verschrieben und sind in ihrer Rolle unfähig, etwas verbessern zu können.

Halt, falsch, etwas konnten sie doch verbessern. Immerhin pilgerten fast 10.000 Mitglieder am 25.05.2014 in die Arena, stürzten die alten Machthaber und vollzogen die Strukturreform. Besonders die Fans, die dort anwesend waren und noch viel intensiver diejenigen, die sich während der Wahlkampfphase engagiert haben, müssen jetzt an den neuen HSV glauben. Tun sie das nicht, gestehen sie sich ihr eigenes Scheitern an, gestehen eventuell sogar ein, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Dies macht niemand gern und so wird teilweise entgegen jeder Vernunft und ohne wirkliche Argumente all das niedergemacht, was die aktuellen Fakten aufzählt. Menschlich, aber eben auch radikal, fanatisch und unvernünftig.

Denn am Ende sind wir wieder am Anfang. Was da ist, ist die Hoffnung. Die Hoffnung, dass es noch Hoffnung gibt und bekanntermaßen stirbt die Hoffnung zuletzt.

Das wahre Kapital des Vereins ist die unendliche Geduld seiner Fans. Sollte es damit irgendwann einmal vorbei sein, hat der Hamburger Sportverein ein Problem, für das es keine Lösung mehr gibt.

 

Von | 2014-11-24T08:03:42+01:00 24. November 2014|Allgemein|15 Kommentare

15 Comments

  1. jal1248 24. November 2014 um 08:29 Uhr

    Gewonnen und zwar das Derby übertüncht so manches. Mal eine Woche nicht ‚leiden‘. Und so stimmt es, wo von der HSV zur Zeit lebt, ist die Hoffnung und die stirbt bekanntlich zuletzt. Und wenn, gute Nacht HSV!!

    Wünsche trotzdem eine schöne Woche, natürlich mit der Hoffnung auf den nächsten Sieg.

    Jürgen

  2. Thomas S. 24. November 2014 um 09:45 Uhr

    Dass die Mannschaft als Mannschaft auftritt, macht mir Freude, auch wenn es keine gute Mannschaft ist.

    Klar versuche ich, quasi durch die Fanbrille, generell das Positive zu sehen. Ebenso klar hat man als Fan auch Hoffnung, aber das ist nicht das zentrale Element. Im Kern geht es für mich darum, alles, Gutes wie Schlechtes, mit meinem Verein gemeinsam zu durchleben. Ich bin kein Mitglied und gehe sehr unregelmäßig in Stadion, insofern bin ich nur emotional, aber nicht finanziell engagiert. Aber meine Gefühle investiere ich gerne. Und dass Führungspersonen falsche Entscheidungen treffen, wird man immer wieder haben, und das ist auch kein Alleinstellungsmerkmal des HSV.

    Was soll denn bitteschön ein FCK-Fan sagen, wo der Größenwahn einiger Weniger im Vorfeld der WM 2006 einen unsinnigen Stadionausbau produziert hat, an dem der Verein noch Jahrzehnte knabbern wird? Was ist mit 1860 München oder RW Essen? Wo war Fortuna Düsseldorf die letzten 30 Jahre? Auch der 1.FC Köln ist nach wie vor meilenweit von den eigenen Ansprüchen enfernt, und das durchaus auch selbstverschuldet. Soll der gemeine Fan seinen Verein deswegen mit Liebesentzug bestrafen? Ich meine nein. Es hilft doch niemandem.

    So freue ich mich denn über einen glücklichen, zäh erarbeiteten Sieg und bin gespannt, wie sich die Mannschaft in einer Woche präsentieren wird.

    Und selbstverständlich wünsche ich auch den Bremern alles Gute.

  3. erik 24. November 2014 um 09:59 Uhr

    dass ich das einmal sage, hätte ich auch nicht gedacht, aber ich kann mich über einen Sieg gegen Werder nicht einmal freuen. Allein die Tatsache, dass wir 30 Mio ausgegeben haben und Werder gefühlte 200t. Und dann machen wir ein geiles Spiel auf Augenhöhe. So auf Knie-Niveau.

  4. julaxx 24. November 2014 um 10:30 Uhr

    Nun,

    ich glaube, das was du dort oben beschreibst, das hat der HSV nicht exklusiv – sondern kennzeichnet jeden Verein, der seinen Ansprüchen hinterher hinkt. Mir ist jedenfalls in Deutschland keine Fanbasis eines Vereins im Abstiegskampf oder unteren Mittelfeld der Tabelle bekannt, die nicht ganz fest darauf hofft, dass „die Jungs“ es „im nächsten Spiel besser machen.“

    Vielleicht ist der HSV einfach nix besonderes. Und vielleicht ist das Problem auch nicht, dass es zuviele unfähige Menschen im Umfeld des Vereins gibt, die das Sagen haben. (Nein, das Problem hat man durch die zahlreichen neuen Direktoren wohl gelöst). Vielleicht ist das Problem immer noch die Hybris. Also, die Idee, man könne sich alte Zeiten „zurückkaufen“ – weil es der Anspruch des HSV sein müsse, „oben dabei zu sein“. Da hilft dann auch ein ungeduldiger Investor nicht. Und es hilft übrigens auch nicht, dass Dukaten-Diddi zwar mal ganz gut eingekauft hat, aber noch nie ein Händchen dafür hatte, bezahlbare Rohdiamanten zu kaufen, ihnen ein Umfeld zu schaffen, in dem sie aufblühen und sie dann weiter zu verkaufen. Man musste schließlich kein Hellseher sein, um zu wissen, dass de Jong und van der Vaart hilfreich sein würden. So gesehen tut Didi nur das, was er immer schon getan hat.

    Nur, dass das dieses Mal nicht reicht.

    Man hat sich anscheinend gedacht: Wir kaufen gute Spieler, überbrücken damit die Saison und gewinnen Zeit, die wir brauchen, um den Unterbau neu zu organisieren. Bisher klappt das mittelprächtig. Aber Änderungen in Strukturen, das weiß ich aus meiner Arbeit, brauchen Zeit. Insofern war der Ansatz richtig, wurde aber – und an der Stelle teile ich deine Kritik an den Machern ausdrücklich, Grave – nur inkosequent eingeleitet. Daher: Was bleibt, ist die Hoffnung.

  5. julaxx 24. November 2014 um 10:38 Uhr

    Ach, ich hatte etwas vergessen: Was mir von Allem am Meisten Hoffnung macht ist: Nach einem Sieg gegen Werder Bremen und dem verlassen der Abstiegszone hat kein Verantwortlicher davon gesprochen, es habe eine Trendwende gegeben und man sei auf dem Weg der Besserung.

    Anscheinend ist Realismus eingekehrt.

  6. ausgegliedert 24. November 2014 um 11:20 Uhr

    30 Jahre fast schon philosophische Hoffnung, in der Tat. Leider hatten wir in den Hochzeiten keinen Macher á la Hoeneß, der seine Zielstrebigkeit mit der nötigen Nachhhaltigkeit umgesetzt hat.
    Den Ertrag der jetzigen Personalentscheidungen können wir ebenfalls nur erhoffen. Ebenso wie ein Zurückkehren eines spielerischen Elementes auf dem Platz. Vlt. fällt das mit dem gestrigen Sieg leichter, auch wenn Not gegen Elend gewonnen hat. Daran mag ich aber nicht so recht glauben. Und so lange der Glaube nicht gestützt wird und damit auch die Hoffnung stärkt, gebe ich persönlich auch kein Geld für Eintritt oder Fanartikel aus.
    PS: Bist du jetzt eigentlich noch Mitglied, Grave?

    • Gravesen 24. November 2014 um 11:23 Uhr

      Noch bis zur Mitgliederversammlung im Januar, danach ist Schluss

  7. Thoenni 24. November 2014 um 15:27 Uhr

    Immerhin haben über 57000 Zuschauer im Stadion den HSV unterstützt.
    Und diese sind es, die von der Hoffnung zehren. Warum auch nicht.
    Es muss doch jedem klar sein, dass solche Spieler wie Holtby und Müller nicht plötzlich das Fußballspielen verlernt haben. Das spielt sich doch alles im Kopf ab, die Angst vor dem Verlieren ist allgegenwärtig.
    Solche „Abgewöhnspiele“ haben nur eine Funktion, nämlich langsam wieder Vertrauen an sich selbst aufbauen.
    Und genau das ist meine Hoffnung, dass irgendwann mal der sog. Knoten platzt und genau diese genannten Spieler wieder Fußball spielen.
    Anmerkung noch an Grave, bitte bleibe am Ball und im Verein, denn solche Leute wie Dich braucht der HSV, auch wenn es mal Unterschiede in der Bewertung von Interna geben sollte!

  8. rm2099 24. November 2014 um 18:42 Uhr

    Es wäre falsch, wenn man sagen würde, es ist keine Weiterentwicklung der Mannschaft zu erkennen. Richtig ist: Es ist keine SPIELERISCHE Weiterentwicklung zu erkennen, (eher sogar Rückschritte). Aber dennoch: Das Zerstören kann der HSV mittlerweile ganz gut. Und wenn man sich an vergangene Saison zurückerinnert, war genau das auch der Auftrag. Die Abwehr stabilisieren, die defensive Ordnung aufs Feld bekommen, läuferisch und kämpferisch dagegenhalten – damit diese endlose Flut von Gegentoren aufhört. Das ist gelungen, defensiv ist das von einer absoluten Vollkatastrophe (letzte Saison) zu einem durchschnittlichen Niveau geworden, nicht umsonst hat man gegen spielerisch bessere Mannschaften (Bayern, Dortmund, Leverkusen, Hoffenheim) gut ausgesehen – und gepunktet.
    Noch einmal: Genau das war das primäre Ziel, und das ist gelungen.
    Die spannende Frage ist: reicht das, um die Klasse zu halten? Denn wenn etwas „besser“ wird, heißt das ja nicht, dass es reicht, um die Ziele zu erreichen. Denn die anderen sind ja vielleicht auch „besser“ geworden – oder schon so weit voraus, das „besser“ nicht reicht, um sie einzuholen.
    Es ist ja auffällig, dass Zinnbauer anfangs von dominantem Fußball sprach und den auch spielen ließ; etwa gegen Frankfurt und Hertha. Nur ging das gewaltig in die Hose, und auch Zinnbauer hat schnell wieder auf Sicherheit und Zerstörung gesetzt. Gegen Bremen war das ja auch eher eine sehr kontrollierte Offensive…
    Wie gesagt, ob das reicht, würde ich bezweifeln. Aber es ist auch etwas billig, in der einen Saison dauernd auf die vielen, vielen Gegentore zu verweisen, und dann, wenn das behoben ist, zu sagen: Aber nach vorn ist das erschreckend harmlos. Da haben viele schnell vergessen, woher man kommt. Also bleibt die Hoffnung (!), dass sich die Mannschaft auch spielerisch weiterentwickelt. Das zu schaffen, ist Teil 2 von Zinnbauers Job. Den ersten hat er bereits geschafft.

  9. Goldfather 24. November 2014 um 18:45 Uhr

    Not gegen Elend beschreibt das Spiel ausreichend, denn weder Werder Bremen noch der HSV haben fußballerisch etwas anzubieten gehabt, dass einem Bundesligisten im Jahre 2014 gerecht werden könnte.
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    Immer wieder hört und liest man von den 30 Millionen € die der HSV in den Kader gesteckt hat und kann nicht verstehen warum man mit soviel Geld nicht in der Lage ist fußballerisch ein wesentlich höheres Niveau zu erreichen. Und im Gegenzug dazu liest und hört man immer wieder, dass die U23 nur in der vierten Liga spielt und kein wirklich talentierter Spieler jemals in der vierten Liga gelandet wäre, weshalb die Jungs aus der U23 der ersten Mannschaft auch nicht weiterhelfen könnten.
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    Beide Ansichten sind typisch für HSV-Anhänger und zeigen die naive Ahnungslosigkeit im Umfeld des Clubs auf, die auch vor Investoren a la Papa Kühne nicht halt macht.
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    Natürlich besitzen die Spieler, die für viel Geld verpflichtet wurden aktuell eine höhere Qualität, aber diese Qualität ist abhängig von sehr vielen Faktoren, so dass selbst ein Thomas Müller oder ein Mario Götze in der Lage wären gemeinsam mit dem HSV abzusteigen, obwohl deren gemeinsamer Marktwert sich bei knappen 100 Millionen € befindet.
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    Hätten Götze und Müller beim HSV langfristige Verträge unterschrieben und wären durch gemeinsame Anstrengungen des Vorstandes sowie des AR´s und einigen klaren Ansagen von Papa Kühne dazu gezwungen worden in den letzten vier Jahren für den HSV aufzulaufen würde ich ihren gemeinsamen Marktwert auf unter 20 Millionen € einschätzen, wobei es gut möglich gewesen wäre, dass Thomas Müller die U23 des HSV nie verlassen hätte, da er weder vernünftig geradeaus laufen kann noch besonders dicke Beine hat.
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    Götze hätte sich irgendwo auf Calhanoglu-Niveau eingependelt und würde seinen Berater zweimal in der Woche bei Papa vorsprechen lassen, um den Wechsel zu seinem Traumclub Bayer 04 Leverkusen zu forcieren, weil das ständige Rumgeheule von Rudi Völler per Freisprechanlage nervt beim Autofahren nach dem HSV-Training.
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    Anders ausgedrückt: Die Qualität des Trainers, Übungsleiters, obersten Bockumstoßers entscheidet letztendlich darüber ob ein Spieler die Chance bekommt Weltmeister zu werden oder in der vierten Liga versauert.
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    Zinnbauer macht im Umgang mit der U23 vieles richtig und gleichzeitig bei der Entwicklung fußballerischer Qualitäten vieles genauso falsch wie Slomka, Fink und Ritter van Marwijk.
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    Zu geringfügig liegt das Augenmerk auf der fußballerischen Entwicklung, wenngleich man sagen muß, dass Zinnbauer die kämpferische Einstellung, die eigentlich eine Grundtugend darstellt, hervorragend entwickelt hat.
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    Bislang ist Zinnbauer für mich ein erstklassiger U23-Coach der psychologisch und taktisch zu den besten Trainern der vierten und dritten Liga in Deutschland zu zählen ist, aber für die erste Liga, mit Blick auf das was ein Coach im internationalen Vergleich können muß, ist es bislang leider zu wenig.
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    Jedoch sehe ich sowohl Peters, als auch Knäbel, in der Pflicht mit Zinnbauer zu arbeiten, um ihn deutlich zu verbessern, da es auf dem Markt für Profitrainer neben den bekannten Trainern, wie Tuchel, Klopp, Streich, Guardiola kaum jemanden gibt der ein Team fußballerisch massiv weiterentwickeln kann.
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    So gesehen regiert aus meiner Sicht weiterhin die fußballerische und somit auch die wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit, da an den entscheidenden Faktoren bis jetzt niemand etwas verändert hat.
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    Der HSV mag noch soviel Geld in seinen Profikader stecken, solange man keine Ahnung davon hat wie ein Spieler und ein Team kontrolliert fußballerisch verbessert werden können, solange ist es vollkommen unwichtig ob ein fertiger Spieler 10 Millionen € oder ein junger Viertligaprofi 200.000 € gekostet hat.
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    Was wäre ein Formel 1 Rennwagen von Mercedes Benz wert, wenn man ihn von einem Sonntagsfahrer oder einem Teenager fahren lassen würde?
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    Der allseits gescholtene Jogi Löw ist übrigens ein Paradebeispiel dafür wie stark sich ein Trainer entwickeln kann wenn ihm eine Analyseabteilung der Superlative zur Verfügung steht und er aufgrund der abgelieferten Ergebnisse, nicht mehr umhin kommt sein Team auf den Gipfel dessen zu führen was moderner Fußball heutzutage bedeutet.
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    Wenn Zinnbauer bislang auch die Mittel und Methoden fehlen Spieler und Team fußballerisch zu verbessern, so wäre es wünschenswert, dass ihm eine hochprofessionelle Analyseabteilung zur Verfügung gestellt wird, die zukünftig ein fester Bestandteil des HSV sein sollte.
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    Beim HSV und seinem Umfeld wird zuwenig in die Tiefe gedacht und dem hochkomplexen Profifußball zuwenig Respekt bezeugt.
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    Vielleicht wäre der HSV nicht schlecht beraten sich einmal mit Flugzeugbauern von Airbus oder Ingenieuren von Blohm + Voss zusammen zu tun und sich Gedanken darüber zu machen, was ein Team und ein einzelner Spieler heutzutage mit Hochtechnologie zu tun haben. Welche Gemeinsamkeiten könnte es zwischen dem Design und dem Bau eines neuen Airbus und der Entwicklung eines „neuen HSV-Teams“ geben?
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    Das Entwicklungspotenzial ist unendlich und der HSV bewegt sich von seiner Entwicklungsfähigkeit her augenscheinlich unterhalb dessen was der SC Paderborn, dessen Leistung phänomenal ist, aktuell zu leisten im Stande ist…

  10. aragorn2905 24. November 2014 um 20:05 Uhr

    ich habe lange überlegt, ob ich diesen kommentar schreiben soll.
    manchmal frage ich mich schon, was denn nun ist. auf der einen seite wird immer kritisiert, dass alles und jeder zuerst gehypt wird, und dabei hinter dem rücken schon die messer gewetzt werden. und berechtigerweise wird dann auf die medien eingeprügelt, wenn es dann kommt, wie es eben immer kommt.
    aber was ist hier denn anders?
    nichts, aber halt, das wäre übertrieben.
    die mannschaft hat gestern ein spiel gewonnen. und das auch völlig verdient. und was muß man heute ÜBERALL lesen? die qualität wird angemahnt, die fehlende handschrift des trainers, die spielerische leichtigkeit, die fehlenden perspektiven.
    ist das euer ernst?
    dieses spiel haben wir vor 8 wochen noch verloren,oder habt ihr frankfurt schon vergessen. gegen dieses team von der weser ein spiel so zu gestalten, wie die jungs es gestern getan haben, finde ich richtig gut. hinten nicht wirklich was zugelassen, und vorne die mauer bearbeitet so gut es eben geht. mit allen mitteln, die gesamte spielzeit über, versucht das spiel für sich zu entscheiden. schaut euch das spiel nochmal an, und achtet mal auf die formation, die skripnik gestern für die defensive gewählt hat. zwei reihen waren da zu sehen. eine fünfer reihe hinten und acht, manchmal zehn meter davor ein viererkette. wie sollst du denn bitte da konstant chancen kreieren?
    und dafür haben die jungs es wirklich gut gemacht.
    denn anders als grave sehe ich durchaus die ein oder andere positive entwicklung im verein. und das auf fast allen ebenen.jede dieser aktivitäten für sich, ist gar nicht spektakulär, aber die masse macht es dann eben aus. aber das ist eben auch ein anderes thema, und nichts anderes als meine persönliche meinung.

  11. Maltosch 24. November 2014 um 21:14 Uhr

    Hallo
    bin eher ein stiller Leser. Was sollen deine ganzen Wahrheiten „Realität“ in diesem Blog. Ich greife eine Sache heraus: 30 Mio. investiert und vorgestern noch 9 Punkte, nur 4 Tore. Und nun? Was soll denn deiner Meinung nach passieren? Didi gibt eine PK und sagt:“Alle Neuzugänge sind schlecht, gehen auf die Transferliste“
    Du hast selbst Fußball gespielt! Du weißt das es viel „Psyche“ im Fußball gibt. Der HSV braucht Zeit bis der Knoten platzt, bis der HSV auch mal ohne Abstiegsdruck aufspielen kann.
    Nochmal: Welche Konsequenz erhoffst du dir? Ich finde es geil den HSV bei seinen kleinen Schritten zu unterstützen… wie gestern gegen Bremen.
    Gruß Maltosch

  12. Lennart 25. November 2014 um 23:48 Uhr

    Lieber Grave,
    alle Fußballfans hoffen. Es gibt sehr wenige Momente in denen sie nicht hoffen. Diesen Sommer gab es eine Woche in der ich vollkommen hoffnungslos war, da sich alle Hoffnungen vollständig erfüllt hatten. Dabei ging es im WM- Finale aber nicht um den Abstieg sondern um das Erreichen des Höchstmöglichen. Glaube, Liebe und Hoffnung sind immer dann gegeben wenn Menschen emotional sind. Durch den Fußball prallen Emotionalitäten aufeinander, was natürlich auch bedeutet, dass es wie Du schon oft herausgestellt hast, viele absolut Gehirnamputierte gibt die nicht verstehen, wie wichtig es ist Zustände klar zu benennen.
    Es ist schön, dass HSV Fans hoffen. Bayern Fans hoffen auch, aber auf etwas anderes. Daran jedoch festzumachen, dass der HSV durch einen Sieg im Abstiegskampf dem Untergang einen Schritt näher gekommen ist bzw. immer noch da ist wo er vor dem Sieg war, finde ich extrem schwierig.

  13. exon 26. November 2014 um 10:10 Uhr

    ja ja die hoffnung. wie dem willen so einiger zu entnehmen ist, soll es auf seiten des hsv immer und ewig heißen: wir sind schlecht, wir spielen kacke, wir sind die schlechtesten der liga, wir haben nur glück bei unseren punkten, wir sind eigentlich noch schlechter als unsere zweite mannschaft.
    ein spieler der sagt: ich will gewinnen. eine verantwortlicher, der sagt ich stehe für diesen verein um zu gewinnen. ne, ne. machtbesessen, dumm, nichtskönnerisch.
    so muss auf jeden, der auch nur ansatzweise nicht alles nach dem willen des blogbetreibers macht und tut, angegangen werden. das ist cool, das ist das wahre leben. jedem in verantwortlicher position ob nun im büro oder auf dem rasen mitzuteilen wie scheiße er eigentlich ist, das ist für manchen wahres hsv- fan- da sein.
    ich freue mich über jeden sieg, jeden punkt und wenn der hsv auf diese art und weise am ende der saison 40 punkte hat, dann haben alle ob im büro oder auf dem rasen alles richtig gemacht.

    • Gravesen 26. November 2014 um 10:29 Uhr

      Ich befürchte, so richtig viel hast du nicht verstanden, oder? Vielleicht einfach nochmal denken und dann schreiben.

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