Im Stile eines Hühnerhaufens – Mannschaft und Verein

Das Spiel.

Was genau fragt man sich als HSV-Fan eigentlich seit nunmehr mehr als 2 Jahren? Richtig. „War dies jetzt die erbärmlichste Leistung seit der Einführung des 4. Offiziellen oder geht noch mehr?“ Nach dem Spiel gegen eine zuvor vollkommen verunsicherte Stuttgarter Mannschaft, nach 9 Toren in 16!!! Spielen, muss man zugeben: Es geht immer noch ein wenig schlechter. Keine Ahnung, welche Besitzer von Blindenhunden in den letzten Wochen eine (positive) Entwicklung erkannt haben wollen, ich erkenne sie nicht. Und jetzt soll mir doch bitte keiner erzählen, dass die Mannschaft in den letzten Spielen wenigstens gelaufen wäre. Meine Güte, das ist kein Qualitätsmerkmal, das ist Grundvoraussetzung.

Der HSV war aufgrund von Aggressivität in den „Hass-Spielen“ gegen Leverkusen und Bremen in der Lage, den Gegner mit Körperlichkeit in Schach zu halten, spielerisch ist das, was die 5. oder 6. teuerste Mannschaft der Liga Woche für Woche abliefert ein Offenbarungseid, der sowohl spiel-taktisch wie technisch in die 2. Liga gehört.

Anlasten muss man das, und da führt nach nunmehr 90 Tagen im Amt kein Weg dran vorbei, auch Trainer Joe Zinnbauer. Hinten dichtmachen und vorn auf den lieben Gott, einen Standard oder eine Schiedsrichter-Entscheidung zu hoffen, das ist weder System noch Taktik, das ist die pure Hilflosigkeit. Man fragt sich nicht langsam, sondern jeden Tag mehr, was eigentlich tagtäglich im Volkspark trainiert wird, wenn man diese stümperhaften Offensiv-Versuche, diese grauenerregende Raumaufteilung, diese Verbandsliga-Stockfehler von Spielern sieht, die zu großen Teilen in den Nationalmannschaften ihrer Heimatländer spielen oder gespielt haben. Wenn ein Trainer nicht in der Lage ist, diesen Spielern eine Idee zu vermitteln, dann ist er falsch. Punkt. Und dies ist keine Erkenntnis nach 3 Spielen unter Zinnbauer, sondern nach 13, also nach mehr als einem Drittel der Saison.

Der Verein.

Nun denn, was die Mannschaft kann, das kann der Verein schon längst. Als wäre die sportliche und finanzielle Situation nicht dramatisch genug, fühlt sich nun auch ein zum Stillschweigen verpflichteter Aufsichtsrat bemüssigt, seinen Senf in einer Stammel-TV-Sendung mit maximal 5.000 Zuschauern verbreiten zu müssen. Eine Frage an all diejenigen, die diesen Vorgang als vollkommen normal erachten: „Was hättest ihr gesagt, wenn zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison ein Herr Ertel, ein Herr Hunke oder ein Herr Klüver in dieser „Show des Grauens“ aufgetaucht wäre und losgeledert hätte?“ Ehrlich.

„Es war erbärmlich, dass wir keine Lösungen hatten im Spiel“ (Eindeutige Kritik am Trainer)

„Die Qualität ist nicht vorhanden“ (Eindeutige Kritik an der Kader-Zusammenstellung, die übrigens er selbst als Aufsichtsrat mit abgesegnet hatte)

„In der Offensive fehlt uns Geschwindigkeit“ (Warum hat man dann keine anderen Spieler verpflichtet, wenn man das wusste?)

„Mich stört, dass viele Spieler einen Privat-Coach haben“ (Könnte man als Verein doch reglementieren, aber warum tritt man das öffentlich breit?)

„Das Thema Zinnbauer ist über Nacht entschieden worden“ (Super. Man feuert Slomka und hat keinen Plan B. Danke für die Info, Herr von Heesen)

Nach dem Ende dieses Stotter-Theaters kann man sich noch eine Frage stellen: Warum hat ein von Heesen das überhaupt nötig? Warum muss er dort an zusammengeschobenen Resopal-Tischen mit Billig-Kopfhörer sitzen und den beiden freien Mitarbeitern beim Stammeln zuhören? Wäre es nicht einfach angebracht, als amtierender Aufsichtsrat solche und vergleichbarer Auftritte zu vermeiden oder spielt dort die oft angesprochene Eitelkeit eine tragende Rolle?

Der Mann, den es nicht gibt.

In der heutigen Ausgabe der Sportbild (unten anklicken) wird nun zum ersten Mal auf die katastrophale Finanz-Situation des HSV hingewiesen, die Zahlen sind ebenso erschütternd, wie ich es ja bereits seit Wochen berichte. Vielleicht geht jetzt dem einen oder anderen ein etwas helleres Licht auf. Was mir – wieder einmal – auffällt: Es werden von der SpoBi alle „Schuldigen“ genannt. Jarchow, Beiersdorfer, Gernandt, Kühne finden sogar auf dem Foto statt. Ein Mann taucht, wie gewohnt, an dieser Stelle nicht auf und das ist derjenige, der doch eigentlich seit mehr als 3 Jahren dafür sorgen sollte, dass frisches Geld ins Haus kommt, oder etwa nicht? Marketing-Vorstand Joachim Hilke scheint in den Überlegungen eines Springerblattes erneut keine Rolle zu spielen und man sollte sich irgendwann einmal fragen, warum das so ist. Außerdem sollte man sich fragen, woher das Sport-Magazin die detaillierten Zahlen bekommen hat, wo doch beim HSV „nichts mehr nach außen dringt“. Während so gut wie jeder im Verein sein Fett weg bekommt, erhält der findige Hilke erneut Absolution durch Nicht-Nennung. Wahnsinn.

SportBild

Hafenmeier.

Wie gestern nun goal.com und HSV-Arena.Hamburg als Erste meldeten, wird Ex-Aufsichtsratsboss Jens Meier vom Beirat als Kandidat für das Amt des e.V.-Präsidenten vorgeschlagen. Eine Wahl, die überrascht, wie ich finde. Viele Mitglieder (ich auch) hatten gehofft, dass endlich mal ein unvorbelasteter Kandidat ins Rennen geschickt wird, wobei Meier noch als einer der wenigen Ex-en eine Aussicht auf mehr als 50% der Wählerstimmen haben dürfte. Meier hatte während der Wahlkampf-Phase um die Ausgliederung eine neutrale Haltung eingenommen und ihm wird nachgesagt, dass er – sagen wir es einmal vorsichtig- kein freundschaftliches Verhältnis zu AR-Boss Gernandt pflegen soll.

Den Bestrebungen der bewegten Ober-Fans, die eine Verzögerung der Wahl anstreben, um ihren Rieckhoff durch die kalte Küche ins Amt zu heben, dürfte diese Personalie nicht schmecken. Meier ist wählbar und eine Vertagung der Wahl wird nahezu unwahrscheinlich. Insofern hätte der Beirat alles richtig gemacht.

http://www.sky.de/web/cms/de/videos-bundesliga.jsp?bctid=3946141112001&wkz=WXFSL1

Von | 2014-12-17T10:21:52+01:00 17. Dezember 2014|Allgemein|24 Kommentare

24 Comments

  1. Ideendiebstahl 17. Dezember 2014 um 09:27 Uhr

    Entschuldigt den Sarkasmus, aber nach dem gestrigen Spiel und der derzeitigen Situation fällt mir nur der Name eines Mannes ein, der dem HSV jetzt noch helfen kann und der – das Schicksal will es wohl so – sogar zu haben ist: Hartmut Mehdorn. Als neuer Vorstand!!! Sofort!

    • vandermai 17. Dezember 2014 um 13:04 Uhr

      zur Ironie: ja und nein. Ich glaube wirklich das das Umfeld in dem Du Dich bewegst, das letzte Fünkchen noch aus jedem einzelnen heraus kitzeln kann. Meine Aussage würde ich nicht für den gesamten Kader unterschreiben wollen, da liegt bestimmt Ironie vergraben, aber Spieler wie Holtby, Müller, oder auch ein Arslan würden bei einem anderen verein (nehmen wir gerne Bayern) anders da stehen und vor allem anders spielen. Und zwar deutlich besser als in dem Gefüge HSV…

  2. higokaltz 17. Dezember 2014 um 09:44 Uhr

    Dem Beitrag ist mal wieder nichts hinzuzufügen. 1887% Zustimmung.

    R.I.P HSV

  3. vandermai 17. Dezember 2014 um 10:39 Uhr

    War gestern nach langer Abwesenheit auch mal wieder im Stadion und es hat mich das Grauen gepackt, ob dessen was ich da live geboten bekommen habe. Aber lieber Ulrich, alle Kritik am Trainer zum Trotz, er ist es nicht am Ende der Kette, der das was auf dem Platz geliefert wird zu verantworten hat. Er steht ganz sicherlich in seiner Position als Verantwortlicher da, doch ist das Problem nicht ein taktisches, denn hier hat er sich ja mit der zweiten Mannschaft bereits bewiesen, als vielmehr ein mentales Problem. Jetzt bitte nicht mit dem lahmen Argument kommen, das ist aber auch Amateur-Fussball etc, denn wer selber Fussball gespielt hat oder auch noch immer spielt, weiss, das ab einer gewissen Ebene (geht schon in der Oberliga Hamburg los) der Fussball taktisch sehr geprägt und vorangetrieben wird. Der Unterschied macht sich vielmehr im Können der einzelnen Spieler, sowie deren rundum Betreuung bemerkbar. Womit wir wieder beim mentalen Problem wären. Gestern unterlag die Mannschaft mal wieder ihrem „Virus“. Da ist kein Biss und vor allem nicht die berühmten Eier in der Hose zu sehen. Ich glaube das das Problem vielschichtiger und nicht auf den Trainer allein zurück zu führen ist. Warum ist Bayern so erfolgreich ? Weil sie die besseren Spieler haben? Glaube ich kaum. Die Grundmotivation im Verein ist einfach eine andere, wird anders aus- und vorgelebt und macht die einzelnen Spieler im Gefüge den tacken besser als die der Konkurrenz. Bin der festen Überzeugung, das der ein oder andere HSV Spieler sich in dem entsprechenden Umfeld gut entwicklen würde. Aber eben nicht in unserem jetzigen Umfeld. Es herrscht dort leider eine Grund-Sättigung das ich so viel gar nicht essen kann, wie ich kotzen möchte.
    Aber hey, es ist nur Fussball und die verdammte Realität. Und diese tut manchmal einfach nur verdammt weh.

    • Gravesen 17. Dezember 2014 um 10:45 Uhr

      Warum ist Bayern so erfolgreich ? Weil sie die besseren Spieler haben? Glaube ich kaum…

      Ich nehme mal an, dass das jetzt ironisch gemeint war. Wie auch immer, das „Problem HSV“ ist sicherlich nicht ausschließlich Trainer Zinnbauer, aber er ist ein Bestandteil. Nach 3 Monaten im Amt muss ich als Beobachter etwas feststellen können und das kann ich einfach nicht.

      • Tayfun 17. Dezember 2014 um 12:26 Uhr

        Na ja, gegen den VFB war schon peinlich, und das noch in Überzahl… Aber trotzdem sehe ich schon eine (zarte) Entwicklung: Bayerm, Dortmund, Bayer, Bremen oder Mainz. Es fehlt lediglich die Konstanz um aus dem Sumpf rauszukommen. Und es bleibt dabei: Aktuell kann jede Mannschaft jeden schlagen; lediglich Robben benötigt ein paar Schuhe aus Zement…

        Und die Frage lautet, wie geht man mit den Rückschlägen um. Erkläre ich diese als bezeichnend und ignoriere die obigen Achtungserfolge?
        So würde man sich nur in der Negativspirale immer weiter runterschrauben…

  4. Thomas S. 17. Dezember 2014 um 11:28 Uhr

    Die Äußerungen von v.Heesen sind alarmierend. Schwingt da der Frust desjenigen mit, der Ideen bzgl. taktischer Verbesserungen hätte, damit aber nicht zum Trainer durchdringt?

    • Kai Arne 17. Dezember 2014 um 14:07 Uhr

      Tipps und Hinweise im Smalltalk wären das eine. Wenn von Heesen wirklich konkrete taktische Forderungen hat, dann muß er damit zu Knäbel gehen. Und der darf entscheiden, ob man das probiert oder man ein „heute hü, morgen hott“ nicht riskieren will. Damit geht der dann zu Zinnbauer. So geht (der positive Teil von) Hierarchie.
      Aber ehrlich gesagt glaube ich eher, dass alles ganz anders läuft. Wer von den Verantwortlichen nur irgendwie kann macht sich zum Beobachter, lehnt sich zurück und denkt, „mal sehen, wie der Zinnbauer sich macht“. Das ist die schlechte Variante von „dem Trainer Zeit geben“.
      Eine Lösung habe ich auch nicht anzubieten. Ich kann mich in der Aufzeichnung nur an eine Szene zwischen Zinnbauer und dem Co. erinnern, wo sie beide mit den Schultern zucken. Da meine feste Überzeugung ist, dass HSV-Coaches selbst gecoacht werden müssen, um die Stimmungswaschmaschine in Hamburg zu überstehen, sollte man im kleinen Kreis darüber reden, was sie dabei gedacht haben.
      Zum Auftritt insgesamt kann ich nur sagen, dass ich ihn angesichts des Spiels für eher zurückhaltend und auch grundsätzlich für legitim halte — was auch bei den zur Auswahl gestellten Ex-Verantwortlichen nicht anders gewesen wäre. Der Verein muß sich der Öffentlichkeit – stammeln hin, stammeln her – stellen, die PKs alleine reichen für so etwas heute nicht mehr.

  5. Andi Pie 17. Dezember 2014 um 11:35 Uhr

    Hallo,
    also, da habe ich eine andere Wahrnehmung, denn ein anderes Spiel als ihr habe ich ja gestern nicht gesehen…
    Kampf: ja, Wille: ja, aber eben kein Geüsch…
    Soll heissen: Bei gefühlten 80% Ballbesitz kamen keine gefährlichen Torchancen zustande.
    Und da bin ich dann auch mittlerweile beim Trainer.
    Mit dem Personal? Also bitte. Da muss ich dann auch taktisch und technisch einiges erwarten.
    Wenn ich mit zwei Spitzen (oder wie ich sagen würde: Mittelstürmern) spiele, dann muss ich als Trainer klare Vorgaben geben und diese müssen umgesetzt werden. Z.B. Lasogge: Du bewegst Dich am rechten Strafraumeck, Rudi, Du bewegst Dich am linken Strafraumeck, was näher vor dem Tor dann das jeweilige 5Meter-Eck ist. ABER NIE zusammen auf dem Füssen stehend direkt vor dem Torwart, der dann auch sofort die Bälle wegfangen kann!!!
    So etwas vermisse ich.
    Ist das nun Taktik oder Disziplin?
    Egal, es wäre eine gewisse Idee, Kreativität, Finesse, mit der man mal den Gegner überlisten kann.
    Davon sehe ich nichts, null, nada, niente.
    Schade, denn so wird auch in de nächsten Spielen die Torflaute weiter da sein.
    Ein neuer Trainer? Ja, wer denn? Und was soll der denn erreichen, NACH DREI/VIER Spielen würde der alte Trott doch eh wieder einsetzen…
    Ich bin not amused und ehrlich, ich freue mich schon (wieder) auf spannende zwei Relegationsspiele, denn das ist nun wieder die Hoffnung, dass der HSV zumindest das erreicht…

    • André 17. Dezember 2014 um 13:02 Uhr

      Diesen Optimismus habe ich leider nicht mehr. Für mich ist die Mannschaft diesmal ein Kandidat für den direkten Abstieg. Wollte eigentlich gestern noch kurzentschlossen ins Stadion, bin aber froh mich dann doch dagegen entschieden zu haben!

      Es ist einfach alles nur noch erschreckend! Das Ende bleibt (noch) offen…..

  6. Ligature 17. Dezember 2014 um 16:04 Uhr

    Lesenswert und treffend, wie meistens. Eine Anmerkung. Die Äusserungen von AR-Mitglied von Heesen lassen m.E. folgende Schlüsse zu:

    1. Es wird in der Winterpause nicht in einen Stürmer, sondern in einen offensiven und schnellen Mittelfeldspieler investiert.

    2. Trainer Zinnbauer wird immerhin noch Zeit gewährt, um in der Winterpause an der taktischen Schulung der Mannschaft zu arbeiten.

    3. Die Anfängerfehler von Trainer Zinnbauer werden ab sofort nicht länger schöngeredet werden, als da u.a. sind (und nur beispielhaft, aber auch deutlich von von Heesen aufgespiesst):

    a) unabgestimmte Laufwege von Lasogga und Rudnevs

    b) übermässiger Einsatz von Amateuren (auch in englischen Wochen)

    c) kein Durchsetzungsvermögen gegenüber den „private coach“-Marotten von Lasogga u.a., die ihre Muskeln stählen anstatt ihre Spielinteligenz und Ballbeherrschung zu trainieren.

    • Kai Arne 17. Dezember 2014 um 17:40 Uhr

      Bei der Privatcoach Geschichte sollte man wirklich mal ein Sternchen machen. Dass das ein Problem sein könnte, hätte bisher keiner auf der Rechnung, oder?

  7. Marcel Aimaq 17. Dezember 2014 um 16:22 Uhr

    Sehr gut!

    Also ich muss ehrlich sagen, ich fand von Heesen klasse!
    Alles zack zack und auf den Punkt gebracht; zwischen den Zeilen quasi alles Rund gemacht, was sich nicht hinter Hilke verstecken kann….
    Sie haben das schon sehr gut rausgefiltert, wollte ich ansonsten auch hier aufnehmen.
    Er hat aber auch das (nichtvorhandene) Zusammenspiel zwischen Lasogga und Rudnevs kritisiert!
    Ich denke, er hat sich von den neuen Spielern auch mehr erhofft.

    Zum Thema Zinnbauer, der verantwortlich seit 13 Spielen für das Team ist: Offenbahrungseid!
    2 Punkte als ganz großer Mangel, die die Lage beim HSV und Trainer für mich beschreiben:
    1,) Warum wechselt er einen Arslan ein, der 1-2 Tage noch groß in der MoPo seine Unzufriedenheit und Wechselgedanken nach Italien ÖFFENTLICH äußert?!?!?
    Hallo, gleich auf die Tribüne und ein Zeichen an das gesamte Team senden, aber nein, den Spieler quasi belohnen und auf´s Feld mit ihm!
    Habe das Spiel nicht gesehen, aber lt. Berichten war er wohl ne glatte 6!
    2.) In der 83!!!!!! Minute Stieber einwechseln, um gegen 10 Stuttgarter, die schon seit ca. 30 Minuten in Unterzahl sind und sich die ganze Zeit hinten reinstellen und dadurch die große Wende bewirken soll??
    Hallo, so ein Spieler muss viel früher kommen, was soll der denn in 7 Minuten bewirken?!?

    Man (muss) mit Zinnbauer in die Rückrunde gehen, aber sollte er die ersten 3 Spiele verlieren, dann wird von Heesen auf der Bank sitzen; meine Meinung.
    So wie Franz damals, als er Rehagel abgelöst hatte…
    Kostet kein großes Geld und Zinnbauer wieder in die U23 (Hoffe, im Vertrag wurde das auch so geregelt OHNE Abfindung)

  8. P. Hake 17. Dezember 2014 um 17:49 Uhr

    Zum Thema Mentalitätsproblem bzw. Virus: Am Samstag wurde HW4 in der Bundesligakonferenz bei NDR2 vor dem Spiel befragt, und da kam auch die Frage bzgl. der Tabellensituation bzw. dem Spiel gegen Freiburg, und ich zitiere grob aus dem Kopf „… wir gewinnen gegen die … also bei allem Respekt vor Freiburg, aber der HSV hat da unten nichts verloren …“.

    Mal davon ab was man von HW4 und seinen Leistungen hält, finde ich es bedenklich, wenn einer der dienstälteren (Führungs-)Spieler diese Eigenwahrnehmung hat. Wenn man mal annimmt, dass diese Einstellung von den anderen älteren Spielern geteilt und (immer wieder) an die jüngere Generation weitergegeben wird, dann ist das durchaus ein Teil der Erklärung für das, was in den letzten Jahren so passiert. Ob es vor diesem Hintergrund ausreicht, die Mannschaft taktisch zu schulen, jetzt wo sie, wie treffend bemerkt, wieder „normal“ ein ganzes Spiel laufen können?

    Das riecht für mich eher danach, als müssten hier mal Mitarbeitergespräche zwischen den Arbeitnehmern und dem Sportdirektor geführt werden, um Eigen- und Fremdwahrnehmung wieder zueinander zu führen.

  9. menke 17. Dezember 2014 um 19:25 Uhr

    Hm…freu ich mich dass ich am Samstag „auf Schalke“ bin ?
    Bis gestern vor dem Spiel war ich schwer begeistert dass ich VIP-ähnliche Tickets habe, nicht selber hinfahren brauch sondern von einem Schalker samt königsblauem Anhang und Gesockse auch noch kutschiert werde….Ich malte mir vor dem gestrigen Spiel aus dass ich mir mit den festeingeplanten 3 Punkten gegen Stuttgart selbst eine mögliche Niederlage gegen die Ruhrpottzombies mit Veltins schön trinken könnte und trotzdem entspannte Weihnachten feiern könnte, mit gefühlten 19 Punkten…Tja,Menke, hätte,hätte, Fahrradkette…Stattdessen hab ich nun keinen Bock mehr dorthin zu fahren,denn ich habe mir gestern die 2. Halbzeit via Internet angetan…
    Alter Lachs, selbst Dolly Buster hat eine bessere Strafraumbeherrschung als unsere Jungs….Kollege Arslan…so genial, diese Präsenz als er eingewechselt wurde..aber im Vorfeld schön laut in der Presse rumtönen dass er mit seiner Reservistenrolle unzufrieden ist…und Zinndingens wechselt ihn auch noch ein…naja, Schnee von gestern, wir gucken nach vorne…womit wir beim Samstag wären…ohne Lasogga und ohne VDV…kann auch ne Chance sein, denn diese königsblauen Russengepimpten sind alles andere als sattelfest…(ok, wir auch nicht, fuck)..Der Hunter liebt uns eh und Choupo, trotz seiner Fax-Allergie, wird auch heiß sein…aber erstmal abwarten, vor dem Dortmundspiel hatte ich auch nen schlechtes Gefühl und wir haben gewonnen….Hey,ich freu mich plötzlich…aber halt stop….böses Charma rund um unseren Verein, böses Charma…mein schlechtes Gefühl soll bitte bis Samstag bleiben….sprecht mir nach: böses Charma…..ommmmmm
    Menke…HSV…alles andere ist Schnullibulli

    • Gravesen 17. Dezember 2014 um 19:33 Uhr

      Den „alten Lachs“ nehme ich persönlich

      • menke 17. Dezember 2014 um 19:35 Uhr

        Iiwooooo….ein alter Lachs ist in jedem von uns,grins

  10. Marcinho 17. Dezember 2014 um 19:33 Uhr

    @Marcel Aimaq
    Da Du das Spiel nicht gesehen hast werte ich deine Aussagen genauso wie wenn mir jemand erzählt wie schlecht das Essen in einem Restaurant ist, dass er selbst noch nie besucht hat…

    Ich glaube, dass Zinnbauer in der 83. Minute lieber Lewandowski eingewechselt hätte, der ist aber bei den Bayern.
    Und… ich hab das Spiel gesehen. Ich hätte statt Stieber eher einen Kacar eingewechselt, um hinten abzusichern und Cleber oder Djourou vorne rein zu stellen. Was anderes wie Bälle vorne rein schlagen war ja nicht drin und somit hätte ein Spielertyp „Kante“ vorne bestimmt mehr geholfen.
    Das Spiel war unterirdisch, VDV bemüht, aber -wie würde Poldi sagen „Doppelpass alleine…?? Vergiss es!“- er hatte keinen, der ihm einen Ball zurückspielen konnte. Bei 20 Meter Pässen wurde 20 Meter am Mitspieler vorbei „gepasst“, Stockfehler ohne Ende… grausam. Der junge Gouadia hat mir gefallen…

  11. Goldfather 18. Dezember 2014 um 04:13 Uhr

    „Analysieren und Fehler finden kann jeder, verbessern ist die Kunst um die es geht.“ (Viktor Skripnik sinngemäß nach der Niederlage Werders gegen Gladbach).
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    Verbessert hat Zinnbauer zweifelsfrei die Defensivbemühungen des HSV, der mit lediflich 19 Gegentoren auf Augenhöhe mit Bayer 04 Leverkusen ist. Das zerstören einfacher als aufbauen ist, weiß jedes Kleinkind mit einem Kasten voller Holzklötzchen.
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    Jeder gewöhnliche Schläger kann fürchterliche Zerstörungen anrichten, doch nur wenige Chirurgen können einen Menschen physisch komplett wieder herstellen.
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    Der HSV ist derzeit von einem konstruktiven Aufbauspiel soweit entfernt wie ein Schläger von einem Spitzenchirurgen. Geht man davon aus, dass ein klassischer Schläger kein Abitur hat und dieses nachholen müsste, um Medizin studieren zu können, so müßte er zunächst mindestens vier Jahre veranschlagen, um die Hochschulreife zu erlangen.
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    Danach könnte er dann mit einer guten Abschlußnote das Studium beginnen, welches hierzulande sechs Jahre in Anspruch nimmt. Weitere vier bis sechs Jahre würde er benötigen um seine fachliche Ausbildung hinter sich zu bringen.
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    Es würden verschiedene Entwicklungsphasen unter der Obhut erfahrener Kollegen im In – und Ausland folgen, die ebenfalls nocheinmal gut vier bis sechs Jahre in Anspruch nehmen dürften.
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    Insgesamt 20 Jahre würde der Weg eines gewöhnlichen Zerstörers bis zu einem Spitzenchirurgen ungefähr in Anspruch nehmen.
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    Der HSV befindet sich auf dieser Zeitleiste gerade an der Schwelle zur Einschulung, wenn man davon ausgeht, dass es sich bei dem genannten Spitzenchirurgen um den FC Bayern München handelt, der die Liga gerade derart vor sich herspielt, wie es Heiko Westermann in seinen Tagträumen mit dem HSV zu tun scheint.
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    Kurzfristige Analysen sind fehl am Platz. Entscheidend ist das Verständnis für einen tiefgreifenden fußballerischen Entwicklungsprozeß, so wie ihn J.Guardiola beim FC Barcelona gelernt hat, so wie ihn F. Beckenbauer einst bei Happel lernte.
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    Besitzt Zinnbauer die analytische Tiefe und die Mittel dazu den Kader spielerisch permanent zu verbessern?
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    Knäbel hingegen scheint zumindest einen unverstellten Blick auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Mannschaft zu haben, so dass der HSV auch in dieser Hinsicht besser aufgestellt ist, als in der letzten Saison.

  12. BerndH60 18. Dezember 2014 um 08:05 Uhr

    Die Matheaufgaben zum Erreichen einer Schreibberechtigung werden immer schwerer. 😉

    Ich weiß gar nicht was ihr alle habt. Es ist doch alles wie immer.
    Egal ob der HSV oben oder unten in der Tabelle steht, sobald ein „Sechs-Punkte-Spiel“ anliegt, dann wird verkackt.
    Dabei spielt das Umfeld überhaupt keine Rolle. Das war unter Hoffmann und Jarchow genauso wie jetzt unter Beiersdorfer.
    Gefühlte 250 Trainer konnten das genauso wenig ändern wie tausende Spieler.
    Mich erinnert der HSV nur noch an „The Walking Dead“. Alle stolpern ohne Sinn und Verstand umher. Die Einen auf dem Platz, die Anderen daneben.

  13. Okonski 19. Dezember 2014 um 00:26 Uhr

    Nur mal so ganz kurz. Ich habe früher die Spiele des HSV leidenschaftlich schreiend und stöhnend verfolgt bis ich in Lethargie verfiel und ächzend den Ausgang in Führt miterlebt habe. An diesem Dienstag aber wäre ich fast ins Toben geraten. So geht es aber gar nicht und ich bin zu 100% bei Gravesen, dass eine Trainerdiskussion nunmehr wichtiger denn je ist. Das war ein Offenbarungseid. Im letzten Jahr konnten sie gar nichts. Nun stehen sie mit Motivation auf dem Platz und spielen taktisch einen derartigen Mumpitz, dass auch ich mich gefragt habe, wer die Anweisungen gibt, so zu spielen. Es war neben dem üblichen 80er Jahre Ball nach vorne Gedresche eindeutig zu sehen, dass bis auf Behrami kein Mittelfeldakteur anspielbar war. Cleber Reiss stand mehrfach bis zu 20 Meter in Gegners Hälfte und suchte verzweifelt nach Anspielen. Sollte der etwa das Spiel mit Pässen öffnen? Als es in die Halbzeit ging dachte ich noch: Gottseidank, jeder Jugendtrainer weiß nun, was da zu sagen ist. Aber Pustekuchen. Es ging genauso weiter. Dass man dann auch noch den jungen Gouadida bringt – geschenkt. Die einfachsten Dinge, Raumgewinn, Doppelpass, Hinterlaufen, Spiel über den dritten Mann, all das funktioniert beim HSV nur bei zwei, drei Spielern. Von daher muss man derzeit sagen, dass man so nicht wird bestehen können. Ohne Mittelfeld und eine Strategie für dasselbe. Vom Sturm rede ich besser erst gar nicht. Ich hoffe inständig, dass man zum 1.1. Tuchel verpflichtet. Wenigstens ein Mann, der tatsächlich seinen Kopf dafür einsetzt, wie man das nächste Spiel angeht bzw. was jeder einzelne zu tun hat. Auch wenn der Mann vielen Personen unsympathisch oder gehypt rüberkommt…der bringt Fachkompetenz mit. Es ist noch immer nicht das Gesicht des HSV, noch immer keine corporate identity da. Ohne die aber geht es in Liga 2. Ganz sicher.

  14. Thomas S. 19. Dezember 2014 um 08:44 Uhr

    Gibt es eigentlich eine Erklärung dafür, dass deine Blogartikel von vor zwei Monaten ausgerechnet jetzt (in leicht abgewandelter Form) plötzlich im Abendblatt stehen? Folgt das irgendeiner medialen Dramaturgielogik, dass man einen Verein, von dem man schon Ende September weiß, dass er todkrank ist, erst noch mal so richtig hochjazzt, bevor man den Schreibfinger in die Wunde legt?

    • Gravesen 19. Dezember 2014 um 08:45 Uhr

      Da musst du die Herren Schiller, Laux, Wenig und Co. fragen. Vielleicht haben die auch einfach nur eine etwas längere Leitung

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