Kamele oder Konterspiel?

„Wenn ihr das nicht schafft, dann könnt ihr drüben in der Wüste Kamele reiten.“

Tja, lustiger Spruch von Herrn Zinnbauer gestern auf dem Trainingsplatz in Dubai, total komisch. Es sei denn, man ist Spieler, dann wird dieser Spruch schon etwas weniger komisch.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, auf dem Trainingsplatz eines Fußballvereins herrscht ein rauer Ton und der Hinweis, zu den Kamelen gehen zu dürfen, ist eher unter der Rubrik „harmlos“ einzustufen. Dennoch macht dieses von allen relevanten Medien aufgegriffene Zitat ein Dilemma deutlich, welches wir schon diverse Male thematisiert haben.

Warum ist der Verein nicht in der Lage, zumindest ein Trainingslager ohne jegliche Störgeräusche von außen zu absolvieren. Wenn man schon zuhause in Hamburg aufgrund der infrastrukturellen Gegebenheiten nicht in der Lage ist, auszusperren, sollte dies doch zumindest zeitweilig am Arsch der Räuber in Dubai möglich sein. Andernfalls passiert das, was gerade passiert. Der spaßige Herr Braasch von der islamkritischen Morgenpost richtet einen „Trainingsticker“ ein, in dem der geneigte Leser zu jeder Tages- und Nachtzeit erkennen kann, welcher Spieler wann übers Tor geschossen und wann welcher Assistenztrainer wo in der Nase gebohrt hat. Sensationell, phantastisch, überragend. Danke, danke, danke.

Am Abend nach der Rückkehr aus dem Trainingszentrum kann dann jeder Spieler kontrollieren, wann er welche Flanke hinter das Tor geballert hat. Okay, aber zumindest für meine Begriffe sieht eine konstruktive Vorbereitung auf eine existenzbedrohende Rückrunde einfach anders aus.

Ich werde in diesem Leben wohl nicht mehr verstehen, warum es dem Verein nicht möglich ist,. zumindest einmal eine Woche ohne Beobachtung und ohne jeglichen Einfluss von außen trainieren zu können. Scheinbar aber gilt für die aktuellen „Machthaber“ immer noch das gleiche Prinzip bzw. die gleiche Denkweise, die auch die alten Vorstände umtrieb:

„Die schreiben uns alle zwei Wochen das Stadion voll“. Was für ein unfassbarer Schwachsinn.

The return of the KlauMi?

Gestern berichtete die SportBild, dass es eventuell zu einer Rückkehr von Klaus-Michael Kühne kommen könnte, nämlich dann, wenn sich der unberechenbare Milliardär an der Ablösesumme für den Leverkusener Drmic beteiligen würde. Diese Tür schien nach Kühnes Verzicht auf Übernahme von AG-Anteilen vorerst geschlossen zu sein und es gab nicht wenige, die dies begrüßten. Jetzt taucht nur wenige Tage nach Kühnes Verzicht (übrigens deshalb, weil ihm die Bewertung des von ihm geliebten HSV zu hoch erschien) sein Name erneut auf und man muss erkennen, dass die Herren um Standleitung Hilke offenbar nicht dazulernen können.

Jeder in Hamburg müsste doch mittlerweile begriffen haben, was passiert, wenn man den Wahlschweizer wieder zurück ins Boot holt. Er wird wieder unsägliche Interviews geben, er wird wieder die Ablösung des einen oder anderen Würdenträgers fordern, der ihm nicht in den Kram passt. Gerade hatte man gedacht, man wäre diese Bürde endlich losgeworden, da fangen die Exzellenzen von vorn an, es ist zum Verzweifeln.

Hinzu kommt, dass man den nächsten Kredit aufnehmen würde, der Schulden stand pendelt sich mittlerweile eher bei € 150 Mio dann bei € 100 Mio. ein.

Aber wie sagte Ober-Exzellenz Gernandt aka 120%-Kuddel doch neulich so schön?

„Was soll denn an Schulden so schlecht sein?“ Halleluja

Von | 2015-01-15T07:17:22+01:00 15. Januar 2015|Allgemein|3 Kommentare

3 Comments

  1. Gravesen 15. Januar 2015 um 09:05 Uhr

    Das kommt dabei raus, wenn man einen schwachsinnigen „Trainings-Ticker“ installieren möchte…

    8.30 Uhr: Ein vorerst abschließender Satz zu Polen-Talent Bielik: Beim FC Arsenal würde er zunächst im Nachwuchsteam spielen – oder verliehen werden. Da sollte doch die Bundesliga einen größeren Reiz darstellen.

    8.40 Uhr: Die Bosse des Klubs warten nun ebenso wie der FC Arsenal und der HSV auf die Entscheidung des Spielers. Laut „PS“ hatte Bielik eine klare Tendenz zu London, doch nach seinem Besuch in Hamburg am vergangenen Wochenende würde er zweifeln. Denn Sportdirektor Peter Knäbel und Trainer Joe Zinnbauer hätten ihm einen Platz im Profikader und reelle Chancen auf Bundesligaeinsätze in Aussicht gestellt.

    8.42 Uhr: Ein vorerst abschließender Satz zu Polen-Talent Bielik: Beim FC Arsenal würde er zunächst im Nachwuchsteam spielen – oder verliehen werden. Da sollte doch die Bundesliga einen größeren Reiz darstellen. Was meint ihr?

    • André 15. Januar 2015 um 09:57 Uhr

      Doppelt hält besser…. 🙂 Großartig

    • André 15. Januar 2015 um 12:40 Uhr

      Was macht der Ticker, nachdem Bielik nun wohl zu Arsenal geht? Anreiz nach Hamburg zu kommen war wohl doch nicht so groß…. 😉

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