Es geht schon wieder los

Liebe Mitglieder,

heute in einer Woche erleben wir also in Hamburg die nächste Mitgliederversammlung des Hamburger Sportvereins und für mich wird es die Letzte sein. Am 26.01.2015 werde ich aus dem Verein austreten, für den ich selbst 8 Jahre gespielt habe. Ich möchte euch kurz und zum letzten Mal erklären, warum ich das mache.

Ich selbst bin einfach nur Förderndes Mitglied und war nie Mitglied im SC. Diese Wahl hatte ich damals getroffen, weil ich mit den Machen- und Seilschaften dieser „Unterstützer“ nicht leben und mich mit ihren Idealen nicht identifizieren konnte. Zum Glück hatte ich die freie Auswahl und so konnte ich lediglich Förderndes Mitglied werden.

Wie den Meisten von euch bekannt ist, habe ich über viele Monate die Kampagne der Initiative HSVPLUS mit viel Engagement und Überzeugung unterstützt und damit auch meinen Beitrag zum Gelingen beigetragen, aber mittlerweile bin nicht nur ich, sondern auch viele weitere, bekannte und prominente Unterstützer tief enttäuscht darüber, was letztendlich von HSVPLUS übrig geblieben ist.

Es wurden zahlreiche Versprechungen gemacht (Entschuldung, Unabhängigkeit von intriganten Persönlichkeiten etc.) und es wurden offenkundig falsche Erklärungen abgegeben (Aussicht auf den unmittelbar bevorstehenden Einstieg von strategischen Partnern etc.). So richtig wie die Inhalte und Ideale von HSVPLUS waren und auch heute noch sind, denen wir am 25.05.2014 gefolgt sind, so falsch ist die Umsetzung und das hat nicht im Mindesten etwas mit fehlender Geduld oder Ähnlichem zu tun. Viele falsche Entscheidungen der neuen Clubführung sind nicht rückgängig zu machen, im Grunde haben sich die Mitglieder des HSV von einer Abhängigkeit in eine andere begeben, ohne es zu merken.

Statt Entschuldung zu betreiben (wie versprochen), wirft der neue, vielköpfige Vorstand mit Geld um sich, welches er nicht hat bzw. welches er sich im Vorfeld auszahlen lässt (Verträge mit adidas, Sport5, Köpi, Aramarck etc.) Darüber hinaus sind die € 17,5 Mio aus der Campus-Anleihe im Nirwana verschwunden, nach meinem Dafürhalten wurde die Mitglieder vorsätzlich falsch informiert. „Lustigerweise“ wurde vor kurzem der Vertrag dessen bis 2018 vorzeitig und zu stark verbesserten Konditionen verlängert, der eine Hauptschuld an dieser Täuschung trägt.

Mein Eindruck ist, dass die Herren in Vorstand und Aufsichtsrat keinen blassen Schimmer haben, wie es in den nächsten Jahren mit dem Verein weitergehen soll, zur Not können sie ja auch zurücktreten und wie die Ratten das sinkende Schiff jederzeit verlassen. Oder gibt es irgendjemanden, der den aussscheidenden ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Carl-Edgar Jarchow zur Verantwortung für das zieht, was er in den letzten 4 Jahren angerichtet hat?

Meine Entscheidung steht fest, dieser Verein bekommt von mir keinen Cent mehr, da ich ja über Jahre sehen konnte, was damit veranstaltet wird.

Traurigerweise kann man nun wieder beobachten, wie von verschiedenen Stellen versucht wird, auf wankelmütige oder schlecht informierte Mitglieder Einfluss aus zu üben.

Beispiel aus dem neuen „Pamphlet“ von HSV-Voran: http://www.hsv-voran.de/

Wir alle erinnern uns an den 25. Mai 2014: Die Ausgliederung der Profifußballabteilung in die HSV Fußball AG wurde beschlossen. Ist seitdem alles besser geworden? Nein, ganz gewiss nicht.
Aber es wurde eine Entwicklung angestoßen. Eine Entwicklung, die noch Zeit brauchen wird: Weniger Maulwürfe, ein ruhigeres Umfeld, ein konzeptioneller Ansatz im sportlichen Bereich und ruhige Arbeit im Aufsichtsrat sind erste unentbehrliche Grundlagen für einen neuen HSV.

Für diesen Mumpitz habe ich nur ein Wort: Schwachsinn! Wunschvorstellungen von Leuten, die keine Ahnung davon haben, was hinter den Kulissen abläuft. Es wird genauso viel an die Presse informiert und durchgesteckt, es existiert kein ruhigeres Umfeld und ich frage mich, welcher der Autoren einen konzeptionellen Ansatz beurteilen möchte.

In der Folge erscheinen dann die üblichen Verschwörungstheorien mit denen versucht wird, bei schlecht informierten Mitgliedern Ängste zu schüren.

– Gehen wir zur Versammlung am 25.1.2015!
– Zeigen wir ihnen, dass wir uns den HSV nicht mehr wegnehmen lassen!
– Lehnen wir Anträge ab, die dem HSV schaden werden, weil sie das Einfallstor alter Machenschaften bei der neuen AG darstellen!
– Leiten wir diesen Aufruf an alle uns bekannten HSV-Mitglieder weiter!

„Wir lassen uns den HSV nicht mehr wegnehmen“. Ach so, wer sind eigentlich „wir“ in diesem Zusammenhang? Wer erdreistet sich, an dieser Stelle von „wir“ zu labern? Ich jedenfalls gehöre nicht zu dem „Wir“, ich treffe meine Entscheidungen allein und lasse sie mir nicht von einem machtgeilen „inner Circle“ diktieren.

Meine Empfehlung an alle:

Geht unbedingt zur MV. Macht euch im Vorfeld eure Gedanken und stellt Fragen, die euch auf der Seele liegen. Und dann stimmt so ab, wie ihr es für richtig haltet und nicht, wie der nächste Clan es gern hätte.

Wenn ich mich richtig erinnere, dann wollten man nach dem 25.05.2014 den Verein einen, Gräben zuschütten, zusammenstehen. Davon ist absolut nichts übrig geblieben.

Bis nächsten Sonntag im CCH

 

 

Von | 2015-01-18T10:04:48+01:00 18. Januar 2015|Allgemein|3 Kommentare

3 Comments

  1. Ligature 18. Januar 2015 um 12:42 Uhr

    Respekt, eine konsequente Haltung, aller Ehren wert. Ich teile sie nicht, sondern gewähre der neuen Führung weiterhin mein Vertrauen.

  2. mlg 18. Januar 2015 um 17:59 Uhr

    Vor mir liegt die Ausgliederungsdokumentation.

    Dort gibt es einen Anhang, der sich „Gemeinsamer Ausgliederungsbericht des Vorstands des HSv e. V. und des Vorstands der HSV Sport AG“ nennt. Auf den Seiten 13 bis 14 werden sowohl die wirtschaftlichen und steuerlichen Auswirkungen der Ausgliederung beschrieben. Steuerlich werden offensichtlich die vorhandenen Buchwerte aus so genannte Zwischenwerte aufgestockt. Ergebnis ist, dass die in diesem Rahmen aufgedeckten stillen Reserven versteuert werden müssen. Da Verlustvorträge (negatives Kapital ist ein Hinweis darauf) vorhanden sind, werden die nun steuerpflichtigen stillen Reserven mit den Verlustvorträgen verrechnet. Soweit wohl alles in sich schlüssig.

    Das Umwandlungssteuerrecht hat an dieser Stelle zwei Vorschriften, die interessant sind. § 15 UmwStG beschäftigt sich mit den Behaltensfristen der ausgegliederten Anteile. Gleiches findet man im § 20 UmwStG.

    Sofern Anteile vorzeitig veräussert werden, ist es nicht mehr möglich, das Vermögen mit Zwischenwerten anzusetzen. Dann müssen die gemeinen Werte angesetzt werden und zusätzliche stille Reserven versteuert werden. Da der HSV zusätzliche Körperschaftsteuer gar nicht „wuppen“ kann, ist dieser Weg für eine Zeitlang versperrt.

    Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie von Frank Roller,im Netz zu finden

    „Recklinghäuser Beiträge zu Recht und Wirtschaft, Titel hier: „Steuerliche Aspekte der Ausgliederung von Unternehmensteilen aus einer steuerbegünstigten Körperschaft in eine gGmbH“

    http://www.logos-verlag.de/cgi-bin/engtransid?page=/ReWir.html&lng=eng&id=

    Es ist träge Kost, das Durchzuarbeiten, aber lohnend.

    Ergebnis wäre dann, dass die Veräusserung der Anteile zum jetzigen Zeitpunkt steuerschädlich wäre.

    Sofern die Verantwortlichen des HSV das gewusst haben, sind die Mitglieder
    angelogen worden.

    Sofern die Verantwortlichen des HSV das nicht gewusst haben, sind sie an den
    Stellen, an denen sie derzeit werkeln, fehl am Platze.

  3. Jorgo 18. Januar 2015 um 18:35 Uhr

    ….und 120% Kuddel aka Klaumis Absatzratte sprach: „Wir müssen zunächst einmal einen Boden unter das Faß bekommen, damit nichts mehr versinkt“!

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