2 1/2 Jahre Abstiegskampf für € 60 Mio.

Da isser endlich, der nächste Hoffnungsträger. Ganz kurz vor Transferschluss schlug der Hamburger Sportverein dann doch noch einmal zu, wahrscheinlich griff die von Peter Knäbel vor Transferbeginn erklärte Taktik, dass er 15 Modelle aufgestellt hatte, für jeden erdenklichen Fall mindestens einen. Sprich: „Wenn der Spieler geht, dann kann der Spieler kommen“. Natürlich alles Positions-gemäß und dem Gedanken an eine notwendige Reduzierung der Kaderkosten geschuldet. Nur so ist es zu erklären, warum sich der HSV nach den Abgängen der Großverdiener Arslan (ca. € 700.000/Jahr) und Nafiu (nicht erwähnenswert) mit zwei jugendlichen Schnäppchen „verstärkt“ hat. Denn eines sollen die gläubigen HSV-Anhänger doch bitte wissen:

Ein Ivica Olic verzichtete auf mehrere Millionen und heuerte bei einem Abstiegskandidaten an, anstatt  mit 36 nochmal Champions League spielen zu können, nur weil er als Kroate sooo sehr an Hamburg hängt, seine Frau ein solcher HSV-Fanatiker und überhaupt hier alles besser als im trostlosen Wolfsburg ist.

Und Marcelo Diaz wollte mit 28 Jahren unbedingt nochmal in der besten Liga der Welt spielen, anstatt in der Schweiz um Meisterschaft und Champions League kämpfen zu müssen. Dafür verzichtete der gute Chilene auf mexikanische Millionen, ich habe Tränen in den Augen.

Eines frage ich mich tatsächlich: Wie lange will uns die Clubführung diesen Bullshit eigentlich noch auftischen? Die Jungs in den kurzen Hosen sind Ein-Mann-Sportunternehmen und sie spielen für Geld Fußball. Dieses zu Herzen gehende Gesülze von wegen „Raute sonstwo“ oder Verzicht, weil Didi so gut überzeugen kann, glaubt doch nur noch jemand, der die Baumschule nicht beendet hat.

Tatsache ist: Der HSV bezahlt nach wie vor unglaublich gut und er bezahlt so gut, dass die finanzielle Schieflage immer gravierender wird. Angesichts der neuen Kühne- und Köpi-Millionen bekommt man immer mehr den Eindruck, dass Didi nach dem Motto „Die Kohle ist ja da, jetzt muss sie auch unter die Leute“ agiert. Es wird nicht mehr lange dauern und  ihn holt dieses Verfahren ein, jede Wette.

Was aber bekommt der HSV-Fan eigentlich für sein Geld? Ich habe mir mal die Mühe gemacht und mir die Transfer-Investitionen der letzten drei Jahre anguckt und zwar die vom HSV im Vergleich zu anderen Bundesliga-Vereinen. Erschütternd ist dabei nicht nur, dass die Bilanz eine Bilanz des Grauens darstellt, sondern auch die Tatsache, dass der HSV in der Saison und unter Sportchef Beiersdorfer, Assistent Knäbel und „Master of Konzept“ Bernhard Peters mit € 30,8 Mio. soviel ausgab wie seit 7 Jahren nicht mehr. Und in diesen € 30,8 Mio. sind die fixen € 6,5 Mio. für Lewis Holtby nicht enthalten. Nimmt man diese Summe dazu, kommt man auf € 37,3 Mio. und diese Summe wurde in der Geschichte des HSV noch nie erreicht.

Betrachtet man nur die letzten drei Jahre, so ergibt sich folgendes Bild:

HSV (Tabellenplätze 15, 16, 7)

Saison 14/15 (€ 30,8 Mio) – Saison 13/14 (€ 2,15 Mio.) – Saison 12/13 (27,00 Mio)

Gesamt: € 59.95 Mio

Mainz 05 (Tabellenplätze 11, 7, 13)

Saison 14/15 (€ 8,5 Mio.) – Saison 13/14 (14,5 Mio.) – Saison 12/13 (€ 4,18 Mio.)

Gesamt: € 27,18 Mio. 

SC Freiburg (Tabellenplätze 14, 14, 5)

Saison 14/15 (12,35 Mio.) – Saison 13/14 (€ 6,93 Mio.) – Saison 12/13 (€ 1,50 Mio.)

Gesamt: € 20,7 Mio.

FC Augsburg (Tabellenplätze 5, 8, 15)

Saison 14/15 (€ 12,40 Mio.) – Saison 13/14 (€ 2,55 Mio.) – Saison 12/13 (3,10 Mio.)

Gesamt: 18,05 Mio.

SC Paderborn (13, 2. Liga, 2. Liga)

Saison 14/15 (€ 1,6 Mio.) – Saison 13/14 (€ 0,265 Mio.) – Saison 12/13 (€ 0,15 Mio.)

Gesamt: € 2,015 Mio.

Bayer 04 Leverkusen (Tabellenplätze 6, 4, 3)

Saison 14/15 (€ 37,06 Mio.) – Saison 13/14 (€ 23,83 Mio.) – Saison 12/13 (€ 19,4 Mio.)

Gesamt: € 80,29 Mio. 

Betrachtet man sich diese Daten, so muss man zwingend erkennen, dass die Bilanz einfach nur niederschmetternd ist. Der HSV bezahlt zwar (Ablösen und Gehälter) wie ein Champions League-Teilnehmer (und zwar seit Jahren), er performed jedoch eher wie ein Aufsteiger (ebenfalls seit Jahren). Und das Hauptproblem – es wird nicht besser, auch unter Dukaten-Didi nicht.

Die Mannschaft wird immer teurer, die Schulden immer höher, die Spiele immer schlechter und die Sprüche immer dämlicher. 

Aber zum Glück können wir alle ja demnächst wieder Zeuge des alljährlichen HSV-Spektakels werden, nämlich dann, wenn in Paderborn nicht gewonnen und zuhause gegen Hannover verloren wird. Ich nehme einmal stark an, dass der Knäbel-Peter dann das Spiel in München zum „Schicksals-Spiel“ ernennen wird, dabei weiß doch jeder, dass die Zeit von Zinnbauer abgelaufen ist. Die Magie ist verloren gegangen, sollte sie denn je dagewesen sein, denn auch Zinnbauer macht jeden Tag gravierendere Fehler.

Was ist eigentlich aus seiner anfangs zu hervorgehoben Kommunikationsstärke geworden? Inzwischen weiß man in Hamburg, dass es Spieler gibt, mit denen Joe seit Wochen nicht geredet hat.

Was ist aus dem Leistungsprinzip geworden? Es hieß, in Hamburg zählen unter Zinnbauer keine Namen, aber er lässt einen Olic aus PR-Gründen nach einer Trainingseinheit spielen, lässt van der Vaart und Westermann stümpern und Jansen weiterhin stolpern. Mit Leistungsprinzip hat das nicht mehr viel zu tun und es erinnert in fataler Art und Weise an den letzten Zuckungen von Mirko Slomka, als dieser sich bemüssigt fühlte, auf Druck der Vereinsführung sämtliche Neu-Einkäufe aufstellen zu müssen, was aus sportlicher Sicht einem Selbstmord glich.

Was ist eigentlich aus Zinnbauers 10 Stunden-Tag geworden? Die Profis sollten alle um 7 Uhr antanzen und den Tag im Volkspark verbringen. Scheint schon wieder Geschichte zu sein, stattdessen werden die Profis nach dem Spiel gegen Köln mit Kleinbussen zum 200 m entfernten Zelt gefahren, damit sie sich nach dem anstrengenden Spiel noch ein wenig in die heiße Wanne legen können. In Paderborn trainiert man derweil auf einem zugefroreren Platz.

Und Didi? Didi taucht ab. Didi ist immer dann unsichtbar, wenn’s ungemütlich wird. Dann wird Presse-Pete nach vorn geschickt, damit dieser sich um Kopf und Kragen reden kann, was ihm jeden Tag in beeindruckender Art und Weise gelingt.

Beim HSV hat sich seit Beiersdorfers Antritt nichts geändert, so leid es mir tut. Die Fans sollen mit Hilfe von Traditions-Versprechungen  sediert werden, aber auch das klappt nicht mehr. Vor kurzem bejubelten noch Anhänger, die die Erfolge der 80er Jahre nur von der DVD kennen, die Rückkehr zu ihrem Volksparkstadion, obwohl sie selbst nie in der Westkurve gestanden haben.

Nun ja, auf jeden Fall muss Beiersdorfer nicht befürchten, dass nach einer Niederlage gegen 96 erboste Fans vor der Geschäftsstelle stehen werden. Die, die das gemacht hätten, sind nämlich nicht mehr da. So bleibt wohl nur, dass man still mit ansehen muss, wie der Verein den Bach runtergeht.

++++News++++

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Von | 2015-02-03T08:15:09+01:00 3. Februar 2015|Allgemein|25 Kommentare

25 Comments

  1. Sven 3. Februar 2015 um 08:33 Uhr

    Full ack! Die Vereinsführung taumelt wie ein angeknockter Boxer. Alle wissen, das der HSV in dieser Form auseinander bricht, wenn der Abstieg diesmal klappt, weil dann nicht mal mehr die Chance besteht, die aufgelaufenen Verbindlichkeiten zu decken. Also in meiner Kristallkugel steht, dass nach den beiden von dir angesprochenen Spielen, so sie verloren werden, das nächste KMK-Interview ansteht und Zinnbauer sein Fahrzeug noch bis Saisonende inkl. Tankkarte und Handy nutzen darf. – Wir werden noch einen Trainerwechsel erleben. Denn das einer vom Vorstand „vereinsführungspolitisch“ die Schuld auf sich nimmt und zurück tritt, ist doch sehr unwahrscheinlich. Man kassiert noch bis zu Saisonende und sagt dann einfach, die Zeit wäre zu kurz gewesen.

  2. higokaltz 3. Februar 2015 um 09:23 Uhr

    @Grave
    alles treffend !!! es wird von Tag zu Tag schauderhafter. Man könnte soviel negatives schreiben, das einem danach die Finger bluten. Positives Fehlanzeige !! Ach so ja, hatte ich fast vergessen, bald sitzen wir wieder im Volksparkstadion. Schenkelklopfer !!! Mir ist es sowas von egal wie dieses Stadion heisst, hauptsache man kommt sportlich wieder aus dem Sumpf.
    Grave, gibt es eigentlich nicht die Möglichkeit (vielleicht auch in „Co-Produktion“ mit Daniel Jovanov) mit Beiersdorfer ein Interview zu führen, wo Ihr all diese Dinge mal ansprecht? das wäre für alle, die diesen Blog verfolgen bestimmt interessant.
    Na ja, vermutlich habt Ihr es ja schon versucht…ja und warum sollte sich Beiersdorfer mit „negativen Strömungen“ in der breiten Öffentlichkeit auseinandersetzen ?

    Eine Frage zum Schluß. Hast Du eigentlich noch eine Idee für einen evtl. neuen Trainer ? Ich befürchte es dauert nicht mehr lange und das Thema wird aktuell.

    • Gravesen 3. Februar 2015 um 10:10 Uhr

      Trainer? Bedenkt man die Schweiz-Connection, könnte man auf Hitzfeld kommen 😉

      Beiersdorfer und ich? Keine Chance mehr. Jörni mag mich seit Knäbel nicht mehr 🙂

      • higokaltz 3. Februar 2015 um 10:37 Uhr

        Hitzfeld ??? nett…
        dann wohl eher Christian Gross, kennen sich bestimmt auch gut. 😉

    • Marcel Aimaq 3. Februar 2015 um 10:18 Uhr

      Trainerkandidat sag ich nur ein Wort:
      Von Heesen

      Und zum Blog:
      Grauenhaft was Sie da schreiben,

      Da leider alles richtig und traurig…

      Hatten Sie nicht erwähnt, dass einige oder die Bosse Ihren Blog auch lesen?
      Evtl. machen die jetzt auf Marco Reuss.
      Nichts hören, sehen; sagen tun sie ne Menge, aber das ist alles bla bla
      So beratungsresistent kann man doch nicht sein, da sind doch auch fähige Leute im AR, die müssen doch da auch mal ne Ansage an den Vorstand machen, dafür ist das Kontrollorgan doch da!
      Anscheinend heißt es wirklich Augen zu und durch, aber Paderborn soll ja das Schlüsselspiel sein; evtl. auch eine Ansage an Magic Joe?

      • higokaltz 3. Februar 2015 um 10:25 Uhr

        von Heesen wäre auch mein Favorit !!! Evtl. noch „Hotte“ Hrubesch, aber das wird der sich nicht antun.
        Warten wir es ab…

        • Gravesen 3. Februar 2015 um 10:30 Uhr

          Warum von Heesen? Weil er so schön bei Stammel-TV erzählen kann? Welche Erfolge hat er als Trainer aufzuweisen? Ein Aufsichtsrat wird Trainer? Naja, bei diesem Verein ist nichts unmöglich…

          • Marcel Aimaq 3. Februar 2015 um 11:50 Uhr

            Na ja, immer noch besser als Hitzfeld vorzuschlagen 😉

            Warum von Heesen?
            – Hat eine gültige Trainerlizenz
            – Er kennt das Umfeld
            – Ist kostengünstig
            – Wird das richtige Team aufstellen
            – Fand seine Spielanalyse bei Matz Ab damals ganz gut und hat die Probleme erkannt
            – Beckenbauer hatte damals auch Rehagel abgelöst und war in einer anderen Position (Präsident?!?)

            Ein anderer sinnvoller Name fällt mir aktuell auch nicht ein, wer ist denn auf dem Markt, der sofort was bewegen könnte, der das Umfeld aktuell kennt und keine größere Eingewöhnungszeit benötigt?

            Wer wäre denn Ihrer Meinung nach aktuell qualifiziert und günstig genug, der aktuell in die Bresche springen könnte? (Und bittte jetzt nicht Hitzfeld…)
            Und natürlich auch frei verfügbar ohne Ablöse…

          • higokaltz 3. Februar 2015 um 12:21 Uhr

            muss nicht eh noch jemand aus dem Aufsichtsrat den Platz für den „Hafen-Meier“ räumen…?
            2 Fliegen mit einer Klappe…;-)

  3. Hannes Grundmeyer 3. Februar 2015 um 10:02 Uhr

    Ja, es ist mal wieder alles im Lot beim HSV. Aber wenn wir Geduld haben…. Ok, war nur ein Versuch.
    Ich denke es auch und hab es schon vor der Rückrunde gesagt: Es wird genau so kommen, wie du geschrieben hast. Wenn in Paderborn nicht gewonnen wird und gegen Hannover mal wieder ne Niederlage folgt, ist Zinnbauer Geschichte. Der nächste Trainer mit ner dicken Abfindung. Oder man setzt ihn wieder als Trainer bei der Zweiten ein.
    Man hofft ja immer, dass es nicht so kommt, aber es ist wohl unvermeidlich. Ich habe da auch schon einige Kandidaten im Auge: Laberloddar Matthäus, Ruhrpott-Peter Neuruhrer oder Sirtaki-Otto Rehakles. Aber vielleicht wird ja Pepe Gladiola völlig überraschend nach der zweiten Saisonniederlage gegen Schlacke 05 entlassen, weil die Bayern keine Geduld mehr haben. Ich weiß allerdings nicht, ob es überhaupt noch einen Trainer gibt, der sich seinen Ruf in Hamburg ruinieren will. So langsam glaube ich nämlich nicht mehr, dass es einem Trainer gelingen kann, diese Mannschaft auf Kurs zu bringen.

  4. Schlienz 3. Februar 2015 um 10:10 Uhr

    @Grave: Eine Statistik des Grauens, ja. Aber wäre es nicht fairer mit den Transferdeltas (Ablöseeinnahmen – Ablöseausgaben) zu rechnen? Das wäre doch die eigentlich aussagekräftigere Zahl.

    • Gravesen 3. Februar 2015 um 10:12 Uhr

      Ich befürchte, dass der HSV da im Vergleich mit den anderen Vereinen noch schlechter aussieht. Außerdem – ausgegeben wurde die Kohle ja, obwohl man eigentlich sparen und Schulden abbauen wollte.

  5. abausb 3. Februar 2015 um 13:20 Uhr

    traurig, aber wahr

    frage mich nur, warum die Hamburger Presse noch so ruhig ist???

  6. Gravesen 3. Februar 2015 um 13:35 Uhr

    Ich habe Hitzfeld nicht „vorgeschlagen“. Warum sollte ich einen Trainer vorschlagen, bin ich Sportchef? Das Argument „Wird das richtige Team aufstellen“ finde ich allerdings endgeil 🙂

  7. TC 3. Februar 2015 um 17:52 Uhr

    Moin
    bisher war ich nur stiller Genießer dieses Blocks…inhaltlich immer zielgerichtet die Finger in die ach so vielen Wunden des HSV gelegt…Kompliment…

    Die Situation zurzeit lässt mich nicht mehr innehalten, dass muss nun mal alles raus. Und hier scheinen mir sehr viele den gleichen Gemütszustand zu haben. Es kotzt mich an so dermaßen an, wie seit Mai auf der Woge von HSV+ der ganze Karren mit Vollgas an die Wand gefahren wird. Und es gibt ja wirklich keinen Teil rund um das Team, Trainer, sportliche Leitung, Aufsichtsrat, Vorstand, der nicht seinen Teil dazu beiträgt. Alles konzeptlos, ahnungslos, was weiß ich nicht noch….

    Als Fan mit über 40jähriger Treue ist bei mir zur Zeit echt ein Punkt erreicht, wo Wut und Enttäuschung langsam in Resignation und Gleichgültigkeit übergehen. Und ich denke, dass geht auch vielen anderen so. Mein Wunsch wäre
    (auch wenn das wahrscheinlich immer ein Wunsch bleiben wird):

    Ein klares sportliches Konzept, dass auf Konsolidierung ausgerichtet ist und auf zum größten Teil junge Perspektivspieler setzt. Und dass auch einen sportlichen Abstieg notfalls mit einschließt. Alle, auch die „Gönner“, müssen diesem Konzept bedingungslos folgen. Es gilt, sich als Verein und als dessen Vertreter damit zu identifizieren und es nach draußen so geschlossen zu kommunizieren – und auch so zu handeln! Wenn das Spieler und Verantwortliche so machen, dann werden auch (fast) alle Fans mitziehen – meine Meinung! Gut, dazu müsste man natürlich „n Arsch in der Hose haben“!

    Dieses Konzept schwebt zwar theoretisch in den Köpfen Vieler rum, nur gehandelt wird zur Zeit genau gegenteilig! Und
    das führt, meiner Meinung nach, geradewegs in Liga 2. Und das ohne Konsolidierung, ohne Perspektive. Und wenn das erst dann in Angriff genommen wird, wenn der Abstieg besiegelt ist, dann ist es meiner Meinung nach zu spät. Dann sind auch die letzten Treuen vergrault, die Gönner verschwunden, die Führungselite wieder bei anderen Vereinen in Lohn und Brot. Und unser HSV spielt im Volksparkstadion im Unterhaus. Tolle Aussichten…

    Für mich würde es, wenn sich nichts ändert, an ein Wunder grenzen, wenn der HSV die Klasse hält. Das Wunder hatten wir aber schon in der letzten Saison. Und das sich Wunder wiederholen, ist leider sehr sehr selten….

  8. Sassen 3. Februar 2015 um 18:50 Uhr

    das schlimme, man lernt einfach nicht. egal wer am ruder ist, es ändert sich nix. trainerwechsel, fragwürdige transfers.
    meine befürchtung, es muß wirklich erst ein abstieg her damit sich wirklich mal was verändert.

  9. Okonski 3. Februar 2015 um 19:29 Uhr

    Wie ich neulich schon bemerkte, beim HSV regiert das Prinzip Hoffnung. Das ist allerdings unprofessionell. Wobei wir beim Thema sind. Ist der Trainerstab ausreichend qualifiziert, diese Mannschaft, der ja stets Potenzial nachgesagt wird (was sie allerdings selten gezeigt hat) in Liga eins zu halten und weiterzuentwickeln.
    1. Joe Zinnbauer.
    Stationen: SK Lauf, TSV Wendelstein, Henger SV, VfB Oldenburg, Karlsruher SC (Co-Trainer), Karlsruher SC II, HSV II
    2. Patrick Rahmen
    Stationen: SC Dornach, FC Basel (U18), FC Basel II (U21), Hamburger SV (Co-Trainer), Hamburger SV Jugend und wieder
    Hamburger SV (Co-Trainer)
    3. Stefan Wächter, neu im Geschäft

    Jetzt soll mir keiner damit kommen, das Namen keinen Erfolg machen, aber das sieht nicht nach erfahrenen Bundesligaleuten aus.
    Welche Trainer hatte der HSV in den vergangenen Spielzeiten?
    Ich fange 2010 an, Bruno Labbadia kann man als Bundesligatrainer bezeichnen,
    und dann:
    Ricardo Moniz, Armin Veh, Michael Oenning, Rodolfo Cardoso, Thorsten Fink, van Marwijk, Mirko Slomka, und jetzt Joe Zinnbauer.

    Was fällt auf? Es sind nur wenige mit Bundesligaerfahrung als Trainer (Veh, Slomka, mit Abstrichen Oenning) und es ist ein wildes Durcheinander. Es drängt sich einem doch der Verdacht auf, dass man sich viel zu abhängig macht von Strömungen von außen. Erst ein HSVer, dann ein scheinbar erfahrener Mann, dann ein innovativer Trainer, wieder HSVer, dann ein Sunnyboy, dann gewichtiges internationales Format, dann wieder Bundesliga, dann Nobody mit 8 Siegen mit der U23.
    Es ist das reinste Chaos. Es ist keine Stringenz zu erkennen, es wird nie ein wirkliches Profil erstellt und Anforderungen formuliert. Das erzählt man der Öffentlichkeit zwar, aber dann lehnt man die einen ab und holt andere, wo man sich schon vorher fragt, wie das denn zustande gekommen ist (Geldverbrennungsmaschine BvM). Auch hier sieht man: Prinzip Hoffnung und dilettantisches Hin und Her. Man könnte sich auch mal Gedanken machen. Soll es ein HSVer sein, ein Norddeutscher, ein Mann mit Erfolgen in der Liga, ein nachgewiesen guter Taktiker…. Nein. Immer wieder reflexartig Stochern im Nebel. Das geht besser, so glaube ich. Daher ist ein Ruf nach von Heesen auch falsch. Der Mann hat selbstverständlich Ahnung vom Fußball, aber hat nie nachgewiesen, dass er eine schwache Bundesligamannschaft verbessern kann. Von daher kein Kandidat. Mit dem Kopf und nicht einfach mit dem Herzen. Ich halte viel von Thomas Tuchel, das weiß bei mir jeder, er hat gezeigt, wie man mit einer Außenseitermannschaft in der Liga bestehen kann und sie konsolidiert bis hin zu Plätzen weiter oben. Ich kann mir auch Sascha Lewandowski vorstellen, der ein leidenschaftlicher Verfechter guten Trainings ist. Die vielen anderen auf dem Markt passen eher nicht so gut oder müssten herausgekauft werden. Magath ist nicht mehr bereit sich das hier anzutun, weil er ohne Not verbrannt wurde und dann selbst Öl ins Feuer goss. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, aber der Fisch stinkt vom Kopf. Und der Kopf macht sich viel zu abhängig von der Presse.

  10. ausgegliedert 3. Februar 2015 um 19:47 Uhr

    Man wird zunehmend fassungs- und emotionsloser bei den „Leistungen“ auf und neben dem Platz. Bei einem Abstieg freut sich meine Frau, weil ich mehr Zeit habe. Vlt. suche ich mir ein Hobby und betätige mich wieder selbst mehr sportlich.
    Was ich evtl. zu unterklassigem Fußball wissen möchte, entnehme ich der Tageszeitung. Und Sky freut sich evtl. auch, daß das ursprüngl. Arena-Abo dann gekündigt werden kann. Geld für Live-Spiele oder Fanartikel habe ich Gott sein Dank schon länger nicht mehr in die Hand genommen.
    Nach über 40 Jahren Fan-Daseins schon traurig iwie…. 🙁

  11. mlg 3. Februar 2015 um 20:27 Uhr

    Einfach einmal den Versuch, eine kurze Kapitalverkehrsrechnung zu erstellen.

    Es gibt natürlich ein paar Unbekannte in dieser Rechnung, aber man kann durchaus eine Tendenz ablesen.

    Veröffentlicht wurde bisher vom HSV auf HSV.de die Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2014, ich versuche einfach einmal, diese Bilanz auf dem 30. Juni 2015 fortzuschreiben.

    Aus der Aktivseite der Bilanz kann man das Anlagevermögen (Spielerwerte, Markenwert und Stadion) vernachlässigen, weil sich diese Werte nicht in Euros umwandeln lassen.

    Bleibt das Umlaufvermögen, das sich wie folgt zusammensetzt:

    Warenbestand 1.169.466,14 €
    Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.672.003,23 €
    Kasse, Bank 1.613.762,44 €

    Summe Umlaufvermögen 8.455.231,81 €.

    Das sind die Mittel, die am 1. Juli 2014 liquide zur Verfügung standen.
    Dazu kommen folgende Einnahmen danach:
    Spielerverkäufe (lt. Transfermarkt) 23.620.000,00 €
    Kühne-Millionen (aus dem Sommer 2014) 18.750.000,00 €
    Summe 50.000.000,00 €.

    Aus dem Verbindlichkeitenspiegel zum 30. Juni 2014 ergeben sich Zahlungsverpflichtungen innerhalb des eines Jahres (also bis zum 30. Jun 2015) in Höhe von 34.173.000 €. Davon kann man folgende Beträge, die nicht wirklich fällig werden müssen, abziehen:
    Fananleihe (wohl Zinsen daraus) 993.000,00 €
    Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern (HSV e.V,) 2.120.000,00 €.

    Man kann also von ca. 30.000.000 € ausgehen, die bis zum 30. Juni 2015 bezahlt werden müssen.
    Aus der Bilanz ergeben sich Rückstellungen (Verbindlichkeiten, die dem Grunde nach, aber der Höhe nach nicht bekannt sind) in Höhe von 3.914.608,27 €. Laut Erläuterung soll das für Abfindungen, Berufsgenossenschaft, ausstehende Rechnungen, Urlaubsansprüche und mögliche Erlösbeteiligungen Dritter sein. Ich geh mal davon aus, dass die Hälfte, also 2.000.000 € ebenfalls bis zum 30. Juni 2015 fällig sind.

    Dazu kommen die Transferausgaben:
    Laut Transfermarkt sprechen wir von 32.800.000,00 €.

    Somit stehen den oben ermittelten verfügbaren 50.000.000,00 € fällige Beträge in Höhe von 65.000.000,00 € gegenüber.
    Ich betone jetzt noch einmal, dass der laufende Geschäftsbetrieb hierbei außen vor ist. Wenn man bedenkt, dass

    1. Die Einnahmensituation gegenüber den Vorjahren sich nicht sonderlich verbessert hat
    2. Die Personalkosten sich gegenüber dem Vorjahren nicht verringert haben
    3. Vier Jahre in Folge Verluste geschrieben wurde

    dann sollte man sich Fragen stellen.

    Um die Deckungslücke, die sich oben ergeben hat, zu schliessen, müssen die Kühne-Stadion-Millionen in Höhe von 16.000.000 € herhalten

    Das heißt im Umkehrschluss, dass die Einkünfte aus der Stadionvermietung der nächsten vier Jahre schon wieder irgendwo versenkt worden sind.

    Ich bin auf Reaktionen gespannt.

  12. ausgegliedert 3. Februar 2015 um 21:01 Uhr

    @mlg: „Das heißt im Umkehrschluss, dass die Einkünfte aus der Stadionvermietung der nächsten vier Jahre schon wieder irgendwo versenkt worden sind.“ Einkünfte? Die AG zahlt eine Nutzungsgebühr an den eV. Oder redest du vom Obulus, den KMK für Volksparkstadion erübrigt?
    Falls ja, unterstütze ich deine Vermutung. Auf Vorschuss agieren ist allerdings so neu nicht, auch ein BH ist da Risiko gegangen. Da gab es allerdings auch noch leichte Hoffnungen auf europ. Fußball.

  13. mlg 3. Februar 2015 um 22:05 Uhr

    Es ist letztlich egal, wie man es nennt, es geht nur darum, welches Geld (welche Liquidität) von aussen ins Vereinsvermögen reinkommt.

  14. Waton 4. Februar 2015 um 00:13 Uhr
  15. Soer 5. Februar 2015 um 11:27 Uhr

    @Waton – seltsam, dass ALLES eingetreten hat was die MOPO zum Besten gab :p

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