Lügen haben kurze Halbwertzeiten

Eine Niederlage später und alles scheint anders zu sein. Waberte noch bis kurz vor dem Spiel gegen Köln sowas was wie Zuversicht durch Foren und Volkspark, ist nicht aufgrund des Ergebnisses, sondern vielmehr aufgrund dessen, wie es zustande kam, Frust und Panik der Zuversicht gewichen. Besonders die Schönmaler, die bisher alles, was auch nur im Ansatz so etwas wie Kritik an dem, was von HSVPLUS übrig geblieben ist, zu äußern wagten, im Reflex weg bissen, sind verdammt ruhig geworden oder aber mutieren inzwischen zu den größten Brüllfröschen im Netz überhaupt, nur diesmal halt 180 Grad in die andere Richtung.

Inwieweit diese Menschen inhaltlich oder charakterlich ernst zu nehmen sind, überlasse ich jedem Einzelnen, ich habe meine Meinung.

Was aber ist der Grund dafür, dass bei Mitgliedern und Fans die Lunte mittlerweile derart kurz ist, dass ein einziges Spiel das von Beiersdorfer mühsam aufgestellte Traditionsgebilde zum Einsturz bringen kann? Es scheint so, dass auch Heiland-Didi nach nunmehr knapp 8 Monaten im Amt großes Teiles seines Kredits verspielt hat, das Gebettel um Geduld wird immer mehr zum Gebettel darum, selbst noch ein wenig überleben zu dürfen.

Meine Meinung dazu steht fest, der Verein befindet sich mitten in einer kommunikativen Katastrophe und diese hängt unmittelbar mit den handelnden Personen zusammen, die seit (teilweise 11) Jahren das Informations-Zepter in diesem Verein schwingen. 

Ich denke, dass die Fans es einfach leid sind, immer und wieder belogen, vertröstet, hintergangen und desinformiert zu werden. Auch in der Vergangenheit sind falsche Angaben nach außen gedrungen, aber zuerst die zahlreichen Maulwürfe, die aus Eigeninteresse die Ideale eines Verein mit Füßen getreten haben, dann der Campus-Beschiss, aus dem unfassbarer Weise die Verursacher Jarchow (darf einfach so gehen) und Hilke (bekommt sogar den Vertrag verlängert) vollkommen unbeschadet hervorgehen – die Leute hatten und haben einfach die Schnauze gestrichen voll und die große Hoffnung war, dass sich unter der Führung des „Ehrenmanns“ Beiersdorfer alles zum Guten wendet. Pustekuchen, möchte man sagen, denn die Geschichte geht einfach nur so weiter.

Was wurden den Fans in den Monaten vor HSVPLUS alles versprochen? Entschuldung, Abkehr von satten, alten und teuren Stars, Einbindung junger, hungriger Spieler, Offenheit und Ehrlichkeit gegen über den Mitgliedern, Transparenz etc.

Ich bin zu 100% der Auffassung, dass nahezu jeder Fan nahezu jeden Weg mitgegangen wäre, sogar bis in die 2. Liga, wenn es denn nötig gewesen wäre. Voraussetzung war aber: Man hätte ehrlich mit ihnen umgehen und die HSVPLUS-Vorgaben respektieren müssen. Unglücklicherweise ist davon weniger als nichts übrig geblieben, es werden die gleichen Fehler wie in den Jahren zuvor gemacht, es wird weiterhin verschleiert, gelogen und vorgegaukelt. Im Grunde macht Didi nichts anderes, als es Jarchow die Jahre zuvor gemacht hat und mehr und mehr wird dies auch von den Treuesten und Geduldigsten verstanden.

Hier aber liegt die große Gefahr für die Exzellenzen, denn habe ich erst die treuesten Gefährten verloren, gibt es kein zurück mehr.

Ivo Ilicevic ist an der Wade verletzt, bleibt deshalb in Hamburg und fliegt nicht mit nach Dubai

Dies ließ der HSV unmittelbar vor dem Abflug ins Wintertrainingslager verlauten, schade nur, dass der Kroate gar nicht verletzt war. Stattdessen trainiert Ilicevic allein in Hamburg und macht seinem Unverständnis über dieses Märchen via Medien Luft. Eine Situation, die man bequem hätte entschärfen können, denn es immer noch das gute Recht des Vereins, zu entscheiden, wer mit ins Trainingslager fährt und wer nicht. Warum muss man eine Geschichte erfinden?

Valon Behrami wurde in der Winterpause am Knie operiert, der HSV denkt, dass er zum zweiten Saisonspiel in Paderborn wieder ist.

Am Arsch. Der Schweiz-Albaner fällt wahrscheinlich bist Mitte März aus und entwickelt sich mehr und mehr vom Königstransfer zum Sportinvaliden.

Wir haben Pierre-Michel Lasogga absichtlich nach 50 min. aus dem Training genommen, das war abgesprochen. Für das Spiel in Paderborn besteht keine Gefahr.

Tags darauf hatte Lasogga irgendwas zwischen Zerrung und Muskelfaserriss und fällt mindestens 10 Tage aus.

Von diesen kommunikativen Eigentoren könnte man mittlerweile diverse zitieren und das Grundproblem liegt darin, dass der Verein und sein Medien-Urgestein offenbar nicht dazulernt. Wenn ein Spieler verletzt ist, kann durchaus die Situation eintreten, dass auch die Ärzte nicht wissen, ob und wenn, wie lange der Spieler ausfällt. Aber warum sagt man das dann nicht so???

„Im Moment können wir keine Prognose darüber abgeben, wann der Spieler wieder zur Verfügung steht. Der Verein und die medizinische Abteilung arbeiten intensiv daran, den Spieler so schnell wie möglich, nachhaltig fit zu bekommen.“ 

Ich könnte an dieser Stelle  auf die zahllosen und unsinnigen Statements von Presse-Pete Knäbel während der letzten Transferperiode eingehen, ich habe es oft genug gemacht, ich mag nicht mehr.

Aktuell ist wieder einmal das zu beobachten, was eigentlich immer zu beobachten ist, was man aber hätte vermeiden können, wenn man irgendwann einmal das Gehirn einschaltet. Der HSV wurde nun wochenlang von den bekannten Medien geschützt, alles war bunt, die Zukunft war rosig. Besonders die Amateur-Schmierer vom Abendblatt ergossen sich in Superlativen, Vorstand, Trainer und Aufsichtsrat wurden zu Rettern des Abendlandes aufgebaut. Dies hat natürlich seinen Preis, man muss die Vögel von Seiten des Vereins natürlich hofieren und beliefern, dann schreiben sie einen auch schön. Leider geht das immer nur so lange gut, wie die Stimmung des Volkes es zulässt, denn die Medien beliefern bekantermassen nur das, was das Volk lesen will.

Aber der HSV liefern weiter und liefert weiter und liefert weiter. Immer an die selben Typen (man kennt sich ja schon so viele Jahre) und wundert sich dann doch tatsächlich, dass es exakt die Typen sind, die beim ersten Gegenwind die Seiten wechseln und den Verein an die Wand schreiben. Dann ist der Katzenjammer groß und das Unverständnis größer.

Ich sage es gern nochmal: Mit Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz hätte man viele Fans einfangen können, sie wären jeden Weg mitgegangen. Diese Chance wurde wieder einmal verpasst und das Resultat werden wir in wenigen Wochen sehen.

P.S. Ich möchte an dieser Stelle nochmal einen Beitrag des Users mlg aus dem gestrigen Blog reinstellen. Die Inhalte dieses Beitrags sind keine Erfindungen, sondern die Daten sind jederzeit nachzulesen.

Einfach einmal den Versuch, eine kurze Kapitalverkehrsrechnung zu erstellen.

Es gibt natürlich ein paar Unbekannte in dieser Rechnung, aber man kann durchaus eine Tendenz ablesen.

Veröffentlicht wurde bisher vom HSV auf HSV.de die Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2014, ich versuche einfach einmal, diese Bilanz auf dem 30. Juni 2015 fortzuschreiben.

Aus der Aktivseite der Bilanz kann man das Anlagevermögen (Spielerwerte, Markenwert und Stadion) vernachlässigen, weil sich diese Werte nicht in Euros umwandeln lassen.

Bleibt das Umlaufvermögen, das sich wie folgt zusammensetzt:

Warenbestand 1.169.466,14 €
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.672.003,23 €
Kasse, Bank 1.613.762,44 €

Summe Umlaufvermögen 8.455.231,81 €.

Das sind die Mittel, die am 1. Juli 2014 liquide zur Verfügung standen.
Dazu kommen folgende Einnahmen danach:
Spielerverkäufe (lt. Transfermarkt) 23.620.000,00 €
Kühne-Millionen (aus dem Sommer 2014) 18.750.000,00 €
Summe 50.000.000,00 €.

Aus dem Verbindlichkeitenspiegel zum 30. Juni 2014 ergeben sich Zahlungsverpflichtungen innerhalb des eines Jahres (also bis zum 30. Jun 2015) in Höhe von 34.173.000 €. Davon kann man folgende Beträge, die nicht wirklich fällig werden müssen, abziehen:
Fananleihe (wohl Zinsen daraus) 993.000,00 €
Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern (HSV e.V,) 2.120.000,00 €.

Man kann also von ca. 30.000.000 € ausgehen, die bis zum 30. Juni 2015 bezahlt werden müssen.
Aus der Bilanz ergeben sich Rückstellungen (Verbindlichkeiten, die dem Grunde nach, aber der Höhe nach nicht bekannt sind) in Höhe von 3.914.608,27 €. Laut Erläuterung soll das für Abfindungen, Berufsgenossenschaft, ausstehende Rechnungen, Urlaubsansprüche und mögliche Erlösbeteiligungen Dritter sein. Ich geh mal davon aus, dass die Hälfte, also 2.000.000 € ebenfalls bis zum 30. Juni 2015 fällig sind.

Dazu kommen die Transferausgaben:
Laut Transfermarkt sprechen wir von 32.800.000,00 €.

Somit stehen den oben ermittelten verfügbaren 50.000.000,00 € fällige Beträge in Höhe von 65.000.000,00 € gegenüber.
Ich betone jetzt noch einmal, dass der laufende Geschäftsbetrieb hierbei außen vor ist. Wenn man bedenkt, dass

1. Die Einnahmensituation gegenüber den Vorjahren sich nicht sonderlich verbessert hat
2. Die Personalkosten sich gegenüber dem Vorjahren nicht verringert haben
3. Vier Jahre in Folge Verluste geschrieben wurde

dann sollte man sich Fragen stellen.

Um die Deckungslücke, die sich oben ergeben hat, zu schliessen, müssen die Kühne-Stadion-Millionen in Höhe von 16.000.000 € herhalten

Das heißt im Umkehrschluss, dass die Einkünfte aus der Stadionvermietung der nächsten vier Jahre schon wieder irgendwo versenkt worden sind.

Ich bin auf Reaktionen gespannt.

Von | 2015-02-04T11:27:33+01:00 4. Februar 2015|Allgemein|19 Kommentare

19 Comments

  1. higokaltz 4. Februar 2015 um 08:58 Uhr

    Moin Grave.
    alles wieder köstlich. Vielleicht kann der HSV Vorreiter werden und läßt über seine derzeitigen Befindlichkeiten eine Doku Soap von RTL II drehen. Unter dem Slogan „Ein Club schafft sich und seine treuen Weggefährten ab -NEUES AUS 22525 HAMBURG“ oder so ähnlich…
    In Deiner Auflistung der Aussendarstellung fehlt noch ein Zitat wie: Zinnbauer ist gewarnt. Der HSV-Trainer glaubt fest an den Klassenerhalt: „Wir haben die Qualität, in der Liga zu bleiben.“ -Ohne Worte-

    Eine Frage zum Schluß. Bist Du eigentlich, wie angekündigt nach der MV aus diesem Verein ausgetreten ?
    Euch allen hier einen schönen Tag bis 20:00 Uhr. Danach wird es wahrscheinlich wieder grausam. 🙂

    • Gravesen 4. Februar 2015 um 09:04 Uhr

      Ja, bin ich. Warum sollte ich das ankündigen und dann nicht machen?

  2. Flensburger 1977 4. Februar 2015 um 09:23 Uhr

    Aus Jux und dollerei habe ich mal den Block von den Abendblatt Kollegen gelesen…. da scheint sich auch so langsam der Wind zu drehen 🙂 Irgendwie hoffe ich , dass wir heute keine Punkte gegen Paderborn holen.. sonst kehrt ja wieder für 2 Tage Ruhe ein…:) Dies soll keine Polemik sein..ich denke nur dass dieser Punktgewinn als Erfolg für gutes Arbeiten gesehen wird und ich kann ehrlich gesagt dieses “ Wir sind auf einem guten Weg“ gelaber nicht mehr hören ..
    Gute geschrieben Grave.. und auf den Punkt gebracht.
    Beste Grüße

    • Gravesen 4. Februar 2015 um 09:37 Uhr

      Das sind ja (unter anderem) die, die ich meinte. Solche gespaltenen Persönlichkeiten wie „Ky“, „Reinhard1492“ und Co. Bis vor 5 Tagen noch war alles sensationell und diejenigen, die darauf hinwiesen, dass immer noch einiges im argen liegen würde, wurden niedergemetzelt, natürlich unterstützt von Schreibpatienten wie „Herrn Scholz“, der immer alles super findet, bis dann der Versager gekickt wird. Dann wird nachgetreten, bis die Fußsohle blutet. Zum Glück und zur Erheiterung gibt es immer noch Strahlungsopfer wie Randnotizi, bei dem man das Gefühl hat, er würde sogar denjenigen zum Grillen einladen, der seine Frau schlägt. Einigen ist nun mal nicht zu helfen 🙂

  3. Rostein 4. Februar 2015 um 11:05 Uhr

    Die Sachverhalte, die mlg anspricht, sind allesamt nicht schön. Und der Neustart in dieser Saison ist deutlich weniger rund gelaufen, als sich das wahrscheinlich einige in HSV-Gremien und -Umfeld vorgestellt haben.
    Dennoch möchte ich drei ergänzende Modifikationen zu mlgs Ausführungen anbringen, da er doch sehr stark auf die Liquidität abhebt:
    Nimmt man die Gewinn-und-Verlustrechnung 2013/14 hinzu und berücksichtigt, daß die Verluste €17 Mio. nichtliquiditätswirksame Abschreibungen umfassen, wird das Bild schon ein wenig heller. Nicht hell, aber heller.
    Ablöseverbindlichkeiten von €32,8 Mio. werden über die jeweiligen Vertragslaufzeiten gestreckt, sind also nicht als kurzfristig (i.e. binnen eines Jahres fällig) anzusehen.
    Schließlich lassen sich gerade Spielerwerte (nicht die bilanziellen, sondern die real am Markt erzielbaren) durchaus in Euros umwandeln. Die Ablöseeinnahmen (ob nun wiederum gestreckt oder wie in den Fällen Aogo und Calhanoglu sofort vereinnahmt) dienen der Bedienung von Verbindlichkeiten.
    Auf einem anderen Blatt steht, daß Spieler, die man gerne loswerden will, eher zu Preisen unter Buchwert verkauft werden müssen. Und Spieler, die man über Buchwert verkaufen kann, würde man gerne halten….
    Fatale Folge des letzten angedeuteten Szenarios könnte eine wirtschaftliche, v.a. aber auch sportliche Substanzausschüttung sein.
    Da Transfereinnahmen wichtig sein werden, sollte man auf die 2016 auslaufenden Verträge (Brunst, Djourou, Diekmeier, Jiracek, Cigerci, Beister, Philipp Müller, Rudnevs) achten und sich fragen, nach welchen Spielern Nachfrage bestehen könnte. Andere Namen lasse ich an dieser Stelle mal außen vor.
    Auf der Gegenseite hat man mit der schon verbindlich partiell oder vollständig anstehenden Ablöse für Holtby schon die Handlungsmöglichkeiten für den Sommer 2015 eingeschränkt. Und im laufenden Geschäftsjahr den Gehaltsetat nicht unerheblich erhöht.
    Kurz: die Sorgen mlgs kann man teilen, ohne die Liquiditäts-Situation kurzfristig ebenso düster zu sehen.

  4. Gravesen 4. Februar 2015 um 11:06 Uhr

    Vielleicht an dieser Stelle mal eine kleine Information für alle, die sich auf die Website spielverlagerung.de beziehen und die Autoren dort für die Erfinder der Dreierkette halten.

    Ein Autor ist beispielsweise Tobias Escher (25) aus Hamburg. Eine Aussage von ihm aus einem Gespräch mit „RUND-Magazin.de“:

    […] RUND: In welcher Art und Weise haben Sie sich vor Spielverlagerung mit Fußball beschäftigt?

    Tobias Escher: Wie jeder andere auch: Ich habe ab und an Fußballspiele geschaut und nicht weiter auf die Taktik geachtet. Später habe ich mich dank verschiedener Bücher angefangen, mich für das Thema Taktik zu interessieren.

    Ein anderer Autor ist Philip Pelka, Jahrgang 94.

    Ich möchte den Jungs absolut nicht ansprechen, dass sie sich intensiv mit dem Fußball beschäftigen, Bücher lesen und reichlich Spiele schauen. Ihnen allerdings den Heiligen Gral der deutschen Taktikschule verleihen zu wollen, geht meiner Meinung nach eindeutig zu weit. Man sollte also immer bedenken, aus welcher Ecke etwas kommt, wenn man etwas zitiert und als vermeintlichen Beweis für die Richtigkeit der eigenen Theorie verwenden möchte.

  5. Gravesen 4. Februar 2015 um 13:15 Uhr

    Zuerst einmal, herzlich Willkommen. Ich habe mir überlegt, wo ich einsteigen könnte, aber eigentlich bleibt mir nicht viel mehr, als dir Recht zu geben. Schlimm genug.

  6. Pansking 4. Februar 2015 um 14:16 Uhr

    Finde deinen Blog Klasse und verfolge ihn regelmäßig.
    Bin zwar öfters nicht deiner Meinung, kann sie aber sehr oft nachvollziehen und akzeptieren.

    Olic halte ich auf jeden Fall für eine Verstärkung gegen den Abstiegskampf und finde den Transfer super.

  7. Hannes Grundmeyer 4. Februar 2015 um 14:42 Uhr

    Auch ich hatte nach der gruseligen Ära Jarchow/Ertel/Hunke gedacht, es kann ja nur besser werden und hatte die gleichen Erwartungen. Aber so ist das nun mal im Leben, schlimmer geht immer. Ich bin auch gespannt wie´s weiter geht.

  8. Goldfather 4. Februar 2015 um 15:47 Uhr

    Beiersdorfer, als Sportchef des HSV, ist an den Zahlen 8, 8, 3, 7, 4, 5 zu messen. Dabei handelt es sich um die Endplatzierungen des HSV innerhalb der Zeit in der Beiersdorfer Sportchef beim HSV gewesen ist.
    .
    Erfolgreicher war nur Günter Netzer.
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    Was er als Vorstandschef auf die Beine stellen wird kann aus sportlicher Sicht frühestens in 3 – 4 Jahren beurteilt werden, da die Situation derartig schwierig ist, dass mit einem Abstieg, sowie einem direkten Wiederaufstieg, gerechnet werden muß.
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    Je höher ein Impulsgeber (Beiersdorfer) in der Hierachie eines Unternehmens tätig ist, desto langfristiger und träger wirken sich Entscheidungen auf die Kursrichtung der Gesamtveranstaltung (HSV) aus.
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    Bis Leute wie Peters und Knäbel deutlich „greifen“ werden noch ein (1) bis drei (3) Jahre ins Land ziehen.
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    Die Schwäche des HSV war es bislang niemanden zu haben der in der Lage war den „Sauhaufen“ analysieren zu können und ihm die daraus resultierende Richtung zuteil werden zu lassen. Durch Beiersdorfer und die neue AR- und Vorstandskonstruktion besteht jetzt erstmals die Möglichkeit langfristig arbeiten zu können und aus Fehlern zu lernen.
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    Der HSV macht weiterhin Fehler, aber im Gegensatz zu früher besitzt der Club an den entscheidenden Stellen die Intelligenz, die Konsequenz und vor allem die Zeit um aus diesen Fehlern lernen zu können.
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    HSVplus war „nur“ der Anfang eines langen und harten Weges, der unter Umständen über die zweite Liga führen wird.
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    Der Club ist ganz unten und darf sich glücklich schätzen in der Saison 14/15 ein weiters Mal in einer der stärksten Ligen der Welt mitspielen zu dürfen.

    • Gravesen 4. Februar 2015 um 16:16 Uhr

      Na, wenn du das glaubst, ist ja alles in Butter 🙂

      • Goldfather 4. Februar 2015 um 17:17 Uhr

        Kannst du irgendwelche personellen Alternativen zu Beiersdorfer, Knäbel und Peters benennen, die in der Lage sind den HSV innerhalb kürzester Zeit sportlich wesentlich besser aufzustellen?
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        Selbst Ernst Happel war kein Wundertrainer, sondern profitierte beim HSV von der Arbeit seiner Vorgänger Zebec und Klötzer. Es mag sein, dass Zinnbauer nicht der richtige Mann ist, aber selbst dann, wenn es so sein sollte, wird der Nachfolger ZEIT benötigen, um die Mannschaft in die Spur zu bekommen.
        .
        Strukturelle Fehler wurden beim HSV in sämtlichen Bereichen, auch unter Beiersdorfer, seit Jahrzehnten gemacht. Weder Peters noch Knäbel sind in der Lage Probleme, die älter als 30 Jahre sind, innerhalb von Wochen und Monaten aufzuarbeiten.
        .
        Wenn man beispielsweise nach Hoffenheim schaut und sich ansieht wie erfolgreich dort Jugendarbeit betrieben wird, darf man nicht vergessen, dass dieses Ergebnis maßgeblich zustande kommt, weil Hopp die notwendigen Gelder zur Verfügung stellt.
        .
        Stellt man jedoch in Rechnung, dass Hopp dieses Geld irgendwann verdienen mußte, so befinden wir uns auf der Zeitleiste bei ungefähr 40 Jahren Vorlauf für die Jugendabteilung der TSG Hoffenheim.
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        Auch wenn es schwer zu akzeptieren ist für viele HSVer, aber der Club ist ganz unten anzusiedeln und muß sich das Ausbildungsniveau von Freiburg, Leverkusen oder dem FC Bayern innerhalb der nächsten Jahre hart erarbeiten.
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        Das gleiche gilt für die Finanzen, die höchstwahrscheinlich nur noch durch ein größeres Engagement von Kühne, oder einem anderen Investor, entscheidend auf ein konkurrenzfähiges Niveau gebracht werden können. Doch auch dafür wird ZEIT benötigt, da es nichts scheueres gibt als potentielle Investoren, die mit Argusaugen prüfen in was für eine Veranstaltung sie ihr hart verdientes Geld stecken.
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        Es gibt keine schnellen Lösungen, es gibt keine einfachen Lösungen. Doch zum Glück gibt es immer noch den scheinbar endlos harten und steinigen Weg mit den vielen Taschentüchern.
        .
        Trust in Didi

  9. Toki 4. Februar 2015 um 16:15 Uhr

    Didi war doch nur nötig um die Ausgliederung zu schaffen. Eigentlich hätte er danach den Hut nehmen können… 😉

  10. ktulu 4. Februar 2015 um 17:59 Uhr

    „Charismatiker und Instinktfussballer werden wenig zur Systematisierung von Wissen beitragen können.
    Das ganze Ziel der Verwandlung von Kunst in Wissenschaft ist nun einmal, dass Wissen unabhängig von Talent technisch reproduzierbar wird.“

    Das ist klasse auf den Punkt gebracht, Kai Arne. Chapeau!

    Leider sind die dazu angewandten Mechanismen aus der Ökonomie- und Ökometrietheorie entlehnt, was schlussendlich darin zu münden droht, dass versucht wird, die Fußballkunst immer stärker in die Verwertungslogik einzupassen.
    Scheint wohl Zeitgeist zu sein…

    VG, ktulu

  11. mlg 4. Februar 2015 um 20:08 Uhr

    nochmal zum Kapitalflussrechnung:
    rostein hat recht, als dass die Gewinnermittlung durch (nicht liquiditätsbelastende) Abschreibungen beeinflusst worden sind. Deshalb kann man ja den laufenden Geschäftsbetrieb ausser acht lassen. Der Verlust in 2013/2014 ist letztlich durch die Abschreibungen entstanden – oder umgekehrt: ohne Abschreibungen wäre das Ergebnis 0,00 €. Aber das bedeutet eben, dass aus dem laufenden Geschäftsbetrieb keine Überflüsse entstehen, die sich auf den Geldkonten niederschlagen. Dass die Anschaffungskosten für die Spieler auf die Laufzeit der Verträge abgeschrieben werden, ist natürlich richtig – hat aber mit dieser Betrachtung nichts zu tun. Die einzigen (möglichen positiven) Aspekte, die man noch berücksichtigen kann und das Ergebnis positiv beeinflussen können: Wir wissen nicht, welche Kontokorrentkredite eingeräumt sind (steht aber m. W. in der Ausgliederungsdokumentation) und wie weit die ausgeschöpft sind. Ausserdem wissen wir nicht, ob bei den Aufwendungen für die Neuzugänge längerfristige Zahlungsziele eingeräumt sind (Da aber alle anderen Vereine die Finanzsituation des HSV auch kennen, wäre wohl eher Vorkasse denkbar).

  12. Chancentod 4. Februar 2015 um 22:17 Uhr

    Tach zusammen

    in Anbetracht des heutigen Spiels:
    Ist nicht die 2.Liga die Lösung für den HSV?
    Man gewinnt wieder Spiele
    Eine Meisterschale gibt es in der 2.Liga auch
    Erreichbare Ziele halt

    Wer nicht mit der Zeit geht,geht mit der Zeit
    Und der HSV hat den Strukturwandel in der 1.Liga halt soweit verpennt, das der Rückstand nicht mehr aufholbar ist.
    Der ICE-Zug ist abgefahren, jammern hilft nicht, da bleibt halt nur der Regionalzug

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