Ich bin schwer beeindruckt!

Leute, ich bin schwer beeindruckt, wirklich. Gestern habe ich einen Blog verfasst, um meine Gedanken zu dem, was die Führung des HSV seit der „Machtübernahme“ nach dem 25.05.2014 tatsächlich umgesetzt hat und dem, was nahezu zeitgleich an der Weser abläuft, zu beschreiben. Es ging dabei weder um Anbiederung noch um Abrechnung, es ging lediglich darum, aufzuzeigen, wie es der HSV nach den zahllosen Ankündigen tatsächlich umsetzt und wie er es, zumindest meiner Auffassung nach, hätte umsetzen können, nein müssen.

Die Reaktionen auf einen Blog, den ich im Grunde als relativ normal und wenig reißerisch erachtet hatte, überwältigt mich. Mich überwältigt dabei allerdings weniger die Reaktionen meiner Stammleser, denn wie die ticken, weiß ich ungefähr. Mich beeindrucken die Reaktionen der Werder-Fans, die sich gestern in unglaublicher Sachlichkeit und Fairness, mit sehr viel Verständnis und auch Aufmunterung geäußert haben und ich möchte mich dafür ausdrücklich bedanken.

So, wie sich hier im Blog viele Grün-Weiße zu Wort gemeldet haben, gehen selbsternannte und sogenannte „HSV-Fans“ zumeist nicht miteinander um.

Sorry, aber ich kann es mir nicht verkneifen. Betrachtet man das, was gestern zum gefühlten 4.000sten Mal in einem Forum abgeht, welches sich selbst als „DER HSV-BLOG“ positioniere möchte, war das großer Sport, den hier gestern mehr als 8.000 unique user bei mehr als 45.000 Zugriffen abgeliefert haben. Der gestrige Blog wurde zudem fast 600 Mal auf Facebook geteilt.

Hier nun das Gegenstück, „HSV-Fans“ unter sich:

http://hsv-blog.abendblatt.de/2015/02/09/es-reicht-gerade-zum-ueberleben-hoffentlich/comment-page-1/#comment-1067757

Mir zeigten die gestrigen Reaktionen aber noch etwas anderes, nämlich, dass nicht nur Hohlköpfe durch die Stadien turnen. Natürlich wird es immer diejenigen geben, die in Hamburg „Scheiß Werder Bremen“ gröhlen, während der HSV gerade gegen Mainz 05 spielt. Und auch in Bremen werden immer wieder einige „Tod und Hass dem HSV“ brüllen, denen ist aber nun mal nicht zu helfen.

Ich aber habe gestern gesehen, dass es reichlich andere, echte Fans gibt und zwar auf beiden Seiten. Die Freude an Spielen haben und die Rivalität wollen, aber halt sportliche Rivalität. Die keinen Hohn und Spott ablagern müssen und die nicht meinen, „Bremen ist scheiße weil – in Hamburg ist einfach alles besser“ und die auf die Frage, was denn nun in Hamburg besser sei, antworten: „Die Zeit reicht nicht, um alles aufzuzählen“. Das ist dümmlich, peinlich und primitiv und gehört tatsächlich in „DEN HSV-BLOG“, in dem sich mehr verstrahlte Opas und erwerbslose Idioten tummeln, als in der Kommentarspalte der Mopo.

Deshalb, meinen Dank an alle (aber besonders an die Bremer), die sich nicht nur gestern in sachlicher und fairer Art und Weise an diesem Blog beteiligt haben.

Deshalb bleibt das hier aber trotzdem ein HSV-Blog 🙂

P.S. Übrigens: Wer sich von den „HSV-Fans“ an dieser Stelle bemüssigt fühlen sollte, diesen Blog nicht mehr lesen zu wollen, weil ich die Frechheit besessen habe, hier den einen oder anderen Menschen aus der „Verbotenen Stadt“ zu Wort kommen zu lassen, der sei herzlich aufgefordert, wort- und grußlos zu gehen. Eine Ankündigung seiner Handlungen ist nicht nötig.

 

Von | 2015-02-10T07:33:25+01:00 10. Februar 2015|Allgemein|15 Kommentare

15 Comments

  1. detlev gerber 10. Februar 2015 um 08:12 Uhr

    Mensch Grave, unabhängig vom Verein und den Vereinsfarben wollen wr doch nur eins – guten Fussball
    Und was wäre die BuLi ohne Nordderbys?

  2. Oli 10. Februar 2015 um 08:42 Uhr

    Moin,

    ich bin nicht immer Deiner Meinung, muss ich ja auch nicht sein, aber ich lese den Blog regelmäßig und finde ihn, bis auf wenige Ausnahmen, auch gelungen. Was mich nur nervt ist dieses ewige Gemecker über den Blog vom Abendblatt. Lass doch Föhnfrisur-Opa Matz und Exklusiv-Gerüchte Scholle faseln, aber immer über die beiden „Journalisten“ und ihr Gefolge lesen zu müssen, ist echt ermüdend.

    • Gravesen 10. Februar 2015 um 08:44 Uhr

      Kleiner Tipp? Weiterscrollen 🙂

  3. Patrick 10. Februar 2015 um 12:42 Uhr

    Ich habe jetzt nur aufgrund von Twitterposts die letzten beiden Artikel von Dir gelesen – werde Dich aber jetzt fest in meinem „Feedly“ verankern. Schön das es auch in Hamburg noch Blogs gibt die Objektiv über die Hintergründe im Fußball berichten.

    Daumen hoch und Grüße von der Weser!

    • Gravesen 10. Februar 2015 um 13:43 Uhr

      Aber du hattest hoffentlich nicht „Scheiss Hamburg….nur Glück!“ getwittert 🙂

  4. Martin 10. Februar 2015 um 16:53 Uhr

    Eine Überlegung: Das in Bremen der wahre Fussballverstand zu Hause ist, glaube ich eben so wenig, wie in Hamburg – Deiner zusammengefassten Aussage nach – nur ein Haufen unreflektierter Pöbler wohnt. Tatsache dürfte vielmehr sein, dass Bremen vom Geschehen in Hamburg weit weg ist und man schon deshalb eine objektivere Meinung zum Geschehen hat. Zudem ist man in Bremen zwar ebenso mit finanziellen wie auch sportlichen Sorgen gebeutelt, allein die grosse Zeiten dürften dort noch der in eigener Erinnerung liegen und nicht – wie in Hamburg – allein aus Opas Tagebüchern.

    • Jorgo 10. Februar 2015 um 17:01 Uhr

      Martin, alle schön und gut. Mir ist es ebenfalls nicht entgangen, daß sich in Bremen etwas bewegt. Sei es, daß der gute Viktor aufgezeigt hat, wie es funktioniert. Vor diesem Erfolg stand allerdings die Arbeit. Und nun kommt es. Werder hat Spieler verpflichtet, die gar nicht mal schlecht sind, aber recht günstig zu haben waren. Der HSV hat auch Spieler verpflichtet, die nicht schlecht sind……. 🙂 Dazu kommt, daß ich nicht so viele Geräusche der Direktoren aus Bremen vernehmen kann. In Hamburg ist das ein wenig anders. Diese von HSV angekündigte Ruhe lebt Werder vor. Täusche ich mich mit meiner Annahme?

    • Gravesen 10. Februar 2015 um 17:07 Uhr

      Vielleicht bin ich zu blöd, aber ich habe nicht verstanden, was du mir mitteilen wolltest.

      • Jorgo 10. Februar 2015 um 18:14 Uhr

        sicherlich nicht. Doch habe ich Martin geantwortet. Inhaltlich geht es m.M. in HB geräuscharm zu. Kostenminimierter ebenfalls.

  5. Jorgo 10. Februar 2015 um 16:54 Uhr

    Ich habe gestern ebenfalls gestaunt. Mit Freude habe ich die sachlichen Beiträge gelesen. Egal ob aus der Weser- oder der Elbeecke. Diese Schreibkultur in Deinem Blog gönne ich Dir Uli.

  6. menke 10. Februar 2015 um 19:13 Uhr

    Ist doch alles Schnullibulli….Beide Mannschaften gehören in die 1. Liga, unser HSV sowie das kleine Fischerdorf wo sie sogar die Tiere stapeln müssen (weil Bremen nun mal so klein ist,hehe)…
    Aber jetzt mal im Ernst…Abgesehen von dem momentanen Tabellenstand sind die Unterschiede eklatant, Bremen hat Ruhe im Umfeld, es dringt nicht viel nach außen (ich hab hier gelesen: Skripnik nur 2. Wahl, weil man Kramer nicht auslösen wollte? man stelle sich mal vor was in der Medienstadt Hamburg losgewesen wäre, wenn man in Gesprächen mit Tuchel so weit wie Bremen mit Kramer gewesen wäre( Ablöse bzw Handgeld und so) und stattdessen einen No-Name als Cheftrainer like Zinnbauer verpflichtet hätte….ups, hat man sooooooooo intensiv mit Goldfather´s Tuchel-Man verhandelt, sagt bitte Nein, ok?????… )
    Anyway….dass sowohl Zinnbauer als auch Skripnik Low-Budget-Lösungen sind, ist jawohl jedem klar…Keiner in den jeweiligen Vorständen wußte wohin die Tabellenreise geht, deswegen suchen wir mal eben in unserem eigenen Umfeld und gucken mal was so geht, kostet ja nix..
    Gefühlt müssten wir in Hamburg natürlich Wenger, Gladiole oder Motzki-Mourinho verpflichten,alles andere wäre ja weit unserem Niveau, hust hust…..Wir sind ja der abgestaubte Dino, gepimmt mit Onkel Kühne und nun auch Otto,… der Dino, der selbst letzte Saison zu doof zum absteigen ist….
    In Bremen ticken die Uhren anders, man holt eine langhaarige Susi a la Frings als Co und vertraut auf das Wir-Gefühl, bislang haben sie dort alles richtig gemacht.Respekt aber kein Neid,damit das klar ist, liebe Bremer….
    Wir hingegen haben keine klare Linie, holen Punkte mit mehr als Glück (siehe Hannover) und lassen uns immer noch von der Presse unsere nächste Aufstellung diktieren,Ihre Wunschelf in der MOPO….so geil in Hamburg…..
    Der HSV will im Konzert der Großen mitspielen und murmelt wie ein Straßenjunge….
    Menke

  7. TErxleben 10. Februar 2015 um 19:37 Uhr

    Gefällt mir: „… der Dino, der selbst letzte Saison zu doof zum absteigen ist…“
    „…In Bremen ticken die Uhren anders…“: Ist ja logisch, die haben ja auch keine bekloppte Stadionuhr!

  8. Nils 10. Februar 2015 um 20:35 Uhr

    Nochmal zum Thema, warum es in Bremen derzeit besser läuft: Ich glaube, das liegt schlicht und ergreifend daran, dass Bremen zwar auch ordentlich im Arsch war – aber lange nicht so kaputt wie der HSV. Wenn man sich darauf einigt, dass es ab der Saison 2009/10 sukzessive bergab mit dem HSV ging; dass seitdem mit Labbadia, Veh, Oenning, Fink, van Marwijk und Slomka sechs Trainer ihre Ideen umzusetzen versuchten; dass seitdem mehrere Sportchefs am Werk waren, um den Kader zu vermurksen; dass eine Ausgliederung erstritten und eine katastrophale Trauma-Saison 2013/14 (inkl. eines versuchten Magath-Putsches mit Live-Ticker) mit dem Beinahe-Abstieg gekrönt wurde….

    Allein diese Aufzählung zeigt doch, dass die Bremer Problemlage weit weniger dramatisch war.

    Ich mache mir nichts vor: Der HSV ist ein zutiefst verunsichertes Gebilde. Man hat hoffen dürfen, dass es mit HSVPlus schneller gehen würde, die Lage zu verbessern. Aber es wundert mich ob der oben skizzierten Probleme nicht, dass dem nicht so ist und dass die Verantwortlichen angesichts der Verunsicherung doch nochmal Erfahrung geholt haben. Ich kann das niemandem übel nehmen, solange die Strategie nicht komplett aufgegeben wird.

    Ich bin mir aber sicher, dass wir ohne Ausgliederung gar nicht mehr vom Intensivbett aufgestanden wären. Das wäre ab in den Keller gegangen.

  9. Goldfather 11. Februar 2015 um 02:11 Uhr

    So schön und so erfolgreich, wie sich Werder Bremen aktuell präsentiert, so deutlich sollte der Hinweis auf die Verdienste des entlassenen Robin Dutt ausfallen, der die Vorarbeit geleistet haben dürfte für jenes Spielverständnis, das die Bremer Mannschaft nun offenbart hat.
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    Dutts Vorarbeit könnte verglichen werden mit der Vorarbeit eines Louis van Gaal, bevor Heynckes das Triple mit den Bayern holte, oder mit der Vorarbeit eines Branko Zebec für Ernst Happel. Nicht zu vergessen der radikale Umbruch Jürgen Klinsmanns ohne den Jogi Löw seit 2014 kaum in einer Reihe mit Herberger, Schön und Beckenbauer stehen würde.
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    Van Gaal bescherte den Bayern die absolute taktische Disziplin sowie den geraden Pass, Zebec bescherte dem Kader des HSV Pferdelungen und gnadenlose Wettkampfhärte. Jürgen Klinsmann räumte beim DFB radikal auf und bescherte dem A-Kader den Eintritt ins neue Jahrtausend.
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    Doch was brachte Dutt mit nach Bremen?
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    Schaut man sich die Liga- Stationen Dutts an, so fällt auf, dass es sich sowohl beim Sportclub aus Freiburg, als auch bei Leverkusen, um Kader handelte, die über eine überdurchschnittliche Spielkultur verfügten. Beide Teams standen unter Dutt für ein gepflegtes Kurzpassspiel, wenn auch mit unterschiedlichen Erfolgen bzw. Problemen,
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    Dutt steht zudem für moderne Trainingsmethoden, wie sie der DFB seit der Ära Klinsmann schätzen gelernt hat.
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    Zitat:

    Mit Kugeln und gekreuzten Händen wie Artisten jonglierende Profis. Mädchenfußballerinnen, die beim Aufwärmen nebenbei Rechenaufgaben lösen. Torhüter mit einer Augenklappe, einem Tennisschläger und Bällen auf wackliger Unterlage. ….
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    Befördert wurde das Interesse durch den aus Glatten stammenden Trainerkollegen Jürgen Klopp, in der Bundesliga einer der Pioniere bei der Einführung der neuen Methode….
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    Schließlich war es schon ungewohnt für die jungen Fußballer, etwa mit einem Schläger in der Hand einen Ball hochzuhalten, einen Slalomkurs zu durchlaufen und Hauptstädte zu benennen. Dabei gelte es grundsätzlich zu beachten, dass die Aufgaben nicht zu lang dauern, nicht zur Routine werden und keine Automatisierungseffekte entstehen. Nur dann könne das Hirn, das nach der Methode von Horst Lutz acht unterschiedliche Bereiche eingeteilt wird, untereinander neue Verbindungen (Synapsen) herstellen…
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    Nicht weniger als 16 Trainer bei Borussia Dortmund haben daher die entsprechende Lizenz bereits erworben. Zum Alltag gehört die neue Trainingsform auch schon bei der TSG Hoffenheim, dem SC Freiburg unter Robin Dutt und Zweitligist TSV 1860 München…
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    Quelle: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.freudenstadt-nach-vorbild-von-juergen-klopp.5ba76579-4da3-40f6-aabb-5231a487b66c.html

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    Es ist davon auszugehen, dass viele Spieler des Bremer Kaders unter Dutt und beim DFB (Selke), Fortschritte in Bereichen gemacht haben, wie sie einstmals die Spieler des BVB machten, als Klopp ihnen Trainingsformen aufzeigte, die in der Lage waren neue Schaltkreise auf ihre Hauptplatinen zu brennen.
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    Im Gegensatz zu Klopp verfügte Dutt jedoch nicht über das taktische Geschick und vielleicht auch nicht über die notwendige Ansprache vor einer Bundesligapartie, so dass er auf Direktorenebene beim VfB Stuttgart hervorragend aufgehoben ist und man sich nicht darüber wundern sollte, wenn der VfB zwei bis drei Jahre nach der Ära Stevens einen unerwarteten sportlichen Aufschwung erlebt.
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    Die von mir erwähnte Methode „Life Kinetik“ ist nur eine von vielen Optionen, um die Ergebnisse der modernen Hirnforschung auf die Erfordernisse moderner Profisportler zu übertragen. Ein Club, der sich nicht mit wissenschaftlichen Methoden und neuesten Erkenntnissen auseinandersetzt, hat langfristig betrachtet keine Chance auf den Klassenerhalt in einer Liga deren Verdrängungswettkampf immer aufwendiger wird.
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    Die Sportwissenschaft und mit ihr der Fußball hat sich seit den größten Erfolgen des HSV, in den achtziger Jahren, enorm gewandelt.
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    Für den HSV bleibt deshalb zu hoffen, dass Bernhard Peters seinen Job brachial durchzieht und sich nicht beirren lässt durch Rückschläge des Profikaders oder Laienkommentare aus dem musealen Umfeld des einstmals erfolgreichen HSV.

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