FC Bayern – Chance oder Abflug?

Es gibt diejenigen, die sagen, dass das Spiel beim Deutschen Rekordmeister FC Bayern München das leichteste Spiel der gesamten Saison wäre. Man hätte als Underdog nichts zu verlieren dafür alles zu gewinnen, aber stimmt das überhaupt? Sicher, man spielt gegen eine der zur Zeit besten, wenn nicht der besten Vereinsmannschaften der Welt, aber schließlich hat man als Verein selbst auch diverse Einkommens-Millionäre und Nationalspieler unter Vertrag und deren Anspruch kann es doch eigentlich nicht sein, sich in Bayern wie Vieh zur Schlachtbank führen zu lassen.

Das, was die Bayern in den ersten drei Spielen der Rückserie auf die Beine gestellt haben (1:4 in Wolfsburg, 1:1 gegen Schalke, 2:0 in Stuttgart) war wirklich nicht von einem anderen Stern, wenn man auch bedenken muss, dass die Gegner in den ersten beiden Spielen Mannschaften waren, die um den Einzug in die Champions League kämpfen, also wirklich keine Laufkundschaft. Das eigentlich schlechteste Spiel war das gegen den VFB, bei dem der derzeitige Tabellenletzte zumindest in der ersten Halbzeit das bessere Team stellte, verkehrte Welt.

Welche Chance aber hat nun der HSV, der in der bisherigen Saison das wahrscheinlich spielschwächste Team der Liga stellt, in den letzten Partien aber mit ungeheurem Kampfgeist und unbedändigem Willen beeindrucken konnte? Kann man gegen die Bayern, bei denen Pep Guardiola das alte Barcelona-System mit dem Pressing-System der Bayern unter Heynckes verschmelzen konnte, mit ausschließlich körperlichen Mitteln bestehen?

Die Antwort erhalten wir am Samstag, aber ich muss sagen, dass ich leider ausgesprochen skeptisch bin und die mittlerweile schon wieder aufkommenden euphorischen Sieg-Prognosen mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis nehme. Manchmal hat man den Eindruck, dass einige vor lauter Fanbrille das Spiel nicht mehr wahrnehmen können.

Der HSV ist zur Zeit nicht in der Lage, gegen Teams wie Hannover oder Köln eigene Torchancen zu kreieren, weil es einfach an der Abstimmung, der technischen Fähigkeiten, ja einfach nur der Klasse mangelt. Vorn rennt sich Ivica Olic einen Wolf, rudert mit den Armen und verzweifelt an der Unfähigkeit seiner Mitspieler, einen Ball kontrolliert in Richtung gegnerischen Strafraum spielen zu können. Wenn das aber gegen Abwehrreihen wie Sakai, Marcelo, Schulz, Albonorz, Schmiedebach und Sanè nicht klappt, wie soll es gegen Rafinha, Benatia, Dante, Bernat, Alonso und Schweinsteiger klappen?

Dies sind die Fragen, die man sich stellen muss. Und man muss sich fragen, wie man gegen Müller, Götze, Robben, Lewandowksi, Ribery und Pizarro bestehen will. Eigentlich aussichtslos und dennoch: Fußball ist unberechenbar, es passieren immer wieder Dinge, die man vorher nicht erkannt und hinterher nicht erklären konnte.

Was ist eure Meinung, wie wird das Spiel laufen?

Zinnbauers Wechselspielchen

Er lässt sich ja nicht gern in die Karten gucken, der „Magic Joe“. Während der Trainingswoche werden die Leibchen nach dem Zufallsprinzip verteilt, am Tag vor dem Spiel kann man versuchen, eine sogenannte A-Mannschaft zu erkennen, oft liegt man falsch. Was auf der einen Seite sicherlich seinen Reiz hat, kann auf der anderen Seite aber zu einem unerwünschten Phänomen führen. Da sich kaum ein Spieler seines Stammplatzes sicher sein kann (nehmen wir mal Heiko Westermann aus), kann sich sowas wie „Vertrauen des Trainers in die Stärken des Spielers“ kaum einstellen (nehmen wir wiederum Heiko Westermann aus).

Im gestrigen Training nahm Zinnbauer beispielsweise den bisher absolut überzeugenden Boban Rajkovic aus der A-Elf und beorderte den erwähnten Westermann neben Djourou in die Innenverteidigung. Das mag taktische Gründe haben, zur Sicherheit eines Spielers trägt es nicht eben bei.

Nun denn, wir werden es erleben. Ich denke, dass die Bayern vor eigenem Publikum sowas wieder Wiedergutmachung für die schwachen Leistungen der letzten Wochen betreiben wollen. Außerdem möchten sich die Spieler für die anstehende Champions League-Partie gegen Donzek empfehlen und der Atem der im Moment überzeugenden Wolfsburger wird heißer. Insofern bin ich nicht sonderlich optimistisch, aber ich habe auch keine Ahnung 🙂

Von | 2015-02-13T07:42:04+01:00 13. Februar 2015|Allgemein|10 Kommentare

10 Comments

  1. Pascal Jarosch 13. Februar 2015 um 08:10 Uhr

    Ich denke mit etwas Glück ist ein Unentschieden erneut möglich, mit ganz viel Glück und 120% Einsatz eventuell auch ein knapper Sieg

  2. Peter Lustig 13. Februar 2015 um 09:00 Uhr

    Moin alle zusammen,

    Ich finde die forschen Töne einiger Spieler auch eher contraproduktiv. Sie manövrieren sich selbst in die Lage den Sprüchen Taten folgen lassen zu müssen. Eigentlich nichts schlechtes – aber es kommt ja so gut wie nie die angekündigte Leistung. Nun ja zumindest scheinen unsere Mannen durch die beiden Siege endlich wieder mehr Selbstvertrauen und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten (laufen, kämpfen, Glück erzwingen ) wieder gewonnen zu haben. Außerdem bin ich sehr einverstanden damit, dass das Spiel nicht abgeschenkt wird und man sagt die wichtigsten Spiele sind gegen unmittelbare Abstiegskonkurrenten. Das ging ja schon so weit, dass Teams wichtige Stammspieler Zuhause ließen, weil gegen die Bauern eh nichts zu holen gewesen sei. Ich hoffe auf einen schlechten Bauerntag und ein glücklich ermauertes Unentschieden.

    Lassen wir uns überraschen.

    Ich finde HW4 für die Standards als Götz Ersatz gar nicht so verkehrt. Ribery muss sowieso gedoppelt werden um ihn vernünftig verteidigen zu können. Es hängt also sehr viel vom Wille und der Laufbereitschaft eines N. Müller ab. Ich weiß diese Meinung habe ich exklusiv. 🙂

  3. Okonski 13. Februar 2015 um 09:20 Uhr

    Ich glaube, dass man in den letzten Spielen die Qualität des HSV 2015 gesehen hat. Spielerisch läuft da herzlich wenig, kämpferisch und von der Einstellung hebt man sich deutlich vom Team Anfang 2014 ab. Das muss man allerdings auch erwarten können. Entgegen aller Phantastereien bin ich der Ansicht, dass das Spiel dort nicht zu gewinnen ist. Dass Bayern noch nicht in Form ist, ist zu diesem Zeitpunkt normal, Titel holt man im April und Mai. Ich würde mich sehr freuen, wenn man dort wie ein normaler Bundesligist alles gibt und „anständig“ verliert, so im Rahmen bis 0-4. Schrecklich fände ich, wenn es wie so oft in der Vergangenheit zu einem Zusammenbruch kommt, sobald sich Negativerlebnisse auftun. Bayern München ist eine ganz andere Welt. Einen Gedanken aber noch: man kann Spiele, die von vornherein verloren sind gut nutzen, um zu erkennen auf wen man bauen kann. Man kann den Zusammenhalt stärken, wenn man begreift, wie man solche Spiel anzugehen hat. Ich bin sehr gespannt auf den Auftritt dort.

  4. Ideendiebstahl 13. Februar 2015 um 10:02 Uhr

    Mir sind diese „im Fußball weiß man nie“, „wir können da für einen Überraschung sorgen“ oder „wir wollen den Bayern ein Bein stellen“ Aussagen auch sehr suspekt. Gefühlt war es eigentlich immer so, dass man nach derartigen Aussagen voll auf die Fresse bekommen hat. Ich meine mich zu erinnern, dass Fink ähnliches vor dem 2:9 gesagt hat. Dazu kommt, dass es die typischen HSV Reaktionen auf einen kurzen Positivtrend sind. Man gewinnt ein, jetzt zwei Spiele und dann ist der berühmte Bock umgestoßen. In den Köpfen der Spieler jedenfalls. Meistens folgten darauf dann wieder zwei bis drei Niederlagen. Ich hoffe auf ein 0:0, denk aber, dass es durchaus 0:3 oder 0:4 für Bayern lauten könnte. Erste Halbzeit torlos. Alle Achtung! Werden sich dann auch die Spieler denken und schon gibt’s Gegentreffer in Durchgang zwei. So ungefähr stelle ich mir das Spiel vor.
    Aber vielleicht werde ich eines besseren belehrt. Ich hoffe es…

  5. jorgo 13. Februar 2015 um 11:15 Uhr

    Vorne wird die Null nach 90 Minuten stehen. Hinten steht sie so lange, bis alle Dämme brechen. Und so einen Bruch erwarte ich noch vor der Halbzeitpause. Der HSV wird die höhere Laufleistung in KM vorzuweisen haben. Das zeichnet die Mannschaft aus gegen Bayern, da sie dem Ball hinterher hecheln werden. Mich erinnert das an das letztjährige Spiel zu viert gegen den Hund. Die Laufleistung des Hundes war überragend. Genützt hat es ihm nicht viel. So sehe ich die Bayern beim Forcieren des Tempos brandgefährlich werden. Durch ihre Spielintelligenz und Hochgeschwindigkeit werden sie Löcher in den Abwehrverbund des HSV reißen. Ich begrüße es HW4 und vdV nicht im Spiel des HSV zu sehen, da wir damit in der Rückwärtsbewegung nicht ganz so hilflos aussehen werden.
    Ich tippe auf ein humorlosen 3:0 Sieg für den FCB.

  6. Rostein 13. Februar 2015 um 11:35 Uhr

    Vollmundige Ankündigungen von Spielern und Trainern vor den Spielen über mögliche Ergebnisse, wie diese Woche wieder einmal zu lesen, sind mir immer suspekt. Ich erwarte keinen Sieg, kein Unentschieden – und auch keine Niederlage.
    Ich erwarte nur, daß die Mannschaft alles an Einsatzwillen, Laufbereitschaft, taktischer Disziplin defensiv und an Kreativität offensiv in die Waagschale wirft, was ihr möglich ist. Versteht sich: Diese Faktoren sind in der aktuellen Konstellation unterschiedlich ausgeprägt bzw. vorhanden.
    Dabei muß man konstatieren, daß Pep Guardiola hinreichend personelle und taktische Variationsmöglichkeiten hat, den HSV richtig in Verlegenheit zu bringen, selbst wenn dieser extrem defensiv aufgestellt ist und tief steht.

  7. ausgegliedert 13. Februar 2015 um 12:35 Uhr

    Ich bin gespannt, welches Gesicht die Mannschaft morgen zeigt. Das der sich einschleichenden Selbstzufriedenheit nach 2 Siegen (bei denen man reichlich Glück hatte) oder das aus dem Hinspiel.
    Da wurde mir schon mulmig, als Götze und Lewa eingewechselt wurden.
    Potentiell halte ich die Gefahr der ersten, pösen Fratze für höher, je mehr alter Spielermief auf dem Platz steht. Und da mit Lewa und Dante nur 2 Kopfballungeheuer zu erwarten sind (in der Hoffnung, dass Pizza nicht auch noch kommt ;)), braucht es auch keinen Westermann. Bei evtl. 1-2 Ecken für uns darf dann auch gerne Boban einschädeln.
    Fazit: ein mit Klauen und Zähnen erarbeitetes 0:0 wäre klasse (man könnte am Saisonende dann positiv als eine der wenigen Mannschaften behaupten, kein Gegentor der Buyern in der BuLi bekommen zu haben), beim 2. Gesicht…

  8. Goldfather 13. Februar 2015 um 15:31 Uhr

    Es ist nicht davon auszugehen, dass der FC Bayern sich eine Ergebnisskrise in der Bundesliga leisten wird, kurz bevor es in die heiße Phase der Champions League geht. Dafür ist der Konkurenzkampf im Kader der Bayern zu intensiv und der Rest der Liga zu schwach.
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    Von daher halte ich es mit dem Münchener Merkur, der eine recht verständliche Begründung dafür liefert weshalb der HSV der Lieblingsgast des FC Bayern ist:
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    Zitat
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    – Ihre letzten fünf Heimspiele gegen den Lieblings-Gast gewannen sie mit 24:3 Toren.
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    – Bei den Hanseaten war Heimkehrer Ivica Olic beim 1:1 am 24. Februar 2008 der letzte Hamburger, der seine Elf in München in Führung brachte. Andererseits ist Claudio Pizarro mit 20 Treffern der erfolgreichste aktuelle Bundesligastürmer gegen Hamburg.
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    – Nur einmal in den letzten zehn Nord-Süd-Duellen erzielte der HSV mehr als einen Treffer: bei der 2:9-Niederlage am 30. März 2013.
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    – Arjen Robben erzielte in den letzten sechs Partien sechs Tore.
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    – Die Duelle in Zahlen: Heimbilanz: 36 S, 8 U, 5 N – 135:45 Tore – Gesamtbilanz: 58 S, 22 U, 19 N – 216:100 Tore
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    – Letzte Heimniederlage: 1:2 am 28.4.07
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    Aktuelle Bayern-Schützen gegen Hamburg: Pizarro (20), Robben (6), Lewandowski (5), Götze (4), Ribery (4), Schweinsteiger (4), Müller (3), Dante
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    HSV-Schützen gegen München: van der Vaart (3), Olic (2), Ilicevic, Lasogga, Westermann
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    Quelle: http://www.merkur-online.de/sport/fc-bayern/hsv-ist-bayerns-lieblingsgegner-4727027.html

    Im Spiel gegen den Audi-Allianz-Adidas-Konzern aus München geht es im wesentlichen darum ein gutes Torverhältnis über die Zeit zu bringen, da es im Abstiegskampf für den HSV um jeden Millimeter geht.
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    Eine knappe Niederlage mit einem oder zwei Toren Differenz wäre in München kein schlechtes Ergebnis, für eine Mannschaft, die dem Druck der meisten Durchschnittsteams in der Liga kaum gewachsen zu sein scheint.
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    In Anerkennung der kämpferischen und läuferischen Leistung des HSV in den letzten Spielen, tippe ich 3:1 für den FC Audi-Allianz-Adidas.

  9. illioh 13. Februar 2015 um 19:22 Uhr

    Der Blog irritiert mich etwas. Am Anfang wird an die Ehre der Spieler appelliert, dass sie Millionen verdienen und daher keine Angst vor den Bayern haben sollten.
    Danach wird dann von den übermächtigen Bayern geredet (Angst also berechtigt) und andere Abwehrreihen (die bestimmt auch Millionen verdienen) schlecht geredet von wegen, wenn man nicht mal gegen die…
    Zum Schluss verstehe ich die Anmerkung der schlechten Bayernresultate in den letzten Wochen nicht. Es war eine schlechte englische Woche und da war kaum Möglichkeit vernünftig zu trainieren. Ich gehe stark davon aus, dass morgen ein verbesserter FC Bayern auflaufen wird und dann hallo @9:2, @freiesgrillen, @Abstiegsangst

  10. Marcel Aimaq 14. Februar 2015 um 12:02 Uhr

    Auch wenn ich es dem HSV gönnen würde, dnke ich persönlich, dass es eine Klatsche á la 0:5 geben wird.
    Hätte es begrüßt, wenn Olic, Zinnbauer & Co. nichts großes da gesagt hätten und einfach nur „Wir wollen uns da gut verkaufen“ gesagt hätten.
    die letzten zwei Siege waren ja teilweise auch mehr als glücklich.
    Gegen Hannover erst durch ein Eigentor in die Spur gekommen.
    Auch wenn man das Hinspiel mit 0:0 geschafft hat, sollte man nicht die ganzen anderen hohen Niederlagen vergessen.

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