Carsten und Flöte – die Spielverlaberung

Flöte: “Moin Dicker, was geht?”

Carsten: “Moin Dicker, alles gut. Und bei dir?”

Flöte: “Ach, alles Scheiße. Mir liegt die Wurzelbehandlung aus München noch im Magen.“

Carsten: „Ach Mann, lös‘ dich davon. Mehr ist einfach nicht drin. Außerdem musst du Geduld haben, liest du doch überall. Selbst die weichgespülten Medien in Hamburg und sogar diese Vanessa Humbug vom NDR erzählt das bei SKY90. In der Führung sitzen jetzt die Exzellenzen und sonst dringt nichts mehr nach außen“

Flöte: „Ach. Und was ist mit dieser Green-Geschichte?“

Carsten: „Hat bestimmt der miese Berater durchgesteckt“

Flöte: „Und die Emeghara-Verarsche?“

Carsten: „Da kann der Verein ja nichts für, oder?“

Flöte:Und der Umstand, dass Presse-Pete Knäbel jeden verschissenen Tag in der Presse auftaucht?“

Carsten: „Naja, einer muss ja was sagen, wenn sich schon Didi als der neue Zwillingsbruder vom großen Unsichtbaren entpuppt.“

Flöte:Warum können die nicht einfach mal die Klappe halten und ihren Job machen, Alter? Das geht doch bei anderen Vereinen auch.“

Carsten: „Das kommt dir nur so vor. Aber mal was anderes. Liest du eigentlich ab und zu mal spielverlagerung.de?“

Flöte: „Nö. Was soll das sein?“

Carsten: „Das so eine komische Seite, auf der irgendwelche Typen lustige Strichbilder malen und versuchen, Intensiv-Fans mit zuviel Tagesfreizeit und Sofa-Taktiker mit selbsterfundenen Begriffen und pseudo-wissenschaftlichen Halbsätzen zu verwirren. Klappt scheinbar ganz gut.“

Flöte: „Und wozu braucht man das?

Carsten: „Brauchen tut das kein Schwanz. Aber offenbar gibt es einen Markt für Leute, die einen Grund dafür suchen, etwas nicht zu verstehen, was sie auch vorher nicht begriffen haben. Aber jetzt erklärt ihnen jemand, warum sie es nicht begreifen“

Flöte: „Raff ich nicht, Alter. Wozu brauche ich jemanden, der mir etwas nicht erklärt?“

Carsten: „Frag mich was Leichteres. Aber du kennst das doch noch aus der Schule. Wenn da jemand gesagt hat “ Während des  Verbrennungsvorgangs  (Benzin = Kohlenwasserstoff, verbrennt zu Kohlenstoffdioxid und Wasser) entsteht Kondensflüssigkeit, die anschließend die Abgasanlage verlässt“, hörte sich das doch auch kompetenter an als „Da läuft Wasser aus dem Auspuff“. 

Flöte: „Aber da läuft doch Wasser aus dem Auspuff“

Carsten: „Sicher läuft da Wasser raus. Aber es klingt nun mal wesentlich wichtiger, studierter und wissenschaftlicher, wenn du daraus einen Roman machst“.

Flöte: „Aber das Wasser bleibt das gleiche Wasser, oder?“

Carsten: „Das gleiche Wasser wie seit 100 Jahren. Jetzt aber so erklärt, dass es nur noch die selbsterwählte Elite versteht“.

Flöte: „Ach, darum geht es. Man möchte also anders sein als die anderen Mädchen. Man tut so, als fände man den Mumpitz endgeil, verstehe auch jeden Satz und grenzt sich so vom Primaten-Publikum ab, welches immer nur „Wir woll’n euch kämpfen seh’n“ gröhlt.

Carsten: „Eine echte Marktlücke. Ist nur bisher noch keiner drauf gekommen und die Jungs verteidigen ihren neuen Gralskelch der Taktik-Apokalypse bis zum letzten Blutstropfen. Weil: Das Wichtigste ist, der niemand dahinter steigt, dass sie im Grunde nur heiße Luft produzieren“

Flöte: „Und was sind das für Gestalten? Ex-Profis? Fußball-Lehrer? Oder was?

Carsten: „Mitnichten. Das sind irgendwelche Nerds, die sich ihr wissenschaftliches Möchtegern-Wissen anhand von Fachbüchern angeeignet haben und die meinen, Spiele bis ins Letzte analysieren zu können, wenn sie sich die Sportschau angucken. Aber Hauptsache, man benutzt verschwurbelte Begriffe wie „kreative Othodoxie“, „die Weiträumigkeit des Behrami“, „die Breite von Bastuber“ , „Abkippen“, „Halbräume“, „2-2-artige Staffelung“, skurrile formative Umformung“ und “ Nadelspielmaestro“.

Flöte: „Hör auf, Alter. Davon kriege ich Kopfschmerzen. Nadelspiel-wer?“

Carsten: „Maestro. Nannte man früher wohl Spielmacher, aber das wäre den Honks zu einfach“

Flöte: „Dicker, ich glaube, ich spare mir einen Blick auf diesen Heckmeck. Wenn ich mir das angucke, kriege ich noch einen Knicks und habe noch weniger Bock auf Fußball.“

Carsten: „Das heißt immer noch Knacks, Dicker. Aber wahrscheinlich bauen sie selbst dafür demnächst noch einen Halbsatz in Dudel-Latein. „Durch eine nachhaltige Verunsicherung aufgrund des system-taktischen Unverständnisses während der Mehrzonen-Schnittstelle, stellte sich eine sozial-empathische Allgemein-Ermüdung ein“

Flöte: „Doch nun genug der schönen Worte. Es geht auch ohne, dass man spricht“ 

Carsten: „Element of Crime. Du wirst noch zum Philosophen, Dicker“

Flöte: „Nur der HSV

Carsten: „Nur Bernd Begemann“

Von | 2015-02-17T07:39:57+01:00 17. Februar 2015|Allgemein|11 Kommentare

11 Comments

  1. fleischwurst 17. Februar 2015 um 09:05 Uhr

    hmmm…., der witz ist jetzt irgendwie langsam durch. hat ja jeder verstanden, dass du die jungs nicht magst. ist ja vollkommen in ordnung, aber wird echt langweilig.

  2. Gravesen 17. Februar 2015 um 09:11 Uhr

    1. Entscheidest du zum Glück nicht, was und worüber ich schreibe
    2. Wenns dir nicht passt, was ich schreibe, bleib in Schmocks Einöde und kack dich mit den anderen Patienten an
    3. Du hast absolut nichts gerafft.
    4. Ich habe absolut nichts gegen die Jungs, dass ist deine leicht debile Sichtweise
    5. Spaß muss man verstehen können, kannst du scheinbar nicht
    6. Die Reaktion der „Jungs“ wirkt auf mich wie die von getroffenen Hunden, die bellen. Sie sind erwischt worden und versuchen nun, den „Erwischer“ zu diskreditieren.
    7. Was bilden sich Typen wie du eigentlich ein? Kein vernünftiger Beitrag ever, aber mit dem ersten Text den Blogbetreiber anpissen wollen. Und dann wundert ihr euch, dass ihr überall rausfliegt. Halt nur nicht da, wo es aussschließlich auf Klicks ankommt.

    • Andi Pie 18. Februar 2015 um 08:46 Uhr

      Mönsch Grave,

      das heisst jetzt *** Klacks *** 🙂 (und nicht Klicks)

  3. Gravesen 17. Februar 2015 um 11:07 Uhr

    Ich bin nun wahrlich komplett unverdächtig, ein Fan von Til Schweiger zu sein, aber irgendwann hat sogar der mal Recht
    Ganz und besonders kann man dieses Verhalten auf Sport-Blogs übertragen. Zum Glück bin ich jederzeit in der Lage, diese Spackos vor die Tür zu setzen 🙂

    […] der spiegel ist ja angeblich ein qualitätsmedium…dann denkt man automatisch, dass spiegel online( spon) das auch ist…aber, ganz ehrlich…wo ist die qualität, wenn man versucht klicks dadurch zu generieren, indem man die gehässigsten twitter-kommentare von irgendwelchen internetnerds, die nix anderes zu tun haben, als zu lästern und zu haten , publiziert….? wo ist der wert? was lernen wir dadurch? irgendwelche spackos, die sich hinter irgendwelchen phantasieprofilbildern verstecken und ihren -mal mehr oder weniger- unterhaltsamen frust ablassen….? das muss mir mal einer erklären…warum spon einen „journalisten“ dafür bezahlt, dass er sich durch die twitter-gemeinde wühlt und die besten=gemeinsten kommentare veröffentlicht..

  4. Il Dottore 46 17. Februar 2015 um 12:52 Uhr

    Moin Grave,

    inzwischen kann man die bewusste Seite wirklich nicht mehr lesen. Nach einer größeren Pause hab ich, angeregt durch Deinen Blog, mal wieder reingeschaut… Ohne Worte. Dazu fiel mir nur ein Satz ein, der vor ca. dreißig Jahren während meiner Lehre unter uns die Runde machte: „Der kontinuierliche Abusus von Termini Technici führt zu einer Noxe der linguistischen Sensibiliät.“ Also in etwa „Der ständige Mißbrauch von Fachbegriffen führt zu einer Schädigung des Sprachgefühls.“

    In diesem Sinne NUR DER HSV

  5. fefatorus 17. Februar 2015 um 14:02 Uhr

    und warum liest du so einen Quark?

    • Gravesen 17. Februar 2015 um 14:17 Uhr

      Warum liest du diesen Quark hier? 🙂

  6. Goldfather 17. Februar 2015 um 14:21 Uhr

    http://www.optasports.de/ueber-uns/so-arbeiten-wir/the-data-collection-process.aspx
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    Datenerfassung und Datenveredelung, wie es in der Branche heißt, ist längst zu einem einträglichen Geschäft geworden, da es sich kein Spitzenclub und kein Fernsehsender der über Fußball berichtet, leisten kann „nackt“ dazustehen.
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    Einer der größten Fans von Trackingmethoden und elektronischer Datenerhebung war übrigens bereits vor Urzeiten der Kaiser, der nicht nur dafür sorgte, dass der FC Bayern stets am Puls der Zeit ist, sondern auch der DFB.
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    Nicht zuletzt sind es die Bayern, die gnadenlos auf die Kapazität der Datenbanken und Rechenzentren setzen, um Transfers zu planen und Spielsysteme zu entwickeln.
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    Die Bayern sind es, die jeden Spieler der Liga scannen und alles und jeden kennen, um im Zweifelsfall eine Bedrohungsanalyse und die daraus folgende Transferstrategie zu gewinnen.
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    Mit diesem Wissen crashten die Bayern den BVB und Bayer 04 Leverkusen den HSV. Gleiche Analysestruktur gefolgt von der gleichen Transferstruktur. Der BVB ist der natürliche Konkurrent der Bayern und infolgedessen wurden die zentralen Spieler Götze und Lewandowski aus dem Gebilde herausgelöst. Die Folgen sind bekannt.
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    Bei Bayer 04 hießen die Transferziele Son und Calhanoglu, das Ergebnis für den HSV ist ebenfalls bekannt.
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    Die Hoffnung mit jungen talentierten Spielern so etwas wie einen Aufstieg hinzubekommen kann sich der HSV abschminken, da jeder Meter und jeder Schuß des gesamten Kaders permanent analysiert wird und es so etwas wie Trackingsignale für einzelne Spieler gibt, sollten sie Überdurchschnittliches leisten.
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    Diese Strategie der totalen Dominanz wird der HSV weder mit Zinnbauer noch mit dem Taschengeld von Papa Kühne effektiv bekämpfen können.
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    Geht man davon aus, dass der HSV keinen Scheich für sich gewinnen wird, schließlich stehen die meisten dieser Typen auf Stärke und Erfolg und nicht auf Witzfiguren (0:8, 2:9) so bleibt nichts anderes übrig, als den Analyseansatz der Bayern und Leverkusens vollkommen zu verstehen und eine entsprechende Gegenstrategie zu entwickeln.
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    Ein wesentlicher Bestandteil einer solchen Gegenstrategie ist das geplante Campusprojekt, doch auch das allein wird nicht zum Erfolg führen.
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    Die idealisierte Vorstellung starker Einzelspieler, Führungsspieler, Helden, die den HSV zur Meisterschaft führen, kann man sich abschminken in Hamburg. Die einzige Chance besteht aus meiner Sicht in der Formung eines fugenlosen Mannschaftsgebildes, welches durch seine Geschlossenheit in der Lage ist sogar Transferangriffe der großen Clubs wegzustecken.
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    Um eine derartige Mannschaft formen zu können benötigt der HSV eine funktionierende Jugendabteilung, welche gemeinsam mit der U23 die Hauptlast der Forschungsbemühungen zu tragen hat. Verglichen werden könnte dieser Prozess mit der Formung eines strömungsgünstigen Schiffsrumpfes in einem Strömungskanal.
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    Von der Metaebene bis zur zellulären Ebene medizinischer Fragestellungen hat der HSV ein riesiges Feld wissenschaftlicher Arbeit vor sich, um die immer brutaler werdende Dominanz der Konzernclubs zu überwinden.
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    Ich behaupte, dass das wissenschaftliche Team in einem Club wie dem HSV, heutzutage wichtiger ist als die Spieler der Profiabteilung.
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    Andererseits könnte man natürlich auch aufgeben und den Zweitligaplatz des FC St.Pauli einnehmen, so wie es Klaus Allofs vom VfL Wolfsburg höchstwahrscheinlich über kurz oder lang erwartet, da dem HSV wohl auch zukünftig Investitionen in Höhe von 30 Millionen € und mehr für einen Spieler nicht möglich sein werden.
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  7. Chuck 17. Februar 2015 um 14:59 Uhr

    Bin hier früher regelmäßig gewesen. Vor ca. einem halben Jahr konnte ich mir Grave’s Blog nicht mehr antun. Habe jetzt mal wieder reingeschaut. Genau der gleiche Mist wie Mitte 2014.
    Schaue dann im August nochmal vorbei.
    Schade, dass dieser Post gleich wieder gelöscht wird…. Tschö!

    • Gravesen 17. Februar 2015 um 15:10 Uhr

      Vor einem halben Jahr habe ich ja auch noch die Leute kritisiert, die du auch ätzend fandest. Muss man aber nicht merken .-)
      Tschö!

  8. Heiliger Bimbam 18. Februar 2015 um 10:23 Uhr

    Ach Mensch, vorgestern bestellt und gestern schon geliefert! Merci! 😉

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