Das schwächste Glied

Auf die Frage, ob Joe Zinnbauer der richtige Trainer sei, antwortet Vorstandsboss Beiersdorfer der BILD:

„Wenn ich eins weiß – Joe übt seinen Job mit großer Motivation und Hingabe aus. Es ist wichtig, jemanden mit solcher Leidenschaft auf der Position zu haben.“

Einfach mal nichts sagen

Klar, werden jetzt wieder einige meinen – was soll er denn sagen? Wenn er ja sagt und ihn nach dem Gladbach-Spiel feuert, steht er wie ein Lügner da. (Als hätte dies einen Fußball-Funktionär jemals gestört). Wenn er geantwortet hätte, dass er diese Frage nicht beantworten würde, könnte man dies als vorzeitigen Abgesang interpretieren, wie man’s macht, macht man’s verkehrt. Oder auch nicht?

Warum muss Beiersdorfer überhaupt zu diesen Zeitpunkt mit der BILD reden, sein „Direktor Profi-Fußball“ redet doch schon genug. Außerdem war „Didi“ die letzte Zeit ohnehin abgetaucht, vielleicht hätte er es dabei bewenden sollen. So steht eine Aussage im Raum, die jedem, der es denn möchte, reichlich Platz zur Interpretation lässt.

Didis Wohlfühloase

Dabei kommen wir fast automatisch zu ganz anderen Fragen, sollte man denn intern bereits tatsächlich mit einer Entlassung des ehemaligen U23-Trainers liebäugeln und viele Fragen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Führungskonstrukt, welches sich Harmonie-Mensch Beiersdorfer gebastelt hat.

Da wäre zuerst er selbst, der Vorstandsvorsitzende. Als Ex-Profi und ehemaliger Sportchef liegt sein Kompetenzbereich definitiv auf der sportlichen und weniger auf der wirtschaftlichen und kommunikativen Seite. Beiersdorfer hatte die Sommertransfers in Abwesenheit des damals zukünftigen Sportdirektors Knäbel eingeleitet und abgewickelt und er macht es immer noch. Jeder Spieler, der über seinen Transfer zum HSV spricht, spricht von „Didi“ und nicht von Peter. Ivica Olic wusste zu berichten, dass er es „Didi“ zu verdanken habe, dass er die Freigabe der Wolfsburger erhielt, der Name Knäbel fiel nicht ein einziges Mal. Aber auch diverse Spielerberater erklären, dass sie auch heute noch nur und ausschließlich mit Beiersdorfer reden würden. Knäbel posiert zwar auf den Fotos, auf denen U23-Spieler ihre nagelneuen Verträge unterzeichnen, ansonsten bleibt seine Rolle bisher unklar, außer natürlich, dass er sich in der Öffentlichkeit die Prügel für die miese sportliche Performance abholt, darauf hat „Didi“ nämlich keine Lust.

Wäre man ketzerisch, so könnte man fragen: Wozu hat der HSV den ehemaligen technischen Direktor der Schweizer Nationalmannschaft eigentlich geholt und ihn mit dem Gehalt eines Vorstandsmitglieds ausgestattet?

Ich bin einigermaßen sicher, dass Knäbel viel mehr tut als nur für Fotos zu posieren, sein Einfluss auf Mannschaft, eventuell Taktik etc. sollte man nicht unterschätzen.

Dann wär da noch Bernhard Peters, „Direktor Sport“, graue Eminenz im Hintergrund, der dafür geholt wurde, das Jugendkonzept zu revolutionieren, die Trainer zu coachen, im Grunde den gesamten Verein einmal auf links zu drehen. Peters kann als ehemaligen Hockey-Bundestrainer und auch aus seiner Zeit in Hoffenheim einiges an Erfolg vorweisen, beim HSV gilt er aktuell als absolut unantastbar, unter anderem auch deshalb, weil seine Kerntätigkeit auf die nächsten 3-5 Jahre ausgelegt ist und ihn niemand an schnellen Erfolgen messen kann und will. Peters gilt intern als derjenige, der tatsächlich für alles, was mit Fußball zu tun hat, verantwortlich ist, ohne seinen Segen passiert überhaupt nichts.

Vor diesem Hintergrund betrachten wir nun die Position des Trainers und man kann in Sekundenbruchteilen die Frage stellen, wie stark denn die Position eines Übungsleiters in dieser Konstellation überhaupt sein kann.

Ganz oben Vereins-Ikone Didi, unantastbar, es sei denn, Onkel KlauMi holt die Laubsäge raus. Danach der Knäbel-Peter, seriös, ruhig in seiner Art, der Mann für die Außendarstellung, das sportliche-seriöse Gesicht des Vereins. Und von unten aus den Katakomben, der wahre Strippenzieher, Bernhard Peters. Weitgereist, erfolgreich, herrisch. Peters coacht sämtliche Trainer des Vereins und auch der jeweilige Chefcoach der Bundesliga-Mannschaft muss sich bei seiner Arbeit und seinen Kabine-Ansprachen filmen lassen. So gut und vielleicht richtig diese Maßnahme sein mag,  lieben tut die keiner.

Wer tut sich das an?

An dieser Stelle kommt nun die alles entscheidende Frage. Sollte sich der HSV irgendwann von Joe Zinnbauer trennen wollen, wie sehe das Anforderungsprofil an den neuen Coach aus bzw. welcher etablierte Trainer wäre bereit, sich diese vorher beschriebene Konstellation anzutun?

An vorderster Front Didi, der es sich auch in Zukunft nicht nehmen lassen wird, über die Transfers zu entscheiden. Peter Käbel, der irgendwie seine Position als Sportchef mit Leben füllen muss und entsprechen agieren wird (muss er ja) und dann noch Peters, der dem neuen Cheftrainer das Leben erklären will? Man stelle sich einen Thomas Tuchel vor, der erklären soll, dass eventuell Bayern, Dortmund und Manchester an ihm interessiert waren, er sich in Hamburg aber von einem Hockeytrainer filmen lassen soll. Der zwar bei sportlicher Erfolglosigkeit der Erste wäre, auf den man schießen würde, dessen Einfluss auf taktische Ausrichtung und besonders Transfers jedoch arg begrenzt wäre.

Im Grunde erlaubt dieses Konstrukt nur die Einbindung eines noch formbaren Trainer-Neulings wie Zinnbauer, weil etablierte Trainer bei der Vorstellung, unter diesen Umständen und mit diesen begrenzten Handlungsmöglichkeiten arbeiten zu müssen, abwinken werden. Kein Trainer lässt sich für etwas verantwortlich machen, was er nicht verantwortet, es sei denn, er hat es nötig. Ist seit längerer Zeit ohne Job, beginnt seine Karriere im Oberhaus gerade erst oder ähnliches.

Sportliches Konstrukt als Hindernis für einen Klassetrainer

Vor diesem Hintergrund macht es natürlich auch Sinn, dass Bernhard Peters bei seiner Vorstellung davon sprach, dass man nicht nur die Spieler, sondern auch die Trainer von morgen selbst ausbilden will. Absolut sinnvoll für den Blick in die Zukunft, für die Aktualität ist die Konstellation Beiersdorfer, Knäbel, Peters in der augenblicklichen Aufgabenverteilung jedoch ein Hemmschuh für die Verpflichtung eines Klassetrainers.

Bei der Gelegenheit kommt mir noch ein anderer Gedanke, der natürlich von den „Didi-Jüngern“ der Sektengemeinde HSV erneut ins Reich der Fabel verwiesen wird.

Beim Hamburger SV steht der schwelende Machtkampf zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer vor der Eskalation. Letzterer beklagt die wiederholte Einmischung Hoffmanns in seine Aufgabengebiete. „Es gibt unterschiedliche Auffassungen sowohl in der Arbeitsweise als auch in der Abgrenzung der Kompetenzbereiche“, sagte Beiersdorfer dem „Hamburger Abendblatt“. „Diese waren auf der Ebene des Vorstands nicht mehr zu regeln.“

Die Differenzen folgen nach Ansicht der Hamburger „Morgenpost“ aus der schonungslosen Saisonanalyse Hoffmanns, der darin die Personalpolitik Beiersdorfers heftig kritisierte und die Scouting-Abteilung, die in Beiersdorfers Zuständigkeit fällt, besonders an den Pranger stellte. (sport1.de am 20.06.009)

An dieser Stelle sei die Frage gestattet, was Beiersdorfer als Vorstandsvorsitzender jetzt eigentlich anders macht als Bernd Hoffmann im Jahre des Herrn 2009. Auch er mischt sich in das Hoheitsgebiet des teuer-bezahlten „Direktors Profi Fußball“ ein, er tätigt Transfers, er äußert sich zur sportlichen Situation. 2009 war dies für Über-Didi ein Grund, sich hilfesuchend an den Aufsichtsrat zu wenden…

Von | 2015-02-20T08:14:54+01:00 20. Februar 2015|Allgemein|17 Kommentare

17 Comments

  1. Henrick 20. Februar 2015 um 10:03 Uhr

    Wenn du als Verein keinen Erfolg hast, lässt sich alles kritisieren.

    Bist du als Verein, wie der HSV in der letzten Saison, ohne erkennbare sportliche Kompetenz im Vorstand organisiert, machst du dich zu sehr von den wechselnden Trainern abhängig. Damit wird dann meist ein unausgewogener Kader argumentativ begründet.

    Hast du als Verein die vermeintlich geballte sportliche Kompetenz im Vorstand, ist man schnell bei dem Argument von dem Brei und den Köchen.

    Wenn er nicht gewinnt ist immer angreifbar.

    Bei Bayern hat man seit Jahrzehnten einen omnipotenten Vorstand. Allerdings hat dies nie starke Trainer davon abgehalten zu diesem Club zu wechseln. Daher passt deine Argumentation bezüglich eines Traineranfängers als einzig mögliche Nachfolge für Joe Zinnbauer nicht ganz.

    Es könnte höchstens sein, dass sich nur noch Anfänger und Außenseiter von diesem HSV verpflichten lassen.

  2. Gravesen 20. Februar 2015 um 10:09 Uhr

    In der „Welt“ vom 01.10.2014 erklärt Peter Knäbel, „Direktor Profi Fußball“ beim Hamburger Sportverein:

    “Man muss vorbereitet sein, wenn das nächste Transferfenster aufgeht”, betonte Knäbel. Ein erstes Gespräch hat er bereits mit Trainer Zinnbauer geführt.

    Das Resultat waren dann Olic (35) und Diaz (28)…
    http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/hamburger-sv/article132834104/Der-HSV-hat-mal-wieder-einen-neuen-Hoffnungstraeger.html

    • t.recker 20. Februar 2015 um 16:03 Uhr

      Ob des langen Zeitraums erscheint das Resultat Olic&Diaz eher mickrig, aber sind diese Spieler in der aktuellen Situation nicht doch die Richtigen ? Es geht diese Saison nur gegen den Abstieg. Die Mannschaft ist insich nicht gefestigt, weshalb auch die sogenannten Stützen zu Recht kritisiert werden und wohl auch keine Zukunft haben werden.
      .
      Ein Drmic wäre vielleicht ein Transfer gem. der ursprünglichen HSVplus-Philosophie gewesen, aber hätte er uns in der aktuellen Situation wirklich weitergeholfen ? Drmic ist auch erst 22 und dann der Heilsbringer ? In Nürnberg hat er den Großteil seiner Tore in der Rückrunde erzielt. Die Zeit des Einlebens hat er bei uns aber nicht und muss sofort funktionieren. Das tun aber schon die vermeintlichen Stützen nicht. Wieso sollte ich das von einem 22jährigen erwarten, der gerade eine schwache Hinserie gespielt hat ? Gestandene Spieler mit mittelfristiger Perspektive wie Olic u/o Diaz können in dieser Situation besser helfen. Beide haben schon vieles in ihrer Karriere erlebt und werden das instabile Gebilde stabiler erscheinen lassen.
      .
      Selbst wenn ich die Fanbrille abnehme, würde ich in der aktuellen Situation Transfers wie Diaz und Olic vorziehen. Sommertransfers sind dann eher ein Drmic oder wer auch immer, wenn wir dann immer noch erste Liga spielen und Spieler wie Guerrero oder de Jong verpflichten, dann kritisiere ich gerne mit. Stand heute nicht.
      .

  3. derGast 20. Februar 2015 um 11:57 Uhr

    Was macht denn einen guten Coach aus ?
    / Er erkennt, was mit der Mannschaft zu machen ist und setzt dort auf (und nicht drängt seine Philososphie rein)
    / Er geht auf die Bedürfnisse der Mannschaft ein, ist wandelbar (Autoritär ? Unnahbar ? Freund der Mannschaft?)
    / Er drückt dennoch seine Handschrift auf, dass er eben genau auf dem, was „geht“ ein Zuckerkrönchen setzt
    / Ein guter Coach hat ein BREITES Spektrum an Handwerkszeug im Köcher und zieht die richtigen Instrumente (nur schinden nutzt irgendwann auch ab)
    / Ein guter Coach denkt von sich auch nicht als kleiner Napoleon, sondern will sich verbessern, gerade wenn es nicht gut läuft. Er nimmt also bereitwillig Hilfe an
    / Ein guter Coach weiss, dass er immer nur der Steigbügelhalter der Mannschaft ist: Läuft es gut, war es das Können der Spieler. Läuft es schlecht war der Coach mies. Dennoch stellt er sich nicht in den Vordergrund, oder watscht das Team öffentlich ab.
    / Ein guter Coach hat aber einen Vorgesetzten, der genau das anders sieht: Der auch Ihm die Lorbeeren bei schlechter Teamleistung – wegen meiner auch insgeheim – zuschustert oder auch trotz einer Siegesserie Kritik äussert.
    / Der Coach ist der Erfüllungsgehilfe: Er ist wichtig, da es OHNE ihn nicht geht. Aber sein JOB ist es, dass die anderen funktionieren.

    / …
    Klingt: Irgendwie nach einem Projektleiter aus einem der x-Tausenden gut laufenden Betrieben in Deutschland

    Die Suche geht also nicht an einem Trainer, der „das goldene System“ im Kopf hat, sondern jmd, der das TEAM besser macht.
    Und genau diese Jungs kann man durchaus auch COACHEN. Ich finde den Ansatz also alles andere als verkehrt. Die Frage ist,
    ob der gemeine Kicker und insbesondere die Kicker der aktuellen Mannschaft sich auch als solch ein „TEAM“ sehen, oder eher der verflossenen Fussballromantik mit den „Helden auf dem Platz“ und dem „Napoleon an der Bande“ nachtrauern

  4. Tommy 20. Februar 2015 um 15:11 Uhr

    Moin moin Grave,

    Du schreibst am Textende folgendes: „Bei der Gelegenheit kommt mir noch ein anderer Gedanke, der natürlich von den “Didi-Jüngern” der Sektengemeinde HSV erneut ins Reich der Fabel verwiesen wird….“ und verweist danach auf einen Bericht von Sport1.

    Sport1
    „Beim Hamburger SV steht der schwelende Machtkampf zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer vor der Eskalation. Letzterer beklagt die wiederholte Einmischung Hoffmanns in seine Aufgabengebiete. “Es gibt unterschiedliche Auffassungen sowohl in der Arbeitsweise als auch in der Abgrenzung der Kompetenzbereiche”, sagte Beiersdorfer dem “Hamburger Abendblatt”. “Diese waren auf der Ebene des Vorstands nicht mehr zu regeln.”

    Die Differenzen folgen nach Ansicht der Hamburger “Morgenpost” aus der schonungslosen Saisonanalyse Hoffmanns, der darin die Personalpolitik Beiersdorfers heftig kritisierte und die Scouting-Abteilung, die in Beiersdorfers Zuständigkeit fällt, besonders an den Pranger stellte. (sport1.de am 20.06.09)“.

    Schade das du jetzt ein 6 Jahre altes Fass aufmachen musst, gerade weil diese Geschichte Gift für den HSV war und dem Verein mehr geschadet als geholfen hat. Es besteht jedenfalls innerhalb der Fußball AG eine klare Hierarchie und jeder Direktor Profi Fußball oder Direktor Sport wird wissen wo sein Platz ist.

    Ich denke auch nicht nicht, dass ein Dietmar Beiersdorfer hinter dem Rücken von Knäbel Transfers mit Zinnbauer besprechen möchte. Laut der Mopo hat Hoffmann dieses allerdings damals gemacht.

    http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/0906/News/hsv-bernd-hofmann-dietmar-beiersdorfer-machtkampf-noch-nicht-beendet.html

    Hoffentlich siehst du auch Unterschiede innerhalb dieser Vorgehensweise und besitzt die Menschenkenntnis dafür Unterschiede im Charakter der beiden zu erkennen. Wie gesagt, mir blutet immer noch das Herz wenn ich an damals denke, denke ich doch das Hoffmann und Didi eine geile Kombi waren.

    • Gravesen 20. Februar 2015 um 15:26 Uhr

      Moin Tommy,
      zuerst einmal: Warum ist es schade, dass ich irgendwelche „Fässer öffne“? Glaubst auch du, dass ich damit „Unruhe in den Verein bringe“? Das wäre wirklich albern.
      Desweiteren stolpere ich über diesen Satz hier:

      „Es besteht jedenfalls innerhalb der Fußball AG eine klare Hierarchie und jeder Direktor Profi Fußball oder Direktor Sport wird wissen wo sein Platz ist“

      Woher weißt du das? Kennst du die Herren, begleitest du sie bei ihrer Arbeit, nimmst du an Meetings teil? Nein, machst du nicht. Das, was du hier als Tatsache verkaufst, ist tatsächlich eine Vermutung, die auf einer Hoffnung beruht, nicht mehr.
      Du „denkst auch nicht, dass…“ Exakt das Gleiche. Du hoffst, du denkst, du glaubst, du hälst es für möglich. Aber du weißt es nicht und daher bitte ich alle immer, dies eben auch als solches zu kennzeichnen. Diesen Fehler begehen aber viele, sie meine, etwas glauben zu wollen und dann ist das eben die Wahrheit.
      Zu meiner Menschenkenntnis kann ich nur sagen, dass ich von den insgesamt 5 beteiligten Herren ins gesamt 2 persönlich kenne, einen habe ich nur einmal eine Stunde gesprochen. Daraus eine Analyse von Charaktere ableiten zu wollen, traue ich mir nicht zu. Auch hier wieder der gleiche Fehler. Es wird das Bild, welches man sich aufgrund von Artikeln oder TV-Interviews gemacht hat, als das angenommen, was man sich erhofft.
      Glaube mir, und das meine ich ernst: Es ist wirklich nichts so, wie es scheint

  5. Kai Arne 20. Februar 2015 um 15:18 Uhr

    Knäbel hat in der letzten Woche die Chance verpasst, seine Stelle mit mehr Bedeutung zu erfüllen: Und zwar indem er Verantwortung übernimmt, und nicht indem er sie an den Trainer weiterreicht. Damit haben wir auf einmal einen singulär verantwortlichen Cheftrainer — und das kann einfach nicht die Idee gewesen sein, als Beiersdorfer und Peters Zinnbauer installiert haben.
    Aber auch wenn es diese Inkonsequenzen gibt möchte ich das Modell Peters – oder wie man das nennen kann – gerne weiter verfolgen. Sicher wird man Louis van Gaal dafür nicht verpflichten können. Wie schade…

  6. Tommy 20. Februar 2015 um 15:46 Uhr

    „…..Absolut sinnvoll für den Blick in die Zukunft, für die Aktualität ist die Konstellation Beiersdorfer, Knäbel, Peters in der augenblicklichen Aufgabenverteilung jedoch ein Hemmschuh für die Verpflichtung eines Klassetrainers.“

    Woher weißt du das? Ist das eventuell nur Spekulation deinerseits?

    Ich denke wir spekulieren alle ein wenig oder? Meinst du nicht auch, dass der HSV auch darauf verzichten würde einen Trainer zu filmen, wenn dieser ansonsten nicht kommen würde?

    Leider bist du überhaupt nicht auf die Hoffmann Umstände eingegangen. Ich sehe da schon gewaltige Unterschiede und kann Didis Unmut aus dem Jahr 2009 sehr gut verstehen. Und ja, ich könnte auch Knäbel sehr gut verstehen wenn er in einer ähnlichen Situation seine Unzufriedenheit äußern würde, aber das wird meiner Meinung nach nicht passieren.

    • Gravesen 20. Februar 2015 um 15:57 Uhr

      Und ich kann Didi’s Unmut absolut nicht verstehen, weil ich eben die damaligen Umstände kenne. Didi hatte in seinen ersten 3 Jahren eine tolle Transferbilanz und in den zweiten 3 Jahren eine Scheiß-Transferbilanz. Außerdem hat der HSV damals jährlich mehr in den Nachwuchsbereich gepumpt als beispielsweise Leverkusen. Heraus kamen insgesamt 11 Einsatzminuten eines Nachwuchsspielers (ich glaube, es war Ben-Hatira). Bernd Hoffmann war damals Vorstandvorsitzender und er stellte die aus meiner Sicht absolut berechtigte Frage nach den Ergebnissen (Das Wort „Geldvernichtungsmaschine fiel dabei). Sowohl Transfer wie auch Nachwuchs gehörten zum Aufgabenbereich von Beiersdorfer und Hoffmann, der vom Aufsichtsrat für das Gesamtergebnis verantwortlich gemacht wurde, durfte diese Fragen nicht nur stellen, er musste sie sogar stellen, ansonsten wäre er seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen.
      Didi aber war beleidigt, stellte vor dem Aufsichtsrat die Vertrauensfrage und unterlag. Aber anstatt einfach seinen Hut zu nehmen, weil er mit seinem Job nicht mehr glücklich war, nahm die beleidigte Leberwurst nochmal ne runde Million an Abfindung mit, setze sich am nächsten Tag in seinen Garten und gab der BILD ein Exklusiv-Interview. Für ein vergleichbares Verhalten wurde Kreuzer übrigens fristlos gefeuert.
      Vielleicht sollte man irgendwann man anfangen, mit den Legenden um „Dukaten-Didi“ aufzuräumen.

      • Goldfather 20. Februar 2015 um 17:32 Uhr

        Ungeachtet einiger Defizite, die Beiersdorfer bis zum heutigen Tag hat, kann seine erste Amtszeit relativ einfach bewertet werden.
        .
        Mit Beiersdorfer wurde in jedem Jahr das internationale Geschäft erreicht, ohne Beiersdorfer ging es steil bergab und der Schuldenberg wuchs enorm, da Spieler wie Berg und van Nistelrooy verpflichtet wurden, ohne dem HSV die entsprechenden sportlichen und somit wirtschaftlichen Erfolge zu bescheren.
        .
        Hoffmanns Idee sich in sportliche Belange einzumischen halte ich nach wie vor für unangebracht und für die Wurzel der aktuellen Situation. Wäre damals mit dem Duo Beiersdorfer/Hoffmann weiter gemacht worden, wäre der Erfolg früher oder später nicht zu verhindern gewesen. Leider verloren alle Beteiligten die Geduld und fuhren den Club mit Vollgas gegen die Wand.
        .
        Dass Beiersdorfer bis zum heutigen Tag, so wie die meisten HSV-Fans, die Bedeutung einer Jugendabteilung nicht verstanden hat, ist für mich naheliegend, jedoch gehe ich davon aus, dass Bernhard Peters nicht mit sich verhandeln lassen wird und dafür sorgt, dass der einzig gangbare Weg beschritten wird.
        .
        Desweiteren halte ich Peters für einen derart kompetenten Ausbilder, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass sogar ein Trainer wie Tuchel es interessant finden könnte zum HSV zu wechseln und somit Bestandteil eines Teams zu werden, welches auf höchstem Niveau arbeitet.
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        Weder bei (Red Bull) Leipzig noch beim FC Bayern hätte ein Trainer Narrenfreiheit und könnte Spieler transferieren wie er lustig ist. Im Gegenteil, bei den Bayern befindet sich ein Trainer, und sei sein Name noch so groß, unter ständiger Beobachtung. Selbst Erfolge, wie das zweifache Double von Felix Magath, schützen in München keinen Trainer davor ständig seziert und kritisiert zu werden.
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        Sollte Pep den Gewinn der CL in diesem und im nächsten Jahr verpassen kannst du beobachten wie all die ehemaligen Superspieler zu dem Schluß kommen werden, dass Pep für München vielleicht doch nicht der richtige Mann sei und es eben doch ein alter, erfahrener Trainer a la Heynckes oder Hitzfeld sein muß.
        .
        Letztendlich halte ich eine clubinterne permanente Diskussion über sportliche Inhalte, sofern sie von kompetenten Leuten geführt wird für äußerst fruchtbar. Vor diesem Hintergrund empfehle ich auch die Rolle Paul Breitners beim FC Bayern München der letzten 10 Jahre nicht zu unterschätzen.
        .
        Sowohl Knäbel, als auch Peters, halte ich für gestanden genug, um sich engagiert, ohne Persönlichkeitsneurosen, mit aufrechtem Gang in die aktuelle sportliche Situation beim HSV einzumischen und sich mit Leuten wie Beiersdorfer, von Heesen und Nogly im Klartext auszutauschen.
        .
        Es geht darum einen lebendigen Entwicklungsprozeß zu initiieren und nicht darum Hierachien und Profilneurosen auf dem Friedhof auszuleben.

        • Kai Arne 20. Februar 2015 um 23:21 Uhr

          Breitner und in dem Zusammenhang von etwa 10 Jahren zu sprechen ist schon fast eine traurige Farce. Das ist in etwa der Zeitraum, seit dem er nur noch als gebrochener Mann und Bayern Apologet durch die Gegend läuft. Vorher hatte der Mann noch Wut genug um gegen verkrustete Strukturen anzugehen. Bay Bayern gibt er seitdem (in fast bewundernswert sturer Konsequenz) nur noch die Firewall gegen jegliche, auch berechtigte Kritik. Was Breitner kontruktiv für den Rekordmeister leistet, kann jedenfalls ich nicht erkennen.

          • Goldfather 21. Februar 2015 um 01:39 Uhr

            „Seit Frühjahr 2007 ist Breitner Berater und Scout, seit der Saison 2009/10 Chefscout des FC Bayern München.“ – Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Breitner
            .
            Dass Breitner bereits vor 2007 in beratender Funktion beim FC Bayern tätig war ist hinlänglich bekannt, auch wenn selbstverständlich nicht alles umgesetzt wurde was Breitner empfahl.
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            Jedoch halte ich Paul Breitner für den entscheidenden Impulsgeber im Hintergrund, der dafür gesorgt hat, dass Spieler wie Ribery, Robben und Dante verpflichtet wurden. Breitner war es der öffentlich darauf aufmerksam machte, dass allein die „Kanibalisierung“ der Liga dem FC Bayern nicht die fußballerische Qualität bringen wird die notwendig ist um die CL zu gewinnen.
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            Wäre es allein nach Uli Hoeneß gegangen hätte der FC Bayern niemals soviel Geld in die Hand genommen, um Leute wie Ribery und Robben zu verpflichten. Vor diesem Strategiewechsel bei der Transferpolitik war der FC Bayern in der CL jahrelang ohne echte Titelchance.
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            Paul Breitner ist einer der wichtigsten Impulsgeber des FC Bayern und wesentlich verantwortlich für die aktuelle Transferpolitik, die nicht mehr die Bundesliga zum Maßstab hat sondern die Topfour Europas – FC Barcelona, Real Madrid, Manchester United, FC Celsea.
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            Der Chefscout Paul Breitner aka Sergeant Stark (Potato Fritz) hat die Bundesliga derartig erledigt, dass ich persönlich davon ausgehe, dass die Bayern eine Art Sollbruchstelle benötigen damit hierzulande noch jemand daran glaubt, dass irgendein anderer Club reale Chancen auf die Meisterschaft besitzt.
            .
            Höchstwahrscheinlich werden die Bayern die Nachfolgergeneration von Schweinsteiger, Lahm und Müller aus der eigenen Jugend hochziehen und es dabei bewußt in Kauf nehmen nur Dritter oder gar Vierter in der Liga zu werden.
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            Würden sie die Stärke des Kaders kontinuierlich aufrecht erhalten, wozu sie wirtschaftlich problemlos in der Lage wären, würde der Meister der nächsten 10 Jahre FC Bayern München heißen, was weder der Liga noch dem FC Bayern gut tun würde.

          • Kai Arne 21. Februar 2015 um 20:39 Uhr

            Danke fuer die interessante Gegenrede. Einen wirklichen Beleg, dass der Paradigmenwechsel auf Breitner zurückgeht habe ich allerdings bei oberflächlicher Suche nicht gefunden — ich erinnere mich aber, dass die gesammelte Presse so ein Umdenken gefordert hat. Durch die lange „Amtszeit“ von Robben/Ribery und die letzten ligainternen Verpflichtungen (Alonso war ein Notnagel) sieht man momentan davon nur noch wenig, aber das ist natürlich im Erfolg begründet und nicht zu kritisieren.
            Jedenfalls bleibe ich dabei, dass ich von Breitner einmal viel mehr interessante Impulse für den gesamten deutschen Fussball erhofft hatte, nur leider kam da dann nicht mehr viel.

  7. Tommy 20. Februar 2015 um 16:03 Uhr

    Du verwechselst hier die Themen, Grave. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es Hoffmanns Aufgabe war einige Dinge kritisch zu hinterfragen, keine Frage. Es war aber nicht seine Aufgabe hinter dem Rücken von Beiersdorfer Transfers zu planen.
    Wie gesagt ist es ein Drama was aus dem tollen Team Hoffmann/Beiersdorfer geworden ist, aber die Fehler lagen auf beiden Seiten.

    • Gravesen 20. Februar 2015 um 16:42 Uhr

      Weißt du, ich finde das immer lustig. Jedesmal, wenn es unangenehm für den HSV und den Fan ist, dann erfindet die „Lügenpresse“ gemeine Geschichten über den HSV, denkt sich etwas aus, um Unruhe zu stiften etc. Aber dann, wenn die Veranstaltung in die eigene Argumentationskette passt, sagt z.B. spox.de die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

  8. Gravesen 21. Februar 2015 um 08:10 Uhr

    Für mich stellt sich die Frage, wie lange sich das Hamburger Abendblatt, die offenkundig nicht vorhandene Moderation und eben auch der Hamburger Sportverein die Ausfälle dieses rechtsradikalen Kranken noch angucken möchte.

    ky sagt:
    20. Februar 2015 um 22:45
    @ Dylan1941 sagt:
    20. Februar 2015 um 22:32 :
    Was erwartest Du von einem Gabunesen mit franz. Vita und Seria A – Historie?
    R.E. Cardoso kannste heute immer noch nicht verstehen, daran ist er ja auch in Hennef 2mal gescheitert.
    .
    Die Lösung für Aubemeyang liegt aber in Ingolstadt:
    Wenn die Audi AG durchsetzt, dass die unter ihrer Regie gebauten Lamborghinis nur noch mit Bedienungsanleitungen in Deutsch ausgeliefert würden…

    Dieser offenbar Geisteskranke darf dort Nacht für Nacht ungehindert seine braunen Parolen in die Welt rotzen und es wird nicht einmal am nächsten Tag sanktioniert.
    Der Umstand, dass dann auch noch dieser Aussatz nach einer Moderation schreit, führt nicht nur den Begriff Geisteskrankheit ad absurdum, er zeigt auch, dass dieser „Mensch“ scheinbar jeglichen Bezug zur Realität verloren hat.
    In „Schmocks Einöde“ werden User gesperrt, die Begriffe wie „Schnarchow“ oder „Hoonke“ verwenden, aber diesen menschlichen Bodensatz lässt man weiter fuhrwerken. Langsam aber sicher gewinnt man den Eindruck, dass er mit seinem braunen Gedankengut die Meinung der Blogbetreiber repräsentiert.

  9. Gravesen 21. Februar 2015 um 09:25 Uhr

    Beim Stöbern in alten Blogs gerade mal wiedergefunden. Oft kopiert, nie erreicht 🙂
    http://www.hsv-arena.hamburg/2014/07/13/ihr-koennt-waehlen-der-lupenreinste-demokrat-oder-der-sauberste-journalist/

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