Das ist die endgültige Abkehr vom Leistungsprinzip, Herr Zinnbauer

Mal im Ernst, sollte es nicht überall im Leben so sein? Wer etwas leistet, wird dafür belohnt, wer weniger leistet, muss sich neu anbieten. Jedenfalls habe ich es so gelernt, was aber nichts bedeuten muss. In Hamburg respektive beim HSV wurde dieses „Prinzip der Leistung“ von den Exzellenzen lauter ausgerufen als je zuvor. Es gelte ab sofort nur noch die Leistung des Einzelnen, vor (großen) Namen wolle man in Zukunft nicht mehr Halt machen.

Wie von Beiersdorfer gefordert, setzt Zinnbauer die Strategie des HSV um, verstärkt auf den Nachwuchs zu setzen. Der Coach erklärt stets, dass seine Lösungen nicht aus der Not geboren seien, sondern dem Leistungsprinzip folgten. (FAZ.net, 23.11.2014)

Zu diesem Zweck und um der Öffentlichkeit nachdrücklich zu demonstrieren, dass man es ernst meinen würde, nahm man sich die Herren Westermann und van der Vaart zu Brust, auch weil man sich in diesen Fällen der Unterstützung der genannten Öffentlichkeit sicher sein konnte. Beide Großverdiener gelten seit längerem als die Wurzel des Übels und mit ihrer Demission hat man garantiert die breite Meinung auf seiner Seite.

Dabei ist es so, wenn man denn einmal wirklich ehrlich sein möchte, dass beide Spieler zwar nicht so performen, wie man es von ihnen gewohnt sein sollte oder wie es ihrer Besoldung entspricht, aber gegenüber den Leistungen ihrer Mitspieler fallen sie keinesfalls ab. Aber das ist beim HSV 2015, bei dem es mehr denn je auf erkaufte Ruhe und mehr Schein als Sein ankommt, nicht mehr wichtig. Bei beiden Spielern laufen die Verträge aus und man kann sie im Grunde ohne Gefahr verbrennen.

Damit man mich nicht falsch versteht – ich bin garantiert unverdächtig, der Anwalt der Herren Westermann und van der Vaart zu sein, aber was Recht ist sollte Recht bleiben. Unglücklicherweise setzt die neu ernannte Führung des Vereins den „Heute hü, morgen hot-Stil“ seiner Vorgänger fort, eine klare Linie sucht man nach wie vor vergeblich.

Das erste Mal kehrte der HSV ganz bewusst vom Leistungsprinzip ab, als man sich kurz vor Rückrunden-Toreschluss die Dienste  von Ivica Olic sichern konnte. Die „PR-Verpflichtung Olic“ war nicht nur teuer, sie war auch komplett sinnentleert, aber wer Millionen für einen 35-Jährigen ausgibt, macht sich irgendwie unglaubwürdig, wenn man ihn dann auf der Bank sitzen lässt. Also schmiss man den Oldie nach nur einer Trainingseinheit ins kalte Wasser und ließ einen fitten und austrainierten Artjoms Rudnevs auf der Bank versauern, obwohl der Lette als einer der Wenigen die komplette Winter-Vorbereitung verletzungsfrei absolvieren konnte.

Das Resultat: Olic läuft sich zwar nach wie vor einen Wolf, verbreitet jedoch NULL Torgefahr, wirkt wie ein Fremdkörper. Nach 4 Spielen ohne Tor und ohne Vorlage verletzte sich der Kroate am Oberschenkel. wurde aus lauter Verzweiflung wieder reingebracht, obwohl ein fitter Rudnevs bereitsteht. Ergebnis: Nach 20 Minuten musste Olic erneut verletzungsbedingt vom Feld, Rudnevs kam und sollte nun Wunderdinge vollbringen, nachdem man ihm zuvor eindrucksvoll demonstriert hatte, was man von ihm und seinen Fähigkeiten hält. Leistungsprinzip!

Auf den nächsten Fall müssen wir nun gar nicht lange warten, „Manic Joe“ zittert bereits mit den Füßen, um endlich seinen „Königstransfer“ bringen zu können. Dabei fällt der Schweiz-Albaner seit dem 26.12.2014 wegen einer Knie-OP aus und konnte erst wenige Tage mehr oder weniger mit der Mannschaft trainieren. Das aber interessiert Zinngruber nicht, der sich sofort zu folgender Aussage bemüssigt fühlt.

„Valon ist ein Leader, der Chef auf dem Platz. Er ist ein Siegertyp, will immer gewinnen und reißt die Mannschaft mit. Wenn er mir signalisiert, dass es geht, dann spielt er auch.“ (Komplettes Interview auf HSV.de nachzulesen)

Das muss man sich jetzt einmal auf der Zunge zergehen lassen. Der Mann kam als Halb-Sportinvalide nach Hamburg

[…]Wirklich stabil ist das Knie schon lange nicht mehr. Bereits beim Medizincheck im vergangenen Sommer war den HSV-Ärzten aufgefallen, dass Behramis linkes Knie Verschleißerscheinungen weit über das normale Maß hinaus aufwies. Aber: Nur durch diese Knieverletzung war der in ganz Europa begehrte Nationalspieler überhaupt bezahlbar. Zudem kündigte der WM-Teilnehmer schon damals an, dass er sich in der Winterpause durch den Schweizer Mannschaftsarzt Cuno Wetzel einem kleineren Eingriff unterziehen lassen wolle. Dass aus dem “kleinen Eingriff” eine große Sache werden könnte, wollte damals allerdings noch niemand glauben. (Hamburger Abendblatt, 03.03.2015)

und fiel jetzt fast 2 1/2 Monate wegen einer Knie-OP aus, die eigentlich nur als ein kleiner Eingriff geplant war. Wie kaputt man ein Knie sein, wenn ein kleiner Eingriff eine Verletzungspause von 2 1/2 Monaten nach sich zieht? Aber das ist nur der eine Teil des Problems. Der andere Teil ist der, dass der HSV unter dem „Leader auf dem Platz“ in insgesamt 16 Spielen, in denen Behrami mitgewirkt hat, eine Bilanz von 17 Punkten und 9:19 Toren aufweisen kann.

Behrami selbst kam in den 16 Spielen auf 0 Tore, 0 Torvorbereitungen und 5 gelbe Karten, zumeist für überhartes Foulspiel. Die Stärken des 29-Jährigen belaufen sich auf die pure Zerstörung des gegnerischen Angriffsspiels, sobald er selbst in Ballbesitz ist, wirkt er unbeholfen und kann kaum einen unfallfreien Pass über 10 Meter zum eigenen Mann bringen. Sein Kopfballspiel ist durchschnittlich, offensive Fähigkeiten sind nicht vorhanden.

Aber: Dieser Spieler wird jetzt von der HSV-Führung seit Beginn der Saison systematisch zum Führungsspieler aufgebaut, es vergeht kein Tag, an dem nicht entweder Beiersdorfer und Knäbel, oder auch Zinnbauer seine „Leader-Fähigkeiten“ hervorheben, seine unfassbaren Qualitäten beschreiben, den Mann in den Himmel heben. Bewiesen hat er von all dem noch überhaupt nichts, außer zu treten kann Behrami wenig, ein oft herangeholter Vergleich zum Ex-Bayern van Bommel ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

Fakt ist: Behrami ist ein durchschnittlicher, aber überbezahlter Fußballer mit eingeschränkten Talenten, der aber als eine Art Figur installiert werden soll, weil man seinen Transfer irgendwie erklären muss. Problem bei diesen „Leadern“ ist leider nur: Sie müssen auch spielen und wir oft der Schweizer in Zukunft aufgrund seines Knieschadens überhaupt wird auflaufen können, bleibt abzuwarten. Dann aber hat man einen Gojko Kacar endgültig enteiert, denn der Serbe bringt ganz andere Fähigkeiten mit. taugt aber aufgrund seiner ruhigen, zurückhaltenden Art nicht zur Galionsfigur. Außerdem läuft sein Vertrag aus.

Wenn jetzt aber ein Kacar, der sich trotz zahlreicher Demütigungen seitens des Vereins immer wieder rangekämpft hat und gute Leistungen abliefert, obwohl er monatelang nicht unter Wettkampfbedingungen spielen konnte, einem unfitten Behrami weichen sollte, hätte man sich in der Führung des Vereins endgültig unglaubwürdig und lächerlich gemacht.

Kleine Nebenbemerkung: Obwohl dies alles erneut nichts als Fakten sind, die von jedem, der sich außerhalb eines Kickertisches oder FIFA2015 mit Fußball beschäftigt, bestätigt werden wird,  darf man es nicht zu laut sagen, ohne von den üblichen Patienten aufs Übelste abgestraft zu werden.

Ich kann den Scheiss von dir nicht mehr ertragen. Wir haben außer valeron keinen Chef. Also ist es richtig das er spielt. Aber wie immer erstmal gegen den Trainer wettern.

Recht hat er! Und ihm gehört auch die Kapitänsbinde umgebunden!

Es gibt Spieler, da muss man eine Ausnahme machen.

Behrami trainiert seit über einer Woche voll mit, warum sollte er noch nicht wieder fit sein? Andere Trainer hätten ihn schon letzte Woche gebracht.

Wenn Behrami spielen kann, muss er rein. Es ist doch momentan keine Führung auf dem Platz.

(Die Beleidigungen habe ich absichtlich nicht kopiert)

An dieser Stelle kann man ein Phänomen wunderbar beobachten, nämlich das verrückte Verhalten der „Fans“, die der Meinung sind, sich nicht von den Medien beeinflussen zu lassen, die aber nichts anderes tun. Behrami wurde ihnen jetzt monatelang als der neue Führer der HSV-Mannschaft verkauft, obwohl seine tatsächlichen Leistungen eher durchschnittlicher Natur sind. Das aber möchte niemand sehen, denn die verzweifelte Suche nach der Führungsfigur vernebelt die Sinne. Außerdem – wenn Didi, Presse-Pete, „Manic Joe“ und die Presse den Spieler nur oft genug zum Leader ausrufen, dann muss er schließlich auch der Leader sein, oder?

Letzter Satz: Ich kenne mittlerweile reichlich Menschen in Hamburg, die dem HSV einen Abstieg von Herzen wünschen und das liegt weder an einer vorhandenen Abneigung gegenüber den Spielern noch gegenüber den Funktionären oder dem Verein grundsätzlich. Es geht vielmehr um diese vollkommen kranken Internet-Honks, Facebook-Bewohner und Troll-Darsteller, die aber auch alles, was ihnen nicht in den Kram passt, gnadenlos niederpöbelt und ehemalige Not-for-Saler nicht nur in den Schatten stellen, sondern sie zu Waisenknaben degradieren. Allein ihretwegen wünschen viele Hamburger dem HSV den Gang in die 2. Liga, damit diesen Proleten endlich das Maul gestopft wird.

Mir selbst ist das alles mittlerweile einigermaßen egal, denn zum Glück für mich habe ich mich vom HSV-Fan zum HSV-Sympathisanten und HSV-Beobachter entwickelt. Mir geht das Schicksal des Vereins nicht mehr nahe und wenn der Verein absteigen sollte, dann ist das eben so.

 By the way – warum gilt das „Leistungsprinzip“ eigentlich nicht mal mehr im HSV-Tor? Drobny ist auf der Linie zwar ein durchschnittlicher Torhüter, aber sobald es in die andere Richtung gehen soll, wirkt er wie ein Rudiment aus den 90er Jahren.

Von | 2015-03-04T08:57:22+01:00 4. März 2015|Allgemein|16 Kommentare

16 Comments

  1. El_Blindo 4. März 2015 um 10:16 Uhr

    Ich habe langsam den Verdacht, dass immer nur dann nach einem Leader gerufen wird, wenn der Trainer nicht in der Lage ist der Mannschaft verständlich zu machen was sie auf dem Platz tun soll.

  2. Jottkah1887 4. März 2015 um 10:23 Uhr

    Moin Grave!

    Vorab: Ich sehe den Olic-Transfer ganz sicher mit sehr gemischten Gefühlen, und auch die Krankenakte Behramis ist nun bestimmt keine, die man sich bei einem Neuerwerb wünschen würde.
    Allerdings finde ich, dass man gerade unter der Überschrift ‚Leistungsprinzip‘ diese möglichen (!) Zinnbauerschen Maßnahmen auch gänzlich anders auslegen kann, als Du es tust.

    Rudi hat – wie Du richtig sagst – die gesamte Vorbereitung verletzungsfrei agiert. Somit hatte das Trainerteam reichlich Gelegenheit, einen Eindruck zu seinem Leistungsstand zu gewinnen und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen, wer den Sturm des HSV besetzen soll. Nun mag man Olic als einen populistischen Panikkauf kategorisieren, oder man könnte zu dem Schluss kommen, dass aufgrund eben dieser Trainingseindrücke der Kauf eines Stürmers – der insbesondere auch den linken Flügel besetzen kann – notwendig war. Mir z.B. war eine zusätzliche Option für die LM-Position deutlich wichtiger, als ein weiterer Stürmer, der sich vom Typus her nicht grundlegend von Lars Ocker & Rudi unterscheidet. Die Frage zu der nun möglichen Rückkehr Olics und seiner Aufstellung am Sonnabend lautet doch: Hat Rudnevs Leistungen gebracht, die in zu einer ‚gesetzten‘ Größe machen und ihn somit gemäß Leistungsprinzip seinen Startplatz festigen? Hier werden unterschiedliche Sichtweisen zu unterschiedlichen Schlüssen führen, für mich persönlich hat er in 7 Startelfeinsätzen seit dem 13. Spieltag nicht viel gezeigt, was grenzenloses Vertrauen rechtfertigt. Btw haben wir aus den 3 Spielen, in denen Olic gestartet ist, ohne zu scoren, 6 Punkte geholt.

    Behrami…
    Seine Limitationen hast Du aufgeführt, seine Stärken nicht. Ich bin weit davon entfernt, ihn zum Weltfußballer 2015 machen zu wollen, aber die wiedergewonnene Defensivordnung der Hinrunde mit 19 Gegentoren – gegenüber 37 (!) in der Rückrunde 13/14 – darf neben einer verbesserten mannschaftlichen Defensivordnung mit Sicherheit auch seiner Präsenz zugeschrieben werden. Und auch hier stellt sich dann die Frage, ob im Sinne des Leistungsprinzips Kacar oder Jiracek aufgrund ihrer Leistungen unantastbar sind. Ich habe – für mich überraschend – gute Leistungen bei Jiracek gesehen, und auch Kacar hat gute Ansätze gezeigt, insbesondere gegen Gladbach. Die Raumaufteilung vor der Box im Frankfurt-Spiel war hingegen wieder ein enormer Schritt rückwärts, und auch individuell waren böse Kloppse dabei, wie z.B. Jiracek Einlage beim 1:2. Ob Behrami nach gut einer Woche Mannschaftstraining schon fit genug für einen Startplatz sein kann? Who am I to judge?

    Nein, ich sehe das Leistungsprinzip in keinster Weise verletzt, wenn Zinnbauer sich zum Einsatz der Zwei entschließen sollte. Ob es die richtige(n) Maßnahme(n) wären, hängt allerdings nicht zuletzt vom tatsächlichen Fitnesszustand beider ab, den zu beurteilen ich mir wirklich nicht anmaßen möchte.

    • Gravesen 4. März 2015 um 10:35 Uhr

      Siehste, und ich habe eine vollkommen andere Meinung. Olic (35) wurde als „Alternative Y“ geholt (Drmic, Dost, Dybala etc.), verschlingt Millionen und blockiert deshalb auch in der nächsten Saison („Mein Vertrag gilt auch für die 2. Liga“) eine Position in der Mannschaft, weil man ihn aufgrund des monetären Aufwandes spielen lassen muss. Im Grunde ist es das van der Vaart- oder das Westermann-Prinzip. Die Jungs bringen zwar keine überdurchschnittlichen Leistungen (mehr), aber sie müssen spielen, weil die teuer waren/sind. Nicht umsonst gehen Spieler wie Demirbay/Arslan oder in der Vergangenheit Spieler wie Sam, Choupo-Moting und und und aus Hamburg weg, weil ihnen ewig teure und angeblich etablierte Spieler vor die Nase gesetzt wurden. Der Nächste in dieser Reihe wird „Ober-Leader“ Behrami sein, der die Mannschaft nicht um Sackhaaresbreite nach vorn bringen wird, der aber von den Exzellenzen als „Leitwoif“ aufgebaut werden soll und dann spielen kann wie ne Bratwurst. Und dann wundern sich am Ende wieder alle, dass ein Demirbay lieber in Kaiserlautern bleibt oder nach Gladbach geht, dass ein Tah lieber in Düsseldorf bleibt oder wo auch immer hingeht.

      • Maxi1887 4. März 2015 um 11:31 Uhr

        Moin Leute,

        vorab: Ich kannte Behrami nur von den Spielen letztes Jahr gegen Dortmund und der WM. Ich fand ihn einen komplett durchschnittlichen Spieler und war auch nicht überschwänglich begeistert als er kam, weil halt nur Durchschnitt…man will ja aber besser werden…aber okay…Sein Auftreten auf dem Platz, sein unbändiger Wille und seine Abräumerqualitäten sind aber mit ein Garant dafür gewesen, dass wir so wenig Gegentore in der Hinrunde kassiert haben. Spielerisch gibt es keine 2 Meinungen, das ist bei Behrami einfach zu schwach. Da trifft das gleiche Argument wie bei Westermann auch auf ihn zu: Ist ja schön, wenn man Zweikämpfe gewinnt, der Ball danach aber wieder direkt weg ist. Ich hätte ihn nicht verpflichtet, aber momentan gibt es mit diesen Qualitäten, die mir wichtig wären, als einer von 2 Sechsern, für mich keinen Besseren beim HSV!

        Die Olic-Verpflichtung find ich ne Vollkatastrophe, da er den Platz für den nächsten talentierten Spieler besetzt, Geld kostet, das wir nicht haben und wir auch keinen Wiederverkaufswert haben werden. War aber anscheinend n Panikkauf, weil sonst nichts geklappt hätte und da kommt jetzt der Konflikt ins Spiel zwischen dem was an Stürmern da ist und Olic. Lasogga verletzt, Beister noch nicht wettkampftauglich dementsprechend entscheidet es sich zwischen Rudnevs und Olic. Jetzt wird’s für einige eventuell komisch, aber wenn ich die Wahl zwischen Olic und Rudnevs hätte, dann würde Olic spielen. Traingseinheiten sind natürlich wichtig, aber kein Kriterium, dass jemand spielen muss. Was bringt es mir, wenn jemand immer im Training ist, aber keinen Ball trifft. Als Signal innerhalb der Mannschaft und für Rudnevs kann man aber ganz klar darüber diskutieren, ob man nicht eine Woche abgewartet hätte bis Olic von Anfang an gespielt hätte, denn so baut Rudnevs, den man auf jeden Fall während der Saison noch braucht, kein Selbstvertrauen auf. Das fand ich in dem Fall auch zu kurz gedacht. Kurzum, ich hätte Olic nicht verpflichtet, wenn er aber da ist, dann muss er spielen.

        • Gravesen 4. März 2015 um 11:45 Uhr

          Rudnevs hat in seiner ersten Saison, als er das Vertrauen des Trainers erhielt, 12 mal getroffen und das in einer unterdurchschnittlichen Mannschaft, die nicht annähernd das gekostet hat, was die Millionen-Truppe heute kostet. Anschließend wurde er immer wieder in Frage gestellt, nach Hannover verliehen, auf den Verkaufsliste gesetzt. Jetzt stellt man ihm, obwohl er fit ist, einen 35-Jährigen vor die Nase und wundert sich, dass der Mann verunsichert ist.

          • Maxi1887 4. März 2015 um 11:54 Uhr

            Vollkommen richtig Grave. Das war ne super Leistung. Oft genug hat man sich zwar gefragt wie solche Gurken reingehen können, aber klar, das interessiert hinterher keinen. Mir bringt er einfach zu wenig im Spiel an sich…Er verliert einfach zu viele Bälle aufgrund seiner technischen Defizite. Er verdaddelt so viele Bälle, sodass wir immer wieder Ballerluste haben und keinen Angriff über ihn nach vorne tragen können, geschweige denn Kontersituationen ausnutzen können. Glaub mir, wenn Rudi an seiner Technik arbeitet und er muss einfach nur man den Ball annehmen, sodass er nicht 3 Meter wegspringt und alles wieder dahin ist, dann wär der mit seinem Torinstinkt bei mir gesetzt, aber leider macht er mehr kaputt als er uns momentan im Spiel bringt. Mir tut er einfach leid, weil er immer links liegen gelassen wird und immer alles gibt, aber er muss wirklich tagtäglich an seiner Ballfertigkeit arbeiten. Wenn er das tut, dann haben wir einen Topstürmer!

  3. Gravesen 4. März 2015 um 11:58 Uhr

    Aber die Frage ist doch eine Andere. Was bringt denn ein Olic, dessen Engagement für die nächsten 1 1/2 Jahre ca. € 4-6 Mio. kosten wird, mehr auf die Reihe ? Nicht umsonst hatten sich die Herren doch ursprünglich um einen ganz anderen Stürmertypen (Drmic) bemüht. Das ist am Ende so, als ob du einen van der Vaart suchst und einen Behrami kaufst. Außerdem ist Olic technisch nun auch nicht die Offenbahrung

    • Maxi1887 4. März 2015 um 12:18 Uhr

      Ich wünschte diese Frage hätten sich die Herren in der Führungsetage auch gestellt und sie ehrlich und nicht im Brausebrand beantwortet. Ich kann es dir nicht sagen. Olic ist der gleiche Spielertyp wie Rudnevs und Lasogga und da hast du genauso recht, er ist technisch ebenfalls limitiert. Für mich spricht das wirklich nach Panikkauf. Lasogga und Beister verletzt bzw. nicht fit, Rudnevs einzige Alternative von der man nicht überzeugt ist bzw. für den man auch Ersatz bräuchte, falls der sich auch noch verletzt, wenn er spielen müsste. Arslan aus der Zwoten wär z.B. ne Idee gewesen, aber das war denen da oben wohl zu heiß. Stelle man sich nur vor, wir punkten nicht und haben nur Rudnevs und Arslan am Anfang für den Sturm, was dann losgewesen wäre. So war es alles einfacher. Man hat sich wie du oft genug so schön schreibst, Ruhe erkauft und kann damit besser leben, falls es dann auch nicht hinhaut, denn keiner wird hinterher sagen, „hättet ihr mal den Arslan statt Olic ins kalte Wasser geworfen“. Perspektivisch sportlich und wirtschaftlich die wohl bessere Lösung. Eine Alternative von außen wollte man ja holen (Drmic), aber wie du schon schreibst, da kauft man statt ner Birne ’nen Apfel und das passt dann wieder zum Panikkauf. Konzeptlos und wirtschaftlicher Wahnsinn….

  4. rm2099 4. März 2015 um 12:25 Uhr

    Beim Thema „Leistungsprinzip“ ausgerechnet auf Rudnevs zu kommen, ist mir wirklich schleierhaft. Er hat zwar mal 12 Tore gemacht, aber seitdem einfach in keinster Weise belegt, dass er für eine Bundesligamannschaft gut genug ist, weder in Hannover noch beim HSV. Zum Leistungsprinzip gehört nicht nur körperliche Fitness (und auch Olic hatte eine komplette Vorbereitung absolviert, als er zu uns kam, das ist also kein gutes Argument!), sondern auch Leistungen im Training und in Testspielen. Ich habe immer nur gelesen, dass Rudnevs auch in Testspielen im Grunde seit Jahren kein Scheunentor getroffen hat. Man kann einen Stürmer natürlich auch einfach immer weiter spielen lassen, bis er wieder trifft. Aber dann müsste man halt von gewissen Fähigkeiten überzeugt sein. Dass Rudi zwar schnell ist, aber technisch, spielerisch und auch körperlich (Kopfballspiel ist unterirdisch!) vieles einfach nicht drauf hat, ist ja wohl unbestritten. Wo ist also da die „Leistung“?
    Behrami hat bisher nicht gespielt, darüber kann man sich noch genug aufregen, wenn Zinnbauer ihn denn wirklich aufstellt.

    • Gravesen 4. März 2015 um 12:43 Uhr

      Darf ich dich fragen, wie viele Trainingseinheiten und wie viele Spiele mit Rudnevs-Beteiligung du live (nicht am TV) gesehen hast?

  5. Flensburger 1977 4. März 2015 um 12:53 Uhr

    ich frage mich wirklich, warum Woflsburg den überhaupt hat gehen lassen? Charakterlich ist Olic ohne frage einwandfrei.. er ist auch ein Kämpfer…er ist 35 und technisch limitiert…. ich würde behaupten das Wolfsburg auf lange Sicht der Gewinner ist.
    Trotz seiner ganzen positiven Eigenschaften die er hat, ist das kein Spieler für die Zukunft das hat Hecking erkannt.
    Der Wechsel hat dazu geführt das Dost vom Fehleinkauf , nun befreit aufspielen kann und im Begriff ist eine erfolgreiche Saison zu absolvieren.
    Der HSV ist verzweifelt gewesen und die 1,5 Mio nimmt man denn doch gerne und spart sich das Gehalt. Die feiern bei VW wahrscheinlich immer noch diesen Deal.
    Und der HSV hat einen Spieler der vielleicht noch für eine Saison Sprit im Tank hat, aber nicht wirklich wird helfen können.
    Dazu kommt natürlich auch die finanzielle Komponente, dass ist kein Invest in die Zukunft gewesen.. sondern hat nur die Handlungsfähigkeit eingeschränkt.
    Zum Thema Aufrücker aus der 2. Mannschaft: Wie will man ambitionierte junge Spieler für den HSV gewinnen, wenn sich dort keiner behaupten kann…
    auch wieder eine Frage des Konzepts.
    Lieber B-Ware einkaufen und scheitern , weil , man hat ja dann alles getan… Anstatt die eigene Jugend wirklich in Pflicht zu nehmen.. Fussballer ist ein Beruf… Merkwürdigerweise gehen die Eigengewächse diesem woanders nach ..

  6. Thomas S. 4. März 2015 um 19:01 Uhr

    In der Hinrunde wurde Behramis taktisches Defensivverhalten und Stellungsspiel in der Fachpresse gelegentlich sehr positiv hervorgehoben. Diese Einschätzung teilst du demnach nicht?

    • Gravesen 4. März 2015 um 19:13 Uhr

      Ich bin der Meinung, dass ein moderner 6er heute mehr können muss als zu antizipieren und zu zerstören. Behramis Spiel außerhalb der Zerstörung ist mir einfach zu dünn.

      • hamuburgmini 4. März 2015 um 23:20 Uhr

        Den besten 6er den ich die letzten Jahre gesehen habe, war Patrick Viera.
        Neben Emanuel Petit bei Arsenal London, erfolgreich bei der WM 1998 und der EM 2000, immer noch absoluter Wahnsinn. Er verkörperte ein starkes Defensivspiel inkl. Abräumerqualitäten, Antizipation, Kopfball mit einem äußerst intelligentem Passspiel und einer ordnenden Hand im Spiel. Er sorgte dafür, das sich Zidane vollends in der Offensive entfalten und glänzen konnte…

        Behrami kann abräumen, sich defensiv einordnen und mit seiner Spielweise dem Gegner gehörigem Respekt einflößen. Er ist ein Zerstörer, beherrscht aber kein ordnendes Passspiel und keine notwendige Technik um Ruhe und gleichzeitig Ideen in das Offensivspiel des HSV zu bringen. Ein Diaz könnte das vielleicht (mit den richtigen Mitspielern), ein Badelj konnte das (hatte aber keine passenden Mitspieler) obwohl es nicht seine Position war. Auch ein Jiracek zeigte, daß sein Passspiel bei weitem besser ist als daß von Behrami, Kacar ist hier über jeden Zweifel erhaben.

        Insgesamt bestätigte Behrami’s Spiel die lähmende Offensive des HSV in der Hinrunde, die nicht am Sturm liegen, sondern am Mittelfeld. Wurden in der Hinrunde Bälle im MF mit großem Kraftaufwand gewonnen, konnten diese in der Regel selten zu Tempogegenstößen genutzt werden. Zu oft wurde der Ball verloren und sorgte für eine gewisse Resignation im Offensivspiel.

        Es lag nicht am Sturm, daß die Torausbeute so gering war, es lag am Zusammenspiel im Mittelfeld (mit Behrami) was zu Problemen und den geringen Chancen führte. Dieses Dilemma wurde auch von Hrn. Knäbel erkannt und im Abendblatt im Dezember klar benannt. Umso erstaunlicher ist die Verpflichtung von Olic.

        Das manche Jiracek und auch Kacar im Frankfurt Spiel nicht so stark wie gegen Gladbach sahen, lag auch an der anderen Spielweise (einen anderen Matchplan) des Trainers.

        Werden die beiden genannten Mittelfeldakteure nun ausgetauscht, ist das „Leistungsprinzip“ in der Tat ad Absurdum geführt. Ich würde es lieber sehen, wenn hier nichts geändert würde.
        Auch würde es mich freuen, wenn man mittelfristig (d.h. nicht unbedingt gegen Dortmund) VDV weiter vorne, auf der heutigen Stieberpositon, aufstellt. Er kann die Pässe spielen, die ein Stürmer braucht und ist m.E. auf der 6er Position verschenkt, da er weder Kopfball- und in diesem Spielteil zweikampfstark ist.
        Rudnevs hat weitere Chancen verdient, ihm Olic vorzuziehen wäre nur gerecht und dem „Leistungsprinzip“ entsprechen.

  7. Goldfather 5. März 2015 um 02:57 Uhr

    Jimmy Hartwig
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    Position: Defensives Mittelfeld
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    214 Spiele für den HSV
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    65 Tore
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    Für mich persönlich einer der stärksten defensiven Mittelfeldspieler aller Zeiten. – weltweit –
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    Hartwig wurde weder während seiner aktiven Zeit noch danach entsprechend seiner fußballerischen Leistungen gewürdigt.
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    Dass Hartwig keine Karriere in der N11 machte lag nicht an seiner Leistung, sondern an der WKII Generation, die damals beim DFB in Amt und Würden war und sich einen dunkelhäutigen deutschen Nationalspieler nicht vorstellen wollte.
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    Der Tag an dem erneut ein defensiver Mittelfeldspieler des HSV die Torquote Hartwigs erreicht, wird der Tag sein an dem der HSV den FC Bayern München sportlich und wirtschaftlich überholt haben wird…
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    Viera, Ze Roberto, Kovac ….Hartwig hat sie alle verblasen. Leute wie Behrami, Jiracek, Kacar, Diaz kommen auf dem Niveau nicht vor.
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    Der Vergleich zwischen Jimmy Hartwig und den aktuellen Spielern des HSV im defensiven Mittelfeld zeigt wie runtergekommen die Raute mitlerweile ist.
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    Aktuell träumt Stoßstürmer Pierre-Michel Lasogga von Hartwigs Trefferquote.
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  8. Gravesen 5. März 2015 um 08:36 Uhr

    HSV63
    c.benjamin@online.de
    Eingereicht am 04.03.2015 um 20:30
    Du bist so peinlich wie den Ticker.

    Es spricht sich übrigens DEIN Ticker, du Einzeller. DEIN. So wie „DEIN fehlendes Chromosom“ 🙂

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