Fußball ist Geschwindigkeit

Arjen Robben und Franck Ribery, Andre Schürrle und Kevin de Bruyne, Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang, Andre Hahn und Partick Hermann, Heung-Min Son, Karim Bellarabi und Julian Brandt, Jefferson Farfan und Sidney Sam, Alexander Eßwein und Tobias Werner, Kevin Volland und Roberto Firminho.

Wenn man noch weitergehen wollte, könnte man auch Christiano Ronaldo und Garreth Bale, Lionel Messi und Neymar oder aber auch Juan Cuadrado und Eden Hazard sowie Kun Agüero und Samir Nasri hinzufügen.

Was haben all diese Spieler gemeinsam, wenn natürlich auch auf unterschiedlichem Niveau? Richtig, es sind allesamt Hochgeschwindigkeits-Fußballer, Spieler, die in der Lage sind, mit einem Antritt oder einem Sprint einen oder zwei Gegner aus dem Spiel zu nehmen und ihren Mitspielern in der Offensive zu Raum zu verhelfen.

Natürlich werden jetzt einige einwenden, dass man einen Kevin Volland nicht mit einem Neymar vergleichen kann und was die eigentliche Spielstärke betrifft, kann man das auch nicht. Aber man kann die Funktion des Spielers in dessen Mannschaft miteinander vergleichen und man kann erkennen, in welche Richtung sich der Fußball mehr und mehr entwickelt.

Im Jahr 2015 wird sowohl im nationalen wie auch im internationalen Fußball mehr gelaufen als je zuvor. Mannschaftsteile verschieben sich binnen Sekunden (nicht nur in abkippende Halbräume zwischen Wand- und Nadelspitzenspielern 🙂 ), besonders in der Offensive werden freie Räume zur Mangelware. Ein behäbiger Spielaufbau ist dabei ebenso tödlich wie offensive Außenspieler, die aufgrund fehlender Schnelligkeit keine 1:1 oder sogar 1:2-Situationen lösen können. Das Resultat ist dann ein dauerhaftes Quer- und Rückpass-Festival oder aber sinnentleerte Flanken aus dem Halbfeld.

Selbstverständlich haben die Experten dies bereits vor Jahren erkannt und entsprechend gescoutet. Nicht umsonst holt man sich in Leverkusen Spieler wie Son aus Hamburg oder Brandt aus Wolfsburg. Nicht umsonst kaufte Bayern München einen Shaqiri, musste aber erkennt, dass dieser Spieler den Ansprüchen der Münchner nicht genügt. Momentan steht ein Raheem Sterling aus Liverpool ganz oben auf der Liste der europäischen Topclubs, ein Spieler, der wie kein anderer für die Zukunft des Hochgeschwindigkeits-Fußballs steht.

All dies ist kein Hexenwerk, es ist allen Leuten, die sich etwas intensiver mit dem Fußball und dessen Entwicklung beschäftigen, längst bekannt. Aber was macht der HSV?

Sicher, Nicolai Müller war ein Versuch, einen Teil der fehlenden Geschwindigkeit zu verpflichten und dass der Ex-Mainzer nach seinem Wechsel in die Hansestadt so gar nicht funktionieren würde, konnte man wahrscheinlich nicht ahnen. Aber sonst so? Holtby? Lasogga? Stieber? Behrami? Olic???? Allein für diese Spieler wurden insgesamt ca. € 23 Mio. ausgegeben, ein Hochgeschwindigkeits-Fußballer ist nicht dabei, im Gegenteil. Holtby und Lasogga gelten als eher langsam, Stieber ist ein Dauerläufer aber nicht schnell und Olic ist 35.

Ich bin der Meinung, dass man diese verfehlte Einkaufspolitik nicht damit erklären kann, dass man ja ursprünglich für Slomkas-System eingekauft hätte und Zinnbauer nur ein gänzlich anderes System spielen möchte. Hochgeschwindigkeits-Fußballer braucht man in jedem System, denn immerhin spielen auch die Bayern ganz anders als Gladbach, oder?

Zum Ende vielleicht nochmal etwas anderes. Mir fällt immer, eigentlich seit Jahren auf, dass kaum ein HSV-Spieler in der Lage ist, zwei starke Spiele am Stück abzuliefern. Beispiel: Jiracek spielte gegen Gladbach Klasse, gegen Frankfurt war es wieder eher Durchschnitt. Kann sich irgendjemand daran erinnern, dass man von einem HSV-Spieler in den den letzten Jahren gehört bzw. gelesen hätte, dass er sich in einer „überragenden Form“ befände? Ich nicht. Vielleicht noch Rene Adler eine zeit lang, als er wirklich sehr gut performte, aber sonst?

 Kopfschüttler des Tages

ky sagt:

Und für alle, die es wirklich interessiert: Recherchiert mal hhminis Beiträge hier und die bei Gravesen aka “Lachs”; und dann stellt sie im Verhältnis zu meinen Beiträgen…
..und dann fragt Euch, warum “drüben” täglich zwischen 5-30 Beiträge ihren Eintrag finden, und ausnahmslos alle kritischen Beiträge gelöscht werden.
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Und der Propaganda-Minister von Gravesen, der sich hier niedlich “mini” nennt, ist in Wahrheit nur die 5. Kolonne.
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Was zahlt Dir Grave eigentlich für Deine permanente Impertinenz? Löse den Scheck schnell ein, er ist wahrscheinlich nicht gedeckt…

Nö, der Gravesen ist mir piepeschnurz, nur ein Stalinist in anderem Gewande, und ich bin auch nicht weinerlich, eher versuche ich die Fackel der Menungsfreiheit zu beschützen.

Mich kotzt diese “Debatte” auch an, und ich führe sie nur noch um den Willen (und das Gut) der Meinungsfreiheit – wahrscheinlich sinnlos…. Gute Nacht.

Herr K., ein gut gemeinter Rat: Suchen sie sich endlich Hilfe, das ist doch nicht mehr gesund. Irgendwann pinkeln sie Blut oder verklagen sich selbst, das wollen sie doch nicht, oder? Außerdem müssen sie nicht traurig sein, weil ich psychisch labile Personen mit tiefbraunem Background in meinem Blog nicht kommentieren lasse, dafür haben sie doch immer noch „Schmocks Einöde“ zwischen 00.00 Uhr und 03.20 Uhr, wenn der letzte verbliebene Moderator von ihrem Dünnschiss ohnmächtig geworden ist 🙂

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Artikel von E.T.

E.T.’s Taktikleidenschaft erweckte Słupiński’s Groclin Grodzisk. Seitdem favorisiert er langsame, vor sich hin stolpernde Teams. Bei Spielveralberung kümmert er sich hauptsächlich um die Kreisliga und die Kaffeemaschine. Er ist auch bei Twitter aktiv unter@EierTänzer.

Von | 2015-03-05T08:41:47+01:00 5. März 2015|Allgemein|3 Kommentare

3 Comments

  1. Oberberger 5. März 2015 um 09:16 Uhr

    Gut erkannt, Grave. Da ich zur Vereinfachung neige, hätte ich es mit den Worten beschrieben: der HSV ist im Aufbauspiel zu langsam, ängstlich und wenig kreativ. Das ist übrigens ein Fazit, das sich nicht nur auf die Spieler beziehen läßt, sondern auch auf andere Bereiche des Vereins.
    Kontinuität ist nur insofern vorhanden, dass auf jedes gute Spiel garantiert ein durchwachsenes bis schlechtes folgt.

    • Gravesen 5. März 2015 um 09:20 Uhr

      Dafür haben wir aber endlich einen Trainer, der die großartige Fähigkeit besitzt, die Spieler nach Niederlagen immer wieder aufzurichten. Es lebe „Zecken-Joe“ 🙂

  2. Nils 5. März 2015 um 17:25 Uhr

    Stimme dir 100% zu. Ich hatte das Thema ja auch nach dem Bayern Spiel hier im Blog angesprochen. Dem HSV fehlt auf den Flügeln die Geschwindigkeit. Dies ist ein zentraler Punkt im modernen Fußball. Insbesondere wenn man ein system mit zwei defensiven Mittelfeldspielern spielt. Gegen Bayern, deren Erfolgsrezept die schnellen Robben und Ribéry sind, hat man gesehen was für einen Unterschied dies ausmacht.
    Ich gehe sogar so weit dass wenn man gegen Bayern Robben und Nicolai Müller die Teams getaudcht hätten, hätte der HSV mit Robben den Bayern fast auf Augenhöhe begegnen können

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