Ich werde täglich mehr zum Red Bull-Fan

„Momentan habe ich das Gefühl, dass es manchen nur darum geht, irgendein Feindbild zu haben.“ (Ralf Rangnick, Sportchef von RB Leipzig, über die Attacken gegen seinen Klub)

Vielleicht mag es daran liegen, dass ich grundsätzlich immer irgendwie zum Underdog tendiere. Ich mag es, wenn sich jemand aus scheinbar ausweglosen Situationen herausarbeitet und einen Überraschungs-Coup landet. Vielleicht bin ich deshalb HSV-Fan und kein Bayern-Anhänger geworden, denn als Hamburger muss man leidensfähig sein und am Ende des Tages auf die Sensation hoffen, ansonsten kann man sich eingraben.

Mit Fußball nichts mehr zu tun

Aber zum Thema. Das, was nicht erst seit dieser Woche im Zusammenhang mit dem Verein RasenBallsport Leipzig abläuft, hat mit Fußball, mit Fan-Sein, auch mit Konkurrenz oder Rivalität nicht mal mehr im Ansatz etwas zu tun, das ist nur noch zutiefst krank.

Der Leipzig-Profi Diego Demme (23) hatte nach Abpfiff das Trikot mit dem Karlsruher Philipp Max getauscht. Hinterher forderte ein Sicherheitsbeauftragter von dem Leipziger das Hemd zurück. Offenbar auf Druck der Karlsruher „Fans“, die jeglichen Trikottausch mit Leipziger RB-Spielern ablehnen. (BILD 11.03.2015)

Freunde der tibetanischen Brotsuppe, habt ihr noch alle Latten am Zaun? Es geht doch hier um Fußball, oder? Wir reden nicht davon, ob jemand mit einem IS-Kämpfer die Kalaschnikow tauscht oder sich Syrien einen Handgranate leiht. „Die Fans verlangen von ihren Spielern, dass sie mit den Spieler des anderen Vereins die Trikots nicht tauschen“, was für ein Wahnsinn. Was kommt als Nächstes? Darf der Co-Trainer aus Sandhausen nicht mehr nach Leipzig fahren, um seine Schwiegermutter zu besuchen? Stehen Ferien in Sachsen für jeden „wahren Fan“ in Zukunft auf der No-Go-Liste der Ultras?

Die verzweifelte Suche nach dem Feindbild

„Da geht es nur um Feindbilder. Und ob das nun Marcel Reif ist oder wir es sind. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo man wirklich aufpassen muss.“ Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick (56) nach den Vorfällen am Montagabend beim Zweitligaspiel in Karlsruhe.

Na bitte, da haben wir es wieder. Was in Dortmund der Reif und in Hamburg der Westermann ist, ist bei den Extremisten unter den selbsternannten „Fans“ der RB Leipzig. Sogar unter den Ultras soll es Regeln geben, sagt man – im Fall RB Leipzig sind diese aufgehoben, hier sei alles erlaubt. Was in diesem Fall mit „alles“ gemeint sein soll, bleibt vorerst offen, allerdings fühlten sich einige KSC-Clowns bereits bemüssigt, die Leipziger vor dem Spiel gegen Karlsruhe im Hotel zu „besuchen“. Bei Einigen hat man den Eindruck, sie hätten nicht nur zuviel Zeit, sondern auch deutlich zuwenig Hirnzellen.

Warum eigentlich Leipzig?

Hinter RB Leipzig steckt das Unternehmen Red Bull, das soll kein Geheimnis sein. Dietrich Matteschitz ist neben Fly Emirates der zur Zeit wohl größte Sponsor im Sportbereich weltweit, die Marke Red Bull ist auch oder gerade deshalb so erfolgreich, weil sie medial omnipräsent ist und nicht, weil die Brühe so gesund ist oder so gut schmeckt. In Zeiten, wo das Geld (und besonders das Werbegeld) immer knapper wird, ist ein Laden wie Red Bull ein Segen, weil er nämlich dafür sorgt, dass es Sportveranstaltungen wie Tennis-Turniere, Formel 1-Rennen und andere Großereignisse überhaupt noch gibt.

Okay, sagen die Pyro-Werfer jetzt, das kann er ja auch gern machen. Aber er darf doch bitte keinen Fußballverein unterstützen und dafür sorgen, dass sich dieser mittelfristig in der Spitze des deutschen Fußballs etablieren kann. Das geht nicht, das ist kein organischer Wuchs, das verstößt gegen die Traditionen.

Für „Tradition“ kann man sich nichts kaufen

Red Bull-Shit, Leute, vergesst doch mal für einen Augenblick eure „Tradition“. Oder noch besser – erklärt mir, was eigentlich diese „Tradition“ bedeutet? Hat ein Verein, der 1887 gegründet wurde, mehr „Tradition“ als ein Club, den man 1928 aus dem Boden stampfte? Besitzt ein Verein mit 7 Meistertiteln mehr Tradition als einer, der nur zweimal im Finale des UEFA-Cups stand? Woran wird „Tradition“ gemessen und wer entscheidet darüber?

Oder anders. Der VFL Wolfsburg wurde am 12. September 1945 gegründet, der 1. FC Köln am 13. Februar 1948. Welche von Beiden ist nun ein „Tradtionsverein“? Bayer 04 Leverkusen wurde übrigens am 01. Juli 1904 gegründet.

Fakt ist: Für „Tradition“, für Erfolge von gestern kann man sich nichts kaufen. In Hamburg sehen wir das beste Beispiel dafür. Hier wird von der neuen Vereinsführung das vermeintliche Pfund „Tradition“ immer noch verzweifelt gepflegt (Beiersdorfer, Volksparkstadion, Olic, davor van der Vaart), wohl auch deshalb, weil man meinte, nach der Ausgliederung im Mai 2014 nicht alles auf einen Schlag verändern zu wollen. Wohin dieser „Blick zurück“ führt, kann man an der Erfolgsstory des HSV2015 erkennen.

Am Ende ist es eine Neid-Debatte

Wer genau führt eigentlich diese Traditions-Debatte, die am Ende doch nichts anderes als eine Neid-Debatte ist? Da laufen 16-25-Jährige in Kapuzen-Pullovern rum und gröhlen irgendwas von Tradition, soll das ein Witz sein? Tatsächlich hat man als „Fan“ von Karlsruhe, Kaiserslautern, Düsseldorf oder aber auch vom HSV, von Freiburg, aus Frankfurt oder auch Stuttgart doch nur Angst davor, dass das Missmanagement der eigenen Vereinsführung zum Boomerang wird, dabei hat man verpennt, dass dies schon lange der Fall ist.

Bayern München, Bayer Leverkusen, TSG 1899 Hoffenheim, VFL Wolfsburg, Borussia Dortmund, Schalke 04, an der Spitze der Fußball-Bundesliga stehen doch bereits die „großen Leipziger“ und nicht mehr die „traditionellen“ Hamburger, Bremer oder Stuttgarter. Dieser Lauf der Dinge ist nicht mehr aufzuhalten, selbst dann nicht, wenn vermummte Primaten weitere 7 Mal ein Spielerhotel stürmen. Und – das ist auch gut so, denn es ist organisch. Der Starke frisst den Schwachen und der Erfolgreiche verdrängt den Erfolglosen. Dafür, dass bei den meisten Fußballvereinen im bezahlten deutschen Fußball jahrzehntelang gepennt wurde, können weder Matteschitz noch die Leipziger etwas.

Jeder hatte seine Chance

Wer verhindert eigentlich, dass sich auch „Traditionsvereine“ einen Geldgeber, Sponsor oder Investor suchen? Richtig, die sogenannten Fans und die Mitglieder. Lustigerweise ist es aber die gleiche Gruppe, die eigene Spieler bei Misserfolg bedrohen, die der eigenen Vereinsführung falsches Management, Fehleinkäufe oder Geldverbrennung unterstellen. Dass sie selbst ein Hauptgrund des Problems sind, wollen sie nicht verstehen, weil – sie tragen ja stolz die Vereinsfarben.

Ich als HSVer hoffe, dass sich der RB Leipzig nicht von seinem Weg abbringen lässt und dass der DFB und die DFL eindeutig Stellung zu Aktionen wie im Karlsruhe beziehen.

Noch eins, es wird ja immer behauptet, RB Leipzig kaufe sich den Erfolg. Anbei einmal die Transferausgaben der letzten Jahre:

2009/10 – € 0

2010/11 – € 1 Mio.

2011/12 – € 0,25 Mio.

2012/13 – 0,18 Mio.

2013/14 – € 2,88 Mio.

2014/15 – € 22,65 Mio.

Zum Vergleich einmal der 1. FC Kaiserslautern:

2009/10 – € 0,4 Mio

2010/11 – € 4,6 Mio.

2011/12 – € 6,63 Mio.

2012/13 – € 1,95 Mio.

2013/14 – 1,65 Mio

2014/15 – € 1,98 Mio.

Fazit: Wenn man außer der eigenen anachronistischen Vorstellung von Tradition nichts mehr hat, sollte man nicht andere dafür verantwortlich machen. Vielmehr sollte man darüber nachdenken, was der eigene Verein in den letzten Jahren/Jahrzehnten verkehrt gemacht hat und daraus seine Lehren ziehen. Fans müssen zu ihrem Verein halten, deshalb sind es Fans und das ist auch gut so. Aber Neid, Missgunst und Gewalt, die daraus erwächst, hat im Fußball immer noch nichts zu suchen und am Ende schadet sie grundsätzlich den eigenen Farben mehr als dem vermeintlichen Gegner.

Von | 2015-03-12T08:40:49+01:00 12. März 2015|Allgemein|30 Kommentare

30 Comments

  1. Jottkah1887 12. März 2015 um 09:00 Uhr

    Eine gute Darstellung, die zum Nachdenken anregen sollte.

    Ein Punkt dazu, der mir bei der Diskussion gerade über RB Leipzig oft zu kurz kommt:
    Ich kenne in meinem Umfeld einige Fußballfreunde aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, die über RB (Achtung: Pathos) wieder eine fußballerische Heimat erhalten, die sich – bei allen berechtigten Streitpunkten, die von ‚Traditionalisten‘ zum Thema Profifußball & RB ins Feld geführt werden – nach Jahren des Dahinsiechens endlich wieder einmal mit einer Mannschaft identifizieren können, und zwar ohne solche Nebenwirkungen, wie sie z.B. bei Dynamo Dresden leider nur zu oft der Fall sind.

    Die Ablehnung dieser Haltung durch die ‚Besserfans‘ geht dann so weit, dass diese RB-Anhänger für ihre Begeisterung, ihren Enthusiasmus im besten Fall nur verspottet, im schlimmsten Fall sogar persönlich angegriffen werden.

    Mit welcher Berechtigung?

    Nein, ich bin kein großer Freund des RB-Modells und finde daran manches kritikwürdig, aber die Häme und die Ablehnung, die die Fans erfahren, kann ich nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen.

    • Gravesen 12. März 2015 um 09:11 Uhr

      Die Antwort darauf? Neid. Blanker Neid.

      • Jottkah1887 12. März 2015 um 09:32 Uhr

        Ja, Neid ist sicherlich ein Aspekt, aber ich denke, es gibt da noch etwas anderes, das schwerer wiegt.
        In einer Welt, die sich verdammt schnell dreht und verändert, ist es das verzweifelte Festhalten an Bewährtem, Bekannten – eben das, wofür das Wort ‚Tradition‘ so sinnbildlich steht. Viele Menschen tun sich schwer, Veränderungen zu akzeptieren oder besser noch mitzugestalten, sondern wünschen sich einfach, den Lauf der Dinge anhalten zu können. Das wird dann halt besonders heftig ausgefochten bei emotional besetzten Dingen, und dazu gehört der Fußball nun mit Sicherheit. Die Ausgliederungsdebatte beim HSV mag als Beispiel hierzu dienen.
        Ich sehe einen Beleg dafür gerade in der starken Ultra-Bewegung, die mehrheitlich von sehr jungen Leuten getragen wird, die sich an Werten der Vergangenheit orientieren. Ich will hierbei gar nicht darüber urteilen, ob das nun „gut“ oder „schlecht“ ist, es ist aber ein gesellschaftliches Phänomen, das wir in allen Gesellschaften Europas finden.

        • Gravesen 12. März 2015 um 09:49 Uhr

          „Früher war alles besser“, obwohl ich früher noch gar nicht da war. Ich weiß, was du meinst. In Zeiten fehlender Identifikationsfiguren, Abkehr von familiären Werten wie Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung müssen halt andere Götzen herhalten und das ist häufig der Fußball bzw. der eigene Verein. Dann prallen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite der nicht aufzuhaltende Fortschritt, auf der anderen die fehlenden Ideale. Und alles, was mein künstlich geschaffenes Ideal bedroht, muss bekämpft werden.

    • Mirko 16. März 2015 um 19:00 Uhr

      @jottkah1887: Meinten Sie mit „Nebenwirkungen“ bei Dynamo Dresden, dass das Stadion bei Heimspielen fast immer ausverkauft ist (selbst in einer 3. Liga!)? Oder dass die Mannschaft (wenn sie darf) bei Auswärtsspielen regelmäßig die meisten (zahlenden) Gästefans mitbringt? Ich verbitte mir, bei mangelnder Sachkenntnis, solche unterschwelligen Andeutungen.

  2. Oberberger 12. März 2015 um 09:49 Uhr

    Wer als Haupt- oder Nebensponsor eine Fussballvereins auftritt ist doch unterm Strich völlig schnuppe, solange es sich nicht um ein integres Unternehmen oder Person handelt.
    Alleine schon die Unterscheidung in „gute“ und „böse“ Sponsoren ist einfach nur lächerlich. Profisport ist nur mit viel Geld möglich, und wer es verpennt sein Geld vernünftig zu investieren bzw. die richtigen Sponsoren an Land zu ziehen, der sollte sich an die eigene Nase fassen, anstatt mit dem moralischen Finger auf die „Plastikclubs“ zu zeigen.
    Welcher „Traditionalist“ würde sich denn ernsthaft dagegen wehren, wenn auf dem HSV Trikot demnächst ein roter Bulle prangen würde und im Gegenzug 50 Mio in die Vereinskasse gespült werden ?
    Auch in Hamburg wird man mittel- bis langfristig nicht darum herumkommen sich einen Scheich / Konzern / Oligarchen zu suchen, der die Zeche für das internationale Geschäft bezahlt. Aus Papa Kühnes Portokasse und Didi´s leerem Sparschwein ist das nämlich nicht zu finanzieren.
    Es sei denn Herr Hilke hat bei der Morgentoilette einen Geistesblitz, der den HSV mit einem Donnerschlag zum reichsten Verein der Welt macht. 🙂

  3. Christian 12. März 2015 um 09:54 Uhr

    Zugehörigkeit ist das Schlüsselwort: Je mehr sich gesellschaftliche Gruppen an den Rändern ausfransen, je weniger Identität sie bieten, desto verzweifelter klammern sich viele an alle identitätsbildenden Anker, auch wenn es nur ein Fußballverein ist. Und natürlich geht den Fans der Traditionsvereine der Stift: Jedes Jahr kommt ein neues Team in den Profifußball, das mit einem starken Sponsor und schlagkräftigen Strukturen den alteingesessenen das Fürchten lehrt. Aber anstatt sich darüber aufzuregen, sollten sich die Ultras mal fragen, auf welch fetten Hintern „ihr“ Verein die letzten 30 Jahre gesessen und sich die zunehmende Professionalisierung im Fußball tatenlos angesehen hat.

    • Andi Pie 12. März 2015 um 10:58 Uhr

      Hmmm, so ganz kann ich diese Argumentation/Sichtweise nicht teilen.
      Wieso sind dann z.B. Freiburg oder Paderborn OHNE großen Sponsor in Liga 1?
      Wie kann es sein, dass Augsburg OHNE namhaften Sponsor um die ChampionsLeague Plätze kämpft?
      Das passt dann doch nicht…

      • Gravesen 12. März 2015 um 11:06 Uhr

        Wie lange sind den Freiburg oder Paderborn in der 1. Liga?
        Wie oft spielt Augsburg um einen CL-Platz?

        • Andi Pie 12. März 2015 um 11:09 Uhr

          Natürlich nicht lange, aber er sagte: ohne großen Sponsor bedeutet keine (oder kaum eine) Chance im Profifussball…
          Und dafür halten sich Freiburg schon länger in Liga 1 und Augsburg schon sehr lange da oben…

  4. Andi Pie 12. März 2015 um 11:08 Uhr

    Hallöle,
    ich stimme diesem Blog (mal wieder) weitesgehend zu.
    Allerdings: Was bedeutet Tradition? Alteingesessen? Schon immer da gewesen?
    Ich meine… Adam und Eva sind nicht mehr. Also… Tradition im ProfiFussball… ausgestorben, total fehl am Platz.
    Und – JA – auch der HSV ist , obwohl schon seit Beginn der BuLi dabei, nicht mehr der HSV von damals.
    Wie Grave schreibt, der erfolgreiche ehemalige HSV ist Vergangenheit, Geschicht, Kapitel ist geschlossen.
    Das müssen auch die HSV Oberen (wie Grave sagt; Exzellenzen 🙂 einsehen und sich, den Verein, ihre Ordnung, Sichtweise und Ausrichtung umstrukturieren.
    .
    Feindbilder: Ich denke, es muss und darf sie geben. Gerne erinnere ich mich noch an die Spiele in Rostock. Es gab meist etwas auf die Glocke. DAS allerdings gehört nicht dazu.
    Feindbild, Aggression, Kampf (oGott, hört sich an wie die Wehrm*cht…) kann und darf dabei sein.
    Schläge, Haue, sowie Tätlichkeiten auf dem Platz und daneben verurteile ich, das gehört definitiv nicht dazu.
    Solange ich mich mit einem Fan des Gegners angeregt (vlt. auch mal schreiend) unterhalte, das Spiel läuft, die Teams laufen und ackern auf dem Platz, ist das okay. Danach ist das Spiel vorbei, Shake Hands, gemeinsam ein Bierchen trinken und noch über das Spiel diskutieren, das ist Sport, das ist „fair“, so soll es sein. Und da ist es mir wurscht, ob der Gegenüber aus Sachsen oder Bayern kommt, DENN DAS SIND GENAUSO MENSCHEN WIE DU UND ICH!!!!
    .
    Und über Spieler und oder Schiedsrichter wettern, das geht mal, ABER AUCH NICHT IMMER. Klar kann ich es nicht besser, und ich stehe auch nicht derart im Fokus vor der Kamera wie die Herren. Aber nachtragend auf die Person kann und darf man nicht sein. Nächstes Spiel heisst es dann: auf ein Neues. Und da wird weder der Schiri, noch der eigene Spieler noch der gegnerische Spieler von vornherein ausgepfiffen. Naja, ausser es ist Tim Wiese… 🙂
    In diesem Sinne, immer schön sportlich und fair bleiben!!!

    • Gravesen 12. März 2015 um 11:21 Uhr

      Nicht ich sage Exzellenzen, das hat Gernandt gesagt.

      „Tabula Rasa“, „Carte Blanche“, „jungfräulicher Rasen“, „weiße Wand“ – schier unerschöpflich war der Wortschatz des Unternehmers Karl Gernandt, um den Zustand zu schildern, in dem er den Hamburger SV am Sonntagabend gerne sehen würde
      Damit aus dem „Armenhaus der Liga“ eine „Weltmarke“ wird, haben sich im HSV-plus-Lager noch andere Experten um den Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Otto Rieckhoff gesammelt, die „nicht Gutes wollen, sondern Exzellenz produzieren“, wie Gernandt mehrfach betonte.

      http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ha&dig=2014%2F05%2F21%2Fa0148&cHash=60ce8c7b908af10c4b068d251ba39cd3

      • Andi Pie 12. März 2015 um 11:30 Uhr

        Entschuldige bitte.
        Da habe ich dann etwas falsch verstanden und noch falscher zitiert…

        Du schreibst aber schon mal von „den Exzellenzen“… 🙂

        • Gravesen 12. März 2015 um 11:59 Uhr

          Hahahahahahaha….sehr geil.
          https://www.youtube.com/watch?v=M0rS8z5Xd8E

          • Jorgo 12. März 2015 um 15:27 Uhr

            ….für jede angekündigte Aktion/Meinung/Strategie einen Groschen. Kuddel ist derzeit bei 5 Pfennig.

  5. Bidriovo0 12. März 2015 um 12:11 Uhr

    Ich finde die Gegenüberstellung von Kaiserslautern und Leipzig nicht gelungen. Immerhin spielten beide Vereine in verschiedenen Ligen und Leipzig sogar in 4 und 5, wo gar keine nennenswerten Einnahmen generiert werden. Eigentlich ist er diese Saison vergleichbar, weil nun beide Mannschaften in der zweiten Liga spielen und damit unter den gleichen Voraussetzungen, was die TV-Gelder etc. angeht. Da sehe ich einen Unterschied von 20 Mio zu Ungunstens von Kaiserslautern. Insofern ist es schon wettbewerbsverzerrend, weil ich mir auch sicher bin, dass die Hoffenheimer trotz Nichtaufstieg im Sommer wieder klotzen werden, wie auch immer sie dann noch die Spieler zwischen den ganzen RB-Vereinen hin- und herschubsen.
    Trotzdem mag ich RB sehr, weil sie Geld haben und ins internationale Geschäft wollen. Das wird das Niveau der Bundesliga steigern und hoffentlich weitere internationale Stars anlocken. Außerdem habe ich die Hoffnung, dass die Bayern und Dortmund so einen weiteren Konkurrenten für die wenigen CL-Plätze haben.

  6. peschinho 12. März 2015 um 13:42 Uhr

    „Der Starke frisst den Schwachen und der Erfolgreiche verdrängt den Erfolglosen“. Ich habe da nichts dagegen.. Ich verstehe auch, wie genervt die anderen sauber arbeitenden Vereine auf den HSV gucken, der u.a. mal eben so ein paar Millionen in der Wintertransferperiode raushaut.. Trotz Schulden etc… Dimensionen wie ein 8,5 Mio Kauf fuer einen permanent verletzten Spieler und ein Anteilsverkauf am HSV an Kuehne von 7,5 % fuer 18,75 Mio??? Hallooo??

    Aber schauen wir auf die Grundvoraussetzungen (Zuschauer, Mitglieder) dann verstehe ich Dortmund aber nicht Paderborn. Den HSV schon gar nicht, denn die Grundvorausetzungen sind eigentlich gut. Das kann man nur auf schlechtes Management zurueckfuehren (und einen schlechten Einfluss der Medien was wiederum auf schlechtes Management zurueckzufuehren ist).

    Ich war jahrelang der Meinung, der HSV muss unter allen Umstaenden (und mit allen Mitteln) in Liga 1 bleiben. Mittlerweile denke ich auch, dass es eine Evolution ist, der man nicht ausweichen kann. Den HSV wird das Schicksal von Bochum, Duisburg, K’lautern, Uerdingen, Wattenscheid etc. treffen wenn nicht unternehmerisch besser gearbeitet wird. Stattdessen werden betriebswirtschaftlich und sportlich kompetent gefuehrte Unternehmen erfolgreich bleiben.

  7. Goldfather 12. März 2015 um 16:17 Uhr

    Red Bull ist noch nicht einmal der Anfang von dem was die Bundesliga in wenigen Jahrzehnten sein wird. Der Anfang wurde gerade in der Premier League gemacht mit Fernsehverträgen die dem hinterletzten Club der englischen Eliteliga das doppelte der TV-Einnahmen des FC Bayern München bescheren.
    .
    Der Markt ist offen und er wird sich trotz vieler Versuche hierzulande sich auf regionale Spezialitäten zu beschränken immer weiter öffnen – TTIP… Zunächst werden der westeuropäische und der nordamerikanische Markt bis zu einem Maß miteinander verschmelzen, dass eine Währungsangleichung zu erwarten ist.
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    Für den Sportmarkt und hierbei insbesondere den Fußball bedeutet das eine Anpassung hin zu jenen Verhältnissen wie sie in den USA üblich sind. Die Champions League bietet bereits jetzt schon einen Ausblick auf Verhältnisse wie sie in den nationalen Ligen immer häufiger anzutreffen sind.
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    Die Dominanz der reichsten Clubs wird immer stärker, so dass es früher oder später dazu kommen wird eine echte europäische Liga nach nordamerikanischem Vorbild zu schaffen. Die stärksten 20 Clubs Europas werden sich auf eine Liga einigen in der es keinen Abstieg bei maximalem wirtschaftlichen Profit gibt.
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    Eine Liga die jedes Wochenende mehrere Milliarden Zuschauer hat, eine Liga die an jedem Spieltag Milliarden €/$ umsetzt, eine Liga die derzeitige Durchschnittsclubs der aktuellen Bundesliga zu Amateurvereinen degradiert.
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    Fußball ist das Medienspektakel unserer Zeit und er wird das Medenspektakel der kommenden Zeit sein. Mit dem Unterschied, dass dann mehr als 10 Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben werden von denen sich Milliarden für Fußball interessieren und bereit sein werden sich Spiele auf eine Art und Weise anzuschauen wie wir es uns heutzutage nicht vorzustellen in der Lage sind. (Internet, 3D, Holographie)
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    Ich persönlich gehe davon aus, dass der Fußball anders als heutzutage präsentiert werden wird und es unterschiedliche Modelle geben wird um Fans und Interessierte dafür bezahlen zu lassen.
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    Nicht jede Großinvestition die heutzutage getätigt wird ist eine die von einem schrägen Scheich ohne wirtschaftliche Ambitionen getätigt wird. Es gibt langfristige Businesspläne, die verdeutlichen, dass der Fußball auch in der Zukunft der Kern vieler Medienkonglomerate sein wird über die gegebenenfalls selbstverständlich noch ganz andere Dinge transportiert werden.
    .
    Fußball ist Big Business und Politik .
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    Der HSV hat sich dafür entschieden den Weg des Big Business zu gehen doch das bedeutet, dass es geradezu existenziell notwendig ist sich regelmäßig für die CL zu qualifizieren, um eine Chance zu haben von jenen Entwicklungen zu profitieren die gerade mit der Premier League ihren Anfang nehmen.
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    Lehnt man diese Entwicklung als Ultra bzw. Traditionalist konsequent ab, so bleibt eigentlich nur noch der Weg in den Amateursport. Dass jedoch gerade im Amateursport der lokale Metzger oder Bäcker als Mini-Scheich das Sagen hat und massenhaft Spiele unter der Hand verschoben werden, sollte hinlänglich bekannt sein.
    .

  8. mlg 12. März 2015 um 21:12 Uhr

    wenn die diese RB Leipzig Kritiker lese, dann sehe ich immer einen Typen vor mir, der damals, als Vettel Weltmeister wurde, mit RedBullCäppi bewaffnet, siegestrunken und vor Freude und Stolz platzend, in die Kamera grinst. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

  9. Presse 13.03.2015 | rotebrauseblogger 13. März 2015 um 14:56 Uhr

    […] [HSV-Arena] Ich werde täglich mehr zum Red Bull-Fan: http://www.hsv-arena.hamburg/2015/03/12/ich-werde-taeglich-mehr-zum-red-bull-fan/ […]

  10. Bullster 14. März 2015 um 12:27 Uhr

    Tut wirklich gut, wenn man mal etwas in diesem Internetz liest, wo sich kritisch mit diesen RB Hatern auseinandergesetzt wird. Danke dafür, denn man bekommt zwischenzeitlich schon das Gefühl, dass sich diese Ultras inzwischen alles erlauben dürfen. Hab hier in einem der Kommentare was gelesen von“wie schafft es dann Paderborn u.Augsburg zu ihren Erfolgen“,auch diese Vereine haben ihre Grosßponsoren mit Finke und Alko, die ihren Verein nach vorne bringen wollen. Zugegeben, im Unterschied zu Red Bull sind es beide regionale Unternehmen. Diese haben wir aber in Sachsen nicht. Die größten Arbeitgeber in der Region Leipzig sind Porsche, sowie BMW dessen Hauptsitz im Westen unserer Republik beheimatet. Das diese dann lieber ihre Heimat sponsoren ist nur zu verständlich, zu mal man so nicht extra nen Verein aus den Niederungen des Fußball’s nach oben bringen muss. Wir Leipziger können also froh sein, dass wir endlich einen Gönner gefunden haben, mit den wir auf absehbare Zeit, erfolgreichen Spitzensport erleben können und wer weiß, ob diese irgendwann mal auslaufende Anschubhilfe nicht sogar nach einem Rückzug von Red Bull tragfähig ist, denn hier werden ja Werte geschaffen, siehe Trainingszentrum usw. In diesem Sinne, wünsche euch viel Glück im Abstiegskampf und hoffentlich auf bald in Liga eins. Rot/Weisse Grüße l

  11. Thorben 14. März 2015 um 13:32 Uhr

    Endlich mal einer der Verstand hat und nicht wie ein Ur Mensch unseren schönen Fußball mit seinen sinnlosen Nein zu RB Kampagne kaputt macht

  12. Frank 14. März 2015 um 14:45 Uhr

    Ich kann dieses ..Leipzig hat Bundesliga verdient und endlich eine Gönner gefunden, nicht mehr hören. Leipzig hat es geschafft das sich zwei Vereine der Stadt gegenseitig kaputt machen und keiner der jetzigen Fussball interessierten Leipziger hat das verhindert. Andere Vereine werden zur Selbstreinigung aufgefordert , wo war den die Leipziger Selbstreinigung ? Man hat sich lieber vom Onkel ein neues Spielzeug kaufen lassen! Hat man das jetzt verdient?Es geht sicherlich nicht mehr ohne Sponsoren aber wer will z.B. zu Coca Cola Dortmund gehen die dann in rot weiss spielen ?? Das hat in meinen Augen nichts mehr mit Sponsoring zu tun.

    • Heiliger Bimbam 14. März 2015 um 21:39 Uhr

      Tz. „Selbstreinigung“ – das ist ungefähr so schlau, wie hier vor Ort eine Fusion von HSV und Pauli zu fordern…

  13. Exzessiv andersartig 14. März 2015 um 14:53 Uhr

    Als Anhänger von RB Leipzig kann man nur sagen: DANKE! Danke, dass auch mal jemand, der eindeutig nicht zu viel Red Bull getrunken hat und nur dem schnellen Erfolg hinterher rennt, kritische Worte über die Aktionen, die gegen RasenBallsport Leipzig gestartet werden und den allgemeinen Hass findet. Jeder Verein hat Punkte, die für Kritik herangezogen werden könnten, aber bei RBL sind es oft Punkte, die es so überhaupt nicht gibt bzw. die es schon vorher zuhauf bei anderen Vereinen gab. Auf einmal ist alles Böse, was es im Fußball schon immer gab, nur noch bei RB Leipzig zu finden. Der HSV hat mit seiner Finanzierung auch schon zu kämpfen gehabt und ist neue Wege gegangen. Nicht immer wurde das mit den richtigen Worte bedacht.

    „Da laufen 16-25-Jährige in Kapuzen-Pullovern rum und gröhlen irgendwas von Tradition, soll das ein Witz sein?“ Genau das fragen wir uns auch viel zu oft. Junge Erwachsene sprechen von Erfolgen, die sie nur vom Hörensagen kennen und beleidigen normale Fans als Kommerzhuren. Am schönsten ist es aber, wenn diese dann noch etwas von „In Leipzig nur Lok und Chemie“ grölen, aber nie auch nur im Ansatz sich wirklich mit beiden Vereinen auseinander gesetzt haben. Beide Vereine gibt es so überhaupt nicht mehr und wenn sich ein Verein neu gründet, aber selbst einfach behauptet, dass er in der Tradition eines früheren Vereins steht, wo ist da die Legitimierung? Bei RB Leipzig hätte man auch einfach sagen können, dass man an die ruhmreichen Zeiten von VfB Leipzig anschließen will und trotzdem bleibt es dabei, dass man erst seit einigen Jahren existiert. Genauso also, wie Lok und Chemie. Warum kann nicht einfach jeder das mögen, was er will?

  14. SadButTrue 16. März 2015 um 18:09 Uhr

    Es ist komplett richtig, dass die Aktionen von Seiten der KSC Ultras nichts mit Fußball, Fairplay oder einer konstruktiven Auseinandersetzung mit der Thematik RB Leipzig zu tun haben. Sie sind einfach nur stumpf, gewalttätig und traurig.

    Trotzdem sollte man RB Leipzig als aktuellen Höhepunkt einer fortschreitenden Entwicklung kritisch sehen, da es meiner Meinung nach kein nachhaltiges Modell ist und dem Fußball auf Dauer schaden wird. Warum ist RB nicht nachhaltig? Die große Frage, die über allem steht, ist: was passiert, wenn RB mittelfristig keine Lust mehr darauf hat, Unsummen in eine Fußballmannschaft zu stecken? Dies kann sehr schnell passieren.

    Szenario 1: aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten (z.B. Absatzrückgang) wird RB zu Einsparmaßnahmen gezwungen. Dann steht mit Sicherheit das Thema Sponsoring als eines der ersten zur Disposition.

    Szenario 2: der aktuelle Plan von RB wird mit Sicherheit sein, sich schnell in der europäischen Spitze (also CL mit Bayern, Madrid, Chelsea und Co.) zu etablieren, so wie man es von der Formel 1 gewohnt ist. Dazu sind mind. Investitionen im hohen dreistelligen Millionenbereich notwendig, wenn man sich die Etats von diesen Top Teams anschaut. Diese Beträge sind um einiges höher, als sie es in der Formel 1 von Nöten waren, und auch der Zeitfaktor wird um einiges länger sein, bis man dies erreicht hat. Wolfsburg (mit voll aufgedrehtem Geldhahn) hat noch einen langen Weg bis in die Spitze vor sich. Und Hoffenheim (mit halb aufgedrehtem Geldhahn) zeigt wiederum, wie man sich dauerhaft als „graue Maus“ im Tabellenmittelfeld etabliert. Dazu kommt noch, dass, falls die UEFA es jemals forciert, RB und viele andere Probleme mit dem Financial Fairplay bekommen werden, da den großen Ausgaben keine/wenig Einnahmen gegenüber stehen.

    Womit wir bei letzterem auch schon bei Szenario 3 wären: Was bei der Formel 1 im Rahmen des Sponsorings noch aufgegangen sein mag, dass viele RB und auch Sebastian Vettel sympathisch fanden, wird im Fußball problematisch. Die Sympathie hält sich aktuell in Grenzen. Im Gegenteil Vereine, wie RB, Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen (wobei man bei den drei letztgenannten noch argumentieren kann, dass deren Sponsoren dort regional verwurzelt sind) sind nicht wirkliche Sympathieträger. Ich rede jetzt nicht ausschließlich vom Zuschauerschnitt (Heim + Auswärts) sondern speziell auch von den Einschaltquoten beispielsweise bei Sky, wenn diese Protagonisten (gegeneinander) spielen, womit wir wieder beim Geschäft Bundesliga sind. Dies wird auch RB nicht gefallen, wenn sie dauerhaft merken, dass durch ihr Engagement die Einschaltquoten und die Sympathiewerte sinken.

    Und ja, sie werden auch der Bundesliga als Gesamtes schaden. Die Bundesliga ist gerade so stark und hat im Vergleich zu anderen europäischen Ligen aufgeholt, weil die Stadien immer so voll und stimmungsvoll sind. Das gefällt auch den Sponsoren, da das Interesse an den Vereinen und an den Spielen sehr hoch ist. Spielen jetzt auf die Dauer immer mehr Vereine, wie RB in der Bundesliga (Ingolstadt sind die n