Willkommen in Chaos-City

Gestern, 14.00 Uhr, in einer Villa in Hamburg-Blankenese.

Das Gebäude gehört dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden des Hamburger Sportvereins, Karl Gernandt, welcher soeben in seinem roten Kasper-Anzug vorgefahren ist. Überhastet musste die Wattwanderung auf Sylt mit anderen beliebten Prominenten abgebrochen werden, die Pflicht ruft. Ebenfalls bereits anwesend sind Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer (bleich), Vorstand Marketing Joachim Hilke (mit gewohntem HSV-Schal), Direktor Profifußball Peter Knäbel, sowie Direktor Sport, Bernhard Peters, der eine große Tasche dabei hat. Mediendirektor Jörn Wolf war nicht erreichbar, die Mailbox läuft. Die Herren haben bereits mehrere Nachrichten hinterlassen.

Beiersdorfer: „Oh, der Chef kommt. Jetzt alle gerade hinsetzen“

Knäbel: „Meine Sitzpositions-Analyse hat ergeben, dass ich immer gerade sitze“.

Beiersdorfer: „Peter, hör auf jetzt. Bitte“.

Gernandt betritt den Raum, die anwesenden Herren erheben sich von ihren Stühlen.

Hilke: „Guten Tag, Exzellenz, wie war die Wattw….“

Gernandt (offensichtlich stocksauer, warum genau weiß man noch nicht): „Hilke, hör‘ sofort auf, mich so zu nennen. Ich werden diesen Satz ewig bereuen“.

Knäbel: „Warum treffen wir uns eigentlich hier und nicht im Stadion?“

Gernandt: „Weil da die Geier von SKY rumhängen, Mann“

Knäbel: „Ach, ich rede immer ganz gern mit denen“

Peters: „Exzel…, ääh, Herr Gernandt, wo kann ich denn jetzt meine Kamera aufbauen?“

Beiersdorfer: „Bernhard, lass gut sein. Falscher Zeitpunkt“

Gernandt:„Peters, ich dreh durch. Nimm diese Scheiß-Kamera aus meinem Kaminzimmer oder ich beiss dir die Eier ab. Ich bin nicht Zinngruber, verdammte Axt“.

Peters: „Aber Chef. Ich hatte doch versprochen, für die Phönix-Dokumentation „Der HSV-Ein Verein schafft sich ab“ alles mitzuschneiden. Wie stehe ich denn jetzt da?“

Gernandt: „Peters, deine Doku ist mir absolut Lattinger. Wir haben Probleme, falls es dir entgangen sein sollte“.

Hilke: „Auch Probleme kann man vermarkten, Chef“

Gernandt: „Hilke, Fresse halten. Du und deine Vermarktung bringen mich noch ins Grab. Du hast den dicken van der Vaart gegen den Willen von Arnesen aus Tottenham geholt und hattest uns erzählt, den könnte man ganz toll vermarkten. Ja, wo denn, du Pinsel? Bei der Gala? Dann hast du uns eingeflüstert, dass man Lasogga mit seiner Armtapete so richtig cool vermarkten könnte. Als was denn, Mann? Als was denn? LIFTA-Treppenlift? Und als vorläufigen Höhepunkt hast du du uns Frührentner Ibiza Olic reingesungen, den kann man suuuper vermarkten. Wo genau hast du den denn jetzt vermarktet? Bei einer Zahn-Zusatzversicherung? Wenn Frau Kühne dich nicht so niedlich finden würde, dann würde ich dich….“

Knäbel: „Exz…, Chef, meine Analyse hat ergeben, dass wir….“

Beiersdorfer: „Peter, eigentlich bin ich ja dein Chef“

Knäbel: „Didi, du bist doch mein Dach, dachte ich. Bernhard und ich sind die Säulen und du bist das Dach. Jedenfalls hatte das unsere Sommer-Analyse…“

Gernandt: „Ruhe im Puff. Wir müssen überlegen, was wir jetzt machen. Ich erwarte Vorschläge, ihr Loser“

Peters: „Vielleicht könnten wir denen mit Sorgfaltspflicht kommen“.

Gernandt: „Was für ne Pflicht?“

Peters: „Sorgfaltspflicht, Exzel…ääh..Chef. Wir könnten sagen, dass wir Zinnbauer rausnehmen müssten, weil wir eine Pflicht gegenüber ihm und seiner Gesundheit hätten. Der Junge sieht wirklich aus wie ne Stuhlprobe, da hat der Lachs schon Recht“.

Knäbel: „Eine Analyse der Uni-Klinik Zürich hat ergeben, dass man nicht mehr als 1 1/2 kg pro Monat abnehmen sollte“

Beiersdorfer: „Peter, ich flehe dich an. Halt endlich die Backen“ 

Hilke: „Vielleicht können wir Joe noch einen Monat an die Weight Watchers vermarkten. Oder an „The biggest Loser“. Ich kenne da jemandem beim Sender“

Gernandt: „Hilke, noch ein Wort und ich ziehe dir einen mit dem Feuerhaken über. Beiersdorfer, welche Alternativen haben wir?“

Beiersdorfer: „Alternativen? Wofür? Soll ich entlassen werden? Chef, das ist nicht fair. Ich will nicht zurück in die Dönerbude, bitte nicht“

Gernandt: „TRAINER, du Haubentaucher. Wir brauchen einen neuen Trainer“

Knäbel: „Eine Analyse der Sporthochschule Köln hat nachgewiesen, dass ein Trainerwechsel…“

Gernandt: „Knäbel, du gehst jetzt mal 10 Minuten Luft schnappen, bevor ich einen Blutsturz kriege“

Knäbel verlässt das Kaminzimmer.

Beiersdorfer: „Aber Chef, wie wollen wir denn ohne den zuständigen Direktor über den Trainer entscheiden?“

Gernandt: „Stimmt, Didi, lass den Analytiker wieder rein. Hat sich Wolf schon gemeldet?“

Peters: „Da läuft immer noch das Band mit diesem „Atemlos“-Lied. 

Gernandt: „Diese Flitzpiepe ist der Nächste. 

Knäbel kehrt ins Kaminzimmer zurück.

Gernandt: „Leute, wir brauchen eine Lösung. Wenn ich an morgen denke, mache ich mir jetzt schon in die Designer-U-Hose. Und wenn ich an den Flat-Screen an der Ostwand denke, werde ich inkontinent. Kühne wird mich sowas von lang machen. Didi, hast du ne Idee? Was ist mit Labbadia?“

Beiersdorfer: „Der geht nicht mehr ans Handy, wenn ich anrufe“

Hilke: „Den Christian Gross könnten wir genial vermarkten, da fällt mir ne Menge ein. Schwarzkopf, Wella, die rennen uns die Bude ein, Chef!“

Gernandt: „Hilke, zum letzten Mal…“

Hilke (beißt in seinen selbstgestrickten HSV-Schal): „Schon gut, Chef. Ich meinte ja nur..“

Gernandt: „Didi, wie steht’s denn jetzt mit Tuchel?“

Beiersdorfer: „Ich habe gehört, dass sie Thomas nach dem letzten Lachanfall reanimieren mussten, als ich ihn fragte. Aber  da bin ich wie ein Bluthund, Chef. Sie kennen mich ja…“

Gernandt: „Heilige Mutter Gottes, was habe ich angerichtet? Will denn niemand mehr Trainer in Hamburg werden?“

Peters: „Man könnte die Kandidaten mit einem Klasse Video-Seminar ködern, sowas kommt immer gut an“

Gernandt: „Schnauze jetzt, wir müssen eine interne Lösung finden. Ob es klappt, ist egal, aber wir dürfen uns nicht nachsagen lassen, dass wir nichts getan hätten“

Hilke: „Stimmt Chef, das wäre aus Vermarktungssicht ganz doof“

Gernandt (mittlerweile im Gesicht so rot wie sein Kasperanzug): „Also wer?“

Die Herren gucken von einem zum anderen. 

Peters: „Also ich bin nur Hockeytrainer“

Beiersdorfer (kleinlaut): „Bin durch die Trainerprüfung gerasselt, Chef“

Hilke: „Ich kann nur ein bißchen Golf spielen“

Gernandt: „Und ihr wollt einen professionellen Fußballverein leiten?“

Peters: „Naja Chef, sie sind ja nun auch nicht gerade…“

Beiersdorfer: „Bernhard, bist du vom Hahn gehackt?“

Plötzlich ruhen alle Augen auf dem Knäbel-Peter, bis eben noch Direktor Profifußball.

Knäbel: „Was guckt ihr mich alle so komisch an?“

Beiersdorfer: „Peter, du hast doch die Fußball-Lehrer-Lizenz“

Knäbel: „Ja, und?“

Beiersdorfer: „Peter, du musst das machen. Ohne dich sind wir gekniffen“

Knäbel: „Ich muss was machen?“

Gernandt: „Ich kollabiere…“

Beiersdorfer: „Du musst den Rest der Saison den Trainer machen. Wir schmeißen den Rahmen auch raus, du kannst dir den Co aussuchen. Peter, verlang‘, was du willst, aber du musst das machen“

Knäbel: „Welchen Rest welcher Saison?“

Gernandt: „Schluss jetzt, Knäbel macht das. Wie verkünden wir das jetzt? Wo steckt dieser verfluchte Wolf?“

Hilke: „Chef, wir müssen nichts mehr verkünden. HSV-Arena hat schon vor mehreren Tagen geschrieben, dass es so kommen würde und jetzt twittert auch die BILD, dass Zinngruber raus ist und Knäbel übernimmt. Wir sind aus dem Schneider, Chef“

Knäbel: „Da wäre nur ein kleines Problem. Ich hatte den Spielern, deren Verträge auslaufen, gesagt, dass wir in der Länderspielpause reden würden. Jetzt bin ich ihr Trainer. Wie soll ich Jansen, van der Verrat, Kacar und Ilicevic erzählen, dass sie sich verdünnisieren können, wenn ich sie im Abstiegskampf noch brauche?“

Gernandt: „Diese Gespräche wird Beiersdorfer führen. Dafür ist der da.“

Beiersdorfer: „ICH? Warum denn ich? Ich wollte eigentlich die nächsten 2 Wochen auf Scouting-Tour gehen. Außerdem haben wir für sowas doch einen Sack voller Direktoren, Chef“

Gernandt: „Didi, wir scheißen dich mit Kohle zu. Ab und zu musst du auch mal Sachen machen, die keinen Spaß bringen“

Beiersdorfer (murmelt): „Dann hätte ich auch in Rußland bleiben können“

Gernandt: „Was war das?“

Beiersdorfer: „Nichts Chef, ich mache das….irgendwann…nach dem Training…..wenn die Spieler müde sind….“

Gernandt: „Dann wäre das beschlossen. Knäbel macht ab morgen das Training und rettet uns alle. Wenn nicht, bist du Geschichte, Knäbel. Beiersdorfer führt die Gespräche mit den Spielern, irgendwann. Peters geht zurück in seinen Keller und Hilke hält wie immer die Klappe. Und jetzt raus hier, ich muss mich mental auf morgen vorbereiten. Kühne wird mich kastrieren“

Vorstände und Direktoren verlassen das Anwesen.Draußen angekommen, klingt Beiersdorfers Handy. Wolf ist dran.

Wolf: „Hey Dicker, was geht?“

Beiersdorfer: „WAS GEHT? Bis du voll? Wo warst du den ganzen Tag? Wir haben hier ne massive Krise“.

Wolf: „Ach Quatsch, Krise. Soweit sind wir noch nicht, Dicker“.

Beiersdorfer: „WO WARST DU, JÖRN?“

Wolf: „Musste Schlaf nachholen. Außerdem ist Sonntag mein freier Tag. Ich gehe jetzt frühstücken. Lach mal wieder, Dicker. Schöne Stunden“. Wolf legt auf. 

Beiersdorfer (grübelt): „Ob ich denen in Bremen vielleicht auch verklickern könnte, dass Werder schon immer meine große Liebe war? Immerhin habe ich da auch mal gebolzt. Und Dönerbuden gibts in Bremen bestimmt auch. Ich google das mal…“

Aus dem Hintergrund fragt

Peters: „Wollen wir uns ne Pizza bestellen, Jungs“

Hilke: „Aber ohne Anchovis“

Knäbel: „Ich wäre mehr für Käse-Fondue. Eine Ernährungs-Analyse der Uni-Klinik Kalkutta hat bewiesen, dass Pizza….“

An den quietschenden Reifen des Dienst-Audis von Vorstandsboss Beiersdorfer kann man unschwer erkennen, dass der „Ex-Dukaten-Didi“ mit seinen Nerven zu Fuß ist….

 

Von | 2015-03-23T08:24:48+01:00 23. März 2015|Allgemein|41 Kommentare

41 Comments

  1. Hoobs 23. März 2015 um 08:37 Uhr

    Großes Kino Grave. Respekt! Aber Du hast ja auch recht, das alles kann man nur noch mit Galgenhumor nehmen. Als ich gestern erfahren habe das Knäbel übernehmen soll, dachte ich spontan an die Sparkassen-Werbung: „Okay, wir nehmen die Fähnchen…“

    Am 22. März 2015 wurde im neu gewählten Vorstand beschlossen, dass der HSV nach 52 Jahren erstmalig aus der 1. Liga absteigen soll. Punkt.

  2. higokaltz 23. März 2015 um 08:45 Uhr

    Sehr geil…wann kommt das passende Comic dazu raus ? kann es kaum erwarten. „Je suis Chaos City“
    Hat jemand schon eine Info, wann wieder die Unterstützer Fan-Märsche zum Trainingsgelände starten ? Bitte Info.
    Und den Gebrüdern Braun vom Miniaturwunderland sei gesagt: Bitte sofort wieder die Seite „Fünf Gebote im Abstiegskampf“ reaktivieren. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen 🙂

    Euch allen eine schönen Tag und liebe Grüße nach CHAOS CITY …

  3. Andi Pie 23. März 2015 um 08:47 Uhr

    Von einem Trainer-Novizen zum nächsten.
    P.K.: Trainer bei der Nürnberger Jgd und Spielertrainer in Winterthur.
    Das sind doch prima Referenzen für den Job als HSV-Krisen-Trainer.
    Wenn das jetzt nicht klappt, dann hätte es auch kein anderer gekonnt.
    Sach ma !!!!
    Pokern die wirklich so hoch?
    Oder fehlt nur mir der Glaube?
    Oder was?
    Dann gehen die nun also von folgendem aus:
    1. P.K. reisst das Ruder herum, der HSV bleibt in Liga 1.
    2. Zur nächsten Saison kommt der „Wunschtrainer“. Vielleicht Tuchel?
    3. Kasperletheater ist nix dagegen.
    .
    Und im anderen Fall, man nennt das dann verzockt:
    1. HSV steigt ab. In welche Liga ist noch offen.
    2. HSV hat dann KEINEN Trainer.
    3. Konkurs.
    .
    Sieht relativ schwarz/oder/weiss aus, aber so empfinde ich es gerade.
    .
    Und… wir erinnern uns… es wurde ein Däne als Sportdirektor eingestellt, der mit dem wohl dicksten Notizbuch der Fussballwelt.
    Ihm wurde nach relativ kurzer Zeit vorgeworfen, er kennt die BuLi nicht.
    Jetzt haben wir einen Schweizer als Direktor Profifussball (und diese beiden Worte ansich in dem Zusammenhang sind schon mehr als lächerlich). Und der soll a) die BuLi in Unkenntnis von hinten aufrollen und b) die nächste Saison planen und c) Spielerverträge verhandeln?
    .
    Ich gehe jetzt in den Keller, die Nachbarn gucken schon ganz verstört, weil ich nur noch Kreische und Lache und so…

  4. Heiliger Bimbam 23. März 2015 um 09:08 Uhr

    Jeder von den „Protagonisten“ macht den maximalen Murks. KlauMi unter anderem lässt überteuert vdV zurückholen, weil er der Sylvie aufs Dekolletee sabbern will, man holt Diddl als Kuscheldecke, um „+“ nicht zu gefährden (ein Hoffmann hätte wohl keine >75% gebracht…), man stattet Ferrari-Joe unnötigerweise mit einem fetten Vertrag aus, Presse-Pete erst als Lautsprecher, jetzt als armseligen Versuch, einen zweiten Arnesen zu pullen…

    „Früher konnten die noch alles auf Ertel schieben, heute wissen die auch nicht mehr weiter…“

    Gut, dass ich mittlerweile auf Ibuprofen umgestiegen bin, soviel Aspirin würde meine Magenschleimhaut nicht mehr aushalten. scnr. 😀

  5. Iago 23. März 2015 um 09:34 Uhr

    Ich schnaube vor lauter Freude in mein Taschentuchel

  6. Kai Arne 23. März 2015 um 10:32 Uhr

    Unrealistische Dialoge. Bei weitem zu selbstreflektiert …

  7. solitaer 23. März 2015 um 10:47 Uhr

    Super. Klasse geschrieben. Ich denke das Peter Knäbel den Hitzfeld als Co-Trainer holt, dann bleiben wir in der ersten Liga….
    Nur der HSV…. Jeden Tag ein bisschen verrückter….

  8. Nur der HSV! - Seite 192 23. März 2015 um 11:48 Uhr

    […] Damit es nicht so traurig ist, mal was lustiges…. […]

    • Gravesen 23. März 2015 um 13:49 Uhr

      Schon geil, was für kranke Gerüchte verbreitet werden 🙂 Dieser Clown hat mich noch nie gesehen, geschweige denn mit mir gesprochen. Aber er weiß, dass ich irgendwo rausgeflogen bin (was völliger Blödsinn ist), warum ich verbittert bin (was definitiv nicht der Fall ist) etc. Wenn man, wie er, diesen Blog täglich liest, wird man bemerkt haben (wenn man nicht zu blöd ist), dass sich an der Schreibe und der Sichtweise überhaupt nichts geändert hat, lediglich die Personen sind andere.
      Wenn es aber früher cool war, wenn ich Ertel und Hunke kritisiert habe, bin ich jetzt verbittert, wenn ich Gernandt und Didi kritisiere. Was für ein haarsträubender Blödsinn.

  9. Micha 23. März 2015 um 12:47 Uhr

    Ob die Analyse wirklich so professionell ablief? Ok, die „ohne-Anchovis Pizza“ zum Schluß spricht dafür…
    Da feuert man ohne ersichtliche Not (und Kohle) den Mirko und ersetzt ihn durch den engagierten, aber etwas überforderten Zinne um auch diesen zu feuern. Im Zuge der Anal-yse wird einem TvH die Qualifikation abgesprochen. Also macht es Trainerlegende und Titelsammler Peter „Volkssturm“ Knäbel, weil man sich natürlich längst mit Tuchel einig ist.
    So so. Die offensichtliche Fremdbestimmung (Stichwort Aufstellung/Gernandt) wird leider immer deutlicher.
    KlauMi, dessen Engangement ich bisher befürwortete, hat den HSV jetzt endgültig bei den Eiern gepackt. Er wird sicherlich nicht untätig zusehen, wie seine Anteile fallen. Bei Abstieg ist der Verein ihm hoffnungslos ausgeliefert, je nach Erfüllung seiner Personalwünsche von Liga 2-4. Didi wird in Kürze Geschichte sein und von Magath beerbt. Gelingt diese irre Rettungsaktion, wirds mit Verzögerungen genauso kommen. Mich juckt das irgendwie auch nicht mehr. Nur von KMK bin ich enttäuscht. Es geht nur um Macht und die Durchsetzung persönlicher Interessen. Dass dabei nicht nur ein Verein, sondern Millionen von Anhängern, deren Träume und Hoffnungen, zum Spielball eines einzelnen Mannes werden, scheint diesen nicht zu jucken. Das enttäuscht mich persönlich doch sehr.
    Ansonsten danke für Deine ehrlichen Blogs, auch wenn ich nicht immer Deine Ansichten teile.

    • mendikant 23. März 2015 um 16:57 Uhr

      Och KMK, da tickt die biologische Uhr schon ganz laut.

  10. Micha 23. März 2015 um 13:32 Uhr

    Grave, bitte mach einen neuen Live-Ticker von der PK.
    Gefundenes Fressen 😉

  11. Micha 23. März 2015 um 13:34 Uhr

    Knäbel

    „Wir werden keine 180-Grad-Kehrtwende machen. Ich kenne die Spieler gut. Wir werden morgen einen Laktat-Test machen. Am Donnerstag testen wir ohne unsere Nationalspieler gegen Osnabrück. Wir werden die Rekonvaleszenten wieder einbauen.“

    RIP HSV

    • André 23. März 2015 um 13:47 Uhr

      Und das hätte Joe nicht gekonnt??? Einfach unterirdisch das ganze Schauspiel! Warum konnte der Herr Direktor denn nicht vorher schon eingreifen oder Joe unterstützen? Jämmerlich! Der HSV ist nur noch ein Schatten vergangener Tage und arbeitet zielstrebig daran nun auch das lange Kapitel 1.Liga zu beenden! Weiterhin viel Erfolg dabei! Nur schade, dass es wohl auch in Liga 2 kein Stadtduell geben wird.

      • Moritz 23. März 2015 um 14:49 Uhr

        Trainerentlassungen sind immer Mist, aber wohl manchmal nicht mehr vermeidbar.Was soll Knäbel denn nun auch sagen? Natürlich kann er jetzt nicht alles ändern. Und sind wir ehrlich: Trainer sind doch in solchen Situationen immer Bauernopfer…, die Spieler kannst du nicht rausschmeißen, aber du musst eine psychologische Wirkung bei Ihnen erzielen können und ihnen das Gefühl geben, dass es mit einem neuen Trainer besser klappt und zudem die Medien beruhigen, die ja sonst permanent einen Trainerwechsel diskutieren… Das ist ein sehr schmutziges Geschäft, aber wir alle kennen es doch, oder etwa nicht? Hat denn tatsächlich einer geglaubt JZ bleibt Trainer nach der Niederlage gegen Berlin?

        Es muss leider mit dem schlimmsten gerechnet werden, und dass sage ich unabhängig davon wie der neue Trainer heißt… Ich glaube nämlich, dass die Mannschaft mittlerweile weiß, dass nicht die zig Trainer der letzten Jahre schuld an dem Niedergang des HSV waren, sondern sie selbst und dass ihr Selbstvertrauen bei Null liegt…

  12. Goldfather 23. März 2015 um 16:16 Uhr

    1. Sollte es Beiersdorfer gelingen Tuchel für den HSV zu verpflichten, spielt der HSV in 4 Jahren, unabhängig davon ob jetzt abgestiegen wird oder nicht, international. Diese Meinung habe höchstwahrscheinlich exklusiv, aber ich würde eher mit Tuchel in der zweiten Liga beginnen, als mit Zinnbauer, Slomka, Fink, Oenning auf Platz fünf der ersten Liga.
    .
    http://www.n-tv.de/sport/fussball/Tuchel-soll-bereit-sein-fuer-den-HSV-article14756341.html
    .
    2. Ich hoffe, dass die Exzellenzen so klug sind und Knäbel einen Co-Trainer an die Seite stellen der Bundesligaerfahrung hat. Im Jahre 2000 als der BVB der zweiten Liga entgegentaumelte fand man in der Kombination Lattek/Sammer die Lösung. Ein junger unerfahrener Co-Trainer ist in der jetzigen Situation des HSV ungeeignet, da Knäbel die Bundesliga aus Trainersicht erst seit wenigen Monaten kennt.
    .
    3. Die Pressekonferenz empfand ich sachlich und der Problematik angemessen. Knäbel machte auf mich nicht den Eindruck eines größenwahnsinnigen Risiko-Junkies, sondern viel eher den eines Mannes der sich seiner Verantwortung bewußt ist. Ich hoffe, dass Knäbel selbst nach einem Gang in die zweite Liga dem HSV als Sportdirektor erhalten bleibt.
    .
    4. Nur wenige von denjenigen, die zurecht oder zu unrecht die aktuelle Führung des HSV kritisieren, hätten in der jetzigen Situation die Eier sich der Verantwortung zu stellen. Ich hoffe, dass man beim HSV die Nerven behält und Tuchel auch bei einem Gang in die zweite Liga verpflichten kann.

    • Micha 23. März 2015 um 16:27 Uhr

      Tuchel wird immer noch wiederbelebt…wegen akutem Lachflash.
      Und natürlich braucht der neue „Chef“ nen neuen Assi. Direktor Assistenz oder was?
      Nix auf der Naht, aber immer neue Plan-und Wasserköpfe schaffen.
      Nächste Saison greifen wir Europa an 😉

    • El_Blindo 23. März 2015 um 16:40 Uhr
      • Goldfather 23. März 2015 um 17:40 Uhr

        Aktuell gibt es keine verlässliche Quelle, so dass wir uns alle im Bereich der Spekulation bewegen bezüglich einer möglichen Verpflichtung Tuchels durch den HSV.
        .
        Vorstellbar wäre eine solche Verpflichtung jedoch durchaus, auch wenn man davon ausgehen kann, dass es bislang lediglich lose Anfragen und belanglose Erwiderungen gegeben hat.
        .
        Sowohl die Personalie Thomas Tuchel, als auch die Vorgehensweise Beiersdorfers, der für Tuchel alles zu riskieren scheint, sprechen eine eindeutige Sprache, da nichts einfacher gewesen wäre, als irgendeinen verfügbaren Trainer mit einem Dreijahresvertrag für die zweite und erste Liga auszustatten.
        .
        Tuchel ist höchstwahrscheinlich aktuell so fix für den HSV wie es damals Matthias Sammer war und dennoch muß Beiersdorfer dieses Risiko in meinen Augen gehen, um endlich Veränderungen auf der sportlichen Ebene zu schaffen die dem HSV weiterhelfen im Kampf mit den Konzerngiganten von Volkswagen, Allianz, Adidas, Audi, Bayer, Red Bull und vielen anderen mehr.
        .
        Schafft der HSV im Bereich seines Kerngeschäftes Fußball keine nachhaltige und somit signifikante Verbesserung, geht er den Weg des FC St.Pauli in die dritte Liga, und dürfte, dort angekommen, Insolvenz anmelden.
        .
        Zum Thema Wasserkopf sei angemerkt, dass Bundesligafußball mitlerweile auf einem Know-How-Niveau stattfindet, welches sich kaum von dem unterscheidet was in einem Formel 1 Rennstall geleistet werden muß, um jahrelange Spitzenperformance zu erreichen.
        .

        Rund 180 Ingenieure arbeiten bei Red Bull Racing tagtäglich unter Hochdruck daran, die Rennboliden der Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber um die entscheidende Kleinigkeit schneller zu machen.

        Quelle: http://www.siemens.com
        .
        180 Ingenieure sind nicht 180 KFZ-Mechaniker und Teambetreuer, sondern EXZELLENT ausgebildete Experten die häufig als Projektleiter eine Arbeitsgruppe führen.
        .
        Im Vergleich dazu ist das was beim HSV neuerdings läuft immer noch ein Kleinkindergeburtstag, obwohl es auch beim HSV langristig betrachtet um Milliarden €/$ geht. Man mag über unsägliche Personalentscheidungen wie Hilke oder sonst wen beim HSV streiten können, aber die Struktur einer modernen AG im kommerziellen Profifußball erlaubt nichts anderes mehr.
        .
        Die Direktorenpositionen eines Bernhard Peters oder die eines Peter Knäbels mag man personenbezogen diskutieren können, jedoch niemals strukturell, wenn man vorhat sich mit Monstern a la Bayer 04 Leverkusen oder dem FC Allianz-Audi-Adidas-München anzulegen.

  13. Thomas 23. März 2015 um 17:49 Uhr

    Selbst der Postillon widmet dem HSV gerade einen Artikel:

    „Hamburger SV besetzt Trainerposten ab sofort nur noch mit Leiharbeitern “

    http://www.der-postillon.com/2015/03/hamburger-sv-besetzt-trainerposten.html

    • BerndH60 23. März 2015 um 22:22 Uhr

      Am Besten beim Postillion kam der Satz:
      „Fußballerische Fachkenntnisse sind wünschenswert, aber keine Voraussetzung.“ 🙂

  14. Gunnar 23. März 2015 um 18:27 Uhr

    Weltklasse! Das ist wirklich sehr lustig geschrieben!
    Ich glaube auch nicht, das Knäbel das Ruder rumreißt! Wenn er die Lösung parat hat, was hat ihn dann daran gehindert Zinnbauer zu beraten und ihn den Weg zu weisen?

    • Gravesen 23. März 2015 um 18:30 Uhr

      Die Frage hätte ich auf der PK erwartet…

  15. Oberberger 23. März 2015 um 18:43 Uhr

    Gab es da nicht einen älteren Herrn mit Vintage-Igelfrisur, der sich ein Leben ohne den HSV nicht vorstellen kann und der Joe Zinnbauer bis zum letzten Blutstropfen verteidigen wollte ?
    Ich warte auf die große Abrechnung. Es kann sich nur noch um Stunden handeln bis Details bekannt werden warum „Magic Joe“ der absolut falsche Trainer war.
    Die Messer sind gewetzt, die Kübel mit Fischabfällen stehen bereit……Vorhang auf …ach neee…Matz ab !

    • Gravesen 23. März 2015 um 18:49 Uhr

      Die Bratwurst Nagel ich morgen an die Wand, darauf kann sich der Vogel heute schon freuen

      • Micha 23. März 2015 um 19:38 Uhr

        Ich bitte nicht nur darum, ich erwarte das von Dir;)
        Erbärmlichen, falschen Schmierfinken sollte das täglich zuteil werden.

  16. mlg 23. März 2015 um 19:11 Uhr

    Es war doch ganz anders: Die Herren sassen zusammen und am Schluss haben sie, weil sie es nicht besser konnten, einfach Streichhölzer gezogen und der arme Peter hat das kurze gezogen. Shit happens

  17. Flensburger 1977 23. März 2015 um 19:42 Uhr

    Mahlzeit, ich bin nicht mal mehr geschockt….Aber was ich mich Frage… wirklich Frage.. ist : Warum verdammt nochmal einen Laktattest???? Kann mir das jemand erklären? Das impliziert für mich die Tatsache..das der Knäbel dem Joe unterstellt die Truppe wäre nicht fit genug! Der ist doch so nah an der Mannschaft….So langsam beschleicht mich das Gefühl das da intern noch mehr vorgefallen sein muss.. Eleganter wäre es gewesen , alles so zu lassen .. und wenn JZ Unterstützung von Knäbel gebraucht haette .. , würde es doch einfach langen … wenn PK seinen Anzug auszieht .. in den Jogger schlüpft und mithilft…
    komischer Verein .. Slapstick… Aber von der Presse traut sich ja keiner diese Fragen in der PK zu stellen…