Auf dem Weg in die emotionale Bedeutungslosigkeit

Der Hamburger Sportverein hat ein Problem und dieses Problem ist meiner Auffassung nach wesentlich größer als das akute sportliche Problem rund um Abstieg, Erstliga-Zugehörigkeit oder finanzielle Schieflage, obwohl am Ende des Tages alles miteinander zusammenhängt.

Der HSV ist dabei, seine Fans zu verlieren, der HSV ist dabei, in einer Art emotionaler Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Sport ist Emotion und Fußball ist wohl eine der emotionalsten Sportarten überhaupt. Bei kaum einer anderen Sportart kann der eigene Verein derart zu einer Art Religion ausarten (Schalke vs. Dortmund), nirgendwo sonst werden Athleten zu Volkshelden oder im Umkehrschluss zum Verantwortlichen für den Untergang des Abendlandes. Fußball lässt Erwachsene zu Kleinkindern und Professoren zu Hooligans werden. Warum? Weil der Fußball in der Lage ist, ungeahnte Emotionen freizusetzen. Es ist irrational, kaum zu erklären, aber es ist da.

„Dies ist mein Verein bis in den Tod. Wer meinen Verein beleidigt, beleidigt meine Familie“.

Diese Emotionen sind unabdingbar und man kann besonders in der Werbung beobachten, dass es kaum mehr ein anderes Ziel gibt, als ein Produkt (und Fußball und auch der HSV sind ein Produkt) zu emotionalisieren. So sind beispielsweise Autos ein hoch-emotionales Produkt, deutsche Markenbutter eher weniger. Supermarkt-Ketten (EDEKA) investieren Millionen und Aber-Millionen, um ihre Marke zu emotionalisieren („Wir lieben Lebensmittel“), selbst Bausparkassen versuchen sich mithilfe von emotions-gesteuerten Kampagnen („Ich will auch Spießer werden“), von der Konkurrenz abzugrenzen.

Dabei müssen die Emotionen, die ein Produkt auslösen, nicht nur bzw. ausschließlich positiver Natur sein. Die BILD beispielsweise hat ein ausgesprochen mieses Image, es gibt kaum jemanden, der das Blatt mag. Aber die BILD emotionalisiert, polarisiert, man spricht über sie. Das Schlimmste, was der BILD passieren könnte, wäre der Fall, wenn man sich nicht mehr über sie aufregen würde, wenn sie in der emotionalen Bedeutungslosigkeit versinkt. Dann lieber ein Schweine-Image, als gar kein Image.

Der HSV ist nun auf dem besten Wege, nicht mehr in der Lage zu sein, Emotionen auszulösen und das wäre nicht nur eine finanzielle Katastrophe. Werbepartner, Sponsoren, Investoren, sie alle hängen sich an den Verein, werben mit dem Verein, weil er in ihren Augen ein bestimmtes Image verkörpert. Das könnte sogar das Image des sympathischen Losers sein, aber Hauptsache, man hat noch eines. Wenn aber ein Verein als Werbeträger nicht mehr nachweisen kann, für welches Image und dann für welche Art Emotion er steht, gibt es keinen Grund mehr, zusammen mit ihm zu werben.

„Ich habe keine Lust mehr, über diesen Verein zu reden. Ich ärgere mich nicht mal mehr. Ich habe in dieser Saison noch eine Dauerkarte, aber es wird die letzte nach 9 Jahren sein. Keinen Bock mehr…“

Vor wenigen Tagen erst erzählte mir jemand in genau diesen Worten von seinen nicht mehr vorhandenen Emotionen und es war jemand, bei dem ich Jahrzehnte lang die feste Gewissheit hatte, dass man ihn irgendwann einmal mit Herzinfarkt aus der Arena tragen würde. Die Luft ist raus und auch hier, wie an vielen anderen Fronten, schläft der Verein nach wie vor den Schlaf des Gerechten. Dabei konnte man doch registrieren, dass man die emotionalsten Fans (CFHH etc.) bereits verloren hatte. Mag man die Gesänge, die Choreos und so weiter auch vielleicht nicht mögen oder sogar überflüssig finden, sie waren zumindest da. Natürlich sind Sitzblockaden und „Vorstand raus-Rufe“ nicht unbedingt das probateste Mittel, um seine Ideen durchzusetzen, aber zumindest wurde irgendetwas gemacht.

Was aber machte der Verein, um diese Jungs zurückzuholen, um die vorhandenen Gräben zuzuschütten? Beiersdorfer führte am Anfang der Saison ein Gespräch, holte sich eine (vorläufige) Abfuhr und das war’s. „Vorstand Fans und Gräben“, Carl-Edgar Jarchow, schrieb einen niedlichen Brief und meldete sich anschließend nicht mehr. Offenbar war man seitens der Vereinsführung der Meinung, man könnte in den Zeiten der AG auf diese Fans verzichten. Vielleicht war man sogar ganz froh, diese Art Anhänger endlich losgeworden zu sein.

Heute sind die Zuschauer doch nicht mal mehr bereit, nach der nächsten Minusleistung zu pfeifen. Man geht schweigend und kopfschüttelnd aus dem Stadion, was soll’s, ist halt ein Scheiß-Verein…

Das letzte Mal, dass der HSV seine Mitglieder emotionalisieren konnte, war während der Wahlkampfphase zum Thema HSVPLUS und Ausgliederung, aber auch dort emotionalisierte nicht der Verein selbst, sondern die Initiative HSVPLUS. Dort wurde gestritten, beleidigt, unterstellt und gefightet. Heute tendieren die Beteiligungen an Diskussionen und die Anzahl der Kommentare in Foren, Blogs oder bei Facebook gen Null, denn nicht mal mehr die letzten Leidenschaftlichen haben Lust, sich zum Verein zu äußern. Auch bei ihnen hat sich eine Leere breitgemacht, eine Nicht-Beschäftigung mit dem Verein erfüllt den Zweck des Selbstschutzes.

„Es tut mir nicht gut, mich mit dem Verein zu beschäftigen. Ich werde das nicht mehr zu sich an mich rankommen lassen, andere Dinge sind mir jetzt wichtiger…“

Der Verein verliert seine Kinder und er bekommt sie nicht zurück. Während noch in den 70er, 80er und 90er-Jahren der hiesige Fußballverein relativ allein auf weiter Flur stand, was die Möglichkeit zu einer emotionalen Bindung betrifft, sind im Jahr 2015 die Möglichkeiten, seine Freizeit sinnvoll zu verbringen, weitaus vielfältiger angeordnet. Junge Menschen brauchen heute keine Club mehr, um sich wohl zu fühlen.

Wenn ich als Verein nicht ständig daran arbeite, die Emotionen am Kochen zu halten, werde ich uninteressant und austauschbar und genau hier hat der HSV wieder einmal kolossal gepennt. In seiner überragenden Arroganz war der Verein respektive seine Kommunikations-Abteilung der Meinung, das man sowas nicht benötigen würde, heute wird es Millionen kosten, den Verein wieder auf ein stabiles emotionales Level zu heben, wenn es denn überhaupt noch möglich ist. Beim HSV aber stellt man lieber den nächsten Direktor ein, der sich mit interner Kommunikation beschäftigt, was interessiert uns schon, wie uns die Leute draußen wahrnehmen.

„Stell dir vor, der HSV steigt ab und keinen interessiert’s…“

Aktuell würde ich meinen, dass exakt dieser Weg vorgezeichnet ist und die Verantwortlichen sitzen immer noch auf ihren Plätzen und bekommen einen Vertrag bis 2018 verlängert. Es werden Agenturen für jeden Scheiß beauftragt, aber den emotionalen Abgang seiner Fans hat der HSV verpennt.

Aber wer weiß, vielleicht wäre das ja das bestmögliche Image.

Hamburger Schlaf Verein.

Von | 2015-03-27T08:20:06+01:00 27. März 2015|Allgemein|38 Kommentare

38 Comments

  1. Hannes Grundmeyer 27. März 2015 um 08:59 Uhr

    Oh, Mann, du sprichst mir aus der Seele. Ich versuche auch, mich nicht mehr zu sehr über alles aufzuregen. Das klappt manchmal gut, manchmal weniger gut. Und so geht es vielen von meinen Freunden, Bekannten und Kollegen. Es ist vielen mittlerweile egal, ob wir absteigen. „Verdient hätten Sie´s“…, „kein Wunder, bei so einem miesen Management“ oder „Ist mir völlig Lachs“ sind dann die Kommentare. Traurig aber wahr, der HSV geht den Leuten nicht mehr ans Herz. Oder zumindest lassen es sich die Leute nicht mehr so anmerken.
    Ich ärger mich schon gar nicht mehr über blöde Sprüche von Werder- und St.Pipi-Anhängern. Ok, nicht mehr so wie früher. Trotzdem werde ich bis zum Schluss die Hoffnung nicht aufgeben, dass es irgendwann mal besser wird. Wie´s dann in Liga 2 aussehen würde, kann ich nicht sagen. Damit befasse ich mich, wenn´s soweit ist.

  2. Henrick 27. März 2015 um 09:03 Uhr

    Trends kommen und gehen. Der HSV hatte als einer der ersten Vereine eine Arena. Damit hat sich dann alles verändert. Die Zuschauerzahlen sind explodiert. Gerade viele Leute aus dem Umland sind in die Arena geströmt. Interessant ist zu beobachten wie seit dem bei unseren großen Amateurvereinen im Umland die Zuschauerzahlen gesunken sind (VfB Lübeck oder der LSK) und große wirtschaftliche Not ausbrach. Der Hype beim HSV hat sich in den letzten Jahren totgelaufen. Gründe gibt es hunderte und viele sind hier ausführlich besprochen worden. Einen weiteren möchte ich hinzufügen: eine kleine Soziologie des Stadionbesuchers aus dem Umland (ist natürlich übertrieben).. Wohnhaft im Speckgürtel Hamburgs ist er eher bürgerlich. Er verbringt seine Freizeit gerne beim Grillen, bei der Feuerwehr, Sportverein oder im Garten. Die Familie nimmt viel Zeit in Anspruch. In seiner Freizeit will er unterhalten werden und für sein Geld Gegenleistung. Er ist der Leistungsgesellschaft verhaftet. Wenn er ins Stadion kommt möchte er was geboten bekommen. Eine Leistung für seinen Einsatz. Diese Erwartungshaltung ist durch die neuen Zuschauerströme massiv in den HSV getragen worden. Seit Jahren kann der HSV diese Erwartungshaltung („Europapokal“) nicht mehr entsprechend bedienen. Der Eventcharakter des Stadionbesuchs hat sich mit den Jahren und der abnehmenden Stimmung abgenutzt. Zu erwarten ist das die Zuschauerzahlen sinken werden. Diese Leute sind keine Verrückten die denken dass sie dem HSV unendliche Liebe und Leidenschaft entgegen bringen müssten, bis sie vielleicht wieder was geboten bekommen. Dafür sind sie zu rational und geerdet. Böse Zungen könnten auch sagen teils zynisch. Die Verrückten hat man bereits zum Teil aus dem Stadion vetrieben. Was bleibt?
    Ich persönlich für meinen Teil glaube das der HSV auch hier Vorreiter ist. Ich bin überzeugt das die Bundesliga ihren Attraktivitätshöhepunkt überschritten hat. Der Lack ist durch Plastikclubs und Dauermeister aus Bayern ab. Das dauert nur noch einige Jahre bis das alle merken.
    Ich bin froh wenn es so kommt und die ganzen Leute denen der Sport vor zwanzig Jahren mehr oder weniger egal war, wieder verschwinden. Dann kann der Fussball wieder mehr Sport werden und der HSV ein Verein wo es um Fussball geht. Ich werde immer hinfahren, denn auch in der zweiten oder dritten Liga wird Fussball gespielt. Locker bleiben.. Trends kommen und gehen, der Fussball bleibt bestehen!

  3. Martin 27. März 2015 um 09:19 Uhr

    Deswegen kann man Berichte über „Tuchel zu Hamburg“ vermutlich auch nur als Versuch verstehen, den verbliebenen Fans weiterhin irgendwie weiszumachen, es gäbe einen da doch einen Schimmer, ein blasses Glimmen am Ende des Tunnels. Aber so wie es aussieht, wird es bei ein paar netten Gesprächen und eine grundsätzliche Absichtserklärung ( was soll man als Trainer auch sonst machen, in dem Geschäft ) bleiben. Vermutlich führt man bereits Gespräche mit anderen grundsätzlich Interessierten und ehemaligen und vielleicht nicht ganz so beliebten Trainern – aber das sagt man eben nicht sondern hält die Emotionen irgendwie hoch. Augen zu und durch – das scheint beim HSV ein Handlungskonzept zu sein

  4. higokaltz 27. März 2015 um 09:31 Uhr

    Sehr guter Beitrag. Kann ich nur unterstreichen…genauso fühlt man sich zur Zeit !!!! immer wenn man denkt es geht nicht mehr schlimmer, kommt noch einer oben drauf… Man kann seine Freizeit wirklich sinnvoller gestalten…
    ebenfalls passend war in dieser Woche auch dieser Artikel.

    http://www.zeit.de/sport/2015-03/hsv-krise-abstieg

  5. SvenB. 27. März 2015 um 10:11 Uhr

    @Hannes: er hat Lachs gesagt:-)

    Zum Thema:
    Das spricht mir aus der Seele. Ich ärgere mich nicht einmal mehr über Niederlagen. Ich nehme sie zur Kenntnis, wobei ich nach der Münchner-Niederlage doch geschockt war.
    Das Sportliche berührt nicht so gut wie gar nicht mehr. Was im Hintergrund passiert, um so mehr.
    Mal schauen, was die Zukunft bringt, selbst ein Abstieg würde mich nicht mehr wirklich schocken.
    Mir tun nur die Menschen leid, die am HSV hängen, weil es einfach ein Lichtblick in ihrem sonst schwierigen Leben ist. Und damit meine ich nicht die Patienten im DM-Gedächtnis-Blog.

    • Gravesen 27. März 2015 um 10:14 Uhr

      Der Nächste, der Lachs sagt, spendiert mir ne Fischplatte 🙂

      • SvenB. 27. März 2015 um 10:27 Uhr

        Salmon:-)

  6. Foppaxl 27. März 2015 um 10:16 Uhr

    Ja heute kann ich den Blog mit Fug und recht unterschreiben kann, wie auch die meisten bisherigen Kommentare.
    Auch bei mir setzt eine gewisse Gleichgültigkeit ein, die Dauerkarte habe ich noch und werde sie auch vorerst noch behalten. Dies allerdings eher aus Bequemlichkeit, mir zumindest die Option offen zu halten, dann und wann ins Stadion zu gehen.
    Ansonsten gab es selten so viele Spiele wie in der aktuellen Saison, die ich gar nicht oder nur sehr beiläufig verfolgt habe.
    Natürlich hat das bei mir auch mit im Lebensverlauf verschobenen Prioritäten zu tun.
    Die Kinder sind eh schon zu Bayern gewechselt und ohne dauerhaften Erfolg des HSV, bzw. Misserfolg der Bayern auch kaum zurückzugewinnen.

    Inzwischen habe ich ein wenig das Gefühl, einem Verein anzugehören, wie es vor einigen Jahren noch Bochum war. Die graue Maus der Liga. Der einzige Unterschied ist derzeit noch, dass Bochum damals eine Fahrstuhlmannschaft war.
    Und so reinigend eine Katharsis Abstieg für manch einen wirken darf, ist das ein Szenario mit dem ich mich noch immer nicht anfreunden will.
    Die Hoffnung stirbt auch weiter zuletzt, die Begeisterung hat das Siechtum schon erreicht.

  7. Heiliger Bimbam 27. März 2015 um 10:19 Uhr

    Das Ork-ähnliche Dauergegrunze der dummen Steigbügelhalterkiddies á la CFHH sollen echte Emotionen gewesen sein? Sorry, aber da lebst du echt auf einem anderen Planeten, Grave.
    .
    Oder erkenne ich die Ironie nicht?
    .
    Könnte sogar sein, denn Dick aufgetragen hast Du ja – ausgerechnet die zu armen Hascherln zu erklären, die den Verein in ihren gerademal 3 Jahren Terrorherrschaft aktiv zugrundegerichtet haben.
    Macht wollten die. Und nachdem sie krachend gescheitert sind, sind sie jetzt alle zu Falke 06 und sonstwo weitergezogen – die „Emotionalsten der Emotionalen!“, echte, ewige Liebe! Ganz sicher. Bestimmt. Harrharr.

    • Gravesen 27. März 2015 um 10:23 Uhr

      Über die politischen Ambitionen und auch über das infernale „Hamburg, Hamburger SV….“ müssen wir sicher nicht streiten, aber immerhin kam bei denen noch sowas wie Emotion rüber. Heute gehen teilweise bis zu 5.000 Dauerkarten-Inhaber nicht mehr zu den Spielen. Der HSV verkündet dann immer ganz stolz, dass mehr als 50.000 Karten verkauft wurden, aber es sind nur noch 45.000 in der Arena.

      • Heiliger Bimbam 27. März 2015 um 11:06 Uhr

        Nee. Neee. Bei aller Liebe nicht. Die haben sich selber gefeiert, mit ihrem Oberhonk permanent mit dem Rücken zum Spiel. Das hatte nichts, aber auch GAR NICHTS mit unserem HSV zu tun, ausser, dass der Verein immer wieder die (Buß)Gelder abdrücken durfte für deren Scheisspyro und die demolierten Züge.
        .
        Unter Hoffmann hatten wir seit langem wieder den besten Fussball gespielt, DAS ist der Kern, aus dem die Emotionen wachsen. Und diese Bande hatte nix besseres zu tun, als sich vor den Karren spannen zu lassen, um eben jenen Hoffmann zu schassen.
        Wozu das am Ende führte, brauche ich hier ja wohl nicht nochmal erklären.
        .
        Und das kann und werde ich denen nie vergessen.
        Weil mir der Verein trotz aller derzeitiger Ausgelaugtheit nie Latte werden wird.

  8. SvenB. 27. März 2015 um 10:23 Uhr

    „Kinder zu Bayern gewechselt“:
    das würde ich nicht akzeptieren. Da würde ich meine 8-jährige rausschmeissen:-)
    Aber im ernst: sie findet den HSV toll; ich habe ihr das nie groß vorgelebt, aber sie merkt, dass sie aus Hamburg kommt, Oma und Opa sind HSV-Fans mit diversen Devotionalien in der Bude und Papa dem Verein auch nicht komplett abgeneigt ist.
    Ihre Freunde sind teils Werder- teils Bayern- und Dortmund-Fans und trotzdem findet sie den HSV toll.
    Wenn dann die Frage kommt, warum der HSV so schlecht ist und sie ihn immer noch toll findet, könnte ich sie noch mehr lieben.
    Letztens hat sie den Vorschlag gemacht, dass der HSV einfach die Trikots mit den Bayern tauschen könnte:-)
    Manchmal wünschte ich mir, einfach noch einmal Kind zu sein!

  9. daufenbach 27. März 2015 um 10:25 Uhr

    Auch heute wieder ein guter Blog- wie in den letzten Tagen, in denen Du Dich „thematisch“ äußerst und deine Sticheleien gegen die blasierten HA-ler weglässt.
    @henrik: Ich denke auch, dass die BuLi ihren Zenit überschritten hat und die einsetzende Langeweile bald auch zuschauermäßig usw. durchschlägt. Und du hast Recht: Fussball bleibt Fussball- egal in welcher Liga!
    @moritz: Ich lebe in der völligen HSV-Diaspora und erlebe gegenwärtig fast täglich Reaktionen meiner Mitmenschen auf den HSV (mitleid & häme)- das ist sonst nie so gewesen, selbst in den zumindest sportlich „glorreicheren“ Zeiten der späten 00er Jahre.
    Was mich krank macht, ist, dass die Granden beim HSV – egal, wie sie nun heißen- irgendwie keine „Kultur des Miteinanders“ hinbekommen. Da reiht sich Worthülse an Worthülse- aber so absolute Peinlichkeiten (aus meiner fernen Wahrnehmung), wie die Entlassung von Cardoso im letzten Sommer (um ihn dann iwie doch wieder zurückzuholen), die dieser aus der Presse erfahren muss…- das geht gar nicht.
    Wieso kriegen die es nicht hin miteinander zu reden? Jeder gute Betrieb lebt davon, dass Menschen miteinander und offen reden- und dass muss doch beim HSV drin sein!?
    Und dazu gehört halt auch, offen und ehrlich vdV, Westermann & Co. reinen Wein einzuschenken und zu sagen: „Bis hierhin dankeschön! Und viel Glück bei der Vereinssuche…“
    Aber es geht halt um viel Geld, so wie du gestern geschrieben hast- und da geht es wahrscheinlich eben nicht…

    • Martin 27. März 2015 um 13:15 Uhr

      “ Und dazu gehört halt auch, offen und ehrlich vdV, Westermann & Co. reinen Wein einzuschenken und zu sagen: “Bis hierhin dankeschön! Und viel Glück bei der Vereinssuche…”

      wobei dass als ordentlicher Arbeitgeber ja nicht heißen muss, dass man sie dabei nicht unterstützt. aber ehrlich sollte man sein. Beide Seiten sollten immer professionell arbeiten.

  10. langesuppe 27. März 2015 um 10:43 Uhr

    hallo grave,
    danke für den neuen artikel.
    mal wieder große worte und da kommen wir auch zum kern meines anliegens.
    leider werden deine worte bei mir nur sehr klein dargestellt, da es bei deiner seite
    irgendwie nicht möglich ist zu zoomen.
    bin auf ’nem ipad mini (ich weiß) unterwegs und somit ist das lesen eine qual.
    kannst du da irgendwo ein schlaues häkchen setzen in irgendwelchen einstellungen?

    beste grüße,
    michael

    • Gravesen 27. März 2015 um 10:44 Uhr

      Leider bin ich der komplette Technik-Honk, aber ich frage mal nach. 😉

    • UFO 27. März 2015 um 11:42 Uhr

      Läuft auf dem Mini nicht auch der Safari als Browser oder nutzt du eine andere App? Beim Safari solltest du über Drücken von cmd + – bzw. cmd + + den Text verkleinern und vergrößern können.

      Nur eine Idee zur allgemeinen Bedienung – habe selber kein iPad, aber Browser ist Browser.

      • langesuppe 27. März 2015 um 13:59 Uhr

        danke für den hinweis, aber auf einem gerät ohne tastatur hilft auch die schönste tastenkombination nur leidlich weiter 😉

        • UFO 28. März 2015 um 15:15 Uhr

          Das das „Dreckspad“ 😉 keine Tastatur hat is schon klar – aber was ist mit der virtuellen Tastatur, irgendwie sollte das funktionieren, denn die Serverseiten sind auch für Mobilgeräte konzipiert.

          Hast du schon mal gegooglet?

  11. NichtNurDerHSV 27. März 2015 um 10:59 Uhr

    Ja, die Demotionalisierung ist an allen Fronten zu spüren. Ich sehe das aber als Folge der sportlichen Entwicklung. Was soll der Verein aktiv besser gestalten, wenn es sportlich nur bergab geht? Fähnchen oder Klatschpappen verschenken?
    Der Abstiegskampf zermürbt und irgendwann mag der Fan dann halt nicht mehr.
    Es gibt aber auch Vorteile: Mittlerweile werde ich Montags morgens im Büro von Nicht-Fußballinteressierten nicht mehr mitleidig nach Fußballergebnissen befragt. Selbst meinem Umfeld ist der Verein mittlerweile egal 😉

    • ausgegliedert 27. März 2015 um 16:17 Uhr

      Beim HSV macht man schon länger das mit den Fähnchen. Notfalls vermietet man Logen dann eben an Spieler.
      Ein Marketing-Workaround eben, nachhaltige Konzepte sehe ich nirgends.
      Hätte ich nicht für möglich gehalten, bei einem Abstieg ist der Cut für mich dann komplett. Für Bundesliga-Infos reichen mir dann auch Sportschau und die regionale Tageszeitung.

  12. UFO 27. März 2015 um 10:59 Uhr

    Moin zusammen,

    sehr guter Betrag – spricht mir aus dem Herzen. Ehrlich gesagt frage ich mich in jedem Heimspiel, warum immer noch über 50.000 Zuschauer kommen. Ich fahre jedenfalls schon lange nicht mehr hin. Ein Einstieg in die persönliche „De-Emotionalisierung“ – wie schon von Anderen geschrieben – als Selbstschutz. Angesichts der mehrjährigen negativen Entwicklung ist mir die Erwartungshaltung und die Hoffnung auf Besserung bei vielen Anhängern völlig unverständlich. Es wundert mich, dass es noch nicht ein Panini-Album für die Trainer des HSV gibt 😉 .

    Der Punkt „Emotion“ ist m. E. völlig richtig bewertet worden. So gerne ich die Ruhe in der Außenwirkung der Führungsriege einordne, fehlt mir hier eine professionelle Arbeit bei der Informationspolitik. So wie es jetzt darstellt, scheint nur die Ruhe der wesentliche Unterschied gegenüber den Vorjahren zu sein.
    Wenn ein Verein/Wirtschaftsunternehmen neben seinem wirtschaftlichen Herrschaftswissen schon den Vorteil besitzt, auf unzählige Informationen zu „seiner Lage der Nation“ aus diversen Quellen zu bekommen, dann sollte er auch diese zur Kenntnis nehmen, bewerten und ggf. in seine Strategie einfließen lassen. Vom HSV kommt mir viel zu wenig Substanzielles. Bedeutet das, dass in der Führung alles so weiter läuft, weil sowieso nur die Spieler bzw. die Qualität der Spieler an Allem Schuld sind (und die Trainer das dann ausbaden müssen), oder passiert tatsächlich etwas, das mit tragfähigen Strukturen/Strategien zu tun hat. Bis auf Absichtserklärungen wurde doch bislang nichts kundgetan.

    Wenn jetzt der HSV seinen Anhängern noch „egal“ wird, dann brennt nicht nur der Baum.

  13. seleer 27. März 2015 um 12:28 Uhr

    geh da mit euch und sehe das genau so! vielleicht brauchen wir ein Kalieber Hönes, der dann die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment trifft. Fachkompetenz,Konzequenz und brillenlosigkeit hat auch dem FC Bayern geholfen da zu stehen wo er jetzt steht.

  14. Gravesen 27. März 2015 um 12:38 Uhr

    Ach, alles halb so wild. Solange wir immer noch das von den Medien gezüchtete und vom Verein hofierte Primaten-Maskottchen „Helm-Peter“ unser Eigen nennen können, ist nichts verloren. Wenn ich sehe, wie diese verrotze Kellerassel 70 m vom Trainingsplatz entfernt Exklusiv-Interviews gibt, vom „Direktor Medien“ (nicht mehr Mediendirektor) abgeklatscht wird und seinen Dreck absondern kann, obwohl er nicht mal im Ansatz weiß, wer überhaupt auf dem Platz steht, ist nicht aller Abende tagsüber. Typen wie der repräsentieren exakt das, wofür der HSV heute steht. Früher gab es mal einen Hermann Rieger, heute gibt es eine Amöbe auf nem Klapprad. Herzlichen Glückwunsch.

    • Heiliger Bimbam 27. März 2015 um 13:17 Uhr

      Ja nu, abgewirtschaftet halt. In allen Belangen.
      Aber sag´ mal, ich erinnere mich noch daran, wie nach der „Revolution“ so einige „Pöstchen“ extra eingerichtet wurden, mit lecker dotierung. Bieberstein hatte doch einen dieser sechs oder sieben (Direktoren?-)Pöstchen á 100k€/Anno?
      Das machte in der Summe den Gegenwert eines oder zwei Perspektiv-/nachwuchsspielers aus. Kannst Du da mal Licht reinbringen? Wäre mMn interessant zu erfahren, was die sich noch alles in die Taschen gesteckt haben.

      • Gravesen 27. März 2015 um 13:26 Uhr

        Meines Wissens nach arbeitet Bieberstein in einer Spedition. Was den Rest betrifft und wer sich dort wie die Taschen vollgestopft hat, halte ich mich lieber zurück. Vielleicht dann später, wenn ich das Buch schreibe 😉

    • Marco 27. März 2015 um 13:24 Uhr

      Tja, für solche Typen hätte man früher eine Stiftung gegründet…und heute sind solche Kleinhirn-Akrobaten „Medien-Stars“. Ich finde das sagt einiges über unsere Gesellschaft aus…

  15. Martin 27. März 2015 um 13:19 Uhr

    ich frage mich ja immer wieder, ob gerade der erfolg früher den verein heute lähmt….

    • Gravesen 27. März 2015 um 13:29 Uhr

      Der Erfolg selbst nicht, aber der ständige Hinweis darauf, dass man anhand dieses Erfolges, der mehr als 30 Jahre zurückliegt, irgendwelche Rechte auf zukünftige Erfolge ableiten könnte. „Aber wir sind doch der HSV, der 1983….“ Ja stimmt, aber – am Arsch geleckt. Seither sind Wolfsburg, Dortmund, Stuttgart, Kaiserslautern, Bremen etc. Meister geworden und der HSV?

  16. mendikant 27. März 2015 um 14:34 Uhr

    Der HSV ist/war einer der einzigen Vereine mit weit überregionalem Charakter, das bricht gerade alles weg.
    Sollte der Verein, als Annahme, die nächsten sagen wir mal 10-15 Jahre in Liga Eins bleiben, DANN werden wir erleben wie die Zuschauerzahlen einbrechen.

    Wenn mal ein Hamburger Verein genannt wird, dann ist es der andere.
    Kein Kind, unter 10, meiner Umgebung Neffen,Nichten, Kinder von Freunden etc. (S-Holstein) interessiert der HSV.
    Und ich denke südlich von Hamburg sind es noch weniger. 😉

    Dieser Verein so mein Gefühl, nimmt mich nicht mit, Worthülsenkasper und in allen Bereichen Leute auf falschen Posten.
    Eine Außendarstellung dich mich an halbdebile erinnern lässt und ich das Gefühl habe, ich sei ein Kind dem man nicht die „Wahrheit“ über seinen Verein sagen dürfte.

  17. seleer 27. März 2015 um 17:12 Uhr

    Hallo Grave, hättest keine Lust in den Aufsichtsrat beim HSV? ist ernst gemeint!!!!

    • Gravesen 27. März 2015 um 17:14 Uhr

      Nein. Ich habe an absolut keiner Aufgabe beim HSV irgendein Interesse!