Verstörende Erkenntnisse

Gestern machte ich mich zum ersten Mal seit einigen Wochen mal wieder auf in Richtung Volkspark, um eine Trainingseinheit eines Abstiegskandidaten zu beobachten. Normalerweise kann man aus aus diesen Beobachtungen so gut wie keine Erkenntnisse schöpfen, aber mich interessierten neben den Trainingsinhalten auch andere Dinge.

Wie ist die allgemeine Stimmung? Wie ist die Stimmung unter den Fans? Welche Rollen spielen Knäbel und Peters im Trainingsbetrieb? Was wird in dieser Phase der Saison überhaupt trainiert? Hat sich gegenüber dem Training der/des Vorgänger/s überhaupt irgendwas geändert?

Zuerst einmal fiel mir auf, dass von den „üblichen“ Trainingsbesuchern kaum einer anwesend war, selbst die unsägliche Rektal-Amöbe „Helm-Peter“ fehlte, was ich dankbar zur Kenntnis nahm. Ca. 50 Eventbesucher warteten auf die Mannschaft, die dann irgendwann aus dem Luxuszelt geschlendert kam. Hier ereilte mich das erste Mal das große Kopfschütteln. Ehrlich, ich bin weit davon entfernt, von den Profis zu erwarten, dass sie im Büßerhemd und mit tränenüberströmten Gesichtern zum Trainingsplatz sprinten, um anschließend vor lauter Scham vor Trainingsbeginn viermal mit dem Schädel gegen die Betonmauer schlagen. Aber als ich sah, wie sich Spieler wie Holtby, Diekmeier und ein paar andere lachend und scherzend auf dem Weg zur Arbeit machten, hatte ich den Eindruck, ich wäre im falschen Film.

Da wurden Witze gerissen, der anfahrende Eiswagen gab Anlass zur Belustigung „Hahaha…Coffee to go….hahahaha“ und Vergleichbares. Lediglich Rajkovic, Kacar und auch Drobny machten ernste und konzentrierte Gesichter. Auf einen Zuschauer und Fan, der vielleicht nur einmal pro Saison ein Training besucht, muss es den Eindruck gemacht haben, als hätten große Teile der Mannschaft den Ernst der Lage noch immer nicht umrissen.

So auch die Stimmen, die ich während des Trainings einfangen konnte. „Die haben es immer noch nicht gerafft“, „diesmal geht’s runter und zwar zu recht“, „Diese Führung kann es einfach nicht“ etc.  Bei vielen hat man aber auch einfach nur den Eindruck, als hätten sie sich mit dem Unvermeidbaren abgefunden. Keine pöbelnden Fans, keine harten und beschwörenden Worte an die Spieler, nichts. Schweigen und Gleichmut machen sich im Volkspark breit, eine Stimmung wie auf dem angrenzenden Friedhof, nur eben bei einem Großteil der Spielern nicht.

Das anschließende Training verstärkte dann meinen Eindruck, um ganz ehrlich zu sein, ich war fassungslos. Während die Herren Knäbel und Herrmann zumeist schweigend am Rand standen, machten die Spieler zu Beginn ein paar Stabilisations-Übungen, dann das unvermeidliche 5 gegen 2 oder 7 gegen 3. Im Anschluss daran warf man sich Bällchen zu, welche dem Werfer zurückgeköpft werden sollten. Die Trainer schwiegen. Zum Schluss noch ein Spielchen 11 gegen 11 auf der Hälfte des Platzes, da wurde gekickt wie auf dem Bolzplatz am Wildschwanbrook. Okay, es wurden endlich einmal Tore erzielt, aber was ist mit der großen Schwäche der Mannschaft, den Standard-Situationen? Was ist mit einem eventuell neu-formierten, eingespielten Team für das Spiel gegen Wolfsburg? Was ist mit einer dringend benötigten neuen Abwehrformation?

Nun bin ich kein Fußball-Lehrer und ich kann wirklich nicht beurteilen, ob es für Übungen solcher Art in dieser Phase der Saison eventuell schon zu spät sein kann, aber das gestrige Nachmittagstraining war Gedaddel und sonst nichts. Angesichts der Zeit, die dem Trainerteam bis zum nächsten Spieltag zur Verfügung steht, war war es für mich eine verschenkte Einheit. Apropos Trainerteam. Beide Herren (Knäbel und Herrmann) standen größtenteils am Spielfeldrand und beobachteten. Dagegen griff Zinnbauer bei jeder Trainingseinheit, die ich beobachten konnte, massiv in den Trainingsbetrieb ein.

Fazit: Wäre ich ein Jahr auf einer einsamen Insel gewesen, hätte den aktuellen Tabellenstand nicht vor Augen und wäre dann zum Training gegangen, hätte ich vermutet, dass dort eine Mannschaft trainiert, die am 27. Spieltag bei ungefähr 35 Punkten liegt und für die es um nichts mehr geht. Absolut verstörend.

Von | 2015-04-08T09:30:03+02:00 8. April 2015|Allgemein|31 Kommentare

31 Comments

  1. Oberberger 8. April 2015 um 09:33 Uhr

    Wenn ich das so lese, dann muss ich mich wohl von der romantischen Vorstellung verabschieden, dass in und um diese Mannschaft jeder ALLES tut um den Abstieg zu vermeiden.
    Die paar Profis, die über sowas wie eine Berufsehre verfügen sind in diesem Team scheinbar in der Unterzahl.
    Kein Wunder, dass fast alle Neuzugänge sich dann irgendwann auf niedrigierem spielerischen Niveau wiederfinden als vor ihrer Zeit in Hamburg.
    Laufen kann man ja beim lockeren Spielchen und Taktik geht auch auf der PS 4. – Erschütternd !

  2. higokaltz 8. April 2015 um 09:43 Uhr

    Also, Grave das ist eine interessante Beschreibung der Situation, gerade für uns Anhänger, Fans, Mitglieder etc, die nicht die Möglichkeit haben aufgrund der Entfernung, am Trainingsplatz zu stehen.
    Aber ehrlich gesagt wundert mich dieses Auftreten nicht, weil es ein Spiegelbild dessen ist, was wir mal wieder bis hierhin in dieser Saison erleben dürften. Also was soll`s…

    Guck`Dir mal an wie sich die Herren Profis unmittelbar nach dem Schlusspfiff in Leverkusen verhalten haben…und ich meine damit nicht den Gang in den Fan-Block. Da wurde sich „geherzt“, gelacht und geflachst mit den Kollegen von Bayer 04. Hätte ich das Ergebnis nicht gewusst, hätte man meinen können, man hätte sich soeben schiedlich, friedlich Unentschieden getrennt. Daher wundert mich das alles nicht mehr…

  3. Oberberger 8. April 2015 um 10:08 Uhr

    Zitat Grave: „Mittlerweile sage selbst ich: Dann soll der Club doch einfach abschmieren, mit ist’s egal.“

    Sehe ich leider mittlerweile genauso. Ich habe keine Kraft und keine Lust mehr mich aufzuregen, mir das Wochenende versauen zu lassen, meine Frau mit schlechter Laune zu nerven und am Ende in einer möglichen Relegation wieder kurz vorm Herzkasper zu stehen. All das hat dieser Verein einfach nicht verdient.
    Viel Spaß in Liga 2 – der HSV ist dabei !

  4. Goldfather 8. April 2015 um 10:10 Uhr

    http://img.welt.de/img/sport/origs110029185/9259723194-w900-h600/Fussball.jpg
    .
    Mehr muß man nicht wissen.
    .
    Happel mußte nicht nach Dubai, um intensiv trainieren zu lassen. Vollgas hieß unter Happel das Standardprogramm.
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    Es wäre schön, wenn Tuchel auch in der zweiten Liga zum HSV wechseln würde, was ich jedoch bezweifle. Doch sollte es so kommen, dass er tatsächlich in Hamburg landet, gäbe es erstmals, seit den Tagen Ernst Happels, einen vernünftigen Grund, jenseits des Fanatismus, sich das Profitraining anzuschauen.

  5. Ideendiebstahl 8. April 2015 um 10:25 Uhr

    Ich hatte es anderswo schon mal geschrieben. Es wurde gefühlt alles versucht, aber nichts hat funktioniert. Wie man es auch durch dekliniert (um im HSV Jargon zu bleiben), es scheint nichts mehr zu geben, was irgendwie noch Hoffnung bzw. einen konkreten Ansatz aufzeigt, wie oder dass es besser werden kann. Ich bin weit weg von Hamburg und deshalb nie beim Training. Mich würde interessieren, wie denn jetzt zu diesem Zeitpunkt z.B. das Training in Stuttgart aussieht. Wird da anders trainiert? Benehmen sich die Spieler dort anders?
    Entsetzlich finde ich die Berichte (sollten sie denn stimmen), dass die Spieler Ilicevic, Stieber, Müller und Jiracek „ausgemustert“ werden. Was um Himmels Willen ist denn mit Olic bzw. Behrami? Waren die mehr „Mann“ in Leverkusen? Das ist doch purer Aktionismus! Das ist absolute Willkür. Der HSV steigt ab! Ich bin mir da inzwischen, wie viele hier, auch zu 99,9% sicher. Wenn ich nicht Fan wäre, der HSV wäre mir ein absolut unsympathischer Verein, den ich nur zu gern nicht mehr in der 1. Liga sehen würde.

  6. Juli 8. April 2015 um 10:36 Uhr

    einfach nur noch unfassbar. Auch bei mir macht sich so langsam eine echte scheissegalhaltung breit. Kann Namen wie Diekmeier, Ilicevic oder Knäbel auch nicht mehr hören. Nur die liebe Gott kann da noch helfen, aber es ist zu befürchten, dass diese Option bereits letztes Jahr überstrapaziert wurde.

  7. Hannes Grundmeyer 8. April 2015 um 10:44 Uhr

    Hat denn wirklich jemand ernsthaft etwas Anderes erwartet? Ich jedenfalls nicht. Dieses Verhalten der Profis und auch der Trainer spiegelt sich doch nur im Spiel wieder. Jedes WE regen sich alle darüber auf, was für eine Minusleistung abgeliefert wird. Aber es ist doch wohl klar, dass diese Einstellung irgendwo herkommt. Wenn ich im Trainung nicht mit Ernst bei der Sache bin, wie soll da irgendwas im Spiel klappen. Ich bin immer noch bedient, dass in 2 Wochen Spielpause offensichtlich wieder nichts getan wurde, um an den Schwächen zu arbeiten. Und mit 5 gegen 2 und Daddeldu wird das auch nichts mehr. Dieses Jahr sind wir dran, das ist mal sicher.

  8. higokaltz 8. April 2015 um 11:23 Uhr

    BRAVO !!!
    Wo ist denn hier der verdammte Applaus-Knopf ??? 🙂

  9. Micha 8. April 2015 um 11:37 Uhr

    Gestern spielte ich mit dem Gedanken, mir mal das „Training“ unserer gutgelaunten „Profis“ anzuschauen…
    Hat sich wohl erledigt. Man findet einfach keine Worte mehr. Weder für das Verhalten der Spieler noch für das der sportlichen Führung. Da steht der Herr Knäbel stumm wie ein selbsternannter Wohlfühl-Feldherr am Spielfeld und schaut dem Treiben tatenlos zu? In welchem Universum leben die?
    Diese Entwicklung läßt sich sehr gut durch Deine vorangegangenen Blogs erklären: die Fremdbestimmung Zinnes in Sachen Aufstellung (wer das war, läßt sich ja nun gut erkennen), die Aufstellungsgarantie eines Sportinvaliden, Mißachtung des Leistungsprinzips und evtl. die Fremdbestimmung von Verbrennungs-Diddl in Sachen Trainerwahl (Ersatz Zinne durch Knäbel) durch eine höhere, in der Schweiz ansässige Macht. Letzteres ist aber nur meine persönliche Theorie;)
    Nicht zu vergessen ist Dein Aprilscherz, der sich wohl in weiten Teilen zukünftig bewahrheiten wird. Druck ihn dir aus und pinne ihn an die Wand!
    Mit diesem Verein kann ich noch nicht einmal mehr leiden oder gar Mitgefühl empfinden. Vor dem Spiel gegen B04 sagte ich das 1:0 innerhalb der ersten 5 Minuten voraus. Nach 5 min. eingeschaltet, es rappelt kurz danach, ausgeschaltet und raus mit dem Hund. Endergebnis gesehen und gelacht. Dieser Verein hat mir die Lust am nationalem Fußball genommen; es ist fast soweit, dass ich diesen HSV nach 42 Jahren Treue aus tiefsten Herzen verachte.
    Ist das nicht traurig? Ich kann auch allen Blogbeiträgen, insbesondere den von Hessler1982, nur beipflichten.
    P.S.: Wo wird den jetzt trainiert? Vielleicht schaue ich mir das Drama doch mal an, auch wenn mir die Halsschlagader platzt und Hausverbot bekomme;)

    Grave, mach weiter so. Lieber gut recherchierte Hiobsbotschaften als in den Wind gehängte Arschkriecherblogs von Gossenschreibern.

  10. Jan 8. April 2015 um 11:37 Uhr

    Treffender geht es kaum……

  11. Detlev Gerber 8. April 2015 um 11:42 Uhr

    Erst einmal Danke für das geniale Bild von Happel. Klasse!!!!!!

    Dab danke, für den Trainingsbericht. Da ich ganz weit im Westen beheimatet bin, wird die Wahrscheinlichkeit mir je ein Training des HSV anzuschauen wohl eher gegen 0 tendieren. Früher bin ich ab und an mal zum Spiel gefahren und später aucg geflogen, aber warum sollte ich mir heute so etwas antun? Ne jungs, da ist mir die Zeit zu kostbar für.
    Mittlerweile gehe ich davon aus, dass es Hamburg nicht packen wird.

    Am letzten Spieltag wird der VFB noch von den Paderbornern geschlagen und der VFB und wir sind weg. Warum? Wir haben es schlichtweg nicht verdient in der Ersten Liga spielen zu dürfen. So erstklassig sind wir leider nicht und was würde passieren, wenn wir es doch schaffen sollten? Ich habe nirgendwo den Eindruck, dass auch nur in einem Bereich Aufbruchsstimmung herrscht.

    Der AR: Neulich dezimiert worden und was die Herren da kontrollieren? Sehe ich nicht!

    Der Vorstand: Man merkt, dass der Messias wohl doch noch am Kreuz hängt, weil es klappt (eigentlich) nichts so wirklich. Es werden Direktoren eingestellt und Spieler mit Namen verpflichtet. Bessern? Tut sich nichts.

    Der Sportdirektor: Mir ist egal, ob er früher mal bei Pauli war oder nicht. Mir ist egal, ob Hitzfeld ihn für einen wirklich guten hält, aber mein Eindruck ist ganz anders. Nachdem er zusammen mit dem Vorstand Spieler verpflichtet hat, die uns nicht weiterhelfen, macht er nun den Aushilfstrainer. Blamiert sich (sein Problem) und den Verein (ärgert mich) auf der Pressekonferenz mit „seltsamen“ Sprüchen und hat sich so für mich schon vollkommen als Trainer disqualifiziert.

    Die Spieler: Wie ich schon sagte, von den Namen her hört sich das alles klasse an, aber wenn man die im aktuellen System spielen lässt, dann frage ich mich, was da schiefläuft. Selbst wenn man einen Messi kaufen würde, wäre der in zwei Wochen auf dem Niveau der aktuellen Truppe. Es gibt einige Ausnahmen, von der ich hier mal als Beispiel nur zwei nennen möchte, weil diese mich und einen Teil der Anhängerschaft polarisieren.

    Rudnevs: Frisch gekommen, eine sehr sehr gute erste Saison gespeilt und dann kontinuierlich enteiert. Eine Sauerei, wie man mit motivierten Leuten umgeht. Selbst wenn es nur eine DNA Probe eines zu 10 % fitten Lasoga gäbe, würde man die vermutlich eher in den gegnerischen Straufraum rotzen, als einen Rudnevs aufzustellen. Eine Sauerei. Ich weiß nicht, was Rudi gemacht hat – Matz eine gescheuert (ich könnte es verstehen), die Tochter eines Aufsichtsrates verführt (wie sieht sie denn aus), ich weiß es einfach nicht.

    HW4: Nein, kein Techniker vor dem Herrn. Keiner der Spiele entscheiden kann, aber einer, der sich aufreibt. Einer der ehrlich ist und der sich einsetzt. Einer, der sich halbkrank fitspritzen lässt, auf allen möglichen Positionen einsetzen lässt, nur um dem Team zu helfen. Und was passiert? Dann gibt es Leute, die sich darüber mokieren dass er einen Fehler gemacht hat. Und? Wer hat noch keinen gemacht?

    Ich finde es skandalös, wie in schöner Regelmäßigkeit ein Spieler systematisch von einer Anhängerschaft fertig gemacht wird. Nichts gegen Kritik, aber sachlich sollte sie sein. In den letzten Jahren wurden Spieler wie Trosche und Jarolim nach dem gleichen Muster behandelt – und hat sich was verbessert? Komisch, oder? Vielleicht sollte man mal bedenken, dass man auch Leute braucht, die Herzblut haben.

    Medien: Beim Thema Medien fange ich mit der Außendarstellung des HSV an. Ein Wort: Grausam. Es ist schon blanker Hohn, dass man einen Mediendirektor hat, der selbst überfordert zu sein scheint, eine PK zu leiten. Vielleicht hatte er da auch nur einen schlechten Tag. Was ich jedoch vermutet hätte ist, dass dieser Herr auch für die Kommunikation mit den Medien verantwortlich ist. Wie oft gab es in der Vergangenheit Interviews, wo ein Direktor schon im Vorfeld hätte einschreiten müssen? Notfalls mit einer Richtlinie, dass im Zweifelsfall alles durch den Direktor genehmigt werden muss?

    Wie hanebüchen ist die aktuelle Außendarstellung und wie dürfen aktuell diverse Medien ungestraft auf dem HSV herumtreten? Okay, wir haben Meinungsfreiheit und keine Zensur und es ist gut, dass es diese Werte in einem freien Deutschland auch gibt. Aber wie lange will man sich so etwas gefallen lassen? Warum sperrt man diese „Journalisten“ nicht einfach mal aus, indem man von seinem Hausrecht Gebrauch macht? Ich bin mit dem Spruch aufgewachsen, dass die Medien die 4. Gewalt im Staat sind. Aktuell bin ich der Meinung, dass die Medien einen eigenen Staat im Staat aufmachen. Und es gibt genug hörige, die alles ungefiltert für Bahre Münze nehmen und diesen Schmierfinken hinterherlaufen.

    Einfach mal die Herrschaften von Bild/Abendblatt bis Saisonende aussperren. Wenn man absteigt, lag es bestimmt nicht daran. Toll finde ich auch, dass da immer steht „am xx um xx Uhr ist Geheimtraining“. Blöd nur, dass diese angeblichen Journalisten am gleichen Abend dann verbreiten, wer sich verletzt hat, wer im A-Team und im B-Team war und und und…. Was soll das?

    Ich könnte noch Seiten vollschreiben, aber ich will jetzt zum letzten Punkt kommen, der mich bedrückt. Der zukünftige Trainer, bzw. die Diskussion um selbigen. Seit Monaten reißt die Diskussion um den Messias Tuchel nicht ab. Man kann ihn ja toll finden, für mich persönlich ist das genauso eine Unbekannte, wie jeder andere Trainer auch. Er hat in Mainz im Prinzip nichts erreicht und ist aus einem laufenden Vertrag ausgestiegen. Das was hier einige einem Martin Jol vorwerfen, finden sie bei Tuchel toll. Wer glaubt, dass man mit dem Austausch einer Person alles umkrempeln kann, dem ist nicht zu helfen. Eine Person wird es nicht machen.

    Fazit: Wir haben es verdient eine Lektion erteilt zu bekommen. Wir haben aus dem letzten Jahr nichts gelernt, aus den Erkenntnissen nichts gewonnen, sinnlos Geld verpulvert und nichts erreicht. Schade um die Zeit, die man vergeudet hat, blödsinnige Diskussionen, weil man Bild Lesern erklären wollte, was in Hamburg wirklich (nicht) läuft.

    Lieber Herr Kühne, wenn Sie wirklich etwas sinnvolles mit Ihrem Geld machen wollen, bringen Sie Ihr Geld in eine Stiftung ein, die sich mit caritativen Dingen beschäftigt. Stecken Sie das Geld in eine soziale Einrichtung oder ähnliches. Aktuell wird Ihr Geld in Hamburg von Ihrem Statthalter und seinen Genossen nur verbrannt. Eine sinnvollere Verwendung ist möglich.

    Glückauf!

    • Heiliger Bimbam 8. April 2015 um 13:49 Uhr

      „Selbst wenn man einen Messi kaufen würde, wäre der in zwei Wochen auf dem Niveau der aktuellen Truppe.

      Rudnevs: Frisch gekommen, eine sehr sehr gute erste Saison gespeilt und dann kontinuierlich enteiert.“

      Richtig. Und die Liste könnte man ewig fortsetzen. Rincon zB fällt mir gleich als nächster ein.
      .
      Der Hafau ist für Spieler wie Treibsand. Statt Weiterentwicklung stecken die erst fest, und gehen dann langsam unter. Mitsamt der damit eingehenden Kapitalverbrennung, vom sportlichen und auch oft persönlichen Drama mal abgesehen.
      Und das schon (zu) lange. Das sticht sogar Laien ins Auge.
      Aber keiner hat sich in diesem „Verein“ offenbar je darum gekümmert, niemand der „Bosse“ hat sich je die Frage gestellt, warum das so ist, und wie das abzustellen ist.
      Unfassbar. Und erbärmlich. 👿

    • Linus 8. April 2015 um 15:44 Uhr

      In einem muss ich widersprechen: Ein Spieler wie Westermann ist Teil des Problems, so sehr seine Auftritte auch von Herzblut geprägt sein mögen. Glaubt man dem, was er in Interviews so von sich gibt, hält er sich (und den HSV) für besser, als er ist. Von Demut ist da keine Spur. „Ich habe keine Lust mehr gegen den Abstieg zu spielen“, „Ich habe internationales Potential“. Das ist aber genau die Krankheit des HSV. Sich immer noch unter den Top 5 zu sehen, vom Potential, der Tradition und von der Qualität. Deswegen glaubt ja auch ein Knäbel, man müsse nur an einem kleinen Rädchen drehen, dann läuft das wieder.

  12. Micha 8. April 2015 um 11:59 Uhr

    Sehe ich genauso. Ein absolut treffender Beitrag! Ich bin kein Bayern Fan, bewundere aber deren Vereinsführung und natürlich den Fußball. Früher haben die auch nach dem 4:0 auf standby geschaltet, jetzt wird immer auf das nächste Tor gespielt. Mit einem Kader, der Titelgewinne gewöhnt ist. Die Motivation nach all den errungenen Titeln, immer alles zu geben, ist immer noch da. DAS sind Profis, die ihre Millionen auch zurecht beziehen.
    Ich wette mal, dass Uli Hoeneß diese Schrottverein aus der Krise führen könnte.

  13. Hannes Grundmeyer 8. April 2015 um 12:02 Uhr

    100 Punkte! Auch wegen solcher Beiträge lese ich diesen Blog und auch die Kommentare. Die geistigen Dünnsch…kommentare bei Matz kann ich mir dagegen sparen.

  14. Provinzsuperstar 8. April 2015 um 12:14 Uhr

    Hallo Grave und an alle Anderen Kommentatoren heute,

    danke für eure Beiträge. Klasse wie ihr eure persönlichen Eindrücke und Arguemente über den HSV dargelegt habt. Ein Blog den Didi mal lesen sollte anstatt morgen zu rumzutwittern. Nochmals Danke ! Grave und Leser die Nr.1 im Norden.

  15. Guy La Fleur 17 8. April 2015 um 12:24 Uhr

    Detlef Gerber:
    Voll auf den Punkt gebracht. Die Hamburger Medienlandschaft, allen voran der Stammelblock und Bild, sind ein Großteil des Problemfalls HSV. Aber solange sich der Club nicht aus den Händen dieser Mafia befreit, wird er nie mehr eine dominante Rolle im bundesdeutschen Fußball spielen. Bin seit nahezu über 50 Jahren HSV-Fan, aber es ist mir mittlerweile egal ober der Club in Liga II verschwindet oder nicht. Eine derarige Einstellung hätte ich vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten.

  16. 18 8. April 2015 um 12:27 Uhr

    Egal wer kommt, egal wer geht,
    schau wo der HSV jetzt steht,
    Platz 18 ist bedrohlich nah
    an Spieltag 28 wahr,
    am Ende fühlen wir uns frei,
    mit Montagsspiel in Liga zwei,
    da wir auch wieder mal gewonnen,
    der Dino ist dann längst zerronnen,
    mit Glück geht´s irgendwann bergauf,
    mit neuer Mannschaft und ´nem Lauf,
    egal was kommt, egal was geht,
    für Hamburg ist es schon zu spät.

  17. ausgegliedert 8. April 2015 um 12:28 Uhr

    Es ist erschütternd, jahrelang hat man auf eine Vision und deren profihafte Umsetzung gewartet, auf die Ausgliederung gesetzt und ist doch genauso enttäuscht…Was ist das nur für ein Verein??
    Und der neue Co-Trainer hat sich da anscheinend umgehend angepaßt??
    Wer mag (und über den notwendigen Glauben verfügt), der kann noch beten. Ansonsten bleibt nur noch fassungsloses Kopfschütteln. Auch über die sog. wahren Fans, die auch am Samstag wieder die Hütte voll machen (der mitunter gutgemeinte Einsatz vermag den Abstieg auch nicht zu verhindern).

  18. Micha 8. April 2015 um 12:54 Uhr

    Sorry Hessler, da geht wohl nix mehr. Ganz optimistisch evtl. 2 Punkte… Mit seiner Trainerexzellenz eher weniger.
    Neulich im Werder-Thread gestöbert (HSV; zwischen Wahnsinn und Unbesiegbarkeit)…
    Die Lachen sich kaputt (Recht haben sie) und wetzen die Messer.
    Alle Knäbel in Bewegung setzen
    Mit dem Knäbel rasseln
    Knäbelvertrach
    Den Knäbel ansetzen
    Nacht und Knäbel Aktion (o.k. der war von mir)
    Sollen sie absteigen. Vorher schau ich mir die Pfeifen noch mal beim Training an und schmeisse meine Trikots+sonstige Devotionalien aufs Feld. Und dann bin ich fertig mit diesem arrogantem, verblendeten Haufen irrer Blender.

    • Gravesen 8. April 2015 um 12:59 Uhr

      Lass das aber nicht Fiete Börnsen, Christan Maass oder Eva Stinkfisch hören. Das sind die Elite-Fans, die ihr letztes Hemd für den Verein geben und alle ins Fegefeuer wünschen, die ihnen nicht folgen wollen. Dass es dabei nur um sie selbst und nicht um den Verein geht, begreifen sie unglücklicherweise nicht. Aber wie auch, bei einem IQ von 14?

      Fiete Börnsen Eva, ich kann auch jeden verstehen, aber es ist nicht nur unnütz, es ist kontraproduktiv. Viele HSVer reissen sich den Allerwertesten auf und versuchen die Mannschaft zu unterstützen und Leute, die ihre negative Haltung so ausposaunen, wie es in den letzten Tagen von vielen der Fall war, machen die Arbeit dieser positiven Leute zunichte. Von daher bleibe ich dabei, wer nicht helfen will und/oder kann, ist ok, aber er soll nicht die Arbeit derer, die dem HSV helfen wollen, zerstören

      • Micha 8. April 2015 um 14:21 Uhr

        Danke für die konzentrierte Zusammenfassung aus Schmocks Einöde, Grave.
        Der HSV zerstört sich selbst, von oben nach unten. Diese Leute sind FANatiker und Argementen nicht zugänglich.
        Warum schweigt eigentlich Terminator KMK? Wenns brennt haut er doch immer einen raus. Gings mit Mirko->Zinne und dann Welt-und Wohlfühltrainer Knäbel doch nicht so recht?
        Es ist unglaublich, wie man so eine Marke mit so einem Logo so verbrennen kann. Nee, die sollen absteigen.

  19. atari 8. April 2015 um 21:58 Uhr

    drüben bei Matzen im Blog, da kann man nachlesen, wie gut trainiert wurde, die haben totalen Realitätsverlust 🙂

    • Gravesen 9. April 2015 um 08:37 Uhr

      Ich denke, um ein Training beurteilen zu können, muss man es gesehen haben. Bei dem Training, an dem ich anwesend war, war kein Journalist dabei. Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein Schreiber bei Schmocks Einöde von einer Trainings-Einheit berichtet, die er nicht gesehen hat. Dann lässt man sich eben von einem Rentner eine sms schreiben, habe ich selbst oft genug erlebt

  20. Ole 8. April 2015 um 22:38 Uhr

    Ich muss leider dem Oberberger komplett zustimmen, sehr gut ausgedrückt!!!
    Mir ist es mittlerweile erstaunlicherweise auch ziemlich egal, ob „wir“ absteigen… Alles andere würde mich auch sehr wundern… Dabei bin ich seit ca. 1980 HSV-Fan, seit meiner ersten Original-Autogramm-Karte von Holger Hieronymus…
    Aber auf diese dauerhafte schlechte Laune am Wochenende habe ich definitiv keine Lust mehr, dann halt Liga 2, hat sich der Verein selbst zuzuschreiben…

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