Der Hoffnungsanker

Endlich, möchte man sagen. Der Ton wird rauer. Nachdem Mannschaft, Verein und auch Fans monatelang im Dornröschenschlaf verweilten und man den Eindruck hatte, als wäre man in Hamburg der Meinung, Abstieg ist grundsätzlich etwas für die Anderen, kommt Bewegung in die Sache. Endlich einmal werden die Verantwortlichen „gekitzelt“ und sie erkennen, dass es den Fans offensichtlich doch nicht egal ist, wo der HSV in der nächsten Saison spielt.

Versager

Wie von Zauberhand ist dann doch tatsächlich auch der Supporters Club aufgewacht, ja echt, es gibt ihn noch. Die Vereinigung der nahezu 70.000 Mitglieder hatte sich im Schutze der Dunkelheit umstrukturiert und umstrukturiert und hatte dabei scheinbar vergessen, dass auch noch sowas wie Fußball gespielt wird.

Nun aber ist es zum aha-Erlebnis gekommen, denn die Jungs haben im Wörterbuch geblättert und da ist ihnen aufgefallen, dass support doch tatsächlich Unterstützung bedeutet, wer hätte das gedacht? Jetzt hat man sich zu einer Sitzung mit Rekordbeteiligung aufgerafft und sogar unser aller Verbrennungs-Didi war anwesend und hat mitgedacht. Gemeinsam ist man zu dem Schluss gekommen, dass es vielleicht doch ein wenig brenzliger ist, als man meinte und jetzt unterstützt man, bis die Nase blutet.

Als Erstes hat man sich einen sensationellen Slogan ausgedacht – „Alle Mann an Bord“ heißt der Spaß. Soll wohl so richtig Norddeutsch wirken, so mit Schiffen und zusammen und Einheit und so. Und flugs hat sich einer der Unterstützungs-Schläfer an Photoshop versucht und raus gekommen ist er, der Hoffnungsanker.

  Hoffnungsanker

Ich habe mich beinahe eingenässt vor Freude. Ein Anker. Und dann noch in einer Raute. Und Blau ist auch noch dabei. Geil, geil, geil. Noch bevor dieses Ding dem gemeinen Volk präsentiert wurde, wurde heiß diskutiert, ob man das Ganze denn auch als T-Shirt bekommen könne. Oder aus Aufnäher für die Jeansjacke, damit man auch nach außen demonstrieren kann, dass man zum „Inner Circle“ gehört. Ich finde sowas wichtig, Symbole haben was. Ich weiß jetzt, dass jemand, der solch ein Ding trägt, tatsächlich 4 Heimspiele vor Ultimo angefangen hat, sich rautige Sorgen zu machen.

Ging ja vorher auch nicht, weil man doch in den Monaten davor die Anti-Christen bekämpfen musste. Diejenigen, die bereits Ende letzten Jahres mahnend den Finger gehoben hatten, die auf Mißstände und Fehler der fehlerlosen Führung hingewiesen hatten. „Verbrennt sie wie eine Hexe“, sage ich euch . Diese geduldlose Pack, das ständig rausposaunt, dass „Didi“ vielleicht doch nicht übers Wasser gehen kann.

Spaß beiseite, ich finde jede Aktion, die dem HSV hilft, die Klasse zu halten, absolut gut und richtig. Was ich allerdings peinlich finde, ist die Tatsache, dass die Supporters unmittelbar vor dem 28.!!!! Spieltag auf diese glorreiche Idee kommen.

Aber einige brauchen nun mal etwas länger 🙂

Schönes Wochenende. NUR DER HSV!

Von | 2015-04-10T08:19:27+02:00 10. April 2015|Allgemein|3 Kommentare

3 Comments

  1. Jorgo 10. April 2015 um 11:39 Uhr

    Spaß beiseite, ich finde jede Aktion, die dem HSV hilft, die Klasse zu halten, absolut gut und richtig. Was ich allerdings peinlich finde, ist die Tatsache, dass die Supporters unmittelbar vor dem 28.!!!! Spieltag auf diese glorreiche Idee kommen.
    *******
    Richtig. Jede helfende Aktion ist willkommen. Die glorreiche Idee denke ich war es nicht. Man hat seitens der Supporter (herrlich in diesem Zusammenhang) die Sturheit aufgegeben. In diesem Moment sind sie nach vorne eingeknickt, was ich als positiv werte. Naja und der Anker……..wenn es denn hilft, dann siehe oben. Jede helfende Aktion ist willkommen.

  2. Hessenlöwe 11. April 2015 um 08:07 Uhr

    Natürlich ist jede „Rettungsaktion“ willkommen. Aber alleine die Tatsache, dass der SC jetzt auf diese glorreiche „Marketingstrategie“ setzt, um sein „Negativimage“ aufzupolieren, spricht auch für mich Bände. Ich denke, dass ihnen bewusst ist, wie sehr ihnen „die Felle davon schwimmen“, sollten sie ihre eigentliche, selbst gestellte Aufgabe (der Name „Supporters“ dürfte definitiv für Unterstützung und Anfeuerung stehen) nicht konterkarieren wollen. Und Grave, du kannst Didi anfeinden solange du willst, ich denke auch, dass er es dem SC klar und deutlich zu verstehen gegeben hat, was man von ihnen erwartet. Andernfalls….????? Ich lasse die zu erwartenden Folgen für den SC mal offen. Zu den Fans im allgemeinen: Was da an „Grabenkämpfen“ zwischen Poptown, CFHH und neuerdings auch gegen „Code blue“ abgeht, ist unwürdig! Allerdings zweifel ich auch stark an der Fanbetreuung, wird doch ausgerechnet der „Ultragruppe“, die bekanntermaßen an vielen Aktionen, die den HSV viel Geld kosteten und sicherlich auch noch kosten werden, ein „Boden neuerlicher Macht“ bereitet, mit der voraussichtlichen Installation einer Lautsprecheranlage usw in der „Nord“, bedient eben durch „Poptown“. Dies und viele andere Dinge, lassen mich zwischenzeitlich auch sehr stark an „meinem HSV“ zweifeln. „Dieser Weg wird kein leichter sein“, das wussten wir alle, die seinerzeit für „HSV plus“ in der Bütt waren, unermüdlich für die Ausgliederung gekämpft haben. Aber so, wie es umgesetzt wird, nein, das ist es nicht! Das ist nicht „mein HSV plus“. Dafür habe ich mich nie stark gemacht. Und die Geduld, die du so gerne ironisch zitierst, diese Geduld ist selbst mir, als „Berufsoptimist“, zwischenzeitlich abhanden gekommen.

    • Gravesen 11. April 2015 um 08:39 Uhr

      Ich feinde nicht an, ich nenne Fakten!

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