Was ist eigentlich der HSV?

Liebe Leser,

in Zeiten der sportlichen Desorientierung, des wettbewerbsmäßigen Niedergangs erlebt man immer wieder Anhänger und Fans, die sich mit besonders markanten Sprüchen und Treueschwüren scheinbar gegen den Trend deren stellen, die offenkundig leer sind und die sich nach vielen Jahren der immer wiederkehrenden Enttäuschungen vom HSV abwenden. Sie bekennen sich dann „erst recht“ zum ihrem Verein und ich finde diese Menschen großartig und bewundernswert.

„Ich gehe mit meinem Verein in jede Liga…“

„Der HSV ist mein Verein, ich werde immer zu ihm stehen..“

Schöne Worte, keine Frage. Aber ich habe mir einmal ein paar Gedanken gemacht und ich komme irgendwie nicht weiter. Wenn die treuen Fans von „ihrem Verein“ oder „ihrem HSV“ reden, wovon genau reden sie dann bzw. was meinen sie damit? Was ist dieser HSV eigentlich oder anders gesagt: Wodurch zeichnet er sich aus? Was meine ich damit, wenn ich sage: „Ich stehe zu meinem Verein?“

Die Tatsache, dass der Hamburger Sportverein am 29. September 1887 gründet und aus den Vereinen SC Germania, Hamburger FC und FC Falke 06 hervorgegangen ist, sollte jeder kennen.(Jajaja, ich weiß auch, wie man Wikipedia schreibt) Doch bedeutet das etwas? Ich nehme mal an, dass keiner von uns im Jahr 1887 bereits auf der Welt war, also was bedeutet dies? 1887 sicher eine lustige und einprägsame Zahl, aber ist sie etwas anderes als 1893 oder 1911? Eigentlich doch nicht, oder? Was ist der HSV?

Ist der HSV das Stadion? Bevor es die Arena gab, spielte der HSV in einer relativ hässlichen Betonschüssel im Volkspark und diese Schüssel war selten gefüllt. Das Verhältnis von guten zu schlechten Spielen ging wohl eher in Richtung 20:80 und im Winter froh man sich im Schneetreiben den Arsch ab. Seit Beginn der Saison 2000/01 spielt der HSV nun in der Arena, die irgendwann mal AOL-Arena, dann HSH-Nordbank-Arena hieß, aktuell IMTECH-Arena und demnächst wieder Volksparkstadion heißt. Man pilgert jedes zweite Wochenende in den Volkspark, aber ist der HSV das Stadion, welches noch mindestens bis in die 2020er Jahre ab bezahlt werden muss?

Ist der HSV die Mannschaft? Ich habe nicht mitgezählt, aber ich schätze grob, dass seit 1983 einige Hundert Spieler für den HSV in der Bundesliga aufgelaufen sind. Selbst die Treuesten der Treuen verteufeln ihre Idole des öfteren, nennen sie charakterlose Söldner, brüllen ihnen „Wir sind Hamburger und ihr nicht“ entgegen. Natürlich gibt es immer wieder Idole und es gibt immer wieder Sündenböcke, aber selbst die Extremsten unter den Anhängern wissen, dass die Spieler, die für den HSV spielen, austauschbar sind. Also? Ist die Mannschaft der HSV, den man bis in die Hölle begleiten wird?

Ist die Vereinsführung der HSV? Bei der Beantwortung dieser Frage musste ich lachen. War Uwe Seeler der HSV oder war es Jürgen Hunke? War Horst Becker der Verein oder war es Manfred Ertel? Bernd Hoffmann war doch bestimmt der HSV, oder? Ist Didi Beiersdorfer der HSV oder ist es doch eher Karl Gernandt? Könnte es sein, dass Marek Erhard der HSV war, dafür war Björn Floberg aber nicht der HSV? Die handelnden Personen in der Vereinsspitze wechseln ähnlich oft wie die Trainer (und die sind noch viel weniger der HSV), also bin ich hier offenbar auf der falschen Spur. Ich vermute, dass kein Fan bereit ist, für eine der aufgeführten Personen in die Hölle zu gehen.

Ist die Raute der HSV? Die Raute, dieses einprägsame Symbol. In den Farben Blau, Schwarz und Weiß ist das Ding weltweit bekannt und jeder verbindet es mit dem Hamburger Sportverein. Und dennoch – hätten die Gründerväter damals einen Kreis oder ein Dreieck in den Vereinsfarben gewählt, dann hätten heute die besonders Hartnäckigen „das Dreieck im Herzen“? Die Raute ist ein geometrisches Symbol, nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein Erkennungsmerkmal und es sieht nett aus, aber ist die Raute der HSV?

Ist die Tradition der HSV? Vielleicht kommen wir der Sache hier etwas näher. Selbst 17-jährige, die in den späten 90er Jahren geboren wurden, schwärmen heute von den Erfolgen der 80er Jahre, die sie im besten Fall von alten VHS-Kassetten ihrer Väter kennen dürften. Die Spieler der Athen-Elf werden heute teilweise noch wie Halbgötter verehrt, obwohl man die Meisten von ihnen auf der Straße nicht mehr erkennen würde, wenn sie einem mit Knie-Beschwerden und künstlichen Hüftgelenken entgegen kommen würden. Aber: Es ist etwas, woran man sich festklammern kann. „Wir waren ja mal wer und wir werden wieder jemand sein“. Dieses teilweise verzweifelte Zurückholen-Wollen vergangener Erfolge ist etwas, was diesen Verein ausmacht und was ihn in seiner Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt und behindert. Von alten Erfolgen kann man sich nichts kaufen und Rückhol-Aktionen sind selten von Erfolg gekrönt. In dieser Übung ist der HSV allerdings besonders gut und die jüngste Vergangenheit (van der Vaart, Beiersdorfer, Olic, Volksparkstadion, Labbadia etc.) sollte eigentlich irgendwann auch mal den Letzten zum aufwachen bewegen.  Meint man aber die Tradition, wenn man vom HSV 2015 spricht? Ist die Tradition der HSV?

Ist Hamburg der HSV? Der Hamburger SV trägt den Namen der Stadt, in der er spielt und in der er gegründet wurde, in seinem Vereinsnamen. Damit unterscheidet er sich beispielsweise vom FC. St. Pauli, dies ist (nur) ein Stadtteil. Könnte es sein, dass man den HSV stellvertretend für die Stadt meint, wenn man sagt: „Ich stehe für meinen Verein ein“ ? Steht man vielleicht eher für die Stadt ein, in der man geboren ist? Ich selbst bin 1964 in Hamburg-Eimsbüttel geboren und für mich steht die Stadt Hamburg für bestimmte Dinge. Sie steht für nordische Zurückhaltung, aber für Zuverlässigkeit, für mich als Hamburger gilt ein Handschlag als verbindlich. Hamburg steht für eine gewisser Noblesse, für eine nicht nach außen getragende Überlegenheit, ein Hamburger wird es niemals nötig haben, diese zu zeigen. Entspricht der HSV diesen Werten, die man als Hamburger mit der Stadt Hamburg in Verbindung bringt?

Sind die Fans der HSV? Eigentlich kann das nicht sein, denn die Fans der 60er und 70er Jahre sind alt geworden. Die Jungs, die heute auf der Nordtribüne jubeln oder leiden sind größtenteils in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts geboren worden, aber teilweise hat man der Gefühl, dass sich die Fans vielmehr selbst feiern und weniger die Mannschaft oder den Verein.

Ist der HSV Religion?  Ich gebe zu, ich halte einige Anhänger des Vereins für Fanatiker, denn Fanatiker zeichnet besonders aus, dass sie andere Meinungen nicht der Argumente wegen verteufeln, sondern schlicht und einfach, weil es andere Meinungen als die eigen sind, sollte man denn tatsächlich welche haben. Das Verhalten einiger sogenannter Fans hat tatsächlich etwas religiös-fanatisches, aber im Gegensatz zum HSV steht eine Religion für bestimmte Wert, die, sind sie auch noch so wirr und krank, von ihren Anhängern verteidigt werden. Für welche Werte, die es verzweifelt zu verteidigen gilt, steht aber nun der HSV? Gibt der HSV seinen Mitgliedern, Anhängern und Fans Werte vor, die es wert sind, sie zu verteidigen? Eigentlich nicht, oder? Ich jedenfalls bin überfragt, wenn man mich nach den Werten des HSV fragt.

Bleibt also immer noch die Frage: Was ist der Hamburger Sportverein? Für den einen ist er Familien-Ersatz, für den anderen eine Art emotionaler Rettungsanker. Viele finden in ihren Fan-Gruppen, den Fan-Clubs oder in anderen Vereinigungen etwas, was sie woanders (im Freundeskreis, in der Familie, in der Beziehung) nicht finden, aber wer kann mir diese Frage wirklich beantworten?

Was ist der HSV?

Von | 2015-04-22T08:47:27+02:00 22. April 2015|Allgemein|22 Kommentare

22 Comments

  1. Hoobs 22. April 2015 um 08:40 Uhr

    Großartiger Gedankenansatz. Erst dachte ich „Na, der HSV ist der HSV, was für eine Frage!“. Schon schnell merkte ich, dass dies ja völliger Schwachsinn ist. Also ist der HSV der Verein an sich. Aber wer oder was ist das eigentlich? Weswegen geht man durch dick und dünn? Für wen verbringt man so viel seiner Freizeit? Großartige Frage! Kann ich heute früh überhaupt nicht beantworten. Ich denke es ist ein Gefühl. Und es sind all die persönlichen Erlebnisse die man mit diesem Verein verbindet…… also auf die Kommentare heute bin ich besonders gespannt!

    • Gravesen 22. April 2015 um 08:45 Uhr

      Den ersten Kommentar siehst du unter deinem. Man macht sich Gedanken, Notizen etc., stellt all das frühmorgens KOSTENLOS zur Verfügung und dann reibt sich jemand einen, weil er eine falsche Zahl entdeckt hat. Sowas kotzt mich an, ich kann dir nicht sagen, wie sehr…

  2. Tommy 22. April 2015 um 08:42 Uhr

    Moin Grave,

    der HSV ist 1919 aus den Vereinen SC Germania, Hamburger FC und FC Falke 06 gegründet wurden und nicht 1887.
    Die 1887 ist vom SC Germania übernommen wurden. Wenn du also schreibst: „Die Tatsache, dass der Hamburger Sportverein am 29. September 1887 gründet und aus den Vereinen SC Germania, Hamburger FC und FC Falke 06 hervorgegangen ist, sollte jeder kennen.“…. ist das schlichtweg falsch.

    VG,
    Tommy

    • Gravesen 22. April 2015 um 08:43 Uhr

      Mein Gott, wenn’s dich beruhigt….

  3. Oliver Bruchholz 22. April 2015 um 08:51 Uhr

    Moin Grave. Ich glaube der HSV ist für die meisten Fans genau das was du in deinem letzten Absatz schreibst. Und das sollte man nicht unterschätzen.

  4. Andy82 22. April 2015 um 09:02 Uhr

    Moin. Für mich ist der HSV eine Idee. Zusammenhalt. Durchhaltevermögen. Ein Lehrer der uns zeigt, dass man erntet was man säht. Unsägliches Leid und die Erkenntnis, dass man sich auch über die kleinen Dinge freuen sollte. Einer Achterbahn der Emotionen, welche ein Bayernfan nie erleben wird. Oft schwer zu ertragen und trotzdem kann ich nicht darauf verzichten. Ich denke der HSV ist eine Prüfung, die nicht jeder bestehen kann.

  5. Arnold 22. April 2015 um 09:06 Uhr

    Ich denke für viele, die heute oder jetzt die Parolen raushauen, ist es die Angst vor Veränderung.
    —-
    Viele sind seit Jahren bei jedem Heim- und Auswärtsspiel dabei, haben sich unter den Fans dementsprechend einen Freundeskreis, wenn nicht sogar einen Familienersatz aufgebaut.

    Jede Woche die gleichen Abläufe, Fantreffen,Treffen vorm Stadion, gemeinsame Auswärtsfahrten. Ein Abstieg bedroht natürlich auch irgendwo dieses ganze Gebilde, daher die Treueschwüre.
    —-
    Ich verbinde den HSV mit meiner Heimatstadt Hamburg und der Raute als DAS Symbol. Als aktiver Fussballer seit meinem 4. Lebensjahr an und dem ersten Stadionbesuch mit Vaddern wenige Jahre später in Block F der Westkurve entstand die Fan-Beziehung. Dadurch dass diese Beziehung schon nunmehr knapp 30 Jahre andauert, werde ich immer den Weg des HSV weiterhin verfolgen, ob nun in der ersten, zweiten oder dritten Liga. Es würde für mich nie in Frage kommen, es wäre gespielt, mir nun „einen anderen Verein“ zu suchen und so zu tun als würde man genauso mitfiebern, mitschreien und mitleiden wie beim HSV. Dazu ist der HSV für mich eine schöne Nebensache bzw. eine Art Hobby, über das man mit anderen fussball-begeisterten Menschen ausgiebig diskutieren kann.

    Durch die eigene Familiengründung hat sich -glücklicherweise- die emotionale Bindung zum HSV bei mir wesentlich beschränkt, da ich nun andere Prioritäten setze und die kostbare freie Zeit lieber mit meiner jungen Familie verbringe. Das katastrophale Auftreten der verantwortlichen Personen und Spieler in den letzten zwei Jahren hat sein Übriges dazu getan, dass mir es mittlerweile egal ist, ob man absteigt oder nicht – vor Jahren habe ich mich tagelang noch über unnötige Niederlagen geärgert.

  6. NichtNurDerHSV 22. April 2015 um 10:00 Uhr

    Tja, für mich schließt sich langsam ein Kreis.
    Aufgewachsen in Münster, zur Schulzeit, fand ich den HSV zum Kotzen. Traditionell ist man in der Gegend für Schalke, Dortmund und Co. Es gab nur einen HSV-Fan und das war der Klassenidiot …
    Was mir immer gefallen hat: bei Wind und Wetter im Stadion zu stehen (Preußen Münster). Als ich dann 97 nach Hamburg gekommen bin, bin ich auch regelmäßig zum HSV oder zu St Pauli gegangen – der Stimmung wegen. Der HSV-Virus ist dann mit dem Bau des neuen Stadions auf mich übergesprungen. So ein tolles Stadion, dazu eine Mannschaft die unstetig aber langsam besser wurde und gelegentliche Highlights wie gegen Juve einstreute!
    Nun, die letzten drei-vier Jahre haben mir den letzten Nerv geraubt. Eine Saison Abstiegskampf kann jeder Truppe passieren. Aber vier Jahre am Stück ohne auch nur im Ansatz etwas daraus zu lernen … man man … [und dann schaut man Bayern und bekommt zu hören, wie man aus dem Hinspiel gelernt hat und daraufhin den Gegner im Rückspiel einfach vom Platz fegt]
    Also der Kreis schließt sich … ich finde den HSV wieder zum Kotzen, wenn da nicht diese Fünkchen Resthoffnung wäre, dass es irgendwann mal wieder besser wird.

  7. Thomas Vernunft 22. April 2015 um 10:15 Uhr

    Interessanter Denkansatz Grave…ich denke Du hast u.a. genau dass beschrieben was der HSV NICHT ist bzw. nicht sein kann. In erster Line muss sich jeder HSVer diese Frage aber selbst stellen und die Antworten bzw. Beweggründe sind die Essenz warum jedes Heimspiel nahezu ausverkauft ist und auch Auswärts gepilgert wird. Stellt sich eher die Frage, warum sich so viele HSVer irren können bzw. müssen (aus Sicht der Nicht-HSV-Fans). Bei mir sind (wie bei so vielen anderen sicher auch) persönliche Erinnerungen (positive wie negative) an meine HSV-Zeit sowie das Zugehörigkeits-Gefühl zu einer großen starken und erfolgreichen Gruppierung, ausgedrückt durch Zeichen, Aufkleber am Auto, Kutten und Fahnen die Hauptgründe und für mich DER HSV. Der HSV ist z.B. die Landung des Teppichklopfers im Volksparkstadion 1979 nach dem Platzsturm im Spiel gegen Bayern. Der HSV ist die Auswärtsfahrt nach Leverkusen, der HSV ist Ernst Happel diese alte Zigarettenfabrik :-), der HSV ist der Jubel auf dem Rathausmarkt beim Alstervergnügen im Sommer 83, der HSV ist das 4:4 gegen Juve, der HSV ist die Verbindung mit der Hoffnung auf neue Erfolge, das Miterleben und erzwungende Teilhaben am Erfolg obwohl man selber nie auf dem Rasen stand / Teil der Mannschaft war. Der HSV war fast 1 Jahr lang mein Arbeitgeber, der HSV ist so viel mehr als nur ein Verein und somit eigentlich so wie Du es erfragst nicht definierbar. Sicherlich kann man ganz profan sagen: Der HSV ist ein Sportverein. Mehr nicht. Punkt. Aber Du willst ja sicherlich auf etwas anderes hinaus…

  8. Gunnar 22. April 2015 um 12:07 Uhr

    Mal eine kurze Ferndiagnose: Für jede Person bedeutet der HSV etwas anderes, nur die emotionale Bindung ist ähnlich. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Die Menschen sind unterschiedlich konditioniert, was die Themen Regeln, Normen, Glaubessätze angeht. Wenn die emotionale Bindung jedoch übereinstimmt entsteht ein „Gemeinschaftsgefühl“. Das führt wiederum dazu, dass das gemeinsame „GLAUBEN WOLLEN“ häufig als Trotzreaktionen auf Kritik und/oder schlechte Leistungen kommt, um die besagten Regeln-Normen-Glaubenssätze zu verteidigen. Durch unterschiedlich verantwortliche „Führungskräfte“ wurde jahrzehnte lang eine Erwartungshaltung durch sogenannten „Bedarfsaufschub“ geschürt (wir schaffen das, Europa wir kommen, Dukaten Didi ist zurück, jetzt erst recht, alle Mann an Bord usw.), der bislang immer noch bei vielen Anhängern funktioniert. Siehe Regeln-Normen-Glaubenssätze…
    Nachdem Didi das Ruder übernommen hat, waren gute Ansätze zu sehen und zu hören (Kontinuität, Ruhe usw.) Diesen Pfad hat er leider beim ersten Gegenwind unter Druck verlassen und danach nur noch Fehlentscheidungen getroffen ( Aufbau eines Wasserkopfes, Trainerentlassungen usw.). Der Saisonansatz war: in diesem Jahr gegen den Abstieg, danach Konsolidierung. Es hat ihn die Angst gepackt, und er wich vom Kurs ab. Ein „Schönwetterkapitän“ ist aus meiner Erfahrung i.d.R. eine Führungskraft, der die entscheidenden Fähigkeiten fehlen. Der „Bedarfsaufschub“ wird nun unnötig verzögert, denn unser Team wird in diesem Jahr absteigen.

    Meine eigenen Regeln, Normen, Glaubenssätze bleiben, das hilft mir leider als Fan nichts, trotzdem schwächt sich auch meine emotionale Bindung seit 1975 langsam ab. NUR DER HSV!

  9. Marco 22. April 2015 um 13:24 Uhr

    Die Fragen sind wirklich berechtigt, aber ich habe meine Liebe zu diesem Verein noch nie in dieser Form hinterfragt. Ich bin 10 Jahre jünger als Du und bin seit meinem 6. Lebensjahr glühender Anhänger von…ja von was denn jetzt eigentlich…?
    Ich bin in der Nähe von Köln aufgewachsen und wurde durch den Nachbarn meiner Eltern beeinflusst und damals war der HSV das, was heute vielleicht der BVB ist.
    Ich kann nicht sagen was es ist. Vielleicht ist es die Raute, oder es sind die 3 Buchstaben die mir sofort unter 1000 von anderen Wörtern ins Auge springen.
    Ich habe in den letzten Jahren versucht emotional Abstand zu gewinnen, aber es scheint nicht wirklich zu funktionieren. Die Alternative zu einem „Fan“ ist vielleicht das man ständig seine Sympathien zwischen der aktuell besten Mannschaft, dem schönsten Stadion, dem tollsten Trainer, dem besten Spieler, oder der strategisch klügsten Vereinsführung hin und her schenkt…
    Ich denke dass es Campino von den Toten Hosen auf den Punkt gebracht hat: „Wenn einem die Freundin auf den Sack geht, dann kann man sich eine Andere suchen, bei seinem Lieblingsverein geht das leider nicht“. Und er muss wissen wovon er spricht…

  10. Micha 22. April 2015 um 13:27 Uhr

    Als 4 oder 5 Jähriger sah ich zum ersten mal das Logo des HSV. Ne coole Raute auf blauem Hintergrund. Ohne Schriftzug.
    Ich fand das cool, und dieses Logo ist genial! Als Kind war das toll. Was mich noch verbindet, waren die großen Schlachten mit dem FCB. Der großartige Sieg gegen Bayern nach Rückstand, das Festival gegen Real Madrid im Volkspark.
    Die hatten Eier, genau so wie die Jungs vom FCB gestern.
    Dieser Verein ist nicht mehr meiner. Hier halten sie dem Druck nicht stand, aber welchem?
    Der FCB hatte gestern auch Druck ohne Ende. Und?
    Da waren Profies am Werk, Profies die sich immer neu motivieren.
    Hier, beim HSV, werde ich nur noch mitleiden. Auf so einen Scheiß kann man nicht Stolz sein. Verachten muß man das Geeire.
    Mit dem Etat so was hinzulegen, ist doch hirnrissig.

  11. db 22. April 2015 um 13:30 Uhr

    Seit meinem ersten Besuch im Volksparkstadion vor über 30 Jahren mit meiner damaligen Jugendfußballmannschaft war der HSV für mich stets eine Herzensangelegenheit.

    In all den Jahren habe ich bei Niederlagen gelitten, mich über Siege gefreut und irgendwie immer daran geglaubt, dass der Verein den Anschluss an die Spitzenklubs der Bundesliga schaffen wird.
    Diesen Glauben und die emotionale Verbundenheit habe ich verloren.

    Du hast bereits mehrfach geschildert, wie du nach den überstandenen Relegationsspielen im vergangenen Jahr körperlich und mental auf dem Zahnfleisch gekrochen bist.
    Mir ging es ähnlich: Nach dem Schlusspfiff in Fürth lag ich zu Hause auf dem Teppich und habe geflennt vor Erleichterung. Ich werde nie die Blicke meiner Kinder und meiner Frau vergessen, die kurz danach den Raum betraten (ich hatte mich zu Hause abgeschottet), um zu fragen, ob mit mir alles in Ordnung wäre.

    Sollte der HSV in dieser Saison (verdientermaßen) absteigen, werde ich dies zur Kenntnis nehmen, nicht mehr und nicht weniger.

    Nach dem strukturellen Umbruch haben die Protagonisten mit ihrer dilettantischen Arbeitsweise bei mir ein Bewusstsein geschaffen, dass eine emotionale Verbundenheit zum HSV keinen Sinn mehr macht.

    In meiner beruflichen Tätigkeit habe ich ein persönliches Anspruchsdenken an meine Arbeitsweise. Wenn was in die Hose geht, hinterfrage ich dies und versuche persönlich entsprechende Schlüsse zu ziehen.

    Diese Art von Selbstreflexion erkenne ich als Außenstehender bei keinem der verantwortlichen Personen / Direktoren. Dieselben Fehler werden immer und immer wieder gemacht.

    Es macht für mich persönlich daher keinen Sinn mehr, sich darüber aufzuregen.
    Ich betrachte daher die sportliche und wirtschaftliche Talfahrt des HSV mit einer gewissen Gleichgültigkeit.

    Für mich steht der HSV momentan für:
    „Halbseidene Selbstdarsteller versagen“ oder „Hat schon verloren“

  12. Goldfather 22. April 2015 um 16:17 Uhr

    Der HSV ist für viele Leute in Hamburg und Umgebung seit Urzeiten nichts anderes, als die einzige Adresse um Erstligafußball erleben zu können. Daraus haben sich bestimmte Gewohnheiten entwickelt die im Laufe der Zeit nicht mehr hinterfragt wurden. Denn wie sonst könnte man erklären, dass man Fan einer Versammlung von ständig wechselnden Funktionären und Sportlern ist, deren Treiben man mit dem Kauf von Eintrittskarten und Devotionalien auf höchstem Niveau finanziert?
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    Die meisten Fans des HSV haben in ihrer eigenen sportlichen Vergangenheit weder für den HSV noch irgendeinen anderen Erstligaclub gespielt, sondern für Bezirksclubs und Freizeitmannschaften in Hamburg und Umgebung. Eigentlich haben die meisten Fans in ihrer aktiven Zeit als Spieler höchstwahrscheinlich eher gegen den HSV gespielt, als für ihn.
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    Allerdings kann man den HSV wohl als die wesentliche sportliche Visitenkarte der Metropolregion Hamburg betrachten, was dazu führt, dass sportliche Entwicklungen sowohl im positiven als auch im negativen Verlauf immer mit den Bewohnern der Metropolregion Hamburg in Verbindung gebracht werden.
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    Mir selbst ist es auf zahlreichen Reisen innerhalb und außerhalb Deutschlands immer wieder passiert, dass ich, nur weil jemand wusste das ich aus Hamburg komme, direkt in Verbindung gebracht wurde mit den jeweiligen Leistungen der Spieler und Funktionäre des HSV. Neben einer offensichtlich irrationalen Identifikation von Fans mit dem HSV gibt es auch eine Art Sippenhaft, der man als Hamburger nirgendwo auf der Welt entkommen kann.
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    Nicht zuletzt deswegen wird der Gang in die zweite Liga für viele Menschen aus der Region Hamburg zu einer Veränderung ihres Selbstverständnisses sowie zu einer Veränderung in der Wahrnehmung von Nicht-Hamburgern führen. Ganz Hamburg wird zweitklassig!
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    Auch Firmen und Geschäftsleute in Hamburg werden vom Abstieg des HSV betroffen sein. Sei es dahingehend, dass die Option eines Stadionbesuches mit einem Geschäftskontakt zukünftig wegfällt, da niemand der erstklassige Geschäfte abschließen möchte zu einem zweitklassigen Club geht, oder sei es dahingehend, dass Ausschreibungen und Angebote von Firmen in Hamburg künftig anders betrachtet werden, da die Stadt und somit auch ihre Bewohner als zweitklassig empfunden werden.
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    Desweiteren werden sich viele Unternehmer und Geschäftsleute die Frage stellen, ob das was beim HSV in den letzten Jahrzehnten abgelaufen ist exemplarisch zu bewerten ist. Es wird sich die Frage gestellt werden, ob es sich bei dem was beim HSV ablief um einen typischen Hamburger Vorgang handelte. Negatives Marketing vom feinsten sozusagen, was letztendlich nicht in Zahlen ausgedrückt werden kann, aber ganz sicher viele Millionen € und bei weitem mehr Arbeitsplätze fordern wird, als jene die direkt beim HSV verloren gehen.
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    Es gibt gnadenlose Geschäftsleute, die glauben mit Gewinnern bessere Geschäfte machen zu können, als mit Leuten die aus einer Region stammen, die sich ans Verlieren gewöhnt hat.
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    Der FC Bayern München besitzt in der ganzen Welt, weit über die sportlichen Interessen hinweg, den Status des, neben BMW, wohl wichtigsten bayrischen Botschafters. Abgesehen davon, dass der FC Bayern tausende Leute direkt und indirekt zu Lohn und Brot verhilft, poliert er das Image, der eigentlich von Amigo-Seilschaften durchzogenen in Wirklichkeit bei weitem nicht so effizienten Region nördlich der Alpen, auf Hochglanz.
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    Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzte Uli Hoeneß als externen Berater für was auch immer. Dass diese Ehre irgendeinem der Funktionäre, die der HSV bislang anstellte, zuteil werden würde ist nicht anzunehmen.
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    Auf der einen Seite gibt es nichts was man benennen könnte was der HSV eigentlich sei und warum es hunderttausende Fans dieses Clubs geben sollte und auf der anderen Seite wird bei der Betrachtung der Metropolregion Hamburg sehr schnell deutlich wieviel der HSV mit Hamburg und seinen Bewohnern zu tun hat.
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    Niemand entkommt der Raute in Hamburg, solange der HSV der alleinige Vertreter Hamburgs im professionellen Fußballsport der ersten Liga ist. Sollte sich dies eines Tages ändern, wird man sehr schnell erkennen können, wie sehr wir alle durch Marketing und Gewohnheiten geprägt sind.
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    Nicht vergessen sollte man bei dieser Fragestellung jedoch die vielen irrationalen Momente, die den Club auch zu einem Phänomen haben werden lassen, das für ungeahnte Glücks- und Erfolgsmomente verantwortlich gewesen ist.
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    Jeder Fußballfan kennt den Moment puren Glücks, der nicht zu erklären und letztendlich auch nicht zu hinterfragen ist, da er perfekt ist. Und deswegen sollte man sich im klaren darüber sein, dass es vielleicht besser ist sich an diese seltenen Momente zu erinnern, als jahrelang am Unvermögen ständig wechselnder Akteure zu verzweifeln.
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    Einen perfekten HSV-Moment hat fast jeder ältere Hamburger tief in seinem Inneren gespeichert, so dass es gerade in diesen schweren Tagen darum geht diesen Moment nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
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    Glück in seiner reinsten Form ist pure Irrationalität.
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    Eine interessante Reportage aus vergangenen Tagen findet sich hier:
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    Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=M_QBMg9gvCw
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    Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=rvKp5V4PFCs

  13. mendikant 22. April 2015 um 17:11 Uhr

    Tja, gute Frage.
    Ich denke Geschichte/n. Und für jede/n ist sie anders.

    Das folgende gilt für junge Menschen.
    Mit Papa zum ersten Mal zu einen großen Fußballspiel
    oder
    mit Freunden zum ersten Mal alleine ins Stadion
    oder
    ein tolles Spiel im Fernsehen, das einen als jungen Menschen packt
    oder
    um zu einer Gruppe (Schulklasse etc.) zu zugehören, die eben HSV-Fans sind.

    Bei älteren, welche zu Fans werden,
    habe ich immer das Gefühl, das es was mit Lifestyle zu tun,
    Bayern – Erfolgsfan,
    Pauli – politische Botschaft,
    Freiburg – Freiburg der andere Verein (wo auch immer)

    Wenn man es ganz hart Ausdrücken würde, könnte man sagen :
    Zweckgemeinschaft für 90 Minuten.

  14. hamuburgmini 22. April 2015 um 20:13 Uhr

    Was ist der HSV? Gute Frage Grave. Jeder hat seine eigene Meinung dazu.
    Per Se ist der HSV ein Sportverein unter vielen, nur mit dem Unterschied der erreichten Erfolge, damit meine ich
    nicht nur die Erfolge in den 80zigern, vor allem die ältere Generation verbindet noch zahlreiche norddeutsche Meisterschaften vor der Bundesligagründung verbunden mit Mythen und Geschichten wie Parkchaos vor dem Stadion (mein Vater erzählt noch heute davon, wie sein Vater das Auto, wie alle anderen auch, wie selbstverständlich auf der Strasse vor dem Stadion abstellte, nur um rechtzeitig reinzukommen).
    Dieses Gefühl des Erfolges in der Nachkriegszeit war ein Riesenschub für Hamburg, der HSV eine Art Sinnbild.
    die Generation danach erhielt zwanzig Jahre später dieses Gefühl, beginnend mit dem Pokalsieg 1976 bis in die 80er..

    Dennoch umreißt das nur einen Teilaspekt, denn die Bewertung und das empfinden für den HSV sind einfach zu unterschiedlich. Bei mir war es ein Aufnäher mit der „Raute“, den mir meine Oma 1987 auf meine, am Knie kaputte Jeans nähte. Mit dem HSV konnte ich nicht viel anfangen – also Fußball als Vereinssport -, weiß aber noch heute, daß ich diese Raute einfach nur toll fand. Meine ersten Stadionbesuche mit Klassenkameraden in der alten Schüssel folgten 1993/1994, das erste Spiel ein Sieg und wir lagen uns mit wildfremden in den Armen…

    Beim HSV verspürte ich ein Gefühl der Zugehörigkeit, obwohl mein Vater mich auch einmal zu Pauli mitnahm, fühlte ich mich dort fremd…

    Was ist der HSV? Ein Anlaufpunkt? Ein Gefühl? Sehnsucht nach etwas, was man soziologisch nicht näher beschreiben kann? Ich weiß es nicht. Heute noch weniger. Goldfather hat es sehr schön beschrieben…

    Ich verspüre noch ein gewisses Wohlwollen und eine Bindung (ohne diese näher beschreiben zu können), aber ich sehe auch diese massiven Fehler die in der Führung gemacht werden und auch, das diese Zuneigung mißbraucht wird…

    • Gravesen 22. April 2015 um 22:03 Uhr

      Mann, du sollst doch nicht die Hofberichterstattung des „Herrn Scholz“ kritisieren, der weint doch gleich, der saubere Journalist 🙂

      • hamuburgmini 23. April 2015 um 19:19 Uhr

        🙂
        Ich weiß, geht gar nicht…
        Schlimm, zu propagieren, daß man jedwede Schwachstellen der Verantwortlichen kritisieren würde, aber zum Zeitpunkt der Nachrichten voll und ganz dahinter steht und zugleich betont, daß der Verein über den Verantwortlichen stünde…

        Auf eine saubere Analyse am Saisonende… 🙂

  15. Okonski 22. April 2015 um 23:24 Uhr

    Der HSV war für mich anfangs eine Faszination. Im Sauerland aufgewachsen konnte ich mit Schalke/BVB und den Mythologen Gladbach und Düsseldorf sowie den Außenseitern Duisburg/Bochum/Köln nicht viel anfangen. Der HSV hat mit der Niederlage gegen Nottingham Forest mein Herz gewonnen. Danach war das aber auch eine Mannschaft. Vor nichts und niemandem Angst, eine Klassemannschaft. Danach besuchte ich regelmäßig die Auswärtsspiele im Ruhrgebiet und im Rheinland. Das war dann zunehmend das Gefühl des Underdogs. Kleiner Witz: Didi Beiersdorfer handelt gerade so, wie er gegen Uwe Leifeld kickte. Stets bemüht, um dann doch wieder zu spät zu kommen oder einen Elfer zu verursachen…
    Dann war ich bei der Wiederauferstehung in Köln beim gruseligen 2-1 Sieg dabei, ansonsten wäre es schon damals runter gegangen.
    Was mir aber mittlerweile fehlt, und das moniere ich seit Jahren, ist die Corporate identity. Für was steht der Spielstil des Teams. Man wünscht sich ja fast schon die elenden 90er zurück, da wusste man, dass die Truppe wenigstens kämpft. Das ist total vergeigt worden, sich auszurichten. Von daher fand ich Bernd Hoffmann nicht so schrecklich, der hatte immerhin eine Idee, wenngleich sehr hochtrabend. Was sich aber in den vergangenen Jahren abzeichnet ist schrecklicher, als es der VfL Bochum je war, der ja immer als graue Maus herhalten muss. Ein Verein ohne Esprit, ohne mitreissendes Team ohne Idee. Von daher ist es tatsächlich der Bezug zu vergangenen Zeiten und die Gemeinschaft mit anderen HSVern, die Erlebnisse im Regen oder unter der Fußgängerbrücke in Gelsenkirchen, wo man für seinen Verein angepinkelt wurde. Oder als mein Sohn mir gestand, dass er vielleicht Bayern gut findet. Alles ab nach Düsseldorf, wo Leverkusen seine Heimspiele austrug und Marcell Jansen trifft mit sattem Volley und mein Kleiner hat Funkeln in den Augen. Und trägt nun die Raute weiterhin stolz umher.
    Letztlich Hoffnung, und die stirbt bekanntlich zuletzt. Deine Kritik daran finde ich auch sehr richtig. Danke für den heutigen Artikel, der trifft nämlich genau das, was ich mich auch immer mehr frage.

  16. Gravesen 23. April 2015 um 08:36 Uhr

    Und das ist dann für dich Journalismus? Alles schön zu labern und dann eine sogenannte „Abrechnung“ für die Zeit nach der Saison anzukündigen? Eine Analyse, die ohnehin nie passieren wird? Ich nenne das primitive Hofberichterstattung auf der Suche nach Beifall und Klicks. „Ich werde den Verein nicht kritisieren“. Dummes Gelaber. Wer ist denn „der Verein“, wenn nicht die aktuell handelnden Personen?

  17. TippKickHH 23. April 2015 um 18:18 Uhr

    Danke für die Frage in der Überschrift!

    Hamburg an sich ist, auch in der Aussendarstellung erwas Besonderes. Welcher Hamburger kennt das nicht? Man ist von zu hause entfernt. Nahezu jeder im In- und Ausland sagt aber: „…ach aus Hamburg kommst/kommen Du/Sie…“. Mit hochachtungsvollem Unterton. Nicht umsonst sagen vielen auch Nicht-Hamburger: „Die schönste Stadt der Welt.“.

    Wer hier lebt, weiss das zu schätzen. Natürlich ist der Hamburger stolz auf „seine“ Stadt und den Besonderheiten auch in sportlicher Hinsicht. Da bietet sich für den Fußballfan eben ein HSV auf (noch) höchster sportlicher Ebene an.

    Das gilt auch für andere Sportclubs wie die Hockey-Clubs, Freezers oder Springreiten. Erfolgreich, aber eben nicht gleich zu setzen mit dem „Volkssport“ Fußball.

    Ich mag auch Pauli, aber eben anders, nicht so emotional. Diese Entscheidung liegt jedoch schon viele Jahre zurück. Da hat kein Virus für den anderen Stadt-Verein zugeschlagen…

    Mir kommt es eher etwas mysteriös vor, wenn man sich für einen Verein entscheidet, der nicht der Heimatstadt oder dem Wohnort zurechenbar ist. Kann aber jeder halten wie ein Dachdecker.

    Ach so, nur der Vollständigkeit halber, aktuell bin ich weder auf die sportlichen noch administrativen Würdenträger stolz. Die können es vermutlich nicht besser…

  18. vandermai 23. April 2015 um 19:33 Uhr

    ich bin mit dem HSV aufgewachsen. Der HSV wurde mir von meinem Vater in die Wiege gelegt, genauso wie ich es heute mit meinem Sohn halte. Damit verbunden sind frühkindliche Emotionen und Erfahrungen. Das alles ist bis heute nicht vergessen und fragmentarisch abrufbar. Der erste erlebte Torjubel und die damit verbundenen Emotionen, um mich herum und in mir drin. Angst, Freude, alles zur selben Zeit. Das prägt. Ein Leben lang. Der