Die knallharte Saisonanalyse des Hamburger Abendblatts*

* eigentlich erst für eine Veröffentlichung nach dem letzten Spieltag vorgesehen

Liebe Leser,

der Maulwurf is back. Gestern wurde mir anonym die bereits jetzt fertig ausformulierte, knallharte Saisonanalyse des Hamburger Abendblatts zugespielt, welche eigentlich erst nach dem letzten Spieltag am 24.05.2015 erscheinen sollte.

Offensichtlich steht jedoch das abschließende Urteil der Hochleistungs-Journalisten bereits jetzt fest und da dachte ich so bei mir: Grave, dann kannst du das Teil auch schon heute bringen. Hier nun also die „Abrechnung“ von Hamburgs „Fußball-Kompetenzblättchen Nr.1“.

Alles besser als vorher!

Die große HSV-Saisonanalyse des Hamburger Abendblatts.

Schonungslos, ehrlich, unbestechlich, unparteiisch

von Peter Lustig, Shy Killer und Alexander Lau.

Am Ende einer emotionalen Saison mit vielen Höhen und wenigen Tiefen kann man heute, einen Tag nach der überzeugenden Rettung sagen: Alles besser als vorher! Denn – wer gedacht hatte, dass die großflächigen Umbau-Maßnahmen nach der Strukturreform deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würden, sah sich getäuscht. Der neu-formierte Aufsichtsrat und der Vorstand der Herzen nahm vom ersten Tag an die Arbeit auf und die Früchte der Arbeit kann man bereits nach nur einer Saison erkennen.

Zur Einzelkritik:

Gernandt

 Karl Gernandt – Aufsichtsratsvorsitzender

Vor dem 25.05.2014 kannten ihn nur eine handvoll Hamburger Banker, heute kennt ihn den ganze Welt. Gernandt ist ein Macher, der gern still und leise im Verborgenen werkelt und Ergebnisse erst dann präsentiert, wenn sie spruchreif sind. Uneitel stellt er sich trotz seiner zahllosen beruflichen Erfolge immer in den Dienst der Sache und scheut die Öffentlichkeit. Gernandt ist es zu verdanken, dass dem HSV unzählige neue Investoren ins Haus geflattert sind (Kühne, Agrar-Bauer), er hatte auch die bahnbrechende Idee, ein externes Bankhaus mit der Akquise weiterer Partner zu beauftragen, da er frühzeitig erkannte, dass die eigene Marketingabteilung dazu nicht in der Lage sei und die groß angekündigten Netzwerke seiner Mit-Räte nichts weitere waren als heiße Luft. Vernachlässigt man den einen oder anderen medialen Fehltritt (Slomka, Knäbel, Tuchel), so hat Gernandt es doch geschafft, dass aus dem Aufsichtsrat nichts mehr nach draußen drang, was er selbst nicht dringen lassen wollte.

Abendblatt-Note: 1-

Didinei

 Dietmar „Didi“ Beiersdorfer – Vorstandsvorsitzender

Als die Not am Größten war, stand er auf und zu seinem HSV. Der Wunschkandidat sowohl der Fans, wie auch der HSVPLUS-Initiatoren und letztendlich auch der Wunschkandidat von Gönner Kühne half, als die Hilfe am meisten benötigt wurde. Dazu kündigte Beiersdorfer sogar seine unfassbar erfolgreiche Tätigkeit als Sportchef von Zenith St. Petersburg und kehrte heim. Vom ersten Tag an packte er die Dinge an, scheute in altbekannter Manier auch keine unbequemen Entscheidungen. Eine glückliche Hand bewies „Didi“ auch bei der Auswahl seiner zahlreichen Direktoren, um deren Dienste sich die halbe Fußballwelt bemühte, aber Beiersdorfer ist immer noch ein Meister der Überzeugung. Natürlich gilt dies auch für sein goldenes Händchen auf dem Transfermarkt, „Dukaten-Didi“ lebt und was er anfasst, wird zu Gold. Die Schnäppchen Lasogga, Behrami, Müller, Ostrzolek, Cleber, Diaz, Holtby schlugen allesamt ein wie russische Blendgranaten und haben ihre Marktwerte innerhalb nur einer Saison vervielfacht. Sein Meisterstück lieferte Beiersdorfer dann mit der Verpflichtung von Wunschstürmer Ivica Olic ab, der jugendliche Kroate wirbelte wie in besten Zeiten und erzielte im Spiel gegen den FC Augsburg ein Traumtor. Olic avancierte vom Tag seiner Verpflichtung an zum fehlenden Mosaikstückchen und war am Ende ein Garant für den Erfolg der Rückserie. Die Tatsache, dass Didi mit nur 4 Trainern in einer Saison auskam, spricht ebenfalls für sich.

Abendblatt-Note: 1- 

MarketingHilki

Joachim Hilke – Vorstand Marketing

Hilke ist das, was man einen Strippenzieher nennt. Seine Kontakte sind legendär, seine Erfolge nicht messbar. Im Grunde kennt ihn niemand, aber er ist irgendwie immer da. Allein der Umstand, dass er der Einzige war, der die unsägliche Ära Jarchow überlebte, spricht für seine….Fähigkeiten. Von Hilke sagt man, dass er eigentlich nichts kann, das aber richtig gut. Seine Erfolgsbilanz nach 4 Jahren im Vorstand des HSV liest sich wie eine Kurzgeschichte von Stephen King und von ihm sagt man, dass seine Telefonrechnungen für Gespräche in die Schweiz und nach Berlin einen großen Teil des Etats seiner Abteilung fressen würden. Für ihn selbst lohnt es sich in jedem Fall, denn immerhin trägt er nicht nur die Raute im Herzen, sondern auch immer den schönsten HSV-Fanschal um den Hals.

Abendblatt-Note: 2+

Knäbelpeter

Peter Knäbel – Direktor Profifußball

Knäbel kam, sah und – ja was eigentlich? Was genau der Ex-St. Paulianer eigentlich macht, ist im Grunde nicht bekannt und genau das macht ihn ja so geheimnisvoll. Nach anfänglicher Zurückhaltung und medialer Abstinenz startete der Assistent des Sportchefs im Laufe des Jahres so richtig durch und umschiffte fortan, wohl auf Rat des Mediendirektors, kein Mikrophon mehr. Seine dabei gemachten Aussagen sind ebenso inhaltsschwanger wie bedeutungleer, denn eigentlich versteht kaum einer, was er eigentlich sagen will. Dennoch – als die (Trainer)-Not am größten war, sprang Knäbel ein und entwickelte sich zum schlechtesten Trainer der HSV-Geschichte. Dass ihn dieser Umstand nicht im mindesten kratzt, spricht für sein dickes Fell. Knäbel könnte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten noch zu dem Glücksfall für den Bundesliga-Dino entwickeln, nämlich dann, wenn die DFL nur noch Transfers aus der Schweiz zulassen würde.

Abendblatt-Note: 3+

Peters

Bernhard Peters – Direktor Sport

Ob Mastermind oder Peppermint ist noch nicht abschließend geklärt, geklärt ist jedoch, dass Peters der absolut Glücksgriff von Vorstand Beiersdorfer war. Während sich die halbe Bundesliga gegenseitig überbot und man sich in Hoffenheim ob des Abgangs des extrem beliebten Hockeytrainers immer noch die Krokodilstränchen aus den Augenwinkeln  wischt, konnte „Didi“ Vollzug melden und seither geht es beim HSV steil bergauf. Vorbei sind die Zeiten, in denen die besten Talente des HSV ablösefrei zur direkten Konkurrenz abwanderten, vorbei sind die Zeiten, in denen man im Nachwuchsbereich des HSV kein Konzept entdecken konnte. Nebenbei existieren aufgrund Peters‘ Kamera-Geschick einige sehr hübsche Aufnahmen aus der HSV-Kabine, diese werden der Öffentlichkeit jedoch erst nach Ableben der auftretenden Personen zugänglich gemacht. Peters revolutionierte nicht nur den gesamten Unterbau des Vereins in Rekordzeit, er coachte auch die Trainer Slomka, Zinnbauer und Knäbel zum maximalen Erfolg. Nebenbei bemerkt kehrte mit Bernhard Peters‘ überaus menschlichen Art endlich wieder sowas wie ein Familiengefühl im Verein ein. Und das, obwohl man die wahre Qualität seiner Arbeit erst in 3-15 Jahren sehen wird.

Abendblatt-Note: 1- 

Wolf

Jörn Wolf – Direktor Medien

Vielleicht ist Jörn Wolf nicht mehr schönste, zweifellos ist er jedoch der witzigste Pressesprecher der Bundesliga. Wirklich kein Spaß ist zu flach und keine Ankündigung ist zu dünn, als das „Jörni“ es nicht doch versuchen würde. Keiner öffnet Wasserflaschen derart souverän wie er,  keiner bricht eine Pressekonferenz so abrupt ab, wenn es unangenehm wird. Dabei ist der Aufwand, den Wolf für seine überzeugenden Auftritte betreiben muss, enorm. Mit einer Mini-Abteilung aus knapp 20 Personen schafft er es, den HSV überall da an der Spitze zu halten, wo es wirklich notwendig ist. Die Pressearbeit ist brillant, die Entwicklung im Bereich Social Media als vorbildlich zu bezeichnen. Wolf’s Abgang, sollte es denn jemals dazu kommen, wäre für den HSV ein Verlust, der nicht aufzufangen wäre.

Abendblatt-Note: 1

Bei dieser Gelegenheit möchte die Sportredaktion des Hamburger Abendblatts es nicht versäumen, die Trennung vom dem Mann bekannt zu geben, der sich ein Leben ohne den HSV nicht vorstellen kann. Dieter „the Stammler“ Matz hatte angekündigt, im Falle eines erneuten Engagement von Bruno Labbadia in den endgültigen Ruhestand zu gehen und heute ist es nun soweit. Das HA dankt Dieter für….alles. Tschüss

Von | 2015-05-11T09:48:54+02:00 11. Mai 2015|Allgemein|15 Kommentare

15 Comments

  1. Hoobs 11. Mai 2015 um 09:06 Uhr

    Danke. Jetzt kann ich mit einem fetten, breiten Grinsen im Gesicht in die neue Woche starten. Zu schön…. wenn es nicht so traurig wäre.

  2. Lonewolf72 11. Mai 2015 um 09:17 Uhr

    Wie geil ist das denn. Das schlimmste ist nur, dass es wahrscheinlich genauso kommen wird von den Quäljournalisten. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was die schreiben, wenn wir doch noch absteigen sollten. Dann ist Polen offen und alles was bei drei nicht auf dem Baum ist, wird gnadenlos niedergeknüppelt.
    Mal was anderes: Sind Gernandt, Hilke und Knäbel eigentlich verwandt? Wenn man sich die 3 Bilder von denen untereinander anschaut, ist eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden. Würde einiges erklären… 😉

    • Thomas Vernunft 11. Mai 2015 um 10:45 Uhr

      Brille ? Fielmann !
      Friseur ? Marlies Möller !

    • Arnold 11. Mai 2015 um 11:13 Uhr

      Haben alle den gleiche Vater (KlauMi) – die Sache war bisher nur unter Verschluss….

  3. Jakob 11. Mai 2015 um 11:10 Uhr

    Jesus Grave, so bekommst Du nie eine Presse-Akkreditierung oder einen der begehrten Praktikanten-Presse-Jobs wie des J. Wolf beim HSV. Die Chancen auf einen hochdotierten Job beim Abendblatt, wie einen persönlichen HSV-Blog, sollten gen Null tendieren.
    Du musst anfangen dir mehr Sorgen zu machen. Gepaart mit Geduld wirst Du zur Ikone und bekommst eine eigene Feder-Statue für den Qualitätsjournalismus vor dem Stadion. Zur Sorge gibt es genug Anlass.
    Lasse den o.g. Herren doch Zeit. Ich bin ganz sicher, wie Norbert Blühm bei Renten, dass der glorreiche Aufstieg des HSVs in die Champignons League sicher ist.
    Und um Mutti Merkel zum NSA-Skandal zu zitieren: Unruhe unter Freunden bringen – das geht gar nicht.

    Ich kann mir dein Engagement nicht anders erklären, als dass Du im Hintergrund schon mit einer neuen Initiative gemeinsam das entern der HSV-Gallere planst und sie sturmreif schießt. 😉

  4. Arnold 11. Mai 2015 um 11:12 Uhr

    Köstlich, herrlich……., sensationell 🙂 – besser kann eine kurze Woche garnicht starten !!

  5. BerndH60 11. Mai 2015 um 11:35 Uhr

    Graves Entertainment at its best!! 😉

  6. Gravesen 11. Mai 2015 um 11:38 Uhr

    HSV63
    c.benjamin@online.de
    93.131.8.50 Als Spam markiert von Gravesen
    Eingereicht am 11.05.2015 um 11:30
    Wie kann man sich nur so verfolgt fühlen, du Pissflitsche.

    • Krakenhorst 11. Mai 2015 um 13:03 Uhr

      Fundierter Text!
      Ich glaube, ursprünglich war der Satz sogar mal als Frage ausgelegt.
      Diese Intention ist dann beim Schreiben der Zeile irgendwie mehr und mehr abhanden gekommen…
      …Tourette Syndrom vielleicht?

  7. Oberberger 11. Mai 2015 um 13:37 Uhr

    Danke an das Abendblatt für die schonungslose Analyse.
    Ich hatte schon wieder so ein Gefälligkeitsjournalismus-Geseiere befürchtet. Aber diesmal haben sie echt den großen Hammer ausgepackt.
    Keine Angst vor weltbekannten Namen. Immer da wo es wehtut. Kritisch und schonungslos.
    Hart, treffend, fair….so muss das sein !

    Danke, danke, danke !

  8. Detlev Gerber 11. Mai 2015 um 15:38 Uhr

    Hallo Grave,

    eine Bombenanalyse, die Du da von den „Journalisten“ „bekommen“ hast. Schlimm daran ist nur, dass das wahrscheinlich so ungefähr im Abendballt stehen wird, wenn Hamburg mindestens 15. wird.

    Einen Posten hast Du in der Aufstellung wahrschein überlesen.

    Die Fans.

    Sie pilgern in schöner Regelmäßigkeit in den Tempel der Enttäuschungen. Sie verbrennen dort den schnöden Mammon und verdrängen alle negativen Ereignisse mit einer für Unmöglich gehaltenen Innbrunst. Einzelne, bei denen die Gehirnwäsche nicht gelingt, werden dann in der Folgewoche durch anhaltende Penetration diverser Printmedien wieder auf Spur gebracht – wie die Lemmingherde bei BAP!

    Fazit: Nie aufbegehrendes Publikum, welches gerne Geld dalässt und vollkommen unkritisch ist.

    Note daher: 1+

  9. mlg 11. Mai 2015 um 18:45 Uhr

    ich frag nur kurz nach: für die Petition „Matz muss bleiben“ – wo kann ich unterschreiben?

  10. Oliver Bruchholz 11. Mai 2015 um 18:49 Uhr

    Also was wollt ihr denn. Ich glaube jedes
    Wort!

  11. Gravesen 11. Mai 2015 um 20:08 Uhr

    Nur gut, dass der größte HA-Heuchler nicht an der Sache beteiligt war. „Herr Scholz“ schreibt in Schmocks Einöde jetzt plötzlich und wie von Zauberhand exakt das, was ich schon seit Monaten schreibe. Jetzt plötzlich. Widerlicher Schmierlappen.

    • atari 11. Mai 2015 um 20:34 Uhr

      mir fällt schon seit Wochen auf, dass dort viel abgeschrieben wird. Eines bekommt man dort ganz bestimmt nicht: Infomationen, die man noch nicht irgendwo anders vorher gelesen hat. Hauptsache Dylan1941 kann dort in Form von täglichen Wiederholungen seinen Dreck verbreiten.

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