Das „neue“ Gesicht des HSV?

Liebe Leser,

Image ist das halbe Leben, sagt man. Das Image eines Unternehmens, eines Produktes, sogar das eines Schauspielers bestimmt sein Ansehen in der Gesellschaft, bestimmt am Ende des Tages seinen Marktwert. Warum wohl werden jährlich Milliarden von Euro in Image-Werbung investiert? Von Cornflakes bis zum Luxuswagen, jedes Unternehmen ist bestrebt, seinem Produkt das passende Image zu geben, um die Käuferschaft aus den unterschiedlichsten Gründen zum Kauf zu animieren.

Bleiben wir doch beim Beispiel Automobil, hier entscheidet das Image einer Marke mehr als die eigentlichen qualitativen Attribute über den Kauf eines Produktes im Wert von mehreren zigtausend Euro. BMW stand viele Jahre für Sportlichkeit, Mercedes Benz hatte das „Taxi-Image“ des teuren Opa-Autos. Warum wohl investiert Mercedes Hunderte von Millionen in die Formel 1? Der einzige Grund ist die Verbesserung des Images. Weg vom E-Klasse Taxi, hin zu dem „sportlichen Deutschen“ mit Qualitätsmerkmal. Audi hat diesen Sprung vor vielen Jahren geschafft, als man die Marke radikal umdrehte, den Audi Quattro baute. Später kam die Umstellung von Audi 80, Audi 100 etc. auf Audi A4, A6, A8 etc. Japaner stehen für Wartungsarmut, Koreaner für günstige Qualität usw.

Wer jetzt meint, man könnte einen PKW nicht mit einem Fußballverein vergleichen, der irrt. Denn eines verbindet beide Produkte und diese Verbindung nennt man Emotionalität. Autos sind pure Emotion und die Entscheidung für den Kauf einer bestimmten Marke ist oft genug eine irrationale und ausschließlich emotionale Entscheidung.

Image in der Bundesliga

Übertragen wir das Image-Thema auf die Fußball-Bundesliga und fragen, welcher Verein für welches Image steht. Dies mag übrigens bei dem einen anderes sein als bei dem anderen, denn wie die Bildung des Images auf jeden Einzelnen wirkt, ist verschieden. Bayern München steht beispielsweise für Selbstbewußtsein (mia san mia), für den totalen Erfolg, aber auch für soziales Engagement. Die Bayern haben schon mehrfach in Not geratenen Vereinen (z.B. dem FC St. Pauli) durch kostenlose Freundschaftsspiele geholfen. Die Ruhrpott-Klubs möchten für harte, ehrliche Arbeit stehen, Borussia Mönchengladbach hat das „Fohlen-Image“ aufpoliert, es steht für das Setzen auf jungen, hungrige Spieler. Wie wichtig diese Image-Bildung ist, erkennt man daran, dass einige Vereine ihr vermeintlich negatives Image humoristisch umsetzen und versuchen, dies ins Gegenteil umzuwandeln.

Bayer Leverkusen hat viele Jahre das Image des Plastik- oder Pillenklubs gehabt, man sprach oft und gern von der Werkself. Exakt diese Bezeichnung haben die Leverkusener nun sozialisiert, es existiert mittlerweile eine Sportbekleidungslinie mit dem Aufdruck „Werkself“. Das Gleiche gilt für den 1. FC Köln, der seit Januar 2015 offiziell ein Karnevalsverein ist. Was vorher noch eher peinlich war und auf einen chaotisch geführten Klub hindeutete, wird heute als Alleinstellungsmerkmal verkauft und vor allem signalisieren diese Maßnahmen auch: „Guck mal, die sind gar nicht so doof, die können auch über sich selbst lachen“.  

Wofür steht der HSV?

Ehrlich gesagt musste ich eine Weile nachdenken, bevor ich auf irgendein positives Attribut kam, für das der Hamburger Sportverein steht oder anders gesagt, ich finde keines. Ich bin in Hamburg geboren, habe 8 Jahre für den HSV Fußball gespielt und wenn ich darüber nachdenke, wofür der Verein steht, fallen mir nur Dinge wie „Dino“, „immer erste Liga“, „die dämliche Uhr“ ein. Und mir fällt ein, dass dieser Verein seit Jahren von einer Katastrophe in die nächste schliddert, dass die besten Tage des HSV mehr als 30 zurückliegen und mir fällt die immer noch existierende Überheblichkeit seiner Anhänger ein, von der ich beim besten Willen nicht weiß, woher sie kommen könnte.

An dieser Stelle möchte ich erneut Beispiele für diese verquerte Einstellung einiger als Beweis anführen:

„….Spaß beiseite, nie abgestiegen zu sein ist einmaliger als ein Meistertitel in der Bundesliga… Mach mal weiter mit den Titelträgern. Das hat Etwas. Wir waren ja auch an Titeln in den letzten 10 Jahren dran…“

Ein anderer schrieb (ich finde das Original leider nicht mehr) sinngemäß:

„Was sind denn schon Vereine wie Freiburg, Augsburg oder Mainz? Die haben doch nichts vorzuweisen. Wir sind der Dino, waren immer in der Bundesliga. Da werden die nie hinkommen….'“

Das ist also das, wofür unserer HSV steht? Dino, Uhr und Arroganz der Fans? Übertrage ich dieses Image auf die zuvor erwähnte Wichtigkeit des Images beim Kauf eines Produktes, überkommt mich panische Angst, denn das Image des HSV ist eine einzige Katastrophe. So gesehen ist es wenig verwunderlich, dass dieser Verein, mit Ausnahme bei den eigenen Fans, von fast allen anderen Fußball-Fans in Deutschland mit Hingabe gehasst wird. Bei denen steht der Verein nämlich für nichts anderes als für Chaos, Geldverbrennung, Überheblichkeit und Missmanagement. So einen Verein möchte wirklich keiner in der Bundesliga sehen, HSV-Fans mal ausgenommen.

Woher nehmen die HSV-Fans eigentlich diese vollkommen ungerechtfertigte Überheblichkeit? Ach ja, der HSV spielt ja in der „schönsten Stadt der Welt“ und ist  deshalb per se schon mal besser als alle anderen. Was für ein Schwachsinn. Was bitte hat der HSV mit der Stadt Hamburg zu tun, außer, dass er innerhalb ihrer Stadtgrenzen spielt? Das Image der Stadt ist eben nicht so einfach auf das Image des Vereins übertragbar.

„Hamburg, meine Perle“. Was sind die HSV-Fans stolz auf dieses Lied, in dem nicht etwa der eigenen Verein besungen wird (Du bist die Stadt, auf die ich kann), sondern in dem auch noch alle anderen Vereine lächerlich gemacht werden. „Zieh’n wir dir die Lederhosen aus“, „schießt Geld hier keine Tore“, „kommst du eigentlich aus Polen“ usw. Sogar in dem offiziellen Stadionlied zeigt der Verein seine Arroganz, stellt sich nicht selbst positiv, sondern die Anderen als Idioten da. Warum sind Textzeilen wie „Cottbus“ oder „lass den Torwart gleich zuhause“ eigentlich nicht schon längst aktualisiert worden? Ganz einfach, weil sie nicht zu ersetzen sind. Der HSV hat in all den Jahren, in denen dieses mittlerweile überflüssige und kontraproduktive Lied gespielt wird, für nicht einen positiven Anlass gesorgt und so muss immer noch der Verspottungs-Song herhalten.

Aber: Es sollte ja alles anders werden.

Doch ich möchte mithelfen, dem HSV wieder eine Kultur, eine Identität zu geben. Ich möchte die Orientierung geben, voranmarschieren und es jeden Tag vorleben, was es bedeutet, für den HSV zu arbeiten und HSVer zu sein.Entschlossenheit, Zusammenhalt, Respekt – davon war der Wechsel geprägt. Und genau diese Attribute sollen auch ganz allgemein unser Denken und Handeln bestimmen, so wollen wir uns präsentieren. Ein weiteres Vorbild habe ich gestern Abend gesehen: die deutsche Nationalmannschaft. Nicht, weil sie so hoch gewonnen hat. Sondern weil sie mit Wille und Emotionen gespielt und anschließend Demut und Respekt gezeigt hat, das war herausragend.“

Dafür ist es wichtig, dass sich der HSV wieder weniger auf Nebenkriegsschauplätzen austobt, sondern sich darauf konzentriert, wieder ein richtiger Fußball-Verein zu sein: Spieler ausbilden, mit ihnen arbeiten, sie verbessern und sportlich erfolgreich sein. Auf diesem Weg wünsche ich mir, alle Mitarbeiter, Mitglieder und Fans mitnehmen zu können. Ich möchte führen und den Menschen Leidenschaft, Identifikation und Begeisterung für den HSV vorleben.

Und so stelle ich mir unseren HSV auch zukünftig vor, deshalb ist es mir besonders wichtig, diejenigen mitzunehmen, die sich nicht von dem Konzept HSVPlus überzeugen ließen und lassen. Ich möchte für Geschlossenheit und Zusammenhalt stehen. Das ist mein Bild vom HSV.“

(Dietmar Beiersdorfer am 09.07.2014)

http://www.hsv.de/saison/meldungen-saison/bundesliga/2014/juli/vorstellung-dietmar-beiersdorfer/

Entschlossenheit, Zusammenhalt, Respekt, Demut. Dem HSV sollte eine neue Identität gegeben werden, von dieser neuen Identität sehe ich fast ein Jahr später weniger als nichts. Respekt und Demut sind nach wie vor Fremdwörter, Chaos und Orientierungslosigkeit regieren nach wie vor. Aber wie sollte das auch gehen, wenn man an den für das Image zuständigen Stellen (Marketing und Kommunikation) immer noch mit den gleichen Menschen arbeitet, die es schon seit Jahren nicht auf die Reihe kriegen? Wie sollte das funktionieren, wenn man an der Spitze einen Zauderer hat, der jedes Wort sekundenlang auf die Goldwaage legt, bevor einmal ein visionärer Satz erscheint?

Und bitte, soll mir niemand mit Geduld oder „das braucht seine Zeit“ kommen, denn das stimmt nicht. Eine Veränderung im Verhalten und in der Außendarstellung muss entschieden und dann gelebt werden. Es müssen ganz deutliche Verhaltensmassregeln erstellt werden und wer dagegen verstößt, gehört der Vergangenheit an. Kurzum: Es muss entschieden und nicht gewartet und gezaudert werden. Außer den schönen Worten während seiner Tränenkonferenz hat Beiersdorfer nichts unternommen, um dem Verein ein verändertes Image zu verpassen, der HSV ist nach wie vor die unbeliebte Skandalnudel der Liga, der jeder Nicht-HSV-Fan den Abstieg von ganzem Herzen wünscht und ich kann sie verstehen.

Fazit: Der neuen HSV-Führung ist es eindrucksvoll gelungen, erneut ein Jahr zu verschwenden. Nicht nur sportlich, sondern auch inhaltlich und kommunikativ erlebt der Verein keinen Stillstand, sondern einen Rückschritt. Dafür kassieren aber diejenigen, die sich damit beschäftigen sollten, ein Heidengeld.

 

In eigener Sache:

Als ich vor einiger Zeit eine Pause für diesen Blog ankündigte, erlebte ich eine wirklich großartige Unterstützung von vielen vielen Lesern, für die ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Viele Leser äußerten ihren Willen (das war nicht meinen Idee!), sich in irgendeiner Form finanziell an diesem Blog beteiligen zu wollen und deshalb haben wir die letzten Tage ein wenig auf dieser Idee rum gedacht. Mit schwebt im Moment eine Art Unterstützer-Modell vor, welches auf absoluter Freiwilligkeit basiert. Ich möchte und werde diesen Blog nicht für einige wenige abschotten und grundsätzlich kostenpflichtig gestalten, das war und ist nicht der Gedanke dieses Forums. Aber ich könnte mir eine Art Unterstützer-Fond vorstellen, an dem sich jeder, der es möchte, beteiligen könnte. Ich möchte dabei nicht reich und berühmt werden, aber es wäre eine nette Bestätigung für die Arbeit, die in diesem Blog steckt.

Sobald die Idee ausgereift ist, informiere ich euch. Wir hatten uns einen freiwilligen Beitrag von vielleicht € 3 pro Monat gedacht. Wenn man sich vorstellt, dass eine Kugel Eis einen Euro und eine Schachtel Zigaretten € 6 kostet, ist das nicht zuviel, wie ich hoffe.

Von | 2015-05-26T08:03:09+02:00 26. Mai 2015|Allgemein|15 Kommentare

15 Comments

  1. moonpile 26. Mai 2015 um 08:42 Uhr

    Alles klar Grave. Ich bin dabei

  2. Hamburg1887 26. Mai 2015 um 09:02 Uhr

    Moin Grave u. WELCOME BACK!!!

    wieder einmal ein Blog der passt. *Daumen hoch*

    Die von dir angesprochenen Zeilen „Cottbus“ und „Torwart gleich zu Hause“ wurden allerdings von Lotto schon seit ein paar Jahren geändert. Er singt statt „Cottbus“, „Wenn du woher auch immer kommst“ und „Dann ist dein Torwart jetzt bei uns zu Hause“… Das nur als Off-Topic. ^^ Kann ich mir auch nen Keks von kaufen, oder mich über die Weisheit des Tages freuen, gelle?… 😀 😀

    Nichtsdestotrotz hast du Recht, die Arroganz die dieses Lied ausstrahlt ist nicht mehr Zeitgemäß, wenn sie es denn jemals war.

    Die Ausstrahlung des HSV im Allgemeinen ist mir mittlerweile so peinlich, dass ich seit letztem Jahr darauf verzichtete, mein HSV-Trikot mit in den Urlaub zu nehmen (was eigentlich immer eine „patriotische“ Pflicht war^^).

    Das positive Image, das ich mit dem HSV in Verbindung bringen möchte, ich finde es selbst nach langen Überlegen nicht. Geschweige, dass es selbst nach einem möglichen Überstehen der Relegation, zu einer Besserung kommen wird.

    Naja, genug nun von meinem Gesabbel…

    Wie gesagt, welcome back, lieber Grave und weiter geht´s!

    Zu den 3,- EUR: Klingt vernünftig. Dann kannst du dir davon auch bestimmt ne Software kaufen, mit dem du das „HSV-Intranet“ hacken kannst, oder?! 😀

  3. Tim 26. Mai 2015 um 09:05 Uhr

    Spontan würde mir noch der Hamburger Weg einfallen. Zumindest auf dem sozialen Weg ist der Verein in meinen Augen vernünftig aufgestellt. Ansonsten ist unser Verein voller Baustellen … aber vielleicht ändert sich auch was, wenn wir die Relegation überstehen. Die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

    Wenn wir nicht absteigen, sollten wir trotzdem diese bescheuerte Uhr abbauen. Die braucht kein Mensch mehr.

    Ich wäre auch dabei … wenn es darum geht, Deinen Block zu unterstützen.

  4. F4u 26. Mai 2015 um 09:33 Uhr

    Moin,Moin
    welcome back.
    Ich bin dabei!
    Besten Dank auch für die heutige Einordnung Image des HSV. Sollte den Protagonisten, wenn sie es denn lesen, stark zu denken geben.

  5. Pansking 26. Mai 2015 um 09:52 Uhr

    Willkommen zurück.

    Bin dabei. Dann verzichte ich halt auf meine morgendliche Bild.

  6. Gustav 26. Mai 2015 um 12:01 Uhr

    Hallo Grave,
    Ich denke mal ihr habt alle Möglichkeiten schon durchgespielt, aber ich finde immer Amazon-Ref-Links und Spenden über PayPal am angenehmsten.
    Bedenke dabei auch, dass du das ganze als Einkommen versteuern musst.

  7. Carsten 26. Mai 2015 um 12:14 Uhr

    Ich glaube nicht, dass Fans anderer Vereine den HSV wirklich hassen. Es ist vielmehr so wie mit einem alten Bekannten, der immer noch mit seinen Jugendtaten prahlt, obwohl er seit Jahren nichts mehr auf die Reihe bekommen hat – er nervt nur noch und man wäre froh, ihn mal eine Zeit lang nicht zu sehen. 😉
    Aber letztendlich werden die meisten Fans lieber einen Traditionsverein (wie es auch der HSV ist) in der Bundesliga sehen, als noch einen Verein wie Wolfsburg, Hoffenheim oder RB Leipzig.

    Danke für den Kommentar zu „Hamburg meine Perle“. Als in Hamburg lebender Nicht-HSV-Fan kann ich den Refrain wirklich von ganzem Herzen mitsingen (hat ja auch nichts mit dem HSV zu tun), während ich die einzelnen Strophen irgendwas zwischen peinlich und nervig finde. Aber vielleicht ist die künstliche Abgrenzung zu anderen Vereinen das einzige, was für einen HSV-Fan noch Identität stiftet, wer weiß?

  8. Micha 26. Mai 2015 um 13:15 Uhr

    Oh wie schön, der Lachs springt wieder 😉
    Das Thema „Der HSV als Marke“ sprichst Du ja nicht zum ersten Mal an. Was mich damals als 5-6 Jährigen zum Fan machte, war dieses coole Wappen (heute Logo). Kein einziger Buchstabe, keine Zahl. Nur dieses designtechnische Meisterwerk, das fremde Schiffe in Hamburg willkommen heißt. Zudem war die Mannschaft damals extrem gut mit Typen besetzt und man bot den Bayern nicht nur die Stirn, man schlug sie auch auswärts nach hoffnungslosem Rückstand und holte die Schale (81/82).
    Im Hier und Jetzt sind mir öffentlich zur Schau getragene HSV-Devotionalien peinlich, ich trage sie nicht.
    Und ich habe mir im Laufe des jahrelangen Niedergangs eine gesunde, objektive Distanz zu diesem HSV zugelegt.
    Unabhängig von der Minus-Performance von Knäbel, der nur durch Arroganz und hirnlose Interviews auffällt – dagegen erschien Olli Kreuzer wie ein Profi ; der Abstinenz von Groß-Neujugendplanergestalter seiner Excellenc Peters (Grave, was macht der eigentlich) und natürlich Performance-Didi.
    Was mich echt interessieren würde, wer hat hier wen verpflichtet? Von oben nach unten. Der Behrami-Transfer muss doch zwangsläufig auch Fragen aufwerfen und aufgearbeitet werden. Hier gings um finanzielle Interessen, hätte man sonst einen fast-Invaliden mit fragwürdigem Charakter und schlechten Knieen für 3,5 Mio€ verpflichtet?
    Hier läuft entschieden was falsch.
    Als treuer, aber kritischer HSV-Fan sage ich, ein Abstieg wäre verdient. Unabhängig der Relegation (die ich als unfair empfinde).

    Die Marke HSV findet nicht statt. Bestes Beispiel der HSV-Shop. Seit den 80érn derselbe Schice drin.
    Es ist tragisch, solch ein Potenzial zu versauen.

    Dafür schafft man neue Pöstchen: Direktoren. Ich lach mich schlapp. Die sind so arrogant, die verpennen den eigenen Abstieg.

  9. Thomas Vernunft 26. Mai 2015 um 16:23 Uhr

    Der HSV, speziell dessen Fans stehen, um es mal zu pau(li)schalisieren für blöde rechtsradikale Asis, die besoffen in der S-Bahn kleine Kinder bepöbeln, das falsche Bier trinken, Fleisch fressen und alle entweder reiche Säcke sind oder aber aus Bunnyhill oder dem Osdorfer Born kommen. Sie hören IMMER Frei.Wild und tragen den Pullover in der Jeans und sind DVU oder „irgendwie rechts Wähler“. Und alle haben nur Hauptschulabschluss. Irgendwie so. Und damit hat der Verein schon mal per se in beugehaft genommen zu werden. Und auch diese arroganten überbezahlten und faulen Spieler hat der HSV weltweit exklusiv und dieses strahlt umgekehrt auf die gesamte Fanschaft aus. HSV-Spieler = HSV-Fan. Alle doof. 😉 (Satiremodus aus)

    Mal im Ernst, Grave: Ist der Ruf erst ruiniert…Du machst Dir sehr viele gute Gedanken zu unserem Verein. Ein Image zu definieren, zu suchen ist aber wohl zur Zeit das letzte Problem, was der HSV zu lösen hat. Mir persönlich ist das Leitbild oder das Image dieses Verein total schei.. egal – so egal wie es einem Hansa oder Dünamö-Fan ist pauschal und immer wieder (auch und gerade durch die Medien) als rechter Chaot oder Hooligan beschimpft zu werden. Was nützt es einem Verein wie dem FC St.Pauli (Achtung: Pauschalurteil), als Sammelbecken von linken Gutmenschen, Paadieleuten und freibeutenden Weltverbesserern zu sein, wenn man trotzdem fast in Liga 3 gelandet ist ?

    Der HSV hat sich seinen (teilweise zurecht) schlechten Ruf hart erarbeitet – aber dieses vermeintliche schlechte Image ist immerhin etwas, eine Seele. Der HSV ist bis jetzt noch nie abgestiegen – die Fans sind treu wie Stein. Die Stars sind überbezahlt und schlecht. Aber muss ich mir deswegen dieses Büsserhemd überziehen ? Ich bin mittlerweile so weit, dass mir Frotzeleien oder gar böse Sprüche ggü. dem HSV am Arsch vorbeigehen – weil es nicht wichtig ist. Wichtig ist dass der HSV die Klasse hält – irgendwie. Und falls nicht oder gerade im Falle der Rettung, MUSS ein personeller Schnitt her. Und: Ist es einem Fan nicht egal ob sein Club eine Seele hat ? Ich finde davon mal abgesehen hat der HSV doch eine ganze Menge treue Seelen wenn ich mir die zahlreichen Fanclubs und Treffen so anschaue.

    Der Patient HSV liegt schon beinahe hirntot und krebszerfressen auf der Intensivstation – da ist es m.Mn.n. erst einmal wichtig den Patienten zu retten in Form einer Chemo 2.Liga UND / ODER einer Rosskur mit neuer Mannschaft und Führungspersonal in jeder Liga. Wenn das gelingt, hat der HSV doch sein Image – das des ewigen und unkaputtbaren.

    Du bist zu früh dran – Leute wie Dich braucht der Verein in Stunde Null. Und sei es in Form dieses Blogs. Bleib weiter dran. Ich unterstütze Dich dann auch.

    • hamuburgmini 26. Mai 2015 um 20:53 Uhr

      Dem möchte ich widersprechen.
      Es ist nicht egal, für was der HSV steht. Ein Image bildet sich durch die gelebte Philosophie, durch ein sportliches Konzept, einer Maxime nach der sich gerichtet wird und dem sich alle im Verein unterordnen. Selbstverständlich darf dabei das Tagesgeschäft nicht außer Acht gelassen werden (O-Ton Sammer), aber gerade durch eine nach innen gelebte Philosophie und deren Handeln sind auch bei einem sportlichen Mißerfolg ein steter Anker. Es erleichtert ein Unterordnen im inneren des Vereins, wie auch Identifikation (nach innen und Außen) und weckt Emotionen.

      Gerade diese Emotionen die dann durch die Fans im Stadion gelebt werden gehen einher mit der Bindung und Identifikation von Spielern. Das erleichtert auch in einem gewissen Maße die Verpflichtung von neuen Spielern, wie auch der Verlängerung von Spielern die man gerne weiter halten möchte, der Faktor Geld rückt dabei etwas in den Hintergrund, eben wenn die klare Linie und Philosophie erkennbar ist.
      Ein Marco Reuss verlängert (wenn auch bei einem fürstlichen, im Vergleich zu dem was er in München oder im Ausland verdienen könnte, eher „kleinerem“ Gehalt) in Dortmund. Für den Club stellt das eine solide Planungssicherheit dar, falls der Spieler doch wechseln sollte, sind ausreichend finanzielle Mittel in Aussicht zwecks Ersatzbeschaffung.

      Das Image und die Identifikatiion nach Außen ist die Weitertragung des inneren Konzeptes, der Leitkultur, der Maxime.

      Dieses hat der HSV nicht. Er kann Spieler nur mit Geld locken, eben weil die Überzeugungskraft des Clubs fehlt.

      Der HSV mit seiner „einfachen Raute“, kein Logo mit „Krönchen“, nichts verziertes. Hanseatisch schnörkellos, schlicht aber ein Zeichen für „Verlässlichkeit“. Einfach aber mit der Aussage „Alle Mann an Bord“, „füreinander einstehen“, „sich gegenseitig zu helfen“….
      Was könnte man daraus noch alles ableiten und daraus ein sportliches Konzept bilden. „Einfaches, aber strukturiertes Spiel“, „schnörkellos“…
      Die Hymne des Gegners im Stadion spielen und „Respekt füreinander“ vorleben, aber auf den Rasen eben hanseatisch schnörkellos vorangehen…

      Genug philosophiert….Herr Beiersdorfer hat nichts von Außen sichtbar verändert…

      Man vergleiche die Jugendkonzepte im Internet zwischen Freiburg und dem HSV, welchem Verein würden die Eltern, wenn die Vereine direkt nebeneinander wären, eher anvertrauen? Wo wird Vertrauen geschaffen?
      Bisher ist hierzu auch von Hrn. Peters nichts erkennbar, außer vielleicht der strukturellen Neuplanung des Campus…

      Das ist alles zu wenig…..viel zu wenig….

  10. Okonski 26. Mai 2015 um 17:02 Uhr

    Ich freue mich, dass es wieder weiter geht! Zu meinem Vorredner muss ich sagen, dass ich nicht zustimmen kann. Alles scheissegal ist genau das, was wir seit Jahren sehen. Was wir gestern gesagt haben? Scheissegal! Welches Konzept wir allen erzählt haben? Scheissegal! 4 Trainer in einer Saison? Scheissegal!
    Genau das ist die Haltung, die alles kaputt macht, weil es der Beliebigkeit Tür und Tor öffnet.
    Der HSV hatte mal ein Image, ein etwas unterkühlter Verein, der auf dem Platz eher zu den spielerischen Teams gehörte und mit den großen zumindest mitspielen konnte. Das war dann in den 90ern irgendwann mal vorbei und erlebte eine Renaissance in der Doll-Ära. Davon ist allerdings nichts mehr übrig.
    Ich glaube eher, dass es scheissegal ist, ob der HSV binnen Wochenfrist absteigt oder nicht, wenn man nicht endlich daran geht und die corporate identity definiert und nur danach handelt. Einen Verein wie den SC Freiburg wirft der Abstieg nicht um, die Fans werden auch weiterhin gerne dahin gehen. Der HSV hat sich durch seine amateurhafte Führung zu einem der meistgehassten Vereine entwickelt. Soll man darauf stolz sein? Immer erste Liga? Im letzten Jahr bekam ich oft Zuspruch, in diesem Jahr sind es teilweise Hasstiraden auf diesen HSV, die ich zu lesen bekomme.
    Noch einmal: ich bin nicht bescheuert und weiß, dass einen der Abstieg in Liga 2 um 5 Jahre aus der Bahn werfen kann, vor allem finanziell. Wenn aber niemand langsam festlegt, was in den nächsten Jahren im Verein geschehen soll- und dies auch 1 zu 1 umsetzt, dann ist noch viel mehr verloren. Wege gibt es viele: Ausbildungsvereine, Großmäzenenvereine, DAX-Unternehmen-Schoßhündchen, Arbeiterclub, Kampftruppe etc.pp.
    Das was der HSV im Moment macht ist, dass er sich selbst abschafft. Daher müssen eigentlich einige Leute ihren Hut nehmen (Gernandt, Knäbel) und andere gefunden werden, die wissen wie man eine Marke wirklich etabliert. Image ist alles. Zum Glück verzichtet Bruno Labbadia auf Scheisshausparolen. Für’s erste.

  11. Henrick 26. Mai 2015 um 19:37 Uhr

    Ein super Blog! Schön, dass du weitermacht! Bei drei Euro wäre ich auch dabei..

    Zum inhaltlichen.. Viele wahre und richtige Gedanken wurden hier bereits genannt. Mich hat der Blog zum Nachdenken gebracht, wofür der HSV eigentlich für mich steht.

    Ich liebe meine Heimat (= Großraum Hamburg). Ich bin ein Lokalpatriot. Nicht in dem Sinne, dass ich denke meine Heimat wäre schöner oder besser als andere Gegenden der Welt. Aber ich bin hier geboren und bin hier zu dem geworden der ich bin. Der HSV ist für mich der Verein der für meine Heimat spielt. Ich kenne unheimliche viele Leute die zum HSV stehen. Reflektierte, humorvolle und treue Fans. Ich finde den Schnacker in Matrosenoutfit super den ich häufig betrunken nach dem Spiel in Eidelstedt am Bahnhof treffe. Mich berührt es zu sehen, wie im Stadion eine Oma im selbstgestrickten Pullover mit nem Dorfmetaler in Kutte jubelt. Neben diesen Heimatgefühlen und den Menschen ist es eine Mischung aus „trotzdem“ und „gerade weil“. Von der Attitüde würde ich viel besser zu St Pauli passen. Ich war dort auch schon im Stadion. Was mich dort nervt und mich abschreckt? Dieses bemühen um Authentizität und alles alternativer Gestaltung. Bemühte Authentizität ist für mich nur ein perfider Marketingag. Z
    B. sind in der Gegengerade die Umläufe schön bunt angemalt. Total kreativ. Für mich ist Fussball ein rotziger Sport. Ich liebe unsere grauen Betonwände. Dass ist einfach ehrlich. Bei St Pauli läuft vor dem Spiel coole Punkmucke. Bei uns überwiegend Poptrash. Aber ganz ehrlich die meisten Spieler sind alles Poptrasher vor dem Herren in ihren Nobelkarren. Für mich passt unsere sch.. Musik zu dem Event. Das könnte ich noch lange weiterführen. Worauf ich hinaus will: natürlich muss sich in Sachen Vereinsführung etc sogut wie alles ändern. Aber eine Marketingkampange brauche ich nicht. Für mich ist der HSV was er ist.

  12. Thomas S. 26. Mai 2015 um 22:01 Uhr

    Ich glaube, es ist die Kombination aus mittelmäßiger Verein und große Stadt, die einfach schwierig ist. Allein die Lage in einer reichen Millionenstadt weckt ungesunde Ansprüche, die u.a. dazu verleiten, Erfolg mit viel Geld kaufen zu wollen. Das gab es in ähnlicher Form in Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Essen und konnte schon dort nur durch Abstiege halbwegs geheilt werden. Und hier wird es nicht anders sein. Erschwerend kommt die Bürde der erfolgreichen Jahre 1979-1983 (was für ein lächerlich kurzer Zeitraum, nebenbei bemerkt) hinzu.
    Man sollte sich zum besseren Verständnis übrigens mal klarmachen, wie lange dieses Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit bereits währt. Warum hatte der HSV selbst in den ach so glorreichen 80er Jahren verhältnismäßig wenige Zuschauer? (1979, mit einer jungen, hungrigen Truppe, war es noch anders!) Warum liefen schon Ende der 80er Jahre die Leute in Scharen zum kleinen Nachbarn St. Pauli über? Bestimmt nicht nur wegen des Stadions.
    Ja, wie kann es besser werden? ich denke, Grundlage eines neuen Images muss vor allem kontinuierleich gute Arbeit über einen längeren Zeitraum sein. Sympathie muss man sich auch verdienen, bessere Kommunikation allein wird nicht genügen. Auch ein Verein wie Freiburg hat die Sympathien nicht gepachtet (obwohl auch Freiburg eine schöne Stadt ist), sondern erarbeitet sie sich Jahr für Jahr neu durch gute Arbeit.
    Ob die Mentalität dafür allerdings hier in absehbarer Zeit vorhanden sein wird? Ich habe da so meine Zweifel.

  13. Fabian 29. Mai 2015 um 14:07 Uhr

    Wenn dieser Verein endlich mal eingestehen könnte, welche konkreten Fehler er gemacht hat und endlich mal anfangen würde, nach so großen Worten auch mal Taten folgen zu lassen..

    Dann zum Thema Überheblichkeit…ich kann diesen Fangesang: „6-Mal deutscher.. “ usw. ihr kennt ihn alle, nicht mehr hören.. Weiteres Beispiel dafür, wie sehr dieser Verein in der Vergangenheit lebt… diese scheiß Meisterschaften sind über 30 Jahre her.. und interessieren keinen mehr…

    Da die Inhalte von Dir die einzigen sind, die gut dargestellt und endlich mal ehrliche Fakten (auch wenn man diese natürlich als HSV Fan, nicht gerne hört) sind, würde ich dich auch gerne mit einem Beitrag unterstützen. Man könnte diesen auch auf 5€ anheben beispielsweise und 2€ davon an den Hamburger Weg spenden. Als HSV Realisten-Fangemeinde HSV-Arena, über Dich. Das ganze dann am liebsten im Hamburger Weg kommunizieren, sodass es noch mehr Leser gibt und aus Überheblichen, Realisten werden. (Sofern da eine Chance besteht..)

    LG und schönes WE.
    Nur der HSV.

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