Hamburg, meine Sekte…

Sekte (von lateinischsecta ‚Partei‘, ‚Lehre‘, ‚Schulrichtung‘) ist eine Bezeichnung für eine religiöse, philosophische oder politische Richtung und ihre Anhängerschaft. Sie bezieht sich auf Gruppierungen, die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von vorherrschenden Überzeugungen unterscheiden und oft im Konflikt mit ihnen stehen.

Nun gut, der HSV ist keine politische Richtung oder eine Partei, aber religiöse Züge hat das Verhalten einiger „Verteidiger des Glaubens“ tatsächlich. Gestern schrieb ein Leser auf der HSV-Arena Facebook-Seite:

Ich habe gestern in einem Forum eine kritische Frage gestellt und wurde vom Mob zerrissen. Nörgler, „hast du nie Fehler gemacht“?, usw. Ich lasse es bleiben, erinnert stark an Sekte.

Diese Phänomen begegnet jemandem, der sich aus berechtigten Gründen kritisch mit dem Verein auseinandersetzt, mehrmals täglich. Die mittlerweile klassische Reaktion „Wenn du nicht für uns bist, bis du gegen uns“ verwundert nicht mal mehr, weil sie von Seiten der üblichen Verdächtigen als automatisierter Beissreflex verbucht werden kann. Dabei ist es teilweise sogar belustigend zu beobachten, wie die Mechanismen funktionieren. Kommentiert man etwas, was über die Medien verbreitet, den HSV in keinem besonders spaßigen Licht erscheinen lässt, zitiert man ja lediglich die Manipulatoren der linken Lügenpresse, die dem HSV ja bekanntermaßen grundsätzlich Böses wollen. Schreiben BILD oder Mopo aber davon, dass sich Herr Tah voll umfänglich zum Verbleib in Hamburg geäußert hat, dann ist das die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mir Knäbel-Peter helfe.

Vielleicht solltest Du Dir mal überlegen, die Raute aus Deinem Logo zu entfernen und Dich mit Deinen Kolumnen dort bewerben wo Du mit Sicherheit mit Kußhand genommen wirst, bei den Typen Matz und Co. Die schreiben genauso negatibv über unseren HSV und sind somit auch für ein Teil der Negativentwicklung unseres HSV verantwortlich.

Herr XXX, bitte treten Sie gleich mit zurück!Nicht mal 0,5% sind zu MV des e.V. erschienen. Durch das Nichterscheinen hat er also die Interessen, Sorgen und Nöte dieser 0.5% ignoriert.

Was labert ihr denn hier für ein Schwachsinn,,,nur weil er zur Sitzung nicht erschienen ist muss er zurück treten? Seit Jahren wird darüber gelästert wie die Aussendarstellung des Vereins ist, aber genau so was ihr hier macht , schadet dem Verein noch viel mehr. Derjenige der ohne Fehler ist, der alles besser kann, der werfe den ersten Stein…

 

Ich finde auch, man sollte Didi und Co. auch noch die letzten Taler des Vereins für Sinnlosigkeit verschleudern lassen, während sich die Herren die Taschen vollstopfen und zumindest zum Teil auch im Falle eines Absturzes in die 2. Liga nicht auf einer Cent ihrer Bezüge verzichtet hätten. Dann ist der Verein am Ende der nächsten Saison endlich komplett handlungsunfähig, während die geneigten Hofberichterstatter unter den freien Journalisten, die sich durch ihren fortwährenden Gefälligkeitsjournalismus einen festen Job beim Verein erhoffen, auch weiterhin und die nächsten 12 Jahren auf die Früchte der Peters-Arbeit warten. [Ironie aus]

Oder man sollte vielleicht einmal darüber nachdenken, was diese Unfähigen tatsächlich angerichtet haben. Mitnichten reden wir hier über einen Trainer, der sich 15 Spiele lang erfolglos versucht hat, wir reden hier über eine Gruppe Null-Performer, die gerade dabei sind, den Verein über die Klippe zu stoßen. Und eines sollte man jedem klar sein: Wenn der Verein stürzt, bleiben die Herren am Rande der Klippe stehen und gucken bedauernd nach unten. Nicht mehr und nicht weniger.

Leute, wir reden hier nicht von einer Fehlentscheidung oder einem nicht gelungenen Transfer. Wir reden hier von einer wahnsinnigen Geldverbrennung, die ihren Höhepunkt im Winter mit dem Olic-Transfer fand, ein Transfer, der den HSV jetzt, nachdem zahlreiche Verträge ausgelaufen sind, zur Handlungsunfähigkeit verdammt. Wie reden hier von einer katastrophalen Medienpolitik und einer desaströsen Außendarstellung aller Beteiligten!!! Wir reden davon, dass die Herren in Vorstand und Direktorium, die ca. € 4 Mio. pro Jahr abgreifen, alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann. Alles!

Aber, halt, bitte nicht zu laut. Ansonsten kommen die Sektierer, die unglücklicherweise nicht ein handfestes Argument auf ihrer Seite haben, mit Beleidigungen, Drohungen, Schmähungen etc. um die Ecke. Warum? Weil sie nichts anderes können. Diejenigen unter den Patienten, die sich ob eines IQ’s oberhalb der Zimmertemperatur glücklich schätzen können, versuchen zumindest noch das dünne Argument der Geduld in den Raum zu werfen, selbst dann noch, wenn sie selbst wissen, dass sie mittlerweile Blödsinn absondern.

Warum aber verteidigen die immer weniger werdenden Aufrechten die Versager bis zum letzten Blutstropfen? Nun, zuerst einmal denken diese Personen, dass sie mit ihren Handlungen ihren Verein verteidigen, aber das ist Schwachsinn. Der Hamburger Sportverein ist weit mehr als Beiersdorfer, Hilke, Knäbel und Co. Diese Herren werden gehen (hoffentlich bald), aber der Verein bleibt. Zum Zweiten verteidigen sie nicht die Sache, sondern eigentlich sich selbst und die eigene, verblendete Einstellung. Man hat sich auf eine Seite festgelegt und kann da nicht mehr raus. Dann lieber mit fliegenden Fahnen untergehen, als einen Fehler einzugestehen. Menschlich verständlich, inhaltlich jedoch schwach.

Wie sehr der HSV allerdings zu einer Sekte mutiert ist und wie sehr die handelnden Personen im Vorstand darum bemüht sind, diesen Status Quo noch auszubauen, erkennt man am jüngsten „Projekt workshop“. Anstatt den Versuch zu unternehmen, tatsächlich etwas zu ändern und zu verbessern, bleibt man unter sich. Kritiker werden bewusst ausgesperrt, es könnte ja unangenehm werden. Wer nicht versteht, dass dies nur ein weiterer Versuch ist, Verantwortung abzugeben und Zeit zu erkaufen, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass demnächst ein paar Herren in dunklen Anzügen, HSV-Schal und der HSVlive in der Hand an meiner Tür klingeln, um mir die Worte des Herrn Didi zu verkünden. Jehova, Jehova……

Von | 2015-06-20T08:41:15+02:00 20. Juni 2015|Allgemein|14 Kommentare

14 Comments

  1. Kai 20. Juni 2015 um 09:21 Uhr

    Deswegen kommst du auch nicht einen Millimeter vorwärts Grave. Zumindest nicht bei den „Verblendeten“.
    Denn Sie verteidigen im Grunde nicht ihren Verein, sondern sich selbst. Sie definieren sich über den Status ihres Vereins, weswegen es sich auch leichter „sechs Mal deutscher Meister…“ schreit, als sich einzugestehen das man selbst Anhänger eines mittelmäßigen, schlecht geführten, mittlerweile im ganzen Fußballland belächelten, teilweise sogar gehassten Vereins ist. Wobei Letzteres eher dazu führt, sich noch enger an die Versagertruppe zu kuscheln. Ich habe schon hochpositionierte Herren aus Wirtschaftsunternehmen gesehen, die sich beim Thema Fußball aufführen wie ungezogene Teenager denen man gesagt hat, das ihre Lieblingsmusikgruppe doof ist, weil sie zu Playback ein bisschen mit dem Hintern wackelt. Rational nicht zu erklären. Normale Argumente greifen hier nicht. Der Effekt wird noch bis in die Unendlichkeit potenziert wenn dieser Verein, oder sagen wir mal ein vereinsnahes Individuum, in Kontakt mit eben diesen Verblendeten tritt. Man ist plötzlich nicht mehr nur einfacher Fan, nein, man ist jetzt Teil des Ganzen. Man ist quasi mit den Granden per du, eingeweiht in perfide Pläne, die der normale Fan garnicht imstande ist zu begreifen. Wenn es zudem noch Fans betrifft, die sich über ihr zeitliches Engagement definieren, wird es komplett irre. „Ich bin seit 35 Jahren HSVer, ich bin bei allen Heimspielen in der Arena gewesen um unsere Mannschaft zu unterstützen, ich bin Allesfahrer, ich bin Fanbeauftragter des SC, ich fahre mit ins Trainingslager…etc.“. Diesem Endprodukt des fleischgewordenen Fanatikers mit Logik zu kommen, mit Tatsachen, mit Beweisen ist genauso unmöglich wie Putin davon zu überzeugen das die Homoehe eine feine Sache ist.

    • Martin 20. Juni 2015 um 14:24 Uhr

      Guter Beitrag und am Ende der passende Vergleich…

  2. atari 20. Juni 2015 um 10:10 Uhr

    Nicht alle halten an ihrer Meinung fest und kommen da nicht mehr raus! Ich war ein Befürworter von Didi.Nicht von Dukaten-Didi, denn den gab es nicht – aber von Didi in seiner ersten Amtszeit, der um sich herum ein tolles Team aufgebaut hatte, von dem er damals sehr profitiert hat – insbesondere von der Scouting Abteilung! Dies alles endete 2009. Ein Gefälligkeitsjournalist aus der Einöde schrieb dann irgendwann vor Didi’s Rückkehr, dass er sich im Ausland noch weiter entwicklet hat !? Wie soll man sich weiter entwickeln, wenn man 100 Mio in der Kasse hat und Namen wie Hulk & Co einkaufen kann – 100 Mio in einer Transferperiode tragen scheinbar extrem zur Weiterentwicklung bei. Wie auch immer, vom Didi 2015 bin ich absolut enttäuscht! Die Entscheidung mit dem Knäbel Trainer hat mich endgültig erkennen lassen, wie er wirklich tickt. Er hat nur unfähige Experten um sich herum gescharrt, nur weil diese vom DFB oder Hitzfeld hoch gelobt wurden. Seine alten Weggefährten hat er komplett vergessen, denn jetzt ist er Vorsitzender der HSV AG. Niemals hätte ich gedacht, dass sich ein netter Mensch so ändern kann und nach dem Aufstieg auf der Leiter manch alte Mitstreiter nicht einmal mehr kennt!

  3. bastian 20. Juni 2015 um 10:19 Uhr

    Aufgrund der Überschrift dachte ich zuerst du hättest den Text umgedichtet…
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    Wenn du aus Dortmund kommst, hast du talentierten Nachwuchs.
    Wenn du aus München kommst, kaufst die Spieler, die du willst.
    Wenn du aus Gladbach kommst, begeistert dich der Trainer.
    Wenn du aus Wolfsburg kommst: neuer Spieler – höchstes Regal!
    .
    Wenn ich weit weg bin und ein Tor schieß‘ und gewinn‘, sing ich Hamburg meine Sekte – Europa-pokal! Europa-pokal!
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    Wenn du aus Leverkusen kommst, kriegst du unsere Talente.
    Im hohen Alter kommen sie wieder und wir zahlen ihre Rente….
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    Wer einen Reim findet, darf ihn singen und behalten…

  4. Ligature 20. Juni 2015 um 10:40 Uhr

    Eine Frage an die Runde: Was hättet Ihr Anfang letzter Saison mit dem folgenden Szenario getan ?

    Tuchel erklärt (nach erfolgreichem Meeting mit HSV- Vorstand und mit Hauptmäzen Kühne), er würde ab 2015/16 die Mannschaft trainieren wollen; Kühne erklärt, er würde die damit einhergehende Neuausrichtung unterstützen. In der Zwischenzeit, ist man sich allseitig einig, müsse man mit einer Übergangslösung arbeiten.

    Hättet Ihr Euch darauf eingelassen ?

    Ich hätte darüber jedenfalls sehr ernsthaft nachgedacht. Dass es ein kapitaler Fehlschlag geworden ist, weiss jeder. Aber hätte man es auch vorher (!) wissen müssen?

    • Launi 20. Juni 2015 um 11:14 Uhr

      Nun, das Kind ist doch in den Brunnen gefallen, weil die Herren sich blind darauf verlassen haben. Man muss Entscheidungen treffen und das dann auch konsequent – dies haben die hohen Herren versäumt. Wenn ich auf die Karte Tuchel setze, dann mache ich schon alles fertig und wenn eine Seite nicht in die Hufe kommt, dann muss man eben eine Alternative suchen. Hier wurde aber einfach eine Karte gespielt und niemand hat sich darum gekümmert, dass der Stich vielleicht doch nicht einem selbst gehört am Ende. Das ist grob fahrlässig. Und genau das kann man vorher wissen.

    • Joschmann 20. Juni 2015 um 12:02 Uhr

      Zu dem Szenario fehlt doch Nennung der die Ausgangslage um die Antwort direkt zu erhalten: 27 Punkte in der Vorsaison, bester Spieler weg, aktueller Trainer mit bescheidener Punkteausbeute.

      Das beinhaltet automatisch ein enormes Risiko, dann auch noch 1 Jahr mit dem Neuanfang warten zu wollen. Das ist doch irre. Wenn man sich das mal vor Augen ruft, das man den Abstieg sowas von leichtfertig in Kauf nimmt, für einen Thomas Tuchel. Selbst bei 35 Mio zum Einkaufen, ist die Gefahr doch nicht gebannt. Und letztlich ist doch auch so Didis „Arbeit“ zu beurteilen, der Mann hat sich nicht einmal mit Fakten befasst, erst bei seiner 30% mehr Punkte Aussage. Negative Fakten gehen dem Herren am Arsch vorbei, die werden ignoriert. Allein darin sieht man doch schon die Arroganz, die über den VV, über PK und letztlich über den ganzen Verein ausgestrahlt wird.

      Dieses Risiko, leichtfertig mit dem Abstieg zu spielen, darf man doch eigentlich beim HSV nur für einen Trainer eingehen – und der liegt seit November 92´ auf dem Hernalser Friedhof in Wien.

  5. nur der HSV1979 20. Juni 2015 um 11:55 Uhr

    Leider bin ich auch nur ein Fan der mit Leib und Seele HSVer ist. Jedoch ist es schwierig zu begreifen, was die Deutschland weiten Medien nach der äußerst glücklichen Relegation in den vergangenen Wochen für ein erneut schauderhaftes Bild unseres HSV gezeichnet wird.
    Ich stimme in allen Kritikpunkten voll umfänglich zu, es kann nicht sein, dass man erneut einen angeblich neuen HSV mit einem Workshop kreieren möchte. Dies hätte schon lange passiert sein müssen, nicht erst seit HSV+, aber spätestens in der vergangenen Transferperiode hätte man dies umsetzen können sogar müssen anstatt Spieler zu verleihen (Tah, Demirbay).

    Stattdessen wurden teure ggf. sogar talentfreie Spieler verpflichtet die bis auf die dicke Kohle, recht wenig Identifikation in der letzten Spielzeit mit unserem HSV nachwiesen! So fair muss ich sein, als erkennbar war – oh wir könnten als die Deppen mit dem HSV absteigen, da erinnerte man sich auf einmal – huch Fußball hat ggf. mit Einsatz, Kampfkraft, Willen und mit Glück etwas mit Talent zu tun – mir fehlen die Worte!!!

    Ich warte seit mindestens 5 Jahren darauf (Ausnahme: Chalan…. heute Werkself), dass der HSV deutschlandweit einen Großangriff auf deutsche Talente startet – aber bis dies passiert liege ich wohl unter der Erde!!!!

    Wie kann es sein, man kann von RB Leipzig halten was man will, jedoch verpflichten die strukturell sehr viele deutsche U-Nationalspieler und oh Wunder oftmals bleiben die sogar länger bei dem Verein. Mir ist natürlich ebenfalls bewusst, dass „RB“ sicherlich sehr gut zahlt, jedoch ist dort von außen betrachtet sogar ein Konzept erkennbar!?!?!?

    Ich kann nur hoffen, dass es „Zinnbauer“ ggf. schafft nochmals eine so gute U23 Hinrunde zu spielen die vielleicht noch den ein oder anderen talentierten Spieler nach oben spült?!? Wobei ich auch hier ehrlich sein muss, ich bin ja froh das man in der letzten Saison mal junge U23 Spieler im Profikader sah, jedoch wirkliche Granaten waren diese derzeit auch noch nicht. Hoffentlich liegt dies nur am noch jungen Alter und der fehlenden Erfahrung!?!?

    Mittlerweile bin ich so desillusioniert, dass ich ehrlich zugeben muss, mit diesen hochbezahlten „Granden“ glaube ich nicht mehr viel positives erwarten zu können, weder strukturell noch auf dem Transfermarkt oder gar in der Außendarstellung – da ich selbst Vereinsvorsitzender eines 400 Mitglieder starken Fußball/Badminton-Vereins bin, würde ich sehr gerne mal mit den Herren tauschen. Vielleicht begreifen die Herren dann endlich mal welch Super-Job die Herren eigentlich haben und welche Verantwortung/Verpflichtung damit einher geht?!?!?

    Wir kämpfen seit Jahren um einen Rasenplatz den niemand zahlen will, ganz zu schweigen von Hallenzeiten für die Badmintonspieler oder gar Turnhallen die eingezeichnete Badmintonfelder haben…….. Dies Probleme dürften beim großen „HSV“ nur zu Gelächter führen!!!!

    Ich könnte noch Stunden weiter schreiben – muss aber leider weiter arbeiten – vielleicht auch besser so….
    Mir graut es vor der nächsten Saison….

    In diesem Sinne….. Nur der HSV!!!!

  6. Goldfather 20. Juni 2015 um 19:34 Uhr

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht immer Arroganz ist die dazu führt an einem Konzept festzuhalten, selbst wenn es zunächst negative Ergebnisse mit sich bringt.
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    Und nicht immer ist es klug einen Entwicklungsprozeß frühzeitig zu beenden. Manchmal gibt es ganz andere Interessen weshalb Mitarbeiter ein bestimmtes Projekt oder eine bestimmte Person nicht mehr wollen.
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    Gerade der Profifußball ist ein gnadenloses Geschäft bei dem es keineswegs einfach ist herauszufinden welcher Weg und welche Personalie die richtige für den Club ist.
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    Wie schwierig es ist für Führungskräfte den richtigen Weg zu finden, zeigen die Beispiele Konrad Adenauer, Ronald Reagan und Otto Rehhagel.
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    Konrad Adenauer:
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    Deutschlands legendärste Wahrsagerin war die aus einer südfranzösischen Zigeunersippe stammende Margarethe Goussanthier (1899–1986), genannt „Madame Buchela“. Man bezeichnete sie als „Pythia vom Rhein“, „Seherin von Bonn“ und sogar als „berühmteste Wahrsagerin der Welt“. Angeblich glaubten auch die Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876–1967) und Ludwig Erhard (1897–1977) sowie der Schah von Persien (1919–1980), Exkaiserin Soraya und Königin Juliana der Niederlande an ihre Prognosen.

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    Quelle: http://biografien-news.blog.de/2005/07/08/madame_buchela_die_seherin_von_bonn/
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    Ronald Reagan:
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    Praktisch jeder wichtige Schritt oder jede Entscheidung der Reagans wurde im voraus mit einer Frau in San Francisco abgeklärt, die Horoskope stellte. „Präsidenten-Gattin Nancy wollte so sichergehen, „daß die Konstellation der Gestirne für das jeweilige Unternehmen günstig war

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    Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13529006.html
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    Otto Rehhagel:
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    Noch etwas weiter in der Vergangenheit liegt jenes legendäre Kaffeekränzchen, von dem es heißt, dass Beate Rehhagel ihrem Mann danach die Verpflichtung des schlampigen Genies Mario Basler empfohlen haben soll: „Der ist in Ordnung.“

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    Quelle: http://www.morgenpost.de/sport/hertha/article106052135/Ohne-seine-Koenigin-sagt-Otto-Rehhagel-nichts.html
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    Meines Wissens nach bemühte auch Frau Rehhagel die Sterne und beenflußte ihren Mann mit diesem Spezialwissen bis hin zu Mannschaftsaufstellungen und Spielerverpflichtungen. Die Ära Otto Rehhagel beim SV Werder Bremen wurde höchstwahrscheinlich stärker durch Beate Rehhagel geprägt, als durch den jeweiligen Vorstand in Bremen.
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    Mit anderen Worten: Es ist verdammt schwer für eine Führungskraft, Entscheidungen zu treffen die massenhaft Konsequenzen nach sich ziehen und aufgrund ihrer Tragweite weder mathematisch noch durch sonst irgendeine wissenschaftliche Herangehensweise bestimmbar wären.
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    Aus der Sicht des unbeteiligten Beobachers ist es immer leichter zu urteilen, da man in keinster Weise zur Rechenschaft gezogen werden könnte und nur all zu gern die eigenen Fehlentscheidungen und Fehlurteile vergisst, die im stillen Kämmerlein krachend gescheitert sind.
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    Ungern hören abhängige Menschen von der puren Verzweiflung in den Etagen der Macht, da ihnen schlagartig vor Augen geführt werden würde, wie unsicher und fremdbestimmt ihr eigenes Leben in Wirklichkeit ist.
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    „Die da oben machen das schon….“
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    Möchte der HSV nicht auf einen anerkannten Astrologen zurückgreifen, sondern einen nachhaltigen Entwicklungsprozeß beginnen der im Erfolg mündet, muß man zwangsläufig auf personelle Kontinuität und konsequente Fehleranalyse setzen um in einer Art Ausschlußverfahren wie ein Blinder Meter für Meter nach vorne zu kommen.
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    Ob mit oder ohne Beiersdorfer, der HSV ist dazu verdammt Fehler zu machen und diese geduldig zu eliminieren. Auch ein potentieller Nachfolger Beiersdorfers bräuchte Zeit, um den Club aus der Abstiegszone zu führen. Es gibt keinen leichten Weg für den HSV.
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    Nicht zuletzt der von vielen so hochgelobte Herr Hoffmann hat nach der Demission Beiersdorfers maßgeblich dazu beigetragen den Schuldenberg auf dem der HSV heute sitzt anzuhäufen, indem er viel zu teure Transfers wie Nistelrooy und Berg durchsetzte.
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    Entscheidend ist die Frage ob Beiersdorfer lernfähig ist und nicht die ob es ein Fehler war so lange auf Tuchel zu setzen. Denn in Wirklichkeit wollte der mitlerweile von vielen gescholtene Zauder-Didi alles und zwar sofort, also in bester HSV-Manier.
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    Wäre er sofort mit Labbadia um die Ecke gekommen und hätte klar gestellt, dass erst der nächste Trainer in drei bis vier Jahren derjenige sein würde der ein neues Konzept umsetzbar macht, wäre er wieder einmal der Zauder-Didi gewesen, stattdessen installierte er Zinnbauer aus dem Jugendbereich und versuchte den vielleicht besten deutschen Trainer für junge Spieler zum HSV zu holen.
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    Der Vorstand war in diesem Falle ungeduldiger als die eigenen Fans.
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    Wo würde der HSV wohl heute stehen, wenn Trainer wie Jara, Pagelsdorf oder Benno Möhlmann Frauen gehabt hätten, die ihnen per Geburtsdatum des jeweiligen Spielers die Mannschaftsaufstellung und Transfers angesagt hätten?
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    Felix Magath als VV und Beate Rehhagel als externe Beraterin wäre sicherlich auch eine interessante Personalie…

  7. Oliver Bruchholz 20. Juni 2015 um 23:04 Uhr

    Hi. Darf ich euch mal erinnern das beim HSV zwischenzeitlich ein Knäbel auf der Bank war! Meiner Meinung nach sagt das alles. Die Entscheidungungsträger haben endweder keine Ahnung oder was ich glaube einfach einen an der Waffel. Das War für mich die Bestätigung das beim HSV aufgeräumt werden muss. Und zwar von ganz oben bis unten.

  8. Braveheart 21. Juni 2015 um 12:12 Uhr

    Zwei Fragen zu deinem Blog liegen mir auf dem Herzen:
    1. zum einen schreibst du: „während sich die Herren die Taschen vollstopfen und zumindest zum Teil auch im Falle eines Absturzes in die 2. Liga nicht auf einer Cent ihrer Bezüge verzichtet hätten. “
    Ist das denn im Aktienrecht überhaupt so „einfach“ möglich? Müssen lt. dem auf der MV von einem Redner genannten Paragraphen 87 „angemessene Bezüge der Vorstände “ nicht zwangsläufig in Falle des Abstiegs, wo überall gespart werden muss, auch hier ohne Ausnahme herabgesetzt werden? Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass hier ein Gesetzesverstoss drohen würde und das unser AR dieses Risiko nicht eingehen kann, nicht einzuschreiten (auch in der öffentlichen Wahrnehmung, ein gefundenes Fressen für Kritiker).

    2. zum Zweiten bin ich über die von dir genannten „Vorstands/ Direktoren-Gehälter von ca. 4 Mio Euro“ gestolpert. Ist deine Quelle da seriös? Denn das würde ja bedeuten, dass das umgewandelte Darlehen vom 2ten jetzt Anteilseigner genau diesen Betrag ausmachen würde?
    Er gab mWn 4 Mio als jetzt Anteile. Müssen wir jetzt jedes Jahr HSV AG-Anteile in Höhe unserer Vorstands/ Direktorengehälter rausgeben?
    Diese Verhältnisse wären ja völlig grotesk (gelinde gesagt). Da passt ja in der Tat kaufmännisch nichts zusammen!?!?

    • Gravesen 21. Juni 2015 um 12:37 Uhr

      Zu 1. Möglicherweise ging es „nur“ um eine Anfrage des Aufsichtsrats, nicht um eine beschlussfähige Geschichte
      Zu 2: Die € 4 Mio. sind keine genaue Summe, sondern eine ungefähre, aber durchaus realistische Schätzung. Den Anteilsverkauf würde ich keinen unmittelbaren Zusammenhang bringen wollen.

  9. Braveheart 21. Juni 2015 um 14:54 Uhr

    Zu 1: irgendwie verstehe ich das nicht. Wieso „nur“ Anfrage durch AR?

    Zu 2: mir ist schon klar, dass man solche Entscheidungen nicht im direkten Zusammenhang sehen kann. Dieser Vergleich sollte nur verdeutlichen dass -sofern deine Gehalts-Schätzungen auch nur annähernd stimmen sollten- dieser 4 Mio – Anteilsverkauf den HSV alles andere als nachhaltig weiterbrachte, denn diese Gehälter müssen wir ja jedes Jahr zahlen.

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