Ein Jahr und € 35 Mio zu spät!

Na, das ist ja der helle Wahnsinn, beim einst ruhmreichen HSV kehrt der Realismus ein. Verkündet wird das neue Sparmenü, Los Wochos in Stellingen.

Peter Knäbel: „Wir sind uns alle bewusst, dass wir etwas ändern müssen. Wir haben Spieler identifiziert, in denen wir Potenziale sehen. Jetzt sind wir dabei, die Transfers in Abschlussreife zu bringen. In Anbetracht der Gesamtsituation und auch aus Überzeugung kann und wird es nicht unser Weg sein, erneut Millionen-Ablösesummen zu investieren. Es muss das Ziel sein, Spieler zu verpflichten, die ihre große Karriere noch vor sich haben….“

Ja, sag bloß. Wie kommt ihr denn jetzt zu dieser bahnbrechenden Erkenntnis? Oder anders gefragt: Warum musstet ihr Geldvernichter erst € 35 Mio. für One-Hit-Wonder wie Lasogga, Holtby, Müller und Osterzolek bzw. für Invaliden wie Behrami und Auslaufmodelle wie Olic durch den Schornstein knallen, bevor ihr zu dem Schluss kommt, zu dem ihr schon im Sommer 2014 hätte kommen müssen? Schon damals war klar, dass in Hamburg das Geld nicht auf den Bäumen wächst, dass man mit einer Einkaufspolitik wie Little Manchester nicht weiterkommen wird, aber das war den Exzellenzen in ihrer grenzenlosen Weisheit ja irgendwie egal. In der ersten Saison nach der eigenen Inthronisierung wollte man klotzen und nicht kleckern, man wollen vom ersten Tag an demonstrieren, dass man sehr wohl in der Lage ist, Namen zu verpflichten, zur Not auch um jeden Preis und für jedes Mond-Gehalt.

Jetzt ist die Kasse leer und der Bock ist fett. Ca. € 5 Mio. stehen einem Bundesligisten für Transfers zur Verfügung, der in der allerletzten Sekunde des allerletzten Spiels dem Tod von der Schippe gesprungen ist und jemand, der auch nur einigermaßen bei Sinnen ist, muss sich die Frage stellen, wie es die Möchtegern-Experten denn mit € 5 Mio. schaffen wollen, wenn sie es schon mit € 35 nicht schaffen konnten.

Aber, und das ist das wirklich Geile an dieser Geschichte, die komplett belämmerten Dauerkarten-Junkies bejubeln dieses späte Erwachen jetzt auch noch. „Knäbels Interview macht Hoffnung“, „Jetzt geht es in die richtige Richtung“. Meine Güte, Herr, lass Hirn vom Himmel regnen.

Dabei machen die Granden doch jetzt gezwungenermaßen nur das, was sie schon lange hätten machen müssen! Sie gucken sich nach jungen, entwicklungsfähigen Nachwuchsspielern um, nur leider viel zu spät und mit leeren Hosen. Vor einem Jahr, ja da hätte man tatsächlich noch den einen oder anderen talentierten U21-Nationalspieler für machbares Geld bekommen können. Damals hätte man die Jungs auch mit sowas wie „Aufbruch in Hamburg“ oder „Neue Führung, neuer Verein“ ködern können, heute ist das Geschichte.

Sein wir doch mal ehrlich und versetzen uns in die Lage eines Vaters oder eines Beraters eines, sagen wir mal, 17. oder 18-jährigen U-Nationalspielers. Oder auch in die Rolle des Beraters eines U21-Nationalspielers, der neben der Offerte des HSV auch Angebote von Mainz 05, dem FC Augsburg oder dem VFB Stuttgart hat. Würden wir unseren Sohn oder unseren Zögling tatsächlich zu diesem HSV ziehen lassen? Und wenn ja, aus welchem Grund?

Vor einem Jahr hätte man als Nachwuchs-Chef die HSV-Legende Horst Hrubesch haben können, man hat es verbockt. Der aktuelle Nationaltrainer der deutschen U21-Nationalelf stand bereit, aber von Seiten der HSVPLUS-Macher (oder deren Nachfolger) war man der Meinung, man müsse den Mann nicht mehr kontaktieren, woraufhin Hrubesch seinen Kontrakt beim DFB bis 2016 verlängerte. Dem HSV gelang jedoch der Sensations-Coup mit Latschen-Bernie Peters, der in Hamburg und von der Hamburger Sportpresse zwar immer noch wie ein Heiliger gehyped wird, von dem man jedoch weiß, dass er in Hoffenheim seit Jahren die Trainerkabine nicht mehr betreten durfte und zuletzt nur noch für den Kontakt zu den umliegenden Schulen zuständig war. Ach, was soll’…

Ich bin jetzt noch mal der Vater eines 15-jährigen Talents und ich stelle mir die Frage: Soll ich meinen Sohn zu Hrubesch oder zu Peters geben? Ich muss wirklich nicht lange nachdenken.

Von | 2015-06-25T07:24:43+02:00 25. Juni 2015|Allgemein|26 Kommentare

26 Comments

  1. Flensburger 1977 25. Juni 2015 um 08:44 Uhr

    Weswegen soll ich meinen Sohn zum HSV lassen .. oder weswegen soll mein Sohn beim HSV bleiben, auch wenn Leverkusen anklopft und , Champions League, ein beschauliches Umfeld, Geld, Perspektive bietet und einen Trainer hat der nachweislich auf junge Talente setzt… und im Stande ist dieses zu entwickeln? Siehe Brandt und Jedvaij? Genau diese Diskussion hatte ich neulich bei Facebook.. mit den Matz Abbern… als einzige Antwort kam… wir sind der HSV und Vertrag ist Vertrag… wenn der weg will.. so hieß es .. soll die Kasse klingeln… und wenn er bleibt und er ist nicht motiviert.. dann soll er auf der Tribüne verschimmeln….bis jetzt hat noch niemand geschrieben… DÜDÜ und Konsorten sollen sich um den kümmern.. wie um eine Wertanlage.. die sind in der Pflicht die Zukunft auf zu zeigen … das kam nicht … allen anderen sind Schuld…. Da kannste machen nix… 🙂
    Ich habe gestern im Frage Antwort Spiel .. auf der dunkeln Seite die Frage gestellt.. warum die den HSV so schonen .. und Kritik allenfalls mit angezogener Handbremse erfolgt… kann es daran liegen dass denen sonst zu den tollen Informationen der Zugang abgeschnitten wird…die Antwort war wischiwaschi…. ich habe mich zwar artig bedankt… weil grossartige Kritik dort nicht erwünscht ist… aber auch da kannste machen nix..

    Danke für deine Mühen jeden Tag

    • Gravesen 25. Juni 2015 um 09:12 Uhr

      Die Klick-Show in Schmocks Einöde war wirklich das Coolste, was diese Patienten in den letzten Jahren auf die Bahn gebracht haben. Nur Fragen zulassen, die man vorher zigmal gefiltert hat, im Anschluss Wischi-Waschi-Antworten ohne jeglichen Erkenntnisgewinn. Heiße Luft, sonst nichts. Aber dem Abendblatt hat es mal wieder ein paar Klicks zum Zwecke der Kunden-Akquise generiert und die verblödeten Kotz Abberer feiern ihre Journalisten-Darsteller und betteln um Selfies 😀 😀
      Aber zumindest haben wir gelernt, dass Opa Dieter 67 wird, als bekennender Gutmensch den armen Trochowski schützt (warum muss der eigentlich vor einer Herde dämlicher Matz Ab-Opas geschützt werden?) und dass der Mann sein Wort nicht halten kann, weil es seine Eitelkeit nicht zulässt. „Wenn dieser Labbadia noch einmal zum HSV zurückkehrt, bin ich Rentner, das steht fest“. Tja, klarer Fall von Banane. Oder sollte man so vrij sein und erkennen, dass man einem Heuchler nicht glauben sollte?

  2. Flensburger 1977 25. Juni 2015 um 09:18 Uhr

    in mir reift die Erkenntnis…das der andere Blog.. einfach das Tagesgeschäft beschreiben soll.. wer hat wie Trainiert usw… eindeutig Stellung zu beziehen ist nicht deren Sache… was mich persönlich bestürzt hat ist die Aussage .. wir üben Kritik… wir pöpeln aber nicht … Kritik und seinem Unmut mittels Beleidigungen ausdruck verleihen, sind 2 Paar Schuhe… Ich vermute wirklich das dort so geschrieben wird.. damit die auch weiterhin ihre Infos vom Verein bekommen können.. man kackt ja nicht ins eigene Nest…
    🙂 Ich bin das erste mal an dem Punkt.. das ich dem HSV einen Abstieg wünsche.. damit die irgendwann neu Anfangen können … obwohl ich denke —das dann die Lichter ausgehen … Wer mit viel Geld schon keine gute Mannschaft aufstellen kann… kann das erst recht nicht ohne Kohle..

    • Gravesen 25. Juni 2015 um 09:20 Uhr

      Alles gut und schön, aber dann soll man es als Fan-Blog kennzeichnen. Als etwas, was auf Gedeih und Verderb im Sinne des HSV schreibt, aber dann bitte nicht versuchen, dass Ganze als „Journalismus“ zu bezeichnen.

  3. Ligature 25. Juni 2015 um 09:24 Uhr

    Die die gestern verkündete Richtungsentscheidung ist vernünftig. Daran ändert es auch nichts, dass sie zu spät kam. Und daran ändert auch nichts, dass sie von einer Führung getroffen wurde, die Kredit verspielt hat.

  4. Flensburger 1977 25. Juni 2015 um 09:49 Uhr

    Diese Richtungsentscheidung wäre auch einem Schimpansen nicht schwer gefallen… Europa ist weit weg … das letzte Geld sinnlos verbrannt der Ruf ruiniert… da kannst Du nur noch aus wenig viel machen .. das bedeuted… entweder in den unteren deutschen Ligen suchen oder ins Ausland gehen . aber auch dort fallen die Top 5 Ligen raus.. demnach gehts nach Dänemark.. oder sonst wo .. aber auch dort darf nicht vergessen werden das z.b. die Holländer gut vernetzt sind.. es wird richtig schwer und große Macher zeichnen sich dadurch aus das Sie aus wenig mitteln das maximale rausholen .. und das spreche ich denen ab …

    • Sven 25. Juni 2015 um 11:28 Uhr

      Full ack! Und vor allem renne ich nicht noch lauthals damit rum, dass ich zubeissen will, aber kein Zahn mehr im Hals habe… („wird es nicht unser Weg sein, erneut Millionen-Ablösesummen zu investieren“) – Das beeindruckt potenzielle Zielspieler vermutlich besonders – Weia!!! 🙁
      Wenn man das Triumvirat nicht kündigen kann, sollte man es irgendwo im Stadion in den Keller wegsperren, und zwar da, wo auch kein Handyempfang ist. Der HSV hat wirklich nur 2 Kärtchen für junge Spieler: Hamburg als Stadt und Labbadia als Trainer. Und dieses kontraproduktive Rumgelaber macht es immer nur noch etwas schwerer. Man sollte die echt mal fragen, auf welcher Seite die eigentlich stehen. Auf ihrer, ich weiss schon…

  5. Alex 25. Juni 2015 um 10:17 Uhr

    Moin Moin Gravesen,

    hast du Informationen darüber, warum der Vertrag mit Rajkovic nicht verlängert wird?

    Meine Hoffnung bestand ursprünglich darin, alle außer Slobo vom Hof zu jagen…Dem Anschein nach wird es genau anders herum passieren…Da muss doch irgendwas passiert sein.

    Ich würde mich über eine Antwort freuen und danke für deinen Blog.

    • Gravesen 25. Juni 2015 um 12:02 Uhr

      Die genauen Gründe kenne ich nicht, sie werden wohl auch nicht öffentlich kommuniziert. Ich weiß nur, dass Boban sehr gern geblieben wäre, auch zu geringeren Konditionen, aber es existierte schlichtweg kein Angebot des Vereins wie bei Kacar und Ilicevic. Für ihn wünsche ich mir, dass er einen Verein findet, der sich über seine Qualitäten im Klaren ist, wo er als Stammspieler zu regelmäßigen Einsätzen kommt und wo er glücklich wird. Er hat es verdient und dieser Verein hier hat andere Spieler verdient

  6. Johnnygranat 25. Juni 2015 um 10:35 Uhr


    Aber, und das ist das wirklich Geile an dieser Geschichte, die komplett belämmerten Dauerkarten-Junkies bejubeln dieses späte Erwachen jetzt auch noch. „Knäbels Interview macht Hoffnung“, „Jetzt geht es in die richtige Richtung“. Meine Güte, Herr, lass Hirn vom Himmel regnen.

    Dem Rundumschlag gegen alle Dauerkarteninhaber (so deute ich diese Zeilen zumindest) kann ich so nicht zustimmen. Sicher gibt es so einige belämmerte und vermutlich auch Junkies darunter, aber da hielte ich das Wort „einige“ für angemessener. Verallgemeinerungen finde ich allgemein nicht besonders prickelnd und im Speziellen schon mal gar nicht, besonders wenn ich mit Idioten und Verstrahlten in einen Topf geworfen werde.
    Auch wenn die Kritik vermutlich (wie immer) an Dir abprallen wird, wollte ich das kurz erwähnen. 🙂

    Den Satz „Jetzt geht es in die richtige Richtung“ bejuble ich zwar nicht, aber er findet meine Zustimmung. Gleichwohl ist mir vollkommen klar, dass ich diesen Satz und das ganze Interview lieber vor einem Jahr gesehen hätte und dass es auch sonst noch immer mehr als genug Missstände gibt.
    Wieviel (bzw. ob überhaupt) Substanz hinter diesen Worten steckt und ihnen auch Taten folgen, werden wir ja alle erleben – oder eben auch nicht.

  7. Thomas Vernunft 25. Juni 2015 um 10:56 Uhr

    Dazu kommt diese absolute Beratungsresistenz bzw. Scheuklappenmentalität der Vorstände und laxe Arbeitsauffassung einiger Mitarbeiter/innen – es werden Fehler gemacht (Boban weg, neue Verträge für Ivo und Kacar, Beister und Sobiech verschenkt) die sogar mein jüngster Sohn im zarten Alter von 8 Jahren festgestellt hat (der zugegebener weise auch Fussballverrückt ist). Und (undenkbar in einem vgl. mittelständischen Unternehmen in gleicher Situation): Einige Mitarbeiter/innen haben nicht umsonst den Spitznamen „Solitaire“. Und mangelnde Englischkenntnisse einiger Angestellte die in verantwortungsvoller Position sind. Dieser Verein / AG wird nicht ordentlich und nicht unternehmerisch geführt. Dazu eine Selbstüberschätzung, die wenig mit hanseatischer Zurückhaltung und Kaufmannschaft zu tun hat.

  8. Grisu 25. Juni 2015 um 12:14 Uhr

    Ist doch alles tutti wenn man Knäbel glauben darf. 😉

    Frage mich aber auch welcher junger und guter Spieler hierher kommen soll freiwillig. Dem muss man sicherlich schon etwas heimlich in den Kaffee rühren um den zu einer Unterschrift zu bewegen. Oder Versprechungen fernab jeder Realität. Aber das können die Granden ja hervorragend. Und für Viele zählt Geld weit mehr wie die eigen Zufriedenheit und ein wohliges Arbeitsklima.

  9. Ronald 25. Juni 2015 um 12:22 Uhr

    “ […] von dem man jedoch weiß, dass er in Hoffenheim seit Jahren die Trainerkabine nicht mehr betreten durfte und zuletzt nur noch für den Kontakt zu den umliegenden Schulen zuständig war.“

    Weiß man das? Woher denn? Es ist doch absurd, die journalistischen Standards anderer Medien zu kritisieren und selbst wiederholt davon abzuweichen.

    Nicht, dass ich mir nicht vorstellen könnte, was du behauptest. Aber so funktioniert objektive Berichterstattung einfach nicht. Und zumindest mir geht es so, dass das Gute was bei HSV-Arena zu lesen ist, davon beeinträchtigt wird.

    Beste Grüße
    Ronald

    • Gravesen 25. Juni 2015 um 12:57 Uhr

      Was hättest du denn gern? Eine Filmaufnahme oder eine schriftliche Stellungnahme des Gymnasiums Sinsheim? Nun mal raus mit der Sprache, Ronald, wie hättest du es gern? Ein Video, in dem Peters allen erklärt, dass er unbedingt nach Hamburg kommen wollte, weil sein Kind hier studiert? Nö, auch nicht? Hast du hier schon mal etwas gelesen, was nicht stimmte oder was sich nicht kurze Zeit später als wahr rausgestellt hat? Also hör auf zu dröhnen und erzähl nichts von Dingen, von denen du ganz offenbar keine Ahnung hast

  10. Oberberger 25. Juni 2015 um 12:28 Uhr

    Ich wage die Prognose, dass das Ergebnis der diesjährigen Transferperiode wie folgt aussehen wird:
    .
    1 x „Star“ – in den Endzwanzigern / Frühdreißigern, beim bisherigen Arbeitgeber aussortiert, verletzungsanfällig, findet Hamburg „toll“
    2 x „Talent“ – Teenager, schwer erziehbar, sprechen eine exotische Sprache und finden Hamburg „toll“
    1 x „Routinier“ – weit jenseits der 30, langsam, divenhaft, hätte auch in die USA oder nach Katar wechseln können, findet aber dass Hamburg „toll“ ist.
    .
    Plus: Eventuell noch ein Last-Minute Transfer als Sofortverstärkung. Einzige Voraussetzung: er findet Hamburg „toll“ 🙂

  11. Ronald 25. Juni 2015 um 17:16 Uhr

    Du findest also, dass ist eine faire und objektive Berichterstattung, so ohne Belege, suggestiv und immer an der Grenze zur Beleidigung? Na, dann…

    • Gravesen 26. Juni 2015 um 06:29 Uhr

      Du stellst dich absichtlich blöd, oder?

  12. Thomas S. 25. Juni 2015 um 17:38 Uhr

    Ach, wenn es doch nur die 35 Mio. € wären. Widersprecht mir gerne, aber man hat hier doch Strukturen geschaffen, die auf Dauer angelegt sind und dauerhaft mehr Kosten verursachen, als die Mannschaft in den nächsten Jahren einzuspielen fähig sein wird. Man hat sich selbst damit unter einen Erfolgszwang gesetzt, an dem jede Manschaft, real betrachtet, scheitern muss. Aber macht ja nix, dann folgt eben der nächste „Umbruch“.
    .
    Diagnose 2014: Beim HSV klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander => Maßnahmen 2014/15: Anspruch durch Aufblähen des Umfeldes weiter erhöhen.
    .
    Das ist für mich die Kernschuld der Herren Beiersdorfer &Co. Ein Felix Magath (den ich vor gut einem Jahr noch vehement abgelehnt habe) hätte dem HSV in der selben Zeit kaum mehr Schaden zufügen können.

  13. Jorgo 26. Juni 2015 um 06:02 Uhr

    Moin zusammen

    Grave, auch wenn es thematisch nicht zu passen scheint, empfinde ich den Artikel als Vergleich zu vorher/nachher
    sehr interessant. Dass Frank Arnesen wesentlich daran beteiligt war, setzt dem noch die Krone auf. Der pöse Frank A..
    Interessant die kolportierte Marktwertsteigerung. Auch hier geht es um Geldverbrennung.

    http://www.transfermarkt.de/rajkovic-verlasst-hsv-das-machen-die-anderen-ex-chelsea-spieler/view/news/202796

    • Gravesen 26. Juni 2015 um 06:33 Uhr

      Weißt du, ich könnte jetzt erneut darauf hinweisen, wie ich Arnesen’s Arbeit die ganze Zeit über gesehen habe, aber ich lasse es. Füge doch zu den aufgeführten Spielern noch Hakan Calhanolgu hinzu, den Arnesen aus Karlsruhe holte.

    • Thomas S. 26. Juni 2015 um 07:05 Uhr

      Jaja, wie einig sich doch alle waren damals beim Arnesen-Bashing.
      http://www.sportal.de/lauter-fallobst-scharfe-kritik-an-hsv-sportchef-frank-arnesen-1-2013052027265700000
      Als Hoffmann gehen musste, dachte ich noch: Naja, der ist vielleicht wirklich so ein A.., wie behauptet wird, und ich weiß es nur nicht. Aber als Arnesen gehen musste, war mir klar: Das hat System. Wer beim HSV eine Linie verfolgt und es nicht jedem Idioten recht macht, muss entweder sofort Meisterschaft + CL gewinnen, oder er wird weggebissen.

  14. atari 26. Juni 2015 um 08:05 Uhr

    Arnesen ist Geschichte!

    • Gravesen 26. Juni 2015 um 08:12 Uhr

      Wahrlich ein grandioser Kommentar

  15. Goldfather 26. Juni 2015 um 13:37 Uhr

    Ich bin jetzt noch mal der Vater eines 15-jährigen Talents und ich stelle mir die Frage: Soll ich meinen Sohn zu Hrubesch oder zu Peters geben? Ich muss wirklich nicht lange nachdenken.

    – Gravesen –
    .
    Für so einfach halte ich die Beantwortung dieser Fragestellung nicht. Noch im Jahre 2013 verlängerte Bernhard Peters seinen Vertrag bei der TSG Hoffenheim bis 2016. Dietmar Hopp schätzte die Arbeit von Peters sehr und hatte anscheinend keine Probleme damit auch weiterhin für die Gehaltszahlungen im Hause Peters verantwortlich zu sein.
    .
    Der aktuelle Cheftrainer der TSG Hoffenheim Markus Gisdol:
    .

    Wir haben alles versucht, ihn doch noch mal zu überreden. Aber Bernhard hatte mir schon vor Jahren erzählt, es sei ein Traum von ihm, irgendwann mal in Hamburg zu leben und zu arbeiten. Er findet die Stadt klasse. Und er hat nun natürlich auch eine große Chance, etwas ganz Neues mit dem HSV aufzubauen. Von daher ist es menschlich natürlich absolut nachvollziehbar, aber für uns als Verein ein wirklich großer Verlust. Allerdings sind die Strukturen und das Team, das er bei uns aufgebaut hat, sehr gut eingespielt. Wir haben also Zeit für die Nachfolgersuche. Nur Bernhard Peters eins zu eins zu ersetzen, das wird sicher nicht funktionieren. ( Quelle: http://www.rnz.de/sport/1899hoffenheim_artikel,-Fuer-Gisdol-ist-Peters-ist-ein-grosser-Verlust-_arid,20192.html )

    .

    Dass Peters mit jungen Sportlern umgehen kann hat er jahrelang auf höchstem Niveau bewiesen. Natürlich kann ein Mensch sich im Laufe seines Lebens radikal verändern doch das ist es sicherlich nicht was dazu geführt haben könnte, dass Peters hin und wieder Probleme bei der Umsetzung seiner Vorgaben bekam.
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    Peters ist alles andere als ein Kumpeltyp und er kommt ursprünglich aus einer Sportart, die allgemein als elitär verschrien ist. Am Rande eines Hockeyfeldes in Hamburg-Winterhude finden sich selbstverständlich andere Biographien, als am Rande eines Fußball-Grandplatzes auf der Hamburger Veddel.
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    Hinzu kommen die permanenten Vorurteile gegenüber jemandem der nicht im Fußballbereich sozialisiert wurde und somit aus der Sicht der wahren Eingeweihten keine Ahnung von dem Spiel haben kann.
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    Wer bitteschön könnte es Peters verdenken, wenn er nach dem zehnten dämlichen Spruch eines einzigen Tages, ebenfalls auf stur stellt und sich wie eine „offene Hose“ benimmt? Ich nicht!
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    Hinzu kommen zahlreiche Mißverständnisse und vollkommen unterschiedliche Kommunikationsmuster. Hamburg-Stellingen und Hamburg-Harvestehude sind geographisch nicht weit auseinander, aber dennoch können Welten dazwischen liegen. Aus der Sicht eines Hockeytrainers, der mit Jungs umgeht deren Eltern mitunter Investementbanker, Chefärzte oder Großunternehmer und Multimillionäre sind und der Sicht eines Fußballlehrers, der es mit Spielern zu tun hat deren Eltern aus wesentlich härteren Verhältnissen stammen, gibt es riesige Unterschiede in der Kommunikation und im Selbstverständnis.
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    Peters hat nicht nur zwei unterschiedliche Sportarten zu überbrücken, sondern auch gewaltige Klassenunterschiede in einem Land wie Deutschland, das zu den klassenundurchlässigsten Staaten der westlichen Industrienationen zählt. Und dennoch ist ihm in Deutschland etwas Außerordentliches gelungen.
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    Ich behaupte, dass es ohne Bernhard Peters Impulse keinen WM-Titel 2014 gegeben hätte. Doch wie sollte außgerechnet das der Fall sein, wo es doch Horst Hrubesch gewesen ist der die U21-Europameister im Jahre 2009 zum Titel geführt hat und ein Großteil der Weltmeister von 2014 aus jenem Hrubesch-Team stammte?
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    Horst Hrubesch ist ein erstklassiger Fußballlehrer der es grandios versteht mit jungen Fußballern zu arbeiten und Titel zu gewinnen, aber Bernhard Peters ist der Mann mit dem Plan. Ohne die Impulse von Peters auf Jürgen Klinsmann und somit Jogi Löw hätte sich der DFB nicht so schnell zu einem Verband entwickeln können in dem eine Spielphilosophie vorherrscht, die sich durch alle Altersklassen zieht.
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    Dass die gesamte Spielanlage der TSG Hoffenheim von der U17 bis zur Profimannschaft durch Peters geprägt ist versteht sich von selbst. Gisdol und Rangnick profitieren noch heute von den Dingen die im Hockeysport selbstverständlich sind, da das Spiel natürlicherweise wesentlich flacher und teamorientierter verläuft, als es im Fußball üblich ist.
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    Der HSV hätte neben Bernhard Peters auch Horst Hrubesch benötigt. Peters ist der Mann für die Didaktik, Spielphilosophie und Trainerentwicklung und im Zweifelsfall auch der Mann für Trainerentlassungen im Jugendbereich und Hrubesch steht für Spielpraxis, Psychologie und Wettkampfhärte. Für mich ergänzen sich Peters und Hrubesch.
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    Dass es in einer Zeit in der beim HSV personelle Umbrüche im Jugend- und Scoutingbereich stattfinden zu Unmutsäußerungen von möglicherweise Betroffenen kommt wundert mich keineswegs.
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    Angesichts einer über Jahrzehnte radikal gepflegten Anspruchs- und Erfolgslosigkeit im Jugendbereich des HSV, steht Bernhard Peters für mich noch nicht einmal unter Erfolgsdruck, so dass ich keine Probleme damit hätte ihn die nächsten fünf Jahre das machen zu lassen worauf er gerade Bock hat.
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    Solange es kein A-, oder B-Jugendteam des HSV gibt, das Deutscher Meister geworden ist, solange sollte man beim HSV nicht glauben, dass die eigene Arbeit gut wäre, nur weil man vom DFB ein Zertifikat für das Betreiben eines Nachwuchsleistungszentrums bekommen hat. Was wirklich gut ist und was nicht, zeigt die Tabelle.
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    Von Freiburg, Mainz, Hoffenheim, Stuttgart, Dortmund bis hin zu Hansa Rostock konnten zahlreiche Clubs Jugendmeisterschaften feiern – nur der HSV, als größter und wichtigster Vertreter des Norddeutschen Fußballs noch nie. Ich persönlich halte diesen Umstand für inakzeptabel bis peinlich, fördert er doch ein klares Bild der bisherigen Ausbildungs- und Transferstrategien des HSV zu Tage.
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    Ich halte das, was im Jugendbereich des HSV in all den Jahrzehnten gelaufen ist, leider auch in den Jahren von Happel/Netzer, für derartig inkompetent, dass Bernhard Peters in der Art einer offenen Hose problemlos 10 Jahre zwischen dem Stadionimbiss in der Arena und einem guten Restaurant in Harvestehude pendeln könnte, ohne das ein Unterschied zu dem was zuvor gewesen ist deutlich werden würde.
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    Dass Beiersdorfer im Jugendbereich während seiner ersten Amtszeit als Sportdirektor gnadenlos versagt hat, muß hier nicht weiter ausgeführt werden. Sämtliche Talente, die den HSV zu 99% verlassen haben in den letzten Jahren, also von Choupo-Moting bis hin zu Öztunali, wären auch ohne die Trainingsmaßnahmen beim HSV groß geworden.
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    Allein aufgrund seiner Größe, der Stadt Hamburg und der ständigen Bundesligazugehörigkeit kommen immer wieder hochveranlagte Jugendspieler zum HSV – doch mit Scouting und Ausbildung hat das nur bedingt zu tun.
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    Leider versteht es der HSV bis heute nicht diesen natürlichen Vorteil für sich zu nutzen – Tah?
    .
    Jugendbereich und Profimannschaft sind untrennbar miteinander verbunden!

    • klabaudda 26. Juni 2015 um 17:14 Uhr

      Sehr gute Sichtweise…
      Hier wird immer erwartet das sich sofort alles ändert und nahezu fehlerfrei der direkte Weg nach Europa gefunden wird.

      Gerade im Bereich der Jugendarbeit ist eine langfristige Ausrichtung unumgänglich und Peters mit Sicherheit nicht der schlechteste, wenn nicht sogar der Beste den wir zurzeit bekommen können. Siehe Arnesen: Die ständige Kritik an den handelnden Personen führt zu genau der unkonstanten Arbeit, die sich hier seit Jahren abzeichnet. Eine Bewertung der Jugendarbeit und damit auch von Peters kann doch zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht stattfinden. Und selbst wenn junge vielversprechende Talente uns jetzt noch verlassen, muss es in den nächsten Jahren eine Konzeptumsetzung geben, die bessere Talente hervor bringt. Mal abgesehen davon, das junge Spieler die in Hamburg geboren sind und zu Bremen wechseln für mich gar nicht in Frage kommen würden aufgrund mangelnder Identifikation. Selbiges gilt für Tag: Einen Wechsel zu Gladbach würde voll und ganz nachvollziehen können. Aber nicht zu Bayer. Da spielt nur der finanzielle Aspekt eine übergeordnete Rolle!
      Ich will junge, HSV- Geile Eigengewächse, die Bock haben für den HSV zu kicken weil sie mit ihm aufgewachsen sind. Paradebeispiel ist für mich immer Thomas Müller, der an Loyalität glaube ich nicht zu überbieten ist. Und der sich ständig weiter entwickelt ohne den Hunger zu verlieren.
      Auch den Maxi Bester Hype kann ich nicht nachvollziehen. Stagniert in seiner Entwicklung, konzentriert sich augenscheinlich nicht zu 100% auf seine Fussballkarriere, leistet nichts sportliches im Abstiegskampf, ist aber ganz vorne mit dabei als gefeiert wurde und klar ist, das diese Bilder überall veröffentlicht werden. Man bekam den Eindruck, er hätte den entscheidenden Freistoß in der 91. Minute rein gemacht. Aus meiner Sicht klare Berechnung und die Fans lassen sich manipulieren, denn da steht ja einer der NDHSV schreit und aus der Nähe von HH kommt. Konsequent und richtig ist es, ihn ziehen zu lassen da sein Vertrag ausläuft, er ein hohes Gehalt bezieht und sich nächstes Jahr bestimmt nicht mit weniger zufrieden gegeben hätte. Denn so groß ist die Liebe zu „seinem Verein“ dann doch nicht.

      Die oft kolportierten Namen Meier, Son, Kruse usw. stagnieren ebenfalls in ihrer Leistung, oder hätten ohne einen Wechsel niemals die Entwicklung genommen. Son beispielsweise, bringt gute Leistungen, ist aber in der letzten Saison nicht besonders hervor gegangen wie z.B. ein de Bruyne oder Bernat.

      Und abschließend: Wer sich anschaut, wieviele Jugendnationalspieler in Hoffenheim Vertrag haben, wer gerade den teuersten BL Verkauf ever abgeschlossen hat Undorf welchen Tabellenplätzen die Jugendmannschaften von der TSG abgeschlossen haben, sollte Petersein wenig mehr Anerkennung zukommen lassen und vielleicht auch ein kleines bißchen mehr Vertrauen!

  16. JoPaHi 26. Juni 2015 um 15:18 Uhr

    Na, diesen Kommentar nenne ich mal die „graue Wand“. Wow.

    Zur Thematik der verspäteten Einsicht des HSV:

    Ich denke, der HSV ist mit der letzten und anscheinend mit der jetzigen Saison den richtigen Weg gegangen. Abgesehen von Behrami find ich alle Transfers völlig in Ordnung („zu teuer“ kann ich schwer beurteilen). Wenn man jetzt das Grundgerüst mit jungen, günstigen, talentierten und hungrigen Spielern ergänzen kann (man finde nun gute Argumente für einen Wechsel zum HSV), kann man hoffen, dass der Kader genügend Substanz hat, um am Ende frühzeitig die Klasse zu sichern.

    Um meinen Optimismus zu erklären: Ich halte die Spieler Holtby, Ostrzolek, Diaz, Müller, Adler, Tah und Lasogga für gute bis sehr gute Spieler. Sollten nun Kacar und Ilicevic mit leistungsbezogenen Verträgen ausgestattet werden, bin ich mit dem Kader soweit zufrieden. Plus die o.g. jungen Ergänzungen (und endlich mal einen richtigen Rechtsverteidiger) ist das doch ein guter Kader. Oder etwa nicht? 😀

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