Hallo, mein Name ist Jona…

Tah

Hallo, mein Name ist Jona und ich bin Profi-Fußballer. Ich wurde am 11.02.1996 in Hamburg geboren, bin also gerade mal 19 1/2 Jahre alt. Zur Zeit bin ich auf dem Weg nach Griechenland, wo ich mit der deutschen U19-Nationalmannschaft die EM spielen werde. Ich freue mich sehr darauf, weil Spiele mit der Nationalmannschaft immer etwas Besonderes für mich sind.

Ich weiß, dass zur Zeit viel über mich geschrieben und gesprochen wird, ich verfolge viele sogenannte Diskussionen im Internet. Was meine Zukunft betrifft, habe ich mich ganz bewusst nicht geäußert, denn selbst ich mit meinen gerade mal 19 Jahren weiß, wie schnell sich eine Situation verändert und ich möchte auf keinen Fall als Lügner dastehen. Deshalb sage ich lieber nichts, aber ich denke natürlich viel darüber nach.

Eigentlich würde mich mein Weg nach der Saison in Düsseldorf wieder zu meinem Heimatverein in meine Heimatstadt Hamburg führen, aber im Laufe des letzten Jahres sind mir Zweifel gekommen. Damit man mich bitte nicht falsch versteht, der HSV war immer mein Verein, nachdem ich 2009 als damals 13-Jähriger von Concordia zum HSV gekommen bin. Beim HSV habe ich die Ausbildung erhalten, die mich letztendlich in die Bundesliga und in die verschiedenen Nationalmannschaften geführt hat, aber ich bin Lizenzspieler. Ich spiele für Geld Fußball und ich habe nur diese eine Karriere.

Ich muss immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich – besonders im Internet unter anonymen Namen – diese Doppelmoral mitbekomme. Die Spieler, die einen Verein verlassen möchten, um den nächsten Karriere-Schritt zu versuchen, das sind Söldner, Verräter, man darf sie als Judas brandmarken. Wenn aber ein Verein einen Spieler, der noch einen laufenden Vertrag besitzt, den dieser Verein aus freien Stücken unterschrieben hat, nicht mehr haben möchte, dann ist das völlig ok. Der Verein darf das, weil er ja den Spieler bezahlt?

Wisst ihr, wir Spieler reden sehr viel miteinander und ich habe mitbekommen, was besonders der HSV in den letzten Jahren, auch unter der neuen Führung, mit einzelnen Spielern gemacht hat. Hakan zum Beispiel wurde versprochen, dass man sich zu Verhandlungen bereiterklärt, wenn er einen neuen, langfristigen Vertrag unterzeichnet. Er hat das dann gemacht und als am Ende der Saison ein anderer Verein Interesse zeigte, wollte man von der Zusage nichts mehr wissen. Dann plötzlich bot man ihn wieder bei anderen Vereinen an, weil man dringend Geld brauchte. Als man dieses Geld dann von woanders bekam, durfte er wieder nicht gehen.

Maxi’s Knie war nach der Trainingsverletzung komplett im Eimer, die Angst, nie wieder spielen zu können, hat ihn beinahe fertiggemacht. Er hat dann in der Reha geschuftet, um den Anschluss zu schaffen, aber der Verein hat ihn hängen lassen. So gut wie niemand hat sich um ihn gekümmert, keiner hat sich nach seinem Befinden erkundigt. Ich weiß, dass viele meinen, dass man das als gut-bezahlter Profi aushalten muss, aber wir sind auch Menschen. Wir haben auch Ängste, wir brauchen genauso Zuspruch und ab und zu mal ein Zeichen vom Arbeitgeber, dass man wichtig ist.

Ich selbst habe das doch auch im Laufe der letzten Saison erlebt. Im Alter von 17 Jahre und 6 Monaten feierte ich mein Debüt im Trikot des HSV, damals verloren wir 1:0 in Berlin. Ich war der jüngste Spieler in der langen Vereinsgeschichte des HSV und ich wäre trotz der Niederlage fast geplatzt vor Stolz. In dem Moment hatten sich alle Mühen und alle Entbehrungen gelohnt, die man als Junge, der seinen Traum leben will, auf sich nehmen muss.

Mal nebenbei, ich finde es immer wieder lustig, wie sich alte, fettbäuchige Männer im Internet über Leistungen und Verhaltensweise von professionellen Fußballspielern äußern. Sie selbst können sich angesichts ihrer 149 kg kaum noch bewegen oder sind wegen der Dämpfe aus ihrer Imbissbude komplett blöd geworden, aber sie wissen, wie man’s macht. Sie können an ihrer Tastatur besser spielen als Ronaldo, aber sie können keine 20 Meter laufen, ohne einen Kreislaufkollaps zu bekommen. Ich finde diese Typen albern.

Aber zurück zum Anfang. Ich war 17 und ich spielte Bundesliga, was für ein Wahnsinn. Aber obwohl wir eine schlechte Saison spielten, sagten mir alle (auch mein Bundestrainer), dass ich meine Sache gut machen würde. Dann plötzlich tauchten irgendwelche Gerüchte auf, mein Vater, zu dem ich kaum Kontakt hatte, streute Märchen. Auf einmal wurde mein Vertrag in einer Zeitung veröffentlicht und der Trainer meinte, ich könnte meine Leistung nicht mehr bringen, weil ich auch wegen meines Abiturs zu abgelenkt sei. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich von sowas nicht ablenken lasse, aber plötzlich war ich nicht mehr im Profikader und ich wusste nicht, warum nicht. Mit mir hat niemand so richtig gesprochen, die Details erfuhr ich meistens aus der Zeitung. In dieser Zeit hätte ich mir seitens des Vereins ein wenig mehr Offenheit und Ehrlichkeit gewünscht, ich war doch erst 18 Jahre alt.

Aber anstatt auf mich zu setzen, meinte man nach der Saison, man würde mich für ein Jahr nach Düsseldorf verleihen. In die zweite Liga. Das tat mir weh, aber ich möchte die Fortuna nicht schlecht machen, das ist ein fairer Verein. Kaum war ich aus Hamburg weg, las ich, dass man für mich einen Brasilianer für € 3 Mio. gekauft hatte, den vorher niemand kannte. Er sprach kein Deutsch und spielte auch monatelang nicht, während ich in Düsseldorf spielte. Ich habe das bis heute nicht verstanden, es hat mir auch niemand erklärt, aber wahrscheinlich muss ein Verein seinen Spielern auch nichts erklären.

Neulich habe ich im Internet gelesen, dass Herr Knäbel meinte, er wäre in der letzten Saison viermal in Düsseldorf gewesen und dass mich die Hamburger Scouts bei jedem Spiel beobachtet hätten. Das mag sein, aber eine ständige Leistungsbeurteilung ist das eine, ein persönliches Gespräch ist das andere und ein solches Gespräch hat während der gesamten Saison nicht stattgefunden. Wer das Gegenteil behauptet, der lügt! Der Verein hat nicht einmal mit mir gesprochen, hat mir nicht erklärt, ob und wie er mit mir plant. Stattdessen lese ich jetzt unwidersprochen in der Zeitung, dass der Verein an meinen Fähigkeiten zweifeln würde. Ok, denke ich dann, was soll ich dann noch da?

Was für mich gilt, gilt übrigens auch für die anderen verliehenen Spieler. Auch mit Kerem, der nach Kaiserslautern verliehen war, hat niemand gesprochen. Lasse war im Grunde sofort klar, dass er nie wieder für den HSV spielen würde, er wurde vollkommen ignoriert und Jacques wusste nicht mal, wer Herr Knäbel überhaupt ist. Ich hätte gern weiter für den HSV gespielt, aber warum geht der Verein dann so mit uns um? Wie geht denn der Verein mit Boban um, der dem HSV die Klasse und die Existenz gerettet hat? Möchte ich, dass man das eines Tages auch mit mir so macht? Ich weiß, dass das Profigeschäft hart ist, aber man kann doch zumindest mit offenen Karten spielen, oder?

Vor gut einem halben Jahr rief mich Herr Schmidt aus Leverkusen an. Er fragte mich, wie es mir geht, ob ich mich in Düsseldorf wohlfühlen würde und so weiter. Dann erklärte er mir, dass er mich unbedingt haben wollte. Er selbst hatte in Leverkusen gerade seinen Vertrag bis 2019 verlängert und die Art und Weise, wie man in Leverkusen spielt, gefällt mir sehr. Ich habe dann mit meinen Kumpels Hakan und Sonny gesprochen, die treffe ich ohnehin öfter hier, Düsseldorf und Leverkusen sind nicht so weit voneinander entfernt. Beide, auch Levin, erzählten mir, wie man in Leverkusen mit den Spielern umgeht. Dort gibt es eine Vereinsführung, die seit Jahren zusammenarbeitet, junge Spieler werden aufgebaut und bekommen Spielpraxis, auch in der Champions League. Sonny ist mit 21 Südkoreas Fußballer des Jahres geworden, Hakan ist in der Türkei ein Volksheld. Ich könnte also in der nächsten Saison um die ersten 5 Plätze in der Bundesliga spielen, gegen Ronaldo und Messi auflaufen, den Bayern auf Augenhöhe begegnen. Oder ich könnte die nächsten Jahre regelmäßig gegen den Abstieg spielen, alle 7 Monate einen neuen Trainer bekommen usw. Was würdet ihr machen?

Ich glaube, ich hätte auch einige Jahre Abstiegskampf auf mich genommen, schließlich ist der HSV mein Verein und ich habe ihm viel zu verdanken, außerdem bin ich erst 19 Jahre alt. Aber beim HSV kümmert man sich nicht um seine Spieler, man redet nicht mit ihnen. Natürlich gibt es eine Rundum-Versorgung, aber das meine ich nicht. Ich meine Wertschätzung, ich meine Interesse an der Person, dem Menschen. Und nicht nur dann Interesse, wenn es darum geht, dass man einen Vertrag unterschreibt bzw. verlängert. Eigentlich ist es gar nicht so schwer, man muss es nur wollen, aber beim HSV will es scheinbar keiner.

Mein Berater Christian Nerlinger hat mich gefragt. Er hat gesagt: „Jona, du hast nur diese eine Karriere und sie kann morgen vorbei sein. Was willst du? Willst du zurück nach Hause, wo sie dich nicht schätzen, wo sie ihre Spieler wie Ware behandeln? Oder willst du bei einem Verein spielen, der solide aufgestellt ist? Wo man sich vor seine Spieler stellt, anstatt in der Öffentlichkeit zu erklären, dass einige Spieler keine Männer sind? Was willst du, Jona?“

Ich habe gesagt:“ Herr Nerlinger, eigentlich möchte ich doch nur Fußball spielen“

[Zur Erklärung: Diesen Blog hat natürlich nicht Jonathan Tah geschrieben, sondern ich. Ich habe selbst lange genug gekickt und auch ich bin einmal 19 Jahre alt gewesen. Ich weiß natürlich auch, dass man die „üblichen Verdächtigen“ unter den Fans nicht bekehren kann, sie werden immer wieder Parolen wie „Söldner“ oder „Judas“ brüllen, obwohl sie keine 2% vom Ganzen begreifen. Das hindert mich trotzdem nicht, solche Dinge immer und immer wieder zu schreiben. Euch einen schönen Sonntag]

Von | 2015-06-28T08:11:34+02:00 28. Juni 2015|Allgemein|11 Kommentare

11 Comments

  1. Flensburger 1977 28. Juni 2015 um 08:27 Uhr

    Das habe ich neulich in einer Diskussion ins Feld geführt … das Leverkusen es versteht Junge Menschen 1. zu führen, 2. zu entwickeln und 3 Spielanteile zu geben .. und ganz wichtig… die dürfen auch einmal Fehler machen.
    Dazu kommt , wie du schon formuliert hast 1. Top 5 in der Liga, Championsleague , die Stadt Leverkusen ist nicht schön .. aber du hast 10 km weiter die Stadt Köln und 20 km in die andere Richtung Düsseldorf….weiterer Vorteile könnte man noch finden aber das sollte erstmal reichen … das will von den dünngerührten Fans leider niemand lesen … die würden den Tah lieber auf der Ersatzbank oder Tribüne verschimmeln lassen.. bevor der wechselt..verstehe das wer will….. dann regen die sich als nächstes über Rudi Völler auf …sein Geschäftsgebaren… ganz ehrlich .. der HSV würde genauso vorgehen …. sie können aber nicht ..das ist der Unterschied…..ganz einfach .. die Mittel sind dafür nicht da!
    Wir sind .. wie Darmstadt … nur mit dem größeren Stadion … klingt hart aber das trifft es meiner Meinung schon recht deutlich …

    Und das Thema Bayer Werke noch auf zu greifen …. die sind der Verein… es ist eine Werkself… aber das sind sie schon seit über 100 Jahren .. das versteht auch niemand… davon mal ab … hieß unser Sponsor… Kühne .. bis letztes Jahr… und mal ehrlich ..so gross ist der finanzielle Unterschied zwischen Bayer und Kühne nicht …

    Toller Blog…. von dir .. ich wünsche einen schönen Sonntag

  2. pitbull2mk 28. Juni 2015 um 08:34 Uhr

    Moinsens,

    ich verfolge diesen Blog fast schon ewig, meistens liege ich mit deiner Meinung auf einer Linie hin und wieder würde ich eine andere Wortwahl nutzen aber das ist alles nur „Kleinkram“
    Leverkusen ist für mich persönlich langsam ein rotes Tuch, dieser „Pillenklub“ geht mir auf die E*** aber leider machen sie es anscheinend richtig um an die „Guten“ Spieler zu kommen (wie andere Vereine auch) ich bin seit der Schwanzeinzugsaffäre kein Beiersdorfer Fan, das Gegenteil ist eher der Fall und nun ist er fast 1 Jahr wieder da und mir geht dieser Kerl gegen den Strich.
    Ich kann mir sehr gut vorstellen das Jonathan diesen Blog ähnlich geschrieben hätte, denke du hast dich gut in den Spieler hineinversetzt, tut mir auch HSV.er echt weh, auch die Geschichte um Maxi und Co.

    Schreib weiter so … besser offen und ehrlich als verlogen … die Anfeinder wird es überall geben, ich kenne es 😉

    dir auch nen schigg’n Sonntag!

    greeTZzzz pit

    PS: Ich hoffe trotzdem das Jonathan Tah bleibt

  3. Jorgo 28. Juni 2015 um 08:37 Uhr

    Leider ist es so wie von Dir beschrieben. Genau so geht es in der Firma meiner Frau zu.
    Dort gibt es einen Regionalleiter. Kein Direktor Blabla, aber so ähnlich. Nach 3,5 Jahren
    kennt der noch nicht einmal seine, nur auf dieser und seiner Etage befindlichen Untertanen. Es handelt
    sich dabei um 20!!! Personen. Das ist krank! Zurück zum HSV. Gerne, liebend gerne habe ich
    als Jüngling in der HSV-Bettwäsche geschlafen. Mein Zimmer war voll von Postern der Spieler.
    Ich wollte einer von denen sein. Ein Traum! Hätte ich jetzt einen talentierten Sohn, dann würde
    ich ihn vor dem HSV schützen. Dazu fühle ich mich als Vater verpflichtet.

  4. Flensburger 1977 28. Juni 2015 um 08:57 Uhr

    die machen das so wie jeder andere auch …. die gehen zu den kleinen Vereinen .. und kaufen dort … früher konnten wir auch in Gladbach oder Paderborn wildern… jetzt geht das nicht mehr… wir wissen alle warum….
    davon mal ab… hier in NRW ist die dichte an Profiklubs wirklich arg doll…. Leverkusen hat wenig Fans das ist korrekt… aber wenn du man sich überlegt … dass, im umkreis von 60 km… Verein wie Köln, Düsseldorf, Gladbach, Schalke, Dortmund, Bochum, Duisburg ,sind… dazu kommen die Traditionsvereine wie Essen, Oberhausen, Aachen,,, und und und ..dazu das Umfeld bis 150 km .. Frankfurt , Mainz und das Rahmenprogramm das andere Sportarten und Events bieten in dieser Metropolregion bieten… sind ein Schnitt von fast 29000 nicht so schlecht… die haben sich als Ausbildungsverein der wirklichen großen Klubs etabliert… und da will ein Tah hin . zu den großen .. wer will das nicht … wenn man ein Ambitionierter Fussballer ist .. Nerlinger ist der Richtige Berater für junge Leute..
    Deswegen kann ich den Aufriss um Leverkusen nicht verstehen ..das ist einfach der Neid..das der HSV nicht so agieren kann.

    • Marco 28. Juni 2015 um 10:23 Uhr

      Dass die guten Spieler von kleinen Vereinen aufgekauft werden, ist ja nun mal nichts neues. Jetzt gehören wir zu den kleinen – auch wenn es die wenigsten merken wollen – und alle regen sich auf.
      Alles wäre so einfach gewesen, hätte man fähige Leute mit Weitsichtigkeit in der Vereinsführung. Man hat einen JT, ein europaweit begehrtes Talent, den man trotzden an sich binden konnte. In eine miese Abwehr bringt er mit seinen 17 Jahren Sicherheit, bis Micro Slomka ran darf.
      Dann kommt der Messias an die Vereinsspitze. Er ist nicht von Slomka überzeugt, Tah und Demirbay hängen sich in der Vorbereitung voll rein, geben Hoffnung, doch der „nette“ Herr Slomka berücksichtigt die beiden nicht mehr.
      Jetzt wäre es für DB an der Zeit gewesen einzugreifen, doch stattdessen verleiht man die Spieler. Das ist an sich ja nichts schlechtes, denn man kann ja mit ihnen für die Zukunft planen. Doch dann kauft man einen Brasilianer und gibt ihm einen langfristigen Vertrag und da musste man schon anfangen zu zweifeln. Aber dass man dann so unprofessionell ist und anscheinend nicht den Kontakt zu den Spielern hält ist einfach mit unprofessionell nicht treffend zu beschreiben.
      Jetzt hat Tah richtig auf sich aufmerksam gemacht und man ist pleite. Jetzt könnte man eigentlich geschickt an die Sache ran gehen und eine Unverkäuflichkeit signalisieren. Aber stattdessen erklärt man dass Tah nicht restlos überzeugt hätte. Das macht sprachlos, vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass wir nicht Bayern München sind sondern der HSV, gespickt mit „Innenverteidigern“ die mehr Böcke schießen als vernünftig ihren Job zu machen.
      Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man nicht aufhören zu lachen.

  5. Sven 28. Juni 2015 um 10:22 Uhr

    „Aber beim HSV kümmert man sich nicht um seine Spieler, man redet nicht mit ihnen.“ – Also liegt das eindeutig an der Vereinsleitung (Vorstand & Direktoren). Trainer wie Labbadia, Slomka, van Marwijk, Veh, Jol usw usw haben das ja als Spieler und als Trainer in anderen Vereinen schliesslich anders erlebt und sicherlich schätzen gelernt. Es gibt mE keinen Grund, ausser ein bestehendes und vom Vorstand auch weiterhin goutiertes Umfeld. Denn die Trainer sind ja diejenigen, die ständig kommen und gehen und ein solches Betriebsklima über ihre temporäre Anwesenheit hinaus nicht erzeugen können.

  6. Joschmann 28. Juni 2015 um 13:07 Uhr

    Blog in sich perfekt. Neid wurde hier von einen der Vorredner genannt. Das triffts. Wir sind so klein, wir sind neidisch auf Vizekusen. Wie konnte es soweit kommen?… auf Vizekusen. Ich denke, dass die genannte Nähe zu Köln und Düsseldorf ein echtes Schlagargument ist. 10-15 Min Bahn, schon stehst wieder am Kölner Dom. Verdammt. Rudi-Nationale genießt meine volle Antipathie, nicht aufgrund des Neids sondern aufgrund einer Arroganz die ihres gleichen sucht und selbst vor dem Hintergrund des Erfolgs extrem überzogen ist. Aber man muss es der Locke lassen: Der weiß wie er seinen Job zu machen hat. Chapeau.
    Apropos Arroganz – Knäbel wollte doch in dieser Woche fix einen Neuzugang präsentieren? Heute bis 24 Uhr hat er ja noch. Das ist einfach nur noch traurig. Mir ist auch eingefallen, warum Knäbel von Tah nichts hält. Er hat in Wahrheit nur 1 Spiel gesehen. Das wo er nicht reisen musste. Düsseldorfs 0:4 bei St.Pipi – mit 2 dicken Tah-Fehlern….
    .
    Ach jaa, eins noch, um mal für meinen einzigen Lichtblick in unserer Defensive eine Lanze zu brechen: Der Brasilianer in unser IV, Cleber Reis! Diese 3 Mio hat Didi nicht verbrannt. Der Junge ist teils so wunderbar unkonventionell und einfach mal brutal Kopfballstark. Da hätte selbst Mexicos Borgetti beim Confed-Cup 05´ keinen Luftkampf gewonnen. Außerdem hat der mir so ein Lucio-Feeling gegeben als der beim KSC-Rückspiel auch während der Verlängerung als Stürmer argierte und dann auch noch die Bude von Müller vorlegt. Unterhaltungswert hat er auch, ich bepisse mich immer noch über seine Antwort auf die Frage, wie er auf Schnee reagieren wird… er schließe sich im Hause ein, verlasse dies nicht, denn er sei schließlich kein Pinguin XD Herrlich. Cleber Reis. —— damit ist übrigens nicht gesagt, dass man hätte Tah verleihen sollen!

    • fondapepe 28. Juni 2015 um 16:10 Uhr

      Cleber ist ganz gewiss kein schlechter, nur an seiner „Übermotivation“ muss er noch arbeiten. Ich bekomme jedesmal einen halben Herzinfarkt, wenn er mit Anlauf auf den Gegner zumaschiert, weil ich denke gleich haut er den wieder um.
      IV´s konnte DIDI ja immer schon ganz gut (leider nur die), aber trotzdem hätte man sich diesen Transfer meines Erachtens sparen können, da wir ja genug IV´s auf der payroll hatten/haben.
      Trotzdem bin ich gespannt wie es mit Cleber UND Jona weitergeht.
      Und nur weil wir jetzt mit Boban, Sobiech und HW4 gleich mehrere IV´s abgegebn haben, heisst es noch lange nicht, dass man mit Tah plant, denn wer DIDI kennt, weiss, dass er garantiert wieder einen oder mehrer IV´s in der Pipeline hat.
      EIn polnischer IV (Pazdan glaube ich) war ja auch bereits im Gespräch beim HSV.
      Warten wir also ab, ob DIDI und seine Exzellenzen endlich ein wenig dazu gelernt haben und auf Jona setzen und es ihm auch deutlich erklären.

  7. Flensburger 1977 28. Juni 2015 um 13:16 Uhr

    @ Joschmann: ich meinte Neid..bezogen auf die finanziellen Möglichkeiten .. die sind wiederum auch nur ein Farmteam für die ganz großen im Konzert… und in der Fan und Sponsorengunst.. muss mal ehrlich sagen .. ist der Name Bayer eher kontraproduktiv… denen werden aufgrund des Bayer engagements auch nicht die Millionen hinterhergeschmissen … dafür Spielen sie international … und investieren Clever… Rudi hin oder her.. der versteht sein Handwerk.. und der beobachtet den Markt auch .Der HSV hat es über die Jahre verpennt den ganzen Club zu einem gesunden Mittelstandsunternehmen zu verwandeln… das ist doch wie in der Wirtschaft…. geht es einem Unternehmen schlecht… gehen irgendwann diejenigen , die locker einen Job woanders finden … die Leistungschwachen versuchen hingegen möglichst auf ihrem Platz kleben zu bleiben .

  8. fondapepe 28. Juni 2015 um 16:02 Uhr

    Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Hoffentlich lernt der HSv endlich mal dazu was seine Führung mit jungen Talenten angeht.
    Es bleibt aber leider zu bezweifeln.
    Zumindest ein klares Dementi hätte ich mir gewünscht.

  9. Micha 29. Juni 2015 um 14:02 Uhr

    Schönes DIng, Grave. Da die Realität auch die schwärzeste Satire mitlerweile spielend übertrumpft, schwant mir beim HSV noch übleres. Wie wär´s denn mit einem fiktiven Gespräch Heidel/Beister und Beister/Profi-Planlos-Peter?
    (Jetzt weiß ich auch, warum der Jung einen drei Jahres Vertrag bekommen hat 😉 ) Der HSV bezahlt 0,6 Mio „Handgeld+Ablöse“ an Mainz für einen Spieler mit Vertrag bis 2016. Heidel lacht innerlich sich kaputt, ist aber öffentlich diplomatisch. Und hier sollen Talente „reifen“?
    Das ist völliger Irrsin.
    Die Satire kann die Realität beim HSV nicht mehr toppen, sie ist hier Tagesgeschäft.
    Wurde Beister nicht nach seinem ersten Kurzeinsatz nach der Verletzung in die U23 geschoben? Ich möchte mal beispielhaft daran erinnern, wie der FCB mit seinen verletzten Spielern, ganz speziell mit Badstuber, umging und geht und warum diese hochmotiviert „ihren“ Verein auch leben bzw. alles geben.
    Die fachliche Inkompetenz betrifft ja leider nicht nur den sportlichen Sektor. Offenbar ist man auch nicht gewillt, besser zu wirtschaften. Das Unternehmen HSV muss doch angesicht der roten Zahlen rigoros verschlankt werden: Zusammenlegung von Abteilungen und Verflachung der Hierachieen (Abbau von Wasserköpfen), aber letztendlich auch massive Stellenreduzierurungen auf allen Ebenen! Warum braucht Bruno einen 2. Co-Trainer, als Co vom Co Edi?
    Warum Trainingslager in der Schweiz und nicht hier?
    Der HSV plant eigentlich wie DDR 2.0 oder Griechenland: Die Kohle wird schon rollen. Jeder bedient sich bis zum Schluß.

    Vielen Dank übrigens für die tollen Kommentare!
    Gruß, Micha

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