Und dann im Oktober…

…kann ich jetzt schon den Spruch hören:

„Wir hatten ja auch eine holprige Saison-Vorbereitung…“

Ehrlich, ich habe für vieles Verständnis. Ich kann verstehen, dass man sich als neue Führungscrew erst einmal orientieren und finden muss. Man muss sich untereinander und den Rest der Mitarbeiter erst mal kennen- und einschätzen lernen. Wofür ich jedoch absolut Null Verständnis aufbringen, das ist die offensichtlich nicht vorhandene Vorbereitung auf verschiedene Planspiele bzw. Situationen oder nennen wird es Plan B.

 

Natürlich gab es im Fall des HSV verschiedene Szenarien, die im Wesentlichen durch die nicht vorhandene Sicherheit, in welcher Liga man denn nun in der Saison 2015/16 würde spielen können, geprägt waren. Wenn ich nun aber als Vorstand respektive Direktorium eines Vereins, der quasi vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg gespielt hat, nicht auf beide Szenarien vorbereitet bin, habe ich schlicht und einfach einen schlechten Job gemacht und bin mit sieben – oder sechsstelligen Jahresgehältern schlicht und einfach überbezahlt.

Es kann doch einfach nicht sein, dass man vom plötzlichen Klassenerhalt so derart überrascht war, dass man in den nächsten 4 Wochen erstmal in eine Art Schockstarre verfällt und sich dann überlegt, wie und mit wem man in Zukunft weiterarbeiten möchte.

Der Trainer für die neue Saison war bekannt.

Der Sportchef für die nächste Saison war (leider) bekannt.

Die Spieler, deren Verträge auslaufen würden, waren bekannt.

Die Schwachstellen innerhalb der Mannschaft waren bekannt.

Das Budget für die nächste Saison war bekannt.

Dennoch hat man den Eindruck, die überstandene Relegation traf die Exzellenzen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Während andere Vereine wie selbstverständlich ihre Hausaufgaben gemacht haben, beginnen die Granden nach der Saison mit dem Scouting, ich brech zusammen.

Wie gesagt, ich kann es jetzt schon hören….

„Wir hatten ja auch eine holprige Saisonvorbereitung….“

Von | 2015-06-30T07:38:14+02:00 30. Juni 2015|Allgemein|14 Kommentare

14 Comments

  1. Hannes Grundmeyer 30. Juni 2015 um 09:08 Uhr

    Geduld ist das Stichwort. Wir müssen viel, viel mehr Geduld haben. Bin gespannt, wie lange unsere Vereinsführung mit Bruno Geduld hat, wenn der Saisonstart mal wieder in die Hose geht. Und dass er in die Hose geht, davon geh ich fest aus.

  2. Zürcher 30. Juni 2015 um 10:08 Uhr

    Es wäre doch eine gute Zeit für den HSV, folgende Pressemitteilung herauszugeben:

    HSV beendet Transferperiode
    Da wir erstens bereits letzte Saison all unser Geld verjubelt haben, zweitens ohnehin ein eher unglückliches Händchen bei Transfers haben und drittens inzwischen ohnehin kein Spieler mehr zu uns wechseln will, haben wir beschlossen, unsere Transferaktivitäten für diesen Sommer umgehend zu beenden. Für die nächsten Monate gehen wir [in Urlaub/auf Tauchstation/wohin der Pfeffer] wächst, und sind während dieser Zeit auch für die Presse nicht zu erreichen. Wir sind zuversichtlich, auf diese Weise den geringstmöglichen weiteren Schaden anzurichten.
    Wir verfügen weiterhin über einen Spielerkader von etwa 20 Spielern und einen Trainer. Diese lassen wir nun in Ruhe zusammen arbeiten und sich auf die neue Saison vorbereiten; dass es in dieser nur um den Klassenerhalt geht, ist uns allen klar, aber was eine eingeschworene Einheit auf dem Platz zu erreichen vermag, haben wir bei anderen Vereine oft genug beobachten können, und auf unsere Fans konnten wir uns sowieso immer verlassen.
    Didi und Peter

    P.S.: Als einzige Ausnahme führen wir noch eine Crowdfundinginitiative durch, womit wir 1 Million Euro generieren wollen, die wir benötigen, um Behrami einem anderen Verein zu schenken, Im Gegensatz zur Campus-Anleihe versprechen wir, dieses Geld nicht zu zweckentfremden und wir sagen von vornherein offen, dass wir unseren Unterstützern dieses Geld nicht zurückzahlen werden.

  3. BerndH60 30. Juni 2015 um 11:26 Uhr

    Also, die aktuelle Situation sehe ich sehr entspannt. Wie du ja oft genug geschrieben hast, hat der HSV nun mal keine Kohle. In diesem Umfeld wird die mangelnde Expertise der Exzellenzen nicht weiter auffallen.
    Ich glaube der HSV wird erst wieder handlungsfähig, wenn entweder die Führungsetage ausgewechselt wurde oder der letzte Spieler mit Fantasiegehalt den Verein verlassen hat.
    Bis dahin wird es ein Ritt auf der Rasierklinge. Man kann auch Abstiegskampf lernen und vielleicht schießt ja sogar Lasogga mal wieder das eine oder andere Tor. Sollte Bruno es schaffen intern realistische Ziele zu formulieren, könnte auch in dieser Saison die Rettung gelingen.

  4. Stephan Scheler 30. Juni 2015 um 12:02 Uhr

    Nochmal zu Deinem ersten, extrem lustigen FB-Beitrag von heute morgen: Der Vorgang um Maxi Beister ist ungeheuerlich und eine absolute Bankrott-Erklärung von Beiersdorfer sowie insbesondere von Herrn Knäbel, der mit seinem Amt vollkommen überfordert ist. Die Transferperiode hat noch nicht einmal richtig begonnen und wenn die von der MOPO kolportierten 600.000 Euro Mitgift für Beister stimmen, frage ich mich, was für einen Beleg der Patriarch Kühne noch benötigt, um zu erkennen, dass er mit dieser Vollidioten-Truppe bereits vor einem Jahr auf das völlig falsche Pferd gesetzt hat. Die ganze Republik amüsiert sich zurecht über die Unfähigkeit des HSV und Fan dieses Vereins zu sein, bedeutet seit langem ausschließlich, sich in hohem Maße fremdschämen zu müssen.

    Nicht minder beschämend ist, wie Dieter Matz die Beister-Nummer vor zwei Tagen noch schönschwätzt anstatt das Gebaren des Clubs mal mit voller Breitseite anzuprangern – stattdessen ist der Mann jetzt ein paar Wochen lang beleidigt, weil er vom Verein als „Experten“ bezeichnet wurde. Aber das alles scheint dort ja niemanden zu stören, denn die Kommentare zu seinem Blog sind mittlerweile sowieso von lauter HSV-Praktikanten infiltriert, die dort mit hirnlosen Einträgen für schöneres Wetter sorgen wollen. Wenigstens hat man dadurch ein Stück weit das Gefühl, was die aufgeblähte Marketing-Abteilung des HSV den ganzen Tag tut…

    Auf jeden Fall sind die Vorfälle Sobiech und Beister mindestens so unfassbar wie die Tatsache, dass diese Versager einfach weiterwurschteln dürfen und weder die Hamburger Presse noch irgendein Organ des Vereins oder wer auch immer den unzähligen Direktoren achtkantig in den Hintern tritt und sie sofort rausschmeißt. Aber das kann ja mittlerweile niemand mehr außer Kühne….

  5. Joschmann 30. Juni 2015 um 15:41 Uhr

    so arrogant wie Didi sich im direkten Interview nach dem KSC-Rückspiel gegeben hat, sieht man doch erst die tiefen Abgründe („ich war innerlich ganz ruhig während des Spiels“), … demnach fehlt also kein Plan B, sondern schlimmer, es fehlt sogar der Plan A! und reit man die fehlenden Pläne aneinander kommt man zum Resultat wenn man planlos agiert: A – B – (STIEG)

  6. Klaus1887 30. Juni 2015 um 15:48 Uhr

    Das ist doch alles nur mehr eine einzige grosse Farce, was beim HSV abläuft. Didi und Knäbel sonnen sich im vermeintlichen Erfolg des Klassenerhalts, erfreuen sich jeden Tag (insb, jetzt am Monatsende) an ihrem Kontostand und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein. Transfers? Wird schon irgendwie. Vermutlich hofft man wieder darauf, dass Kühne noch mal das Portmonnaie aufmacht, in den günstigen Gewässern ist der Didi es eben nicht gewohnt, zu fischen. Kann der überhaupt Spieler mit niedrigen Ablösesummen und Gehältern < 1,5 Mio €? Und seine rechte Hand PK ist eben nur ein Schreibtischhengst, über den lachen sich andere Berater und auch Spieler doch schlapp.

  7. TC von der anderen Elbseite 30. Juni 2015 um 19:07 Uhr

    Ich deute die mangelnde Aktivität resp. Schockstarre und Verzweiflungshandlungen der Verantwortlich so, als dass Plan A wohl eher Abstieg war und es für den Klassenerhalt keinen Plan B gab…

  8. Micha 1. Juli 2015 um 14:31 Uhr

    Kaderplanung.
    Sollte die nicht unabhängig eines Trainers erfolgen? Nichts gegen Bruno, der fähige Spieler kennt, schätzt und zum HSV locken will. Aber was ist mit dem Konzept einer Trainer unabhängigen Philosophie geschehen?
    Wenn Trainer beim HSV öfter wechseln, als der typische Alt-Fan seine Unterwäsche wechselt, ist doch was faul.
    Wo sind die Konzepte und Blaupausen des Herrn Peters? Sollte er nicht ein übergreifendes und vom Trainer unabhängiges Spieler Konzept entwickeln, daß den FC Barcelona alt aussehen läßt?

    Was macht Herr Peters eigentlich, außer das er-wie in Hoffenheim- Kabinvenerbot hat und auch nur sonst auffällt, weil er sich wie eine offene Hose gebärdet.
    Was will man mit solchen Typen beim HSV, die nicht die Spur von Anstand und zwischenmenschlichen Verhalten haben?
    Diese „Direktoren“ sollen führen?
    Wie soll man da Talente werben, binden und ausbilden?
    Herr Profi-Knäbel schwingt in der perfekten Arroganz oben weit mit.
    Seine unglaublich dämlichen Worthülsen lassen mich an seiner Kompetenz zweifeln, zudem möchte ich so einen nicht als Vorgesetzten haben. Allein diese nicht nur inkompetente, sondern arrogante Führung sagt mir:
    Das ist nicht mein HSV
    Bruno stellt den Kader so gut auf, wie er kann. Wenn Bruno gefeuert wurde, stellt der neue Trainer seine Ansprüche. Spieler werden aussortiert und verschenkt, Neue teuer gekauft.
    Wo ist da das Konzept?

  9. Felix 1. Juli 2015 um 14:41 Uhr

    Man kann nicht umhin kommen festzustellen, dass diese Führungscrew (allen voran DB) für den HSV so ziemlich das Schlechteste und Schlimmste ist, was ihm passieren konnte. Wenn man alleine einmal folgendes seziert, wundert einen nichts mehr: Beiersdorfer wurde gnadenlos überschätzt, ich denke, da sind wir uns alle einig. Mit ihm wurden sämtliche Hoffnungen und Träume verknüpft, in seiner Person der Neuanfang im Sinne von HSVplus gesehen. Was ihn qualifizierte: die vermeintliche Raute im Herzen und bei manchen, nach dem Zerwürfnis mit Hoffmann, eine Art „Märtyrerstatus“. Sonst nichts. Sonst wurde offensichtlich nichts hinterfragt und der bekannte Umstand, dass er weder Visionär noch Macher, noch eine Führungspersönlichkeit ist, fiel überhaupt nicht ins Gewicht. Beiersdorfer nutzte natürlich die Gunst der Stunde, um ein ordentliches „Gehalt“ für sich herauszuschlagen. Dem Vernehmen nach anscheinend (korrigiert mich bitte, falls es nicht korrekt ist), mehr als das dreifache dessen, was Jarchow für dieselbe Arbeit bekam (450.000 / anno). Nur eben seinerzeit noch im e.V.
    Was macht eine schwache Führungskraft, die in der Vergangenheit einmal in einem Machtkampf unterlegen war? Sie wählt sich ihre Untergebenen so aus, dass sie ihr nicht gefährlich werden können. Nur so kann ich mir Peter Knäbel als „Direktor Profifußball“ erklären. Alleine Vita, Auftreten und die Erfahrungen der letzen Monate lassen für mich keinen anderen Schluss zu.
    Daher war das Einzige, was mich wirklich wunderte in der vergangenen Saison, der Klassenerhalt. Und so sind wir jetzt Zeuge der logischen Konsequenz in der Fortsetzung der unglaublichen Stümperei. Dazu passt nicht nur die Tatsache, dass schon wieder Ankündigungsleichen existieren, neue Spieler nicht zu sehen sind und abgehende Spieler einen Minusertrag generieren, dazu passt auch, dass schon wieder der alte Fehler gemacht wird, dass ein Trainer sich offensichtlich sein Team zusammenstellen kann, welches nach seinem (wahrscheinlichen) Abgang dann eine Mannschaftsruine darstellt, mit der dann anscheinend wieder niemand sonst arbeiten können wird.
    Und so wird eines gewiß sein: nach dem Abstiegskampf ist vor dem Abstiegskampf. Die Fehler sind schon wieder dieselben: Slomka konnte sich auch sein Team zusammenstellen, bevor er nach ein paar Spieltagen gefeuert wurde. Allerdings konnte DB dafür noch richtig Geld verballern. Die Situation stellt sich nun recht ähnlich dar, nur ohne Geld.
    Ich bin einmal gespannt, mit welchem Trainer der HSV in die heiße Phase des Abstiegskampf gehen wird. Die Ausreden der unfähigen Führung kennen wir jetzt schon. Grave hat das ja auch schon entsprechend und richtig eingeläutet.

  10. Micha 1. Juli 2015 um 15:09 Uhr

    Felix spricht mir aus der Seele….
    Aber wir müssen abwarten, welcher talentierter Depp sich von Prof. Dr. Profifussbal zum HSV locken lässt.
    Ich meine damit ausdrücklich Verpflichtungen seiner Eminenz, Herrn Profi-Knäbel NICHT seinen nachgeordneten Excellenzen.

    Gruß Micha

  11. Micha 1. Juli 2015 um 16:09 Uhr

    Grave,
    wenn Herr Peters was macht, was? Ich wäre Dir dankbar, wenn Du den mal durchleuchtest.
    Mit seiner Qualifikation und einer neuen Perspektive wurde Herr Peters für uns Fans zum einem Fanal der Neuausrichtung des HSV. Es sollte ein sportlicher Neuanfang sein. Die Philosophie des Vereins sollte Jugend-und Kaderplanung entscheidendend und unabhängig vom jeweiligen Trainer leiten. Der Trainer sollte das letzte Glied in der Philosophie des erfolgreichen und schönen Fußballs sein, er sollte spielerisch wie auch taktisch den letzten Schliff geben.
    Wollte man nicht diesen Weg gehen?
    Was macht man?
    Macht man was?
    Die Neuverpflichtungen werden auf Bruno ausgerichtet, weil man keine Alternativen hat?

  12. Micha 1. Juli 2015 um 16:39 Uhr

    „Und wir werden diese Kultur des Vereins ganz nach vorne bringen“
    diktierte Karl Gernandt der Journaillie ins Mikro.
    Steilvorlage.
    Ich habe hier noch diverse HSV-Trikots. Ich werde sie (ohne Ablöse) verschenken oder verkaufen.
    Ich will mit diesem Club nicht mehr in Verbindung gebracht werden.

  13. Oliver Bruchholz 2. Juli 2015 um 12:26 Uhr

    Ach Micha. Das ist wie bei einem Unfall. Man muß immer wieder hinschauen! So richtig kann man sich nicht lösen von diesem Verein. Man hofft eigentlich immer das es besser wird. Aber alles wie immer. Ich sage mal das das größte Problem Peter Knäuel ist! Inkompetenz in Person. Und Beiersdofer lässt ihn gewären. Und Bruno steht dazwischen. Es wird so werden wie Grave sagt: Geht es schief wird man es auf die schlechte Vorbereitung schieben. Werden wir 15ter klopfen sie sich auf die Schultern: Alles gut. 30000 Dauerkartenbesitzer. Wir sind halt doch ne Macht im Norden. Usw usw usw. Aber ich setze notgedrungen auf Bruno das er der Mannschaft trotzdem leben einhaucht. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Ich würde es ihm gönnen.

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