Zwei richtige Entscheidungen

Am gestrigen Abend wurden zwei scheinbar richtige Entscheidungen getroffen.

1. Ich war auf der Geburtstagsfeier eines Freundes und habe vom Spiel gegen Gladbach nicht eine Sekunde gesehen, entsprechend wenig kann ich über das Spiel sagen oder schreiben. Es gibt zwar Menschen, die das können, ich kann das nicht und ich will das auch nicht. Aber offenbar war die Wahl Pro Geburtstag, Contra HSV die absolut richtige und wahrscheinlich sollte ich in Zukunft öfter mal ein Spiel schwänzen, vielleicht wird dann auch öfter mal gewonnen.

2. Gestern Nachmittag gegen 16.00 Uhr postet ich auf Facebook „meine“ Aufstellung für das Spiel in Gladbach.

Drobny – Diekmeier, Djourou, Clèber, Sakai – Kacar, Ekdal – Gregoritsch, Hunt, MüllerLasogga. Auf die Frage eines Lesers, warum denn Lasogga und nicht Schipplock antwortete ich: „Ein Gefühl“. Nun denn, obwohl ich nicht mit allen Vorschlägen bei Trainer Labbadia auf Gegenliebe gestoßen bin, scheine ich mit Lasogga und Müller das richtige Näschen und sowas macht Spaß 🙂

Wie gesagt, ich habe vom Spiel selbst nichts gesehen, insofern kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts dazu sagen. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich eine tiefe Abscheu für Vollidioten empfinde, die nur Sekunden nach dem Abpfiff nichts besseres zu tun haben, als solchen Dünnpiff zu twittern:

0:3 aber wird uns bestimmt bald erklären, warum der trotzdem ist.

Ich kann gar nicht erklären, wie unendlich dämlich ich solche Typen finde. Ein Sieg und spontan wird die Kältestarre der letzten 5 Jahre vergessen und es sird versucht, „abzurechnen“. Wie sagte ein kluger Mensch einmal so richtig:

Für einen Menschen zu blöd und für ein Schwein zu kleine Ohren!

Solche Patienten sind der Grund dafür, dass es Deutschland-weit so viele Fußball-Fans gibt, die dem HSV jede Niederlage von Herzen gönnen und ich gebe zu, ab und zu bin ich einer von ihnen.

Und dann war da noch……

Als ich heute morgen das iPad öffnete und mir genüsslich die Ergüsse des Blogbetreibers von Schmocks Einöde zu Gemüte führen wollte, blieb ich nach dem ersten Absatz hängen, weil es einfach nicht mehr erträglich war.

Augen wischen und durch. Einen so guten HSV gab es seit Jahr und Tag ja nicht mehr zu bewundern! Das war Fußball zum Verlieben, HSV! Gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach gab es für die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia einen nie für möglich gehaltenen 3:0-Auswärtssieg. Grandios an diesem Erfolg: Der HSV trat als Einheit auf, es kämpfte ein jeder, es kämpfte auch ein jeder für den Nebenmann, jeder opferte sich für die Truppe auf. Das sah wirklich sehr, sehr schön aus – und wenn man jetzt noch an das 1:2 von Köln denke . . . Mein Gott, wo könnte der HSV stehen? Das war eine tolle und beeindruckende Vorstellung des HSV, die Mut gibt für die nächsten Wochen – und die Hoffnung macht, dass es in dieser Saison doch besser wird, als nur Relegation. Diese Hamburger Mannschaft spielt richtig schönen und zweckmäßigen Fußball, und dazu kann man Bruno Labbadia nur gratulieren – es ist sein Verdienst.

Ich habe dann nochmal genau nachgeguckt und rausgefunden – es stimmte tatsächlich. Der HSV hatte nicht den FC Barcelona im Halbfinale der Champions League mit 4:1 vom Platz geschossen, sondern „nur“ einen vollkommen verunsicherten und von Verletzungen und namhaften Abgänge gepeinigten Tabellenletzten geschlagen. Die Art und Weise, wie sich der Mann mit fragwürdigen Frisur, der sich ein Leben ohne den HSV und ohne Spenden nicht vorstellen kann, hier wieder einmal äußert, ist nur mit einem Begriff zu würdigen:

Journalismus für geistig Behinderte.

So. Um 7.30 Uhr wiederholt SKY das gestrige Spiel, ich hole jetzt mal nach. Vielleicht kann ich hinterher sagen, wie es zu dieser Weltklasse-Leistung kommen konnte.

 

Von | 2015-09-12T07:15:52+02:00 12. September 2015|Allgemein|30 Kommentare

30 Comments

  1. lemmy1887 12. September 2015 um 07:41 Uhr

    Moin, ich habe das Spiel gestern gesehen. Ein wenig Hoffnung auf eine Saison ohne die ganz grossen Sorgen habe ich deshalb, weil die Spielweise eine ganz andere ist als die letzten Jahre. Gegen einen angeschlagenen Gegner sofort draufgegangen, den „Schneid abgekauft“ und auch die entscheidenden Nadelstiche gesetzt und nicht nachgelassen. Die ersten 15 Minuten waren richtig gut, Pressing und den verunsicherten Gegner unter Druck gesetzt und zum Fehler gezwungen. Und keiner (ausser meiner Meinung nach ein wenig Ostrzolek, da kann der Trainer evtl. mal über Sakai nachdenken) ist wirklich abgefallen. Und nun viel Spaß beim Schauen.. 😉

  2. Gravesen 12. September 2015 um 08:15 Uhr

    Also gut. Ich versuche jetzt mal, meine Eindrücke zu beschreiben, während ich das Spiel sehe.
    Zuerst einmal hat Bruno Labbadia die richtige Antwort auf die Frage gefunden, wie man gegen eine verunsicherte Mannschaft spielen muss: selbstbewusst und aggressiv. Angegriffen wird bei Ballbesitz Gladbach wahlweise im Pressing am Gladbacher Strafraum oder mit engmaschiger Abwehr an der Mittellinie.
    Auffällig, dass der HSV wesentlich ballsicherer agiert als früher, was zum Einen am unzureichenden Pressing der Gladbacher, zum Anderen an der Hereinnahme des abgeklärten Kacar liegt.
    Die Doppelstaubsauger (Holtby auf der 8, Ekdal auf der 6) funktionieren gut,
    Scheinbar wird Ostrzolek von den Gegner als die Schwachstelle identifiziert, über seine Seite wird intensiv von den Gladbachern gearbeitet, er selbst spielt quer, zurück oder lang nach vorn.
    Dennis Diekmeier sehr engagiert, auch defensiv konsequent und klar in den Aktionen.
    Fazit erste Habzeit:
    Gladbach nicht so schwach wie erwartet (anhand der bisher gelesenen Berichte), der HSV nicht so stark wie erwartet.
    Beste HSV-Spieler bis jetzt: Kacar, Ekdal, Holtby, Ilicevic!

    • Volksparkspion 12. September 2015 um 08:39 Uhr

      Er hat Ilijevic gesagt. Hat er Ilijevic gesagt? Er hat Ilijevic gesagt! Und Holtby! 😉

  3. Oliver Bruchholz 12. September 2015 um 08:47 Uhr

    Moin Grave. Das gleiche hab ich auch gedacht. Schau einfach öfters nicht hin. Habe Nachtschicht gehabt. Ohne es gesehen zu haben freu ich mich für Müller. Wie hast du ihn gesehen. Hoffe echt für den Jungen das er in die Spur kommt!

  4. Gravesen 12. September 2015 um 08:50 Uhr

    Halbzeit 2.
    Gladbach mit viel Schwung aus der Kabine. Dieser Schwung verpufft jedoch bereits nach 52. min. (Tor Müller) und das Spiel ist entschieden. Gladbach gibt sich nach 60 min. auf, der HSV spielt es souverän runter, ohne jedoch alles geben zu müssen.

  5. BerndH60 12. September 2015 um 09:08 Uhr

    Es sind Spiele wie gestern bei denen ich froh bin kein Analyst oder Experte zu sein. Haben Leute wie du, Grave, in der Niederlage den Trost zu wissen, was schief gelaufen ist, so gibt es wohl auch kaum einen Sieg ohne Haar in der Suppe. 😉
    Genau deshalb lese ich hier gerne Spielanalysen, dass hält einen Ignoranten wie mich auf dem Teppich.
    Deinen Hang zum Masochismus, in Form der Kenntnisnahme vom Qualitätsblog, werde ich wohl nie verstehen.
    Zum HSV:
    Entscheidend ist auf dem Platz. Tabellenplätze fallen nicht vom Himmel.
    Letzte Saison ertrotze sich der HSV am 4. Spieltag ein 0:0 gegen den FC Bayern und verbesserte sich bei Null selbst erzielten Toren und 2 Punkten auf den 17. Rang.
    Aktuell können wir selbst bei maximaler Ausbeute unserer Gegner nicht tiefer als Platz 14 sinken, haben 6 Punkte und schon 7 Tore geschossen.
    3 klare Verbesserungen gegenüber 2014/15:
    1.) Der HSV gewinnt „gewinnbare“ Spiele. (Rarität in den letzten Jahren)
    2.) Der HSV schießt Tore. (Nach der Seuche des letzten Jahres ein echtes Wunder)
    3.) Der HSV steht wieder auf. (Die Niederlage in Köln war selbst verschuldet)
    Aktuell bin ich guter Dinge, dass der HSV in dieser Saison die 40 Punkte Marke reißt und ohne fremde Hilfe den Nichtabstieg bewältigt.
    Und mehr erwarte ich persönlich nicht.

  6. db 12. September 2015 um 09:15 Uhr

    Hallo Grave, vielleicht hast du ja auch die Fangesänge nach dem Tor von Müller vernommen:
    „2.Liga, Gladbach ist dabei.“ Peinlich, peinlich.

    • 1887 12. September 2015 um 13:10 Uhr

      Dem kann ich mich bloß anschließen. Das gehört für mich klar in die Kategorie Demut. Das ist so peinlich als wenn hertha das bei uns singt.

  7. Andi Pie 12. September 2015 um 09:18 Uhr

    Moin.
    Das, was der HSV das gestern gegen die Borussia gezeigt hat, war Fussball.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Man erkannte noch deutlich Schwächen, als die Borussia zu kombinieren versuchte.
    Da wird dann wieder die Verunsicherung der HSVer klar.
    Allerdings haben die HSVer auch wirklich mal gepresst und gekämpft und sind nicht sofort nach dem Ballverlust weinend an die Seitenlinie zu Bruno oder Kasper-Pete gelaufen. (Ironie)
    Guter Fussball? Habe ich nicht gesehen.
    Tore? Sind entstanden, weil die Buorussia dreimal gepennt hat bzw. katastrophale Abwehrfehler gebaut hat.
    Der HSV allerdings wirkte mal abgeklärt und hat seine nicht wirklich vorhandene Chancen gnadenlos effektiv genutzt.
    Ich habe eingentlich auch nur 4 Torschüsse gesehen, im ganzen Spiel.
    Was mir aber auch gefallen hat, war die Ball“sicherheit“ im Mittelfeld des HSV, zumindest im Vergleich zu letzter Saison.
    Ekdal kann den Ball a) erobern und b) behaupten ohne ihn gleich wegzudreschen. Das macht Hoffnung auf mehr.
    Ansätze sind bei fast allen vorhanden, das ist ausbaufähig.
    Und nun wieder auf dem Boden: der HSV wird ganz knapp über der Abstiegszone bleiben können, wenn die Leistung Bestand hat und ausgebaut wird.
    Mehr erwarte ich nicht.
    Achja, was ich nicht verstehe ist die Aussage zu Borussia, aber vielleicht habe ich da etwas verpasst.
    Die haben mit Max Kruse einen sehr guten Stürmer abgegeben und mit Drmic einen eher mittelmäßigen (allerdings komplett anderen Typen) hinzubekommen. Xhaka ist gesperrt. Wer sonst fehlt? Warum ist die Borussia derart schlecht?
    Gruß,
    Cokie…

  8. Joschmann 12. September 2015 um 09:32 Uhr

    Das ist sind nun mal die feinen Unterschiede zu „schlecht machen“ oder „Euphorie bremsen“. Und dann wären noch natürlich die irren Träumereien….
    .
    Schmocks Einöde:
    „und wenn man jetzt noch an das 1:2 von Köln denke . . . Mein Gott, wo könnte der HSV stehen?“ —> das hieße Platz 3 heute morgen… wie kann man denn jetzt indirekt auf die direkte CL-Quali verweisen!!!??!!??!!!???…. das ist wirklich abartig und weckt unberechtigte Hoffnungen in der teils primitiven Leserschaft.
    .
    Grave:
    „sondern „nur“ einen vollkommen verunsicherten und von Verletzungen und namhaften Abgänge gepeinigten Tabellenletzten geschlagen.“
    ….
    Das ist definitiv Nicht(!) schlecht machen was Grave betreibt, sondern eher ne Art Sammer-Gedächtnis -Euphorie-Bremse, die die Leute auf den Boden der Tatsachen hält…
    – allerdings fällt diese für meinen Geschmack einen Tick zu sehr ausgebremst aus heute. Die Extra-Handbremse „namenhafte Abgänge“ kannste streichen 😉 Kruse und Kramer sind weg, Stindl und Drmic gekommen. Und das was mir am meisten Sorgen gemacht hat, hatte den Faktor 0: Stranzls Rückkehr! Letztes Spiel von ihm war der 2:0-Erfolg der Fohlen in München, Stranzl galt und gilt als Stabilisator für Gladbachs Abwehr. Trotzdem 3 Tore…. auswärts. Endlich mal eine überragende Chancenauswertung. Und selbst die eigntlich Grauoen spielten gestern mit breiter Brust. Zudem war Gladbach in Bremen schon auf Augenhöhe und hatte 2 dicke Chancen in Halbzeit 2 liegen lassen – der HSV hingegen hat nicht eine(!) größere Chance zugelassen.
    .
    Letztlich bleibt, es war NUR Gladbach außer Form, aber es war ein… ich glaubs garnicht diese Worte für den HSV verwenden zu können… ein reifer und abgezockter Auftritt. Doch gegen Frankfurt wirds sau schwer. Und solange Bruno das den Jungs klar macht, dass es da viel schwerer wird und wieder bei 0:0 losgeht, dann können wir auch die schlagen. Doch wenn nun die Herren wieder auf Wolke 7 schweben, passend zum aktuellen Tabellenplatz, dann geht das in die Hose.
    .
    Nur der HSV
    .
    P.S.: Heute erster Auftritt von Cello Jansen bei SKy! 🙂

  9. Sebastian 12. September 2015 um 09:44 Uhr

    Es ist doch immer wieder interessant zu sehen, wie viel im Fußball vom Selbstvertrauen abhängt. Ohne das Spiel von gestern in den Himmel zu heben, das war ne ordentliche Leistung der Jungs. Defensiv stark, offensiv mit dem nötigen Glück. MMn kann man in der Bundesliga ziemlich weit kommen, wenn man die Punkte einsammelt, die man einsammeln kann. Das haben wir gegen Köln versäumt, auch weil BL zu offensiv spielen ließ, gestern haben wir es genau richtig gemacht. BMG war verunsichert und das haben wir ausgenutzt. Die Tore wurden genau zum richtigen Zeitpunkt gemacht, weiß gar nicht mehr, wann der letzte souveräne Sieg war. Ja, das waren Geschenke der Gladbacher, aber auch die muss man erstmal annehmen.

    Ich denke, wenn sie es jetzt schaffen, sich tatsächlich zu stabilisieren, kommt auch das Selbstvertrauen zurück, das man in den Spielzügen zum Tor braucht. Fußball ist wirklich so einfach. Genau das ist auch der Grund, warum es zurzeit bei BMG nicht läuft, oder warum in der letzten Saison der BVB so lange brauchte, um die Kurve zu kriegen.

  10. Gravesen 12. September 2015 um 09:55 Uhr

    Fazit Gladbach vs HSV:
    Der HSV taktisch und vor allem mental exzellent auf einen verunsicherten Gegner eingestellt. Von Anfang an wurde auf die Gladbacher Spieler Druck ausgeübt, auf die Art fiel das frühe 1:0 (Lasogga/11. min). Im Anschluss ließ der HSV die Hausherren das Spiel machen und zog sich weiter zurück, ohne jedoch auf vereinzeltes Pressing gänzlich zu verzichten. Taktisch extrem günstig natürlich das 2:0 unmittelbar vor dem Seitenwechsel, Gladbach mit dem nächsten Schock in die Halbzeitpause geschickt.
    Im zweiten Abschnitt begann Gladbach schwungvoller, wurde jedoch nach dem 3:0 (Müller/52 min.) endgültig desillusioniert und verlor im Anschluss jede Hoffnung darauf, dass Spiel noch drehen zu können. Der HSV spielte den Rest des Matches runter, ohne an die Grenzen gehen zu müssen.
    Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten möchte ich heute einmal eine Spielerbewertung abgeben.
    Drobny: Beschäftigungslos.
    Diekmeier: Sehr gute Gesamtleistung, sowohl offensiv als auch besonders defensiv. Wurde von Ilicevic in der Defensive über die gesamten 90. Minuten gut unterstützt.
    Djourou: Unaufgeregt, zweikampf- und kopfballstark. Stellte seine Abwehr gut, Aufbauspiel ist noch ausbaufähig.
    Kacar: Überragend. Im Zweikampf und im Kopfballspiel nicht zu überwinden, strahlt durch seine überragende Technik sehr viel Ruhe aus, wenn er am Ball ist. Dazu ein sehr gutes Aufbauspiel und einen Blick für die Situation.
    Ostrzolek: Erste Halbzeit schwächster Hamburger, zweite Hälfte verbessert. Wird von den Spielerbeobachtern der Gegner offenbar als Schwachstelle ausgemacht, sobald er unter Druck gerät, schwimmt er. Zweite Halbzeit verbessert, auch deshalb, weil Ilicevic besser nach hinten arbeitet und ihn entlastete.
    Ekdal: Wird immer besser. Obwohl er zwei schwere Länderspiele in den Knochen hatte, bestimmte er als alleiniger 6er das Tempo. Stark und unnachgiebig im Zweikampf mit guten Ideen im Offensivspiel. Eindeutig eine Verstärkung
    Holtby: Bestes Spiel für den HSV bisher. Verzichtete größtenteils auf Alibi-Aktion und arbeitet als sowohl als Verbindungsspieler (8er) wie auch als erster Staubsauger im Mittelfeld sehr effektiv für die Mannschaft. Kommt jetzt noch mehr Ruhe im Offensivspiel hinzu, ist er eine Verstärkung,
    Müller: Engagiert, laufstark, teilweise unglücklich in den Aktionen. Belohnte sein Engagement mit dem 3:0 und arbeitete besonders in der zweiten Halbzeit wesentlich besser nach hinten.
    Ilicevic: Der einzige Hamburger (außer vielleicht Diekmeier), der auch mal das 1:1 sucht (und ab und zu gewinnt). Ballsicher und laufstark, leider noch sehr torungefährlich. Zweite Halbzeit klasse Defensivleistung.
    Hunt: Ballsicher und abgezockt. Im ersten Spiel noch ohne große Wirkung, aber er zeigte, dass er kicken kann.
    Lasogga: Zwei Chancen, zwei Tore. Als erster Verteidiger gute Laufleistung, weiter so.

    Der HSV sehr ballsicher und giftig machte gegen die verunsicherten Gladbacher die Tore zum richtigen Zeitpunkt (frühes 1:0 um den Gegner zu schocken, 2:0 unmittelbar vor dem Pausenpfiff, um den zweiten Schock zu setzen, frühes 3:0 nach der Pause in die Gladbacher Bemühungen, um den Deckel drauf zu machen) und spielte das Match die letzten 30 min., runter.
    Gladbach ohne den verletzten Hermann, den gesperrten Xhaka und ohne den verkauften Kruse und abgegeben Kramer nicht mehr die gleiche Mannschaft wie im Vorjahr. Bedenkt man, dass jetzt noch die Belastung Champions League unter der Woche und der erneute Ausfall von Kapitän Stranzl hinzukommt, können die Gladbacher die Rolle einnehmen, die die Dortmunder in der letzten Saison spielten.
    Für den HSV wird es darum gehen, die Leistung am nächsten Wochenende zuhause gegen Frankfurt zu bestätigen. Geht der HSV mit 9 Punkte aus 5 Spielen in die Saison, könnte die nötige Ruhe einkehren, um sich weiteres Selbstbewußtsein zu holen. Gibt es gegen die Frankfurt einen Rückschlag, wird es weiterhin eine Achterbahn-Saison.

    • Hessenloewe 12. September 2015 um 10:36 Uhr

      Moin. Schöne Einzelbewertung, der ich in allen Punkten folgen kann.
      Dein letzter Satz, ZITAT: Gibt es gegen die Frankfurt einen Rückschlag, wird es weiterhin eine Achterbahn-Saison. ZITAT ENDE… Ich befürchte fast auch den Rückfall in alte Verhaltensmuster. Sprich: einem guten Spiel folgen zwei bis drei grottige Spiele. Typisch wäre es für den HSV der vergangenen Spielzeiten. Und die Sache mit der „Euphoriebremse“: kräftig drauf treten. Denn in der Tat heben wir Fans viel zu schnell ab. Dennoch: nach dem Spiel gestern sehe ich zuversichtlich in die Zukunft. Einen Platz zwischen 10 und12, der am 32.Spieltag fest steht. Dort werden wir uns zum Ende der Saison wieder finden. Schönes WE und gelassen das Spielgeschehen auf den anderen Plätzen ansehen…

  11. Endlich 12. September 2015 um 10:01 Uhr

    Man hätte in diesem Blog einfach mal den HSV würdigen sollen und nicht auf den anderen Blog eingehen sollen, damit man was kritisieren kann. Aber dies ist ja deine Entscheidung :D. Ich denke es geht einigen so, dass Sie den anderen Blog meiden, da man mitlerweile weiß wie schwachsinnig das Gelaber ist. Ich habe früher jeden Tag den Kram dort gelesen, aber wie du schon mal erwähnt hast, was du dort zu lesen bekommst, dass erfährst du vorher von anderen Medien. Es sei den die brauchen wieder Klicks und stellen wieder Schwachsinns Gerüchte a la De Vrij in die Welt. Zum Spiel. Ein Holtby muss man nach der ganzen Kritik jetzt auch mal wirklich loben. Auch wenn er immer ein auf Suppenkasper macht. Ich glaube er bringt eine sehr positive Stimmung in die Mannschaft. Und er ist wirklich dauerhaft unterwegs und attackiert den Gegner frühzeitig ! Für mich das absolute Goldstück in der Mannschaft ist aber Ekdal. Er bringt eine Sicherheit in die Mannschaft, die man die letzten Jahre vermissen lassen hat. Ivo hat wirklich herausragende Fähigkeiten im 1 gegen 1 und wäre er nicht immer verletzt und würde dadurch konstante Leistungen bringen würde der bei einem grossen Verein spielen, der wir leider nicht mehr sind. Lasogga hat sich wirklich reingehongen, nachdem er die letzten Spiele nicht starten durfte, Respekt dafür. Zwar hat irgendein blinder HSV FAN gestern bei Sky behauptet, dass der Lasogga unglaublich kopfballstark sei. Zwar kommt Lasogga beim hochspringen keine 20 cm hoch, aber egal. Warum nach einem guten Spiel, die Medien die Stimmung in HH durch so einen vollkommen aus den Haaren herbeigezogen Artikel, in dem es um das Buhlen von Newcastle geht, kaputt machen, verstehe ich nicht. Der HSV war wirklich stark. Auch wenn es durch die Verunsicherung des Gegners gekommen ist. Die letzten Jahre sind wir in dieser Rolle gewesen und andere waren Saustark gegen uns, jetzt war es einfach mal anders rum. Also in Zukunft einfach mal die gute Leistung des Team würdigen und nichts kritisieren. Auch nicht den Bettelblog. Denn jeder der auch nur ein bisschen Grips hat liest den Schwachsinn früher oder später nicht mehr und meiden diesen Blog…… P.S. Ob die Betreiber wohl nachher irgendwelche Einzahlungen erfinden, wenn diese merken, dass Sie das Ziel um Meilen verfehlen, oder werden die sich diesen Spott um das völlig aus der Luft gegriffen Ziel stellen ?

  12. rm2099 12. September 2015 um 10:46 Uhr

    der HSV hat sicher keinen Zauberfußball gespielt, aber eben sehr diszipliniert – und klug. Das hat in den vergangenen Jahren komplett gefehlt. Klar lief gestern einiges in unsere Richtung, frühe Führung, gute Chancenverwertung, verunsicherte Gladbacher, ABER das Team hat nun offenbar mental und taktisch das Zeug, sowas mal eiskalt auszunutzen. Auf dem Platz war ein Plan und eine Struktur erkennbar, die Spieler fühlten sich sichtbar wohl und wussten, was zu tun war, trafen viele richtige Entscheidungen. Diese Stabilität hab ich seit Jahren nicht gesehen, als Siege meist nur durch Einzelleistungen entstanden und dann über die Zeit gezittert wurden. Das macht Hoffnung – auf offensivfeuerwerke wird man sicher noch etwas warten müssen, aber ein Team, das taktisch und mental dauerhaft auf Bundesliganiveau agiert, wäre schon ein riesiger Fortschritt.

  13. Sassen 12. September 2015 um 10:50 Uhr

    „Mein Gott, wo könnte der HSV stehen?“
    meilenweit vor real, barca und den bayern, logo, wo denn sonst, herrlich…
    ja, vom ergebnis her ein ganz nettes spiel, wird sich gegen frankfurt zeigen wie nett es denn wirklich war.
    Lasogga und kopfball, das geht aber auch nur wenn ihm der ball auf den kopf fällt, oder?
    in der ersten hälfte hatte er zwei aktionen bei hohen bällen, da stimmte vom timing her ja gar nix.

  14. higokaltz 12. September 2015 um 10:51 Uhr

    @Grave

    Wie, Geburtstagsparty ? DU hast Freunde ???? Nicht zu fassen !! 🙂 🙂 🙂

    Schönes Wochenende.

    • Gravesen 12. September 2015 um 12:20 Uhr

      Hab ich tatsächlich. Unglücklicherweise sieht es so aus, als würdest du in diesem Leben nicht dazu gehören 😀

      • higokaltz 12. September 2015 um 20:44 Uhr

        I love you too, salmon. 🙂 🙂 🙂

  15. ausgegliedert 12. September 2015 um 11:18 Uhr

    Bleibt die Hoffnung, daß aus einem zarten Pflänzlein etwas Beständiges erwachsen möge. Als Team funktionierte das gestern sehr gut. Schade fand ich nur, daß nach einer Stunde kaum mehr ein Angriff zu Ende gespielt wurde.
    Aber Gladbach hat diesmal offensiv kaum etwas zu Stande gebracht, während sie in den ersten Spielen noch Chancen verballert haben und auch deswegen im Keller sind.
    Bzgl. Diekmeier bin ich immer noch skeptisch. Falls du in deiner Bewertung 1:1 auf Laufduelle beziehst, ok. Ohne Anlauf kommen seinerseits dann meist Quer- und Rückpässe, wie bei MO auch. Die Qualität seiner Flanken steht imho auch noch deutlich im Mißverhältnis zur Quantität.

  16. phantomhrubesch 12. September 2015 um 11:37 Uhr

    Bin da ganz bei Dir, realistisch bleiben, aber gute Leistungen und gute Einstellung auch benennen. Ostrzolek bereitet mir Sorgen, da nicht erst die Gladbacher ihn als Schwachstelle ausgemacht haben und Gegner Druck vor Allem über unsere linke Seite ausüben. Bei kommenden Spielen wird sich das kaum ändern und ohne Defensiv-Unterstützung aus dem Mittelfeld Slapstick wie gegen die Bayern hervorrufen.

    Warum ich mich überhaupt zu Wort melde: In der Freude über einen funktionierenden Abwehrverband… Was passiert nu mit Spahic?! Ist es so, dass die Mannschaft diesen Charakter-Typ – Stichwort Aggressiv-Leader – braucht oder ist das, wie mit Behrami ja erst letzte Saison schön in die Büx gegangen, eher kontraproduktiv?

  17. Holger 12. September 2015 um 12:41 Uhr

    Zustimmung zu Spielanalyse, Grave.

    Ich möchte allerdings das Spiel in den Kontext der ersten 3 Spiele setzen und zusätzlich anmerken, dass dieses Spiel keine Eintagsfliege war. Schon in der letzten Woche gegen Köln sah das über weite Strecken sehr ansehnlich aus.

    Nach dem 1:0 beherrschte der HSV das Spiel, hat aber den Fehler gemacht unbedingt das 2:0 erzwingen zu wollen und im Offensivrausch die die Defensive vernachlässigt. Was für Trainer (und Team) spricht, ist die Tatsache, dass man sehr schnell daraus gelernt hat und diesmal sofort nach dem 1:0 auf eine defensivere Spielweise setzte.

    Bayern war zu stark. Stuttgart hat kräftig selber mitgeholfen. Aber die Leistungen in Köln und Gladbach geben zumindest „zarte“ Hoffnung auf eine bessere Saison. Kein Grund zur Euphorie! Die 6 Punkte, sind 6 Punkte gegen den Abstieg. Nicht mehr!

    Der Kommentar von Matz macht mich da sprachlos! Wie kann man nur so dämlich sein? Selbst wenn das Ding in Köln nicht so unglücklich gelaufen wäre, wären auch 7 oder 9 Punkte, Punkte gegen den Abstieg.

    Schon in der nächsten Woche gegen eingespielte, funktionierende Frankfurter kann das ganz schnell, ganz anders laufen.

    • Gravesen 12. September 2015 um 13:04 Uhr

      ..und dann wird der Kasper die Spieler wieder in die Tonne treten. Schade nur, dass es seine belämmerten Leser in diesem Leben nicht mehr begreifen werden

  18. Okonski-Kerpen 12. September 2015 um 14:53 Uhr

    Ball flachhalten. Immerhin ist mal eine Entwicklung zu sehen. Aufbauspiel ist verbessert (OK wir starten bei 0), Zustellen des Raumes deutlich besser, Fitnessgrad sieht besser aus. Was mich persönlich gefreut hat war endlich mal eine andere und frischere Mannschaft zu sehen. Ekdal hat mir gefallen, ein zäher Bursche. Außerdem weiß man ansatzweise etwas mit dem Ball anzufangen, dass war bei meinen letzten Besuchen im Borussia Park auch schon anders.
    Meine alte These: erfahrener Bundesligatrainer + Konzept = Chance auf weniger angstbesetzte Saison könnte vielleicht aufgehen.
    Allerdings sollte man sich hüten, den HSV als Hochkaräter zu sehen, er scheint nur wieder konkurrenzfähiger als in den Vorjahren.

  19. Webgolfer101 13. September 2015 um 10:09 Uhr

    Stimme der Analyse von Grave weitgehend zu.
    Man sollte bestimmt jetzt auf dem Teppich bleiben, und nicht schon wieder anfangen von höherem zu reden.
    Es ist jedoch zur letzten Saison ein Fortschritt im Spiel zu erkennen.
    Man hat im Aufbauspiel jetzt einige Spieler, die etwas bewirken können.
    Ich war am Anfang bezüglich von Labadia sehr skeptisch, muss meine Ansicht zu seiner Arbeit aber inzwischen revidieren.
    Er hat der Mannschaft doch Leben eingehaucht.Wir sollten jetzt nicht nur Siege erwarten, aber der HSV ist jetzt nicht mehr nur ein Opfer für der Gegner, sondern kann mit den meisten Mannschaften mithalten.
    Das er mit Bayern nicht mithalten kann, hat man ja vor kurzem gesehen. Das erwartet wohl auch keiner.
    Ich bin auf jeden Fall endlich mal wieder freudig gestimmt nach dem Spiel nach Hause gegangen.

  20. HSV_Levti 13. September 2015 um 11:00 Uhr

    Moin zusammen,

    ich habe mich dazu entschieden dass Spiel aus der Südkurve zu sehen und erst einmal möchte ich einen Spieler herausheben, da ich über selbigen auch ab und an malgemosert habe. Aufgrund meines Sitzplatzes hatte ich ausgezeichnete Sicht auf Diekmeier. Und Leute, so viel und telweise so gut habe ich selbigen nie laufen und auch nicht flanken sehen – zumindest in der ersten HZ konnte ich das sehr gut sehen.

    Die Leistung von DD und den restlichen Kollegen schmälert eine Tatsache. Gladbach war wirlich schwach. Mit meinem Gladbacher Sitznachbarn war ich mir einig, da spielt Not gegen Elend, wobei wir das Glück hatten, dass Jantsche uns zum 1:0 eingeladen hat.

    Klar, da waren mal Spielzüge bei, aber Gladbach war wirklich schlecht. Aussage des Gladbachers „Mein Gott, was passiert wenn wir mal gegen einen richtigen Gegner – Sevilla – spielen“

    3 Punte, weiter arbeiten und gut ist.
    Aber bitte nichts schreiben von Höhenflug, alles super, Europapoal etc….
    Der Gegner war nicht auf dem Niveau der letzten Saison.

    Die Sprüche mit Gladbach zweite Liga ist dabei fand ich auch arm. Immer wenn man in Hamburg die Gelegenheit hat, Sympathie zu verspielen, wird diese auch onsequent genutzt.
    Warum hat der Vortänzer mit dem Mikro nicht einfach mal geschreien „Wir haben es geschafft, ihr schafft das auch….“ oder irgendwas in der Art. Schließlich ist es doch genau das, was man nachher seinem Sitznachbarn auch sagt, oder.
    Kopf hoch, das wird noch usw…., Noch 30 Spieltage….. Wenn Xhaka wieder dabei ist ….

    Fussball kann im Prinzip so einfach sein, aber wenn wir nur so viele Leute mit großen Ohren haben, klappt das eben nicht immer …