Das „Flaggschiff“ säuft ab…

„Schließlich ist die U23 kein Abfallkübel, sondern das Flaggschiff der Ausbildung.“ (Profifußball Direktor Peter Knäbel, 11.02.2015)

Nun denn, am 11.02.2015 konnte Backpacker-Pete noch leicht reden. Die U23 des HSV lag nach dem 23. Spieltag der Regionalliga Nord auf Platz 3, nur einen Zähler hinter Tabellenführer Werder Bremen II. Am Ende reichte es dann wie bekannt ebenfalls zu Platz 3, der am Anfang der Saison sicher geglaubte Aufstieg in die 3. Liga war verpasst. Dafür aber konnte sich der HSV rühmen, in gewohnter Art und Weise mehrere Trainer in nur einer Saison verschlissen zu haben, was natürlich unterschiedliche Gründe hatte. Dennoch, dass man bei dem selbsternannten Flaggschiff in der Trainerfrage mittlerweile ebenso verfährt wie in der Bundesliga, sollte Fragen aufwerfen.

Zinnbauer, Petrowsky, Cardoso,  dann wieder Zinnbauer und jetzt – bis auf Weiteres – Soner Uysal. 5 Trainerwechsel in 14 Monaten, rekordverdächtig.

Erinnern wir uns.

„Der HSV ist eine Familie, eine Herzensangelegenheit. Ich komme sehr gern nach Hamburg zurück (Zinnbauer)

Nur 8 Spieltage und Tabellenplatz 13 später ist von dieser Herzensangelegenheit nicht mehr viel übrig, „Magic Joe“ folgt dem Ruf des Schweizer Erstligisten St. Gallen. Mit anderen Worten: Gelaber. Aber offenbar war man in der Führungsetage des HSV auch nicht allzu unglücklich über die Anfrage der Eidgenossen, konnte man doch für einen Trainer, dessen Code offensichtlich geknackt war, sogar eine Ablöse generieren. Nachdem man beim Amtsantritt der Exzellenzen noch vollmundig davon redete, dass man zukünftig nicht nur die eigenen Spieler, sondern auch die eigenen Trainer ausbilden wolle, ist man mit dem nächsten Ziel krachend gescheitert, Zinnbauer hat sich am Ende wohl doch nur als One hit-Wonder erwiesen.

Zu den Talenten, die Möglichkeiten der Rekrutierung und den Perspektiven hatte sich Zinnbauer im Frühjahr 2015 geäußert.

In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt auf die Frage „Wenn ich ein umworbener Nachwuchsspieler wäre – warum sollte ich zum HSV kommen?, antwortete Zinnbauer im Mai 2015:

Weil Sie sehen, dass im vergangenen Jahr einige Spieler nach oben durchgereicht worden sind und für Sie diese Tür dann auch offen steht. Das wäre bei den Topclubs der Bundesliga um einiges schwieriger. Zudem finden Sie auch beim HSV schon jetzt brutal professionelle Bedingungen vor.

Ach tatsächlich, Joe? Wo sind denn die in der letzten Saison aus PR-Gründen künstlich „hochgezogenen“ 21-jährigen Supertalente Marcos, Gouaida und Götz abgeblieben? Marcos und Götz kicken mehr schlecht als recht in der „Zwoten“ und Gouaida wurde nach Karlsruhe verliehen. Dafür haben die drei Raketen nun aber Profiverträge, Didi sei Dank. Naja, es ist ja nicht sein Geld. Das soll jetzt also ein Anreiz für junge Talente sein, zum HSV anstatt nach Bremen, Hannover oder Wolfsburg zu gehen?

Nun also der Nächste, Soner Uysal soll es richten. Der Co-Trainer, der noch vor Kurzem erklärte, dass er auf keinen Fall als Cheftrainer arbeiten wolle, ist „bis auf Weiteres“ ins Amt befördert worden, irgendwoher kennt man diese Formulierung, oder? Jeder, der nur ein wenig Resthirn mitbringt, wird erkennen, dass auch Uysal die Saison nicht zu Ende trainieren wird, das wären dann mindestens 6 Trainer in 2 Jahren. Mindestens.

Unglücklicherweise ist die U23 nicht nur ein Abbild der Bundesliga, sie ist auch ein Synonym für das, was seit dem Amtsantritt von Bernhard Peters in Ochsenzoll passiert. Der „Direktor Sport“, der nicht in der Lage ist, sich vorzustellen (bei seinen Mitarbeitern und Spielern), der nicht einmal in der Lage ist zu grüßen und dem die meisten Mitarbeiter im Nachwuchsleistungszentrum jegliche Ahnung vom Fußball absprechen, hat das vorhandene Chaos nicht bereinigt, er hat es beschleunigt.

So durften sich Trainer, die man in eventuell für den Nachwuchsbereich ins Auge gefasst hatte, an der U16 bei laufendem Ligabetrieb als Hospitations-Stelle versuchen, die U16 hatte in der letzten Saison ebenfalls 4 verschiedene Trainer. So wurde aus dem Personal-Trainer von Lewis Holtby über Nacht ein U-Trainer des HSV und von dem von Aufsichtsratsboss Gernandt vollmundig angekündigten Projekt „alle Mannschaften von der U12 bis zu den Profis spielen in Zukunft ein System“ ist weniger als nichts übrig geblieben.  Im Nachwuchsbereich des HSV lässt jeder Trainer so spielen, wie er es lustig findet. 4-3-3, 4-4-2, 4-3-2-1, alles geht. Eingeschritten von Seiten der Führung wird nicht, wahrscheinlich auch deshalb, weil die „Führung“ die unterschiedlichen Systeme gar nicht erkennen würde.

Auf die Frage eines U-Trainers, welches System denn nun eigentlich nach Peters‘ Meinung gespielt werden sollte, antwortete der schüchterne Direktor:

Ich stehe für attraktiven Offensivfussball.

Ach so, dann ist ja alles klar. Tatsache ist, dass seit Peters‘ Amtsantritt reichlich Gelder für neue Athletik-Trainer bereitgestellt wurde, aber damit ist’s auch schon wieder vorbei. Einstellungsstopp heißt das Zauberwort, aber dafür gibt es andere lustige Features. So hat sich z.B. Ersatzdirektor Pletz etwas besonders geiles ausgedacht, er hat für die Nachwuchsspieler Whats App-Gruppen ins Leben gerufen, extrem modern. In diesen Gruppen werden spaßige Videos durch den Orbit geschickt, die 14-18Jährigen lachen sich schlapp.

Aber egal was man tut, die Wahrheit liegt auf dem Platz und auf dem Platz sieht es düster aus.

U23: Platz 13

U19: Platz 10 (von 14)

U17: Platz 6

U16: Platz 13 (Vorletzter)

U15: Platz 2 !!!

U14: Platz 1 (nach 2 Spieltagen)

Fassen wir also zusammen:

Bundesliga: Relegation, mehr als € 53 Mio. an Transferausgaben, 4 Trainer, Affären und Skandale ohne Ende

Regionalliga: Kein Aufstieg, 5 Trainer, in dieser Saison eher Abstiegsgefahr als Aufstiegshoffnung

Nachwuchsbereich: Trainer-Fluktuation, Nicht-Kommunikation, Nur Ja-Sager haben eine Zukunft. Die Mannschaften des HSV performen eher unterdurchschnittlich, die besten Nachwuchsspieler verlassen den Verein.

Aber okay, Didi und Peters hatten ja von einem 5-Jahres-Plan geredet.

Toi, toi, toi

 

Von | 2015-09-17T10:07:22+02:00 17. September 2015|Allgemein|15 Kommentare

15 Comments

  1. Heiliger Bimbam 17. September 2015 um 08:38 Uhr

    Aberaberaberaber, wir sind doch NUR ZWEI Punkte von der direkten Champingnonsliek-kwallifickazion weg!!!1!
    .
    .
    .
    .
    scnr. ;-))

  2. Gunnar 17. September 2015 um 09:05 Uhr

    Wir wissen doch, Herzensangelegenheiten gibt es im Profifußball nicht! Es geht immer nur um das Geld oder bestenfalls um das Prestige.
    Erste Liga in der Schweiz hört sich natürlich besser an, als U23 beim HSV. Ich denke jedoch der Verlust hält sich für den HSV in Grenzen. Warum man ihn zurück geholt hat, erschließt sich mir jedoch nicht. Wahrscheinlich aus Mangel an Alternativen. Der HSV ist halt für ambitionierte Trainer nicht mehr sexy!

  3. 1887 17. September 2015 um 09:21 Uhr

    Eines der Dinge die gern an mir vorbei gehen. Danke für den Beitrag. Sehr interessant das es bei der Jugend nicht besser läuft beim HSV. Sehr schade.

  4. Hannes Grundmeyer 17. September 2015 um 09:54 Uhr

    Warum sich ein Fußballverein einen ehemaligen Hockeyspieler als Direktor für die Nachwuchsförderung holt, hat sich mir noch nie erschlossen. Aber egal, ich bin auch nur interessierter Laie und viel zu weit weg. Möglich also, dass ich den großen Masterplan, der ja seit der Palastrevolution im Mai vergangenen Jahres strikt verfolgt wird, noch nicht verstanden habe (wenn es ihn denn gibt). Irgendetwas muss der Bernie ja bei Hoppelheim richtig gemacht haben, sonst wäre man beim HSV nicht auf seine grandiose Nachwuchsarbeit aufmerksam geworden. Nachdenklich stimmt mich allerdings, dass man ihn bei Hoppelheim wohl offensichtlich nicht mehr haben wollte. Die Gründe dafür kenne ich natürlich nicht. Aber wenn er doch den Fußballquellcode entschlüsselt und solch ein tolles Konzept hat, dann hätte man ihn doch dort nicht gehen lassen. Irgendwie hab ich die Befürchtung, dass der gute Bernie doch ein Fehlgriff ist. Aber wahrscheinlich ist der Nachwuchsbereich dermaßen versaut, dass man Jahre brauchen würde, um dort wieder Ordnung reinzubekommen. Die Zukunft wird zeigen, ob Bernie der Richtige dafür ist.

  5. marlor 17. September 2015 um 11:49 Uhr

    Nicht zu vergessen: Gideon Jung! Fehlt seit Ende August mit muskulären Problemen? Ist da wirklich was dran oder wird der Grund nur „vorgeschoben“ um eine weitere Degradierung eines Talents zu vertuschen? Es wundert micht auch, dass M. Diaz nicht spielt, obwohl er meiner Meinung nach recht konstante Leistungen gezeigt hat und durch den Copa-America-Sieg doch vor Selbstbewusstsein nur so strotzen müsste. Aber wer gut genug ist, im wichtigsten Turnier in Südamerika (nach der WM) in die Elf des Turniers gewählt zu werden, muss noch lange nicht gut genug für den HSV sein … Man bedenke nur, was dies für den Marktwert eines fertigen Spielers bedeutet. Wenn Bruno schon nicht auf ihn steht, so sollte man doch bemüht sein, seinen Marktwert zu erhalten bzw. optimalerweise zu erhöhen, um ihn gewinnbringend weiterzuveräußern… Dass dafür Holtby spielt, verstehe ich gar nicht: außer viel rennen und noch mehr Blödsinn zu erzählen kann er doch (fast) nichts. Auch verstehe ich nicht, weshalb der vielleicht beste und konstanteste Feldspieler der vergangenen Saison, Zoltan Stieber, nicht mal mehr Berücksichtigung für den Kader findet, wenn ich dagegen die Leistungen von Müller in der letzten Saison sehe. Auch in diesem Jahr konnte mich Müller (trotz des schönen Tores in Gladbach) alles andere als überzeugen. Gleiches gilt übrigens für Ostrzolek und Diekmeier. Wo sind denn die Sakais, Götzes und Marcosse, die den „Konkurrenzdruck“ erhöhen sollen und damit für eine Leistungssteigerung sorgen sollen. So dankbar ich Bruno für den Klassenerhalt bin und so sehr ich auch glaube, dass er momentan als Einziger im Verein einen souveränen Eindruck in der Öffentlichkeit hinterlässt, so beschleicht mich mehr und mehr das Gefühl, dass auch bei ihm zu viel über Symphatie und zu wenig über Leistung aufgestellt wird, auch für die Ersatzbank.
    Über die Granden brauche ich nichts zu schreiben. Da unterschreibe ich hier (fast) alles von Grave…

  6. roland 17. September 2015 um 12:02 Uhr

    als ob die nachwuchsproblematik bei spitzenvereinen anders wäre. klassenprimus bayern münchen: gaudino, großes talent, große zukunft, in der versenkung verschwunden. sinan kurt, großes talent, große zukunft, wechsler in der u23. weihrauch, großes talent, große zukunft, green us- ex- nationalspieler, wm- teilnehmer, usw. usw..u23- ziel aufstieg in die 3. liga. trainer: der von gravesen hochgelobte heiko vogel und das mit unheimlichen finanziellen aufwand. ergebnis: 11 punkte rückstand zu platz 1.
    trainer der u 23 des fcb davor. ten haag. scholl. alle gescheitert. einzig gerland hat hier in sachen durchlässigkeit nach oben messbar gute arbeit geleistet. bayerns nachwuchsteams. nicht in der spitze dabei. und nun?
    ein guter talentierter nachwuchkicker wird nicht zwangsläufig ein großer profi. da kommen viele begleiterscheinungen wie trainer, verletzungen, neuverpflichtungen usw. usw. dazu.
    deine einseitigen vergleiche hinken also mehr als etwas..
    übrigens: deine worte: welcher verein verpflichtet spieler mitte 30? die von dir seinerzeit gelobten brähmer. verdienst pizzaro? geschätzte 2,5 mio/ anno.

    • Gravesen 17. September 2015 um 12:31 Uhr

      Typische Reaktion, die mir derart zum Hals raushängt und die man in den letzten 20 Jahren beim HSV immer und immer wieder gehört hat. „Okay, bei uns läufts nicht gut, aber bei den anderen auch nicht“. Als wäre das eine Entschuldigung oder eine Erklärung. Wenn du auf einer Strasse mit 100 geblitzt wirst, auf der 50 erlaubt ist, kannst du auch nicht sagen: Ja okay, aber die anderen sind auch zu schnell gefahren.

    • SvenB. 17. September 2015 um 16:30 Uhr

      Pizarro ist bei Werder aber die große Ausnahme.
      Die haben m.E. die letzten Jahre schon auf junge Leute gesetzt. Schau mal hier rein, falls Du nicht nur Grave kritisieren willst…:
      http://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/startseite/wettbewerb/L1

      Und beim Beispiel Bayern lach ich mich kaputt. Die haben über Jahre immer wieder Talente groß rausgebracht, da lechzt mehr als die halbe Liga hinterher. Das immer wieder welche hinten über fallen: normal.

    • bastian 18. September 2015 um 03:22 Uhr

      Pizarro… lustiges Beispiel, denn angeblich:

      „Zuvor hatte er unter anderem Borussia Dortmund und dem Hamburger SV einen Korb gegeben, wie die ‚Sport Bild‘ berichtet. Beim BVB waren die Aussichten auf regelmäßige Einsätze sehr schlecht, beim HSV plagten ihn Gewissensbisse – dabei hätte Pizarro bei beiden Klubs deutlich mehr verdienen können“

      Immerhin haette er sicherlich genau das richtige Alter fuer unsere Exzellenzen und ihre strategischen Einkaeufe.. 🙂

      Dubiose Quelle: http://www.fussballtransfers.com/bundesliga/pizarro-liess-bvb-hsv-abblitzen-werder-kassiert-kraftig-ab_57683

  7. ausgegliedert 17. September 2015 um 14:04 Uhr

    Wie der Herr, so sein….Nachwuchs.
    Aber immerhin, PML äußert sich auf HSV.de, nicht bei der Presse. Sollte ein Hauch Lernfähigkeit bzgl. Außendarstellung doch noch vorhanden sein?

  8. Gravesen 17. September 2015 um 16:31 Uhr

    Wiederum eine „Perle“ vom User Kerberos im Patientenblog, die Reaktionen darauf lassen erschütternd erkennen, dass die letzten verbliebenen Opas die Sache nicht mal im Ansatz verstehen.
    Das Einverständnis des Schreibers vorausgesetzt…

    Kerberos sagt:
    17. September 2015 um 15:24
    .
    B. Peters als Hoffung für ein zündendes Nachwuchskonzept beim HSV? Wie will B. Peters denn beim HSV etwas mit leeren Kassen binnen 3 bis 5 Jahren bewerkstelligen, woran er in Hoffenheim trotz Investition von über 240 Mio Euro (letztes von D. Hopp bestätigtes Engagement vor ca. 3 Jahren) in gut 8 Jahren grandios gescheitert ist. So grandios, dass D. Hopp ihn als Hauptübel der Misere verifizierte und zu Beginn des Jahres 2013 die Reissleine zog, B. Peters striktes „Profiverbot“ erteilte und ihn konsequent auf seinen Hausmeisterposten ins Internat verwies.
    .
    Die Nachwuchs-Bilanz des B. Peters in Hoffenheim:
    – in den ins Gesamt 8 Spielzeiten seiner Tätigkeit als „Nachwuchs-Chef“ schafften gerade einmal 18 Spieler den Sprung in den Profikader der TSG; aber längst nicht alle Spieler auch mit Spielzeit.
    – nur 9 dieser 18 Spieler hatten überhaupt in der U19 bei der TSG gespielt; 9 wurden also erst für die U23 verpflichtet (darunter alleine Sassi für 750.000 €); und nur 2 Spieler der U19-Spieler waren schon bei der U17 für die TSG am Ball.
    – 11 dieser 18 Spieler wurden ablösefrei abgegeben; davon alleine 9 Spieler bereits nach dem ersten Jahr im Profikader. Drei Spieler wurden mit Ablöse transferiert: Haas (25.000,-), Vestergard (2.500.000,-), Kirchheim (100.000). Stoble, Toljan, Süle und Vukcevic (schwer verletzt) sind aktuell noch bei der TSG.
    .
    Betrachtete man die in die Nachwuchsförderung getätigten Investitionen in Hoffenheim, so ist dies ein wahrhaft mehr als bescheidenes Ergebnis der Arbeit von B. Peters. Im selben Zeitraum konnte der so viel gescholtene HSV aus seinem eigenen Nachwuchs die nachstehenden Spieler transferieren: Feilhaber (1.500.000,- an Derby County), Ben-Hatira (600.000,- an Hertha BSC), Sam (2.000.000,- an Bayer Leverkusen), Laas (1.500.000,- an VFL Wolfsburg), Hennings (200.000,- an St. Pauli), Choupo-Moting, Torun, Beister, Besic, Son (10.000.000 an Bayer Leverkusen), Lam (200.000,- an Greuther Fürth), Tah (7.500.000,- an Bayer Leverkusen), Brunst (200.000,- an VFL Wolfsburg).
    Ins Gesamt erlöste der HSV damit im gleichen Zeitraum 23.700.000 € an Transfergeldern (TSG gerade 2.625.000 €)!
    .
    B. Peters also wirklich ein Mann mit fachlicher Kompetenz und ausgewiesener Expertise oder nur ein Presse-Hype für blickscheue Fans? Obgleich Vertreter aller dt. Spitzenvereine in Hoffenheim waren und sich das Konzept erläutern ließen, mieden sie anschließend Stellungnahmen wie der Teufel das Weihwasser. Ganz anders hingegen die Reaktionen voll des Lobes auf die Nachwuchsarbeit bei Hansa Rostock und 1860 München (selbst die “großen” Bayern, die bei sich selbst Defizite erkannt haben wollen). Und gerade 1860 München sollte Mut machen; zeigt es doch, dass gute Nachwuchsarbeit auch bei leeren Kassen möglich ist – selbst wenn in der Führungsetage das blanke Chaos herrscht. Vermutlich nur nicht mit B. Peters in der Verantwortung.
    .
    .
    Die Nachwuchsarbeit der TSG Hoffenheim im Detail:
    .
    Saison 06/07 – Neuaufnahme in den Profikader:
    Thorsten Kirschbaum – ausgebildet bis einschließlich U17 beim ersten FC Nürnberg; nach zweieinhalb Jahren ablösefrei abgegeben an den FC Vaduz. Aktuell Stammtorwart beim ersten FC Nürnberg.
    .
    Saison 07/08 – Neuaufnahme in den Profikader:
    Steffen Haas – Ausbildung bis einschließlich U19 unbekannt; nach einem Jahr ausgeliehen an Kickers Offenbach und ein Jahr später transferiert für 25.000 zu Kickers Offenbach. Aktuell vermutlich bei FCA Walldorf.
    .
    Saison 08/09 – Neuaufnahme in den Profikader:
    Jonas Strifler – Ausbildung bis einschließlich U19 unbekannt; nach einem Jahr ablösefrei an Dynamo Dresden abgegeben. Aktuell bei Arminia Bielefeld.
    .
    Saison 09/10 – Neuaufnahmen in den Profikader:
    Kevin Conrad – Ausbildung bis einschließlich U17 bei FV Lauda; nach zwei Jahren vereinslos. Aktuell bei FC Chemnitz.
    Manuel Gulde – Ausbildung bis einschließlich U19 unbekannt; nach drei Jahren ablösefrei an SC Paderborn abgegeben. Aktuell beim Karlsruher SC.
    Pascall Gross – Ausbildung bis einschließlich U17 bei Neckarau; nach einem Jahr ablösefrei an Karlsruher SC abgegeben. Aktuell beim FC Ingolstadt.
    Marco Terazzino – Ausbildung bis einschließlich U17 bei Neckarau; nach zwei Jahren ablösefrei an Karlsruher SC abgegeben. Aktuell beim VfL Bochum.
    Boris Vukcevic – Ausbildung bis einschließlich U19 beim VfB Stuttgart; aktuell noch im Verein (verletzt).
    .
    Saison 10/11 – Neuaufnahmen in den Profikader:
    keine
    .
    Saison 11/12 – Neuaufnahmen in den Profikader:
    Jannik Vestergaard – Ausbildung bis einschließlich U19 bei Bröndby IF; nach vier Jahren transferiert für 2,5 Millionen zu Werder Bremen. Aktuell bei Werder Bremen.
    Dominik Kirchheim – Ausbildung bis einschließlich U19 beim VfL Kirchheim; nach einem Jahr transferiert für 100.000 zu RB Leipzig. Aktuell bei RB Leipzig.
    Dennis Thomalla – Ausbildung bis einschließlich U19 beim Karlsruher SC; nach einem Jahr ablösefrei abgegeben an RB Leipzig. Aktuell Lech Posen (bereits zwei Tore in der Quali zur CLund EL).
    .
    Saison 12/13 – Neuaufnahme in den Profikader:
    Ahmed Sassi – Ausbildung bis einschließlich U23 in Tunis und für 750.000 für die U 23 der TSG eingekauft; nach einem Jahr wieder zurück zur U23 der TSG. Aktuell bei TSG II.
    .
    Saison 13/14 Neuaufnahmen in den Profikader:
    Tim Paterok – Ausbildung bis einschließlich U19 beim SC Paderborn; nach einem Jahr ablösefrei abgegeben an Wormatia Worms. Aktuell bei Wormatia Worms.
    Tobias Strobl – Ausbildung bis einschließlich U23 bei 1860 München. Aktuell im Kader der TSG.
    Niklas Süle – aus der Frankfurter Jugend ausgebildet ab U17 bei TSG. Aktuell im Kader der TSG.
    Patrick Schorr – Ausbildung bis einschließlich U17 bei Eintracht Frankfurt; nach einem Jahr ablösefrei abgegeben an Mainz 05. Aktuell bei Mainz 05 II in der dritten Liga.
    Robin Szarka – Ausbildung vollständig bei der TSG; nach einem Jahr ablösefrei abgegeben an Energie Cottbus. Aktuell bei Energie Cottbus in der dritten Liga.
    Jeremy Toljan – Ausbildung bis einschließlich U17 bei den Stuttgarter Kickers. Aktuell zeitweise im Kader der TSG.
    Kenan Karaman – aus der Jugend der Stuttgarter Kickers ausgebildet ab U17bei der TSG; nach einem Jahr ablösefrei abgegeben an Hannover 96. Aktuell Startelf bei Hannover 96.

  9. Jakob 18. September 2015 um 01:18 Uhr

    Guten Abend.
    etnschudlige Gravesen, dass ich hier doch die Politik aufgreifen. Solltest Du den Post löschen, verstehe ich das und nehme es dir nicht übel.
    Ich habe eben mitbekommen, dass HSV sowie alle 1. Liga Vereine bei der Blöd-Aktion mitmachen. Ich habe genug. Ich habe genug von diesem heuchlerischen völlig überbezahlten und der Gesellschaft nichts nutzendem Geschäft. Ab sofort widme ich mich anderen Dingen. Ich werde mir BVB Spiele anschauen und das war es für mich mit Fussball.
    Ich habe eben noch mit meiner Kollegin gesprochen und wir werden am Wochenende nicht ins Stadion gehen und unsere Tickets sowie unserer Kunden nicht verschenken.
    Ich bitte meine Wortwahl zu etnschuldigen, aber wie man sich so zur „Prostituierten“ der Blöd machen kann ist mir ungebreiflich. Das kann nur mit sehr geringem IQ aller Verantwortlichen zu tun haben.
    Für mich war es das mit dem HSV. Ich wünche ihm nichts. Dieser verein ist einfach nur noch ätzend. Ich dachte die Ertel Jarchow Äre wäre es. Aber die aktuellen Turnbeutelvergesser sind tatsächlich noch schlimmer.
    Dir Gravesen wünsche ich jedoch Kraft beim Kampf gegen die Windmühlen. Vielen Dank für deinen Blog. Aber je länger ich hier mitlese umso mehr nervt mich dieser Verein.
    Dir und allen hier akitven Blogonauten 😉 alles erdenklich Gute!!!

    • Gravesen 18. September 2015 um 07:08 Uhr

      Nun ja, auch der BVB macht die Nummer mit, oder? Das macht es allerdings nicht besser.

  10. Endlich 18. September 2015 um 05:54 Uhr

    Naja nicht nur der HSV macht sich zur Prostituierten der Bild. Das ist doch so und so alles nur scheinheilig. Vor Monaten sind doch auch schon Flüchtlinge hergekommen und da hat es kein Schwein interessiert. Nichtmal die Bild. Soweit ich mich erinnern kann ging das doch erst los als Schweigen den Mund aufgemacht hatte, da hat die Bild aufeinmal ne Top Story gewittert. Die Spendenaktion wird nur aus Angst von Didi durchgeführt, da sie nicht durch den Fleischwolf gedreht werden wollen, wenn sie nichts tun. Wie lange leben die Flüchtlinge denn schon vorm Stadion und jetzt als der Medienhype so riesig ist kommen die Herren auf so eine Idee wie mit dem Training. Aber daran sieht man auch was die Bild für Macht hat. Es ist nur Schade das alle Vereine nicht von alleine auf solche Ideen kommen, erst wenn sie von den Medien sozusagen gezwungen werden.

  11. SvenB. 18. September 2015 um 08:35 Uhr

    Moin,

    ich bin mit nicht einmal sicher, ob sich D.B. (wie auch die Chefs von 34 anderen BL-Clubs) anfangs überhaupt einen Kopf darüber gemacht hat.
    Als zugesagt wurde, war St. Paulis (JEHOVA, oder LACHS:-) Nichtteilnahme vermutlich noch gar nicht publik. Als der Stein (Respekt St. Pauli!) dann ins Rollen kam, war es D.B.´s Meinung nach zu spät dort rauszukommen, ohne von der Bild (Stück für Stück) verbrannt zu werden. Das soll die Entscheidung des HSV, weiterhin an der Aktion teilzunehmen, jetzt nicht verteidigen!

    Dieckmanns Anschuldigungen gegenüber St. Pauli waren an Lächerlichkeit und gekränkter Eitelkeit ja nicht zu überbieten und letztendlich hat er sich damit selber geschadet. Beim HSV wären einfach ein paar Dokumenten aus dem Nichts aufgetaucht und ganz Fußballdeutschland hätte sich wieder totgelacht.

    Es wäre für die Führung bestimmt geschmeidiger gewesen, von vornherein abzusagen, als jetzt noch aufzuspringen. Auch hier noch einmal: das soll keine Verteidigung für den Vorstand sein.

    Sollte dies doch noch passieren, würde D.B. bzw. die Führung des HSV wieder einige Pluspunkte bei mir bekommen. Das würde zwar immer noch nicht annähernd reichen, um auf die Plusseite zu kommen, aber immerhin.

    Traurig finde ich, dass es lediglich ein paar Zweitligaclubs die „Cojones“ haben, nein zu sagen. Das St. Pauli voran geht: Respekt. Das die anderen das teils aus Solidarität mit St. Pauli machen: Klasse!

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.

Unser Archiv