Der (traurige) Stand der Dinge

Eines vorweg, liebe Leser:

Wer keine Lust mehr hat, mit der Nase auf die Realitäten gestoßen zu werden, wer sich lieber Entwicklungen vorgaukeln lassen möchte, wer der Meinung ist, eine spielerische Evolution entdecken zu können, wer mit Wortbruch und Wahlbetrug bestens leben kann, der sollte an dieser Stelle am besten aufhören zu lesen!

Denn eines ist in diesen Tagen im Volkspark tatsächlich bemerkenswert – die Exzellenzen schaffen es, den naiven und gutgläubigen Hinterherläufern zu suggerieren, alles wäre bestens und man wäre im Soll. Dort, wo man noch nicht im Soll ist, bedarf es halt noch ein wenig Geduld (so ca. 4- 21 Jahre), denn man ist eben noch immer auf der verzweifelten Suche nach der berühmten „Stabilität“. Ehrlich, ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir der inflationäre Gebrauch dieses Wortes auf den Sack geht. War es in der Vergangenheit das Wort „Nachhaltigkeit“, ist es heute die tolle „Stabilität“, an der alles hängt. Dabei ist kaum einer in der Lage, den Begriff „Stabilität“ in einen korrekten und sinnhaften Zusammenhang mit professionellem Fußball zu bringen.

Wenn der Status quo tatsächlich als Entwicklung abgefeiert werden soll, erlaube ich mir erneut, auf die Fakten hinzuweisen.

Entschuldung: Nein!

Einbau von Talenten. Nein!

Findung von strategischen Partnern: Nein!

Verbesserung der Kommunikation. Nein!

Spielerische Weiterentwicklung der Mannschaft. Nein!

Oder um es ganz deutlich zu sagen – der HSV tritt 1 1/2 Saisons mit Beiersdorfer, Knäbel, Hilke, Peters unc Co. auf der Stelle und es ist absolut überhaupt nichts er erkennen. Ach ja, es gibt ja einige besonders Clevere, die auf die neugewonnene „Ruhe im Verein“ hinweisen, ich könnte mich abrollen. Soll ich?

Rucksackgate, verdruckte T-Shirts, Ticketpreiserhöhung für Kinder und Behinderte, Tuchel-Katastrophe und und und. Alles vergessen? Oder verdrängt? Derartige Katastrophen sind nicht mal in der Zeit des „Rates der Ahnungslosen“ passiert, aber das wird gern verdrängt. Die Exzellenzen haben schon jetzt mehr Scheiße gebaut als ihre Vorgänger, aber weil KingDidi auf dem Thron sitzt, wollen es einige nicht wahrhaben.

Kommen wir doch mal zum Sportlichen.

Der HSV steht nach dem 12. Spieltag auf Platz 11, hat 15 tolle Punkte und ein Torverhältnis von 11:16 (-5).

Wie war das eigentlich in der letzten (Katastrophen)-Saison?

Damals stand der HSV nach dem 12. Spieltag auf Platz 15, hatte 12 Punkte und ein Torverhältnis von 6:14 (-8).

Entwicklung? Will man mir das allen Ernstes als Entwicklung verkaufen? Ich erinnere an die Spiele gegen Stuttgart (3:2) gegen 10 Schwaben, an die Last-Minute-Treffer in Ingolstadt oder Hoffenheim, an den Sieg gegen völlig indisponierte Gladbacher. Vor diesem Hintergrund sind 3 Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt in der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte ein wenig relativ,oder?

Betrachten wir das Restprogramm der Hinrunde (Dortmund/H, Bremen/A, Mainz/H, Wolfsburg/A, Augsburg/H), kann einem Angst und Bange werden. Zum Vergleich das Restprogramm der Hinrunde der Saison 2014/15.

Augsburg/A, Mainz/H, Freiburg/A, Stuttgart/H, Schalke/A.

Was für ein Glück, dass Profifußball-Direktor Knäbel jetzt ohne Angst ins Stadion gehen kann, ich könnte das nicht. Apropos Turnbeutelvergesser. War er es nicht, der weiland folgendes bekanntgab:

Schließlich ist die U23 kein Abfallkübel, sondern das Flaggschiff der Ausbildung.

Das „Flaggschiff der Ausbildung“ dümpelt derweil mit mit 13 Punkten und 16:27 Toren auf Platz 15 der Regionalliga. Entwicklung? Aber ne, man braucht bestimmt noch Zeit, oder?

U19. Platz 6 in der Liga, hinter St. Pauli

U17. Platz 4 in der Bundesliga

U16. Platz 12 (von 14) in der U16-Regionalliga

U15. Platz 3 in der U15-Regionalliga, hinter St. Pauli.

Entwicklung? Wenn sie jemand erkennen kann, bitte melden.

Die Bundesliga-Mannschaft des HSV hatte eine komplette Vorbereitung mit dem amtierenden Trainer. Sie wurde erneut für mehr als € 20 Mio. aufgerüstet (Transferminus von ca. € 9 Mio.), lediglich der völlig überschätzte (aus Sicht der Exzellenzen) Jonathan Tah wurde glücklicherweise verramscht.

Entwicklung? Wo denn bitte? Außer Sprüchen wie „Geduld“, „wir sind noch nicht so weit“ oder „das dauert, der HSV ist ein Sanierungsfall“ passiert nichts. Nein, es passiert weniger als nichts. Man engagiert für jeden Scheissdreck eine Spezial-Agentur und hat nach mehr als 1 1/2 Jahren immer noch kein Leitbild, kein Konzept, keine Ideen und keinen sportlichen Erfolg. Ich habe die Schnauze gestrichen voll davon, von Einkommens-Millionären verarscht zu werden, nur weil es ihnen gelungen ist (auf welchen Wegen auch immer), die hiesige Presse zu sedieren.

Nur zwei kurze Ausschnitte aus SchmocksEinöde, in der sich Münchhausen „de Vrij“ mittlerweile für keine Peinlichkeit mehr zu schade ist.

Dieser Kick am Böllenfalltor behagte dem HSV von der ersten Minute in keinster Weise – der Gegner war zu energisch, zu unangenehm.“

Der Gegner „behagte“ den Herren vom HSV also nicht, er war ihnen zu „energisch“. Na, was für ein Glück, dass die anderen 16 Gegner in der Bundesliga alle viel weniger energisch sind. Was für ein Bullhsit.

„Sicher tut Schipplocks Anwesenheit seinem Sturmkollegen Pierre Michel Lasogga gut, dessen aufsteigende Form sich fortsetzt.“

Aufsteigende Form bei Peter-Michael Lasogga? Soll das ein Witz oder der Versuch von Ironie gewesen sein? Oder hat man jetzt schon „aufsteigende Form“, wenn man einen Elfmeter verwandelt?

Prognose: Der HSV überwindert auf einem Abstiegsplatz oder knapp davor (Platz 15) und womit? Mit Recht.

P.S.

Ohne Worte.

Angesprochen auf das Pyro-Feuerwerk einiger unverbesserlicher HSV-Fans, scherzte der Coach: „Vor dem Anpfiff dachte ich noch, dass das in Darmstadt so populäre Heinerfest vorgezogen wurde. Da gibt es dann auch immer ein großes Feuerwerk. Und wenn wir keine Strafe dafür zahlen müssten, dann hätte ich gesagt, dass es ganz schön aussah…“

Von | 2015-11-09T08:35:17+01:00 9. November 2015|Allgemein|21 Kommentare

21 Comments

  1. Zuschauer 9. November 2015 um 09:12 Uhr

    Ich verstehe die Exzellenzen schon. Sie müssen so handelt. Wer würde sich schon freiwillig von den Fleischtöpfen abschieben lassen. Die erbrachten Ergebnisse scheinen beim HSV jedenfalls nicht so wichtig zu sein, gezahlt wird immer.
    Was ich nicht verstehe (verstehen will) ist das stillhalten der Fans, der Presse. Hoffnung auf eine bessere Zeit rechtfertigt sicherlich auch einen sehr großen Vertrauensvorschuss. Dieser muss aber doch irgendwann, z.B. durch das erreichen von Zwischenzielen gerechtfertigt werden. (pos. Transferbilanz, zuführen junger Spieler zum Team etc.) Wenn das aber doch alles ausbleibt??? Ich will das alles auch nicht sehen. Wenn ich aber meine Augen schließe, sind diese Dinge aber immer noch da.

    • Gravesen 9. November 2015 um 09:15 Uhr

      Dafür müsste man allerdings sogenannte „Zwischenziele“ formulieren, aber das tut niemand. Man fordert Geduld und die wird man auch in 5 Jahren noch fordern. Nur dann hat der Verein überhaupt keine Kohle mehr, alle möglichen Anteile verkauft und eine Mannschaft mit einem Wert von € 30 Mio. Aber selbst dann wird es noch reichlich Strahlungsopfer geben, die meinen, man müsste „Dukaten-Didi“ doch einfach nur ein wenig Zeit lassen.

  2. Zuschauer 9. November 2015 um 09:38 Uhr

    Wenn aber der Verein diese Ziele nicht formuliert, die Presse müsste es zwingend machen. Du kannst es doch auch.
    Was hindert diese Leute daran ihren Job zu machen? Die können doch nicht alle blöd oder gekauft sein. Haben die denn kein Schamgefühl? Das mancher Fan das nicht schafft, mag seinem Intellekt geschuldet sein, diese Herrschaften sollten aber doch eigentlich zu den helleren Leuchten am Baum gehören, oder?? (oh man bin ich manchmal naiv).

    • Gravesen 9. November 2015 um 09:42 Uhr

      Diese Frage stellen sich viele. Natürlich ist der Druck auf die Medien/Journalisten massiv und kaum einer kann das schreiben, was er tatsächlich denkt. Insofern ist es auch müssig, ob Journalismus oder die Aufgabe von Journalismus zu diskutieren. Es geht dort nur noch ums nackte Überleben und vielleicht erhofft sich der Eine oder Andere ja auch durch exzellente Hofberichterstattung einen Job beim HSV, die stellen schließlich immer noch reichlich ein.

  3. Hrubesch83 9. November 2015 um 10:03 Uhr

    Ja, es ist schon bitter wie wenig Lehren aus den vergangenen Spielen gezogen werden. Die Niederlage gegen Hannover war sicher unglücklich, aber schon in dem Spiel und den beiden davor war ein PML ab Minute 5 nur mit Pumpen beschäftigt…. und wird trotzdem noch gefördert.
    Ich könnte mir denken, dass der HSV es trotzdem schafft mehr Punkte aus den kommenden Spielen zu holen, als man jetzt vermuten mag. Als Fan würde es mich freuen, für die ohnehin schwer zu erkennende Entwicklung (ich glaube an 15-20% positive Entwicklung ggü dem Vorjahr, was auch nicht wirklich viel ist) wäre es schlicht nur eine Nebelkerze um von den eigentlichen Problemen weiter ablenken zu können.
    Habe mich zwischendurch zu der Fraktion gezählt, die du im ersten Absatz ansprichst, muss aber leider gestehen, dass zu vieles einfach immernoch sträflich vernachlässigt oder verkehrt angegangen wird beim HSV. Von daher werde ich dem Blog wohl doch treu bleiben und hoffen, dass die Exzellenzen sich vlt auch mal in die Abonnenten-Liste eintragen und sich hier einige Tipps abholen (muss ja nicht öffentlich werden :-P).
    In diesem Sinne rechne ich wie immer mit dem Schlimmsten und lasse mich trotzdem gerne positiv überraschen bei unserem Traditions-Dino-Urgestein-Spochverein aus HH

  4. Marlo 9. November 2015 um 10:18 Uhr

    Du hast recht, was die Vereinsführung anbelangt. Die verarschen das „Volk“ von vorne bis hinten und keinen interessiert es. Erst wenn der Karren gegen die Wand gecrasht ist, sprich der Abstieg vollzogen wurde, werden die ihren Hut nehmen (müssen). Wobei ich fürchte, dass die selbst dann nicht freiwillig gehen. Wer in der freien Wirtschaft 1,5 Jaher derart planlos, verschwenderisch, ja sogar selbstzerstörerisch agiert, wäre …. ach was sag ich da? 1,5 Jahre dürfte das keiner. Nach 3 Monaten arbeitslos und jetzt Hartz-4!
    Was die Entwicklung der Mannschaft angeht, kann ich dir nur teilweise recht geben. Die Offensive ist nach wie vor katastrophal, da stimme ich dir, auch in der Beurteilung der einzelnen Spieler, insgesamt zu. Obwohl hin und wieder auch mal mehr als 3-4 Chancen pro Spiel erarbeitet werden. Dennoch fehlt da klar die Linie und die Durchschlagskraft. Die Entwicklung der Mannschaft ist eher im Rückwärtsgang zu erkennen. Die Offensivspieler sind mehr bereit auch nach hinten zu arbeiten, wodurch der Eindruck einer „stabileren Mannschaft“ entstanden ist.
    Dein Vergleich mit der Vorsaison ist prinzipiell korrekt, aber in deiner Aufzählung fehlen die Spiele gegen Köln, Hannover und Darmstadt, in denen der HSV durch Fehlentscheidungen (Elfmeter, rote Karten) um größtenteils verdiente Punkte gebracht wurde. Dann hätte der HSV mind. 4-5 Punkte mehr auf dem Konto und man könnte etwas ruhiger schlafen.
    Der HSV 2015/16 ist nach wie vor ein Abstiegskandidat, aber ich glaube, dass dieses Jahr etliche Mannschaften deutlich schlechter sind. Bruno Labbadia hat die Mannschaft schon weiterentwickelt. Allerdings nicht in dem Maße, wie sich das alle vorgestellt bzw. gewünscht haben. Die verkorksten Transfers gehen zumindest zu einem Teil auch auf sein Konto. Aber mit der derzeitigen Personaldecke hätte es auch jeder andere Trainer schwer, die Mannschaft nach vorne zu bringen. Von daher denke ich, dass ein Trainerwechsel derzeit nicht viel bringen würde, auch wenn ich nicht verstehe, weshalb einige Spieler nicht bzw. nie berücksichtigt werden (Jung, Stieber, Rudnevs, …).

  5. Südfan 9. November 2015 um 11:26 Uhr

    Man frgat sich doch nur, warum auch so viele andere Mannschaften ähnliche Probleme haben. Demnach müsste ja die halbe Liga auf allen Ebenen schlecht arbeiten. Was sollen erst die Fans von Hannover, Hoffenheim und Augsburg sagen? Diese haben doch bestimmt auch ganz andere Ziele gehabt. Oder bspw. Leverkusen, die auch erst bei 17 Punkten stehen…

    • Gravesen 9. November 2015 um 11:37 Uhr

      Verstehe. Weil es bei anderen auch nicht gut läuft, ist das in Hamburg völlig in Ordnung. Sorry, aber das ist ein Erklärungsversuch von Versagern, die sich falsch orientieren. „Guck mal, die sind auch doof, dann dürfen wir das auch.“
      Außerdem hinkt der Vergleich ohne Ende. Leverkusen hat eine Dreifach-Belastung, Augsburg ebenfalls. Diese spielen zum ersten Mal international.
      Weißt du, welche Transferbilanz die TSG 1899 vor dieser Saison hatte? + € 32,65 Mio. Unter anderem deshalb, weil sie ihren besten Spieler (Firminho) verkauft haben.
      Hannover gab vor dieser Saison knapp über € 13 Mio. für neue Spieler aus, hat aber eine ausgeglichene Transferbilanz.
      Der HSV gab in den letzten 4 Jahren insgesamt mehr als € 93 Mio.!!!! für neue Spieler aus. Siehst du die Entwicklung?

      • Südfan 9. November 2015 um 11:55 Uhr

        Ich verstehe den Punkt. Man muss doch aber auch sehen, woher die anderen Mannschaften kommen. Die Fallhöhe ist dabei doch entscheidend. Ebenso muss man sagen, dass der HSV aus dem allerletzten Loch kommt. Es gab ja überhaupt kein Mannschaftsgefüge. Unabhängig davon, wieviel Geld man in die Hand nimmt, muss sich so etwas erst entwickeln. Das kann sicher auch schneller gehen, aber man hat ja leider auch das Pech, dass zwei zentrale neue Spieler (ekdal und Hunt) längerfristig ausgefallen sind. Der Kader ist mittlerweile ja auch recht ausgedünnt, zumal Diekmeier jetzt auch lange ausfällt…
        Ich will ja nicht sagen, dass Fehler von anderen Vereinen die Fehler des HSV gutmachen. Nur sollte man auch berücksichtigen, dass der Super-Fußball, den man sich vom HSV wünscht, derzeit lediglich von Bayern und Dortmund praktiziert wird und dass es schlichtweg nicht zu erwarten ist, dass der HSV das nun in dieser Sasison hinbekommt. Ich erwarte dies zum. nicht. Ich will wirklich nichts beschönigen, aber ich finde zum. dass die Mannschaft etwas stabiler auftritt als in der letzten Saison und die Distanz zu den anderen Manscchaften in der BuLi nicht mehr so dramatisch groß ist wie in der letzten Saison. Nicht mehr und nicht weniger…

  6. Sven 9. November 2015 um 11:54 Uhr

    Didi kann es nicht, das zeigt schon seine Aussage zum Sanierungsfall. Als Vorstandsvorsitzendem müßte man das an seinen Taten ablesen können. Nur mal so als Beispiel: X% Kürzung aller Bezüge in der Verwaltung und/oder X% der Verwaltung müssen gehen und/oder Kündigung aller externen Dienstleister und/oder Gründung eines Beirates mit Fans & Sponsoren als Ideenpool bzw. Übernehmer von Aufgaben gekündiger Mitarbeiter/externer Dienstleister. Whatever… Mal nicht an den Details festbeißen, aber man müsste es an irgendwelche Aktivitäten VON AUSSEN ERKENNEN können.

    Da wir, denk ich mal, konstatieren können, das von innen nichts kommt: Wer soll die Änderung nun anstossen außer iwann mal der Insolvenzverwalter, wenn es zu spät ist? Für mich bleiben nur die Medien, am besten das Hintertupfinger Kreisblatt, die erleiden keine Verluste dadurch, die haben aber mal den Jahrhunderkracher.^^ Oder halt die Sponsoren… – Für mich völlig schleierhaft, warum die still halten. Die sind ja nicht auf den HSV angewiesen, sondern umgekehrt. Wieso kommt da Nullkommagarnix? Wenn mir das mal einer erklären könnte. Wenigstens versuchsweise…

  7. Zuschauer 9. November 2015 um 12:50 Uhr

    Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger Sinn ergibt das alles. Der Druck in den Medien ist sicher enorm, man schaue sich nur die Verzweiflung in der Einöde an. Dennoch, Grave hat es als Blogger in den Kicker geschafft (sehr schön im übrigen). Was hätte ein Journalist für Möglichkeiten wenn er handwerklich sauber und hartnäckig arbeiten würde.
    Er muss (kann) weder dem HSV das Stadion vollschreiben, noch hat er Liebesentzug zu fürchten (der großartige HSV.de Auftritt nimmt ihm eh alle exzellenten Informationen vorweg). Er muss doch nur die richtigen Fragen stellen. Mann oder Frau würde sich doch einen Namen machen. Kann gute Arbeit als Journalist schädlich sein?

    • Gravesen 9. November 2015 um 14:04 Uhr

      War die Sportbild und nicht der Kicker 😉

  8. Jan B. 9. November 2015 um 13:29 Uhr

    Die entscheidende Frage für mich ist: „Wie denkt Klaus Michael über die HSV Performance“ Er ist meines Erachtens der einzige der Ergebnisse einfordern kann. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das er die Stümpereien auf dem Gebiet Entschuldung und Nachwuchsförderung übersieht. Rein taktisch gesehen sind nur Kühne und BILD in Koalition in der Lage genügend Druck zu produzieren, um den Status Quo in AR und Vorstand zu ändern.

  9. Gravesen 9. November 2015 um 13:55 Uhr

    Zuerst einmal: Hier pöbelt niemand, weil jemand Fan eines anderen Vereins ist. Das hat was mit dem Respekt zu tun, zu dem die Vereinsführung nicht in der Lage ist.
    Ob man allerdings neidisch sein muss, weil hier alles abgenickt wird, bezweifel ich. Denn im Grunde ist es genau das, was an diesem Verein so stinkt.

  10. Seppie 9. November 2015 um 14:27 Uhr

    Hallo.
    Der neue(?) HSV wird auch in dieser Saison noch große Abstiegs-Probleme bekommen.M M sind max.6-7 Spieler
    BL-reif oder BL-willig.Davon werden 2-3 Spieler auch noch ignoriert,z.B. Cleber.Das Restpersonal ist/sind im Prinzip Ladenhüter.
    Die Einkaufspolitik z.B.von Peterle ist unterste Schublade,Verkaufspolitik dito,siehe zB. Skjelbred bei Hertha.
    Der Laden ist der reinste Geldverschwendungsapparat.Typen wie Magath wären dringend erforderlich.Ansonsten
    sollte man den HSV möglichst emotionslos sehen.Die schaffen sich von alleine.
    MfG

  11. TErxleben 9. November 2015 um 14:54 Uhr

    @Seppie
    Typen wie Magath, damit man wirklich absteigt und in der 2. Liga auch gleich noch auf den letzten Tabellenplatz durchgereicht wird? Guck Dir lieber mal FC Fulham 2015 unter Super-Felix an:

    http://www.fussballdaten.de/vereine/fcfulham/2015/

  12. kokolores? mitnichten! 9. November 2015 um 15:08 Uhr

    also kinners, ihr seht das alle falsch!! es gibt hier nur einen schuldigen und der heisst bernd hoffmann!!
    .
    was hat sich dieser mensch eigentlich eingebildet, den hsv auf sowas wie erfolgslevel zu heben?!? also dieser egoismus schlaegt einem ja mit dem fass die krone ins gesicht! nur damit er sich in die vita schreiben kann, dass er gute arbeit geleistet hat… unerhoert… geradezu ungezogen so ein verhalten!
    .
    und die armen nachfolger muessen es ausbaden.. was kann denn ein eddi dafuer, dass er von fussi soviel ahnung hat wie ich von streichholzschnitzen.. was kann der aermste didi dafuer, dass er als vv so geeignet ist wie mein hamster zum hallenhalma?
    ich verweise nachmal darauf: alles hoffmanns schuld! SO!

  13. Südfan 9. November 2015 um 16:49 Uhr

    Es ist sicherlich auch eine Frage des Ausgangspunkts (zum. im sportlicher Hinsicht). Man muss Stand heute ganz klar sagen, dass die Transferpolitk nach der Saison 2013/14 ein absoluter Flop war. Auch wenn einige Spieler in dieser Saison etwas besser spielen (Holtby) als letzte, sind sie immer noch meilenweit von der erwartbaren Form entfernt. Nun ist das alles ja längst bekannt und wir durften dies ja bereits in der letzten Saison erleiden. Ob sich nun etwas zur Vorsaison verbessert hat oder nicht, hängt ja nun davon ab, ob sich diese Spieler, die schon da waren, verbessern konnten und die neuen halbwegs eingeschlagen sind.

    Mein Urteil ist da gemischt. Ich finde die Transfers (Gregoritsch, Hunt, Ekdal) deutlich besser als in der Saison zuvor, auch haben sich die anderen Spieler größtenteils verbessert, aber letztendlich sind letztgenannte immer noch nicht da, wo man sie erwarten darf. Auch kann man sicher kritisieren, dass die Positionen unausgeglichen besetzt sind. Während sich offensiv die Spieler auf den Füßen stehen, haben wir auf den Außenverteidigerpositionen zu wenig Auswahl, gerade jetzt, wo der noch beste RV verletzt ist. Was machen wir eigentlich, wenn Sakai sich auch noch verletzt??

  14. Goldfather 9. November 2015 um 17:37 Uhr

    Bei allem Spaß an der Schuldzuweisung sollte nicht übersehen werden, dass es heutzutage enorm schwer ist eine Mannschaft auf ein höheres fußballerisches Niveau zu bringen. Es gibt nur wenige Trainer die so etwas können und wenn sie es können dann sind Sportdirektoren und Vorstände nur noch Teile einer Handlungskette die vom Trainer angeführt wird.
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    Wäre Tuchel Trainer beim HSV geworden…
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    Angesichts der Tatsache, dass es nur sehr wenige Toptrainer gibt, müssten die Drähte zwischen Bahrenfeld und der Schweiz glühen, um zumindest eine Minimalchance auf Favre im Sommer 2016 zu haben. Durchschnittliche Trainer sind möglicherweise teurer für den HSV als ein fürstlich bezahlter Mann der die Stellschrauben kennt und auf fast jeder Kaderzusammenstellung spielen kann wie Mozart auf dem Klavier.
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    Hart für Bruno, hart für sämtliche Nachfolger Brunos, sofern sie dem Durchschnitt angehören, aber der HSV hat die Pflicht sich ständig um Trainer zu bemühen die nachweislich zu den besten ihrer Zunft gehören.
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    Hinzu kommt, dass in der DNA des HSV geschrieben steht: Nur ein Weltklassetrainer kann in Hamburg erfolgreich arbeiten, alles andere wird teurer und endet katastrophal….
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    Natürlich hat Bruno gearbeitet und man kann mitlerweile Laufwege erkennen wo einstmals Stolperfallen zu sehen waren, aber es reicht bei weitem nicht aus, da die Jungs in keinster Weise intuitiv agieren, sondern ständig mit einem Lineal über den Platz laufen, um Räume und Passwege auszumessen, was das Ganze zu langsam und zu durchsichtig macht.
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    Ich empfehle sich die aktuelle Entwicklung des FC Liverpool unter Jürgen Klopp anzuschauen, da ich davon überzeugt bin, dass Klopp sein Dortmunder Entwicklungsmodell auf Liverpool übertragen wird. Erwartungsgemäß wird Klopp 6 – 18 Monate benötigen, um eine deutliche Verbesserung zu erzielen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass Liverpoool in der nächsten Saison die Top 4 angreift in der Premier League.
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    Klopp wird seinen Spielern das Erlernen neuer Fähigkeiten beibringen und die Lernkurve exponential ansteigen lassen. Anders ausgedrückt. Je mehr Klopps Spieler lernen, desto schneller werden sie lernen.
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    Sollte Klopp jedoch in der Anfangsphase Probleme bekommen und seinen Posten räumen müssen, was immer passieren kann, würde Liverpool und der gesamte englische Fußball sich um eine weitreichende Erfahrung bringen. Klopp besitzt das Potenzial den Fußball auf der Insel insgesamt auf ein höheres Niveau zu bringen.
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    Bruno besitzt nachweislich zumindest das Potenzial das Sprachzentrum in der Großhirnrinde eines jeden HSV Profis zu stimulieren, was fußballerisch im Endeffekt nur schwer ausreichen wird, um den Klassenerhalt zu sichern.
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    Ein Grund weshalb die Bayernspieler von Guardiola schwärmen ist die Tatsache, dass er kein stumpfes Programm abspulen lässt, sondern die Spieler permanent intellektuell und körperlich fordert. Der FC Bayern ist kein Hamsterrad, genausowenig wie der BVB, oder der FC Liverpoool.
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    Peter Michael Lasogga benötigt neue Aufgabenstellungen und ein wesentlich intensiveres Training, welches ihn sowohl körperlich, als auch geistig fordert und fördert. Hört man sich Lasogga längere Zeit im Interview an, so erschreckt seine relative Einsilbigkeit und stellt somit ein absolut katastrophales Zeugniss für sämtliche Jugendtrainer und Betreuer der Vergangenheit aus.
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    Unter Tuchel oder Guardiola wäre Lasogga so etwas nie widerfahren, sofern er den Biß gehabt hätte eine trainerinduzierte Frontforschung und Entwicklung an sich selbst durchzuführen.
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    Auch der mitlerweile ein wenig gealterte Bernhard Peters macht auf mich nicht den Eindruck, als könne er am gegenwärtigen Verkalkungsprozeß des Dinos etwas verändern. es fehlt die Dynamik, die Jugendlichkeit, der Aufbruch zu etwas Neuem und Unverbrauchten.
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    Ich fürchte, dass der Dino bereits in dieser Saison in Rente gehen und erst eimmal in eine Art künstliches Koma versetzt wird, wenn die wirtschaftliche Situation sich als so katatstrophal darstellen sollte wie derzeit zu vermuten ist.
    .
    Der einzige der innerhalb des Clubs zu wissen scheint wie man erfolgreich gegen Vergreisung ankämpft scheint Klaus-Michael zu sein, da er bis zum heutigen Tag trotz seines Alters noch viele muntere strategische Entscheidungen innerhalb seines Unternehmens fällt.

  15. hamuburgmini 9. November 2015 um 20:34 Uhr

    Selbstgefälligkeitsladen HSV…

    Die angeschobenen Prozesse, der propagierte Neuaufbau, die strukturelle Veränderung und Ausrichtung geraten zu einer grotesken Tragödie des Hamburger Fußballs…Verstärkt wird dieser Eindruck, wenn man sich die letzten Bundesligaspiele des HSV anschaut. Für wie dumm muss man die HSV-Fans halten, wenn ein Spiel gegen einen selbsterklärten Abstiegskandidaten (Darmstadt), dessen Spieler im Wert / Gehalt um ein vielfaches weniger aufzeigen, als der 44Mio Kader des so großen HSV… Darmstadt hat dem HSV den Schneid abgekauft und die Mannschaft hatte wenig bis gar keine spielerischen Mittel dagegen zu halten…

    Alle Ausführungen von Grave sind richtig. Es ist beschämend, wie der HSV gesamt auftritt…

    Warum will man nicht erkennen, daß wir alle einen riesen „Bären“ aufgesessen haben? Was soll dieser Selbstbetrug?

    Spahic, Holtby, Olic, Diaz, Hunt, Lassoga. Wir reden alleine bei diesen Spielern von einem Investitionsrahmen von über 35Mio Eur inkl. der Verträge. Ein Wahnsinn in Anbetracht der anstehenden Zahlungen von Verbindlichkeiten.

    Es ist eigentlich ganz einfach zu erkennen. Der Führung fehlte zu den eigenen Worten „man müsse eben kreativer sein“, der notwendige Schneid, bsp. eines Frank Arnesens, einen Komplettumbruch durchzuführen. Stattdessen verpflichtet man Namen in der Hoffnung nicht selbst in Erscheinung treten zu müssen, dabei sollte es doch anders sein, sodaß die Mannschaft in Ruhe arbeiten kann..

    Fehlendes Leitbild / fehlendes Konzept, dadurch falsche sportliche Ausrichtung und fehlende Durchschlagskraft in allen Bereichen….

  16. Weltmeister 9. November 2015 um 22:04 Uhr

    moin moin! Wieder einmal: Gut beschrieben. Auch ich habe ein ungutes Gefühl und befürchte, dass wir in den nächsten Wochen nach unten durchgereicht werden könnten. Zieht man die von Grave angesprochenen glücklichen Last-Minute-Siege ab, sähe es schon jetzt ziemlich düster aus. Auf der anderen Seite erwische ich mich dabei, dass ich immer wieder die unglücklich verlorenen Punkte gegen Köln und Hannover – als wir viel Schiedsrichter-Pech hatten – hinzuzähle… und dann sähe die Tabelle geradezu geisteskrank gut für unseren HSV aus. Oo
    .
    Jeder von uns weiß, dass der Kader schwach besetzt ist. Meiner Meinung sind wir nominell gesehen sogar noch schwächer besetzt als in den letzten beiden Jahren. Wenn es einen Unterschied oder eine „Entwicklung“ zur letzten/vorletzten Saison gibt, dann sicherlich, dass die Mannschaft sich in fast jedem Spiel reinhaut und Willen zeigt. Wir spielen oftmals absolut am Limit. Dass das nicht viel ist, weiß ich. Der positive Unterschied: Früher war das längst nicht immer so!
    Sollte die Mannschaft daran anknüpfen können, wird sie trotz der bekannten Schwächen den einen oder anderen bitter benötigten Punkt bis zur Winterpause sammeln.

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