Von 10.000 auf 300…

309 Mitglieder. Noch genau 309 Mitglieder interessieren sich für den Hamburger Sportverein.

Nein, nicht ganz richtig. Noch genau 309 Mitglieder interessieren sich für das, was tatsächlich in diesem Verein abläuft. Der Rest der knapp 10.000, die mit einer ungeheuren Macht und einem Willen die Ziele der Initiative HSVPLUS am 25.05.2014 durchboxten, sind nicht mehr da. Teils aus purer Gleichgültigkeit, teils aus Gründe der Resignation. Eine Mischung aus „Was soll’s, war nen Versuch wert“, „Wir können ja eh nichts mehr ändern“ und „Hauptsache, wir schlagen Werder“ hat sich über den Verein gelegt und es ist genau das, was die Exzellenzen am Leben hält.

Früher, ja früher gab es noch sogenannte „Lager“. Da stritten HSV-Realos mit Not-for-salern über Inhalte und Personen und oftmals ging es schmutzig, intrigant und hinterhältig zu. Aber – es wurde zumindest noch gestritten. Kein Vorstand und auch kein Aufsichtsrat konnte sich seiner Sache zu sicher sein, denn man wusste stets beobachtende und kritische Geister hinter sich, die man nicht so einfach mit Worthülsen verscheißern konnte, hüben wie drüben nicht.

Heute ist das alles anders und es ist schlechter. Schlechter für den Verein, schlechter für die Mitglieder und schlechter für die Fans. Heute reicht es, wenn man nach 1 1/2 Jahren der Misswirtschaft und der inhaltlichen Katastrophen um noch mehr Geduld bittet, indem man erneut um einen Vertrauensvorschuss bettelt und indem man den letzten 309 Mitgliedern erklärt: Das wird schon alles. Also ab an die Kartoffelsuppe, Didi macht das schon.

Heute werden die letzten kritischen Fragesteller wie Konstantin Rogalla und Reinhard Hupfer belächelt und bestöhnt. „Warum tut ihr euch das noch an?“  Und dann wird von einer unvorstellbar arroganten Vereinsführung inkl. Selbstoptimierer Meier erklärt, dass man auf diese Fragen nicht antworten würde. Das muss man sich einfach mal in früheren Zeiten vorstellen.

Was hätten die Kollegen um Reichert und Dwenger mit einem Hoffmann gemacht, wenn er sich geweigert hätte, auf berechtigte Fragen zu antworten?

Was hätten die damals noch zahlreichen Realos mit einem Hunke und einem Ertel gemacht, wenn sie sich so gebärdet hätten, wie es Sonnenkönig Karl I. Gernandt von Kühnes Gnaden dort tut (wenn er es denn mal für wichtig hält, bei einer MV aufzutauchen?

Was hätten die Mitglieder über einen Frank Arnesen gesagt, wenn sie erfahren hätten, dass man ihn über eine Agentur für Vorträge buchen könnte. Wenn man spitz gekriegt hätte, dass der Däne umgerechnet € 10.800 pro Stunde dafür kassiert, dass er Unternehmen über die Geheimnisse der Nachwuchsförderung aufklärt. Exakt das macht nämlich unserer großartiger Direktor Sport. Ja, Latschen-Bernie kann man buchen. Als hätte er mit seinem Job beim HSV nicht genug zu tun und als würde er beim Nordclub nicht schon genug verdienen. Arnesen konnte man nicht buchen, Peters kann man. Was hätten wohl die Mitglieder damals gesagt?

Und vor allem: Was hätten die Medien und die Pressevertreter mit diesen Personen veranstaltet?

Man hätte viele der genannten Personen durch den medialen Fleischwolf gedreht. Man hätte „Erfolgsbilanzen“ veröffentlicht, es wären Stimmen laut geworden, die….

Aber diese Stimmen gibt es nicht mehr bzw. diese Stimmen reden nur noch in Hinterzimmern. Sie pöbeln und informieren immer noch anonym, denn zu informieren gibt es immer noch genug. So weiß eigentlich jeder, der sich damit beschäftigt, dass die Beziehung zwischen den Herren Gernandt und Beiersdorfer eine reine Vernunftehe ist, man mag sich nicht wirklich. Aber die Show stimmt, man gaukelt Einigkeit vor und die letzten der Mohikaner fressen den Blödsinn wie die Trüffelschweine. So wissen auch viele der Hinterzimmer-Informanten, welche Rolle Herr Hilke in Zusammenhang mit den Agenturen SportFive und besonders MatchIQ spielt, aber die Beweise bleiben (bisher) noch im eigenen Safe. (Lest hierzu bitte auch die heutige Kolumne von Daniel Jovanov auf goal.com)

Und so wird jeder, der diese Freak-Show nicht kritiklos bejubelt, angehalten, sich doch schleunigst einen anderen Verein zu suchen, auch das hatten wir schon mal. Immerhin sagen die Granden doch, man sei auf einem guten Weg, also – NUR DER HSV.

Irgendwie traurig um diesen großartigen Verein. Dummheit, Gleichgültigkeit, Arroganz und Bewusstlosigkeit haben sich über den HSV gelegt und werden den Verein erdrücken. Was machen die Mental-Amöben eigentlich, wenn der HSV in 1 1/2 Jahren komplett pleite und in der 2. Liga ist? Wenn die Verträge der Herren Beiersdorfer, Knäbel, Hilke, Peters und Co. auslaufen und wenn Herr Gernandt erkennt, dass das Unternehmen Kühne&Nagel seine Dienste dringender benötigt als ein abgewirtschafteter Verein, bei dem weder Ruhm noch Ehre zu ergattern ist?

Ach, egal. Hauptsache, die Scheiß-Uhr tickt noch und wir schlagen Werder.

 

 

Von | 2016-01-19T07:38:50+01:00 19. Januar 2016|Allgemein|7 Kommentare

7 Comments

  1. atari 19. Januar 2016 um 09:03 Uhr

    was glaubst Du denn, woran es liegt, dass die Kritiker verstummt sind? Hat Didi so einen großen Vertrauensvorschuss, weil er durch seine erste Amtszeit beim HSV in den Jahren von 2002 – 2009 für die beste Zeit nach Netzer steht, zwar ohne Titel aber… ?

    • Gravesen 19. Januar 2016 um 09:09 Uhr

      Steht doch alles oben. Gleichgültigkeit, Aussichtslosigkeit oder einfach schlicht und ergreifend unvorstellbare Blödheit wie bei Vollidioten wie Lapislazuli oder Pundrich. Wie oft ich den Spruch: „Wenn Didi geht, wer soll es dann machen ?“ gehört habe, unfassbar. Du kannst also 1 1/2 Jahre nur Scheiße bauen, Gelder verbrennen, die Mannschaft kaputt-transferieren, gegen jede Idee von HSVPLUS verstoßen, Rucksäcke verlieren und es passiert trotzdem nichts, weil „Wer soll es denn sonst machen?“
      Guck dir an, was aus all den HSVPLUS-Initiatoren geworden ist. Wo stecken Rieckhoff, Rebbe, Hieronymus, Jacobs und diverse andere denn jetzt? Sie sind verschwunden, untergetaucht, desillusioniert. Weil sie sehen müssen, dass das, wofür sie gekämpft haben, mit Füssen getreten wird. Täglich. Und weil sie sehen, dass dieser Katastrophen-Job, den Didi und seine Exzellenzen dort hinlegen, ohne jegliche Konsequenz bleibt. Warum also noch aufregen?

  2. Pedro 19. Januar 2016 um 09:11 Uhr

    Herr Beiersdorfer sollte sich ganz genau anschauen was bei den Handballern des HSV passiert. Wenn zu lange über den Verhältnissen gelebt wird und ein gönnerhafter Millionär (Rudolph) sich das nicht mehr antun will, gehen selbst bei einem EHF Champions League Sieger (2013) schnell die Lichter aus. Ich sehe nicht viele Gründe, warum das mit Beiersdorfers HSV im Profifußball anders verlaufen sollte. Einem Rogalla kann die Vereinsführung anscheinend die Antwort verweigern – einem Insolvenzverwalter nicht.

  3. atari 19. Januar 2016 um 10:00 Uhr

    Puh aus Ku ist wieder da 🙂
    .
    “ denn wir vor allem von Matz ab haben ihn gepuscht, was wie gesagt EOR nicht wichtig genug erschien, wovon auch Lars 49 am Ende enttäuscht war.“
    .
    Ahhhrrrrrr….

    • Gravesen 19. Januar 2016 um 11:44 Uhr

      Ach, lass ihn doch. Die Rektal-Amöbe gehört eigentlich in die Gummizelle, aber er glaubt den Schrott, den er verbreitet, wohl tatsächlich 🙂 Ich kenne wirklich niemanden, der nicht über den lacht

  4. Freundchen 19. Januar 2016 um 19:42 Uhr

    Erschütternd und beschämend, was in „unserem“ Verein so vor sich geht…diese von Dir beschriebene Lethargie merke ich tagtäglich persönlich: ein alter Kumpel hat mich zum Bayernspiel eingeladen. Was früher ein Festtag für mich war, wirkt heute auf mich abstoßend….daher habe ich dankend abgesagt…umso mehr Hut ab vor Deiner (und Jovaovs) Arbeit.,

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