Große Not gegen noch größeres Elend

0:0 auswärts? Einen Punkt bei einem Konkurrenten im Abstiegskampf geholt? Klingt eigentlich erstmal nicht verkehrt, oder? Betrachtet man jedoch das „wie“, kommen Zweifel auf. Ich kann mich noch gut an die Saison erinnern, als der HSV unter Trainer Thorsten Fink am Ende der Spielzeit 7. wurde und viele meinten, dass dieser Platz nur deshalb möglich geworden war, weil die anderen Teams noch schlechter spielten. Nun, in dieser Saison kann Ähnliches passieren. Es kann sein, dass der HSV die Klasse deshalb hält, weil mindestens 3 Mannschaften einen noch erbärmlicheren Fußball „zelebieren“. Denn, sein wir doch mal ehrlich, was dort zumindest in der 2. Halbzeit geboten wurde, das ist einfach kein Bundesliga-Fußball.

Wurden in Halbzeit 1 gegen erschütternd schwache und komplett verunsicherte Frankfurter noch die eine oder andere Torchance erspielt und teilweise kläglich verdaddelt, so drehte sich das Bild in Abschnitt 2. Eine Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt bereits hätte beerdigt sein müssen, kam zurück und hätte am Schluss den Sieg vielleicht sogar verdient gehabt.

Woran aber liegt das? Nun, zum einen liegt es daran, dass einige HSV-Akteure einfach keine Bundesligaspieler sind (Ostrzollek) oder in ihren Spielanlagen veraltet sind (Hunt) oder einfach unfassbaren Schwankungen unterlegen sind (Ilicevic) oder beleidigt sind (Lasogga). Hinzu kam diesmal ein eklatanter Leistungsabfall in den letzten 20 Minuten und das nur ein Woche nach der besten Laufleistung der Saison. Unverständlich.

Wenn ein knapp 36-Jähriger wie Emir Spahic bester Mann des HSV sein kann, spricht das nicht für das Team, welches im Verhältnis zwischen Leistungsfähigkeit und Bezahlung immer noch katastrophal zusammengestellt ist. Wenn man bedenkt, dass man für die 5-Monats-Dienste eines Drmic knapp € 2,7 Mio. hinlegt, wird mir immer noch übel.

Anyway, heute Nachmittag können wir sehen, wie viel dieser Punkt wert war.

Hoffenheim-Mainz

Ingolstadt-Bremen

Schalke – Stuttgart

Hannover – Augsburg

Der HSV sollte nicht darauf hoffen, dass jeder Spieltag in seinem Sinne verläuft

Von | 2016-02-20T07:29:28+01:00 20. Februar 2016|Allgemein|12 Kommentare

12 Comments

  1. Weltmeister 20. Februar 2016 um 08:41 Uhr

    ich bin ein Stück weit bei dir. Trotzdem möchte ich anmerken, das mir das Spiel von gestern Abend ein Stück weit den Mut zurückgebracht hat. Ich hatte ehrlich gesagt erneut mit einem desolaten Auftritt gerechnet. Dies war jedoch über weite Strecken zum Glück nicht der Fall.
    Leider wurden die anfangs verunsicherten Frankfurter mit zunehmender Dauer des Spiels immer sicherer. Zu oft wurden sie von unseren Jungs eingeladen ins Spiel zu finden, so dass die SGE spürte: Hoppla, da geht vielleicht noch was? Und plötzlich stand auch das Heimpublikum lautstark hinter der eignen Mannschaft.
    Es war nicht unbedingt schön anzusehen in der 2. Hz, aber was verlangt das werte Publikum denn? Im Grunde war es ein Sinnbild der Situation: Fünfzehnter gegen Elfter.
    .
    Fazit: Sieg verpasst, aber 5 Punkte Abstand auf Frankfurt gehalten. – Das kann am Ende noch Gold wert sein.

  2. Peter Berger 20. Februar 2016 um 10:38 Uhr

    Mal eine ernsthafte Frage: hatte es irgendwelche medizinischen, vorbeugenden Gründe, dass Lasogga eine lange Strumpfhose an hatte? So kalt war es denn gestern in Frankfurt nicht, 2-3 Grad schätze ich. Es wirkte auf mich befremdlich.

  3. BerndH60 20. Februar 2016 um 10:43 Uhr

    Achtung Ironie 😉
    .
    Zum erstenmale widersprichst du dir selbst. Du kannst doch nicht in den Blogs der Vorwoche völlig zurecht darauf hinweisen, dass der HSV auf Jahre gegen den Abstieg oder bestenfalls im Mittelfeld der Tabelle spielen wird, um heute zu sagen wie schlecht das gestrige Spiel war. Das ist der neue Standard.
    Ironie /OFF
    .
    “ weil mindestens 3 Mannschaften einen noch erbärmlicheren Fußball…“
    You name it!.
    Bis zum Abgang des aktuellen Vorstandes kann es nur darum gehen. Jahr für Jahr 3 Deppen zu finden, die noch erbärmlicher sind.
    So schwer ist das anscheinend nicht. Als Hoffenheim im Aufstiegsjahr die Liga rockte, glaubten viele schon ein zweites Bayern zu sehen. Nur nachdem Hopp erklärte, daß sein finanzielles Engagement „endlich“ ist, gab es keinen Plan B.
    Als Martin Kind von Hannover seinen Deal mit dem DFB machte war es abgemachte Sache das der „kleine“ HSV den „großen“ HSV binnen Jahresfrist überholt.
    Ingolstadt? Ich sage nur: Remember Bayer Uerdingen. Der Stecker eines Großkonzernes ist schneller gezogen als manch einer auch nur „Stecker“ sagen kann.
    Mainz verliert im Sommer seinen Spiritus Rector, Christian Heidel. Eine solche Kombination gibt es im allgemeinen nur einmal im Vereinsleben. Auf mittlere Sicht geht es begab.
    Ähnlicher Fall in Augsburg, Augsburg wird ohne Markus Weinzierl ärmer da stehen.
    Also, an „Erbärmlichkeiten“ wird es auch zukünftig keinen Magel geben. Mal sehen, wie sich der HSV in dem Haifischbecken schlägt.

    • Gravesen 20. Februar 2016 um 10:54 Uhr

      Alles gut und schön, aber die Frage ist doch: Soll das das Ziel sein? Ich erinnere dabei an Punkt 1 aus dem sagenhaften Leitbild:

      Unser sportliches Ziel ist die Etablierung unter den fünf besten Mannschaften in Deutschland und eine ständige Teilnahme an internationalen Wettbewerben

      Als Nächstes erinnere ich an die Kosten, die damit verbunden sind, in der Bundesliga dauerhaft unteren Durchschnitt zu präsentieren. Der teuerste Wasserkopf in der Geschichte des Vereins!!!
      Also: Wie kann man auf Dauer mit weniger als Durchschnitt zufrieden sein, wenn die Kosten dafür eben alles andere als durchschnittlich sind? Ich habe im Laufe meiner Karriere gelernt, dass derjenige, der mehr verdienen möchte als andere, besser sein muss als andere. Die Herren Exzellenzen aber sind schlechter als die Konkurrenten, verdienen aber ein Mehrfaches.
      Ach ja. Wer übrigens so tief in die Tasche seines Arbeitgebers greift, wie die Herren Beiersdorfer, Hilke, Wettstein, Knäbel und Peters, der muss vom ersten Tag an besser sein als die Anderen. Bei Leuten dieser Einkommensklasse kann es halt kein „die brauchen jetzt erstmal 3-12 Jahre Zeit“ geben. Schließlich sind sie als absolute Experten gekauft worden und nicht als Auszubildende.

      • BerndH60 20. Februar 2016 um 15:38 Uhr

        Selbstverständlich geht das auf keine Kuhhaut.
        Jedoch ist Kühne wohl der Einzige, der das aktuell ändern könnte. Doch ist der Mann entweder in Schockstarre oder er hat das Interesse verloren.
        Und ja, die Exzellenzen von der traurigen Gestalt werden eine Ruine hinterlassen. Doch glaubst du auch nur Einer von denen geht freiwillig?
        Ich weiß nichts besseres als abwarten und auf bessere Zeiten zu hoffen. 🙁

  4. Greer 20. Februar 2016 um 10:51 Uhr

    Es geht gar nicht darum, Spitzenfußball zu sehen, auch wenn man sich bei all dem verbrann… dem investierten Geld schämen muss, das zu konstatieren. Es geht jetzt und bestimmt auch noch die nächste Saison nur darum, die Klasse zu halten, und sei es noch so rumpelig. Und bei all dem verbr… all dem planvoll ausgegeben Geld muss man wohl schon froh sein, wenn das überhaupt gelingt. Also, machen wir’s mit unseren Ansprüchen besser wie die coolen Leute mit ihren getunten VW Golfs: tieferlegen!

  5. 1887 20. Februar 2016 um 11:29 Uhr

    Also das die Eintracht gestern einen Sieg verdient hätte, soweit würde ich nicht gehen. Aber wir hätten uns nicht beschweren können wenn wir zu glatt sind ein tor zu schießen. Veh hat uns geradezu eingeladen 3 Punkte mitzunehmen. Wenn der HSV eins ganz gut kann ist es frühes anlaufen und Fehler im Spielaufbau vielleicht ausnutzen. Wie kann denn der Veh mit so einer verunsicherten Truppen versuchen mit einem Spielaufbau sich nach vorne zu kombinieren. Das war keine gute Gegner Analyse von ihm. Aber gut wir haben es ja nicht ausgenutzt. Über die zweite Halbzeit muss man nicht reden. Das war nix. Verschenkte Punkte. Und das unterscheidet uns am Ende auch unter anderem von Mannschaften wie Mainz. Die lassen sich nicht so lange bitten.

  6. Lennart 20. Februar 2016 um 14:02 Uhr

    das problem ist nicht, dass es vereine gibt die schlechter sind. jeder darf so schlecht sein wie er möchte. das problem ist, falls wirklich ein einstelliger platz erreicht wird, die granden fein raus sind, weil ja endlich stabilität eingekehrt ist. für europa kann dann subotic eingekauft werden, um im gegenzug den eingelebeten cleber zu verschenken und mit spahic nicht zu verlängern.

    p.s. 27 punkte hatte der hsv schon lange nicht mehr so früh. didi sei dank

  7. Flensburger 1977 20. Februar 2016 um 15:39 Uhr

    wenn man das spiel im nachgang betrachtet .. gebe ich zu ..dass es not gegend elend gewesen ist… aber der hsv hatte durchaus seine chancen… für mich und ich bin gestern im stadion gewesen, kam der eklatante bruch im spiel erst mit der einwechslung von lasogga.. rudnevs wird in diesem leben kein messi mehr.. aber ich hatte das gefühl das er eine richtig gute bindung zum rest der mannschaft hatte… und vorne die bälle fest gemacht hat. trotzdem er so lange bei bruno auf eis gelegen hat.. ich vermute einfach mal das er pml den rang in der mannschaft ablaufen wird und nach der saison weg ist.

  8. Gravesen 20. Februar 2016 um 17:33 Uhr

    Hahahahahahahahahahahaaaa….was ist dieser senile Ulmer doch für ein aufmerksamkeits-geiler Vollpfosten 😀

    Kieler HSV-Fan sagt:
    20. Februar 2016 um 15:50
    Und Ju, was dabei raus kommt wenn wir uns unterhalten, kannst du an unserem letzten Treffen vor der MV im Stadion sehen…….dort erklärtest du mir das dich Herr Kühne angerufen hat und dich (!) gefragt hat, was beim HSV los ist……..

    • atari 20. Februar 2016 um 17:39 Uhr

      ooohhhhhh wie ist das schön…

  9. ausgegliedert 21. Februar 2016 um 13:48 Uhr

    Nach der ersten Halbzeit eher zwei verlorene Punkte, so leicht wird es einem sonst nicht gemacht.
    Aber wenigstens kommen dank des nicht erreichten souveränen Sieges auch keine Eurogedanken auf.
    Hoffe ich zumindest.

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