Fehler über Fehler über Fehler…

Fehler sind da, um gemacht zu werden. Aber Fehler sind noch aus einem anderen Grund „gut“, denn im besten Fall sorgen sie dafür, dass sie nicht nochmal gemacht werden. Dies sollte der Fall sein, wenn man von normal begabten Menschen redet – oder von normal bezahlten. Die überbezahlten Exzellenzen jedoch, die sich trotz akuter Finanznot ihres Arbeitgebers nicht darauf einigen konnten, auf einen Teil ihrer Überbezahlung zu verzichten, machen die immer gleichen Fehler immer wieder und das ist nicht fahrlässig, das ist fatal.

Sinngemäß sagte unser aller Profifußballdirektor Knäbelpeter vor nicht all zu langer Zeit: „Da wir finanziell nicht mehr mithalten können, müssen wir in Zukunft kreativer und schneller sein als die Anderen“

Olic , Diaz,  Schipplock , Altintas, Müller, Lasogga, Holtby, Behrami, Hunt, Drmic, Spahic bisher.

Das ist wirklich wahnsinnig kreativ und schnell. Das ist weder schnell noch kreativ, es sind Berater-Deals und sonst nichts. Exakt nach dem Muster, welches Heribert Bruchhagen vor kurzem in seinem Spox.de-Interview ansprach. Selbst der Deal des Schweden Hui Buh aus Saudi-Arabien war nicht im Ansatz kreativ, der Spieler wurde ebenfalls angeboten.

Bruchhagen: Die Realität sieht doch so aus, dass die Vorstände ein Netzwerk mit zehn, zwölf Beratern betreiben, denen sie vertrauen. Die kommen dann zu Besuch, um über einen unter Vertrag stehenden Spieler zu sprechen, und sagen dann: Ich hätte da noch den einen oder anderen Spieler im Angebot. Dann setzt das Scouting ein…

Exakt nach diesem Muster sind die bisherigen Transfers unter dem Kommando der Herren Beiersdorfer und Knäbel gelaufen. An nicht einem dieser Spieler war auch nur im Ansatz etwas Kreatives, auf die genannten Namen könnte jeder kommen, der ab und zu „Transfermarkt.de“ in seinen Browser tippt.

Aber gut, das war die Vergangenheit und aus den Fehlern der Vergangenheit soll man ja bekanntlich lernen können.

Subotic (27), Harnik (28)…dies sind die Namen der Zukunft und sie wurden bereits vom Verein bestätigt. Ich bin sicher, es kommen bis zum Sommer noch reichlich Spieler hinzu, die ihren Zenit überschritten haben, auf die 30 zugehen, nach Ablauf ihres Vertrages keinerlei Wiederverkaufswert repräsentieren, ständig verletzt sind und ihren letzten „großen“ Vertrag abschließen wollen. Allein das „Paket Harnik“ könnte den HSV für 3 Jahre (dann ist der Österreicher 32) insgesamt € 7-8 Mio. kosten, man erinnere sich an das „Paket Olic“.

Wir verschaffen uns umfassende Marktkenntnis und Expertise. Für unsere Bundesliga-Mannschaft fokussieren wir uns auf Spieler zwischen 18 und 23 Jahren, die ihren Leistungshöhepunkt noch vor sich haben und deren Wert während der Vertragslaufzeit zunimmt. Für unser Nachwuchsleistungszentrum rekrutieren wir regionale, nationale und internationale Top-Talente, die wir wertsteigernd ausbilden (Leitbild des HSV)

Na klar, werden jetzt einige sagen. Nur mit Talenten geht es doch nicht. Nein, geht es nicht. Aber nur mit Fußball-Rentner eben auch nicht, wie die bisherige „Ära des Beiersdorfers“ eindrucksvoll bewiesen hat. Und jetzt möchte man sich bejubeln lassen, weil man eventuell einen 35-jährigen Spahic durch einen dann 28-jährigen Subotic ersetzt? Oder noch besser, indem man einen 25-jährigen Cleber verkauft? Natürlich habe die Strategen des HSV vorgesorgt und rechtzeitig mit den local playern Feka (18), Porath (18) und Köhlert (17) verlängert, ist ja Wahnsinn. Man setzt also massiv auf den Nachwuchs, oder? Deshalb kauft man auch etablierte Profis in gehobenem Alter für exakt die Positionen, auf denen sich die Youngster hätten profilieren sollen. Sorry, aber das ist die gleiche Augenwischerei wie in der Ära Zinngruber mit den Spielern Götz, Gouaida und Marcos.

Klang nach Durchlässigkeit, klang nach neuem Konzept und wurde von der Hofberichterstattung abgefeiert wie der 1. Weihnachtstag. Und heute? Was ist aus den Raketen geworden?

By the way – Hofberichterstattung. Allein der Umstand, dass der ehemalige Printjournalist und heutige Hilfsblogger und HSV.de-Zuträger Münchhausen „de Vrij“ Scholz einen Harnik-Transfer bejubelt, lässt mich zusammenbrechen. Diese peinliche Wurst, der seinen Leser nach wie vor das Blaue vom Himmel verspricht (Spenden-Umsetzung, Nachwuchsbericht, Blog-Relaunch, detaillierte Bilanz-Analyse etc.) und der außer dem de Vrij-Spaß auch sonst keine Peinlichkeitspfütze auslässt (Bruder von Rajkovic, Wikipedia, Calhanolgu geht nach Bremen und und und) sollte sich vielleicht einfach öffentlich um einen Job im Wolf-Team bewerben. Dann wäre es nicht mehr ganz so lächerlich.

Von | 2016-02-24T08:43:49+01:00 24. Februar 2016|Allgemein|10 Kommentare

10 Comments

  1. Oberberger 24. Februar 2016 um 10:16 Uhr

    Aus meiner Sicht haben die Exzellenzen nicht nur Fehler gemacht. Fehler passieren, und wie Du schon schreibst, sind sie dazu da um daraus zu lernen und sie beim nächsten mal zu vermeiden.
    Viel schlimmer wiegt in meinen Augen der komplette Verlust der Glaubwürdigkeit des Managments. Das Eine sagen und das Gegenteil davon tun. Wer möchte so jemanden als Partner ?
    Wenn man sich über die Verläßlichkeit und Glaubwürdigkeit seines Gegenübers nie sicher sein kann, dann macht man lieber keine Geschäfte mit ihm oder addiert einen satten „Unsicherheitszuschlag“ auf alle Angebote.
    Um jedes echte Talent buhlen zig Vereine mit Geld, Vergünstigungen, Perspektiven und mit jedem legalen und halblegalen Trick.
    Und da soll ausgerechnet der HSV mit einer unglaubwürdigen Führungsriege, leeren Kassen und der „Referenz“ bisher noch jedes Talent ignoriert/vergrault/verhökert zu haben den Zuschlag bekommen ?
    Ausgerechnet der HSV, dessen Sportdirektor 5 Minuten vor Transferschluss keine Zeit hat sich um die Abwicklung eines Vertrages mit einem „Wunschspieler“ zu kümmern ?
    Ausgerechnet der HSV dessen Sportdirektor auf höchst mysteriöse Weise die Gehaltslisten in einem Rucksack im Park verliert ?
    Ausgerechnet der HSV dessem „Direktor Nachwuchsarbeit“ der sich offensichtlich für die Reinkarnation des französischen Sonnenkönigs hält und selten den Nachwuchs sieht, weil er pünktlich zum Abendessen zuhause sein muss ?
    Liebe Leitbilderfinder und Kompetenz-Simulatoren beim HSV: mit Euch macht niemand wirklich Geschäfte. Ihr habt immer wieder bewiesen, dass Ihr weder mit Geld, noch mit Personal umgehen könnt.
    Seid so gut und räumt Eure Posten für jemanden der es kann.

    • Gravesen 24. Februar 2016 um 10:32 Uhr

      Das aber begreifen die HSVPLUS-Hools und der Rest der Glaubenskrieger nicht, weil ihr Horizont am Ende des Bierstandes aufhört. Da wird weiterhin von „Hoffnung“ und „Geduld“ gesülzt und man freut sich, wenn Journalisten-Darsteller wie Scholz, Pegel-Off, Schiller, Braasch, Rebien, Wolf und Co. den Scheißdreck jeden Tag jubelnd bestätigen. Wie diese Versager überhaupt noch in den Spiegel gucken können, ist mir ein Rätsel.

  2. Goldfather 24. Februar 2016 um 17:08 Uhr

    Exakt an der Aussage Bruchhagens lässt sich ablesen, dass in der Bundesliga noch enorm viel Luft nach oben existiert. Eine Liga, die sich ihre Spieler wie auf einer Tupperwarenparty andrehen lässt und den Wert echten Scoutings vernachlässigt, um mit irgendwelchen Buddys Geschäfte mit Geschmäckle abzuwickeln, agiert nicht im sportlichen Grenzbereich.
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    Der einzige Grenzbereich, der durch derartige Geschäftspraktiken berührt wird betrifft die Finanzen der beteiligten Clubs und somit die Fans, die ihr hart erarbeitetes Geld abliefern.
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    Nicht zu vergessen ist bei dieser Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Ex-Profis die Tatsache, dass es nicht selten vorkommt, dass Profis und Ex-Profis nicht das Geringste an irgendwelchen Fans liegt und sie die gesamte Branche lediglich als Selbstbedienungstheke betrachten.
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    Verdenken kann man es so manchem Profi nicht, denn wie oft kommt es vor, dass Profis im Schweiße ihres Angesichts, vollkommen ausgepumpt und unter Schmerzen leidend, von angeblichen Fans bepöbelt und angespuckt werden, wie ein Stück Vieh auf der Weide.
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    Hinzu kommen die vielen Ungereimtheiten, wenn es um die Frage geht welche Talente unter Profibedingungen trainieren dürfen. Beziehungen, Korruption und viele andere vollkommen irrationale Faktoren spielen hierbei eine große Rolle, so dass ein großer Prozentsatz hochbegabter Talente nie das Licht der Profiwelt erblickt.
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    Der HSV und somit Peter Knäbel hat Möglichkeiten ohne Ende auf einem Planeten mit 7 Milliarden Menschen eine Strategie auszuarbeiten mit der der HSV 20 hochbegabte Talente finden und verpflichten kann. Jedoch zweifel ich an seiner fußballerischen Expertise, seinem Auge für besondere Spieler. Vielleicht liegt es daran, dass Knäbel selbst nie über den Status eines unterdurschnittlichen Bundesligaspielers hinausgekommen ist, vielleicht liegt es daran, dass außer Schweiz und Altintas bisher nichts weiter gelaufen ist beim HSV.
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    Nicht vergessen werden sollte bei dieser vollkommen unzureichenden Erwähnung der Unzulänglichkeiten des HSV beim Scouting und der Spielerentwicklung JONATHAN TAH. Ein Junge wie ein Baumstamm mit einer feinen Technik und einem guten Auge, der in der Lage gewesen wäre sämtliche Bewerber auf die Innenverteidigung im Profikader des HSV bereits mit 17 Jahren auf die Plätze zu verweisen. So ein begnadetes Talent kommt nicht zum Einsatz mit der Begründung er wäre noch nicht soweit? Wenn Tah noch nicht weit genug war, wie weit war dann der Rest dieses famosen Kaders? Wie weit muß ein Talent sein, um bei Bruno Labbadia und Peter Knäbel eingesetzt zu werden?
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    So gesehen benötigt der HSV einen 17-Jährigen Außerirdischen. Vielleicht gibt es irgendwo in Argentinien noch einen entfernten Cousin von Messi?
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    Ich muß es leider auf den Punkt bringen: Beim HSV gibt es Seilschaften, persönliche Interessen und Inkompetenz, die eine effiziente an Leistung orientierte Spielerentwicklung sowie ein leistungsfähiges Scoutingsystem ausschließen.
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    Man hat sich eingerichtet, man spielt immer noch erste Liga, die Kohle fließt und die Familie ist glücklich. Rautenherz was brauchst du mehr?

  3. Oliver Bruchholz 24. Februar 2016 um 19:02 Uhr

    Respekt Goldfather. Zum ersten mal kann ich deinen Ausführungen folgen und auch noch zustimmen. Weiter so ?

  4. alfa 25. Februar 2016 um 08:25 Uhr

    Ich hätte nie gedacht dass all die unerschütterliche Begeisterung die man als Fan bedingungslos dem HSV entgegengebracht hat, nach nur 1,5 Jahren voller Hoffnung, in einer jähen Enttäuschung ja sogar einer weit gehenden Entfremdung endet. Klar stehe hinter der Mannschaft und wünsche uns den grösstmöglichen Erfolg, jedoch ist soviel von dem was wir erhofft sogar klar beauftragt hatten mit arroganten Füssen getreten worden, dass das Schleudertrauma vom Kopfschütteln nicht nur Grave heimsucht sondern wohl um sich greift. Schade auch, dass wir eine Clubführung haben, die scheinbar Analphabeten sind, denn sonst würden sie nicht die langerarbei- teten (schon lächerlich genug, weil ich davon ausging dass jeder ein Idealbild seines HSV bereits im Herzen zumindest im Kopf hat), Leitlinien mit jeder Entscheidung ad absurdum führen. Es ist wohl nicht zu erwarten dass sich das in absehbarer Zeit ändert. Schade. .. man wünschte es käme anders!

  5. undulate 25. Februar 2016 um 10:08 Uhr

    ich kann alfa nur beipflichten! da ist Mann schon über 30Jahre dabei und hat ja mehr schlechte als gute Zeiten beim HSV erlebt. ich persönlich kam in der F-Jugend 83 zum HSV, habe also aktiv nicht wirklich Titel mit dem HSV feiern können und trotzdem war es mein Verein und jedes Spiel wurde bis zum Herzinfarkt mitgefiebert. Und nun? Nach der größten Hoffnung (alles wird gut) folgt die bitterste Enttäuschung. Entscheidend kommt aber auch der Informationsgehalt hinzu! wie schon mal geschrieben, gäbe es diesen Blog und ähnliches nicht, könnte man seine eigenen Gedanken nicht in der Form reflektieren und festigen. Und ist das „System“ erst mal begriffen, kann man es leider nicht mehr so einfach ignorieren…

  6. Sven 25. Februar 2016 um 10:47 Uhr

    Strategie bei klammer Kasse und mit dem Rücken zur finanziellen Wand wäre imho z.B., sich ein Talent aus einem fussballerischen Entwicklungsland zu holen, ohne nennenswerte Vertretung in der Bundesliga. So wie südkoreanische und japanische Neuankömmlinge deren Großkonzerne als Sponsoren und strategische Partner nach sich gezogen haben. Wie wär’s mal mit einem genuinen Chinesen, Iraner etc.? Und wenn der nur der Einwechselspieler für die letzten 10-15 Minuten wäre. Als kaufmännische Entscheidung.

  7. alfa 25. Februar 2016 um 15:20 Uhr

    Hätte der AR Ahnung und den Durchblick hätte er spätestens nach Ende der letzten Saison (und der Rettung in allerletzter Sekunde ) die Reissleine gezogen. Ich meine ja nicht gleich VV u.SD rausschmeißen ,aber sie hätten verhindern MÜSSEN, dass die Strategie des schnellen Erfolgs mit teuren und z.t. „alten“ Spielern weiterverfolgt wird. Statt in Wolfsburg ,Hoffenheim, und Gladbach sich eigentlich aussortierte Spieler für richtig viel Patte zu holen, hätte man wirklich und selber arbeiten sollen um finanzierbare jüngere Spieler zu scouten. Ja richtig dann hätte man wirklich seinen Job ernst genommen. Aber vergossene Milch… und so weiter!
    Stattdessen dümpeln wir immer noch irgendwo zwischen Hoffen und Bangen. Hätten wir sicherlich nachhaltiger und jünstiger hebben können, weil nicht das geringste z.Z. auf eine Bewegung in Richtung Tabellenoberränge hindeutet. Vielleicht sei noch eine kleine Undankbarkeit gegenüber Herrn BL gestattet : Ich habe nicht den Eindruck dass Herr BL die Tiefenpsychologische Komponente des Alle Spieler bei Launehaltens verinnerlicht hat sowie den Eindruck ,dass können und Wissen im eigenen Beruf manchmal auch endlich sind. Aber Status Quo zu verwalten ist ja bekanntlich wohl leichter als innovativ überhaupt mal neue Pfade einzuschlagen. Eigentlich kann man nur durch letzteres Gewinnen, während der Verwalter ziemlich schnell von den Zeichen der Zeit überholt wird. Mir fehlt zur Zeit die Phantasie um mir BL noch in 4 Jahren bei uns vorzustellen.

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