Das beste Spiel aller Zeiten

Immer mal wieder diskutiert man ja im Kreis doch darüber, welches denn nun das beste Fußballspiel aller Zeiten bzw. das beste Spiel welches man selbst live gesehen, gewesen sein könnte. Natürlich gibt es überall auf der Welt Vereinsbrillenträger, die behaupten werden, dass das Oberligaspiel zwischen Oberhausen und Erkenschwick aus dem Jahr 1988 alles getoppt hat oder dass niemals besser gespielt wurde als bei der Begegnung Danubio Montevideo gegen El Tanqwe Sisley in Uruguay 2004. Aber eigentlich müsste man bei der Beantwortung dieser Frage erst einmal zugrunde legen, nach welchen Kriterien man überhaupt bewertet. Ist ein Spiel, in dem die Bayern einen Gegner in der Bundesliga mit 7:1 an die Wand klatschen ein Superspiel oder kann vielmehr ein 0:0 zwischen Barca und Real wesentlich „besser“ sein? Muss man für das perfekte Spiel zwei gleichstarke Gegner auf dem Platz haben oder reicht es, wenn man bei der Gala-Vorstellung eines Teams Zeuge wird?

Könnte man wunderbar drüber diskutieren, sogar streiten, oder? Mein Favorit steht jedenfalls fest. Ein Spiel auf allerhöchstem Niveau, bei dem zwei (angeblich) nahezu gleichstarke Teams sich begegneten. Das Ganze mit dem größtmöglichen Druck und mit einer Vorstellung, die ich weder vorher noch danach in dieser Ausprägung jemals (wieder) gesehen habe.

Fakten:

Bei der einen Mannschaft funktioniert 29 Minuten alles, bei der anderen nichts.

Man konnte Zeuge werden, wie ein Team am Druck förmlich zerbrach, während das andere die Aufgabe als Herausforderung und Chance annahm.

Taktik und Cleverness zermalmten Technik und Leidenschaft.

Der Rausch als Selbstverständnis

https://www.youtube.com/watch?v=RWfwoZHqMwk

Von | 2016-03-15T07:19:13+01:00 15. März 2016|Allgemein|21 Kommentare

21 Comments

  1. Sven 15. März 2016 um 08:19 Uhr

    Ich hätte auch noch einen Kandidaten für bestes „verrücktestes“ Spiel: Dynamo Dresden (mit 2x Sammer) – KFC Uerdingen (unter „Kalli“ Feldkamp) im März ’86. Hinspiel 2:0 für Dynamo. Im Rückspiel führte Dynamo bereits 1:3 und verlor noch 7:3.

    http://www.welt.de/sport/fussball/article12886774/Als-Uerdingen-das-irrste-Spiel-aller-Zeiten-gewann.html

    • Gravesen 15. März 2016 um 08:28 Uhr

      Ich erinnere mich, total crazy. Da waren auch noch einige „Wunder von der Weser“ dabei, aber es geht eigentlich mehr um die Mischung aus Qualität, Bedeutung und Dramatik und da kann man Dresden gegen Uerdingen wohl nicht ganz mit Deutschland vs Brasilien vergleichen

    • martin 18. März 2016 um 14:26 Uhr

      Das Wunder von der Grotenburg – definitv auch mein erstes Fußballwunder… schön, dass es Leute gibt, die so alt sind und sich DARAN erinnern ;-)) spannend fand ich die Frage, was Feldkamp den Spielern in der Halbzeit gesagt hat. Darauf wurde mal geantwortet – ich weiß leider nicht mehr von wem – „Nichts. Er hat nichts gesagt. Hat nur dagesessen. .. “ Das zeigt, welchen Stand er bei seinen Spielern hatte… Klasse Typ.

  2. Sebastian 15. März 2016 um 08:33 Uhr

    Schon bei der Überschrift war klar, welches Spiel gemeint war… 🙂
    Dieses Spiel wird man in 30 Jahren noch erinnern, nach dem Motto „das war zwar eine schlimme Niederlage, aber nicht so schlimm wie das 1-7 im WM- Halbfinale“. Vor allem die Tore in den Minuten 20-30, alle guckten sich an und niemand konnte raffen, was da grad passierte, Ungläubigkeit in allen Gesichtern. 4 Tore in 6 Minuten, und wie sie erarbeitet wurden, das war ja gradezu lächerlich, wie die brasilianische Verteidigung da auseinanderfiel. Erinnerte an ein Spiel auf der Playstation…
    Ja, ein denkwürdiges Spiel, gleichzeitig ein nahezu perfektes, von deutscher Seite aus.

  3. Hannes Grundmeyer 15. März 2016 um 08:47 Uhr

    Guck ich mir auch immer wieder gerne auf Youtube an. Konnte das Spiel damals leider nicht live sehen, da ich grade in den Bergen von Oregon ohne jeden Kontakt zur Außenwelt herumgeturnt bin. Abends im Hotel hab ich eigentlich damit gerechnet, dass wir gut gespielt haben, aber die Brasilianer doch wieder cleverer waren. Als ich dann das nackte Ergebnis gesehen habe, wollte ich es erst nicht glauben. Aber die einschlägigen Fußballseiten haben alles bestätigt. Einfach nur geil!
    Um den HSV-Bezug herzustellen: Das beste Spiel des HSV war meiner Meinung nach das 5:1 gegen Real Madrid 1980. Gefolgt vom 4:3 in München 1982. Ich glaube, da konnte selbst das 4:4 gegen Juventus nicht mithalten. Aber da hat wohl jeder seine persönlichen Eindrücke.

  4. Südfan 15. März 2016 um 10:52 Uhr

    Es gibt vermutlich drei Arten von Spielen, die diesen Titel verdienen:
    1) Extrem spannende und torreiche Spiele, zwischen zwei gleich starken Teams (mir fällt spontan Deutschland gegen Italien 1970, Deutschland Argentinien 1986, Deutschland Ungarn 1954 ein).
    2) Überraschend einseitige Spiele zwischen zwei eigentlich gleichstarken Teams (Graves Beispiel)
    3) Extreme und überraschende Wendungen in Spielen, insbesondere bei Europapokalspielen (Ürdingen-Dresden, KSC-Valencia, HSV-Real)

  5. db 15. März 2016 um 11:16 Uhr

    Auch für mich gehört das Halbfinale Brasilien-Deutschland zum absoluten Highlight. Ganz besonders in Erinnerung bleiben bei diesem Spiel auch die emotionalen Reaktionen der brasilianischen Fans, die durch den desaströsen Auftritt der Selecao verursacht wurden.
    .
    Für mich persönlich ein anderes bemerkenswertes Spiel war die 1. Halbzeit zwischen dem FC Barcelona gegen den FC Bayern des Champions League-Viertelfinales im April 2009.
    Im Vorfeld der Partie wurde ein ausgeglichenes Spiel erwartet.
    Ich kann mich an kein Spiel erinnern, bei dem die Bayern auf internationaler Bühne so an die Wand gespielt wurden.
    .
    http://www.welt.de/sport/fussball/article3527124/4-0-Der-FC-Barcelona-demuetigt-Bayern-Muenchen.html
    .
    Passend dazu der damalige Kommentar von Franz Beckenauer:
    „Das, was ich in der ersten Halbzeit gesehen habe, war das Fürchterlichste, war ich jemals beim FC Bayern gesehen habe. Es war eine Vorführung, fast eine Demütigung. Es war Anschauungsunterricht, wie man Fußball spielt“.

  6. Didi-der-Grosse 15. März 2016 um 12:11 Uhr

    DIDI!!! Da hat sich dein Transfer ja richtig ausgezahlt. Drmic Knorpelschaden. Das passt einfach perfekt zu Beiersdorfer. Es unterstreicht noch einmal mehr die Sinnlosigkeit dieses Transfers. Auch wenn Knäbel ihn geholt hat. Beiersdorfer hat diesen zugestimmt. Und es wird wieder keinen interessieren, obwohl jetzt bezahlt die Versicherung ja zumindestens noch ein bisschen was von seinem Gehalt.

    • Südfan 15. März 2016 um 12:16 Uhr

      Gibt es eine solche Versicherung? Das wäre ja gut für den HSV. Naja eine Verletzung ist immer ein Risiko, was man nur bedingt beeinflussen kann. Unabhängig davon war es aber einfach einen Fehler, Drmic zu holen, denn auf seiner Position gab es keinen Bedarf. Das Geld hätte man sich schlicht sparen können. Für den Spieler tut es mir trotzdem leid.

    • Hamburg1887 15. März 2016 um 12:16 Uhr

      Du kannst aber nicht eine Verletzung als Grund für einen gescheiterte Transferpolitik nehmen. Wir hätten auch Messi kaufen können und dann fällt er aus. Hättest du dann auch auf die Exzellenzen geschimpft?

      Da können diese Phantasten ausnahmsweise mal rein gar nix für. Zumal Drimic ja wohl bis zu dieser Verletzung fit war.

      • Gravesen 15. März 2016 um 12:21 Uhr

        Ich denke auch. Wenn sich ein geliehener (oder gekaufter) Spieler während des Spielbetriebs verletzt, kann es niemand vorher ahnen. An dieser Stelle die besten Genesungswünsche an Josip Drmic, ein Knorpelschaden ist kein Dönerteller, frag mal Maxi Beister. Übrigens: Auch der vom HSV umworbene und nach Mainz gewechselte Emil Berggreen fällt seit dem 8.2. nach einer Knie-OP aus.

        • BerndH60 15. März 2016 um 12:47 Uhr

          Völlig richtig!
          Andererseits passt das natürlich in die desaströse Performance der Exzellenzen.
          Man bekommt ja richtig Mitleid mit Düdü.

  7. Jan 15. März 2016 um 12:46 Uhr

    Also das Spiel gegen Brasilien ist natürlich eines der Highlights eines fast jeden Fussabllfans (zumindest aus Deutschland)…..

    Aber welches Spiel mir auch immer in Erinnerung bleiben wird, auch wenn ich jetzt die Vereinsbrille aufsetzen muss, ist das Spiel FC Bayern München gegen den Hamburger SV (3:4) aus dem Jahre 1982.
    Ich fing an mich richtig für Fussball und den HSV zu interessieren und das war eines der wenigen Spiele, die wir damals Zuhause auch anschauen durften…… (ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob es nur eine Aufzeichnung war oder Live), aber das war auch egal.
    Es war zumindest für mich ein magischer Moment……..als kleiner Junge von 10 Jahren mitzuerleben, wie diese Mannschaft sich immer wieder zurück gekämpft hat……da hat sich die Liebe zum HSV endgültig gefestigt……

  8. Didi-der-Grosse 15. März 2016 um 13:04 Uhr

    Für mich unterstreicht es einfach nur die Sinnlosigkeit des Transfers. Wenn er sich nicht verletzt hätte, dann hätte er höchstens auf den Aussenbahnen gespielt und da hat dieser Spielertyp nichts zu suchen. Der neue Schwede ist genau so ein Witz. Mag sein, dass er noch einschlägt. Aber im Winter kauft man Spieler die dem Verein sofort helfen. Aber ist auch egal was man sagt, denn Beiersdorfer und Co wird so und so keiner stoppen können. Die Fans die auf die Barrikaden gegangen sind, gibt es nicht mehr. Und die Medien scheinen ja ein Abkommen mit dem HSV zu haben. Also wird es mit Didi erst vorbei sein, wenn der Verein K.O. ist.
    Und zu Drmic nochmal zurück. Sowas wünscht man keinen. Mir geht es auch nicht um den Spieler. Mir geht es nur objektiv um den Transfer. Und das ist einfach wieder mal eine 6 von Beiersdorfer ! Ich könnte Drmic aus lauter Höflichkeit, die besten Genesungswünsche „wünschen“, aber das bringt jemanden der so etwas schlimmes hat auch nicht weiter. Er wird eine schwere Zeit vor sich haben! Aber auch diese wird er überstehen.

  9. Zürcher 15. März 2016 um 14:04 Uhr

    Ich hoffe, dass wir nicht in einigen Wochen in der Zeitung lesen, dass die 10Mio-Kaufoption für Drmic dergestalt war, dass sie bei sechs Rückrundeneinsätzen für den HSV automatisch ausgeübt ist…
    Gute Besserung!

  10. Bwana Bruce 15. März 2016 um 17:18 Uhr

    Moin !

    ganz klar fuer mich persoehnlich ,ich war dabei ,das 4:4 gegen Turin , nichts erwartet , grossartige Inszenierung , Kampf,Tore,Spannung…. ich werde es nie vergessen ….

    Anzugtraeger und Jogginghosenfans haben sich gemeinsam im Senf gewaelzt , besser geht nicht …..und Burr ,Butt ,Butt….

    Sonnige Gruesse , Bwana

  11. Captain 15. März 2016 um 17:25 Uhr

    Verletzt oder nicht verletzt,der Transfer von Drmic war ein Fehler.Und nicht nur von Knäbel,Beiersdorfer auch vom hochgelobten „Messias“ Labbadia. 23 Jahre alt,der vierte Bundesliga Club und noch nichts „gerissen“.
    Die beste Zeit hatte er noch in Nürnberg. Leverkusen und Gladbach waren schon schlecht .Nickt Labbadia nur ab,macht er selbst Vorschläge welche Spieler passen???

  12. Didi-der-Grosse 15. März 2016 um 19:27 Uhr

    Denke die Transferidee kam von Knäbel. Die finanziellen Rahmbedingungen nickt Beiersdorfer aber ab. Daher ist er auch für den Laden verantwortlich. Ob Knäbel überhaupt noch ernst genommen wird wissen nur interne Leute. Die Spieler tun es nicht (Geburtstagsgeschenk) und die Berater vermutlich auch nicht.

  13. Svenbran 15. März 2016 um 19:45 Uhr

    Moin, ich hatte auf Facebook ja auch für das 4:4 gegen Juve „plädiert“. Fussballerisch sicher nicht die totale Offenbarung, aber Bwana Bruce hat es gut zusammengefasst.

    Ich lese hier viel vom Spiel Deutschland gegen Brasilien. Ich würde dieses Spiel nicht annähernd dazu zählen.
    Das war natürlich genial, aber für ein absolut hochklassiges Spiel einfach zu „undramatisch“. Ich habe nach 5 Minuten schon gesagt, dass die Brasilianer null Gefahr ausgestrahlt haben und unserem Team nichts antun werden. Die haben lediglich Alibiaktionen gezeigt und sich von Anfang an in die Hose gemacht. Das war m.E. auch der unrealistischen Erwartungshaltung der brasilianischen Fans geschuldet, die sich schon im Schongang als Weltmeister gesehen haben, bevor die WM überhaupt angefangen hat.
    Nach den ersten zwei Toren sind die dann so auseinander gebrochen, wie der HSV des öfteren in München.
    Klar, unser Team hat richtig gut gespielt (nein, untertrieben, die haben genial gespielt), aber der Gegner hat es möglich gemacht und sich weniger gewehrt, als wenn unsere A-Nati gegen die U21-Nati gespielt hätte.

    Was ich fussballerisch auch großartig fand: CL-Finale 2011. Barca gegen ManU. Das waren zwei Teams auf Augenhöhe, wobei Barca dem Gegner so etwas von keine Chance gelassen hat (zumindest in der zweiten Halbzeit). Das war ganz großes Kino.

  14. Oliver Bruchholz 16. März 2016 um 08:54 Uhr

    Moin. Ich habe lange überlegt. Für mich das beste Spiel aller Zeiten: Finale 2005 Milan gegen Liverpool. Bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. Vor allem die Fans von Liverpool waren grandios!

  15. Martin 17. März 2016 um 13:14 Uhr

    Moin, für mich persöhnlich, da auch vor Ort, dass 5:1 1980 gegen Real Madrid, ein Spiel das nie vergessen wird 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=OHUtoSPNO9Q

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