Christian Pulisic (17), Tah (20), Brandt (19), Sanè (20), Meyer (20), Goretzka (21), Arnold (21), Azzaoui (18), Karius (22), Serdar (19), Samperio (22), Calhanoglu (22), Parker (20), Weigl (20), Berggreen (22), Platte (20), Baumgartl (20), Ristl (19), Ferati (18), Werner (20), Kimmich (21), Coman (19), Garcia (20), Guwara (19), Busch (21), Zander (20), Fröde (21), Grillitsch (20), Eggestein (19), Öztunali (20), Lorenzen (21), Ajeti (19), Ayhan (21), Rinderknecht (18), Stendera (20), Gacinovic (21),  Waldschmidt (19), Süle (20), Toljan (21), Amiri (19), Ochs (19), da Costa (22), Bauer (21), Christiansen (19), Multhaup (19), Christensen (20), Elvedi (19), Schulz (21), Dahoud (20), Stark (20), Weiser (21), Anton (19), Draxler (22), Fossum (19), Karaman (22), Wolf (20), Saint-Maximin (19), Sarenren-Bezee (19).

Preisfrage: Was haben all diese Spieler gemeinsam? Richtig, es sind alles Bundesligaspieler. Die Meisten von ihnen spielten am letzten Spieltag in der Endphase der Bundesliga für ihren Verein, alle haben sie bereits Erfahrung in der höchsten deutschen Spielklasse sammeln dürfen, einige sind bereits jetzt Leistungsträger in ihren Klubs. Und es gibt noch etwas, was sie eint: Sie alle sind für ihre Vereine die Hoffnung für die Zukunft, eine Investition in das, was kommen wird und viele werden für ihren Verein eine Art finanzielle Lebensversicherung sein.

Der jüngste Spieler, den der Hamburger Sportverein im Spiel gegen den SV Darmstadt 98 auf den Platz brachte, war der Österreicher Michael Gregortisch (21) und der spielte auch nur deshalb, weil sich „Spielmacher Aaron Hunt (29)“ als der befürchtete Dauerpatient herausstellt. Das Durchschnittsalter der Hamburger Startelf betrugt 27,1 Jahre.

Luke Shaw (20), Patrick McNair (20), Cameron Borthwick-Jackson (19), Andreas Pereira (20), Memphis Depay (22), Anthony Martial (20), Marcus Rashford (18).

Nie gehört? Nun, sie alle spielten in dieser Saison bereits mehrfach für einen unbedeutenden Verein wie Manchester United. Und jetzt soll mir doch bitte keiner mit Argument kommen, dass sich ManU ja auch die besten Nachwuchskicker leisten könnte, denn ebenso gut können sich die Engländer nahezu jeden etablierten Profi leisten und der Druck auf Trainer van Gaal dürfte ungleich höher sein als der, der auf den meisten Bundesligatrainern lastet. van Gaal aber begreift, was die Zukunft eines Vereins ist und er geht dabei das Risiko ein, selbst auf der Strecke zu bleiben. Das Gleiche machte der Holländer in seiner Zeit beim FC Bayern München bereits mit den Spielern Badstuber (damals 20), Contento (19), Müller (19).

Der große Johan Cruyff sagte einmal:

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Wichtigste für die meisten Jugendtrainer das Gewinnen ist. Sie interessieren sich hauptsächlich für den eigenen Erfolg und die eigene Reputation. Mein Interesse galt stets dem Verein. Wenn ein talentierter Spieler nicht verteidigen konnte, dann habe ich ihn in die Abwehr gesteckt, damit er es lernt, was uns einiges an Punkten gekostet hat. Aber ich habe mich nicht um die Punkte gesorgt, denn ich war damit beschäftigt, den Spieler weiterzuentwickeln“

Klingt zuerst einmal recht sozial-romantisch und sicherlich kann man die Arbeit eines Nachwuchs-Coachs nicht mit der eines Profi-Trainers vergleichen, aber dennoch: Besonders ein Verein, der beständig am Rande der Insolvenz turnt, kann es sich einfach nicht leisten, dauerhaft eines der ältesten Teams der Liga zu stellen. Was aber sagt Trainer Labbadia auf die Frage, wann denn endlich einmal die hochgelobten und vertrags-verlängerten Nachwuchsspieler auch in der Bundesliga auf Einsatzzeiten kommen werden?

„Wenn sie soweit sind…“

Na, sag bloß. „Wenn sie soweit sind“ also. Und wann sind sie soweit? Wenn sich einer der etablierten Ballkünstler wie Ilicevic oder Hunt mal verletzt? Warum kam Gideon Jung (21) denn überhaupt zu 18 Bundesliga-Einsätzen? Weil die Spieler Diaz, Kacar und Ekdal verletzt waren, aus keinem anderen Grund. Jung war in dem Moment wieder auf der Bank, als einer der teuren Transfers wieder einsatzfähig war, als Spieler würde ich mich verarscht fühlen. Labbadia stellt eher einen unfitten Ekdal in die Startelf, als auf einen jungen Spieler zu setzen. Auf die Frage, ob er als Trainer des HSV nicht auch eine Art Mitverantwortung dafür empfinden würde, Spieler mit Verkaufspotenzial zu entwickeln, antwortete der schöne Bruno, dass ihn das nicht interessieren würde. Es muss ihn aber interessieren, zumindest muss es die Vereins-Verantwortlichen interessieren, wenn sie nicht weiterhin ihr eigenes Leitbild mit Füßen treten wollen.

Die aber scheinen den Ernst der Lage immer noch nicht verinnerlicht zu haben. So meinte Vorstandsboss Beiersdorfer neulich in einem Interview, dass es talentierte Nachwuchsspieler in Hamburg ungleich schwerer hätten als irgendwo in der Provinz in Mainz, Augsburg, Bremen, München oder Manchester. Der Druck wäre hier ein ganz anderer, meinte Presi King-Didi. Ich frage mich, von welchem Druck der Mann redet. Vom Druck der weichgespülten Medien, die jeden HSV-Angestellten in Watte packen? Vom Druck der Weltstadt Hamburg, deren Bürger jeden Halb-Prominenten komplett in Frieden lässt und deren Bürger außerordentlich zurückhaltende Menschen sind? Welchen Druck sollten jungen Spieler in Hamburg empfinden, den sie in anderen deutschen Städten nicht empfinden würden? Weil es in Hamburg nicht 2, sondern 4 Zeitungen gibt, die jeden Furz und jeden gelungenen Kopfball bejubeln? Das soll Druck sein? Sorry, aber wer diesem „Druck“ nicht standhalten kann, muss sich einen anderen Beruf suchen.

Nein, das passt alles nicht. Tatsache ist, dass man im Vorstand des HSV zusammen mit Trainer Labbadia den „sicheren Weg“ mit routinierten Spielern gehen möchte, dabei aber vergisst (oder ignoriert), dass man auf diesem Weg den Verein ausverkauft. Das aber kann den aktuellen Machthabern komplett egal sein, denn ihre Verträge laufen allesamt 2017 aus und wie der HSV 2018 finanziell und sportlich aufgestellt ist, geht ihnen offensichtlich am A…. vorbei.