Der „Final Countdown“ des Edel-Fans

Ein Gastblog von Kerberos

Der HSV wird sich nach der kommenden Saison, spätestens jedoch nach der übernächsten Saison, für den Europapokal qualifiziert haben und Kühne wird 30 % der AG-Anteile – und somit die Sperrminorität – auf sich vereinigt haben.

Und bevor nun irgendein daher gelaufener Zauberer irgendwo um die Ecke kommt und inhaltloses Zeug durch die Gegend blökt wie „dies ginge ja schon gar nicht, weil der HSV doch lediglich 24,9 % der Anteile veräußern darf“, so sei hier ganz klar gesagt: es geht und alle haben es auch bereits vor der Ausgliederung gewusst. Denn bereits vor der Ausgliederung 2014 hat das langjährige Vereinsmitglied Rainer Ferslev darauf hingewiesen, dass die Ausgliederungssatzung in Verbindung mit dem Insolvenzrecht einem strategischen Investor die Möglichkeit einräumt, bis zu 33 % der Unternehmensanteile auch ohne Zustimmung der Mitgliederversammlung zu erwerben.

Dies ist in der Konstellation möglich, dass ein strategischer Investor der HSV-AG Fremdkapital zur Verfügung stellt und die HSV-AG bei Fälligkeit den Verpflichtungen zur Rückzahlung gegenüber dem Investor nicht nachkommen kann. In diesem Fall kann der strategische Investor sein Fremdkapital in Anteile bis zu 33% (Eigenkapital) umwandeln. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Rainer Ferslev ein anerkannter Fachanwalt für Insolvenzrecht ist; wer sich über dieses Thema tiefergehend informieren möchte, dem sei als Stichwort dazu „Debt-to-Equity-Swap“ an die Hand gegeben.

Damit erübrigt sich auch die Frage, warum Kühne partout keine weiteren Anteile an der AG erwerben oder Eigenkapital in anderer Form zur Verfügung stellen wollte. Es mussten unbedingt Fremdfinanzierungsmittel sein und Kühne musste zwingend Gläubiger werden. Denn nur so wird eine spätere Umwandlung in Anteile unter Umgehung der 24,9%-Klausel möglich sein. Und warum auch sollte sich ein Kühne, aus seiner Sicht sicherlich auch berechtigt, einer Sperrklausel von 24,9% für den freien Erwerb von AG-Anteilen unterordnen, wenn ihm der Vorstand die Möglichkeit eröffnet, später bis zu 33% der AG-Anteile auch noch zu einem Spottpreis im Zuge der Abwendung einer Insolvenz erwerben zu können (und er sich dabei überdies noch weitere Rechte für die Zukunft wird einräumen lassen können). Zudem muss sich Kühne nun nach Ablösung der Kredite zur Stadionfinanzierung als künftiger „Sanierer“ bei der Sanierung der HSV-AG nicht mehr mit weiteren Gläubigern auf ein Sanierungskonzept einigen. Läuft eben alles im Sinne des großen Kühne-Plans.

Kühne wird den HSV kurzfristig mit Geld für den Spielerkader im Rahmen seiner Vereinbarung nur so „zuscheissen“ – bis im Volksparkstadion endlich wieder Europapokal gespielt wird. Und das bitte am besten schon gestern. Was nicht funktioniert wird kurzer Hand eliminiert und was noch fehlt, wird auf dem kleinen Dienstweg ganz schnell beschafft werden. Denn Europa-Pokal wird nach der Vereinbarung mit der HSV-AG der Moment sein, in welchem Kühne seine gesammelten Deckel für alle Transferausgaben und verauslagte Gehälter bei der HSV-AG vorlegen und die Rückzahlung einfordern wird – Pay-Day.

Wovon aber will die HSV-AG eigentlich Kühne im sportlichen Erfolgsfall bezahlen? Leihspieler oder Spieler mit Rück-Kaufoptionen wird man eben so wenig zu Geld machen können, wie überteuert eingekaufte Talente mit lediglich langfristiger Perspektive auf Wertsteigerung. Genau dies sind und werden aber auch künftig jene Spieler sein, die Kühne finanzieren wird. Überteuerte Transfers und Ausleihen, allesamt mit hohen Gehältern, die zwar den Europa-Pokal gewährleisten, jedoch zumindest kurzfristig vom HSV nicht gewinnbringend kapitalisiert werden können.

Kühne schafft damit heute die Grundlagen einer für seine Pläne notwendigen Insolvenzreife der HSV-AG, welche er dann morgen als Gläubiger im Kostüm des „Retters“ durch Übernahme der Anteile unter Forderungsverzicht wieder beseitigen wird. So wird der „Retter“ endgültig zum „Beherrscher“ des HSV und das gemeine Fan-Volk wird ihn für diese Posse auch noch huldigen und die Errichtung eines Schreins für Kühne neben „Uwe´s Fuß“ fordern.

Manch ein „HSV-Fan“ mag nun entgegnen, dass man beim HSV ohne Kühne doch bereits seit Langem am Ende gewesen wäre und die Hauptsache ist doch, endlich wieder „geilen Fussi“ im Volksparkstadion – ganz gleich, wem auch immer der HSV „gehören“ mag. Nun, eine solch selektive Wahrnehmung auf das sportlich Wesentliche ist nachvollziehbar und auch nicht per se als abwegig abzutun. Zumindest dann nicht, wenn man gleichzeitig auch bereit ist, die „geborene“ Identifikation mit seinem „Verein“ nach alten Bindungsmustern aufzugeben. Ein sehr häufig dafür angeführtes Argument ist daher auch immer wieder „das geht heutzutage doch gar nicht mehr anders, wenn man oben mitspielen will“.

Vielleicht; nur muss man dann diesen Weg auch konsequent zu Ende gehen und konkret eben auch bereit sein zu akzeptieren, dass künftig im Volksparkstation eine Mannschaft der Kühne-AG den Fußball auf internationalem Niveau darbieten wird. Eine Mannschaft, bei der lediglich noch das Brust-Symbol der „Raute“ an einen einst ruhmreichen Hamburger Traditions-Verein erinnern wird. Mehr HSV wird nicht mehr sein und am Ende wird die Frage stehen: Geht „Fan-Sein“ unter diesen Bedingungen denn heute überhaupt noch oder ist nicht doch zwangsläufig nur noch Hüpfen?

Vielleicht auch gerade deswegen wollen eben sehr viele „HSV-Fans“ diesen konsequenten Schritt in die „Moderne“ nicht vollziehen. Sie wollen sich ihre alte vereinsgeprägte Bindung zum HSV erhalten und flüchten sich, stets auf der Suche nach Leidensgenossen und Bestätigung, in eine tendenziöse Wahrnehmung. Umstände werden subjektiv relativiert, Sachverhalte informell verfälscht und unwiderlegbare Fakten einfach gänzlich geleugnet. Dieses Schicksal vieler HSV-Fans, die sich auch gerne selbst als die „wahren HSV-Fans“ bezeichnen, ist aber unbestreitbar pathologisch und daher mit Sicherheit ein schwerwiegendes Problem und keineswegs die Lösung, Kühne und einen von Identifikation getragenen HSV als Einheit zu sehen.

Pay-Day – wer also konsequent den „modernen HSV“ klar vor Augen hat und mit einer Mannschaft der Kühne-AG leben kann, der wird künftig tatsächlich mit „geilem Fussi“ im Volkspark belohnt werden; zumindest solange der Patriarch die Fäden noch persönlich in der Hand halten kann. Und den vielen selbsternannten „wahren HSV-Fans“ möchte man einfach nur wünschen, dass sie noch aus ihrem verzwickten Dasein der kognitiven Dissonanz herausfinden mögen, auch wenn dies aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich erscheint.

Was aber sollen alle diejenigen HSV-Fans machen, die ehrlich an HSV Plus und an die Ehrlichkeit der Initiatoren geglaubt haben. Jene Fans, die keine Mannschaft der Kühne-AG im Volkspark sehen möchten, aber auch nicht als pathologischer Fall enden wollen. Nun; diese HSV-Fans werden sich a priori eingestehen müssen, dass sie mit HSV-Plus von Beginn an belogen und betrogen wurden. Denn ohne die strategischen Investoren, die laut Rieckhoff ja schon vor der Tür „Schlange standen“ und bereits mit den „Hufen scharrten“, war das Konzept HSV-Plus bereits mit seinem Beschluss eine Totgeburt; so musste es zwangsläufig auf Kühne herauslaufen. Ein Ergebnis am Ende, das mit Sicherheit, hätte es bei den Mitgliedern zur Abstimmung gestanden, nicht mehrheitsfähig gewesen wäre.

Und der Verein? Der Verein wird kaum helfen können, denn der Verein haftet bis 2019 für ein von seinen Mitgliedern abgeschwindeltes Votum und dem darauf beruhenden Irrsinn und Unfug eines Beiersdorfer und seiner Spießgesellen. Stürzt die HSV-AG ab, wird der HSV-Verein unweigerlich mit in die Tiefe gerissen.

Es wird jeder HSV-Fan für sich selbst die Frage beantworten müssen: hat ein „neuer HSV“ in der einst mit HSV-Plus angedachten Symbiose aus konsolidiertem Traditionsverein und nachhaltigem Wirtschaft-Unternehmen nach dem aktuellen Status-Quo überhaupt noch eine Chance auf Verwirklichung?

Ganz gleich, wie man die Frage für sich beantworten mag, kann man eines jedoch an dieser Stelle bereits ergebnisoffen feststellen: wenn überhaupt, dann ganz sicher nicht mit Einem der aktuellen Protagonisten. Ein Kühne wollte HSV-Plus nie wirklich und die aktuell noch agierenden Stümper der HSV-AG haben eindrucksvoll nachgewiesen, dass sie es entweder auch nicht wollen oder es einfach nicht können.

Ergänzung:
In der Bertrachtung zu den von Hr. Kühne beretigestellten Finanzmitteln war auf Grund der übereinstimmenden Aussagen von Vertretern der HSV AG und von Hr. Kühne davon auszugehen, dass Hr. Kühne der HSV AG ausdrücklich Fremdkapital zur Verfügung stellen wird. Des Weiteren wurden bei der Betrachtung überdies jene Finanzierungsinstrumente (Genussscheine, Wandelanleihen…) ausser Acht gelassen, die auf Grund gesetzlicher Bestimmungen eines expliziten Beschlusses der Hauptversammlung der HSV AG bedurft hätten.

Von | 2016-07-29T14:10:36+02:00 29. Juli 2016|Allgemein|29 Kommentare

29 Comments

  1. llorc 29. Juli 2016 um 08:43 Uhr - Antworten

    Heftig Kerberos!
    klingt logisch…..aber vielleicht ” a bit to dark” ?

    llorc

  2. leonardo63 29. Juli 2016 um 08:45 Uhr - Antworten

    Moinsen,

    dieser ausführliche Kommentar untermauert durch eine offenkundig exzellenten Recherche beleuchtet so manche eigenartige Entscheidungen und Nichtaktivitäten der vergangenen Wochen.

    Er liefert mir Antworten auf Fragen und Ungereimtheiten, die mich unterschwellig beschäftigten.

    Danke.

  3. Gravesen 29. Juli 2016 um 09:01 Uhr - Antworten

    Mal kurz zur Erklärung:
    .
    Wenn hier jemand einen derart qualitativ hochwertigen Beitrag verfasst, für den man normalerweise reichlich bezahlen müsste und dann ein Kommentator mit den Worten “Was für ein Schwachsinn” seinen Kommentar beginnt, fliegt er raus. Alles klar?

  4. lukaslokomo 29. Juli 2016 um 09:42 Uhr - Antworten

    Ich fürchte, das ist die nahe Zukunft.

    Die einzige Frage, die für mich dann bleibt, ist, was passiert nach Kühnes Ausscheiden aus der Geschäftswelt? Er ist ja schon 80+, oder? Er hält persönlich 33%. Die wird er vererben/ abtreten/ veräußern? an wen? und was macht/machen derdie neue/n Eigentümer dann? Solange Kühne das sagen hat ist mir nur Angst, danach aber Angst und Bange.
    Und wehe, dass klappt nicht mit Europa…

  5. Holger 29. Juli 2016 um 09:51 Uhr - Antworten

    Was für ein …! 😉

    Ist ja alles ganz nett zusammenspekuliert.

    Aber eben auch nicht mehr! Herr Kühne ist keine 50 oder 60.
    Der Mann ist durchaus klug genug zu realisieren, dass seine Zeit endlich ist.

    Stellt Euch mal vor, der überrascht Alle und vererbt seine Anteile dem HSV e.V.
    Spekulativ?

    Genau so wie der Beitrag von Kerberos.

    Ansonsten ist die Analyse hinsichtlich der “Wertsteigerung” der Neuzugänge natürlich richtig. Bei der Gestaltung der Verträge kann der HSV dort tatsächlich nicht viel rausholen. Aber sollte sich der HSV für das internationale Geschäft qualifizieren, steigt natürlich auch der Wert der übrigen Spieler im Kader.

    Einem Lasogga sind in einer starken Mannschaft, die ihm die Dinger maßgeschneidert auf den Fuß legt, durchaus 20 Saisontore +x zuzutrauen. Dann sieht der Marktwert plötzlich ganz anders aus.

    Bevor jemand rumnölt, DAS ist nur ein Beispiel!

    • Kerberos 29. Juli 2016 um 10:40 Uhr - Antworten

      .
      Nun; wenn jemand die Möglichkeit hat, einem Unternehmen Finanzmittel auf 2 verschiedenen Wegen zur Verfügung zu stellen, so ist die Prüfung über die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Konsequenzen keine Spekulation sondern Logik.
      .
      Kühne hätte der AG auch Eigenkapital in Form einer stillen Beteiligung zur Verfügung stellen können (wenn er denn hätte nur keine Anteile erwerben wollen). Diese Mittel wären ebenfalls mit vereinbarter Laufzeit rückzalbar gewesen und eine erfolgsabhängige “Dividende” hätte auch vereinbart werden können. Weitere Vorteile für die AG: diese Beteiligung hätte die Eigenkapitalquote erhöht (wichtig für zukünftige Bilanzverluste), die Beteiligung wäre unter keinen Umständen zu Verbindlichkeiten “mutiert” und überdies wäre es eine saubere Lösung im Sinne des Verbots der Transferfinanzierung gewesen.
      .
      Warum also hat Kühne sich für den komplizierten und für die AG gefährlichen Weg des Fremdkapitals entschieden?
      .

      • Jan-Peter 29. Juli 2016 um 11:01 Uhr - Antworten

        Bei einer stillen Beteiligung hätte KMK allerdings keinerlei Sicherheiten seitens des HSV?

        • Kerberos 29. Juli 2016 um 11:31 Uhr - Antworten

          .
          Korrekt; es wäre eben Eigenkapital – gerade aber deshalb wäre eine Überschuldung der AG ja eben ausgeschlossen.
          .
          Nun jedoch werden die Kühne-Gelder im sportlichen Erfolgsfall zu Verbindlichkeiten und es droht doch erst hierdurch die Überschuldung der AG.
          .

  6. Dubios 29. Juli 2016 um 10:08 Uhr - Antworten

    Schön geschrieben.Was mich jetzt interessiert ist was die Anteile Wert sind im Falle der Insolvenz.Wieviel ist die AG jetzt Kühne schon schuldig und wieviel Prozent hält er schon,waren es elf? Ich weiß es nicht mehr genau.

  7. Gravesen 29. Juli 2016 um 11:00 Uhr - Antworten

    Großartiges Phänomen übrigens: Je besser ein Blog ist und je mehr er den Kern der Sache trifft und die Realität abbildet, umso mehr Psychopathen kommen aus ihren Löchern und landen auf dem Spamfilter. Herrlich 🙂

    • Skeptiker 29. Juli 2016 um 11:16 Uhr - Antworten

      Für den hüpfenden Jubelfan kann halt nicht sein, was nicht sein darf.

  8. Philipp 29. Juli 2016 um 11:47 Uhr - Antworten

    Gravesen, wenn ich mir was wünschen darf, bitte:
    – weniger Gleichmacherei zwischen Pöblern und sachlichen Kritikern.
    – mehr fundierte und konstruktive Beiträge (wie diesen hier) statt der täglichen (wenn auch verständlichen) Leier, wie schrecklich alles ist.

    Ja, das ist Ihr Blog. Sie können schreiben, was Sie möchten und ich habe als Blogger großen Respekt vor dem Aufwand und Herzblut, der darin steckt.

    Übrigens: Ich bin über alle Themen hinweg zu 90% Ihrer Meinung, was die Performance von Team und insbesondere Management angeht. Das alles hier würde für mich aber deutlich an Qualität gewinnen, wenn man mal eher darauf schaut, was wo besser gemacht werden könnte, statt einfach nur kontinuierlich zu meckern (auch wenn es fast immer berechtigt ist). Klasse fand ich in diesem Kontext z.B. http://www.hsv-arena.hamburg/2016/07/27/gescheitert-so-verkehrt-sind-die-verhaeltnisse/

    • Gravesen 29. Juli 2016 um 11:53 Uhr - Antworten

      Prima. Dann erbitte ich einen (konstruktiven) Vorschlag, welche Themen über Dinge, die sich tatsächlich verbessert haben sollten, genehm sind.

  9. Kugelblitz 29. Juli 2016 um 12:13 Uhr - Antworten

    was passiert denn mit den von kühne in dieser transferperiode zur verfügung gestellten geldern, sollte sich der hsv nicht für europa qualifizieren?

    es ist doch in der bilanz auch fremdkapital. kühne verzichtet auf rückzahlung – was passiert da buchhalterisch?

    • Kerberos 29. Juli 2016 um 13:15 Uhr - Antworten

      Also; es gibt hier verschiedene Möglichkeiten in Abhängigkeit von der Vertragsgestaltung; bisher (war bereits Thema) arbeitete Kühne mit Forderungsverzicht für Darlehen mit Besserungsschein. Dies kann aber im Rahmenvertrag noch nicht abschließend geregelt sein, da ein Verzicht auf eine in der Zukunft gelegene – erst entstehende – Forderung gegen Besserungsschein nicht möglich ist.
      .
      Bei dieser Konstruktion gewährt Kühne also vor jedem Transfer erst ein Darlehen und verzichtet dann, eine logische Sekunde später, auf seine Forderung gegen Besserungsschein. Es entstehen also am Ende durch den Forderungsverzicht keine Verbindlichkeiten; je nach Gestaltung der Verträge entsteht dann z.B. verdecktes Eigenkapital.
      .
      Wird es nichts mit Europa-Pokal passiert auch nichts mehr. Das Kühne-Geld bleibt verdecktes Eigenkapital.
      .
      Tritt nun das im Besserungsschein vereinbarte Ereignis (Europa-Pokal) ein, so entsteht eine (neue) Forderung von Kühne zum Zeitpunkt des Ereigniseintritts. Das verdeckte Eigenkapital wird dann zur Verbindlichkeit. Die “Falle” ist zugeschnappt. (nur für Bilanzierung nach HGB).
      .
      Diese Vereinbarung ist dem Grunde nach pervers. Hier gibt ein Vater zum Beginn eines Schuljahres seinem Sohn 50,- € und erklärt, dass der Sohn die 50,-€ behalten kann, wenn er denn das gesteckte Ziel nicht erreicht und am Ende “Sitzen bleibt”. Bei Erfolg und Versetzung muss der Sohn die 50,-€ jedoch an den Vater zurückzahlen.
      .

      • Rainer Trapp 29. Juli 2016 um 16:18 Uhr - Antworten

        Der Forderungsverzicht von Kühne führt dann bei der HSV AG zu einem Wegfall der Verbindlichkeit und damit buchhalterisch zu einem Ertrag, der den Gewinn erhöht bzw. den Verlust vermindert.

        Kommt es dann zum vereinbarten Ereignis, lebt die Verbindlichkeit bei der AG wieder auf und führt zu einem Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung.

  10. Nebu 29. Juli 2016 um 14:22 Uhr - Antworten

    Ich finde das Szenario gut beschrieben, halte es aber trotz vieler stimmigen Argumente nicht für wahrscheinlich . Einfach deshalb weil der kmk steinalt ist und keine Erben hat.
    Was würde ihm es bringen über Umwege in einigen Jahren vielleicht 33% zu haben?

    Nur fürs Ego?

    • Gravesen 29. Juli 2016 um 14:27 Uhr - Antworten

      Das Totschlag-Argument, oder? Kühne ist ja so alt und so reich, der will bestimmt nicht Schlimmes. Außerdem vererbt er ja dem HSV irgendwann mal mindestens eine Milliarde, wie der Vollpfosten “Der Laberer” seinen Hohljüngern in SchmocksEinöde eintrichtern wollte (und die sind natürlich so verblödet und glauben das).
      .
      Löse dich mal von Kühne’s Alter. Selbst ein 78-Jähriger geht nicht davon aus, dass er nur noch drei Jahre hat und im Grunde nichts mehr einen Sinn macht.

    • Kerberos 29. Juli 2016 um 14:39 Uhr