..und wir lügen uns weiter in die eigene Tasche

Labbadia weiter: „Wir haben uns einige Chancen rausgespielt und waren gefährlich mit unseren Standards.“

„Dazu waren wir auch bei Standardsituationen gefährlich. Cagliari war fast ausschließlich gefährlich, wenn wir sie durch unsere Chancen dazu eingeladen haben. Das müssen wir abstellen“

Natürlich. Und natürlich ist der Erstliga-Aufsteiger aus der bärenstarken zweiten italienischen Liga in seiner Vorbereitung schon viel weiter, also so wie Bochum und demnächst Zwickau. Und natürlich müssen die zig neuen Spieler erst noch all die komplizierten Laufwege lernen. Und natürlich braucht Jatta noch Zeit, also so 3 bis 4 Jahre, um dann endlich Regionalliga spielen zu können. Aber schön, dass er jetzt doch bleiben darf, nachdem man ihm einen Profivertrag geben konnte, mit dem man die Damen-Bundesligamannschaft des HSV hätte finanzieren können. Und natürlich hakt es noch, aber das wird noch.

Es ist alles so geil beim HSV, man möchte weinen vor Freude. Die rosa Mädchen-Nachthemden werden des Nachts aus den Regalen gerissen, die Spieler nähern sich ihrem Leistungs-Zenit und irgendwelche Chinesen kaufen das Know how eines Bundesligisten, welches seit 30 Jahren nicht mehr existent ist. Geil.

Stand heute hat Beiersdorfer:

Für € 85 Mio. einen Abstiegskandidaten gebaut

Mehr als € 45 Mio. Transferminus und knapp € 17 Mio. Verlust im ersten Geschäftsjahr erwirtschaftet

Den Verein an den Rande der Insolvenz und in die komplette Abhängigkeit eines alten Milliardärs geführt

Aber: Hüpft einfach weiter, Leute. Seht irgendwelche Entwicklungen, die schlicht und einfach nicht vorhanden sind. Redet euch ein katastrophales Vorbereitungsspiel nach dem anderen schön. Wundert auch nicht, wenn am ersten Spieltag lediglich Ilicevic durch Kostic ersetzt wird, dessen Wert allein durch sein Engagement beim HSV automatisch halbiert wurde, wie es bei all den anderen Spielern passierte, die Buersdorfer holte. Wundert euch auch nicht, dass beim HSV mindestens 3 Spieler auf ungewohnten Positionen spielen (müssen). Und wundert euch auch nicht, dass es Herrn Buyersdorfer in 6 Monaten nicht gelungen ist, einen Ersatz für den polyvalenten Kacar zu finden, trotz der Kohle von Kühne. Nö, wundert euch einfach nicht, hüpft einfach weiter 😀

Aber wundert euch auch nicht, wenn ich im Oktober von einer „Duplizität der Ereignisse“ schreiben werde. Wenn nämlich Labbadia (aus verständlichen Gründen) die meisten Neuen nicht an den Start lässt, Herr Kühne das aber nicht witzig finden und Herrn Gernandt Druck ausüben lassen wird. Wenn dann Verbrennungs-Düdü nach und nach von Buddy Bruno abrücken und sich selbst aus der Schusslinie nehmen wird. Wenn plötzlich sogar den Schmierlappen von Bild und Abendblatt auffallen wird, was hier falsch läuft.

Wie gesagt: Nicht wundern 🙂

P.S. Krankhaft wird es dann, wenn Journalisten-Simulanten über ein Spiel berichten, das sie nicht mal am Wackel-Stream verfolgt haben. Aber: Hauptsache, alles ist super. Genial. Wahnsinn. Läuft…

Scholz

„Und mit Beginn der zweiten Hälfte wurde es schwungvoller es wurde schwungvoller“ [Münchhausen „de Vrij“ Scholz – Journalisten-Simulant]

Meisterhaft 😀

Von | 2016-08-11T08:24:12+02:00 11. August 2016|Allgemein|14 Kommentare

14 Comments

  1. Mosche 11. August 2016 um 07:38 Uhr

    Ich befürchte es auch 🙁

  2. Andy Schmitz 11. August 2016 um 07:56 Uhr

    Moin,

    Leider DITO!!!!???

  3. alfa 11. August 2016 um 08:51 Uhr

    Wie lange wollen wir uns eigentlich noch darüber wundern, dass die die da sind nicht das können, wofür sie da sind? ….und ärgern tue ich mich schon länger nicht mehr!

  4. leonardo63 11. August 2016 um 10:01 Uhr

    Moinsen,

    was soll BL denn auch anderes sagen ??

    Er selbst wird am besten wissen, daß die Truppe alles andere ist nur nicht bundesligatauglich. Sollte man mit ihm Mitleid haben — definitiv nein. Er handelt wie es üblich ist. Er geht mit offenen Augen in seine Entlassung .. wohl wissend, daß es am Ende aufgrund der Vertragslaufzeit eine Abfindung geben wird. Ich möchte das nicht als Charakterfrage hochstilisieren, denn dass in diesem Geschäft Charakter und Prinzipien noch Gültigkeit haben ist doch wohl mehr eine Latrinenparole.

    Bezüglich Beiersdorfer wurde hier hinlänglich und ausführlich diskutiert. Denke ich aber rückblickend an seine aktive Zeit als Spieler zurück, war er schon damals eher ein Mitläufer denn Chef.

  5. lazurro 11. August 2016 um 10:57 Uhr

    Hallo Grave,
    bin eher der stille Leser, aber erstmal vielen Dank für deine konstruktiven und interessanten Blog Posts. Alleine schon die korrekte Verwendung der deutschen Sprache hebt dich von den „professionellen“ Journalisten des Abendblatts ab.

    Ich möchte nochmal Bezug nehmen auf deinen Blog Eintrag „Bilanz des Schreckens“. Da muss ich heute mal deine Statistik der Transferströme anprangern. In erster Linie sind Transfers erst einmal Investitionen, die sich durchaus in der Zukunft, trotz temporären Verlustes, positiv auswirken können. Deshalb sollte man auch den Marktwert der Vereine und deren Veränderung in so einer Statistik einbeziehen. Jetzt ist es schwierig das Potenzial der aktuellen Kader zu beurteilen und dafür eine Aussage für die Zukunft zu treffen, aber eine Betrachtung der Marktwertentwicklung seit 2014 im Einklang mit den getätigten Transfers ist schon schnell gemacht.

    Hier zeichnet sich dann ein noch weitaus katastrophaleres Bild ab und der HSV rangiert nicht mehr auf Rang 3 im schlechtesten wirtschaften, sondern gönnt sich mit Abstand Platz 1. (Daten auf Basis von Transfermarkt, sowie deinen Angaben).

    RB Leipzig:
    Transfers: -75 Mio. €

    Wert 14: 23,30
    Wert 16: 62,38
    Differenz: +39,08

    Ergebnis: -35.92

    FC Bayern:
    Transfers: -69 Mio. €

    Wert 14: 564,18
    Wert 16: 582,15
    Differenz: +17.97

    Ergebnis: -51.03

    HSV:
    Transfers: -45 Mio. €

    Wert 14: 114,95
    Wert 16: 76,20
    Differenz: -38.75

    Ergebnis: -83.75

    BVB:
    Transfers: -43 Mio. €

    Wert 14: 329,80
    Wert 16: 341,25
    Differenz: +11.45

    Ergebnis: 31.55

    Der ein oder andere blinde Fan wird jetzt einwenden, dass der HSV dieses Jahr auch hohe Investitionen in junge Spieler (Halilovic, Wood, Kostic etc.) getätigt hat, aber insbesondere RB und der BVB haben dies ebenfalls getan und verfolgen die Strategie darüber hinaus seit Jahren. Bayern hat mit Renato Sanches ebenfalls eine teure Investition in die Zukunft getätigt, die fast die Hälfte des Transferminus ausmacht. Der Transfer von Halilovic beinhaltet zudem immer noch eine Rückkauf Option, wenn der Mann also steil geht ist der mögliche Gewinn also marginal. Bei den Kühne Transfers steht zudem immer ein grosses Fragezeichen, wer weiss genau wie hier die vertraglichen Bedingungen aussehen. Gut vorstellbar, dass auch hier potentielle Transferüberschüsse erstmal bei Kühne landen.

    Aber nun denn getreu dem HSV Motto / Leitbild: Die Hoffnung stirbt zuletzt oder immer weiter so

  6. royalewithcheese 11. August 2016 um 11:10 Uhr

    Gerade bei SPOX das Zitat vom Herrn Djourou gelesen…

    „Johan Djourou ließ sich deshalb im kicker zu folgender Aussage hinreißen: „Ich will keinen zu großen Vergleich ziehen, aber ein wenig erinnert es mich an meine Zeit beim FC Arsenal. Dort war so viel Qualität, dass jeder um seinen Platz kämpfen musste.“

    Alter Falter – gute Nacht!

    • Gravesen 11. August 2016 um 11:13 Uhr

      Heute morgen schien hier die Sonne, erinnerte mich ein wenig an Kalifornien….

  7. Skeptiker 11. August 2016 um 11:46 Uhr

    Ein Satz allein bringt es schon auf den Punkt: Stand heute hat Beiersdorfer für 85 Millionen einen Abstiegskandidaten gebaut. Eine wahre Meisterleistung. Bravo!

  8. Bjoern 11. August 2016 um 12:22 Uhr

    Einer wie Djourou sollte entweder in der Lage sein, seine Leistung realistisch einzuschätzen (und daher die Klappe halten), oder gleich die Klappe halten. Solange der in der Abwehr herumturnen darf, ist Europa so weit weg wie die Schweiz von Grönland.

  9. Gravesen 11. August 2016 um 19:19 Uhr

    Das nächste Meisterstück des Journalisten-Simulanten:
    .

    Nummer drei scheint derzeit Pierre Michel Lasogga wäre demnach die Nummer drei, während Bobby Wood und Michael Gregoritsch als Duo scheinen erste Wahl zu sein.

    .

    Eine Quote, die der „beste Anläufer der Liga“ (O-Ton Exportchef Peter Knäbel) in der Vorbereitung allerdings zu verbessern schien

  10. Björn 12. August 2016 um 18:58 Uhr

    @simulant
    ??

    BTW, Zoua spielt ab sofort für den 1. FC Kaiserslautern.

  11. alfa 12. August 2016 um 20:19 Uhr

    Können wir nicht Didi auch mit transferieren, wohin ist eigentlich egal! Irgendjemand wird ja wohl einen Stuhlwärmer gebrauchen können, wenn klaumi sich erbarmt und die Gehaltszahlung für das hoffentlich letzte Jahr übernimmt??

  12. Stephan Scheler 13. August 2016 um 00:43 Uhr

    250.000 Euro für Stieber, der mit Vertrauen und Einsatzzeiten auf der linken Seite mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Deut schlechter gespielt hätte als Bata Ilic. 250.000 Euro in einer Zeit, in der Engländer und Chinesen den Markt mit Kohle fluten und für jeden drittklassigen Spieler über 1 Mio. bezahlen. 250.000 Euro für Stieber kassiert, aber Wood für über 3 Mio. verpflichten. Beim HSV sind längst nicht nur alle Relationen aus den Fugen geraten…. man ist einfach nur noch fassungslos wegen diesem grauenvollen Missmanagement.

    • Gravesen 13. August 2016 um 06:18 Uhr

      Aber auch dafür gibt’s von den Berufs-Hüpfern, den bezahlten Provokateuren und den Vollidioten wieder genügend Argumente. Ist doch eine Wahnsinns-Leistung der Verbrennungs-Dukate, dass er den blinden Ungarn von der Gehaltsliste bekommen hat.
      .
      Mal zum Vergleich:
      Ein Moritz Leitner (Marktwert: € 1,5 Mio.) wechselt nach 9 Einsätzen in der letzten Saison für € 2 Mio. zu einem Verein wie Lazio Rom.
      .
      Ein Zoltan Stieber (Marktwert: € 800.000), EM-Teilnehmer und Torschütze, geht für € 250.000 nach Kaiserslautern.
      .
      Nicht nur Beiersdorfer ist absolut unfähig, alle um ihn herum sind es auch. Man stelle sich nur einmal vor, der Verein wäre davon abhängig, dass diese Pfeife Geld generieren müsste (ohne Kühne), um den HSV am Leben zu halten. Keine 2 Jahre und der Verein wäre wegen Insolvenz in der 4. Liga.

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