„Ich hoffe, man gibt der Mannschaft Zeit“

Sorry Bruno, aber ich kann es nicht mehr hören. Wie viel Zeit hätten’s denn gern? Und vor allem: Wofür? Eine Mannschaft, die mit genau zwei Veränderungen zur Vorsaison (Kostic und Wood) ins erste Saisonspiel ging und mit exakt einem Torschuss in 90 Minuten kläglich versagte, braucht (mal wieder) Zeit? Mal ne blöde Frage: Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag? Wie kann es sein, dass man nach 8 Wochen!!! Vorbereitungszeit bereits jetzt wieder um Zeit und Geduld bettelt? Es ist ja nicht so, dass man den gesamten Kader inkl. eines neuen „Funktionsteams“ auf links gedreht hat, oder? Und selbst dann, wenn nun am Wochenende der „Gold-Brasilianer“ Douglas Mentos den bis dahin alles überragenden Oster-Zollek ersetzen sollte, wofür genau braucht ihr schon wieder Zeit?

„Die Mannschaft muss sich noch finden“ lese ich ständig. Nun, dann sollte man ihr vielleicht eine Anleitung dafür geben, wo sie suchen soll, anstatt wieder einmal freie Tage in Serie zu genehmigen. Da stelle ich mir eine andere Frage. Batuhan Altintas. Knapp zwei Jahre machte das türkische Supertalent nichts anderes als zu trainieren. Jeden Tag, endlose Stunden. Am Ende dann die Erkenntnis: Er ist noch nicht fit genug. Soll das eigentlich so eine Art Treppenwitz sein, der sich jetzt mit dem spannenden „Projekt Bahoui“ und dem Balkan-Messi Halilovic wiederholt. Das Schweden-Talent Hui Buh ist mittlerweile 7 Monate in Hamburg und sollte sich eigentlich an den Schlafrhythmus gewöhnt haben. Aber: Der Mann lernt immer noch Laufwege und kommt maximal gegen Vierligisten zu Kurzeinsätzen.

Alen Halilovc kam nach einer einjährigen Leihe aus Gijon am 21.07. nach Hamburg, das ist jetzt genau 50 Tage her. Mag sein, dass der 20-Jährige nicht austrainiert war, aber es kann doch nicht sein, dass man dieses Problem in 50 Tagen!!! nicht in den Griff bekommt. Geht natürlich nur dann, wenn man auch mal mehr als 2 1/2 Einheiten pro Woche trainiert.

Aber schön, geben wir Zeit. Wie lange denn ungefähr? Vielleicht bis zum Bayern-Spiel am 5. Spieltag der laufenden Saison, wenn der HSV bis dahin 2 Punkte auf dem Konto hat? Anschließend geht’s nach Berlin und dann nach Gladbach, viel Vergnügen. Oder vielleicht bis zum Start der Rückrunde, die unter dem Trainer Labbadia traditionell immer schlechter als die Hinserie ist? Och nö, lass uns doch am besten Zeit bis zur nächsten Saison geben, aber da haben wir dann schon wieder das nächste kleine Problemchen. Adler, Mickel, Djourou, Spahic, Ostrzolek, Seo, Götz. Das sind die Herren, deren Verträge auslaufen, also fast die komplette Defensive. Macht aber nichts, man holt ja bekanntlich im Winter zum nächsten großen Transferschlag aus und verpflichten den kläglichen Rest der brasilianischen Olympia-Mannschaft. Die Jungs brauchen dann natürlich erstmal Zeit, oder?

Wofür eigentlich genau? Wofür brauchen die Zeit? Um das primitive HSV-Spiel zu verinnerlichen? Um sich auf das erbärmliche spielerische Niveau runterziehen zu lassen? Adler wartet, Adler guckt, Adler drischt die Pille nach vorn. Kein Aufbauspiel, kein Gegenpressing, keine Kombinationen, nichts. Dafür braucht man Zeit? Ein € 5 Millionen-Mann wie Halilovic braucht Zeit? Ein € 10-Millionen-Einkauf wie Douglas Santos muss Laufwege lernen, die es nicht gibt? Mich wundert ja nur, dass € 15-Millionen-Schnäppchen Filip Kostic bereits so weit ist. Ne Freunde, solche Dinger können sich die Münchner oder die Dortmunder leisten. Millionen-Transfers zu realisieren und diese langsam an die Mannschaft zu führen. Beim HSV müssen solche Transfers sitzen und zwar sofort. Aber in Hamburg braucht ja auch der Marketing Vorstand Zeit….

Genauso viel Zeit wie diejenigen, die im nächsten Sommer kommen werden, alle brauchen Zeit. Man darf allerdings gespannt sein, welcher Trainer dann um Zeit betteln wird, denn die Zeit des „Zeit-Gebens“ ist vorbei. Am ersten Spieltag, beim ersten Heimspiel der frischen Saison vermeldete der HSV 50.000 Besucher, ich war einer davon. Wenn das 50.000 waren, dann wird der HSV Meister. Nie im Leben. Aber egal, es läuft doch alles bestens. Die Business-Seats gehen weg wie nichts, die Logen sind überfüllt. Schade nur, dass man auf 2.500 Dauerkarten sitzengeblieben ist, das hat es in Hamburg lange nicht gegeben. Selbst in sportlich dunkelsten Zeiten sind euch die Leute die Bude eingerannt, damit ist es jetzt vorbei.

€ 90,6 Mio. für neue Spieler

€ 13 Mio. jedes Jahr für den administrativen Wasserkopf

€ 49,35 Mio. Transferminus in 2 Jahren

4 Trainer

3 Sportdirektoren

Schluss mit dem Gebettel, liefert endlich ab! Und bitte, liebe Herren außerhalb des Platzes, tut nicht so, als würdet ihr um Zeit für die Mannschaft betteln, wenn ihr doch eigentlich Zeit für euch und eure Verträge meint. Danke.

Von | 2016-09-09T07:14:10+02:00 9. September 2016|Allgemein|27 Kommentare

27 Comments

  1. Holger Pfeiffer 9. September 2016 um 07:30 Uhr

    Es wurde ZEIT, dass dieses leidige Thema mal kompetent aufgearbeitet wird.

    Danke, danke, danke…

  2. Saschas Alte Liebe 9. September 2016 um 07:35 Uhr

    Moin, wenn Du hier derart runde und gut geölte Beiträge von Dir gibst am Morgen, zu denen lediglich ein lapidares ‚Ja, genau so ist es‘ zu sagen bleibt, so verschafft das den Lesern hier einiges an zusätzlicher Zeit.
    ich hab’s derweil einfach nochmal gelesen – weil’s so schön flutscht.
    ?

  3. Volli 9. September 2016 um 08:06 Uhr

    Vielleicht sollte sich der HSV mal einen vernünftigen 95 jährigen Trainer zulegen. Dann wäre dieses unsägliche Gelaber von Zeit geben zuende!!! Selbst Kühne müsste doch bei diesen Aussagen rot vor Wut werden!

  4. Gravesen 9. September 2016 um 09:02 Uhr

    Es ist das dritte Jahr unter Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer, es ist das dritte Jahr seit der Neuorganisation des Vereins. Und es ist das Jahr, in dem Investor Klaus-Michael Kühne so spendabel war wie nie zuvor. Weil Trainer Bruno Labbadia zudem endlich die lange Vorbereitungszeit hatte, die er sich immer gewünscht hat, gibt es jetzt eigentlich keine Ausreden mehr. Auch wenn der eine oder andere Verantwortliche nicht müde wird, um Geduld mit der erneuerten Mannschaft zu bitten – die Schonzeit für die Führungskräfte des HSV ist jetzt, nach dem Ende der Transferperiode, vorbei. In diesem, im dritten Jahr müssen sie liefern.

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    HSV kann sich nicht mehr viele Fehler leisten

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    Der Druck für Beiersdorfer, Labbadia und Co. ist um einiges größer, als er es in den vergangenen Spielzeiten war. Wer in diesen Wochen mit Geldgebern, Sponsoren und anderen Unterstützern spricht, hört immer wieder die gleichen Sätze: Der Vorstand habe nun genug Zeit gehabt, das Unternehmen HSV umzustrukturieren; die sportlich Verantwortlichen hätten in Dimensionen einkaufen können, von denen viele andere Bundesligaclubs nur träumen könnten; und der Trainer hatte die Spieler so lange in der Saisonvorbereitung zusammen wie nie.

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    Bessere Bedingungen als vor dieser Spielzeit und einen noch großzügigeren Geldgeber kann man sich angesichts der jüngsten Hamburger Fußball-Geschichte kaum vorstellen. Wenn der HSV nicht unter diesen nahezu optimalen Bedingungen den Anschluss an die erweiterte Spitze des deutschen Fußballs schafft – wann bitte schön dann? Soll heißen: Es geht nicht nur um die Zukunft von Beiersdorfer und Labbadia, es geht endgültig um die Zukunft des HSV.

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    Fragen, gegen die nur eins hilft: Punkte, Siege. Nicht in der Rückrunde oder in der nächsten Saison, sondern jetzt.

    [Quelle: http://m.abendblatt.de/meinung/article208210745/Die-Schonzeit-fuer-den-HSV-ist-vorbei.html%5D

    • Kerberos 9. September 2016 um 09:52 Uhr

      .
      Na; letztens schon der verhalten kritische Artikel des Hr. Schiller und nun dieser Artikel des Hr. Haider. Dreht sich da etwa der Wind beim Hamburger Abendblatt und der „Chef“ gibt hier die neue Richtung vor?
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      • Gravesen 9. September 2016 um 09:56 Uhr

        Ich denke, dass ist dies die ersten Reaktionen darauf sind, dass die „Freunde“ von der BILD seit Monaten mit Exklusiv-Geschichten überhäuft wurden und die Jungs von Funke beständig in die Röhre gucken mussten. Sowas merkt man sich und bei erstbester Gelegenheit wird zurückgezahlt.

  5. LordBendtnerdererste 9. September 2016 um 09:54 Uhr

    Hey Graver, Logen alle weg?

    saß gg Ingolstadt auf der Westtribüne…da war bestimmt 10 Logen frei!!!!

    Business Suites gehen weg wie warme Semmeln??
    Mein Kollege der VIP Karten hat meinte, dass es recht überschaubar in den VIP Bereichen zugeht…

    • Gravesen 9. September 2016 um 09:57 Uhr

      Von Zeit zu Zeit erlaube ich mir den Anflug von Ironie 😉

  6. Thomas Vernunft 9. September 2016 um 10:31 Uhr

    Der HSV wird mit 3:1 in Leverkusen untergehen – schon alleine der grottenschlechten Abwehr (exklusive Spahic) wegen. Wie kann ein Mann wie Ostrzolek, der anscheinend eine vertraglich festgeschriebene Einsatzgarantie hat und der in Augsburg m.E. wesentlich besser gespielt hat, sich solche Fehler im Zweikampf und Aufbauspiel erlauben ? Warum liefert dieser Mann nichts ? Wird im Training Skat gekloppt oder was ? Djourou verletzt – jouhou kann ich nur sagen ! Völlig überschätzt und mit einem Feuerwerk aus Hannover verabschiedet – und als Blindgänger beim HSV gelandet. Warum sind diese(laienhaften?) Erkenntnisse nicht bis heute zu BL durchgedrungen ? Warum speilt ein Adler ? Nur weil er in der Kicker-Elf der letzten Saison steht ? BL sollte Mathenia ins Tor stellen – der ist wesentlich schneller im Aufbau und noch dazu besser im 1 gegen 1 weil er aus dem Tor rauskommt und den Zweikampf GEWINNT. Davor Spahic (kann man den nicht klonen ?) und Jung sowie Doofmeier und den Brasi. 2 defensive Mittelfeldler (nicht Hunt !) wie Kacar – ach nee ser ist ja verkauft. Mmh muss Opa Kühne dem HSV noch einen schenken zu Weihnachten. Bis dahin wird irgendwie durchgewurschelt und parodiert und dann greifen wir in der 2.Saisonhälft an wo BL ja bekanntlich seine Stärken auspielt.
    Zurück zum Mittelfeld: Defensiv Ekdal und Holtby- Davor offensin Kostic und Halilovic. Im Sturm BW und Greggerl. Aber lasst denen erst mal genug Zeit…Another black Saturday.

  7. Skeptiker 9. September 2016 um 10:55 Uhr

    Sehr gut geschriebener Blog! Bringt es exakt auf den Punkt!

  8. Ralf Leister 9. September 2016 um 11:44 Uhr

    Wieder einmal ein sehr spannender und kritischer Artikel! Insbesondere die aktuelle und perspektivisch schlechte Personalsituation in der Abwehr finde ich…alarmierend. Danke dafür!

    Du erwähnst die Transferbilanz des HSV und genau dazu möchte ich hier auf einen weiterführenden Link aufmerksam machen. Analysiert werden ausgewählte Fragestellungen der abgelaufenen Transferperiode auf Club-Ebene. Der HSV sticht dabei nicht nur einmal hervor.

    Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht. Seht am besten selbst: http://fussballwirtschaft.de/sommer-transferperiode-2016

    • Gravesen 9. September 2016 um 11:46 Uhr

      Möchtest du jetzt eigentlich in allen relevanten Blogs Werbung für dich machen?

      • Ralf Leister 9. September 2016 um 12:01 Uhr

        Ich denke, dass mein aktueller Beitrag gut zu einem Teil Deines heutigen Artikels passt. Da wir beide anhand von Fakten argumentieren, fand ich eine Verlinkung passend.

        Für mich als relativ neuer Blogger ist das natürlich eine große Chance.

        Sollte es Dich stören, unterlasse ich es zukünftig an dieser Stelle.

        • Gravesen 9. September 2016 um 12:06 Uhr

          Ach was, kein Problem.

          • Ralf Leister 9. September 2016 um 12:09 Uhr

            🙂 Danke Dir

        • Saschas Alte Liebe 9. September 2016 um 12:10 Uhr

          Da drängt sich doch der Spenden-Button geradezu zwingend ins Bild…
          ?

  9. Gravesen 9. September 2016 um 12:42 Uhr

    Was bin ich froh, dass ich diesen Schwachkopf „Colt Seavers“ hier gekickt habe…

  10. alfa 9. September 2016 um 13:17 Uhr

    Grave , Mensch!
    Den letzten Satz so rauszuhauen. Das geht ja gar nicht, das sollte doch gar keiner bemerken ,da haben die sich soviel Mühe gegeben und du entlarvst sie einfach.?!

    • Saschas Alte Liebe 9. September 2016 um 14:09 Uhr

      ja, mist! und für diese Ablenkungsphrasen-Taktik werden reihenweise für Millionen Talente verbraten, gedizzt und abgeschoben.
      Wie gut, dass diese Entlarvungen immer aus diesem Cassandra-Blog kommen – fast immer richtig liegend, doch wenig gehört bzw. angestrengt ignoriert.
      Außer, es muss mal wieder ein Bauernopfer geschlachtet werden. Dann kann man sich aus der Arena-Historie mit passender Argumentation bedienen.
      Wenn Labbadia geschlachtet wird, kann man das hier in letzter Zeit geschriebene wiederfinden/-hören.
      Also, weiter als Speerspitze der Aufklärung und Positionslicht in düsteren Zeiten.
      ?

  11. Seleer 9. September 2016 um 14:14 Uhr

    Bravour, Grave!!!!! Tschüss, Bruno!!!!

  12. Skeptiker 10. September 2016 um 10:25 Uhr

    Neue Zahlen im Abendblatt. Finanzielle Lage noch desaströser als angenommen. An einem 78-Jährigem allein hängt der ganze Club. Eine großartige Leistung! Dazke Didi, dazke!

  13. Didi-der-Grosse 10. September 2016 um 16:10 Uhr

    Ja der HSV braucht gaaaaanz viel Zeit, da die Mannschaft sich finden muss. Bei 2 Neuzugängen in der Startelf (das auch noch Stürmer). Wie verblödet müssen die meisten Anhänger des HSV`s eigentlich sein um den Mist zu glauben. Und der 10 Mio. Mann spielt nichtmal, vermutlich sagt Bruno nachdem Spiel, das er noch kein richtigen Schlafrythmus hat.

  14. Skeptiker 10. September 2016 um 18:40 Uhr

    Wir brauchen noch mehr ZEIT! Das wird eine großartige Saison!

  15. thomi56 10. September 2016 um 19:23 Uhr

    Ja, aber nur wenn wir auch vieeeeeeel mehr Zeit bekommen. Wie lange ist die Saison???

  16. Bjoern 10. September 2016 um 19:46 Uhr

    Ein bisschen Geduld bitte, Herrschaften!
    Es dauert nur noch maximal 3-7 Jahre, bis die Abwehr halbwegs zweitligatauglich ist.

  17. Goldfather 10. September 2016 um 23:01 Uhr

    Wenn man sich anschaut wie unpräzise das Mittelfeld des HSV unmittelbar vor dem 1:1 Ausgleich durch Leverkusen seine Gegenspieler deckt, fragt man sich automatisch drei Dinge:
    .
    1. Wird trainiert beim HSV?
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    2. Ist das Spiel verschoben worden?
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    3. Was soll das?
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    Ich empfehle jedem den es interessiert sich die 20 Sekunden bevor der Ball über die Linie geht wiederholt in Zeitlupe anzuschauen, um zu verstehen wie schräg es beim HSV auf dem Platz abläuft.
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    Positiv zu erwähnen wäre allerdings schon, dass die Viererkette bei allen Gegentoren präzise agiert hat, aber leider keinen Zugriff bekommen konnte, weil Leverkusen sehr schnell ein Überzahlspiel herstellen konnte aufgrund der geistigen und körperlichen Abwesenheit der vier HSV-Spieler die vor der Abwehr des HSV spielen.
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    Positiv waren auch die Pässe von Gregoritsch in die Spitze und natürlich die Aggressivität Woods in der Offensive.
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    Aber alle diese positiven Faktoren nützen nichts, wenn die Jungs die Konzentration nicht über 90 Minuten aufrecht erhalten können. Fehlt es an Nahrungsergänzungsmitteln? Fehlt es an Trainingsmethoden die Konzentration und flexibles Denken fördern?
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    Woran es auf jedenfall fehlt sind Trainingsmethoden, die den Jungs offenbaren mit welcher brutalen Kombinationsgeschwindigkeit, bei gleichzeitig enormer Präzision, eine Spitzenmannschaft, wie Leverkusen, heutzutage agiert.
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    Das wenige, was ich in dieser Saison vom Training des HSV gesehen habe sagt mir bis jetzt, dass die Geschwindigkeiten mit und ohne Ball zu niedrig sind, dass die Ballbehandlung bei vielen Spielern mangelhaft ist, und das vor allem das Trainerteam nicht in der Lage ist entsprechende Trainingsformen anzubieten, die dazu führen, dass die Defizite deutlich reduziert werden können.
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    Stattdessen gibt es Szenen beim Training, wie nach dem Spiel gegen Ingolstadt, als Bruno eine Stunde lang mit Djourou auf dem Platz spricht, um ihm die Probleme der letzten Partie zu verdeutlichen. Bruno hat bis heute nicht verstanden, dass man Spieler am besten fließend, also während der Bewegung kurz und prägnant auf ihre Fehler hinweist.
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    Bruno muß Trainingsformen finden die eine wesentlich höhere Ballkontaktfrequenz besitzen bei gleichzeitig erhöhter Geschwindigkeit und währenddessen muß er die Spieler engagiert auf ihre prägnantesten Probleme hinweisen ohne sie in ihrem Konzentrationsfluß zu stören.
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    Doch stattdessen wird Bruno in den nächsten Tagen höchstwahrscheinlich Romane erzählen und die Spieler weiter verunsichern, da seine Ideen, so wie er sie bislang vermitteln möchte zu komplex sind und die gewählten Trainingsformen nicht dem fußballerischen Niveau entsprechen, das in dieser extrem schnellen und teilweise technisch brillianten Bundesliga gefordert ist.
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    Es gibt beim HSV zahlreiche Spieler die mit den entsprechenden Trainingsformen und Einsätzen in der Lage wären Fußball auf dem Niveau von Dortmund oder Gladbach zu spielen. Neben den bereits zahlreich besprochenen superteuren Neu-Spielern sehe ich beispielsweise in Gregoritsch und Jatta zwei Spieler mit extremem Entwicklungspotenzial.
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    Gregoritsch: Gutes Auge, abschlußstark, guter Schuß, gute Technik. Problem: Fehlende Geschwindigkeit mit und ohne Ball.
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    Jatta: Ein begnadeter Athlet, spurtstark, hervorragende Physis, Torinstinkt. Problem: schlechte Technik im Bereich der Ballannahme sowie Ballmitnahme, mangelhaftes Volleyspiel, schlechtes Kopfballspiel.
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    Beide Spieler sind hochmotiviert und wären ohne mit der Wimper zu zucken bereit eine Extraschicht nach der anderen zu kloppen um sich zu verbessern. Man erinnere sich nur daran wie fußballerisch limitiert Magic Horst Hrubesch zum HSV kam und wie stark er insbesondere unter Happel wurde.
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    Weder Gregoritsch noch Jatta müssen Messi-Niveau erreichen, um für den HSV sehr sehr wertvoll zu werden. Es ist an Bruno aus einer Mannschaft, der ich unter einem Toptrainer einen Platz unter den ersten fünf zutrauen würde, ein Team zu formen, welches besser abschneidet als in der letzten Saison.

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