Der Fluch des Sportdirektors

Liebe Leser,

heute nur ein kurzer Blog, ich habe wenig Zeit. Betrachtet man die aktuelle Situation des HSV, besonders auch die desaströse Außendarstellung des Vereins, so kommt man immer mehr zu der Erkenntnis: Labbadia wird einfach nur allein gelassen. Nach den Niederlagen ist es der Trainer, der Rede und Antwort stehen darf, der große Vorsitzende bequemt sich vielleicht mal am nächsten Tag und nach einer Nacht des Denkens vor die Kameras und schwafelt selbst dann noch unzusammenhängendes Zeug in die Welt.

Genau hier liegt das große Problem, welches unter anderem dadurch entstanden ist, dass sich Deadline-Didi mal wieder in seine Lieblingsposition, die des Sportchefs verliebt hat. Hier kann er mit fremdem Geld spielen, kann den Kaderplaner markieren, kann mit den Beratern und Spielern (und mit Kühne und Struth) quatschen. Aber ein Sportchef ist eben auch dann ein Sportchef (oder sollte es sein) und eben der Vorgesetzte des Trainers, wenn’s brennt. Dann aber mutiert der Zauderschlumpf aber wie von Geisterhand zurück zum Vorstandsvorsitzenden, der wichtigere Dinge zu tun hat.

Erinnert tut dies in fataler Art und Weise an die Zeit, als es der unterirdische Aufsichtsrat in mehr als 2 Jahren nicht schaffte, einen Sportchef-Nachfolger für eben diesen Null-Performer zu finden und Bernd Hoffmann auch beide Jobs ausüben musste. Mit dem einen Unterschied: Damals war es der AR, der keinen Nachfolger für Beiersdorfer fand (der Sportchef war damals noch Vorstandsmitglied), heute ist es Beiersdorfer selbst.

Labbadia weiß das alles und reagiert wie? Genervt. Er weiß, dass man ihn im Regen stehen lässt, er weiß, dass er eigentlich andere Spieler wollte. Er aber macht gute Miene zu bösen Spiel, altert zunehmend, lässt Haupthaar und wird am Ende doch derjenige sein, den es als Ersten erwischt.

Von | 2016-09-20T07:38:59+02:00 20. September 2016|Allgemein|21 Kommentare

21 Comments

  1. Weltmeister 20. September 2016 um 07:48 Uhr

    Treffend beschrieben!
    Ich bin auf den Auftritt der Mannschaft am heutigen Abend gespannt. Welche Reaktion wird gezeigt? Steht das Team zum Trainer und haut sich rein? Oder gibt es wieder Auflösungserscheinungen?
    Später am Abend sind wir vielleicht schlauer.

  2. Gravesen 20. September 2016 um 08:55 Uhr

    Klartext. Eine Zusammenfassung des gestrigen Blogs und des heutigen. Und es werden bei Weitem nicht alle grausamen Punkte angesprochen, da ist noch viel mehr….
    .
    http://www.goal.com/de/news/1025/kolumne/2016/09/20/27695162/jovanovs-hsv-der-trainer-ist-das-geringste-problem?utm_source=facebook.com&utm_medium=referral&utm_campaign=defb

    • lukaslokomo 20. September 2016 um 13:40 Uhr

      Moin Grave,

      es ist einfach nur grausam, was zusätzlich zu dem, was du und Daniel eh schon immer anprangern, jetzt „rauskommt“ und wenn du sagst, da kann noch mehr kommen….oh man.

      Laut Wikipedia ist der Aufsichtsrat für die Überwachung des Vorstands zuständig. Ich interprtiere das so, dass der AR auch den Vorstand bestellt und entlässt. (das ist eine Annahme analog anderen AGs)

      (Aufsichtsrat

      Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Mitgliedern. Der Präsident des HSV e. V. ist geborenes Mitglied, die übrigen Mitglieder wählt die Hauptversammlung. Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Geschäftsführungstätigkeit des Vorstandes.

      Aktueller Aufsichtsrat

      Vorsitzender: Karl Gernandt (Präsident des Verwaltungsrats der Kühne + Nagel International AG)
      HSV-Präsident: Jens Meier (Geschäftsführer der Hamburg Port Authority)
      Dieter Becken (Wirtschaftsmanager)
      Bernd Bönte (Geschäftsführer und Mitinhaber der Klitschko Management Group GmbH)
      Felix Goedhart (Vorstandsvorsitzender der Capital Stage AG)
      Peter Nogly (ehemaliger HSV-Spieler)

      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/HSV_Fu%C3%9Fball_AG#Aktueller_Aufsichtsrat)

      Meine Frage, wie schätzt du das ein, besteht überhaupt die Chance, dass diese 6 Leute den Vorstand oder zumindest Beiersdorfer und Hilke entlassen? Oder ist das sowieso nicht realistisch, weil auch der beschriebene Sumpf an Gefälligkeiten und Verbindungen greift?

      Schade, dass HSV+ nicht gekommen ist……

      • Gravesen 20. September 2016 um 15:13 Uhr

        Meine Einschätzung zum Aufsichtsrat? Dieser Aufsichtsrat existiert überhaupt nicht bzw. er ist ein Papiertiger. Ob da nun Becken oder Bönte oder Nogly sitzen oder ob man dort Charlie Sheen und Mickey Mouse reinsetzt, es spielt keine Rolle. Der Aufsichtsrat ist Gernandt ist Kühne. Punkt.

  3. marc klockmann 20. September 2016 um 09:21 Uhr

    Ich bin gespannt auf heute Abend und vielen Dank Grave für Deinen Blog

  4. Andy Schmitz 20. September 2016 um 09:50 Uhr

    Moin Grave,

    Das schlimme ist sowohl du als auch Jovanov habt in euren Bewertungen und Analysen vollkommen recht. Genau so wie viele eurer Blogleser aber es ändert sich nichts und läßt noch viel schlimmes und gesundheits gefährdendes vermuten…..

  5. Bwana Bruce 20. September 2016 um 10:36 Uhr

    Moin !

    …..“keine Zeit“ …… der Herr unterwegs in die schoene Schweiz ?

    Viel Spass !!!!

    Sonnige Gruesse , Bwana

  6. Andy Schmitz 20. September 2016 um 10:41 Uhr

    Ein schlechter Witz irgendwie……
    Da hat man wohl entsprechend mitgelsen was Teile der Anhängerschaft so fordern:

    http://hsv24.mopo.de/2016/09/19/fuer-den-hsv-villas-boss-lernt-deutsch.html

    Auch von mir einen hoffentlich erfolgreichen und schönen Aufenthalt in der Schweiz und Beste Grüße ???

    • Gravesen 20. September 2016 um 11:17 Uhr

      Keine Sorge, ich bin nicht in der Schweiz. Wenn ich mit Herrn Kühne kommuniziere, reicht die Mail 😉

  7. Skeptiker 20. September 2016 um 11:51 Uhr

    Skripnik neuer HSV-Trainer

    Hamburg. Nach dem jüngsten Heimspieldebakel gab sich HSV-Chef Beiersdorfer in der Trainerfrage noch zurückhaltend, aber jetzt ging alles ganz schnell: Viktor Skripnik wurde heute als neuer HSV-Trainer vorgestellt. Er beerbt den zuletzt glücklosen Bruno Labberdia, der die Mannschaft beim heutigen Auswärtsspiel in Freiburg letztmalig betreuen wird. Dietmar Beiersdorfer zeigte sich auf der Pressekonferenz glücklich und erleichtert: „Viktor ist unser absoluter Wunschtrainer. Wir sind schon lange in Gesprächen und freuen uns, dass wir ihn nun endlich langfristig an uns binden können. Der HSV befindet sich in keiner einfachen Lage, aber wir sind der festen Überzeugung, dass Viktor uns wieder nach vorn bringen kann.“
    Skripnik soll beim nächsten Heimspiel gegen den FC Bayern erstmals auf der Trainerbank sitzen. Eine schwierige Aufgabe, doch er gibt sich kämpferisch: „Der HSV ist ein großer Verein in einer wunderbaren Stadt! Schon als Kind war ich Anhänger dieses Clubs. So lange ich denken kann, trage ich die Raute im Herzen. Der HSV hat eine fantastische Mannschaft mit viel Potenzial. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam Erfolg haben werden!“ Skripnik erhält in Hamburg einen Dreijahresvertrag.

  8. alfa 20. September 2016 um 12:21 Uhr

    Das was von RBL am Wochenende an den Tag gelegt wurde, war weder fair noch angebracht! : Es war eine zu harte Form der Demoralisierung! Hoffentlich haben die Breisgauer heute keine Ambitionen auf den Pfaden des RB zu wandeln!
    Bruno 1,5Jahre für Didi den Rücken frei gehalten,und immer wieder sogar die Aussendarrstellung zurecht „gerückt“. Wenn Didi Bruno überdauern sollte, kann ich bei Herrn Kühne aber auch wirklich keine wohlwollende Hilfestellung ausmachen!
    alfaige Grüsse an alle Hoffer, Beter, Abwender, Loyale, Beobachter, Mitleserund an Wunder Gläubige!
    Grave, bist du wirklich nicht in der Nähe von Schindellegi?

  9. Volli 20. September 2016 um 12:41 Uhr

    Kann uns KMK nicht eine Marionette mit Ausstrahlung vorsetzen, am Besten direkt Calli Calmund? Unser großer Vorsitzender ist einfach nicht mehr zu ertragen! Gibt’s vielleicht irgendwo Aufnahmen wo Mama Lasogga diesen Kompetenzgott ins Achtung stellt? Nur noch peinlich was da im Volkspark passiert! Labbadia kann einem, trotz seiner Fehler, einfach nur Leid tun!

  10. Skeptiker 20. September 2016 um 13:10 Uhr

    Labbadia ist in dem ganzen Konzert die ärmste Sau. Ich will ihn nicht in Schutz nehmen, er ist kein Übertrainer und er macht auch viele Fehler und ist zum Entwickeln einer Mannschaft vielleicht auch nicht der Richtige. Er verhält sich angesichts der ganzen Shice beim HSV aber absolut professionell und, zumindest nach außen, loyal. Das muss unglaublich viel Kraft kosten. Zudem hat er in der letzten Saison die Außendarstellung des Clubs fast allein übernommen. Dukate war, wie immer, wenn es schwierig wird, abgetaucht. Jetzt wird man ihn wohl fallen lassen, dann kommt der nächste Didi-Buddy und das ganze Spiel beginnt von vorn – bis zum Abstieg, und dann ist Feierabend. An Brunos Stelle würde ich hoffen, dass ich heute verliere, damit ich den Saustall nicht mehr sehen muss.

  11. Ex-HSVer im Herzen 20. September 2016 um 15:11 Uhr

    Zunächst einmal ein großes Lob, dass Du (fast) täglich uns alle mit dem Blog versorgst. Das ist ohne Bezahlung nicht selbstverständlich. So wird mir täglich im Stau die Wartezeit versüßt.

    Zum Thema: Korrekt! Und daran wird sich nichts ändern, solange die gesamte Führungsriege nicht ihre Sachen packt und entsorgt wird. Bis vor einem Jahr habe ich mich auch selbst im VIP Bereich aufgehalten. Und mitbekommen, wie es da abgeht. Didi ist super nett, down to earth und ein sehr angenehmer Gesprächspartner. Aber ansonsten: „Grüß Dich, Alter“ oder Buddy-Gruß zwischen AR und allen möglichen Leuten und Vorständen und Direktoren. Das ist eine einzige Kuscheloase, wo keiner dem anderen weh tun will. Es lebt sich ja wunderbar mit 2 Mio Gehalt und Freigetränken und in der Umgebung von lauter netten Kumpels und Sponsoren, mit denen man per Du ist. Das ist so, als wenn eine Bande schwer erziehbarer Kinder sich selbst erziehen muss. Änderungen im Verhalten: 0,0%

    Mal schauen, welchen Buddy Dukaten-Didi demnächst inthronisiert/verbrennt.

  12. Micha 20. September 2016 um 15:34 Uhr

    Labbadia war im passenden Umfeld immer ein passabler Trainer. Hier mutiert er zum Loser. WARUM? Tolle Stadt+Ablöse?
    Herr Kühne, schreiten Sie mit ihrem Einfluß ein und beenden Sie die Geldvernichterei oberhalb des Trainers und schaffen Neues.

  13. ausgegliedert 20. September 2016 um 19:20 Uhr

    Der üble Sumpf umfassend beschrieben.
    Mich hat es nie gewundert, daß ein Tuchel sich nicht vor diesen Karren spannen lassen wollte, Dortmund hin oder her.

  14. Saschas Alte Liebe 20. September 2016 um 22:05 Uhr

    Der Offenbarungseid !
    SCF-HSV , diesmal nur 1:0

  15. Skeptiker 20. September 2016 um 22:21 Uhr

    Wie befürchtet. Die vom großen Dukaten-Vorsitzenden zusammengestellte charakterlose Millionen-Söldnertruppe ergibt sich kampflos dem Aufsteiger Freiburg. Sage mir bloß niemand, es sei allein Adler schuld. Man muss auch mal selber Tore schießen! Erbärmlich, man weiß schon gar nicht mehr, was man dazu noch sagen soll.

  16. Björn 20. September 2016 um 23:45 Uhr

    Ich bin ganz entspannt, weil Herr Scholz aus der Einöde ein „ordentliches Spiel“ gesehen hat. Dann muss es ja so sein…
    Gegen die Bayern ist aber ein Sieg nun Pflicht, oder?

  17. Goldfather 21. September 2016 um 02:38 Uhr

    Wenn Beiersdorfer so vorbereitet ist, wie ich die Situation derzeit einschätze, dann kann es jetzt mit der Ablösung Bruno Labbadias sehr schnell gehen. Sowohl die Aussagen Beiersdorfers vom Wochenende, als auch vom gestrigen Abend, deuten darauf hin, dass die Entscheidung bereits gefallen ist und Beiersdorfer seine letzte Patrone ins Magazin geschoben hat.
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    Labbadia ist Geschichte und er selbst scheint das bereits schon ein wenig länger zu wissen, wenn man von seiner Körpersprache ausgeht, die nichts anderes als totale Kapitulation vermittelt.
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    Hinzu kommt, dass Beiersdorfer die Doppelfunktion als VV und Sportdirektor nicht mehr lange ausüben kann ohne unangenehme Fragen vom AR oder Klaus-Michael gestellt zu bekommen, so dass er im Laufe dieser Saison dazu gezwungen sein wird einen Kaderplaner/Sportdirektor einzustellen. Und das wiederum bringt ihn in Zugzwang um seine Traineridee, an der er sicherlich schon länger gebastelt hat, endlich umsetzen zu können.
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    Wer Beiersdorfer kennt weiß, dass er über die Hartnäckigkeit eines männlichen Eisbären, der sein Ziel über hunderte von Kilometern verfolgen kann, verfügt. Und das bedeutet nichts anderes, als dass er noch am Tage der Absage Tuchels einen Alternativplan erarbeitet hat, dessen Umsetzung wir demnächst bezeugen dürften.
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    Möglicherweise hat Bruno Labbadia es selbst schon vor Monaten gewußt, als er seinen Vertrag lediglich um ein Jahr verlängerte und somit Beiersdorfers Ideallösung Platz machte. Weder Beiersdorfer noch Labbadia wirken auf mich sonderlich überrascht darüber, dass ihre gemeinsame Zeit beim HSV vor dem Ende steht.
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    Ebenfalls ist die anhaltende Zurückhaltung Klaus-Michaels erstaunlich, was darauf hindeutet, dass Labbadia als Übergangslösung gedacht war und die eigentliche Lösung des Trainerproblems bereits bekannt ist.
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    Dass ein gewisser André Villas-Boas auch Abstiegskampf beherrscht hat er in Portugal bereits bei seiner ersten Station bewiesen, so dass es sehr gut möglich ist, dass Beiersdorfer ihn nach seiner Zeit bei Zenit St.Petersburg ein zweites Mal verpflichtet, sind doch die Bedingungen angesichts eines Geldgebers und eines Traditionsclubs mit großer Anhängerschaft ähnlich.
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    Sollte es jedoch kein Trainer aus dem obersten Regal werden, dürfte die Zeit für Dietmar Beiersdorfer beim HSV ebenfalls abgelaufen sein, da kein durchschnittlicher Trainer in den letzten 40 Jahren Erfolg hatte in Hamburg.

  18. Freundchen 21. September 2016 um 07:27 Uhr

    Beiersdorfer muss das „erst mal sacken lassen“…vermutlich genau so lang, bis der Anruf aus der Schweiz kommt.

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