Der „liebe“ Killer und der Unkündbare

Irgendwann kommt der Punkt, da ist man sich selbst der Nächste. Im Falle des Vorstandsvorsitzenden kommt dieser Fall regelmäßig und schnell, denn entgegen der landläufigen Meinung, es handele sich um den „lieben Didi“, der seinem Baby HSV zu besseren Zeiten verhelfen möchte, ist Beiersdorfer ein eiskalter (Mitarbeiter)-Killer, der sich nicht scheut, ehemalige und verdiente Weggefährten jederzeit zu opfern, wenn er selbst dafür zumindest temporär aus der Schusslinie gerät. Das muss man wissen, sollte man mit dem Gedanken spielen, sich auf den Mann einzulassen.

Passend dazu diese Sätze aus einem gestern erschienen Artikel aus der WELT:

Seit seiner Rückkehr im April 2015 hat Labbadia sich schützend gegen alle Kritik von außen gestellt. Als sich andere wegduckten, hat er Profil gezeigt und dem HSV ein Gesicht gegeben. Jetzt, da er selbst Rückendeckung bräuchte, wird diese ihm verwehrt. Das ist bedauerlich. Vor dem Freiburg-Spiel hatte Beiersdorfer gesagt: „Er kann es schaffen.“ Nun scheint klar: Labbadia wird es nicht mehr schaffen. Sollte es so kommen, müssen sich künftig andere der Verantwortung stellen. Ohne Labbadia als Prellbock

Jara, Toppmöller, Doll, Stevens, Jol, Slomka, Zimbauer, Kreuzer, Knäbel, Adriaanse (Salzburg), Spaletti (St. Petersburg), Zemak (St. Petersburg). 12 Trainer und Sportchefs in 14 Jahren und 3 Vereinen, nicht übel. Wobei die zahllosen Assistenz-Trainer, Nachwuchs-Trainer, Scouts etc. nicht mitgerechnet sind, die allesamt dem Mann zum Opfer fielen. Fakt ist: Deadline-Didi geht über Leichen, Hauptsache, es ist nicht seine eigene. Bei der Gelegenheit erinnere ich an das Jahr 2015, als der HSV unmittelbar vor dem Abstieg in die 2. Liga stand. Der Aufsichtsrat fragte beim Vorstand an, ob man denn bereit wäre, im Falle der Zweitklassigkeit auf einen Teil der horrenden Bezüge verzichten würde, weil man im Unterhaus bekanntlich nur einen Bruchteil der Einnahmen würde generieren können. Alle Vorstandsmitglieder stimmten zu, mit einer Ausnahme: Beiersdorfer.

Interessant ist auch die Fabel, dass die Ex-Dukate beim Aufbau des Fußball-Imperiums Red Bull die treibende Kraft gewesen sein soll und Leute wie Rangnick heute nur noch den Rahm abschöpfen müssen. Nun, wir in Deutschland gucken ja nicht so gern über die Grenzen, deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht und ein wenig recherchiert. Lustig, was man da so findet.

Eigentlich müsste sich Joaquin Boghossian in Salzburg auf die neue Saison vorbereiten. Doch das tut er trotz eines laufenden Vertrages bis Sommer 2014 nicht: Der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte wird nie mehr für Red Bull spielen.

Im Juli 2010 war Boghossian von Red Bull verpflichtet worden. Gelockt wurde er mit einem Vierjahresvertrag und einem Jahresfixgehalt von rund einer Million Euro. Er sollte Marc Janko ersetzen, der um sieben Millionen Euro an Twente Enschede verkauft worden war. Dieses Geld wurde fast komplett investiert: Von Red-Bull-Mitarbeitern bestätigte 6,9 Millionen Euro kostete der damals 23-Jährige inklusive aller Transfer-Nebenkosten vor nun drei Jahren.

Für Huub Stevens, damals Salzburgs Trainer, war der Uruguayer aber nicht erste Wahl gewesen

Für die Transfers waren im Sommer 2010 Sportchef Dietmar Beiersdorfer und sein Assistent Thomas Linke verantwortlich. „Sie kamen mit Boghossian. Ich wollte nach Argentinien fliegen und ihn mir anschauen. Aber das ging nicht, weil die Saison schon lange zu Ende war. Dann haben sie mir eine DVD gezeigt, und da habe ich gesagt: ,Puh! Ich weiß nicht.‘ Dann habe ich gehört, was er kostet. Ich habe ihnen gesagt: ,Puh! Das ist ziemlich viel.‘ Aber das Geld war vorhanden. Wir haben ja kurz zuvor Marc Janko verkauft“, erzählt Stevens weiter.

Aber der Transfer wurde durchgezogen. Alles musste ziemlich schnell gehen. Denn die Salzburger Verantwortlichen waren unter Zeitdruck. Der Spieler-Anmeldeschluss für die dritte Runde der Champions-League-Qualifikation stand nämlich kurz bevor. Aber nicht nur dies machte Boghossian teuer, sondern auch die Tatsache, dass er keinem Verein, sondern einer Investorengruppe gehörte.

Immer wieder wurde Boghossian mit Klubs in Südamerika in Verbindung gebracht. Aber die Salzburger Ablöseforderungen und das hohe Gehalt Boghossians bei Red Bull schreckten alle Interessenten ab.

Schon kurz nachdem diese Gerüchte aufgetaucht waren, war dem KURIER von den damaligen Red-Bull-Verantwortlichen übrigens glaubhaft versichert worden, dass der Transfer über eine südamerikanische Agentur abgewickelt wurde. Das wurde dann auch bei Recherchen in der Managerszene mehrfach bestätigt.

[Quelle: https://m.kurier.at/sport/fussball/megaflop-boghossian-zwei-tore-fuer-6-9-millionen-euro/19.701.334]

Fällt was auf? „Es musste schnell gehen“. „Der Spieler war nie wirklich gescoutet oder beobachtet worden“. „Spieler gehört einer Investorengruppe“. „Der Spieler wird gegen den Wunsch des Trainers verpflichtet“. 😉

Ich will einmal verdeutlichen, worauf ich hinaus will.

Nigel de Jong, Transfer zum HSV am 26.01.2005

Juan Pablo Sorin, Transfer zum HSV am 30.08.2006

Ivica Olic, Transfer zum HSV am 30.01.2006

Thiago Neves, Transfer zum HSV am 31.08.2007

Marcell Jansen, Transfer zum HSV am 27.08.2007

Joaquín Antonio Boghossian, Transfer zu RB Salzburg am 22.07.2010

Hulk, Transfer nach St. Petersburg am 03.09.2012

Axel Witsel, Transfer nach St. Petersburg am 03.09.2012

José Salomón Rondón Giménez, Transfer nach St. Petersburg am 31.01.2014

Clèber Reis, Transfer zum HSV am 27.08.2014

Lewis Holtby, Leihe zum HSV am 01.09.2014

Marcelo Diaz, Transfer zum HSV am 02.02.2015

Ivica Olic, Transfer zum HSV am 30.01.2015

Aaron Hunt, Transfer zum HSV am 31.08.2015

Josip Drmic, Leihe zum HSV am 01.02.201

Douglas Santos, Transfer zum HSV am 31.08.2016

Was ich damit sagen will? Viele dieser Last minute-Transfers, für die Verbrennungs-Didi ja berühmt-berüchtigt ist, werden mit Spielern aus Südamerika abgeschlossen (Stichwort: Berater, Besitz-Verhältnisse etc.) alle waren teuer und fast alle haben noch etwas gemeinsam: Es ging immer um überaus hohe Gehälter. An dieser Stelle ist der Text „Ein Schelm, der…“ tatsächlich angebracht.

Weiter im Text.

Doch warum muss auch Beiersdorfer gehen? Jener Mann, der für alle Fußball-Abteilungen von Brasilien bis Leipzig zuständig ist und erst im Oktober 2009 zu Red Bull kam? Und warum jetzt, so knapp vor dem wichtigen Spiel gegen den LASK?

Bisher hatte Mateschitz noch jeden Trainer die Saison zu Ende bringen lassen, Co Adriaanse, der sogar intern heftig kritisiert worden war, genauso wie Kurt Jara, gegen den Mateschitz später vor Gericht zog. Alle durften in Ruhe die Saison beenden. Nicht so Stevens und Beiersdorfer.

Der plötzliche Rauswurf entgegen der sonst üblichen Firmenpolicy könnte auf Unregelmäßigkeiten hindeuten, auch wenn das nur Spekulation ist. Doch seit Monaten kursieren in Salzburg Gerüchte, wonach der teure Flop Joaquín Boghossian über Vermittlung von Stevens-Sohn Maikel nach Salzburg gekommen sein soll. Er kostete Red Bull kolportierte drei Millionen Euro Ablöse.

[Quelle: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/sport/fussball/24527_Ein-Rauswurf-im-Doppelpack.html]

Guck mal an, „Unregelmäßigkeiten“ also. Da werden Deals auf den letzten Drücker mit geneigten Beratern gemacht, aber warum eigentlich? Warum zurrt man diese Transfers nicht schon lange vorher fest,sondern wartet und wartet und merkt dann, dass die Spieler zum Ende der Transferperiode immer teurer werden? Wird da nicht auch dem Letzten das Muster deutlich? Und warum soll eigentlich der für den Gesamt-Konzern verantwortliche Sportdirektor nur deshalb gefeuert werden, wenn ein Teilbereich (RB Salzburg) gerade mal nicht so erfolgreich ist?

All das hätten sich die „Macher“ von HSVPLUS rechtzeitig verinnerlichen müssen, bevor sie auf die verhängnisvolle „Idee Beiersdorfer“ kamen. Aber es gibt noch eine weitere spaßige Personalie im Volkspark, es handelt sich um den „Unkündbaren“, anderen auch bekannt als der weltbeste Flaschenöffner. Eingeweihten ist es kein Geheimnis, dass Jörni „the bat“ Wolf in den 2 Jahren Beiersdorfer eigentlich schon dreimal gefeuert wurde. Gleich zu Anfang seiner Amtszeit hatte der neue Vorstandsvorsitzende diese Wahnsinns-Idee, im Verlaufe der nächsten beiden Jahre noch zweimal. Unglücklicherweise kam immer etwas dazwischen und das nennt man „HSV-Dauerkrise“. Niemandem traut man offenbar zu, die Hamburger Pressemeute im Falle der nächsten Vereinskrise einigermaßen im Zaum zu halten, außer Jörni Wolf. Insofern ist es doppelt bitter, dass sein legitimer Nachfolger bereits sei längerer Zeit im Nebenzimmer sitzt. Christian „Pletzi“ Pletz, ehemals Vorgänger von Münchhausen „de Vrij“ Scholz beim Unterschichten-Blog #SchmocksEinöde ist best buddy von Didi, aber sie werden Wolf nicht los. Was für eine Wahnsinns-Konstellation, wenn dort ein Medien-Direktor sitzt und weiß, dass der Nachfolger schon mit den Füßen schart.

Aber jetzt kommt’s. Vor einiger Zeit kam es zu einem informellen Gespräch zwischen Wolf und einem Entscheidungsträger des Vereins und im Verlauf des Schnacks öffnete der umtriebige Medien-Guru seine Schatzkiste. Er sei dermaßen wichtig für diesen Verein und er verfüge über detaillierte Informationen über jeden, der hier irgendwann einmal gewerkelt hat. Sollte also jemand noch einmal auf die verrückte Idee kommen, ihn zu hinterfragen, dann…..

Wie der Gesprächspartner, der nicht eben als Fan des HSV-Veterans gilt, darauf reagiert hat oder reagieren will, ist unbekannt.

Anyway, man sieht – obwohl die Müllverbrennungsanlage in St. Ellingen demnächst ausgedient hat, stinkt es im Volkspark an jeder Ecke, aber gewaltig.

Schöne Stunden 🙂

Von | 2016-09-22T07:27:23+02:00 22. September 2016|Allgemein|17 Kommentare

17 Comments

  1. SvenB. 22. September 2016 um 08:10 Uhr

    Puh, harter Tobak… Ich bin grundsätzlich kein Fan von Verschwörungstheorien, trotzdem klasse recherchiert und geschrieben!

    Das Einzige, was ich nicht ganz verstehe:
    Joaquin Boghossian – Papa Stevens (Trainer) sagt eher ab, weil er nicht überzeugt ist und dann wird der Spieler vom eigenen Sohn Maikel doch vermittelt?

    Zur Personalie Wolf: es sollte doch wohl möglich sein, solche Typen mit Verschwiegenheitsklauseln halbwegs ruhig zu stellen, oder?
    Ausserdem kann es doch „nur“ um Vereinspolitik drehen und nicht um irgendwelche schwerwiegenden Straftaten, oder?! Da geht es dann halt „lediglich“ an den Ruf einiger Leute.

    Wenn es danach geht, dass ehemalige Angestellte nach dem Rauswurf Dreckswäsche waschen, dürfte es auf Führungsebenen weltweit keine Kündigungen/Trennungen mehr geben, weil alle etwas haben, worüber nicht gesprochen werden soll. Da klappt es in 95% der Fälle doch auch.

    Manchmal wünschte ich mir wirklich, mir über so etwas keinen Kopf zu machen und dass ich Deinen Blog niemals gefunden hätte. Die Hüpfer haben (zumindest für sich selber) bestimmt ein viel einfacheres Leben:-) – zumindest, was den HSV angeht.

    Mach weiter so!

    Gruss,

    Sven aus Buchholz

  2. alfa 22. September 2016 um 08:20 Uhr

    Hallo Grave,
    Hoffen wir mal ,dass Herr Kühne deinen Blog als Frühstückslektüre liest, bevor er sich mit dem ex-Bärtigen zusammensetzt ! Würde doch mal wieder ein bisschen Glaubwürdigkeit einkehren, wenn Gerni dem Didi mitteilt, dass er noch heute seinen Schreibtisch räumen darf und Bruno trotzdem bis Sonntag bleibt! Das hätte Flair, Didi liebt es ja bekanntlich!

  3. Frostie 22. September 2016 um 08:20 Uhr

    Was ich nicht verstehe: „Was hat KMK zu verlieren ???“,
    außer natürlich Geld (welches für uns realistisch (Milliarden) gar nicht fassbar ist —– ABER mit der MACHT die er hat !
    .
    Die Saison ist noch jung genug um JETZT die Zöpfe abzuRASIEREN !
    .
    Dieses komplette und kaputte Konstrukt auszutauschen und auf links zu ziehen.
    .
    Das Fußball nicht gleich Wirtschaft ist, ist klar………. ABER ohne eine mit Plan geerdete „REGIERUNG“,
    wird das auch mit dem Fußball nix mehr!
    .
    Die Investierten 30 Mio. sind schon wahnsinnig, aber wenn das so weiter geht, ist es leider nur Flickschusterei und quasi versenkt!
    .
    HERR KÜHNE – handeln sie JETZT so KONSEQUENT wie in IHREM Unternehmen und lassen sie sich nicht
    dazu überreden nur das „schwächste“ Glied zu ersetzen!
    .
    Beim HSV stinkt der Kopf nicht nur zum Himmel, sondern schon bis ins All !!!

    • BerndH60 22. September 2016 um 10:29 Uhr

      Denk bitte nochmal über diesen Satz nach:“…und er verfüge über detaillierte Informationen über jeden, der hier irgendwann einmal gewerkelt hat“.
      .
      Kühne Millionen hin, Kühne Milliarden her, wenn dieser Herr tatsächliches und substantielles Kompromat über den HSV hat, kann er via Medien auch einen komplett runderneuerten Verein auf die Müllhalde bringen.
      Was wird die Presse wohl eher schreiben, was wird der Leser eher kaufen:“Grundsolider HSV endlich in ruhigem Fahrwasser“ oder „Ehemaliger Pressesprecher des HSV packt aus“.
      Wenn das Problem denn so tief sitzt, dann mußt du vorsichtig operieren, sonst ist der Patient am Ende auch tot.

  4. BerndH60 22. September 2016 um 08:42 Uhr

    Da lag ich ja letztes Jahr richtig, als ich hier schrieb man könnte den Verein auch in Hamburger Versorgungswerke umtaufen.
    Man muss sogar so zynisch sein sich einen Trainer aus der Kategorie „Neururer“ zu wünschen, denn der Vorstand würde auch einen Weltklassetrainer klein kriegen.
    Dein im Blog beschriebenes Szenario bestärkt mich in meiner These, dass nichts unternommen wird, sondern man die Verträge der feinen Herren einfach auslaufen lässt.
    Vielen Dank für die Infos.

  5. Ralf Leister 22. September 2016 um 09:34 Uhr

    Moin Grave,

    ich finde die von Dir aufgezeigten Zusammenhänge bzgl. der „Talent-Fabrik Südamerika ;-)“ wirklich interessant.

    In meinem aktuellen Beitrag schaue ich bei den Personalkosten des HSV (& S04) etwas tiefer unter die Haube und setze diese in den Zusammenhang zum sportlichen Erfolg. Darin wird meiner Ansicht nach einerseits der „Stillstand“ des HSV sehr gut deutlich. Andererseits können wir erkennen, dass die dahinter liegende Strategie nicht konsequent umgesetzt wird.

    Der Beitrag unterstützt viele Deiner Argumente, die sich beitragsübergreifend durch Deinen Blog ziehen: http://fussballwirtschaft.de/personalkostenquote-s04-und-hsv

    Liebe Grüße
    Ralf

  6. Der Leser 22. September 2016 um 09:50 Uhr

    kennt man sich nicht unter Milliardären?
    Die Herren Kühne und Mateschitz sind sich doch bestimmt schon einmal über den Weg gelaufen und selbst wenn nicht, dann kann Klau-Mi’s Sekretatiat doch sicher die Mateschitz Nummer ausfindig machen und dort einmal anrufen und nachfragen…?!?

  7. Braveheart 22. September 2016 um 09:57 Uhr

    Harter Tobak deine Recherchen/ Informationen. Eine spontane Frage. Wenn deine Information (woher auch immer du sie bekommen hast) so stimmt, bzgl. des Nicht-Verzichtes auf Gehaltseinsparung nur von Beiersdorfer (siehe Zitat unten):

    Wie will denn Beiersdorfer mit allen AR-Entscheidern, Vorstandskollegen und auch Mitarbeitern vertrauensvoll zusammenarbeiten? Mehr Offenbarung von Nicht-Teamspirit und jeder sich selbst der Nächste etc. geht doch schon gar nicht. Was ist das für eine zersetzende Kultur die der VV von ganz oben vorlebt?!

    „Bei der Gelegenheit erinnere ich an das Jahr 2015, als der HSV unmittelbar vor dem Abstieg in die 2. Liga stand. Der Aufsichtsrat fragte beim Vorstand an, ob man denn bereit wäre, im Falle der Zweitklassigkeit auf einen Teil der horrenden Bezüge verzichten würde, weil man im Unterhaus bekanntlich nur einen Bruchteil der Einnahmen würde generieren können. Alle Vorstandsmitglieder stimmten zu, mit einer Ausnahme: Beiersdorfer.“

  8. Ex-HSVer im Herzen 22. September 2016 um 10:23 Uhr

    Starker Tobak! Ich habe so etwas schon immer vermutet. Aber unfassbar, dass der VV nicht auf Teile des Gehalts verzichten will. Das zeigt sein wahres Gesicht. Mindestens 10 Mio auf dem Konton dann nicht mal mit „nur“ 1 Mio. Pro Jahr statt über 2 Mio. zufrieden sein. Wie schäbig und ein Schlag ins Gesicht aller HSV-Fans, die ihr Ticket teilweise von Ihren 1500 brutto oder ALG bezahlen. Wenn das stimmt, sollte dieser Mensch sich sowas von schämen! Ich frage mich, warum der AR den VV nicht schon längst entlassen hat ohne Abfindung. Bei den ganzen Verfehlungen sollte das ja kein Problem sein.

    Was für ein Haufen!!!!!!

    Mach weiter so, Grave! Bald ist es geschafft!

  9. Björn 22. September 2016 um 11:20 Uhr

    Ich bekomme ehrlich gesagt leichte Schnappatmung wenn ich sehe, welche Trainernamen nun laufend genannt werden.
    Abgesehen davon, solange Dietmar „El Loco“ Beiersdorfer hier noch etwas zu melden hat, ist völlig egal, wer den Trainer spielt. Ich hoffe wirklich, dass sich hinsichtlich Beiersdorfer zügig etwas tut.

  10. Skeptiker 22. September 2016 um 14:07 Uhr

    Ausmisten den ganzen Stall, und zwar komplett! Das wurde beim Start von HSV Plus leider vergessen. Ob es jetzt noch reicht, um eine Trendwende einzuleiten, ist jedoch mehr als fraglich.

  11. Didi-der-Grosse 22. September 2016 um 15:06 Uhr

    Das passt ja zum lieben Didi ! Nach aussen lieb und nett in Wirklichkeit ein verlogenes …. Einmal will er keine Gehaltseinsparungen hinnehmen, dann zweigt er noch Geld ab, bei den Transfers.

  12. Skeptiker 22. September 2016 um 15:49 Uhr

    Welcher kompetente Trainer soll sich diesen HSV nach Bruno eigentlich antun? Mir fehlt jegliche Fantasie, wie man da einen finden soll.

    • derGast 22. September 2016 um 16:41 Uhr

      Ich bin nicht sicher, ob das die richtige Frage ist.
      Denn: Der Fehler ist doch, dass man wieder gestandene Namen in den Raum wirft.
      ..
      Einen guten SD zeichnet doch – jedenfalls bei der Trainerwahl – aus, dass er eventuell jmd kennt, den nicht die ganze Republik schon auf dem Zettel hat. Ein – nicht ganz erst gemeintes! – Beispiel wäre doch z.B. Christian Neidhart vom SV Meppen.
      Regionalliga Nord. Aktuell 9 Spiele, 9 Siege. Gestern kurz den zweiten der Liga spielerisch an die Wand gedrückt.
      Aktiver, agressiver Fussball mit Stossrichtung nach vorne. Vor der Saison galt es, gegen den Abstieg zu spielen.
      Gerade das PK Video gesehen, wo es im nächsten Spiel gegen den Aufstiegsfavoriten Wolfsburg geht: Auf die Frage, ob man nun auf „Ein Punkt reicht“ geht eine klare Antwort:

      „Demütig müsse man sein, nicht überdrehen“ aber „Eine Breite Brust und auf Sieg spielen muss drin sein: Schliesslich müssen die Gegner ja Punkte gut machen, wenn Sie vorbei wollen“
      ..
      Wenn ich schon als Laie aber solche Trainer „sehe“, sollte doch ein hochbezahlter Sportdirektor mindestens 20 von solchen Vögeln aus dem Hut zaubern können – bzw. eben auch welche die besser passen.

      Geht nicht in meinen Kopf, dass jmd der tag ein tag aus mit dem Fussball zu tun hat, nichts besseres hat als die ganzen Namen nachzuplappern und keine gute Idee hat.

      • BerndH60 22. September 2016 um 18:09 Uhr

        „Geht nicht in meinen Kopf, dass jmd der tag ein tag aus mit dem Fussball zu tun hat, nichts besseres hat als die ganzen Namen nachzuplappern und keine gute Idee hat.“
        .
        Meinst du ernsthaft unser Dukate hat was mit Fußball zu tun? 😉
        Eher wohl mit der Rubrik „Wie werde reich ohne Arbeit!“

  13. Saschas Alte Liebe 22. September 2016 um 18:19 Uhr

    „Welcher kompetente Trainer soll sich diesen HSV nach Bruno eigentlich antun? ..“
    …und MIT dieser Katastrophe von VV/Spodi vor allem + dessen kompletter Anhang !
    Nein, der müsste schon weg, sonst macht’s keiner, der was drauf hat.
    Aber das ist ja auch überhaupt nichts neues und längst dringend überfällig auch ohne diese (allerdings zwangsläufige absehbare) sportliche Talfahrt.

  14. Goldfather 22. September 2016 um 20:00 Uhr

    Sowohl der gestrige Blog, mit einer vorzüglichen „Dokumentation“ über die Beraterin von PML10-Maschine, als auch der heutige, zeigen, dass Blogger wichtige Dinge veröffentlichen können, für die ein normaler Redakteur direkt entlassen worden wäre. Zudem zeigen sie, dass die Fankultur rund um den Profifußball sich massiv verändert hat, während es gerade im Pressebereich noch viele Clubs gibt, die noch nicht so richtig verstanden haben, was es mit dem „Neuland“ sprich Internet so auf sich haben könnte.
    .
    Die Rolle Beiersdorfers im bezahlten Fußball sollte gerade vor dem Spiel gegen den FC Bayern München mit seinen Funktionären Hoeneß, Beckenbauer und Rummenigge durchaus einmal aus einer etwas anderen Perspektive beleuchtet werden, als dies allgemein üblich ist.
    .
    Wenngleich Dietmar Beiersdorfer im Vergleich zu den Fußball-Profiteuren aus Bayern in allen Belangen ein kleines Licht darstellt. Und zwar sowohl von der Höhe der Summen die möglicherweise auf irgendwelche Konten nach Panama oder sonst wohin geflossen sein mögen, als auch von den sportlichen Erfolgen her.
    .
    Die Bayern bewegen sich mit ihrem Chef Uli Hoeneß in gänzlich anderen wirtschaftlichen Gefilden und niemand in München würde sie in Frage stellen solange der Erfolg da ist. Und exakt so sieht es auch in Hamburg und Salzburg aus, wo Dietmar Beiersdorfer in Wirklichkeit nur an einer einzigen Kennzahl gemessen wird und zwar an der Platzierung des Profiteams am Ende der Saison.
    .
    In Petersburg, wo Beiersdorfer vor dem HSVplus-Desaster gearbeitet hat, hat er durchaus geliefert nachdem er André Villas Boas als Trainer installierte und Zenit in der Folge zweimal Pokalsieger und einmal Meister wurde. Auch würde es in der Szene der russischen Hochfinanz niemanden stören, wenn Beiersdorfer über sein eigenes Gehalt hinausgehend die eine oder andere Zahlung erhalten hätte, solange er sportlich liefert.
    .
    Und exakt hier kommt der HSV ins Spiel, der Beiersdorfer gebeten hat zurück zu kommen und somit auf Einnahmen zu verzichten die locker 5-10 Millionen € betragen, wenn man davon ausgeht, dass er noch 3 Jahre länger bei Zenit geblieben wäre oder aber als russischer Meister einen anderen lukrativen Vertrag in der europäischen Fußballszene bekommen hätte.
    .
    So hart es für viele „Normalverdiener“ auch klingen mag angesichts von 2 Millionen € Jahresgehalt, aber Dietmar Beiersdorfer dürfte für den HSV auf die eine oder andere Million verzichtet haben. Und exakt vor diesem Hintergrund ist seine Reaktion auf die geforderten Einsparungen im Falle des Abstiegs zu verstehen.
    .
    Zudem wird vor diesem Hintergrund auch deutlich, dass Beiersdorfer von einer wahnsinnigen Abstiegs-Angst getrieben worden ist und deshalb auf erfahrene Bundesligaspieler setzte die enorm viel Geld gekostet haben. Denn wäre Beiersdorfer abgestiegen mit dem HSV, wäre er als Sportdirektor sofort Geschichte gewesen und die wirtschaftlichen Einbußen wären bei 15 Millionen € + X für ihn anzusiedeln gewesen.
    .
    Beiersdorfer handelt unternehmerisch im eigenen Sinne und aus seiner Sicht somit auch für den HSV.
    .
    Desweiteren wird er nicht die geringsten Probleme damit haben Bruno Labbadia zu entlassen, da dieser beim HSV mehrere Millionen € verdient haben dürfte dadurch, dass er ihn zum HSV holte, als der Club eigentlich schon in der zweiten Liga war. Und so bin ich mir sicher, dass Labbadia spätestens nach einem intensiven Blick auf sein Gehaltskonto, weiß bei wem er sich zu bedanken hat.
    .
    Der wesentliche Unterschied zwischen Beiersdorfer beim HSV und den Funktionären des FC Bayern ist die Tatsache, dass Beiersdorfer während seiner zweiten Amtszeit nicht liefert, während die korrupten Bayern einen Titel nach dem anderen einfahren.
    .
    Der internationale Profifußball ist kein Mädchenpensionat und wird es auch niemals werden, so dass als einzige Bemessungsgrundlage für die Arbeitsqualität der Funktionäre eines Clubs die sportliche und wirtschaftliche Bilanz als ausschlaggebend herangezogen werden kann.
    .
    In beiden Bereichen hat Beiersdorfer in den letzten zwei Jahren versagt, weshalb der nächste Trainer seine letzte Patrone im Lauf sein dürfte, bevor Klaus-Michael gezwungen ist die Reißleine zu ziehen, um nicht selbst vorzeitig vom persönlichen Umfeld von gewissen Aufgaben entbunden zu werden…

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