Keine Leistung, aber ein Punkt

Nach dem Spiel gegen Gladbach machen mich diverse Dinge nahezu sprachlos und zu diesen Dingen gehört zweifellos das Bild, welches nach dem Abpfiff jubelnde Hamburger auf dem Platz zeigte. Trainer Gisdol zelebrierte eine katastrophale Leistung seiner Mannschaft mit zur Schau getragener Selbstgefälligkeit und wiederholten Jubel-Gesten, die Resonanz der üblichen Verstrahlten in Blogs, Foren und auf Facebook ist einfach nur ein Zeichen von kompletter Verzweiflung und gleichzeitiger Realitäts-Verweigerung. Der Punktgewinn auf dem ehemaligen Bökelberg hatte  genau einen Grund: Die Borussia war zu blöd zum Elfmeterschießen. Nichts anderes. Weder war der Punkt verdient, noch war man mit dem Gegner auch nur ansatzweise auf Augenhöhe.

Selbst bis zur berechtigten roten Karte fand der HSV im Spiel mit dem Ball schlicht und ergreifend nicht statt, gegen den Ball agierte man exakt so wie zu Labbadias Zeiten. Überhaupt stellt sich die Frage, was der Trainerwechsel jetzt eigentlich gebracht haben soll (außer der Zahlung von € 1,3 Mio. an Bruno bis Saisonende). Während man noch gegen die Hertha mit großer Laufbereitschaft und aggressivem Pressing agierte und der interessierte Zuschauer meinte, eine neue taktische Ausrichtung erkennen zu können, spielte man in Gladbach wieder genauso, wie zu Labbadias Zeiten. Massierte Abwehr und vorn hilft der liebe Gott. Dieser hilft dem HSV aber (zum Glück) nicht mehr und dies beweisen die Daten.

Eine in zwei Jahren für € 50,2 Mio. gepimpte Offensiv-Abteilung (Lasogga, Müller, Olic, Stieber, Hunt, Gregoritsch, Schipplock, Drmic, Altintas, Kostic, Halilovic, Wood, Waldschmidt) hat es in 7 Spielen und somit 630 Minuten nicht geschafft, auch nur einen herausgespielten Treffer zu erzielen. Das Tor gegen Ingolstadt resultierte aus einem lang nach vorn gedroschenen Ball, dem Tor gegen Leverkusen ging ein haarsträubender Fehler von Torhüter Leno voraus. Ebenfalls keinen Treffer konnte man aus einer Standardsituation erzielen. Dies, Freunde der Sonne, sind die Werte eines Absteigers. Selbst Darmstadt, Ingolstadt und Bremen haben offensive Aktionen und Torchancen, der HSV schoss in Gladbach nicht einmal aufs Tor.

Ja klar, ich habe sie auch gelesen, die Sprüche über die Schiedsrichterleistung. Der pöse Herr Stark hat ja mal wieder, bla bla bla. In jedem Spiel kann man über die Leistung des Unparteiischen diskutieren, aber sogenannte „HSV-Fans“ diskutieren bzw. beschweren sich immer nur dann, wenn die eigene Mannschaft nicht gewonnen hat (also immer). Nochmal zum mitschreiben: Kein Schiedsrichter dieser Welt verbietet es einer Mannschaft, guten Fußball zu spielen. Der erste Elfmeter und die daraus resultierende rote Karte für Clèber ist aus meiner Sicht unstrittig, den zweiten muss man tatsächlich nicht geben. Was man aber geben muss, ist eine dunkelrote Karte für Herrn Adler, dies aber wird selbstverständlich nicht erwähnt.

adler

Ich erinnere gut mich an die Szene mit Tim Wiese und Ivica Olic, jeder HSVer tut das wohl. Olic blieb unverletzt, Andre Hahn nicht. Ich habe mir die Szene gestern ca. 10 mal angeschaut und sie widert mich an. Nicht nur, dass Saubermann Hollunder-Adler den Ball sicher hat und den Spieler sieht, er nimmt bei seinem Einsteigen mit gestreckten Bein eine Verletzung des Gegners billigend in Kauf, diese folgte dann ja auch postwendend. Anschließend kein Zeichen von Reue oder Bedauern, Herr Adler spielte wieder einmal das arme Opfer. Als ehemaliger HSV-Fans und als immer noch Fußball-Fan würde ich mir eine nachträgliche Sperre für ein derart asoziales Verhalten wünschen.

Und nein, Adler „schützt“ sich nicht gegen den heranstürmenden Hahn, dann hätte er sich wegdrehen und den Gegner mit der Schulter abfangen können. Ebenso primitiv ist die Argumentation, dass die Szene längst abgepfiffen war und Hahn selbst Schuld hätte. Wie gern würde ich die Arschgeigen hören, wenn Manuel Neuer eine solche Sauerei mit Bobby Wood veranstalten würde, aber das ist natürlich etwas ganz anderes. Der Umstand, dass sogar selbsternannte Journalisten-Simulanten wie Münchhausen „de Vrij van Gaal“ Scholz diesen Schwachsinn von wegen „gegen 11 Mann und gegen das Schiedrichtergespann ist man ohne Chance“ mitspielen, ist einfach nur noch lächerlich und peinlich.

Kommen wir zurück zur roten Karte, welche aufgrund der Regeln absolut nachvollziehbar ist. Eigentlich bügelt Clèber nur den Fehler dessen aus, der eigentlich die Karte hätte sehen müssen, nämlich dieser blonde Zappelkasper Holtby, der trotz Jahresgehalt von € 4 Mio. nicht in der Lage ist, einen Ball anzunehmen. Diese Bratwurst bringt mich mit jedem Spieltag mehr zur Weißglut. Er selbst spielt wie ein Oberliga-Kicker, ist aber bei jeder Schiedsrichter-Entscheidung als Erster wild gestikulierend und lamentierend beim Unparteiischen. Aber halt, das sieht natürlich immer extrem engagiert aus (Bester Mann) und man demonstriert dadurch bekanntlich unfassbare Identifikation mit seinem Verein.

Lasogga, Hunt, Holtby, Diekmeier, Müller, Kostic. Knapp € 18 Mio, Jahresgehalt und dann beständig diese Leistungen? Wahnsinn. Und wer nun dachte, dass Gisdol irgendwelche Zaubertricks aus dem Ärmel ziehen könnte, sieht sich bereits nach zwei Spielen getäuscht. Gisdol setzt auf die gleichen Spieler, auf die auch Labbadia gesetzt hat, mittlerweile setzt er sogar wieder auf die gleiche Taktik. Warum? Nun, in Hoffenheim konnte er eine Trainingsgruppe 2 „gründen“, weil er noch einige Spieler in der Hinterhand hatte. In Hamburg aber hat man keine 14 oder 15 Bundesliga-tauglichen Spieler, man hat ja nicht mal 8.

Nächsten Freitag kommt nun Eintracht Frankfurt nach Hamburg und der HSV hat keinen Innenverteidiger mehr. Djourou noch wochenlang verletzt, Clèber wochenlang gesperrt, Spahic angeschlagen. Dies sind übrigens die Frankfurter, die mit 10 Mann noch ein 1:2 gegen den Deutschen Meister in ein Unentschieden wandeln konnten. Aber die hatten bestimmt auch einen besseren Schiedsrichter. Bei aller Liebe, aber dieses permanente Schiri-Gejaule ist dermaßen infantil und zeigt nur, wie tief die Ansprüche an eine Mannschaft, die jedes Jahr mehr als € 50 Mio. kostet, gesunken sind.

Von | 2016-10-16T07:25:27+02:00 16. Oktober 2016|Allgemein|24 Kommentare

24 Comments

  1. Mosche 16. Oktober 2016 um 07:34 Uhr

    Grave, Du triffst es hier sowas von. DANKE

    Holtby ist nur bei „Rudelbildung“ Weltklasse oder als Cheerleader … Zum KOTZEN
    = BRATWURST (Grillfest ???) 🙂

    Ebenfalls möchte ich mich als ehemaliger HSV FAN sehen. Ich habe gestern nur noch vor dem TV gelacht. (Leider)
    = PEINLICH HSV

    Allerdings habe ich noch eine Kleinigkeit vermisst. Das Bild von Peters und Byeersdorfer hat micht an die Sesamstrasse erinnert.
    = ERNIE UND BERT

    Ich habe gestern eine Wette abgeschlossen. Wir schiessen in der Hinrunde kein Tor mehr aus dem Spiel heraus.
    Eine zweite Wette habe ich gleich nachgelegt. Die 20 Punkte Marke wird dieses Jahr nicht erspielt.
    = ABSTIEG

    Gute Nacht , HSV.

  2. Hamburger Jung 16. Oktober 2016 um 09:21 Uhr

    Dieser Blog spricht mir aus der Seele. Danke Didi, Danke Karl Gernandt, Danke Latschen-Peters! Bald ist es vollbracht, und ihr habt den HSV trotz zigfacher Millionen-Investitionen in die zweite Liga gebracht. Das ist mal ´ne Leistung. Alle Achtung! Soviel Unvermögen muss man bei den vorhandenen Möglichkeiten erst einmal zustande bringen.
    Bitte, bitte Herr Kühne: wie lange wollen Sie noch tatenlos zusehen??? Handeln Sie noch heute! Didi und Konsorten müssen weg!
    Dank der genialen Kaderplanung von Didi spielen wir gegen eine derzeit starke Eintracht womöglich ohne richtigen Innenverteidiger. Mein Tipp 0:4.
    Ich war auch durchaus bereits Gisdol eine faire Chance zu geben. Aber was zur Hölle, war letzte Woche los? Maximal eine handvoll Trainingseinheiten. Wie will man dieser Truppe so eine vernüftige Taktik vermitteln? Und die Erkenntnis ist nun, dass wir genauso stümperhaft wie unter Labbadia auflaufen? Wieder mit Hunt auf der 10 der seit Beginn in Hamburg nichts, aber auch gar nichts gerissen hat?? Mir fehlen die Worte.

  3. Gravesen 16. Oktober 2016 um 09:29 Uhr

    Wie man eine Situation als Torhüter löst, ohne den Gegner ist Krankenhaus zu treten, kann man ab Minute 2:59 anschauen,
    .
    https://www.youtube.com/watch?v=RWfwoZHqMwk

  4. Skeptiker 16. Oktober 2016 um 09:35 Uhr

    Das war gestern (wieder) Fußball zum Abgewöhnen. Die Jubelarien nach dem Schlusspfiff sind einfach nur lächerlich. Buyersdorfer zeigt sich nach diesem „Auftritt“ von der Truppe überzeugt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, gegen welche Mannschaft drei Punkte rausspringen sollen. Mit Glück erreicht man so vielleicht noch das eine oder andere Remis, aber das reicht nicht, Der Abstieg rückt immer näher! Danke, Herr Buyersdorfer!

  5. Olaf Brando 16. Oktober 2016 um 09:47 Uhr

    Und es funktioniert schon wieder. Kostic, in Stuttgart mit durchweg passablen Leistungen ist angekommen..nach so kurzer Zeit angepasst an die Minusleistungen der Kollegen.. Wo bitte, ist der Unterschied zum Alibidarsteller Ilicevic ? Stimmt.. der war nicht ganz so teuer.
    Und dann diese wandelnde Peinlichkeit namens Lasogga, Torhüter Adler, der dringend in Behandlung muß, ein Holtby, der den Beruf verfehlt hat und beim monatlichen Blick auf die Gehaltsüberweisung umgehend Kerzen anzünden sollte, ein hochgejazzter, durchschnittlicher Brasilianischer Aussenverteidiger, den der kleine Traore nach Belieben nass machte.
    Das alles getoppt durch die peinliche Jubelei des Kurz-Übungsleiters – hoffentlich geht es diese Saison endlich runter !

    • Skeptiker 16. Oktober 2016 um 10:25 Uhr

      Absolute Zustimmung! Welcher Bundesligamanager bezahlt für diesen Kostic 14 Millionen? Welchen Beruf übt Holtby eigentlich aus? Bloß gut, dass Gregoritsch nicht spielen konnte, sonst wäre es noch peinlicher geworden. Düdü hat eine wahre Zaubertruppe für 90 Millionen zusammengekauft!

  6. abausb 16. Oktober 2016 um 10:05 Uhr

    Moin,
    ich bin zu 100 Prozent Deiner Meinung, was die Leistung der Mannschaft angeht. Aber in 2 Punkten möchte ich widersprechen. Der erste Elfmeter war meiner Meinung nach weder unstrittig noch berechtigt. Wenn überhaupt begeht Cleber ein Foul vor dem 16er, dann wäre es Freistoß und dann wohl auch rot gewesen, ich meine jedoch, die diversen Zeitlupen, die ich von der Szene gesehen haben, zeigen recht deutlich, dass Stindl erst ungehindert in den Strafraum eindringt und dann ohne Einwirkung von Cleber einfach abhebt. Ich gehe noch mit, dass das für den Schiri schwer zu erkennen war, aber ich meine, hinterher darf man das ruhig als Fehlentscheidung darstellen.
    Und die Aktion von Adler ist niemals eine dunkelrote Karte. Er geht in erster Linie auf den Ball, den er erst im Nachfassen richtig festhalten kann und dabei in einer natürlichen Bewegung alsSelbstschutz das Knie hochzieht. Im letzten Moment hätte er vielleicht versuchen können, sich noch wegzudrehen, aber rot ist das meiner Meinung nach niemals. Was soll er denn machen?

    Und wozu ich gerne Deine Meinung wüsste, wie beurteilst du den Bodycheck von Stindl gegen Spahic? Das war in meinen Augen eine klare rote Karte!

    In der Gesamtanalyse der Leistung bin ich allerdings ebenso desillusioniert wie Du. Ich bin dennoch der Meinung, dass der Trainerwechsel notwendig war und sogar zu spät kam, aber ob mit dem unsinnig zusammengestellten Kader die Klasse gehalten werden kann ist mir auch nicht klar.

    • Gravesen 16. Oktober 2016 um 10:17 Uhr

      Sorry, aber da werden wir uns nicht einig. Adler hatte genug Zeit, eine andere Lösung zu finden. Stindl stößt Spahic oben ein wenig an, der hält sich hinterher den unteren Rücken. Lächerlich und niemals Rot. Für Adler auf jeden Fall, weil auch noch die Verletzung des Gegners hinzukommt.

      • abausb 16. Oktober 2016 um 10:40 Uhr

        Ist ja kein Problem (für mich jedenfalls nicht)
        Ich sehe das bei Adler eben anders, und so schön die Szene von Neuer auch war, sie war eben doch nicht vergleichbar, denn der Stürmer war viel weiter weg und ist im Gegensatz zu Hahn auch nicht voll drauf gegangen.
        Und das Foul von Stindl war einfach eine Tätlichkeit, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger, Spahic sieht ihn nicht kommen, der Ball ist ganz woanders, da muss er ihn nicht grob verletzen, um rot zu sehen.

    • Marco 16. Oktober 2016 um 11:13 Uhr

      Ich sehe das ebenfalls etwas anders. Der Elfer Nummer 1 war keinesfalls unstrittig und Elfer Nummer 2 war nichts anderes als ein schlechter Scherz.
      Die Situation mit Adler war von Stark in meinen Augen richtig bewertet. Hahn ist mit voller Geschwindigkeit auf Adler zugegangen, obwohl er keine Chance hatte an den Ball zu kommen. Und die Situation, wie weiter unten geschehen, mit Schumacher zu vergleichen, ist wohl leicht an den Haaren herbeigezogen. Auch finde ich die Situation nicht ansatzweise mit Wiese vergleichbar.
      Wenn man mehr als eine Stunde in Unterzahl agieren muss, kann man wohl nicht verlangen dass man den Gegner fortan dominiert. Allerdings war es mit der Herausnahme von Lasogga das falsche signal. Vielleicht hätte man gegen alles andere als unschlagbare Gladbacher etwas mehr versuchen müssen.
      Jetzt kommt allerdings die fatale Transferpolitik unseres möchtegern Sportchefs zum tragen und mit den Ausfällen von Cleber und Djourou wird die eh schon unsichere Abwehr sicherlich nicht an Stabilität gewinnen.

      Ich habe für diese Saison alles andere als ein gutes Gefühl und bin nur auf den Zeitpunkt gespannt an dem die Ratten das sinkende Schiff verlassen werden.

  7. Ex-HSVer im Herzen 16. Oktober 2016 um 10:28 Uhr

    Jaaaaaaa! Wie habe ich auf Deinen Blog heute gewartet!!! Ich dachte, ich bin der einzige Mensch, der das Spiel nicht unter Drogeneinfluss gesehen hat. Einfach unfassbar, wie Gisdol so überheblich grinsend dieses absolut megaglückliche 0:0 feiert. Wenn Gladbach den ersten Elfer versenkt, geht es 0:4 aus. Und was im Nachbarblog abgeht ist erschütternd… Genau dieses „Nur -Der-HSV-Gefasel“ ist einfach nur zum Kotzen. Freitag werden wieder 50.000 Geldverschwender im Stadion sein und hoffentlich eine Lehrstunde von der Eintracht sehen. Als ehemaliger HSV-Fan bleibt die einzige Hoffnung der Besserung, dass Ingolstadt und Darmstadt nicht noch schlechter performen und es endlich (!) in die 2. Liga geht und das ganze Pack vom Hof gejagt wird.

  8. LordBendtnerderErste 16. Oktober 2016 um 10:49 Uhr

    Moin Graver,

    Komplett richtig! Auch Dein Punkt zu Adlers Attacke….Toni Schumacher lässt grüssen!

  9. Käse 16. Oktober 2016 um 11:41 Uhr

    Das ist ja das Schöne an diesem Sport, man kann so unterschiedliche Auffassungen haben. Ich finde die Reaktion von Markus Gisdol zumindest verständlich. Er ist angetreten, um eine „Wende“ zu schaffen und ist derjenige, der den Glauben daran zu vermitteln hat. Jetzt diesen punktemäßigen Teilerfolg kurz zu „vermarkten“ finde ich ok. Wenn er daraus der Mannschaft intern dann klar macht, worüber er sich gefreut hat, nämlich darüber, dass eben nicht immer zwangsläufig alles gegen einen läuft und man manchmal halt doch belohnt wird mit einem Punkt. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass er diesen einem Punkt nicht als Ergebnis einer sehr guten Leistung darstellt, denn das war es wirklich keinesfalls. Also nicht wieder alles schönreden: gut gekämpft, Punkt verdient, bla bla sondern Leistung fordern.
    Insbesondere die Unkonzentriertheit thematisieren, die bei 11 gg 11 da war. Siehe Katastrophenfehler Holtby, der das Spiel normal dadurch verliert. Mit 10 Spielern wirkte der Auftritt auf mich zumindest konzentrierter, aber nicht gut. Da bin ich bei Grave. Ich behaupte sogar, dass dieses Spiel bei 11gg 11 verloren gegangen wäre, weil man weiter so sorglos und unkonzentriert weiter gekickt hätte, dass BMG irgendwann einen Ballgewinn ähnlich wie beim 1. Elfer dann genutzt hätte. So war das nie möglich, da wir den Ball ja nie hatten.

    Also kurz zusammengefasst: Gisdols Reaktion war für mich verständlich und ok, wenn daraus nicht falsche Schlüsse gezogen werden.

  10. Bidriovo 16. Oktober 2016 um 12:44 Uhr

    Wieder 482 Minuten ohne eigenes Tor (und das ist noch beschönigt, da hier sämtliche Nachspielzeitminuten nicht eingerechnet sind). Es ist schlimm, wie schlecht der HSV offensiv agiert. Es ist sehr sehr viele Jahre her, dass der HSV mal im oberen Bereich der Mannschaften mit den meisten eigenen erzielten Toren war. Aber ohne eigene Tore kann man keine Spiele gewinnen und vor allem erzielt eine Mannschaft gerade aus erzielten Toren das meiste Selbstbewusstsein und den meisten Spaß.

  11. Saschas Alte Liebe 16. Oktober 2016 um 13:38 Uhr

    Diese Jammerei über den Schiedsrichter ist völlig unsinnig dumm.
    Der HSV hätte auch mit elf Spielern keine Torchance gehabt und wäre von der Gladbacher Unzulänglichkeit Tore zu schießen abhängig gewesen. Da die Elfer nicht im landeten, waren diese Entscheidungen also völlig unmaßgeblich – außer vielleicht, sie hätten die Boroussen verunsichert, und die HSV-Kicker bestärkt wie der Platzverweis offenbar auch.
    Somit sollte sich jeder HSVer eher bei Stark bedanken.
    Dieser einfache intellektuelle Denkvorgang scheint den meisten beim HSV allerdings nicht nachvollziehbar.
    Wie war das – das größte Kapital des HSV …

  12. guido64 16. Oktober 2016 um 14:19 Uhr

    Es war wieder mal eine Offenbarung der Situation beim HSV. Nach dem Spiel gegen Hertha BSC habe ich gehofft, dass die Mannschaft offensiv und voller Selbstvertrauen auftritt. aber es war genau wie immer – wie unter den letzten Trainern in den letzten Jahren. Kein Pressing, kein Druck nach vorne, keine Torchancen. Einfach erbärmlich. Für diese Leistung benötigt man keinen Trainer oder wenn einen, dann jemand der Jung und unverbraucht ist und neue Ideen hat. Warum setzt Gisdol nicht einfach die jungen neuen Leute ein ggf. auch jemand aus der 2. Mannschaft? ein schlechteres Ergebnis werden die auch nicht liefern – aber vielleicht kämpfen und Impulse nach vorne geben und entwickeln. Wofür hat der Vorstand Labbadia entlassen? Es sollten hier mal Spieler entlassen werden.
    Die Aufstellung gegen Gladbach verriet schon den Verlauf des Spiels. Ein Punkt. Keine Torchance. Was wurde in den letzten 2 Wochen trainiert? Spiele an der PS 4?
    2 Punkte nach 7 Spielen – 4 Punkte nach 14 Spielen. Das riecht nach einer Rekordsaison. Tasmania Berlin wird hier ggf. die Rote Laterne los.
    Wenn es so weiter geht, wird Gisdol in dieser Saison noch abgelöst vor den Relegationsspielen.
    Wir als Fans hoffen natürlich, dass endlich mal Punkte und Kampf zurückkommen, aber mit dieser Leistung wird diese Mannschaft sogar in der 3.Liga Probleme bekommen. Ich wüßte jetzt nicht, gegen welche Mannschaft der HSV Punkte holen sollte, außer der Gegner tritt nicht an.

  13. WolfP 16. Oktober 2016 um 15:19 Uhr

    Ich stimme zu: Die Leistung der Mannschaft insgesamt war indiskutabel. Aber: Alles aber immer wieder in die Tonne zu treten, wie in diesem Blog offensichtlich zum Standard geworden ist, erscheint mir auch nicht der richtige Weg zu sein. Hier wird der Eindruck vermittelt, als wären mit der Ablösung von Beiersdorfer und der anderen Verantwortlichen alle Probleme auf einem Schlag gelöst. Phantasten.

    Dass Gisdol seine Freude darüber zum Ausdruck bringt, dass nach dem unglücklichen Spielverlauf gegen Gladbach ein Punkt auf dem Habenkonto steht, finde ich durchaus nachvollziehbar. Und was die Elfmeter betrifft, so bin ich sicher, dass ein guter Schiedsrichter keinen von beiden gegeben hätte. Das Foul von Cleber war eine Notbremse – klar, die rote Karte selbstverständlich berechtigt. Der Kontakt fand jedoch eindeutig vor dem Strafraum statt, dementsprechend wäre ein Freistoß die richtige Entscheidung gewesen. Und der zweite Elfmeter war nichts anderes als eine Schwalbe von Traoré, für die er eigentlich Gelb hätte sehen müssen. Dass Gladbach diese Geschenke nicht verwerten konnte zeigt doch nur, dass auch andere Mannschaften nicht unfehlbar sind.

    Insgesamt finde ich, dass es noch viel zu früh ist, Gisdols Einfluss zu bewerten. Abgesehen von der falschen Einkaufspolitik von Beiersdorfer ist es vermutlich so gut wie unmöglich, die Brunos´sche Bolzkultur kurzfristig in einen ansehnlichen und erfolgreichen Spielstil zu verwandeln. Jeder an exponierter Stelle eingesetzte Neuling erhält 100 Tage, um sich einzuarbeiten. Von einem BL-Trainer wird diese Leistung jedoch bereits in der 2. Woche eingefordert. Das ist ganz einfach unrealistisch. Deshalb halte ich jede Maßnahme für angebracht, die der Mannschaft in der Phase der Umstellung zumindest den einen oder anderen Punkt sichert, statt, wie zu Labbadias Zeiten üblich, selbst sicher geglaubte Führungen kurz vor Spielende abzugeben. Da muss man auch mal versuchen dürfen, mit einer Mauertaktik zum Erfolg zu kommen. Und dass zum Fußball eine gewisse Portion Glück gehört, dürfte auch dem größten Kritiker des HSV nicht entgangen sein.

  14. Christian 16. Oktober 2016 um 17:20 Uhr

    Es macht kein Bock mehr.
    Es macht kein Bock sich die Spiele anzuschauen.
    Es macht kein Bock mehr diesen Blog zu lesen, denn die Dinge die beim HSV falsch laufen werden einfach fortgesetzt.
    Es macht kein Bock die Didi-Jubler zu hören und zu lesen.
    Der HSV macht einfach keinen Bock mehr.

    Ich werde meine Dauerkarte noch die restlichen Spiel nutzen, aber dann ist Feierabend.
    Nur noch Sky und dann der HSV in der Konferenz.

    Respekt an den Autor, diese Mittel um das durchzuhalten hätte ich auch gerne.

    • Saschas Alte Liebe 16. Oktober 2016 um 21:14 Uhr

      Du hast noch eine Dauerkarte – nach DER Rückrunde ??
      Das ist doch auch schon eine ganz ordentliche Durchhalte-Leistung.
      Es ist ja nicht so, dass man die derzeitige Katastrophe nicht hätte zumindest erahnen können, um’s mal vorsichtig auszudrücken. (s.u.)
      Ansonsten – ja, ich hab auch schon länger kein‘ Bock mehr;
      aber wenigstens habe ich mein Geld nicht mit einer HSV-Dauerkarte verschleudert, puh !
      😉

  15. Sven 16. Oktober 2016 um 17:28 Uhr

    Der Punkt wird sein, dass mit dieser zusammengewürfelten Truppe nichts anderes geht, als hinten reinstellen und vorne hilft Gevatter Zufall. Das wird Pünktchensammelei, die am Ende kaum reichen dürfte. Da ist unter 30 Punkten die Saison zu Ende.
    .
    Der Trainerwechsel macht v.a. aus DBs Sicht Sinn, sonst müsste er bei der Fehlersuche bei sich selbst anfangen, und das macht er dann doch eher ungern. Müsste man ja irgendwelche Konsequenzen ziehen.
    .
    Ich will das nicht übermäßig aufwärmen, aber die grobe Strategie sollte für den „Rest“ der Saison so aussehen: Unansehnlichen Zerstörungsfussball, um hinten die Bude sauber zu halten und der Fussballlgott schenkt ein paar Remis und auch mal 1-2 Dreier. In der Winterpause macht KMK letztmalig das Portemonnaie auf für die Defensive. Und sollte das auch laut so verkünden, v.a. dass er den Vorstand in der Pflicht sieht und diese sich auch in die Pflicht nehmen lässt. Abstieg = Rücktritt der Vorstände & Direktoren. So, genug geträumt… 😉

    • Sven 16. Oktober 2016 um 20:17 Uhr

      Nachschlag: Nach einem weiteren Sieg steht der böse, böse Retortenclub RB auf Platz 3, punktgleich mit Platz 2. Es gibt nichts, was RB getan hat, was der HSV nicht auch hätte tun können. Gar nichts. Die aktuelle Misere des HSV ist eine alleinige Management-Katastrophe. Kein Spieler kauft sich selber ein und trainiert sich selber.
      Ordentliches Management schlägt planloses Traditionsgedöns. That’s all.

      • Gravesen 16. Oktober 2016 um 20:20 Uhr

        Ist ja nicht so, dass ich es nicht vor der Saison geschrieben hätte…

  16. Manila 18. Oktober 2016 um 08:12 Uhr

    Genau ein guter, analytisch sauberer Kommentar. Der Rest gewohnt “haudrauf“. Jedenfalls bereichernd und amüsant.

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