Gesucht wird: Der nächste Sündenbock

Irgendwie lustig, der Hamburger Sportverein sucht mal wieder einen leitenden Angestellten. Ob man die Planstelle jetzt Sportchef, Direktor Profifußball oder Kaderplaner nennt, ist im Grunde nebensächlich, denn zu melden hat der Mann ohnehin nichts, egal, wie er sich nennen darf. Ich kann gern nochmal die öffentlich getätigten Aussagen des Herrn Beiersdorfer zitieren, in denen er zugibt, dass ohne Kühne nichts mehr geht und dass am Ende nur Kühne entscheidet (zusammen mit Struth), welcher Spieler kommt und welcher nicht.

Frage: “Herr Kühne entscheidet also jetzt auch über Personal mit”

Beiersdorfer: “Ja, das würde ich so definieren. Herr Kühne gibt möglicherweise viel Geld für einen Spieler, ich denke, dann muss es ihm auch freistehen, das zu tun oder nicht zu tun. Alle Spieler die wir holen, gehen nur über den Tisch der operativ Handelnden. Alles ist besser als der IST-Zustand, da wir im Moment keine anderen Möglichkeiten hätten, andere Spieler noch zu verpflichten. So ist es eine Möglichkeit, sich nochmal sinnvoll zu verstärken. 

In einem anderen Interview sagte Beiersdorfer auf Frage, was denn passieren würde, wenn der HSV bzw. die operativen Gremien des HSV einen Spieler vorschlagen würden, den Kühne finanzieren sollte, der Kühne aber nicht passt: “Dann kommt eben ein anderer Spieler”.

untergang

So, nun frage ich mich, was daran nicht zu verstehen ist. Kein Spieler, den Kühne bezahlt (und allein und ohne fremde Hilfe kann der HSV gar nichts mehr kaufen), kommt gegen seinen Willen. Bedeutet: Am Ende entscheidet allein Kühne, unterstützt von seinem Berater Volker Struth, über die Kaderzusammenstellung des HSV. Nun die Frage: Wozu brauche ich dann eigentlich einen Sportchef? Was sollte der Mann eigentlich tun, außer vielleicht Herrn Kühne Spieler vorzuschlagen? Dafür allerdings braucht man keinen Direktor, dafür reicht ein Scout.

Schönes Beispiel dabei ist die kürzlich kolportierte Story um den Kölner Modeste, an dem auch der HSV interessiert war  bzw. Ex-Sportchef Knäbel hatte bereits Verhandlungen geführt. Dieser Spieler (aktuell Torschützenkönig der Bundesliga) passte nicht ins Flair-Anforderungsprofil Kühne’s und er war leider auch kein Madant des Herrn Struth. Wie aber stand Knäbel da, als er nach den Verhandlungen dem Spieler sagen musste, dass es nichts wird, weil der Mäzen ihn nicht cool genug findet? Hinzu kommt: Bereits damals konnte man erkennen, welche Handlungsvollmacht und welche Möglichkeiten ein Knäbel überhaupt hatte. Zahnloser Tiger.

Nun soll also diese Position wieder besetzt werden, aber warum? Nun, das ist eigentlich ganz einfach. Zwischen Beiersdorfer und Kühne existiert aktuell kein Prellbock, es ist niemand da, den man für irgendwas verantwortlich machen kann und den man zu gegebener Zeit als den nächsten Sündenbock, quasi als Erbe der Herren Kreuzer und Knäbel, opfern kann. Man braucht jemanden, der sich nach der nächsten Minusleistung vor die Kameras stellen soll und die Katastrophe erklärt. Bloß verhindern, dass sich der Vorstandsvorsitzende wieder einmal um Kopf und Kragen redet.

experte-mit-stallgeruch

Eines sei an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich gesagt, besonders die Herren um Herrn Draxler hören zu: Heute und in dieser Situation Klaus-Michael Kühne als Schuldigen oder Verantwortlichen für die Stellung des HSV verantwortlichen machen und Beiersdorfer plötzlich freisprechen zu wollen, schlägt dem Fass den Boden aus. Es gibt nur eine einzige Person, die nach der Ausgliederung, nach HSVPlus, diesen Verein durch katastrophale Entscheidungen und Misswirtschaft an Kühne verschenkt und den HSV in die Handlungs-Unfähigkeit geführt hat: Dietmar Beiersdorfer! Kein anderer!

Wer also Interesse hat, ohne jegliche Handlungsvollmacht und ohne jegliche Unterstützung seitens seines Chefs von den Launen eines Milliardärs abhängig zu sein, melde sich bitte an der Sylvesterallee.

Sündenbock gesucht…

Kleine Randnotiz: Der HSV möchte scheinbar im Winter für den Schweizer Fabian Schär, der in Hoffenheim über die Rolle des Ersatzspielers nicht hinauskommt, bieten. Jetzt dürfen alle dreimal raten, wer denn der Berater des Herrn Schär ist. Langsam wird’s wirklich lächerlich….

http://www.transfermarkt.de/fabian-schar/profil/spieler/135343

Von | 2016-10-30T07:00:01+01:00 30. Oktober 2016|Allgemein|29 Kommentare

29 Comments

  1. Peter.Helm 30. Oktober 2016 um 07:33 Uhr - Antworten

    Ach Grave,

    der Fabian wird sich die Bewertungen von der “Wohlfuehloase Volkspark” auf HolidayCheck durchgelesen haben und festgestellt haben, dass bisher jeder dort seine Zeit genossen hat bzw. geniesst. Schliesslich ist ja VolkerReisen exklusiv Partner dieses Hotels, was eine Reise in die schoenste Stadt mit den geilsten Fans natuerlich vereinfacht. Hoffe nur, dass er in das richtige Stadion “eincheckt”. : – )

  2. leonardo63 30. Oktober 2016 um 08:20 Uhr - Antworten

    Moinsen,

    wenn man alle Informationen der vergangenen Monate verarbeitet und analysiert, kann es eigentlich nur noch eine Lösung geben. Eine sportliche kann es nicht sein, da der aktuelle Kader dafür zu unausgewogen und nicht bundesligatauglich zu sein scheint.

    Der Abstieg alleine wird es nicht richten können, da der Würgegriff Kühne´s auch dann erhalten bliebe; nur die Protagonisten wären möglicherweise andere.

    Es bleibt also tatsächlich nur die Abwicklung (Insolvenz) und der damit verbundene Lizenzentzug der HSV AG. Nur so würde man bei allem schuldigen Respekt gegenüber Herrn Kühne ihn und auch seine Entourage los werden. Ganz zu schweigen von all den anderen Flachflöten, die den Verein erniedrigt und ruiniert haben.

    Die große Frage die sich dann stellt : Kann der HSV zurückkommen ??

    Möglicherweise; aber dann nur mit viel harter Arbeit. Der Verein hat massive Defizite in den Bereichen Struktur und Konzeptionen. An diesen Stellen hinkt er den meisten Vereinen der ersten und zweiten BL weit hinterher. Das wird in der öffentlichen Wahrnehmung immer deutlicher und manifestiert sich in den langen und erfolglosen Versuchen Mitarbeiter und auch Spieler zu gewinnen. Das einzige, was mich daran glauben lässt, ist die Vergangenheit des Vereines und die damit verbundene aber derzeit völlig glanzlose Strahlkraft.

    Wer auch immer diese Mammutaufgabe angeht — ihm/ihr gebührt schon jetzt mein Respekt, denn es wird m.E. nach mindestens eine komplette Dekade erforderlich sein dieses Schlamassels Herr zu werden.

    • Sven 30. Oktober 2016 um 09:41 Uhr - Antworten

      “Die große Frage die sich dann stellt : Kann der HSV zurückkommen?”
      Dieser: nein. Ein anderer HSV: ja.
      Dieser nicht, weil schon jetzt dieses Personal- & Gehaltsgefüge unbezahlbar ist und die Einkommenssituation bei einem Zwangsabstieg auch noch dramatisch schrumpft und aus der Insolvenzmasse entsprechend auch noch eine Gläubigerschaft bedient werden muss.
      Ja, weil ein Investor sich das Volksparkstadion und die Marke sichern kann und dann a la RB eine professionelle Aufbauarbeit leisten kann. Dann hätte man den ersten Traditions-Retortenklub… 😉

      Genau weil das Insolvenz-Szenario im Sinne eines geregelten HSV-Spielbetriebes in meinen Augen so unkalkulierbar ist, ist dieser November so wichtig. Es ist 1 Sekunde vor 12. Entweder machen die Fans GANZ GENAU JETZT Druck, um Beiersdorfer als Vorstandsboss des HSV zur absoluten Unperson zu machen und somit KMK/Sponsoren/Aufsichtsrat die Entscheidung quasi vorzubeten, oder die Winterpause zieht ungeachtet von 1-2 Aktivitäten-Vortäusch-Transfers vorüber und der HSV dem wirklich sicheren Abstieg entgegen. Ein deutliches Zeichen, wenn auch völlig unrealistisch, wäre ein nächstes Heimspiel vor leeren Rängen. Keine Hüpfer, keiner Supporter, niemand. Da könnte man dann nichts mehr missverstehen, fehlinterpretieren, aufs Wetter schieben etc. – Träumen wird man ja noch dürfen.

      Mit DB hat der HSV fertig. Völlig egal was passiert. Die Eisenkugel am Bein des HSV heißt Dietmar Beiersdorfer.

  3. alfa 30. Oktober 2016 um 08:41 Uhr - Antworten

    Am Ende wird Herr DB uns debilen Fans die Schuld am Untergang geben, mit der Begründung dass wir ja nicht laut genug aufbegehrt haben und er daher davon ausging, dass alles was er verzapft hat, unser Wohlwollen und unsere Zustimmung fand. Wenn er dieses anführt, hätte er sogar gar nicht mal so unrecht! Am Ende sind wir Fans die eigentlich Hauptschuldigen, oder!? Da wird eine Herzensangelegenheit von uns zugrunde gerichtet, und wir ,( ich nehme mich in keinster Weise aus) schauen nur noch paralysiert zu, weil wir in den letzten 5 Jahren in der Hoffnung dass es vielleicht die nächste oder die nächste oder die nächste. …Saison besser wird jeden und alles an handelnden Personen und deren Entscheidungen hingenommen und geduldet haben, und jetzt zermürbt sogar noch die allerletzte Hoffnung aufgegeben haben,
    NUR DER HSV, solange es ihn noch gibt!

  4. Hamburger Jung 30. Oktober 2016 um 09:41 Uhr - Antworten

    Als ich diese Woche die Sport-Bild gelesen habe, sind wir zwei Dinge besonders aufgefallen:
    1. Die Kölner sind in der Lage das System während des Spiels mehrfach zu ändern – je nach Situation und Spielstand. Das ist auch genau das, was den modernen Fussball heutzutage ausmacht und unbedingt erforderlich , wenn man erfolgreich sein will.Möglich ist dieser Systemwechsel zum einen, weil ein hervorrangender Trainer dieses trainieren lässt und sich entsprechend weitergebildet hat (das geht einem Labbadia komplett ab und uch bei Gisdol habe ich da meine Zweifel). Zum anderen ist man in Köln erfolgreich, weil ein kompetenter Sportchef mit wenig Geld die perfekten Spieler für diese Philosophie verpflichtet – eben dieser Sportchef, dem der ehemalige AR zu unbequem war (Schmadtke)…..
    Der HSV könnte daher durchaus heute dort stehen wo jetzt Köln steht, wenn ein fähiger Vorstand einen guten Sportchef und dieser einen geeigneten Trainer und passendes sowie funktionieredes Spielermaterial verpflichtet hätte.
    2. Leipzig hat eine klare Philosophie: Kein Neuzugang älter als 24 Jahre und eine Gehaltsobergrenze von 3 Mio. Punkt.
    Und der HSV?? Dort verdienen zweit- oder drittklassige KIcker wie Lasogga, Holtby, Djourou bis zu vier Millionen pro Jahr….Außerdem wurden solch zukunftsträchtige Transfers wie Behrami, Hunt oder Spahic verpflichtet. Das Ergebnis ist bekannt. Auch hier liegt die alleinige Verantwortung allein bei Beiersdorfer. Er ist nicht in der Lage a) eine klare Philosophie zu formulieren, bzw. die von externen Dienstleistern für horrende Summen beauftragte Leitbilder auch nur in einem Punkt zu befolgen. Dieser Mann ist die Unfähigkeit in Person und soll nun den nächsten Sportdirektor holen? Was soll dieser bewiken? Wonach soll er sich richten? Es gibt keine einheitliche Linie, keine Struktur, keine kompetenten Ansprechpartner im Verein, keine Philosophie, keine Perspektive, nichts. Das kann demnach nur schiefgehen und dient wohl wirklich einzig und allein dem von Gravesen formulierten Zweck: ein neuer Sündenbock muss her.

  5. kaane 30. Oktober 2016 um 11:06 Uhr - Antworten

    Die Masche Beiersdorfers, Knäbel und Labbadia als “Firewall” zu mißbrauchen ist natürlich richtig beschrieben. Der “Beleg” für dieses Vorgehen war nicht zuletzt, dass Knäbel noch im Amt gehalten wurde, als er (Rucksack) eigentlich längst verbrannt war – um eben erst gefeuert zu werden, wenn ein Opfer gebracht werden muß. Das alles war ja auch hier beschrieben.
    Aber es spricht doch einiges dafür, dass es diesmal so nicht laufen wird, und in der Hinsicht muß wohl auch die Intervention von Gernandt verstanden werden, obwohl er nicht explizit etwas dazu gesagt hat. Beiersdorfer wird keinen Sportchef nach seinem Wunsch (reiner Kaderplaner, weder Vorstandsmandat noch direkt bei der Mannschaft) mehr bekommen. Und erst Recht wird er den nächsten Sportchef nicht mehr selbst feuern dürfen. Denn auch wenn Beiersdorfer selbst nicht rausgeworfen wird, erscheint doch eine Verlängerung seines Vertrages absurd. Der Firewall-Mechanismus greift diesmal nicht.
    Auch die HSV-Vergangenheit der Personalie Hoogma ist vor dem Hintergrund nicht ausschließlich kritisch zu betrachten: Denn dadurch zieht er wenigstens in Sachen Stallgeruch schon einmal mit Beiersdorfer gleich. Falls es überhaupt noch eine Chance auf evolutionäre Veränderung statt großem Zusammenbruch gibt, ist die Verpflichtung eines Sportdirektors noch in diesem Jahr ein sinnvoller Schritt und nicht unbedingt nur die Suche nach einem Sündenbock (obwohl sich einige Verantwortliche das zweifellos wünschen).

  6. gerkenderp 30. Oktober 2016 um 11:21 Uhr - Antworten

    DSDS: Didi Sucht Den Sündenbock

  7. BerndH60 30. Oktober 2016 um 15:11 Uhr - Antworten

    ACHTUNG! ACHTUNG!
    Alleine die Tatsache, daß der letzte Vorstandsvorsitzende mit Verstand endlich mal wieder öffentlich zum Thema HSV aussagt, löst bei mir persönlich Schnappatmung aus.
    Bernd Hoffmann heute abend bei Sky90.
    Ist dies das ersehnte Zeichen des Herrn? Werden wir vielleicht vom Übel erlöst?

  8. Spörl 30. Oktober 2016 um 19:27 Uhr - Antworten

    Wer kann diesen Irrsinn stoppen?

    Es war Beiersdorfer der Gisdol vermutlich zu folgendem Schwachsinn inspiriert hat:
    1. Götz musste (sogar ordentlich) rechter Verteidiger spielen.
    2. Jung als Innenverteidiger nicht bundesligareif
    3. Oszolek linkes Mittelfeld. Kann man mal probieren mit einem so torgefährlichen Spieler..ohne Worte
    4. Die Krönung: Kostic Auf rechts! Dümmer geht es nicht. Da hat er nachweislich noch nie gut gespielt.

    Danke Didi!

  9. Björn 30. Oktober 2016 um 19:29 Uhr - Antworten

    Muss ich wirklich erst persönlich in die Schweiz fahren und KMK in deutlichen Worten verklickern, was jetzt notwendig ist?!

  10. Skeptiker 30. Oktober 2016 um 19:29 Uhr - Antworten

    Das war mal wieder eine Glanzleistung von Didis Millionentruppe. Aber der HSV befindet sich laut Beiersdorfer nicht im Abstiegskampf. Der Mann hat wirklich den totalen Durchblick in sämtlichen Bereichen. Gisdol ist jetzt wie vormals schon Bruno die ärmste Sau im HSV-Zirkus, der mit dieser limitierten Truppe was auf die Beine stellen soll. Immerhin wird der Job gut bezahlt.

    • Björn 30. Oktober 2016 um 20:33 Uhr - Antworten

      Ich werde das Gefühl nicht los, Gisdol ist ein Blender vom Schlag eines Mirko Slomka…

  11. Guy La Fleur 17 30. Oktober 2016 um 19:35 Uhr - Antworten

    Wer stoppt diese Geisterfahrer?

  12. Siri 30. Oktober 2016 um 19:36 Uhr - Antworten

    nur noch 201 Tage.

  13. Spörl 30. Oktober 2016 um 19:38 Uhr - Antworten

    Die Lösung :

    Beiersdorfer bitte sofort abtreten.
    Und Gernandt gleich mit.
    Herr Kühne bitte 50 Millionen Bereitstellen für den Winter.
    Davon für 10 Millionen Schmadtke aus Köln rauskaufen und in Hamburg zum Alleinherrscher machen.
    Notfalls das ganze für die zweite Liga.

  14. Martin 30. Oktober 2016 um 19:48 Uhr - Antworten

    Ich will mein Eintrittsgeld zurück. Mehr rote Karten als Tore beim HSV.

  15. Volli 30. Oktober 2016 um 20:07 Uhr - Antworten

    Warum nennt Hoffmann die Kuh nicht beim Namen, obwohl er genau weiß was Sache ist?? Hat das einen Grund??

    • Freundchen 30. Oktober 2016 um 20:19 Uhr - Antworten

      Man hat mehr und mehr das Gefühl, dass DB die Leute für ihre Aussagen bezahlt. Keiner will unserem Vorstand was böses… Vielleicht weil er so ein “Netter” ist? Auch Doll: “Super Sportdirektor”… Ich brech zusammen.

  16. Skeptiker 30. Oktober 2016 um 20:16 Uhr - Antworten

    Was labert der Doll für einen Müll, Didi sei ein toller Sportdirektor gewesen. Hoffmann muss doch das Messer in der Tasche aufgehen.

    • Freundchen 30. Oktober 2016 um 20:37 Uhr