Es geht kein Weg zurück…

„Es geht kein Weg zurück“ ist nicht nur ein älterer Song von Wolfsheim, es ist auch die traurige Erkenntnis rund um den HSV, um Dietmar Beiersdorfer und Gefolge, um HSVPlus und um die meisten Spieler im aktuellen Kader. Den Weg zurück zum Erfolg wird es in dieser Konstellation und mit diesem Personal nicht geben, es wird nicht einmal den Weg zurück zur Normalität geben. Viel zu tief sind die Gräben, viel zu viel Porzellan wurde zerschlagen und viel zu eindeutig haben sich besonders die einschlägigen Medien positioniert. Anders ausgedrückt: Der HSV könnte jetzt auch vier Spiele in Folge gewinnen (was nicht passieren wird), bei der ersten Niederlage wären alle bestehenden Probleme wieder da und würden erneut hervorgeholt. Beiersdorfer ist gescheitert und nicht nur er – das gesamte Konstrukt ist gescheitert. Dazu gehören auch die restlichen Vorstände, dazu gehört der Nachwuchs-Mensch Peters und dazu gehört auch besonders der Aufsichtsrat, der sich nach wie vor nachsagen lassen muss, dass er das Desaster mitgetragen und mit zu verantworten hat.

Ich mache es mal an einem Beispiel fest – Christian Hochstätter. Wie immer hat sich der Vorstand des HSV in Personalfragen extrem dämlich angestellt. Alle Namen wurden rechtzeitig in der Öffentlichkeit kolportiert, die jeweiligen Verhandlungsstände, Absagen, Absprünge etc. konnte jeder Fan in Echtzeit miterleben. Und dann, nach den Hoogma’s und Heldt’s dieser Welt kommt man auf die geniale Idee, beim VfL Bochum, dem Synonym für deutsche Mittelmäßigkeit, am dortigen Sportchef zu graben. Schade nur, dass dieser gerade mal vier Wochen zuvor seinen Vertrag langfristig verlängerte, so dass die Nummer für den klammen HSV wieder einmal extrem teuer werden würde/wird. Was also tun?

Sagt der HSV jetzt bei Hochstätter ab, so werden sich zahllose Kritiker finden, die (zu Recht) behaupten werden, dass man bereits im Vorfeld den Preis des Mannes hätte wissen müssen und man hätte sich fernen rechtzeitig nach günstigeren Alternativen umsehen müssen. Bezahlt man Summe X an Bochum, so wird es ebenso viele Kritiker geben, die es nicht begreifen können (und wollen), warum ein Verein wie der HSV für einen Mann, der 4 Jahre arbeitslos war, eine solche Summe auf den Tisch legen muss. Mit anderen Worten: Wie es der HSV macht, er macht es falsch. Allerdings hat man sich mit all den zahllosen Fehlentscheidungen und peinlichen Auftritten in den letzten 2 1/2 Jahren den Ruf der Versager hart erarbeitet und nun bekommt man die Quittung.

beiersdorfer-gernandt-hsv-getty

Was für den Vorstand gilt, gilt aber ebenso für den Aufsichtsrat, auch dessen Mitglieder können und werden das Ende des Vereins nicht unbeschadet überstehen. Die Namen der Mitglieder werden für alle Zeiten in die Analen des Vereins eingehen, die Namen des „Rates der Ahnungslosen“ werden vergessen werden. Aber es kommt noch schlimmer, denn selbst Herr Hochstätter, so er es denn werden sollte, kann kaum noch gewinnen. Denn zum Einen ist sein Handlungsspielraum in Hamburg kaum messbar, zum Anderen wird ihm auf ewig der Ruf des Assistenten vom eigentlichen Sportchef im Hintergrund, Dietmar B. anhaften, ein Schicksal, welches bereits Peter Knäbel das Genick brach.

Es gibt einen, der das Ganze noch rechtzeitig begriffen hat und das ist der ehemalige Mediendirektor Jörn Wolf. Als jemand, der die Wirkungsweise der Meinungsmache und die Mechanismen des Marktes bestens einzuschätzen weiß, hat er gerade eben noch den Absprung geschafft, sein Name wird einigermaßen unbeschadet bleiben. Für alle anderen gilt: Ihr habt keine Chance mehr und ihr wisst es. Ich bin ziemlich sicher, dass Wolf nicht der Letzte sein wird, der von der Stange geht bzw. gegangen wird.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority (HPA), Jens Meier, steht am 06.02.2014 am Rand einer Pressekonferenz in Hamburg auf dem Tower des Hafenbahnhofs Alte Su_derelbe. Die Hamburg Port Authority (HPA) gab bei einer Pressekonferenz einen Überblick über anstehende Vorhaben, Planungen und Arbeitsschwerpunkte der HPA. Foto: Bodo Marks/dpa

Eine Lösung für das Dilemma? Ich kann keine erkennen. Denn Fakt ist: Unabhängig von Fan-Sein, rosa Brillenhüpfer oder Meinungs-Taliban, dieser HSV ist mehr als überfällig und hätte wohl wie kein anderer Verein in Deutschland den Crash mehr als verdient. Uns allen bleibt wohl nur noch eines – zuzusehen, wie das alte Schiff langsam im Meer versinkt. Aber wir sollten unbedingt im Auge behalten, wer noch versucht, rechtzeitig über die Reling zu springen.

Von | 2016-11-11T08:36:41+01:00 11. November 2016|Allgemein|40 Kommentare

40 Comments

  1. Volli 11. November 2016 um 07:57 Uhr

    ?Exzellenter Kommentar! Am Besten, sich öffentlich mit dem Abstieg abfinden. Außerordentliche Mitgliederversammlung. Aufsichtsrat das Vertrauen entziehen. Im Winter teure Flops verkaufen( bzw. verschenken). Endlich das Konzept Hsv+, mit jungen Spielern, umsetzen. Vielleicht bekommt man dann für die 2. Liga ne schlagkräftige Truppe! (1. Liga????) Sympathie zurückgewinnen!!! Damit käme ich als Fan wohl am besten zurecht. Für alles andere ist es eh zu spät! Allein mir fehlt der Glaube. Die machen bis zum bitteren Ende weiter, und verpissen sich dann still und leise( natürlich mit einem prall gefüllten Portmonee!!!! ?)

  2. Für den HSV e.V. 11. November 2016 um 08:15 Uhr

    Die Meinung der Mitglieder interessiert einer Fussball AG nicht. Die Mitbestimmung wurde 2014 für immer abgeschafft. Lieber mit einem Verein in der 2. Liga als mit einer AG (die von kühne bestimmt wird) in der 1. Liga!

    • Heidelberger 11. November 2016 um 09:02 Uhr

      Sorry aber das ist in meinen Augen kompletter Mumpitz und rein aus der Brille eines traditionell angehauchten Romantikers gesprochen.
      Wenn man ehrlich ist, wurde die Mitbestimmung beim HSV doch nie richtig gelebt und eigentlich hat diese die Mehrheit der Mitglieder auch nie wirklich interessiert. Das haben die Teilnahmen bei den Mitgliederversammlungen immer wieder gezeigt. Hinzu kommt, dass die wenig Interessierten zu gefühlt 95% die falschen Entscheidungen gefällt haben. Sie haben dien Verein systematisch in die Scheiße und somit erst in die Abhängigkeit potenter Geldgeber geführt.

      Wer zahlt bestimmt eben in der Regel welche Musik gespielt wird.

      PS: Die Mitglieder hätten sich ja auch gegen die Ausgliederung entscheiden können. Dann, so behaupte ich aber, gäbe es den HSV e.V. mittlerweile gar nicht mehr. Der Verein wäre insolvent und ganz von der Bildfläche verschwunden. So besteht wenigstens immer noch die Hoffnung, dass wenn KMK sein vermeintliches Ziel erreicht und er die gesamte AG übernommen hat, er von da an anfängt den Karren wieder aus den Dreck zu ziehen.

      Ich bin auf die nächste MV gespannt. Da wird Kühne bestimmt seinen ersten Vorstoß wagen. Bis dahin sollte der HSV eigentlich schon abgestiegen sein. Ganz ehrlich… es hat auch seinen Charme. Der HSV würde seine rückwärts gerichtete Ausrichtung mit einem Schlag verlieren – die Stadionuhr, das Dino-Maskottchen und dieser unsäglich peinliche Hüpferspruch „Nur der HSV“ wären endgültig Geschichte.
      So könnte man den Fokus endlich auf das wesentliche richten – auf die Zukunft.

      • Martin 11. November 2016 um 09:57 Uhr

        Und deine Meinung ist die eines traditionell angehauchten Ausgliederer so what?

        Ich behaupte das es den e.V. heute immer noch in Form der Fußballprofiabteilung gegeben hätte. Du kannst mir NICHT das Gegenteil beweisen.

        Fakt ist, zum Zeitpunktt der Ausgliederung 2014 war der HSV nicht zahlungsunfähig, dass war er erst im Herbst 2015 als DB das Geld nur so verbrannt hat.

        Die Ausgliederung war evtl. nötig da es bei Unternehmen die mehr als 100 Mio. im Jahr umsetzen üblich und rechtlich wohl nötig ist, aber hört bitte auf mit den Märchen der e.V. war pleite genau das ist Mumpitz und eine große Lüge worauf HSVPlus aufbebaut war. HSVPlus ist nur gekommen um den Weg für KMK zu ebnen, die Konsequenz sehen wir heute, abhängigkeit und die AG steht vorm Abstieg und der Insolvenz, danke für Nichts

        • Heidelberger 11. November 2016 um 10:28 Uhr

          Die Ausgliederung war nötig, da der HSV in den letzten Jahren vor seiner Ausgliederung stetig Schulden aufgebaut hatte. Das bei einer stetig sinkenden Einnahmenseite.

          Wäre der HSV schon damals mit knapp seinen 100 Mio. Verbindlichkeiten abgestiegen, wäre er quasi sofort überschuldet gewesen und somit insolvent gewesen.

          Hätte man die Ausgliederung Anfang der Hochphase unter Hoffmann gemacht, stünde man heute so glaube ich anders da. Ich könnte mir vorstellen, dass wir mit den Bayern nicht auf Augenhöhe aber durchaus auf Tuchfühlung gegangen wären.
          Diese Ausgliederung fand unter falschen Voraussetzungen statt. Sie sollte den freien Fall stoppen und die drohende – vielleicht sogar die schon verschleppte Insolvenz vermeiden.

          Ihr setzt immer alle voraus, dass DB ein großes teures Missverständnis ist. Ich glaube mittlerweile eher, dass KMK von Anfang an nur ein Ziel vor Augen hatte. Ich glaube er wollte von Anfang an die gesamte AG besitzen. Dieses Ziel kann er aber nur erreichen, wenn der HSV am Boden liegt und ohne ihn vor der Pleite steht. Halt so wie es jetzt eben der Fall ist.
          Vorher bekommt er nicht ein Mitglied dazu ihm die gesamten Anteile zu verkaufen. Jetzt haben alle Angst, dass auch der HSV ob seiner 5 jährigen Haftung sofort pleite ist wenn der liebe Onkel nicht mehr mag. Das stimmt ja auch.

          Ich persönlich finde das Ziel auch gar nicht schlimm. Man sollte nur endlich die Karten offen auf den Tisch legen.

          Wer das eben alles nicht mag, sollte schleunigst anfangen mindestens 100 Mio. unter den Mitgliedern und Fans zu sammeln. Dann kann der HSV wenigstens abzüglich der Schenkungssteuer einen Großteil seiner Schulden begleichen und hat so wenigstens die Chance auf eine Lizenz für die 2. Liga und sein Fortbestehen.

          • Martin M. 11. November 2016 um 15:09 Uhr

            Also, ich kenne die Theorie, die Kerberos hier vertritt und ich hatte sie auch schon mal als „Verschwörungstheorie“ abgetan, auch wenn es früher oder später auf dasselbe Ziel hinauslaufen könnte, am Ende ist die Übernahme der AG vielleicht sogar alternativlos.

            Nun frage ich mich aber, aus welchen Gründen ein knapp 80jähriger Milliardär ein „Unternehmen“ wie den HSV kaufen sollte. Der Verein produziert nichts und selbst wenn ich ihn..äh..also Herr Kühne kaufen sollte, bedeutet das nicht zwangsweise, dass es dann sportlich besser läuft. Fähige Spieler und Trainer sowei Manager laufen dort draußen nicht haufenweise herum, die meisten haben Glück, der Rest besteht aus tumben Blendern. Die Wahrscheinlichkeit dass sich das Engagement auszahlt, also bei Anteilsverkäufen ein Gewinn erzielt wird, ist gering.

            Es gibt soweit auch keine Nachfolgeregelung. Eine Übernahme hätte vor diesem Hintergrund doch nur Sinn, wenn ich damit die Zukunft eines Unternehmens oder einer Familie oder was auch immer sichern wollte.

            In England gehören die Clubs zwar meist reichen Männern, aber da dürften die Verdienstmöglichkeiten mit dem Fussball auch andere sein…

            Also kann mir mal einer erklären, wass Herr Kühne denn wohl damit anfangen wollte, den HSV zu übernehmen ?

    • BerndH60 11. November 2016 um 09:49 Uhr

      Wären eben diese Vereinsmitglieder nicht so dämlich gewesen, eben genau diese Ausgliederung im Juni 2005, als alle Indikatoren auf eine Renaissance des HSV der frühen 80er deuteten, zu verhindern, dann gäbe es vielleicht diesen tollen Blog gar nicht. Wir würden uns über CL Teilnahmen freuen und von Spielern ala Lewandowski nicht träumen, sondern sie verpflichten.
      Wir hätten um einen vdV in der Blüte seiner Jahre, deJong und anderen eine Mannschaft aufgebaut mit einem Trainer von Format, hätten wie Dortmund sogar den Abgang eben solcher Spieler kompensiert.
      Wir müssten heute keine Krokidilstränen über Leipzig oder Hoffenheim weinen, hätten in Kühne einen Sponsor, der kontrolliert wäre, den es augenscheinlich selber anwidert immer in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden.
      Wir würden uns über rosa Hüpfer freuen, ja sogar mithüpfen, weil es einen Grund gäbe, zu hüpfen.
      Danke, ihr Vereinsmitglieder, für gar nichts.
      .
      Ach ja, und noch etwas. Der HSV e.V. ist immer noch alleiniger Mehrheitsaktionär der HSV AG. Ich kann mir gut vorstellen, daß in der Satzung des HSV irgendwo der Schlüssel versteckt ist um dem aktuellen Mißstand adhoc ein Ende zu bereiten. Also nochmal:
      Danke, ihr Vereinsmitglieder, für gar nichts.

  3. Heidelberger 11. November 2016 um 08:18 Uhr

    Mich interessiert immer noch, ob Kühne tatsächlich auch nur für einen Moment an unserer Verbrennungs-Ikone DB geglaubt hat oder, ob seine Inthronisierung seine erste situative Entscheidung für das Gesamtziel gewesen ist.

    Wobei auch er natürlich nicht wissen konnte, mit welchen Warpfaktor DB den Karren an die Wand fahren würde…

    Ansonsten wie immer Grave – ein hervorragender Kommentar von dir. Ach würden die Exzellenzen doch nur halb so professionell und akribisch arbeiten, wie du es tagein tagaus vorlebst.

    • kahne 11. November 2016 um 13:37 Uhr

      Man kann ja Kühne durchaus zutrauen, zweigleisig zu denken. Von daher ist die Frage eigentlich gar nicht so wichtig. Denn eigentlich muß man davon ausgehen, dass niemand ahnen konnte, wie schnell so enorm viel Kohle so kontraproduktiv verballert werden konnte. Der berühmte „würfelnde Affe“ hätte mit der ganzen Kohle einen besseren Erfolgsschnitt herausgeholt. Paradoxerweise darf man sogar formulieren: Falls Kühne wirklich mit seinen Investitionen auf den Niedergang des HSV gesetzt hat, war das Risiko gar nicht so klein, dass die Kohle doch etwas bewirkt.
      Ich werde sicher nie selbst verstehen, wie Kühnes Verhältnis zu Geld aussieht, und ich würde an seiner Stelle aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr herauskommen, selbst wenn ich auf Machtzuwachs spekuliert hätte. Aber eines seiner Motive kann ich nachvollziehen: Wenn der HSV schon auf Übernahme oder Konkurs steht, dann doch bitte unter meiner Kontrolle und nicht unter der irgendeines anderen. Das kann ich noch emotional nachvollziehen, alles andere geht über meine Hutschnur.

      • Heidelberger 11. November 2016 um 15:18 Uhr

        Aber auch hier hat Kühne mit seinen Investitionsspritzen vorgesorgt. Sollte der Verein gegen allen Erwartungen doch den gewünschten Erfolg haben, so werden die Besserungsscheine fällig und die HSV AG ist ad hoc pleite.

        Wo bitte schön soll denn der HSV die ganzen Millionen ab Erreichen der EL hernehmen? Die Mehreinnahmen folgen doch dann erst noch, sind aber bei Leibe nicht so hoch wie die zu leistenden Verbindlichkeiten. Ergo Kühne gewinnt immer und kommt so oder so der Übernahme immer einen großen Schritt näher.

  4. derGast 11. November 2016 um 08:53 Uhr

    Zwei Sachen schiessen mir durch den Kopf:
    .
    Wieso wird die Öffentlichkeit die ganze Zeit mit in die SD Suche eingebunden?
    Mittelsmänner und Klappe halten, integere Männer finden, die Ihr Gesicht nicht direkt in die Kamera halten.
    Bedingt natürlich drei Sachen: Man hat einen Mann beim HSV der a) Mittelsmänner kennt b) selber nichts zur Presse durchsteckt und c) wenigstens ein schwarzes Büchlein mit 15 möglichen Kandidaten.
    Und ja – wenn ich den Posten des AR habe, gibt er mir als V oder AR ein dickes Manual an die Hand in dem die Aussenpräsentation drin steht. Hat Wolf dies gemacht? Oder resigniert er ob der Beartungsresitenz der Flachzangen – doof sind die alle NICHT- auch wenn es schön zu glauben wäre.
    .
    Bei aller Liebe für den Blog – es gibt IMMER einen Ausweg. Wenn man sich in eine Sackgasse manövriert, kann man auch wieder rauslotsen lassen. Man muss nur WOLLEN. Und wenn das wollen eben bedeutet dass man für seine Fehler gerade steht und das wie auch immer wieder versucht gerade zu biegen.
    ..
    Gibt es wirklich keine Auswege? Ich kann es kaum glauben!

  5. Kugelblitz 11. November 2016 um 09:16 Uhr

    trifft auch auf die sportchefsuche zu:

    alles ist besser als der IST-zustand

  6. Arnold 11. November 2016 um 09:44 Uhr

    Der ganze Verein ist verseucht – angefangen bei den grössenwahnsinnigen Verantwortlichen, bishin zu den hochmütigen Spieler, die fast ausnahmslos ihren Rund-um-Sorglos Vertrag abgeschlossen haben (hoffentlich ohne 2.Liga Option) Meine einzige Hoffnung ist der Abstieg und dann -viel wichtiger- schlaue Leute ohne Stallgeruch in der Führung und eine neue hungrige Mannschaft ohne einen Djourou, Holtby, Diekmeier, Lasogga und und und…..

    • BerndH60 11. November 2016 um 09:55 Uhr

      Ich verwette meinen Sonstwas, daß alle Spieler aufgrund der Erfahrungen der letzten 3 Jahre eine Zweitliga-Option unterschrieben haben, und damit das nicht so schwer fällt zu unveränderten Bezügen.

      • Sven 11. November 2016 um 10:09 Uhr

        Meinste nicht, dass dann bei stark verringerten Einnahmen der Insolvenzverwalter diese Verträge kassiert?

        • BerndH60 11. November 2016 um 10:39 Uhr

          Zum einen war mein Kommentar ironisch gemeint, denn ich kenne selbstverständlich nicht die Details der Verträge.
          Was die Verträge der Spieler selbst angeht, so sind diese im Falle eines Falles Forderungen der Spieler an die AG, welche aber nur Wirkung zeigen, solange der Spielbetrieb weiterläuft. Theoretisch könnte ein Insolvenzverwalter also versuchen, mit den Spielern zu reduzierten Bezügen den Betrieb aufrecht zu erhalten. Dieses Verfahren findet meistens in Gewerbebetrieben statt, bei guter Auftragslage, um zu verhindern, das Lieferanten und Abnehmer der Pleitefirma auch noch in Schwierigkeiten kommen.
          Da die HSV AG kein produzierendes Unternehmen, es somit auch keine „vollen“ Auftragsbücher gibt, heißt Insolvenz beim HSV schlichtweg „Aus die Maus“.
          Der HSV wird vom Spielbetrieb abgemeldet, alle Spieler können sich neue Vereine suchen, der Insolvenzverwalter wird versuchen noch ein paar Ablösesummen zu generieren, aus denen dann die erstrangigen Gläubiger befriedigt werden und dann wird abgeschlossen.

  7. Kerberos 11. November 2016 um 10:38 Uhr

    @ Martin:
    .
    Deine Behauptungen aus dem Nichts können nicht die Tatsachen aus der Welt schaffen. Dem Verein war es vor der Ausgliederung auf Grund der hohen Verbindlichkeiten nicht mehr möglich, neue Gelder als Darlehen oder in Form sonstigen Fremdkapitals zu generieren, ohne eine Überschuldung herbezuführen – dies hätte durch die Unterdeckung des laufenden Geschäfts zwangsläufig zur Zahlungunfähigkeit geführt.
    .
    Durch die Ausgliederung eröffnete sich die Möglichkeit der Neubewertung des Sachvermögen: Stadion + 22 Mio, Markenwert + 41 Mio und Spielerkader + 3,5 Mio. Nur durch die Hebung/Offenlegung dieser „stillen Reserven“ von knapp + 70 Mio war es überhaupt möglich, ein positives Eigenkapital darzustellen und einer Überschuldung zu entgehen. Man hatte durch die Ausgliederung schlicht die legitime Möglichkeit, sich „reich zu rechnen“. Dem Verein wäre ohne die Ausgliederung diese „Rettung“ rechtlich einfach nicht eröffnet gewesen.
    .
    Dies ist vollkommen unabhängig von der späteren Veräusserung der AG-Anteile oder Aufnahme neuer Darlehen durch die AG. Und nur so nebenbei: durch die aktuelle Verschmelzung der Tochter-Unternehmen mit der AG hat sich die AG diese Bilanzierungs-Instrumente erneut eröffnet.
    .

    • Heidelberger 11. November 2016 um 11:04 Uhr

      Ich kann es zwar nicht beweisen, aber hätte es die Campusanleihe nicht gegeben, wäre der HSV wohl schon spätestens 2014 aufgrund mangelnder Darlehensmöglichkeiten zahlungsunfähig gewesen.

      Wie wir mittlerweile alle wissen, ist das Geld dieser Anleihe komplett zweckentfremdet für Zahlungsverpflichtungen aus dem operativen Geschäft ausgegeben worden. Das macht man ja nicht, da sich die Reichtümer auf der Geschäftsstelle stapeln…

      • Kerberos 11. November 2016 um 11:23 Uhr

        .
        Richtig! Die Anleihe war die letzte Möglichkeit liquide Mittel in das lfd. Geschäft „zu pumpen“; selbst unter der Gefahr einer möglichen „Zweckentfremdung“. Und man konnte sich ausrechnen, wie lange das „letzte Hemd“ denn ausreichen würde.
        .
        Für die Feststellung unbestrittener, in den Bilanzen dokumentierter, Tatsachen bedarf es einfach keiner „weiteren“ Beweise. Nur muss man die Bilanzen natürlich auch lesen und verstehen können.
        .

        • Heidelberger 11. November 2016 um 11:34 Uhr

          Mit „nicht beweisen“ meine ich in erster Linie, dass die Anleihe auch ein Darlehen ist. Anstatt der Anleihe hätte man unter Umständen ein letztes Mal bei den Banken zuschlagen können.

          Aber wahrscheinlich wären höhere Zinsen fällig geworden.

          Es kann aber durchaus sein, dass die Banken schon längst die Tresore für den HSV geschlossen hatten. Mein Glaube tendiert eher zu letzterer Variante.

          • Saschas Alte Liebe 11. November 2016 um 13:32 Uhr

            Hieß es nicht damals, jede Option mit den Banken sei schon ausgeschöpft, zumindest solange keine Anteilsverkäufe in entsprechender Größenordnung getätigt seien ?

  8. Gravesen 11. November 2016 um 13:46 Uhr

    Blogperlen. (Vorsicht: Verletzungsgefahr) – Quelle: #SchmocksEinöde
    .

    Charley sagt:
    11. November 2016 um 13:36
    Kill Bill deine Gedichte sind besser wie von Goethe.

    .
    Aaaaaaaauuuuuuuuuuaaaa. Andererseits – wenn schon der Blogbetreiber keine Ahnung von Rechtschreibung hat, warum sollten es die verblödeten Kommentatoren besser machen?

    • Saschas Alte Liebe 11. November 2016 um 16:25 Uhr

      „Stehe stehe,
      denn wir haben
      ihrer Gaben
      vollgemessen.
      Ach ich merk‘ es
      wehe wehe,
      Ha’m sie doch das Hirn vergessen….
      o.ä..
      ?

  9. Kerberos 11. November 2016 um 16:26 Uhr

    .
    Allen geneigten Lesern, die sich um ein objektives Bild zum HSV bemühen, sei hier der Artikel des „Handelsblatt“ vom 21.02.2014 zur finanziellen Situation vor der Ausgliederung empfohlen.
    .
    http://www.handelsblatt.com/sport/fussball/hamburger-sv-der-finanzielle-abstieg-des-bundesliga-dinos/9511162.html
    .
    K-M Kühne hat sich erst recht kurz vor der Abstimmung im Mai 2014 zum HSV nach Ausgliederung bekannt; zu keiner Zeit jedoch konkret zu HSV Plus. Im Gegenteil. Kühne hat am 10.02.2014 im „Handelsblatt“ noch deutlich dem Abstieg und einem vollständigen Neuaufbau in der 2.ten Liga den Vorzug vor einer „Fortführung“ gegeben.
    .
    http://www.handelsblatt.com/sport/fussball/maezen-klaus-michael-kuehne-ich-stehe-zum-hsv-auch-in-der-2-liga-/9872764.html
    .
    Es lohnt sich wirklich, diesen Artikel einmal ganz genau zu lesen.
    .

  10. Saschas Alte Liebe 11. November 2016 um 17:00 Uhr

    Stimmt. Was kann daraus aber für die jetzige Situation geschlossen werden ? Dass Kühne den wahrscheinlichen Abstieg und die möglicherweise damit verbundenen Konsequenzen wirtschaftlicher und personeller Art abwartet, bevor er (evtl.) strategisch eingreift ?
    Insolvenz oder Konkurs eintreten zu lassen, ist nach Deinen Darlegungen von neulich kein sinnbringender Weg – oder für ihn schon, nur für den HSV in gegenwärtiger Struktur nicht ?
    Und wenn er wirklich nur situativ agiert, besteht dabei nicht auch die Gefahr des Tot-Taktierens, des verstrichenen Zeitpunktes. Dies würde ihm doch wohl klar sein, würde ich mal annehmen.
    ich hätte eigentlich auf Hinweise geachtet, die auf Veränderungen bei der MV im Jan. hindeuten würden; allein schon, um seine Leute im HSV zu stärken.
    Oder ist das alles viel zu umständlich gedacht ?

  11. Henne 11. November 2016 um 17:27 Uhr

    Analen des Vereins mit nur einem N geschrieben. Da hat sich jemand Gedanken gemacht.Respekt!

  12. Kerberos 11. November 2016 um 18:45 Uhr

    .
    K-M Kühne geht davon aus, dass beim HSV wirklich ALLES vom Kopf wieder auf die Füße gestellt werden muss, damit sportlich ein nachhaltiger Erfolg möglich sein wird. Eine Reparatur im laufenden Betrieb hält er nicht mehr für möglich. Ein sportlicher Abstieg sei dafür eine geeignete Ausgangslage.
    .
    K-M Kühne glaubt auch zu wissen, dass es nicht nur des Austausches einzelner Köpfe bedarf; neues Personal ist nahezu in allen Bereichen und auf allen Ebenen von nöten. Und er gibt selbst an, dass es hier mit 100 Mio adhoc nicht getan sei.
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    Seine Motivation als Mäzen hat er bereits in einem Interview in der „Zeit“ (2010) glaubhaft dargelegt. In erster Linie sei er HSV-Fan und der Stadt Hamburg sehr verbunden. Er verfolge dabei zwar keine wirtschaftliche Interessen, möchte aber selbstverständlich, dass seine Fördermittel wirtschaftlich sinnvoll verwand würden. Das ist nachvollziehbar.
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    Ähnlich verhält es sich mit seiner Motivation auch mit seinem Hotel-Projekt – der „Sinn“ in diesem Projekt ist für Außenstehende nur schwerlich erkennbar. Aber wenn der „alte Mann“ zum Testen stundenlang persönlich barfuß im Fliesengeschäft über unzählige Bodenfließen läuft, das Farbkonzept der der eigens dafür engagierten Psychologin für „Nonsens“ erklärt und die Vorführ-Zimmer nach seinem Geschmack doch wieder umstreichen lässt – ja, soll er doch, wenn er glaubt, dass „sein“ Hamburg so endlich ein Hotel von internationaler Spitzenklasse erhält.
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    Klar im Vorteil ist hier, wer sich zur Information anderer Medien als Abendblatt, Mopo und Bild bedient. Wirklich intesessante Interviews hat K-M Kühne vielzahlig in den letzten Jahren dem „Handelsblatt“ und der „Zeit“ gegeben.
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    K-M Kühne wird beim HSV sofort zugreifen und „seine“ Komplettsanierung starten, wenn er die Zeit für „reif“ erachtet. Wann dies konkret sein wird, dürfte er heute selbst noch nicht konkret wissen. Heute weiss er nur sicher, dass seine Zeit kommen wird und er dies dann selbstverständlich sofort erkennen wird.
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    Ob dann unter K-M Kühne eine Wiederauferstehung des HSV mit erfolgreichem Spitzenfußball Wirklichkeit werden wird, ist noch eine ganz andere Frage. Und es ist sicherlich noch eine offene Frage – vielleicht wird ja K-M Kühne am Ende noch selbst mit einer Rückenummer auf der Auswechselbank sitzen und beim Trainer seine Einwechselung einfordern?
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    • ausgegliedert 11. November 2016 um 19:24 Uhr

      Wohl nur, wenn dann mit 2 Spitzen aufgelaufen wird, sprich Uwe neben ihm.
      Es ist alles so erschütternd, was die kurzfristige Historie gebracht hat. Die imho letzte Chance weggeschmissen.
      Zumindest diesbzgl. hat man seit längerem Konstanz und diese sogar komplett durchdekliniert.

  13. Heidelberger 11. November 2016 um 19:37 Uhr

    @ Martin M. 11. November 2016 um 15:09 Uhr
    Sorry dafür, dass ich jetzt erst antworte.
    Da ich aber nicht alle Gründe und Quellen heraussuchen und neu auflisten mag, verweise ich auf die beiden heutigen Beiträge von Kerberos 16:26 und 18:45. In diesen hat er mir die Arbeit hinreichend abgenommen.

    PS: Eine Übernahme der AG eines Fußballklubs durch einen sehr reichen Privatmann hat wirklich nichts mit einer Verschwörungstheorie zu tun. Wenn Herr Kühne das am Ende des Tages macht, dann, da er es kann und da er es will. Wahrscheinlich sieht er einen rundum sanierten Klub auch als ein Geschenk an die Fans des HSV, da er sich der Stadt Hamburg sowie dem Verein sehr verbunden fühlt.

    • Martin M 12. November 2016 um 22:12 Uhr

      Danke. Also gehen Du und Kerberos davon aus, dass sich der Geschäftsmann ein Denkmal setzen möchte, einfach weil er es kann…. Hm, das ist wenigstens ein Grund, der das ganze überlegenswerter macht.